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Vorsicht vor Kursen zu Alternativmedizin

Alternative Heilmethoden stehen immer wieder in der Kritik. Trotzdem steigt das Interesse an der Thematik immer weiter. Auch Laien wollen mehr über Homöopathie und andere Zweige erfahren. An Volkshochschulen werden deshalb nun immer mehr Kurse dazu angeboten. Die Bildungsstätten genießen generell einen hervorragenden Ruf, dieser wurde jetzt jedoch auf Grund der mangelnden Wissenschaftlichkeit von alternativmedizinischen Methoden in Mitleidenschaft gezogen.

Fragliches Programm

Die VHS nehmen immer mehr Kurse zu in der Kritik stehenden alternativen Heilverfahren wie Homöopathie, Schüßlersalze und Bachblüten in ihr Programm auf und verbreiten somit Wissen darüber. Die zugehörigen Daten wurden kürzlich vom SPIEGEL ausgewertet. Die fragwürdigen Heilmethoden, die nun als Kurs angeboten werden, gehen von Ayurveda über Klangschalenmassage bis hin zu Tanztherapien und Schröpfen. Das erschreckende Ergebnis: In jedem fünften VHS-Kurs werden alternativmedizinische Verfahren angepriesen, jeder achte behandelt sogar ausschließlich welche, deren Wirksamkeit nicht belegt sind. Die Zahlen sind alarmierend.

Natürlich sollen Volkshochschulen in ihrem Kursangebot Themen behandeln, die von der Bevölkerung zur Weiterbildung gewünscht werden. Allerdings kann es verheerende Folgen haben solch „pseudo-medizinisches“ Wissen an Laien weiterzuvermitteln. Die Wirksamkeit dieser Heilmethoden ist meist nicht belegt, zudem ist deren Ausführung für medizinisch Nichtkundige nicht empfehlenswert. Der Gedanke Krankheiten allein auf natürliche Weise zu heilen, mag verlockend sein, jedoch birgt die Alternativmedizin generell gewisse Risiken. Ernste Erkrankungen werden leicht unterschätzt, der Weg zum Schulmediziner erfolgt oft zu spät. Zudem sollten keine Versuche erfolgen Krankheiten selbst zu diagnostizieren und zu behandeln, denn auch kleine Fehler können dem Körper schaden.

Handeln ist nötig

Es muss dringend Verantwortung übernommen und kontrolliert werden, dass nur geprüfte und geeignete Informationen in den Bildungseinrichtungen vermittelt werden. Alles andere ist Betrug, da wissenschaftlich nicht fundiertes Wissen gepredigt wird, das eine potenzielle Gefahr für die Bevölkerung darstellt. Es mag sein, dass Evidenz nicht der einzige Faktor für das Kursangebot ist, jedoch sollte den Menschen nicht vorgegaukelt werden, hochwertige Bildung zu erhalten, wenn die Qualität der vermittelten Inhalte so geringfügig ausfällt. Dass diese auch noch zu mehr als der Hälfte aus öffentlichen Geldern finanziert wird, stimmt viele Bürger zurecht missmutig.

Zusätzlich sollte auch hinterfragt werden, warum die Nachfrage für derartige Kurse so groß ist. Dies lässt auf mangelndes Vertrauen gegenüber der Schulmedizin schließen, sowie dem Gesundheitssystem generell. Star-Mediziner und Bestsellerautor Dr. Dietrich Grönemeyer meinte dazu kürzlich in einem Interview, dass dieses den Fokus wieder mehr auf die Patienten legen müsse, und Schulmediziner außerdem enger mit Psychologen und naturheilkundlichen Heilern zusammenarbeiten sollten. Die drei Richtungen schließen sich bei den Behandlungen von Krankheiten keinesfalls gegenseitig aus, sondern ergänzen sich sinnvoll, so Grönemeyer. Die Engstirnigkeit der Schulmedizin verhindert dies jedoch oft, denn der starke Zusammenhang zwischen Körper und Psyche wird immer noch häufig abgetan. Das Ergebnis sind zahlreiche Fehldiagnosen, die das Vertrauensverhältnis zwischen Schulmedizin und Patienten in den letzten Jahren immer mehr erschütterten.

Zusätzlich fehlt es den Ärzten an ausreichend Zeit für umfangreiche Untersuchungen. Oft kommt der Patient nicht einmal dazu, seine Beschwerden vollständig vorzutragen, was wiederum Fehldiagnosen und -behandlungen zur Folge hat. Dank der unmenschlichen Regelungen des Gesundheitssystems wird der Patient außerdem als Maschine betrachtet und wie eine Nummer abgefertigt. Es fehlt an Humanität, was zur Folge hat, dass sich immer mehr Menschen von der klassischen Medizin abwenden und nach anderen Optionen suchen, mit denen sie sich möglicherweise wohler fühlen.

Dr. Grönemeyer bringt mit seiner Antwort bezüglich dem „Arzt der Zukunft“ auf den Punkt, worauf es bei einem guten Mediziner ankommt: „Auf jeden Fall sollte er offen sein für alles, was heilt […] Er muss ein undogmatischer Netzwerker sein, der mit anderen Therapeuten und Fachdisziplinen solidarisch zusammenarbeitet. Und vor allem muss er versuchen, die Menschen zu verstehen und ihre Selbstheilungskräfte zu aktivieren […] Er sollte nicht im Dienst irgendeiner Schule stehen, sondern sich auf jeden Fall individuell und persönlich einlassen.“ Die Umsetzung dieser Vorstellung wird jedoch wohl leider noch einige Zeit dauern.

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