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Grund für ausbleibende Sättigung gefunden

Weltweit sind immer mehr Menschen von Übergewicht betroffen – Tendenz weiter steigend. Bereits heute gibt es ein Rekordhoch an Betroffenen und Forscher suchen verzweifelt nach neuen Erkenntnissen und Therapien, um dieser verheerenden Entwicklung die Stirn zu bieten. Deutsche Wissenschaftler haben nun einen „Schalter“ im Gehirn identifiziert, der die Sättigungsnerven steuert – und somit das Essverhalten, das maßgeblich das Körpergewicht bestimmt.

Folgenschwere Fehlleitung

Forscher des Instituts für Diabetes und Adipositas (IDO) des Helmholtz Zentrums München fanden kürzlich einen neuronalen Mechanismus, der einen massiven Einfluss auf das Körpergewicht hat. Diverse Untersuchungen der letzten zehn Jahre deuteten bereits auf die Existenz einer solchen Gehirnfunktion hin. Läuft die Steuerung des aufgespürten molekularen Schalters nicht korrekt ab, kommt bei den betroffenen Personen auch kein Sättigungsgefühl auf – sie isst also viel mehr, als sie eigentlich bräuchte und nimmt auf diese Weise unbewusst zu. Das Ergebnis der Studie wurde in der Fachzeitung „Nature Metabolism“ veröffentlicht.

Sättigung wird von Gehirn geregelt

Ob man Hunger oder Sättigung empfindet, entscheidet nicht nur der Magen. Vor allem das Gehirn ist für diese Gefühle verantwortlich. Der neuen Forschungsarbeit zufolge werden Gewicht und Energiehaushalt von zwei unterschiedlichen Gruppen Nervenzellen in der Hirnregion Hypothalamus gesteuert. Mithilfe von verschiedenen Botenstoffen erzeugen diese ein Wechselspiel, um Balance zu schaffen: Eine Gruppe motiviert den Körper zur Nahrungsaufnahme, während die andere den Körper davor zurückhält – durch Hunger- und Sättigungsgefühle. Wird dieses Gleichgewicht jedoch gestört, können negative Konsequenzen wie Diabetes und Fettleibigkeit auftreten.

Essentieller Botenstoff

Ein spezieller Botenstoff spielt bei dieser Angelegenheit eine besondere Rolle: Der sogenannte Transkriptionsfaktor Tbx3 leitet wichtige Vorgänge zur Aufrechterhaltung von Energie- und Zuckerstoffwechsel. Transkriptionsfaktoren sind Proteine, die wie Schalter sicherstellen, dass bestimmte Gene abgelesen werden – oder eben nicht. Ohne Tbx3 können die Nervenzellen keine Botenstoffe für die Sättigung herstellen, so das Ergebnis der aktuellen Studie.

Die Wissenschaftler waren in der Lage, sowohl anhand von Fruchtfliegen als auch von menschlichen Nervenzellen zu zeigen, dass das Fehlen des Proteins Tbx3 eine Art Identitätskrise der Sättigungsnerven im Gehirn zur Folge hat. Dies kann zu krankhaftem Übergewicht und Adipositas führen. Schon seit längerer Zeit wurde berichtet, dass Menschen ohne das Tbx3 Gen oftmals von Übergewicht und Folgeerkrankungen betroffen sind.

Die neue Studie erklärt nun aber das erste Mal den Mechanismus, sowie die verschiedenen Stoffwechselprozesse, die dieser Beobachtung zu Grunde liegen. Das Forschungsteam könnte damit einen potenziellen Ansatz für entsprechende Arzneimittel geliefert haben, die die normale Funktionsfähigkeit des Stoffwechsels wiederherstellen und das natürliche Gleichgewicht schaffen sollen.

Quellen:

  • Nature Metabolism: Functional identity of hypothalamic melanocortin neurons depends on Tbx3
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