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Kokosöl – Superfood oder Gift

Unlängst hat ein YouTube-Video der Uniklinik Freiburg für Aufruhr gesorgt, in dem Harvard-Professorin Dr. Dr. Michels Kokosöl als „eines der schlimmsten Nahrungsmittel“ überhaupt bezeichnet. Seit einigen Jahren wird Kokosöl als DAS Superfood schlechthin angepriesen. Umso größer der Schock, dass das begehrte Öl unserer Gesundheit schaden soll. Mittlerweile hat das Video bereits über 940.000 Aufrufe. Die ganzen gesundheitlichen Vorteile von Kokosöl also nur ein Mythos? Wir klären auf.

Übeltäter gesättigte Fettsäuren

Dr. Dr. Michels ist Direktorin des Instituts für Prävention und Tumorepidemiologie an der Universitätsklinik und hielt kürzlich einen Vortrag zum Thema „Prävention – für ein gesundes Leben“, in dem sie eine Stunde lang hauptsächlich über sogenannte „Superfoods“ spricht. Diese sind „völliger Quatsch“, wenn es nach der Ernährungsexpertin geht. Speziell Kokosöl hat die Wissenschaftlerin hart in die Mangel genommen. Sie warnt vor dessen Konsum, da es sogar noch schädlicher sei als Schweineschmalz, da es aus noch mehr gesättigten Fettsäuren besteht. Diese stehen dafür in der Kritik, die Gefäße zu verstopfen und so die Wahrscheinlichkeit für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und sogar Herzinfarkte zu erhöhen. Auch den Cholesterinspiegel und die Blutfettwerte sollen sie negativ beeinflussen. Positive Auswirkungen auf die Gesundheit durch Kokosöl konnten hingegen in keiner einzigen Studie nachgewiesen werden, denn es gibt schlicht und ergreifend keine aussagekräftigen Forschungen mit Kokosöl, die an Menschen durchgeführt wurden.

Als Grund für die Verbreitung des Mythos, der Konsum von Kokosöl sei gesundheitlich empfehlenswert, führt Dr. Dr. Michels die Industrie an. Der Irrglaube sei angeblich durch reine Vermarktungsstrategie entstanden, um den Konzernen Geld in die Tasche zu spielen.

Warum Sie Kokosöl nicht verteufeln sollten

Fakt ist, dass die Ergebnisse einiger Studien in der Vergangenheit vor gesättigten Fettsäuren warnten. Wichtig zu beachten ist aber, dass diese nicht haltbar waren. In der bekannten „Seven Countries Study“ von Ancel Keys im Jahre 1970 überprüfte dieser den Zusammenhang zwischen dem Konsum gesättigter Fette und dem Cholesterinspiegel, der Herzinfarktrate und anderen Faktoren in Italien, Griechenland, Jugoslawien, Finnland, Japan, den Niederlanden und den USA. Das Ergebnis: Je höher der Konsum gesättigter Fette, desto schlechter die betrachteten gesundheitlichen Daten.

Später zeigte sich jedoch genau gegenteiliges Ergebnis, als die Studie in sieben anderen Ländern wiederholt wurde, darunter beispielsweise Schweden, Deutschland, Frankreich und die Schweiz. Dort litten die Menschen seltener unter Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wenn sie mehr gesättigte Fette zu sich nahmen.

Die unterschiedlichen Ergebnisse hängen mit dem sogenannten „Cholesterinquotienten“ zusammen, also das Verhältnis zwischen LDL- („schlechtes“) und HDL- („gutes“) Cholesterin. Die meisten gesättigten Fettsäuren beeinflussen den Cholesterinspiegel gar nicht. Drei davon allerdings schon und diese sind Laurin-, Myristin- und Palmitinsäure. Die ersten beiden haben einen positiven Effekt auf die Cholesterinwerte, da sie das „gute“ Cholesterin stärker erhöhen als das „schlechte“, und somit den Cholesterinquotienten günstig beeinflussen. Zusätzlich wurde inzwischen herausgefunden, dass nicht gesättigte Fettsäuren die Bösen sind, wenn es um zu hohe Blutfettwerte geht, sondern die isolierten Kohlenhydrate, in denen sie oft mit stecken. Weißmehl und Zucker sind die größten

Übeltäter. Sie sorgen für hohe Triglyceridspiegel, denen Fette generell sogar entgegenhalten. Erst 2014 zeigte eine Studie der Ohio State University, dass die Triglyceridwerte allein durch einen hohen Konsum von gesättigten Fettsäuren nicht ansteigen, sondern sogar sinken. Durch den Verzehr ungesunder Kohlenhydrate veränderten sich die Werte zum negativen. Diese Beobachtung wurde bald darauf durch weitere Studien renommierter Einrichtungen unterstützt, darunter die University of Cambridge 2014 und die Michael G. DeGroote School of Medicine.

Bei einer Art von Fetten ist aber tatsächlich Vorsicht geboten: Transfettsäuren. Dabei handelt es sich allerdings um eine Untergruppe der ungesättigten Fettsäuren, welche industriell verarbeitet sind und der Gesundheit schaden. Die gehärteten Fette beeinflussen den Cholesterinspiegel negativ, wirken im Körper entzündungsfördernd und sind verantwortlich für Fehlfunktionen in der Zellmembran. Sie kommen in den meisten Fertigprodukten vor, wie beispielsweise Süßwaren, Pizza, Gebäckwaren etc. Diese Fette sollten Sie Ihrer Gesundheit zuliebe also möglichst umgehen. Wegen Kokosöl brauchen Sie sich allerdings keine Sorgen zu machen

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