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Brustkorrektur – größere Brüste bekommen: Methoden, Risiken & Kosten

„Wussten Sie schon? Im Durchschnitt denkt ein Mensch 5 bis 10 Jahre über eine Brustkorrektur nach, bis die finale Entscheidung getroffen wird.“
— Dr. Tobias Weigl


Von Medizinern geprüft und nach besten wissenschaftlichen Standards verfasst

Dieser Text wurde gemäß medizinischer Fachliteratur, aktuellen Leitlinien und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

Quellen ansehen

Die Gründe für den Wunsch nach einer Brustkorrektur können vielfältig sein – neben krankheitsbedingten Eingriffen, die in der Regel nur eine kurze Bedenkzeit zulassen, werden Brustkorrekturen auch aufgrund ästhetischer Gesichtspunkte durchgeführt. Neben dem Wunsch nach Symmetrie, die ein grundsätzlicher Faktor für ein „schönes“ Erscheinungsbild ist, liegt der Überlegung, einen chirurgischen Eingriff vornehmen zu lassen, oft aber auch in den Medien begründet, die Schönheitsideale nachhaltig transportieren: Wohlgeformte Brüste, samtene Haut und ein ideales Dekolleté bestimmen das Bild, das Frauen in jedem Alter gerne von sich hätten. Die Realität aber zeigt, wie unverzeihlich unser Körper auf Veränderungen reagiert: Zunehmendes Alter, Schwangerschaft, zu wenig Sport und eine ungesunde Ernährung sind nur einige Ursachen für eine Brust, die Frauen unglücklich macht.

„Uff!“ Mit einem Seufzen lässt Friederike sich auf dem Platz gegenüber ihrer Bekannten Leonie fallen. Diese zeigt sich irritiert: „Was ist los, Freddi?“ Diese seufzt erneut: „Ich habe Rückenschmerzen. Mal wieder. Meine Brüste bringen mich noch um!“ Tatsächlich klagt Friederike schon seit einigen Jahren über Rücken- und Nackenschmerzen, hervorgerufen durch ihre großen – und damit natürlich auch schweren – Brüste. „Oh, gut, darüber wollte ich ohnehin mit dir reden!“ Friederikes hochgezogene Augenbraue ignoriert Leonie geflissentlich: „Eine Arbeitskollegin hat ein ähnliches Problem und hat nun eine dauerhafte Lösung gefunden. Eine Brustkorrektur!“

 

Allgemeine Informationen: Brustkorrektur

Brust-OPs gehören zu den medizinischen Eingriffen, die in Deutschland im Bereich Schönheitsoperationen am häufigsten durchgeführt werden. Die Gründe für eine Brustkorrektur können sowohl medizinischer als auch ästhetischer Natur sein und sind so unterschiedlich wie das Aussehen, die Form und die Größe der weiblichen Brust. Obwohl der anatomische Aufbau der Brust bei jeder Frau gleich ist – sie besteht aus Fett- und Bindegewebe sowie der für die Produktion von Muttermilch verantwortlichen Brustdrüse – ist jede Brust anders und reagiert auch anders auf körperliche Veränderungen.

Als Symbol für Weiblichkeit und Anmut ist die Brust fest im weiblichen Selbstbild verankert und eng mit dem Selbstbewusstsein verknüpft. Eine zu kleine oder zu große Brust, nachlassendes Bindegewebe oder die körperlichen Auswirkungen des Stillens können sowohl im Privat- als auch Berufsleben zu einer Einschränkung des Selbstbewusstseins und damit des Lebensgefühls führen. Bei einer Brustkorrektur sollten deshalb immer die eigene Persönlichkeit und die Zufriedenheit mit dem weiblichen Körper im Vordergrund stehen, und nicht das Nachbilden von medial vermittelten Schönheitsidealen.

Man unterscheidet bei einer Brustkorrektur zwischen vier Operationen:

Die Bruststraffung (sog. ‚Mastopexie‘) bringt eine hängende oder unförmig gewordene Brust wieder in eine harmonische, schöne Form. Eine Mastopexie wird dann angewendet, wenn die Brust ihre natürliche, feste Form verloren hat. Die Ursachen sind unterschiedlich und können im altersgemäß schwächer werdenden Bindegewebe liegen oder die Folge mehrerer Schwangerschaften und Stillzeiten sein. Auch eine übermäßig große und schwere Brust verliert ihre Form früher als eine durchschnittliche.

Die Brustrekonstruktion ist eine Möglichkeit, Frauen nach einem Unfall oder einem Krebsleiden wieder zu einem positiven Lebensgefühl zu verhelfen. Vor allem dann, wenn brusterhaltende Maßnahmen während der Krebstherapie nicht möglich sind (etwa bei 30% der Betroffenen ist das der Fall), kann eine Brustrekonstruktion Frauen ein positives Körpergefühl geben und das Selbstbewusstsein stärken. Muss die Brust aufgrund des Krebsleidens teilweise oder ganz entfernt werden, ist der Wiederaufbau der Brust durch rekonstruktive Maßnahmen deshalb in der Regel fester Bestandteil der Behandlung im Anschluss an die Krebsbehandlung.

Die Brustvergrößerung wird in den meisten Fällen aus ästhetischen Gründen durchgeführt. Eine zu flache oder zu kleine Brust kann das Selbstwertgefühl mindern und das Lebensgefühl einschränken – die fehlende Weiblichkeit hat einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf das Selbstbewusstsein in Privatleben und Job. Medizinische Gründe für eine Brustvergrößerung sind eher selten.

Die Brustverkleinerung (sog. ‚Mammareduktion‘) dient dazu, eine zu große und damit oft zu schwere Brust in eine kleinere, feste und ästhetische Form zu bringen. Wie bei der Brustvergrößerung sind die Beweggründe für eine solche Operation häufig ästhetischer Natur, häufig hängen mit einer großen Brust aber auch medizinische Leiden wie Rücken- und Nackenschmerzen oder Skoliose zusammen. Im Rahmen einer Mammareduktion werden überschüssiges Fett- und Drüsengewebe entfernt und die Brust neu modelliert.

Gut zu wissen!
Eine Brustkorrektur ist der drittbeliebteste plastische Eingriff bei Patientinnen nach einer Oberlidstraffung und nach einer Fettabsaugung. Auch Männer, die 2017 insgesamt 12,5 Prozent aller Patienten ausgemacht haben, lassen sich häufig eine Brustverkleinerung unterziehen.

In der Schönheitschirurgie, die verglichen mit den Vorjahren momentan nur wenig wächst, gibt es vor allem drei Gruppen, die den Großteil der Patienten ausmachen. Die erste Gruppe sind junge Menschen, die beispielsweise lange auf eine Brustkorrektur sparen. Die zweite Gruppe machen Frauen aus, die als Folge einer Schwangerschaft die damit einhergehenden Veränderungen an Brust und Bauch operieren lassen. Die dritte Gruppe sind ältere Männer und Frauen, die mit Facelifting und Hautstraffung ein jüngeres Äußeres erreichen möchten.

Methoden und Risiken einer Brustkorrektur

Abhängig davon, ob Sie eine Brustkorrektur, -rekonstruktion, eine -vergrößerung oder eine -verkleinerung wünschen, unterscheiden sich die Methoden der Fachchirurgen. Jede der Behandlungen ist eine langfristige Veränderung des weiblichen Körpers – obwohl die Operation in der Regel nur 2 bis 6 Stunden dauert, ist das endgültige Ergebnis häufig erst nach 4 bis 6 Monaten sichtbar, wenn die Narben verheilt sind. Um Komplikationen zu vermeiden, werden die Operationen in den meisten Fällen stationär und unter Vollnarkose durchgeführt. Nach wenigen Tagen können die Verbände entfernt werden, die Gesellschaftsfähigkeit ist jedoch erst nach einigen Wochen wiederhergestellt. Auch auf Sport und körperlich belastende Tätigkeiten sollte in der ersten Zeit nach der Operation verzichtet werden.

Die Methoden der Brustkorrektur im Überblick:

  • Bruststraffung: Bei dieser Art der Brustkorrektur wird weder Volumen zugegeben noch entfernt. Um die hängende bzw. schlaff gewordene Brust wieder auf ein normales Niveau zu heben und ihr eine ästhetische, feste Form zu verleihen, wird das Gewebe neu modelliert. Überschüssige Haut rund um die Brustwarze wird entfernt, die Haut an den Brustkonturen zusammengezogen und die Brustwarze nach oben versetzt.
  • Brustrekonstruktion: Um eine zuvor entfernte Brust wiederaufzubauen, gibt es grundsätzlich zwei Methoden, bei denen entweder Implantate oder Eigengewebe verwendet wird. Beide Verfahren bringen sowohl Vor- als auch Nachteile mit sich: Um eine Brustprothese durch Implantate herzustellen, muss die Haut zunächst durch einen Brustexpander geweitet werden, bevor Silikonkissen eingesetzt werden können. Auch der Einsatz von körpereigenem Gewebe erfolgt in mehreren Schritten, wobei an anderen Körperstellen zunächst Fettgewebe und Hautlappen entnommen werden, um im zweiten Schritt daraus eine neue Brust zu konstruieren.
  • Brustvergrößerung: In der Regel wird eine Brustvergrößerung mit dem Einsatz von Silikonimplantaten durchgeführt. Über einen kleinen Schnitt an einer unauffälligen Stelle der Brust werden diese über oder unter dem Brustmuskel eingesetzt. Die genaue Operationstechnik richtet sich nach der Form der Brust, der Dicke des Gewebes und der Größe der Brustwarze. Seit den 1990er Jahren werden alternativ Verfahren mit Eigenfett angewendet, bei denen die Vergrößerung des Brustvolumens über körpereigene Fettzellen vorgenommen wird.
  • Brustverkleinerung: Das Ziel des Eingriffs ist die Reduzierung des Volumens und des Gewichts der Brust. Das überschüssige Binde- und Drüsengewebe wird aus der Brust entfernt, ebenso die damit übrige Haut. Um der Brust ein ästhetisches Aussehen zu geben, wird die Brust anschließend neu geformt und die Brustwarze nach oben versetzt.

Es liegt in der Natur der Sache, dass einer Operation gewisse Risiken innewohnen. Die allgemeinen Operationsrisiken ein jeder OP unter Vollnarkose gelten auch bei Brustkorrekturen. Dazu zählen u.a. Nachblutungen, Blutgerinnsel (sog. Thrombose), Schwellungen sowie Störungen der Wundheilung z.B. durch Infektionen. Doch auch während einer Brustoperation können Komplikationen auftreten, über die Sie der behandelnde Arzt im Vorfeld der OP ausführlich aufklärt. So können beispielsweise der Brustmuskel, die Milchgänge oder die Nerven der Brust verletzt werden. Je gesünder die Patientin ist, desto geringer sind in der Regel auch die Risiken.

Auch nach der Operation kann es zu Beschwerden kommen. Leichte Blutergüsse und Narbenbildung zählen zu den häufigsten Nebenwirkungen einer Brustkorrektur. Vor allem in den ersten Tagen nach dem Eingriff treten Sensibilitätsstörungen der Brustwarzen auf, die in der Regel aber schnell wieder abklingen. Auch die Stillfähigkeit kann in seltenen Fällen beeinträchtigt werden.

Bis zu 10 Jahre denken Menschen über plastische Eingriffe nach: Würden auch Sie sich einer Brustkorrektur unterziehen?

Vorbereitung und Nachbehandlung bei Brustkorrektur

bewusst für eine Brustoperation entscheiden und sich über die Methoden und Risiken im Klaren sind. Ausführliche Vorgespräche mit dem behandelnden Arzt sowie eine Mammographie, die Aufschluss über die Festigkeit des Brustgewebes gibt, zählen zu den Vorbereitungsmaßnamen, die eine Brustoperation überhaupt erst ermöglichen. Zur weiteren Vorbereitung gehören:

  • Ausführliche Beratung durch den Chirurgen inkl. der Information über die Risiken
  • Ausschließen von Gerinnungsstörungen und Gewebeveränderungen durch den Chirurgen
  • Prüfen von Ausschlusskriterien: u.a. akute Infektionen, Schwangerschaft/Stillzeit, schlechte Wundheilung, Autoimmunerkrankungen, schlechte Blutversorgung oder erhöhtes Brustkrebsrisiko
  • Verzicht auf Schmerzmittel und Hormonpräparate (2 Wochen vor der OP)
  • Verzicht auf Alkohol, Nikotin und Schlafmittel

Im direkten Anschluss an die Brustkorrektur unterliegt die Patientin ebenfalls einer Reihe von Einschränkungen. Je nach Verlauf der Operation und der zu erwartenden Komplikationen in der Nachsorge kann der stationäre Aufenthalt in der Klinik 2 bis 7 Tage betragen, in Einzelfällen auch länger. Bis zur Entfernung des Verbands nach einigen Tagen darf nicht geduscht werden, das Tragen eines medizinischen BHs während der ersten Wochen ist Pflicht, damit Narben nicht wieder aufbrechen oder Implantate verrutschen. Auch wenn kein Verband mehr nötig ist, sollten die Narben durch Pflaster geschützt und für mindestens zwei Monate mit Salben behandelt werden. Um die neue Brust langsam an Belastungen zu gewöhnen, sollte in den ersten Wochen nach dem Eingriff kein Sport betrieben und körperliche Belastungen vermieden werden.

Mehr Informationen zum Thema Operationen

Jede Art der Brustkorrektur bringt Risiken mit sich, die über eine gängige Operation mit Vollnarkose hinausgehen und über die der behandelnde Chirurg Sie informiert. Wie Sie nach der Operation negative Nachwirkungen vorbeugen und ob Sie während des Eingriffs aus einer Vollnarkose aufwachen können erklärt Dr. Tobias Weigl in diesem Video.

Kosten und Finanzierung einer Brustkorrektur

Eine Brustoperation ist ein chirurgischer Eingriff, der genauestens geplant und präzise durchgeführt werden muss. Die Kosten liegen in der Regel zwischen 3.500 und 8.500 Euro und setzen sich aus verschiedenen Positionen zusammen:

  • Beratungsgespräch(e)
  • Operation (hierzu zählen der Chirurg, die anwesenden OP-Schwestern, der sterile Raum, Material und Instrumente)
  • Materialkosten (z.B. Brustimplantate)
  • Anästhesie
  • Nachsorge
  • Betreuung, Übernachtung und Verpflegung in der Klinik

Krankenkassen übernehmen die Kosten für eine Brustkorrektur nur dann, wenn medizinische Gründe für den Eingriff vorliegen, und häufig auch nur anteilig. Soll die Operation aus rein ästhetischen Gesichtspunkten durchgeführt werden, muss die Patientin in der Regel selbst für die Kosten aufkommen.

Häufige Patientenfragen

Welche Arten der Brustkorrektur gibt es?

Dr. T. Weigl
Die Medizin unterscheidet vier Varianten der Brustkorrektur: eine Bruststraffung, eine Verkleinerung, eine Vergrößerung sowie eine Brustrekonstruktion. Die Ziele sind alle unterschiedlich, gemein haben alle Eingriffe, da sie stationär unter Vollnarkose durchgeführt werden und damit einhergehende entsprechende Risiken mit sich bringen. Darüber hinaus müssen Sie als Patient sich bewusst für solch einen Eingriff unterscheiden.

Wie sieht die Vorbereitung für solch einen Eingriff aus?

Dr. T. Weigl
Die Phase vor einer Operation besteht aus verschiedenen Teilen, die eine optimale Vorbereitung der Patientin auf die bevorstehende OP gewährleisten soll. Neben dem Arztgespräch (sog. ‚Anamnese‘) gehört dazu auch eine Mammografie, also die Untersuchung der Bruststruktur. Damit einhergehend prüft der Arzt, inwiefern es Gewebsstörungen und Gerinnungen oder weitere ausschließende Kriterien wie eine Schwangerschaft oder Autoimmunkrankheiten gibt. Wie bei jedem invasiven Eingriff dürfen Sie als Patient im Vorfeld einer Operation kein Nikotin, Alkohol oder Schlafmittel zu sich nehmen sowie blutverdünnende Medikamente.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?

Dr. T. Weigl
Ob und wie viel Ihre Krankenkasse von den Kosten, die solch ein Eingriff verursacht, übernimmt, hängt hauptsächlich davon ab, ob es sich um einen medizinisch relevanten Eingriff handelt. Wollen Sie eine Brustkorrektur aus ästhetischen Gründen, müssen Sie die Kosten alleine tragen.

 

Eine Brust-Operation? Zunächst ist Friederike skeptisch. Eigentlich war sie immer gegen sogenannte Schönheitsoperationen. Doch nach mehreren Gesprächen mit Ärzten und auch mit Leonies Arbeitskollegin entscheidet sich Friederike schließlich für eine Mammareduktion. Zumindest finanziell erhält sie von ihrer Krankenkasse Unterstützung, da es sich bei ihr um einen medizinischen Eingriff handelt.

 

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Autoren: Dr. Tobias Weigl

Lektorat: Andrea Lorenz

Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt.

Quellen

    • Alperen S. Bingöl (2014): BASICS Plastische und ästhetische Chirurgie. Elsevier-Verlag, München.
    • Deutsches Ärzteblatt: Zahl der Schönheitsoperationen weiter gestiegen. Artikel vom 27. April 2018.
    • Hisham Fansa; Christoph Heitmann (Hgg.) (2018): Brustchirurgie. Springer-Verlag, Berlin
    • Manfred Kaufmann et al. (2008): Atlas der Brustchirurgie. Springer-Verlag, Berlin.
    [Gesamt:4    Durchschnitt: 5/5]

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