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Bluterguss/Hämatom: Was tun bei blauen Flecken?

Blaue Flecken, Pferdekuss, blaues Auge: Es gibt viele Bezeichnungen für Hämatome. Die meisten von uns kennen diese als subkutane Hämatome, direkt unter der Haut liegend.
— Dr. Tobias Weigl


Von Medizinern geprüft und nach besten wissenschaftlichen Standards verfasst

Dieser Text wurde gemäß medizinischer Fachliteratur, aktuellen Leitlinien und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

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Einmal nicht aufgepasst und schon ist es passiert: Ein Bluterguss kann Sie schnell erwischen. Dieser wird in der Medizin als Hämatom bezeichnet. Hämatome sind die Folgen von verletztem Gewebe. An diesen Stellen tritt Blut aus dem Blutgefäß in das umliegende Gewebe. Blutergüsse finden sich aber auch in Hohlräumen wie in Gelenken. Gefährlich sind vor allem Gewebeverletzungen und Blutungen im Körper, beispielsweise in der Brust. Zu den Ursachen gehören Unfälle, speziell Gewalteinwirkungen von außen (sog. ‚Traumata‘). Blutergüsse können aber auch Folgen einer Operation oder einer Gerinnungsstörung sein.
Konventionelle Blutergüsse, die in der Unterhaut liegen, können Sie selbst mit Kältewickel und Ruhestellung behandeln.
Es ist ein frostiger Morgen im Dezember. Henriette macht sich auf, um ihre Samstagseinkäufe auf dem Markt zu erledigen. Auf den noch menschenleeren Straßen merkt sie schnell, dass es nicht nur kalt, sondern auch glatt ist. Obwohl sie vorsichtig ist, passiert es kurz vor dem Marktplatz: Henriette rutscht aus und landet auf Händen und Knien! Das tut weh! Mit einem Stöhnen setzt sie sich auf. Den herannahenden Passanten versichert sie allerdings schnell, dass sie nicht verletzt sei.
Zwei Tage später ist Henriette gemeinsam mit ihren Freundinnen beim „Seniorenschwimmen“. So nennen sie scherzhaft ihre regelmäßigen Treffen zum Schwimmen und natürlich auch Quatschen. Am Becken fällt Henriettes Freundin Lotte der riesige blaue Fleck unterhalb des Knies auf. „Henriette, was hast du denn gemacht?“ Diese seufzt: „Ich bin vorgestern gestürzt. Jetzt habe ich diesen blauen Fleck. Und weh tut der auch noch!“

Die Grundlage: Was ist Blut?

Blut ist an verschiedenen Prozessen beteiligt, unter anderem an der Versorgung der Organe mit Nährstoffen. Der Blutkreislauf hängt auch unmittelbar mit dem lymphatischen System und dem Immunsystem zusammen. Der Blutkreislauf lässt sich in drei weitere einteilen; ein jeder ist für einen bestimmten Bereich des Körpers zuständig.

  • Großer oder Körperkreislauf: Das Blut fließt über die linke Herzkammer über die Herzschlagader (sog. ‚Aorta‘) in den Großteil des Körpers und zurück in das Herz.
  • Kleiner oder Lungenkreislauf: Dieser Blutkreislauf beginnt in der rechten Herzkammer und versorgt die Lungen.
  • Pfortaderkreislauf: Der letzte der drei Blutkreisläufe versorgt die Organe, die für die Verdauung zuständig sind.

Transportiert wird das Blut in diesen Systemen über die Blutgefäße. Ärzte unterscheiden hierbei Venen und Arterien. Letztere führen vom Herzen weg und habe dicke, elastische Wände. Das Blut, das sie transportieren, ist sauerstoffreich und hellrot. Venen führen zum Herzen hin und transportieren das dunkelrote, sauerstoffarme Blut.

Gut zu wissen!
Unser Körper kann unser Blut schnell durch den Körper pumpen. In der Aorta ist die Fließgeschwindigkeit am größten: Zwischen 4 und 5 Metern pro Sekunde legt Blut zurück. An jeder Abzweigung wird die Fließgeschwindigkeit allerdings kleiner.

Woraus besteht Blut?

Das für uns rot erscheinende Blut besteht zu 55 Prozent aus Blutplasma und zu 44 Prozent aus Blutzellen und Blutkörperchen. Es gibt drei Gruppen von Blutzellen:

  • Rote Blutkörperchen (sog. ‚Erythrozyten‘): Rote Blutkörperchen enthalten sauerstoffbindenden Blutfarbstoff, das Hämoglobin. Es dient zudem dem Gasaustausch im Körper.
  • Weiße Blutkörperchen (sog. ‚Leukozyten‘): Leukozyten sind Schutzkörper, die unseren Organismus vor Krankheitserregern oder externen Stoffen schützen. Zu den Leukozyten werden auch Granulozyten, Monozyten und Lymphozyten gerechnet.
  • Blutplättchen (sog. Thrombozyten‘): Blutplättchen sind essentiell für die Blutgerinnung. Wenn ein Gefäß verletzt wird, dichten Blutplättchen die kaputte Stelle wieder ab.

Unser Körper bildet die genannten Blutzellen im Knochenmark.
Unser Blutplasma dagegen enthält vor allem Nährstoffe, Stoffwechselprodukte, Hormone und weitere Stoffe sowie sog. Plasmaproteine, die für die Blutgerinnung wichtig sind.

Mehr Informationen in diesem Video

Welche Aufgabe übernimmt Blut in unserem Körper? Wie funktioniert das mit den verschiedenen Blutgefäßen? Eine umfassende Antwort liefert Dr. Tobias Weigl im folgenden Video!

Was ist ein Bluterguss?

Die Beschreibung der Haut- und Gewebeveränderung, die Henriette aus unserem Beispiel wählt, passt zu einem Bluterguss. Ein Bluterguss, auch Hämatom, ist eine Einblutung in die Haut oder präziser: in die Subkutis. Auch die Muskulatur oder Hohlräume wie Gelenke können Orte eines Blutergusses sein.

Gut zu wissen!
Die Subkutis ist eine von drei Schichten, aus denen unsere Haut besteht. Die Subkutis ist die unterste der drei Schichten. Sie kann bis zu drei Zentimeter dick sein und besteht größtenteils aus Fettgewebe. Das Bindegewebe teilt das Fett in einzelne Abschnitte, die Fettläppchen, wo sich Nervenfasern und Blutgefäße befinden. Auch Haarwurzeln mitsamt Talg- und Schweißdrüsen sind dort verankert. Die Dicke und Beschaffenheit der Subkutis hängen von mehreren Faktoren wie Alter, Geschlecht und Fitness ab.

Die Färbung des Blutergusses verändert sich und gibt Hinweise darauf, wie alt die Gewebeverletzung ist.

  • Direkt nach der Verletzung: rot. Ursache hierfür ist das austretende Hämoglobin.
  • 24 bis 96 Stunden danach: Die Einblutung kann eine Farbe zwischen dunkelrot, violett, blau und schwarz annehmen. Ursache für dieses Spektrum ist das geronnene Blut in Kombination mit Sauerstoffmangel in dem Gewebestück, dem Flüssigkeitsverlust und dem begonnenen Abbau des ausgetretenen Hämoglobins.
  • Vier bis sieben Tage danach: dunkelgrün. Hämoglobin, das durch Gallenfarbstoffe abgebaut wird, wird in Biliverdin umgewandelt (sog. ‚Hämoxygenase‘). Dabei handelt es sich um ein Zwischenprodukt, das eine grüne Färbung besitzt.
  • Ab dem 7. Tag: Die Einfärbung wird gelblich-braun und verschwindet dann langsam vollständig. Auch hier sind chemische Prozesse ursächlich: Das Biliverdin wird in Bilirubin umgebaut. Das Abfallprodukt hat ebenjene gelblich-braune Färbung.
Gut zu wissen!
Hämatome gehören zur Oberkategorie der Einblutungen (sog. ‚Hämorrhagien‘). Neben den Blutergüssen gibt es weitere Hauteinblutungen, die sich in der Lokalisation und Größe unterscheiden.

  • Petechien: punktförmig angelegt
  • Sugillationen: flächig angelegt, maximale Ausdehnung von 3 Zentimetern
  • Ekchymosen: großflächig, ausgedehnt

 

Was sind die möglichen Ursachen für einen Bluterguss?

Ein Hämatom kann in verschiedenen Situationen auftreten. Einer Einblutung geht zunächst die Schädigung des Blutgefäßes voraus. Diese erfolgt durch Zerreißen oder durch den Durchtritt. Die Schädigung der Blutgefäße tritt aufgrund folgender Erkrankungen oder Eingriffe auf:

  • Unfälle, äußere Gewalteinwirkungen (sog. ‚Traumata‘)
  • Operationsfolge
  • Gefäßarrosion: Dahinter verbirgt sich die Zerstörung von Gewebe, in diesem Fall von Blutgefäßen. Ursachen dafür können bösartige Tumoren und Entzündungen sein.
  • Hämorrhagische Diathese: Eine hämorrhagische Diathese ist eine Blutungsstörung. Menschen, die darunter leiden, neigen eher zu Blutungen. Wenn Sie sich beispielsweise schneiden, bluten Sie länger oder stärker als üblich. Dies kann unterschiedliche Ursachen haben. Eine fehlende Wirkung der Thrombozyten oder eine Gerinnungsstörung können mögliche Gründe sein.
Gut zu wissen!
Eine der bekanntesten Gerinnungsstörungen ist die Hämophilie, auch bekannt als Bluterkrankheit oder „Krankheit der Könige“. Diese wird vererbt – und zwar nur an Männer. In Deutschland leben etwa 10.000 Betroffene. Bei ihnen wird nicht genug Eiweiß hergestellt, das für die Gerinnung gebraucht wird. Deswegen verheilen Wunden schlecht, Blutungen treten auch ohne äußeres Einwirken auf oder Wunden brechen immer wieder auf. Schwierig – und auch lebensgefährlich – wird es beispielsweise bei Gelenk-, Muskel- oder Gehirnblutungen.
Die Bezeichnung „Krankheit der Könige“ rührt daher, dass vor allem in den letzten 200 Jahren viele Männer aus europäischen Herrschaftsfamilien als Bluter bekannt wurden. Ausgehend von der englischen Königin Victoria verbreitete sich die Erbkrankheit in der gesamten Herrschaftsfamilie bis nach Russland. Ein bekannter Patient der Romanow-Familie war zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Zarewitsch, also der Nachfolger des Zaren, Alexej Romanow.

Arten von Blutergüssen

Blutergüsse werden unterschiedenen nach Ursache und Lokalisation der Schädigung.

  • Organisiertes/postoperatives Hämatom: Es handelt sich dabei um eine Komplikation, die im Rahmen eines chirurgischen Eingriffs auftreten kann.
  • Subkutanes Hämatom: Darunter fallen alle Einblutungen, die sich in der Subkutis ereignen. Es kann zu Begleitsymptomen wie beispielsweise Blutarmut, Schmerzen oder der Lähmung der betroffenen Körperregion (sog. ‚Paralyse‘) kommen.
  • Periorbitales Hämaton: Ein periorbitales Hämaton ist auch unter der Bezeichnung Monokelhämatom oder ‚Blaues Auge‘ bekannt. Der Name bezieht sich auf den Bereich des Auges. Ursachen dafür können ein Schädel-Hirn-Trauma oder ein Schädelbruch sein. Ein Schädel-Hirn-Trauma (kurz: SHT) bezeichnet die Verletzung unseres Schädels. Ebenfalls betroffen ist bei einem SHT das Gehirn. Zumeist sind Unfälle und äußere Gewalteinwirkungen Grund für ein SHT.
  • Arterielles Hämatom: Diese Variante zeichnet sich durch ein Pulsieren aus, das synchron mit dem Herzschlag ist. Dieses Pulsieren können Sie bzw. Ihr behandelnder Arzt ertasten.

Wer ist davon betroffen?

Von einem Bluterguss kann grundsätzlich erstmal jeder betroffen sein. Gerade Sportler erleiden öfter Prellungen o. Ä., die einen Bluterguss zur Folge haben. Daneben gibt es Menschen, die eher zu Hämatomen neigen. Sie gehören dazu, wenn Sie beispielsweise eine Gerinnungsstörung haben. Auch bestimmte Wirkstoffe in Medikamenten führen dazu, dass sich schneller Blutergüsse bilden. Diese Wirkstoffe sind Acetylsalicylsäure (enthalten in Aspirin) und Curaminderivate.

Haben Sie schon einmal einen Bluterguss gehabt? Welche dieser Symptome traten bei Ihnen auf? (Mehrfachnennungen möglich) Damit helfen Sie anderen Lesern, ihre Symptome besser einzuschätzen.

Was tut mein Arzt? Teil 1: Die Diagnose

Ihr behandelnder Arzt wird zunächst im Gespräch, dem sogenannten Anamnesegespräch, mehr über Ihren Bluterguss, die damit einhergehenden Symptome und mögliche Ursachen erfahren wollen. Wann haben Sie sich gestoßen? Bei subkutanen Blutergüssen wirft Ihr behandelnder Arzt selbst einen Blick darauf.
Steht der Verdacht einer Blutansammlung im Körper – in Muskeln oder auch Körperhöhlen – im Raum, nutzt Ihr Arzt bildgebende Verfahren. Mithilfe einer Röntgen- oder Ultraschalluntersuchung kann Ihr Arzt herausfinden, wo sich das Hämatom befindet und welche Größe es hat.

Exkurs: Bildgebende Verfahren
Hinter dem Stichwort bildgebende Verfahren verbergen sich alle Methoden, die uns den Blick in den Körper ermöglichen. Es gibt verschiedene Arten, die sich für unterschiedliche Diagnostiken eignen. Weitere Unterschiede liegen in der Erzeugung der Bilder. Einige Verfahren basieren auf energiereicher Strahlung, andere auf erzeugten Magnetfeldern. Gerade Verfahren, die auf radiologischer Strahlung basieren, sind potenziell gesundheitsschädlich, weswegen diese bei Risikopatientengruppen wie Kindern oder Schwangeren grundsätzlich nicht eingesetzt werden.
VerfahrensartWie funktioniert das?Wofür geeignet?
RöntgenAuf Basis ionisierender, also energiereicher StrahlungKnochenaufnahmen, Gewebestrukturen wie Organe
MyelografieAuf Basis ionisierender Strahlung, Indikation eines Kontrastmittels zur besseren Darstellung des RaumsKnochenaufnahmen, Gewebestrukturen wie Organe
Computertomografie (CT)Entstehung von Schnittbildern in einer rotierenden RöntgenröhreNotfalluntersuchung, da schnell durchführbar;
Darstellung von Gewebestrukturen wie Muskeln
Magnetresonanztomografie (MRT), KernspintomografieAuf Basis von MagnetfeldernDarstellung von Knochen und weichen Gewebestrukturen wie Bandscheiben, Muskeln und Knorpel

Mehr Informationen zum Thema finden Sie auch in folgendem Artikel auf unserer Seite:

Was ein Radiologe konkret macht, erklärt Ihnen Dr. Tobias Weigl im Gespräch mit Dr. Karl-Heinz Schlotlaut in folgendem Video.

Treten bei Ihnen immer wieder Blutergüsse auf, ohne dass es einen offensichtlichen Grund gibt, erfolgt eine Blutuntersuchung. Denkbar ist, dass eine Gerinnungsstörung dahintersteckt. Anhand Ihrer Blutwerte kann Ihr Arzt den Gerinnungsstatus ermitteln. Einen Anhaltspunkt liefert dann die Thrombozytenzahl. Daneben gibt es aber noch weitere Parameter, die sich aus dem Blutbild ergeben.

Was tut der Arzt? Teil 2: Die Behandlung

Inwiefern ein Bluterguss behandelt werden soll und kann, hängt von der Art des Hämatoms ab. Bei einem einfachen, posttraumatischen Hämatom – wenn Sie sich beispielsweise den Ellenbogen an der Tischkante gestoßen haben – rät Ihr Arzt Ihnen zu einer konservativen Behandlung. Sie können die betroffene Stelle mit einer Heparin-Salbe behandeln und zusätzlich gekühlte Umschläge auflegen.
Wenn Sie neben dem Hämatom Symptome wie Durchblutungsstörungen oder Nervenausfälle, beispielsweise in Form einer Paralyse, haben, ergreift Ihr behandelnder Arzt weitere Maßnahmen. So ist in diesen Fällen eine Hämatomentlastung sinnvoll: Ihr Körper kann das Blut nicht selbst abbauen, weswegen es zu weiteren Schwellungen und Schmerzen kommt. Im Rahmen einer Hämatomentlastung wird das Blut operativ entfernt. Zusätzlich muss innerhalb der Verletzung die Blutung gestillt werden.
Postoperative Hämatome werden ebenfalls sorgfältig behandelt, um weitere Komplikationen zu vermeiden. Dafür sind Beobachtung und Kontrolle der Blutgerinnung und des Hämoglobins wichtig. Um einem postoperativen Hämatom vorzubeugen, ist die Keimfreiheit im Rahmen einer Operation (sog. ‚Asepsis‘) sehr wichtig!

Fakten-Box
BlutergussSchädigung von Gewebe, die eine Blutansammlung außerhalb von Gefäßen zur Folge hat
Ursachen sind unterschiedlich, zumeist traumatisch bzw. postoperativ

Symptome (Auswahl)

Häufige Patientenfragen

Was kann ich tun, damit der Bluterguss schneller verschwindet?

Dr. T. Weigl
Sie können Ihr Hämatom auch versorgen. Dabei folgen Sie der sogenannten PECH-Regel: Pause – Eis – Kompression – Hochlagern. Kühlen kann den Blutaustritt und somit die Schwellung eindämmen. Legen Sie Ihr Kühlpack nicht direkt auf die Haut, sondern platzieren Sie ein dünnes Tuch dazwischen. Damit vermeiden Sie eine Verkühlung und weitere Schäden.

Fallen Blutergüsse bei jedem gleich stark aus?

Dr. T. Weigl
Nein! Wie tief ein Hämatom ist oder wie schnell Sie es bekommen, hängt von mehreren Faktoren ab. So unterscheiden sich bei uns nicht nur die Gewebestruktur, sondern auch die Eigenschaften unseres Blutes. Auch das Alter ist ein wichtiger Punkt. Je älter Sie sind, desto eher neigen Sie nämlich zu Blutergüssen. Der Grund ist, dass sich das Fettgewebe, das sich in unserer Haut befindet, reduziert. Dies funktioniert normalerweise als eine Art Stoßdämpfer. Ohne dieses Fett kommt es bei einem Aufprall schneller zu Gewebeschädigungen. Zusätzlich nimmt aber auch Ihre Gefäßbrüchigkeit zu!

Lösen bestimmte Medikamente Blutergüsse aus?

Dr. T. Weigl
Das kann man nicht pauschal so sagen. Richtig ist, dass einige Medikamente Hämatome begünstigen, weil sie die Blutgerinnung hemmen. Dazu gehören Präparate, die auf Wirkstoffen wie Acetylsalicylsäure (in Aspirin enthalten) oder Curaminderivate basieren. Cortison baut unter anderem die Haustruktur ab.

Warum tut ein Pferdekuss besonders weh?

Dr. T. Weigl
Ein Pferdekuss ist die umgangssprachliche Bezeichnung für ein Hämatom am Oberschenkel oder der Wade. Es handelt sich hierbei um besonders große Muskelpartien. Das Gewebe ist entsprechend besonders straff. Dies ist im Falle eines Traumas, beispielsweise wenn Sie mit dem Oberschenkel an die Tischkante kommen, problematisch. Das Blut kann sich in straffen Strukturen nur schwer ausbreiten und ist damit auf einen kleinen Bereich mit vielen Schmerzrezeptoren beschränkt. Deswegen empfinden Sie einen Pferdekuss als besonders schmerzhaft.

Lotte hat Henriette noch ein paar Tipps gegeben, wie sie ihren Bluterguss behandeln kann. Zum Glück ist dieser nach zwei Wochen komplett verschwunden. Für den weiteren Winter nimmt sich Henriette vor, besonders vorsichtig unterwegs zu sein, um weitere schmerzhafte Zwischenfälle zu vermeiden!

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Haben auch Sie Erfahrungen mit Blutergüssen? Haben Sie Fragen zum Thema? Nutzen Sie unsere Kommentarfunktion unten für den Austausch untereinander und mit uns!

Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt.

Autoren: Dr. Tobias Weigl, Andrea Lorenz
Lektorat: Tobias Möller
Veröffentlicht: 08.01.2019

Quellen

  • Hermann Sebastian Füeßl (2004): Innere Medizin in Frage und Antwort, 8. unveränderte Auflage. Georg Thieme Verlag, Stuttgart.
  • Andreas Hirner und Kuno Weise (2004): Chirurgie. Schnitt für Schnitt. Georg Thieme Verlag, Stuttgart.
  • Axel Karenberg (2007): Fachsprache Medizin im Schnellkurs. Für Studium und Berufspraxis, 2. erweiterte und illustrierte Auflage. Schattauer-Verlag, Stuttgart.
  • Karin Kurnik und Mario von Depka Prondzinski (2008): Hämophilie. Ein Leitfaden für Patienten. Trias-Verlag, Stuttgart.
  • Eva Neumann (2013): So verschwinden Blutergüsse am schnellsten. In: Spiegel Online.
  • Jörg Zittlau (2009): Jetzt helfe ich mir selbst. Die besten Hausmittel für alle Fälle. Südwest-Verlag, München.
[Gesamt:11    Durchschnitt: 5/5]
1 Kommentar
  • Häufige Verletzungen bei Fahrradunfällen – personenschaden360.de
    21.04.2019 12:42

    […] aufkommt, kann mitunter heftig sein. Falls Gefäße im Gelenk mitverletzt wurden, kommt es zu einem Bluterguss: Die angesammelte Flüssigkeit dehnt die Gelenkkapsel von innen heraus. Äußerlich sichtbar wird […]

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