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Ballaststoffe als natürlicher Blutdrucksenker

Wertvolle Ballaststoffe kommen vor allem in Obst, Gemüse und Vollkornprodukten vor und unterstützen nicht nur die Verdauung, sondern schützen auch vor den schweren gesundheitlichen Folgen eines zu hohen Blutdrucks. Die ernsten Konsequenzen von Hypertonie werden bereits seit langem beobachtet und Ernährungsexperten empfehlen stets einen Speiseplan mit vielen Ballaststoffen. Doch warum überhaupt? Deutsche Wissenschaftler fanden nun endlich heraus, warum genau sich diese Stoffe so positiv auf den Blutdruck auswirken.

Schützende Propionsäure

Das deutsche Forschungsteam konnte beobachten, dass während der Verdauung von Ballaststoffen die kurzkettige Fettsäure Propionsäure entsteht. Diese hat auf den Körper eine ähnlich positive Wirkung wie Medikamente gegen Bluthochdruck.

Die Wissenschaftler des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin und der Charité Universitätsmedizin Berlin haben gemeinsam entdeckt, wieso Ballaststoffe eine Schutzwirkung vor Herzkrankheiten bieten: Die entstehende Propionsäure wirkt direkt auf das Immunsystem ein und bekämpft Entzündungen, die Herzkrankheiten begünstigen. Die Untersuchungsergebnisse wurden in der Fachzeitung „Circulation“ veröffentlicht.

Wirkungsweise

Laut den Forschern beruhigt die Propionsäure die Immunzellen, die den Blutdruck in die Höhe treiben und für entzündliche Prozesse sorgen. Das kleine Molekül nimmt also indirekt Einfluss auf das gesamte Immunsystem und schützt so Herz und Gefäße. Speziell die T-Helferzellen, die eine Mitschuld an der Entstehung von Bluthochdruck tragen, da sie Entzündungen verschlimmern, werden besänftigt. Dies hat einen direkten vorteilhaften Effekt auf die Leistungsfähigkeit des Herzens. Auf diese Weise schützt Propionsäure vor den Konsequenzen von Hypertonie wie beispielsweise Atherosklerose, Gewebeveränderungen und Herzrhythmusstörungen.

Studiendetails

Die Untersuchung wurde mit Mäusen durchgeführt. Mithilfe von elektrischen Reizen verursachte das Team bei den Tieren Herzrhythmusstörungen. Bei den Nagern, die vorher Propionsäure bekommen hatten, gelang die Auslösung jedoch nur jedes fünfte Mal. Die Säure steigerte die Überlebensrate der herzkranken Mäuse also signifikant. Anhand von Gewebeproben, Ultraschall und Zellanalysen konnten die Wissenschaftler schließlich beweisen, dass die Moleküle blutdruckbedingte Einbußen am Herz-Kreislauf-System reduzieren.

Bald als Medikament zu haben?

Das Fazit der Studie ist also, dass Propionsäure hilfreich im Kampf gegen eine ganze Reihe von bluthochdruckbedingten Schäden des Herz-Kreislaufsystems ist. Die Forschergruppe zog den Schluss, dass die Säure tatsächlich als individuelles Medikament zur Therapie von Hypertonie eingesetzt werden könnte. Dies soll vor allem für Patienten eine Lösung sein, die einen Mangel an Propionsäure aufweisen.

Die Wissenschaftler sehen nach den Studienergebnissen durchaus starkes Potenzial in der kurzkettigen Fettsäure und gehen davon aus, dass eine direkte Verabreichung als Medikament sinnvoll ist. Zuvor ist es jedoch nötig einige Tests im Klinikalltag durchzuführen. Da Propionsäure aber schon für den Verzehr zugelassen ist, steht dem nichts im Wege. Normalerweise ist also bereits in kürzester Zeit mit dem Sprung von Labor zum Patienten zu rechnen.

Quellen

  • Ahajournals: The Short-Chain Fatty Acid Propionate Protects from Hypertensive Cardiovascular Damage
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