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Ohrenkorrektur (Syn. Otopexie) – Methoden, Risiken & Kosten

„Wussten Sie schon? Ohrenkorrekturen wurden schon vor mehr als 3.000 Jahren vorgenommen!“
— Dr. Tobias Weigl


Von Medizinern geprüft und nach besten wissenschaftlichen Standards verfasst

Dieser Text wurde gemäß medizinischer Fachliteratur, aktuellen Leitlinien und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

Quellen ansehen

Das konnten Archäologen nachweisen, nachdem sie an Mumien Hinweise auf Ohrenoperationen entdeckten. Heute wie damals ist unser Körper so individuell wie unsere Persönlichkeit. Wenn aber beispielsweise ein Gesichtsmerkmal wie die Nase oder die Ohren extrem vom der Norm abweichen und das harmonische Gesamtbild stören, werden sie als störend empfunden. Abstehende Ohren zählen zu den Makeln, die in Hänseleien und Ausgrenzungen resultieren.

Mit der chirurgischen Ohrenkorrektur (sog. Otopexie) lässt sich dieser Makel in den Griff bekommen. Segelohren, zu große oder missgebildete Ohren beeinflussen das Selbstwertgefühl von Kindern und Erwachsenen gleichermaßen – die ästhetische Operation kann Abhilfe schaffen.

Anders als die meisten Schönheits- bzw. ästhetischen Operationen kann eine Ohrenkorrektur schon in vergleichsweise jungem Alter durchgeführt werden. Die Ohren sind bereits mit vier bis fünf Jahren vollständig ausgewachsen. Abstehende Ohren können deshalb bereits im Alter zwischen vier und 14 Jahren chirurgisch korrigiert werden, die Operation ist aber natürlich auch noch im Erwachsenenalter möglich. Bevor man sich für eine Ohrenkorrektur entscheidet, sollte man sich jedoch ausführliche Gedanken über Effekt und Nutzen der Behandlung machen. Wie jede Operation stellt der chirurgische Eingriff einen Einschnitt in das menschliche Immunsystem dar und kann neben allgemeinen Operationsrisiken auch behandlungsspezifische Nebenwirkungen nach sich ziehen.

„Mama, wo ist meine Mütze?“ „Die ist in der Wäsche!“, ruft Lydia quer durch das Haus. Kaum drei Minuten später steht ein schwer atmender Lukas ihr gegenüber. Der 8-Jährige scheint der Verzweiflung nahe zu sein. „Mama, das geht nicht! Ich brauche die Mütze!“, insistiert er. Flehentlich blickt er sie an. Lydia schaut stirnrunzelnd aus dem Fenster. Die Sonne scheint und es scheint ein milder Wind zu wehen. „Wozu brauchst du die denn heute, mein Schatz?“ Sie merkt sofort, dass etwas nicht stimmt, als ihr Sohn die Augen niederschlägt und zunächst nicht antwortet. Dann deutet er auf seine Ohren. „Die anderen ärgern mich, weil ich Segelohren habe.“ Und dann erfährt Lydia nach einem weiteren Moment die ganze Geschichte: Seit den Sommerferien ziehen seine Mitschüler ihn damit auf. Lydia ist entsetzt. Am Abend ruft sie bei ihrer älteren Schwester an und schildert das Geschehene. Diese gibt ihr den Rat, sich wegen einer Ohrenanlegung zu erkundigen: „Das habe ich doch bei meiner Tochter auch machen lassen vor einigen Jahren.“

 

Allgemeine Informationen: Ohrenkorrektur

Schönheit folgt ästhetischen Prinzipien, die eng mit den Gesetzen der Symmetrie verknüpft sind. Insbesondere das Gesicht, das unser Aussehen höchst individuell definiert, erfüllt gewisse symmetrische Voraussetzungen, um objektiv als harmonisch und folglich schön bezeichnet werden zu können. Segelohren, also eine Ohrenform, die weiter als üblich vom Schädel absteht, gelten als Makel. Insbesondere Kinder mit Segelohren leiden schon in der Schule unter Hänseleien, die das Selbstwertgefühl verringern und in der Folge unter bestimmten Voraussetzungen sogar zu psychischen Erkrankungen wie Depressionen führen können.

Viele Kinder, aber auch Erwachsene, die sich mit ihren abstehenden Ohren nicht abfinden können, wünschen sich deshalb, ihre Ohren anlegen zu lassen. Die Operation selbst dauert in der Regel nicht länger als ein bis zwei Stunden und wird ambulant durchgeführt, nur selten schließt sich ein Klinikaufenthalt an den Eingriff an. Nur in Ausnahmefällen kommt eine Vollnarkose zum Einsatz: Zumeist wird das Operationsfeld mit einem Lokalanästhetikum betäubt oder der Patient in einen Dämmerschlaf versetzt. Weil es sich um einen relativ kleinen chirurgischen Eingriff handelt, können die Patienten im Anschluss an die Operation wieder nach Hause, wo ihnen zunächst jedoch Ruhe verordnet wird.

Abstehende Ohren kommen deshalb zustande, weil der elastische Knorpel, der die Ohrmuschel und ihre Ausrichtung im Verhältnis zum Schädel formt, während der Wachstumsphase eine Fehlbildung entwickelt. Er ist sozusagen falsch gefaltet, sodass das Ohr nicht die übliche Form nahe an der Kopfhaut annimmt, sondern seitlich absteht. Um das Ohr enger an den Schädel anzulegen, muss der Knorpel in der Regel neu geformt werden. Die Chirurgie kennt verschiedene, mehr oder weniger invasive Methoden, den Ohrknorpel zu verändern und das Ohr näher an den Schädel heranzubringen, die wir Ihnen nachfolgend vorstellen.

Gut zu wissen!
Ab wann tatsächlich Segelohren vorhanden sind, kann eine Messung zuverlässig beantworten. So existieren verschiedene Parameter, die eine eindeutige Zuordnung ermöglich. Wenn der Abstand zwischen der Knochenregion hinter dem Ohr und der Ohrkante zwischen 20 und 25 Milimeter beträgt oder der Winkel zwischen Ohrmuschel und Schädelknochen 35 und 45 Grad beträgt, haben wir es mit Segelohren zu tun. Viel wichtiger ist jedoch immer das subjektive Empfinden der Person, da sich beispielsweise Hänseleien auf Grundlage des Ohrenabstandes höchst negativ auf die Persönlichkeit auswirken können!

Methoden und Risiken

Bei der Ohrenkorrektur unterscheidet man grundsätzlich zwischen drei verschiedenen Methoden. Die sogenannten Naht-, Schnittnaht- und Ritztechniken bilden die Grundlage der Operationstechniken, die wir Ihnen nachfolgend genauer vorstellen.

Alle diese Verfahren haben eins gemein: Entweder an der Vorder- oder Rückseite des Ohrs wird ein Schnitt gesetzt, der als Zugang zum Operationsfeld dient und am Rand der Ohrmuschel verläuft. Auf diese Weise kann der Chirurg den Knorpel der Ohrmuschel freilegen, der in mehreren Arbeitsschritten mit Schnitten und Nähten verändert und neu modelliert wird. Beim Anlegen des Ohres wird schließlich überschüssige Haut entfernt und die Wunde wieder vernäht.
Eine Ohrenkorrektur kann über das Anlegen abstehender Ohren hinaus aber auch aufgrund anderer Ursachen vorgenommen werden: Fehlt der Längswulst am Ohrknorpel (sog. ‚Anthelix‘), so kann dieser aus an anderer Stelle entferntem Knorpel neu geformt und ergänzt werden. Handelt es sich bei der Operation um die Reduktion von Ohrenknorpel am Gehörgang, so wird dieser abgetragen und die Haut darüber wieder vernäht. Darüber hinaus besteht außerdem die Möglichkeit, das Ohr im Rahmen der Operation zu verkleinern. Schnitte und Nähte an der Oberseite der Ohrmuschel bzw. am Ohrläppchen verringern die Gesamtgröße des Ohres.

Man unterscheidet folgende Operationsverfahren:

  • Ohren anlegen mit der Fadenmethode: Hierbei handelt es sich um eine klassische Operationsmethode, die seit mehr als 20 Jahren Anwendung findet. Weil sie nur minimal-invasiv ist und auf Schnitte in die Haut bzw. den Knorpel verzichtet, wird sie besonders häufig bei Kindern angewandt. Selbstauflösende Fäden werden unter die Haut gezogen und es entstehen nur minimale bis keine Narben. Dank der weitgehend schnittfreien Technik muss im Anschluss an die Operation nicht einmal ein Kopfverband getragen werden.
  • Anthelix-Plastik-Methode: Anstatt den Ohrknorpel komplett neu zu modellieren, wendet diese verhältnismäßig neue Operationstechnik ein Verfahren zur Wölbung des Ohrs an. Ein Schnitt in der unteren Vertiefung der Ohrmuschel bildet die Grundlage des Operationsverfahrens. Mithilfe einer Diamantfeile, die unter die Haut geschoben wird, feilt der Chirurg an der vorderen Seite des elastischen Knorpels – dieser biegt sich schließlich eigenständig nach vorne und verändert die Ausrichtung des Ohrs. Ein Klebeband fixiert die neue Form für ca. eine Woche, um nachträgliche Veränderungen zu vermeiden.
  • Nahttechnik (nach Mustardé): Der Schnitt erfolgt bei diesem Verfahren auf der Rückseite der Ohrmuschel und legt den Knorpel frei. Mithilfe eines speziellen Fadenzugs bringt der Chirurg die Ohrmuschel in eine neue, dem Schädel näher liegende Position. Abschließend wird die Wunde hinter dem Ohr wieder vernäht.
  • Kombinierte Schnitt-/Nahttechnik (nach Converse): Kleine, gezielt eingesetzte Schnitte schwächen die Struktur des Knorpels, so dass dieser mithilfe von Fäden und Nähten in eine neue Form gebracht werden kann.
  • Ritztechnik (nach Stenström): Anstelle tiefer Schnitte und Nähte werden bei diesem Operationsverfahren nur oberflächliche Schnitte auf dem Knorpel angebracht. Flache Ritzschnitte auf der Vorderseite des elastischen Knorpels verändern die Struktur und in der Folge die Form des Ohres.

Wie jede Form des medizinischen Eingriffs in den menschlichen Körper durch einen Chirurgen kann es auch bei einer Ohrenkorrektur zu bestimmten Nebenwirkungen kommen. Zu den gängigen Risiken, die eine Otopexie begleiten, zählen neben dem grundsätzlichen Risiko von Schwellungen, Wundheilungsstörungen oder Nachblutungen z.B. ein Taubheitsgefühl oder Berührungsempfindlichkeit im Anschluss an die Operation, die jedoch nach einiger Zeit in der Regel wieder abklingen.

Spezifische Risiken einer Ohrenkorrektur umfassen darüber hinaus Durchblutungsstörungen sowie Blutergüsse, die sowohl auf der Operation an sich als auch auf einem zu fest angelegten Kopfverband basieren können. Starke Schmerzen in den ersten Tagen nach dem Eingriff müssen deshalb nicht zwingend eine Folgebehandlung erfordern, in vielen Fällen genügt es, den Kopfverband neu anzulegen. Die Narben, die im Zuge der Operation durch das Vernähen der Schnitte entstehen, schrumpfen im Laufe der Zeit und werden kleiner. In Einzelfällen kann es dabei passieren, dass die Bewegungsfähigkeit des Ohres eingeschränkt wird oder sogar Narbenwucherungen auftreten, die häufig eine Folgeoperation erfordern.

Um die neue modellierte Form des Ohres zu stützen und zu verhindern, dass sich im Anschluss an die Operation die Form erneut verändert, wird nach den meisten Operationsverfahren ein Klebeverband sowie ein Kopfverband angelegt. Dennoch kann es nachträglich zu Veränderungen der Ohrenform kommen, z.B. wenn das Fadenmaterial nicht vertragen wird oder die Wunde sich entzündet. Auch in diesem Fall ist in der Regel eine Folgeoperation notwendig.

Exkurs: Patientengespräch

Am Anfang einer jeden Behandlung steht das Gespräch zwischen Arzt und Ihnen, dem Patienten (sog. ‚Anamnese‘). Gerade vor einem chirurgischen Eingriff ist dieses essentiell. Wie ein Patientengespräch besonders gut wird, erklärt Dr. Tobias Weigl in diesem Video.

Vorbereitung und Nachbehandlung

Die Ohrenkorrektur ist ein vergleichsweise einfacher chirurgischer Eingriff. Spezielle Vorbereitungsmaßnahmen sind deshalb in der Regel nicht erforderlich, jedoch sollten vor der Operation für ca. 14 Tage Alkohol und Nikotin vermieden werden. Blutverdünnende Medikamente sollten ebenfalls abgesetzt werden.

Sobald Sie als Patient nach der Operation wieder zuhause sind, müssen Sie dem Körper für einige Tage Ruhe gönnen, damit dieser die Operation verarbeiten kann. Nach etwa einer Woche werden der Kopfverband, der die neu modellierte Ohrenform stützt und Nachblutungen verhindern soll, entfernt und die Fäden gezogen. Ab diesem Zeitpunkt ist Duschen wieder erlaubt. Nach ca. zwei Wochen sind die Patienten wieder vollständig gesellschaftsfähig, das endgültige Ergebnis ist allerdings erst nach rund drei Monaten ersichtlich, wenn die Wunde komplett verheilt ist.

Auch wenn die Gesellschaftsfähigkeit schnell wiederhergestellt ist, gelten für die ersten Wochen nach der Operation bestimmte Grundsätze: Auf Sport und übermäßige körperliche Anstrengung sollte für mindestens drei Wochen verzichtet werden. Nach zwei bis drei Monaten können wieder Sauna, Solarium und Infrarotkabine besucht werden, direkte Sonnenbestrahlung sollte aber ausgesetzt werden, bis die Narben vollständig verheilt sind.

Haben auch Sie Segelohren gehabt, die Sie haben anlegen lassen?

Kosten und Finanzierung

Eine chirurgische Ohrenkorrektur kostet in der Regel zwischen 4.000 und 8.500 Euro. Die Kosten setzen sich zusammen aus der Operation selbst inklusive Personal, Material und Anästhetikum, sowie einem Beratungsgespräch vor der Operation und eventuellen Vor- und Nachsorgeuntersuchungen. Die tatsächliche Höhe der Kosten richtet sich nach dem Umfang der Operation.

Weil abstehende Ohren grundsätzlich keine medizinische Notwendigkeit für eine Operation darstellen, müssen die Patienten die Kosten für das Anlegen der Ohren in der Regel selbst tragen. Nur wenn eine medizinisch begründbare Ursache vorliegt, beteiligen sich die Krankenkassen zumindest anteilig an den Kosten für die Operation. Es hängt dabei u.a. von der Argumentation des behandelnden Arztes sowie der Ausrichtung des Leistungspakets der Krankenkasse ab, ob diese Teile der Kosten übernimmt, denn insbesondere bei Kindern können nicht behandelte Segelohren durchaus einen negativen Einfluss auf die psychische Entwicklung nehmen.

Häufige Patientenfragen

Gibt es ein Mindestalter für die Otopexie?

Dr. T. Weigl
Anders als alle anderen ästhetisch-chirurgischen Eingriffe können einem jungen Patienten die Ohren angelegt werden. Bereits ab dem 4. Lebensjahr ist dies möglich. Obwohl viele bereits im Kindes- und Teenageralter angelegte Ohren bekommen, ist der Eingriff auch noch in späteren Jahren möglich.

Wie entstehen Segelohren?

Dr. T. Weigl
Die Ursache für den zu großen Abstand zwischen Ohrenkante und Schädel ist ein falsch gewachsener Knorpel innerhalb des Ohres. Während der Wachstumsphase, die um das 4. Lebensjahr herum beendet ist, kommt es zu einer falschen Faltung, weswegen das Ohr schließlich im zu großen Abstand absteht.

Muss ich eine Anlegung aus eigener Tasche zahlen?

Dr. T. Weigl
Ob die Krankenkasse zumindest teilweise die Kosten für den chirurgischen Eingriff übernimmt, hängt davon ab, ob eine medizinische Relevanz festgestellt werden kann. Dafür ist die Argumentation des behandelnden Arztes entscheidend. Eine gewichtige Rolle hierbei spielt bei Kindern und Jugendlichen die psychische Komponente!

 

Einige Wochen später. Noch verheilt die Wunde, doch es sollte nicht mehr lange dauern, bis für jeden sichtbar sein wird, dass Lukas’ Segelohren angelegt wurden. Tatsächlich haben sich Mutter und behandelnder Arzt für den Eingriff entschieden. Unterstützt wurden Lydia in finanzieller Hinsicht von ihrer Krankenkasse, die aufgrund der medizinischen Notwendigkeit die Kosten anteilig übernommen hat. „Lukas, vergiss die Mütze nicht!“ Dieser dreht sich an der Tür um und grinst sie an: „Nein Mama, die brauche ich nicht!“

 

Verwandte Themen

 

Haben auch Sie Erfahrungen mit einer Ohrenanlegung? Haben Sie Fragen zum Thema? Nutzen Sie unsere Kommentarfunktion unten für den Austausch untereinander und mit uns!

Autoren: Dr. Tobias Weigl

Lektorat: Andrea Lorenz

Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt.

Quellen

    • Nina C. Zimmermann (2012): „Segelohren“-Operationen – Vorteile und Risiken. Artikel aus „Die Welt“.
    • Hilko Weerda (2004): Chirurgie der Ohrmuschel. Georg Thieme Verlag, Stuttgart.
[Gesamt:2    Durchschnitt: 5/5]

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