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Bauchschmerzen – rechts, unten, links, Oberbauch

„Er grummelt, zieht, drückt und bläht sich gegebenenfalls auf – der Bauch bereitet uns oftmals die meisten Probleme. Bauchschmerzen sind die häufigsten Gründe für Einweisungen in das Krankenhaus.“
— Dr. Tobias Weigl


Von Medizinern geprüft und nach besten wissenschaftlichen Standards verfasst

Dieser Text wurde gemäß medizinischer Fachliteratur, aktuellen Leitlinien und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

Quellen ansehen
 

Das wichtigste Symptom, aufgrund dessen Menschen einen Arzt aufsuchen, ist Schmerz. Und 22 Prozent aller hausärztlichen Einweisungen in ein Krankenhaus liegen Bauchschmerzen zugrunde. Daher ist es wichtig, zu wissen, worin die Ursachen für Bauchschmerzen bestehen können und wie bestimmte Alarmsignale zu deuten sind. Aufgrund welcher Symptome sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen? Was kann man selbst zu Hause tun, wenn man „normale“ Bauchschmerzen hat? Antworten auf diese Fragen erhalten Sie im nachfolgenden Artikel.

 

 

„Woher kommen diese starken Schmerzen auf meiner rechten Bauchseite?“, fragt sich Theresa verwirrt. Vor ein paar Stunden hat sie einen Burger in einer Fast-Food-Kette gegessen. Es war ein stressiger Tag mit wenig Zeit, da musste einfach schnell was rein. „Klar ist das nicht das Gesündeste … Aber wenn’s halt mal schnell gehen muss!“, denkt sie sich verärgert. Ihr Körper hat doch sonst keine Anstalten gemacht, wenn das Essen mal etwas fettiger war. Theresa macht sich für den Abend erstmal eine Wärmflasche fertig und holt sich den Zwieback aus dem Schrank – das ist das einzige, was sie trotz der Übelkeit runterkriegen kann. „Wenn die Schmerzen morgen nicht besser sind, geht’s ab zum Arzt!“, beschließt sie.

 

Was sind die Ursachen für Bauchschmerzen?

Viele verschiedene Ärztegruppen wie Internisten, Chirurgen, Immunologen, Psychologen und auch Mikrobiologen forschen zum Thema Bauchschmerzen. Trotz dieser Bandbreite an Forschung bleiben viele Ursachen von Bauchschmerzen ein großes Rätsel. Oftmals lassen sich Bauchschmerzen zwar gut behandeln, allerdings bleibt deren Ursache häufig unbekannt. Viele Bauchschmerzpatienten durchlaufen unterschiedliche Stationen, an denen sie von immer wieder verschiedenen Ärzten untersucht werden. Am Ende steht dann häufig dennoch keine klare Diagnose.

Video: Ursachen und Alarmzeichen von Bauchschmerzen

Einige Ursachen für Bauchschmerzen können von behandelnden Ärzten aber ausgemacht werden. Welche das sind und welche Symptome mit den Grunderkrankungen einhergehen, erfahren Sie im folgenden Beitrag, in dem Schmerztherapeut Dr. Tobias Weigl wichtige Aspekte rund um das Thema Bauchschmerzen erörtert.

Aber nicht alle Bauchschmerzen bleiben ein Rätsel. Im Folgenden wird daher der Bauchbereich in vier Quadranten eingeteilt und dahingehend spezifisch erläutert, worauf Schmerzen an welcher Stelle, bspw. rechts unten, hindeuten.

  • Bereich 1 beschreibt den rechten oberen Quadranten.
  • Bereich 2 beschreibt den linken oberen Quadranten.
  • Bereich 3 beschreibt den rechten unteren Quadranten.
  • Bereich 4 beschreibt den linken unteren Quadranten.

Rechter oberer Quadrant (Bereich 1)

Schmerzen im rechten oberen Quadranten können bspw. auf Ursachen im Bereich Gallenblase und Gallenwege zurückzuführen sein. Als typische Beschwerden gelten dann ein Stechen unter dem Rippenbogen sowie Schmerzen nach fettreichen Speisen. Patienten beschreiben diesen Schmerz oft als krampf- und anfallsartig.

Darüber hinaus kann in diesem Quadranten auch die Leber die Beschwerden verursachen, bspw. wenn eine Hepatitis vorliegt.

Des Weiteren befindet sich in diesem Quadranten auch der Zwölffingerdarm, an dem sich Geschwüre bilden können, die einen punktuellen Schmerz verursachen.

Linker oberer Quadrant (Bereich 2)

Im linken oberen Quadranten befindet sich zum einen die Milz. Dahingehend kann bspw. eine Milzruptur, also ein Milzriss, – klassischerweise infolge eines Unfalls – Schmerzen verursachen.

Wichtig ist in diesem Bereich aber vor allem der Magen. Dort verursachen Entzündungen und Geschwüre schmerzhafte Beschwerden.

Exkurs: Die obere und die untere Bauchmitte

Oft können Magenprobleme aber auch im oberen mittigen Bauch lokalisiert sein. Schmerzen in der oberen Bauchmitte können auch auf Probleme mit der Speiseröhre, bspw. auf eine Entzündung ebendieser (sog. ‚Ösophagitis‘), oder auf Probleme mit der Bauchspeicheldrüse (sog. ‚Pankreas‘) hindeuten.

Sehr wichtig: Verspüren Sie Schmerzen in der Brust in Kombination mit Atemnot und Bauchschmerzen, kann dies ein Anzeichen für einen Herzinfarkt sein. Ein Arzt sollte dann umgehend aufgesucht werden.

In der unteren Bauchmitte hingegen können Schmerzen mit den Nieren, bspw. durch Nierensteine, den Harnwegen oder den Geschlechtsorganen zusammenhängen.

Rechter unterer Quadrant (Bereich 3)

Sind die Schmerzen im rechten unteren Quadranten lokalisiert, kann dies bspw. mit einer Blinddarmentzündung in Verbindung stehen. Diese Entzündung kann mittig beginnen, „wandert“ dann aber weiter nach rechts. Typisch für den Bereich rechts unten ist auch ein Morbus Crohn. Nur in seltenen Fällen ist dieser anderswo lokalisiert.

Exkurs: Was ist Morbus Crohn?

Bei Morbus Crohn handelt es sich um eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung, deren Ursache oftmals unklar ist. Zu den Symptomen der Erkrankung zählen Durchfall, Gewichtsverlust sowie rechtsseitige Unterbauchschmerzen. Am ehesten betroffen sind Kinder und junge Erwachsene in einem Alter von 15–35 Jahren.

Wie die chronische Erkrankung behandelt wird und welche Folgeerkrankungen sich durch Morbus Crohn ergeben können, erläutert Schmerztherapeut Dr. Tobias Weigl im nachfolgenden Video.

 

Linker unterer Quadrant (Bereich 4)

Schmerzen im linken unteren Bereich können vor allem auf Probleme mit dem Dickdarm hinweisen. Dahingehend verursacht oft eine sogenannte Divertikulitis Schmerzen. Dabei handelt sich um eine Entzündung der Ausstülpungen der Schleimhaut (sog. ‚Divertikel‘). Von dieser Erkrankung sind vor allem ältere Patienten betroffen. Auch eine Colitis Ulcerosa kann in diesem Bereich Schmerzen verursachen.

Exkurs: Was ist eine Colitis Ulcerosa?

Auch bei der Colitis Ulcerosa handelt es sich um eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung. Und auch hier sind, wie bei dem Morbus Crohn, die Ursachen weitestgehend unbekannt. Als Risikofaktor aber gilt eine familiäre Veranlagung (sog. ‚genetische Prädisposition‘). Als Leitsymptom der Colitis Ulcerosa gilt blutiger, schleimiger Durchfall. Weitere klassische Symptome sind Bauchschmerzen und
-krämpfe sowie Fieber. Am häufigsten betroffen sind Menschen zwischen dem 20. und 35. sowie zwischen dem 60. und 80. Lebensjahr.

Wollen Sie mehr über die Erkrankung erfahren? Im nachfolgenden Beitrag erklärt Schmerztherapeut Dr. Tobias Weigl, wie eine Colitis Ulcerosa erkannt und wie bei der Behandlung individuell vorgegangen wird.

 

Welche Alarmzeichen sollten ernst genommen werden?

Im Zusammenhang mit Bauchschmerzen existieren einige wichtige Alarmsignale, aufgrund derer man schnellstens einen Arzt aufsuchen sollte. Dazu gehören:

Extrem starke Schmerzen: Oftmals ist dieser extreme Schmerz verbunden mit Schwitzen und Übelkeit. Man spricht in diesem Zusammenhang von einem sogenannten ‘akuten Abdomen‘. Man selbst merkt am ehesten, dass derlei starke Schmerzen vorliegen, wenn man bspw. stark die Beine anzieht, um eine Entspannung zu erzielen.

Starke Bauchschmerzen für mehr als zwei Tage: Ein Arzt sollte unbedingt aufgesucht werden, wenn starke Bauchschmerzen für mehr als 48 Stunden anhalten.

Bauchschmerzen in Kombination mit Rücken- und/oder Brustschmerzen: Es sollte unbedingt auch dann ein Arzt aufgesucht werden, wenn Bauchschmerzen kombiniert mit Rücken- und/oder Brustschmerzen auftreten. Denn vor allem letztere können auf einen Herzinfarkt hinweisen.

„Normale“ Bauchschmerzen in Kombination mit:

  • Ungewollter Gewichtsabnahme
  • Nächtlichem Schwitzen
  • Veränderungen des Stuhls
  • Blut im Stuhl

Tipps für zu Hause bei „normalen Bauchschmerzen“

Bei „normalen“, also nicht zu starken und nur unregelmäßig auftretenden, Bauchschmerzen können die folgenden Tipps für den Alltag Abhilfe schaffen.

  • Ruhe und Wärme: Es empfiehlt sich der Einsatz eines Heizkissens oder einer Wärmflasche.
  • Viel Flüssigkeit: Diese sollte vor allem in Form von stillem Wasser oder magenschonendem Tee (wie Kamille oder Fenchel) zugeführt werden.
  • Leichte Kost: Der Magen kann geschont werden, indem schonende Kost wie Zwieback oder Reis und – vor allem bei Durchfall – Salzstangen gegessen werden.
  • Wohl dosierte Bewegung: Sind die Schmerzen nicht allzu stark und die Bewegung noch möglich, so empfiehlt sich ein kleiner Spaziergang an der frischen Luft.

 

Hatten Sie schon einmal so starke Bauchschmerzen, dass Sie einen Arzt aufgesucht haben? Wo war die Ursache für die Schmerzen zu finden? (Mehrfachnennungen möglich) Mit Ihrer Teilnahme helfen Sie anderen Patienten dabei, ihre Symptome besser einordnen zu können.
 

Häufige Patientenfragen

Was ist eine Blinddarmentzündung?

Dr. T. Weigl
Bei einer Blinddarmentzündung ist nicht etwa der Blinddarm, sondern „lediglich“ sein Wurmfortsatz entzündet. Dieser Fortsatz wird medizinisch als Appendix bezeichnet, weshalb eine Blinddarmentzündung genauer eigentlich ‘Appendizitis‘ heißt. Der Wurmfortsatz hängt am Ende des Blinddarms, der seinen Namen trägt, weil er eine Sackgasse bildet. Er geht ab von dem Übergang von Dünn- zu Dickdarm und nimmt keine – zumindest bis heute nicht wissenschaftlich belegte – Funktion im Körper wahr. Bei einer Entzündung des Wurmfortsatzes verstopft ebendieser, da er nicht so dehnbar ist wie etwa Dünn- oder Dickdarm. Dadurch stauen sich dort auch Keime, die wiederum eine Entzündung hervorrufen können.

Ich habe häufig Blähungen, Durchfall und Krämpfe, aber kein Arzt konnte etwas diagnostizieren – was kann das sein?

Dr. T. Weigl
Möglicherweise haben Sie das sogenannte Reizdarm-Syndrom. Dabei handelt es sich um eine gar nicht mal so seltene Erkrankung, die im Labor, auf dem Ultraschall oder durch eine Magenspiegelung nicht diagnostiziert werden kann. Zu den bereits genannten Symptomen in Zusammenhang mit dem Darm gesellen sich zudem noch Beschwerden wie Verstopfungen, ein Völlegefühl, Durchfall und Verstopfung im Wechsel sowie das Gefühl einer unvollständigen Darmentleerung.

Wenn Sie mehr über das Reizdarm-Syndrom erfahren möchten, empfehle ich die Lektüre des zugehörigen umfassenden Artikels. Außerdem gehe ich in nachfolgendem Beitrag auf das Beschwerdebild, die erschwerte Diagnose sowie Therapiemöglichkeiten ein.

Was ist eine Gastritis?

Dr. T. Weigl
Bei einer Gastritis handelt es sich um eine Magenschleimhautentzündung. Die Erkrankung äußert sich von Fall zu Fall anders, zu den häufigsten Symptomen einer Gastritis zählen aber Schmerzen im Oberbauch, Übelkeit, Völlegefühl, häufiges Aufstoßen, großer Hunger bei geringem Appetit, Schmerzen bei leerem Magen und nach dem Essen sowie eine außergewöhnlich schnelle Sättigung. Verantwortlich für die Entzündung ist letztlich das Bakterium Helicobacter pylori, welches die meisten Entzündungen und Geschwüre im Magen und im Zwölffingerdarm verursacht. Allerdings spielen auch die Ernährung sowie der Verzehr von Genussmitteln wie Kaffee, Alkohol oder Tabak eine wichtige Rolle.

Welche Therapiemöglichkeiten es für eine akute und eine chronischen Gastritis gibt und wie die Erkrankung trotz der widersprüchlicher Symptome festgestellt werden kann, erfahren Sie im zugehörigen Artikel sowie im nachfolgenden Beitrag.

 

Da sich die Schmerzen nicht gebessert haben, hat Theresa einen Arzt aufgesucht. Keinen Moment zu früh, wie dieser ihr mitteilte. Blinddarmentzündung. Der Weg ins Krankenhaus verging wie im Flug, die OP-Vorbereitungen begannen und bald darauf wacht Theresa benommen wieder auf. „Na, gut geschlafen?“, fragt ein Krankenpfleger neben ihr. Noch sehr duselig und von der Operation mitgenommen bringt Theresa nur Wortfetzen hervor, die den Pfleger allerdings zum Lachen bringen. Zwei Tage später kann Theresa sich schon wieder ohne Unterstützung bewegen und ist heilfroh darüber, dass die Bauchschmerzen weg sind.

 
Welche Erfahrungen haben sie mit Bauchschmerzen gemacht? Möchten Sie sich bei uns weiter über das Thema erkundigen? Nutzen Sie unsere Kommentarfunktion unten, um von Ihren Erfahrungen zu berichten und sich mit anderen auszutauschen!
 
Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt.
 
Autoren: Dr. Tobias Weigl, Tobias Möller
Lektorat: Sarah Sodke
Datum: 22.07.2018
 

Quellen

  • Bartholomäus Böhm (2017): Wie wird der Blinddarm entfernt? Kaden Verlag, Heidelberg.
  • Herold et al.: Innere Medizin. Eigenverlag 2012, ISBN 978-3-981-46602-7.
  • Stolte et al.: Pathologie. Springer 2013, ISBN 978-3-642-02321-7.
  • Wehkamp et al.: Chronisch entzündliche Darmerkrankungen – Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. In: Deutsches Ärzteblatt. Band 113, Nummer 5, 2016.
  • [Gesamt:7    Durchschnitt: 4/5]

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