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Die Milz (Splen)– Schwellung und Fieber bei Krankheit

Auf einen Blick – Was ist die Milz?

  • kleines, bohnenförmiges Organ im linken Oberbauch

Welche Aufgaben hat die Milz?

  • filtert alte rote Blutkörperchen heraus und zerstört sie
  • wehrt körperfremde Stoffe ab
  • ist ein Speicherort für Monozyten, Zellen des Immunsystems

Häufige Erkrankungen der Milz

  • Tumore in den Blutgefäßen der Milz (sog. ‚Milzhämangiom‘)
  • Milzriss (sog. ‚Milzruptur‘)
  • Milzinfarkt

Häufige Beschwerden (Auszug)

Tipps

  • Unterstützen Sie Ihr Immunsystem durch eine ausgewogene Lebensweise!
  • Nehmen Sie Veränderungen der Milz immer ernst und suchen sie ärztlichen Rat!
„Die Milz ist überflüssig.“ – „Eine operative Entfernung der Milz bringt keinen Nachteil.“ Solche und ähnliche Aussagen werden Sie – zu Unrecht – schon über das unscheinbare Organ gehört haben. Die Milz ist ein nützlicher Bestandteil unseres Immunsystems. Sie sortiert alte Blutzellen aus, beteiligt sich an der Produktion von Abwehrzellen und speichert Blutreserven, auf die in Stress- oder Gefahrensituation zurückgegriffen werden kann. Erkrankungen der Milz sind deswegen nicht zu unterschätzen.

Was ist die Milz und wo liegt sie?

Die Milz ist das größte Organ des sog. ‚lymphatischen Systems’. Es ist Teil unseres Immunsystems zur Abwehr von Keimen und bösartigen Zellen. Das bohnenförmige Organ liegt, geschützt von den Rippen, im linken Oberbauch unterhalb des Zwerchfells. Durch die Atembewegung variiert seine Lage geringfügig.

Doppelt hält besser

Normalerweise hat jeder von uns eine Milz. Bei etwa 10–15% Bevölkerung lassen sich jedoch ergänzend eine oder sogar mehrere ‚Nebenmilzen’ erkennen. Dabei handelt es sich um kleine, Milz-gleich aufgebaute Gewebe. Ihr Durchmesser variiert zwischen 1 bis 1,5 cm. Sie entstehen noch während der Entwicklung im Mutterleib und führen zu keinerlei Beeinträchtigungen.
Oft werden sie durch Zufall bei einer Ultraschalluntersuchung entdeckt und gelegentlich irrtümlich als Tumor identifiziert. Muss die Milz aus gesundheitlichen Gründen entfernten werden, müssen es die Nebenmilzen auch.

Gut zu wissen!
In der Antike galt die Milz als ‚Sitz des Lachens’. Nach damaliger Auffassung neutralisierte sie giftige Stoffe aus der Leber. Die Schädigung der Milz sollte zu vermehrter Melancholie, Traurigkeit und Ängstlichkeit führen.

Wie ist die Milz aufgebaut?

Die Milz ist ein etwa 4 x 7 x 11 cm großes Organ mit einem Gewicht von circa 200 g. Ihr inneres, weiches Gewebe wird nach außen von einer harten Bindegewebsschicht umschlossen, die Stabilität und Form verleiht. Das Organ lässt sich in zwei Hauptbereiche gliedern.

Die rote Pulpa – gut durchblutet

Wie der Name vermuten lässt, zeichnet sich die rote Pulpa durch ihre rote Farbe aus. Diese Einfärbung lässt sich auf die große Anzahl an feinen Blutgefäßen zurückführen, die die Pulpa durchziehen. Das ermöglicht eine Speicherung von Blutreserven. Außerdem beherbergt sie Zellen (sog. ‚Fresszellen’) des Immunsystems, die schädliche Eindringlinge wie Bakterien zerstören und Antikörper produzieren. Die rote Pulpa macht mit 80% einen Großteil der Milz aus.

Weiße Pulpa – wichtig für das Immunsystem

Die weiße Pulpa besteht aus den stecknadelkopfgroßen, sog. ‚Milzknötchen’. Sie sind in die rote Pulpa eingebettet und beherbergen Untergruppen der weißen Blutkörperchen (‚Leukozyten’). Diese tragen erheblich zur Abwehr von Krankheitserregern bei.

Welche Aufgaben hat die Milz?

Auch wenn die Milz oft als überflüssiges Organ bezeichnet wird und man im Zweifel ohne sie leben kann, erfüllt sie doch sehr sinnvolle Aufgaben. Sie ist vor allem an der Infektabwehr und die Zersetzung leistungsunfähiger Blutzellen beteiligt.

Zerstörung „alter“ Zellen

Die roten Blutkörperchen sind scheibenförmige Blutzellen, die für den lebensnotwendigen Transport von Sauerstoff durch die Blutgefäße zuständig sind. Da sie für den Körper so wichtig sind, produziert er bis zu 200 Milliarden neue Blutkörperchen pro Tag. Doch ihre Funktionsfähigkeit ist zeitlich begrenzt und nimmt nach durchschnittlich 120 Tagen rapide ab. Außerdem kommt es immer wieder zur Bildung defekter Zellen, die von Beginn an keinen Nutzen haben. An dieser Stelle kommt die Milz ins Spiel: Die Zellen der roten Pulpa fangen die alten oder kaputten roten Blutkörperchen ab, indem sie sie umschließen und in ihr Zellinneres befördern. Dort können die nutzlosen Zellen problemlos zersetzt werden.

Unterstützung der Immunabwehr

Nicht nur den roten, auch den weißen Blutkörperchen kommt eine entscheidende Rolle im Körper zu. Sie sind für die Abwehr schädlicher Stoffe und Erreger wie Bakterien, Viren, Pilze, Tumorzellen und Gifte verantwortlich. In der weißen Pulpa bilden sich zwei Unterkategorien der weißen Blutkörperchen, die B- und T-Lymphozyten aus. Sie dienen der gezielten Erkennung und Bekämpfung von Krankheitserregern.

Blutspeicherung

Die Milz ist als einziges der lymphatischen, also Immunzellenzellen (Lymphozyten) herstellenden Organe, direkt an den körperlichen Blutkreislauf angeschlossen. Eine weitere wichtige Hauptfunktion der Milz ist darum die Speicherung von etwa 3–5% der gesamten Blutmenge im Ruhezustand. Steigt der Durchblutungsbedarf bei körperlicher Anstrengung, oder kommt es durch Verletzungen zu einer Abnahme des Blutvolumens, kann die Milz bis zu 240 ml gespeichertes Blut in den Blutkreislauf abgeben.

Gut zu wissen!
Die Milz entwickelt ihre volle Leistungsfähigkeit erst nach der Geburt und erreicht ihre höchste Aktivität in der Pubertät. Danach nimmt ihre Kraft wieder ab, sodass sie etwa im Alter von 50 Jahren nur noch Leistungen vergleichbar mit der Milz eines einjährigen Kindes vollbringt.
„Die Milz ist im Normalzustand nicht von außen zu ertasten. Eine Schwellung weist daher immer auf eine Auffälligkeit hin. Im Anfangsstadium schwerer Erkrankungen wie z. B. Blutkrebs, kann sie das einzige erkennbare Symptom sein.“ — Dr.… Klick um zu Tweeten

Gibt es Symptome, die auf Erkrankungen der Milz hindeuten können?

Die gesunde Milz lässt sich weder ertasten noch macht sie sich auf andere Art bemerkbar. Ist sie jedoch aufgrund unterschiedlichster Ursachen in Mitleidenschaft gezogen, äußert sich das durch eine Reihe an typischen Symptomen:

  • Schmerzen und Druckempfindlichkeit im Oberbauch,
  • tastbare Milzschwellung,
  • Fieber,
  • Müdigkeit,
  • Lymphknotenschwellung,
  • Gewichtsabnahme.

Kommen Ihnen diese Beschwerden bekannt vor? Da Auffälligkeiten der Milz häufig auf eine ursächliche Grunderkrankung zurückzuführen sind, sollten Sie beim Auftreten eines oder mehrerer dieser Symptome ärztlichen Rat suchen.

Mehr Informationen zum Thema ‚Lymphknoten’ finden Sie in diesem Video!
Milz und Lymphknoten sind beides Organe des Immunsystems und können unter bestimmten Umständen aschwellen. In diesem Video klärt Dr. Dr. Tobias Weigl über die Funktion der Lymphknoten und über Ursachen ihrer Schwellung auf.

Knubbel hinterm Ohr, am Hals & Knoten in der Leiste: Sind geschwollene Lymphknoten gefährlich?

Fakten-Box: die Milz

  • bohnenförmiges Speicher- und Filterorgan
  • an das Immunsystem und den Blutkreislauf des Körpers angebunden

Aufbau

  • rote Pulpa: 80% der Milzmasse und von Blutgefäßen durchzogen
  • weiße Pulpa: eingebettet in die rote Pulpa und Träger der Leukozyten

Aufgaben

  • Filterung des Blutes nach alten Blutzellen
  • Unterstützung der Immunabwehr
  • Speicherung von 3–5% des gesamtem Blutvolumens

Welche Erkrankungen der Milz gibt es?

Trotz ihrer wichtigen Funktionen kann Ihr Körper im Zweifel auf die Milz verzichten. Musste die erkrankte Milz entfernt werden, übernehmen andere Organe ihre Aufgaben. Dabei sind primäre Erkrankungen der Milz selbst eher selten. Häufiger tritt eine Veränderung der Milz als Symptom einer anderen Grunderkrankung auf. Zu diesen Krankheiten zählen:

  • Bösartige Erkrankungen des blutbildenden Systems z. B.: akute und chronische Leukämie, Non-Hodgkin-Lymphome, Osteomyelofibrose
  • Infektionskrankheiten z.B.: Toxoplasmose, Tuberkulose, Malaria
  • Autoimmunerkrankungen z.B.: Lupus, Sarkoidose
  • Speicherkrankheiten z.B.: Morbus Gaucher, Morbus Niemann-Pick

Diese genannten Grunderkrankungen führen unter Umständen zu einer Entzündung und Vergrößerung der Milz. Weitere Erkrankungen und Komplikationen rund um die Milz finden Sie im Folgenden genauer ausgeführt.

Milzhämangiom und Milzzysten – primäre Erkrankungen

Zu einer der wenigen primären Erkrankungen der Milz zählt das sog. ‚Milzhämangiom’. Darunter versteht man vorrangig gutartige Tumore der Milz-Blutgefäße. Hämangiome treten vor allem im Säuglings- und Kleinkindalter auf. Sie befallen vorrangig die Haut und verschiedene Organe. Ihr Ausmaß wird mittels Ultraschalls, Magnetresonanztherapie oder Computertomographie sichtbar. In etwa 80% der Fälle bilden sich die Tumore bis zum 5. Lebensjahr selbstständig zurück. Daher wird in der Therapie häufig „Abwarten und Beobachten“ empfohlen.
Im Falle von Komplikationen wie Blutungen oder Thrombosen stehen je nach Auftrittsort medikamentöse (z.B. ‚Propranolol’), chirurgische oder lasertechnische Behandlungsmethoden zur Auswahl. Die Milzzyste ist eine seltenere Erkrankung der Milz und entwickelt sich häufig symptomlos. Nur wenn doch Beschwerden auftreten, ist eine Therapie notwendig. Diese erfolgt in Form eines Einstichs in die Zyste, um die enthaltene Flüssigkeit abzulassen.

Milzruptur – Riss mit Verblutungsgefahr

Die ‚Milzruptur’ bezeichnet eine innere Blutung durch einen Riss des Milzgewebes. Sie entsteht durch äußere Gewalteinwirkung oder durch Vorerkrankungen der Milz. Mögliche Beispiele dafür sind Virusinfektionen, Malaria und Blutkrebs (Leukämie). Die Ruptur äußert sich durch Schmerzen und Druckempfindlichkeit im linken, oberen Bauchbereich. Abhängig von Ursache und Ausprägung treten auch Kreislauf- und Bewusstseinsbeeinträchtigungen auf.
Die Symptome intensivieren sich über Stunden oder Tage. Da die Gefahr der Verblutung besteht, ist schnelle ärztliche Hilfe überlebensnotwendig. Das Ausmaß der Verletzung wird vorrangig durch eine Ultraschalluntersuchung festgestellt. Die anschließende Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad. Bei kleineren Beschädigungen warten Arzt und Betroffener unter ärztlicher Kontrolle ab, ob die Blutung von selbst nachlässt. Zur Unterstützung werden Blut- und Flüssigkeitsinfusionen über die Venen in den Körper geleitet. Ist die Blutung hingegen umfangreich, wird ein operativer Eingriff notwendig, um sie zu stoppen. Generell wird dabei auf den Erhalt der Milz abgezielt. Gelingt das nicht, muss die Milz vollständig entfernt werden.

Milzinfarkt – Unterbrochene Durchblutung

Von einem Milzinfarkt spricht man, wenn die Blutversorgung der Milz durch ein verstopftes Blutgefäß teilweise oder vollständig unterbrochen ist. Im Zuge dessen wird das Milzgewebe nicht mehr ausreichend mit Nähr- und Sauerstoff versorgt – die betroffenen Zellen sterben ab. Auslöser sind unter anderem verschiedene Krebsarten, Infektionskrankheiten und Blutvergiftungen. Der Milzinfarkt kann durch eine Ultraschalluntersuchung nachgewiesen werden. Eine möglichst schnelle Behandlung ist wichtig, um ein komplettes Absterben der Milz zu verhindern. Zur Auflösung des Blutpfropfens, der für die Verstopfung verantwortlich ist, verabreicht der Arzt sog. Blutgerinnungshemmer wie ‚Heparin’. Ist er damit erfolgreich, kann der restliche Teil der Milz die Leistung des abgestorbenen Teils kompensieren. Bei einem starken Milzinfarkt oder unzureichender Behandlung muss die Milz hingegen vollständig entfernt werden.

Waren/Sind Sie bereits von einer Erkrankung der Milz betroffen? Wenn ja: Welcher Art war die Erkrankung? (Mehrfachnennungen möglich) Mit Ihrer Teilnahme an der Umfrage helfen Sie anderen Menschen dabei, ihre Beschwerden besser einschätzen zu können.

Aktuelle Forschung – Milzriss ohne Operation behandeln

Bei einer schweren Milzruptur wird in aller Regel ein operativer Eingriff durchgeführt. Nicht selten wird dabei die Milz entfernt. In der vorliegenden Studie wurde untersucht, ob ein minimalinvasiver (operativer Eingriff mit kleinstmöglichen Schnitten und Hautöffnungen) Eingriff vergleichbare Erfolge verspricht. Zu diesem Zweck wurde bei 12 Patienten mit verletzungsbedingtem Milzriss ein minimalinvasiver Eingriff anstelle einer Operation durchgeführt. Per Ultraschallaufnahmen überwachten die Versuchsleiter den Verlauf. Der Großteil der Patienten wies eine starke oder sehr starke Blutung auf. Anstelle einer operativen Öffnung des Bauchraums, wurde eine sog. ‚Punktion’ durchgeführt. Bei dieser Methode wird eine Hohlnadel durch Haut und Gewebe an der Stelle der Blutung eingeführt und das Blut abgesaugt.

Minimalinvasiver Eingriff als denkbare OP-Alternative

Die Auswertung der Ergebnisse zeigte, dass eine einfache oder teilweise mehrfache minimalinvasive Ableitung des Blutes Erfolg bringend ist. Bei 11 von 12 Patienten genügte diese Behandlungsform, um die Milzruptur unter Kontrolle zu bringen. Nur bei einem Patienten musste eine klassische Operation durchgeführt werden, um die Blutung stoppen zu können. Die Studie kann somit den Trend in Richtung minimalinvasiver Eingriffe unterstützen. Sie haben den Vorteil, dass der Patient mangels großer OP-Wunden schneller wieder mobil ist und in seinen Alltag zurückkehren kann.

Quelle: E. Tyuryumina, E. Chizhova (2018): Ultrasound Diagnosis and Minimally Invasive Treatment of Posttraumatic Hematomas of the Spleen. In: Acta Biomedica Scientifica 3(6) S.130-136.

Häufige Patientenfragen

Macht es wirklich überhaupt keinen Unterschied, ob man die Milz noch hat oder nicht?

Dr. Dr. T. Weigl
Generell ist die Milz nicht überlebensnotwendig und es gibt sogar Menschen, die ohne das kleine Organ geboren werden. Bei einem Funktionsausfall übernehmen andere Organe wie die Leber zu großen Teilen ihre Aufgaben. Aus diesem Grund hat man die Milz im Krankheitsfall lange Zeit recht leichtfertig entfernt. Das hat sich in den letzten Jahrzehnten geändert. Inzwischen bringt man das Fehlen der Milz mit einigen gesundheitlichen Problemen in Verbindung. Denn viele Betroffene sind vermehrt anfällig für Infektionen mit den Erregern von Lungen– und Hirnhautentzündungen, sowie Blutvergiftungen. Wenn Sie nicht mehr im Besitz Ihrer Milz sind, sollten Sie daher entsprechende Impfungen in Anspruch nehmen.

Gibt es andere Organe, die wirklich überflüssig sind?

Dr. Dr. T. Weigl
Nicht nur der Milz, auch anderen Organen wie den Mandeln oder dem Blinddarm wird ihre Nutzlosigkeit nachgesagt. Viel wahrscheinlicher ist jedoch, dass die Forschung die tatsächlichen Funktionen dieser Organe noch nicht verstanden hatte/hat, weshalb sich solch ein Irrglaube verbreitet. Aktuelle Untersuchungen kommen den Mechanismen der vermeintlich überflüssigen Organe nach und nach auf die Schliche. So speichert z. B. der Blinddarm aller Wahrscheinlichkeit nach Bakterien, die die Verdauung unterstützen.

Stimmt es, dass die Milz für Seitenstiche verantwortlich ist?

Dr. Dr. T. Weigl
Seitenstechen sind ein gleichermaßen bekanntes wie rätselhaftes Phänomen. Unter körperlicher Belastung treten stechende Schmerzen im linken und rechten Oberbauch auf. Doch wodurch werden sie ausgelöst? Dazu gibt es unterschiedliche Entstehungstheorien. Eine davon besagt tatsächlich, dass links die Milz und rechts die Leber für die Schmerzen verantwortlich sind. Demnach steige bei sportlicher Betätigung die Durchblutung der beanspruchten Muskulatur an, während die Durchblutung von Leber und Milz entsprechend reduziert werde. Das führe zu einer schmerhaften Verformung beider Organe.

Kann ich meine Milz und mein Immunsystem unterstützen?

Dr. Dr. T. Weigl
Ja, das ist auf ganz vielfältige Weise möglich. Neben ausgewogener, vitaminreicher und gesunder Ernährung ist vor allem ausreichendes Trinken von mindestens 2 Liter Wasser oder ungesüßten Tee empfehlenswert. Auch Bewegung an der frischen Luft, ausreichend Schlaf (circa 8 Stunden pro Nacht) und bewusste Stressreduktion (z. B. durch Yoga u. ä.) stärkt Ihr Immunsystem.

Typisches Patientenbeispiel

Endlich haben Johannes und Anja mal ein Wochenende Zeit, den Keller auszumisten. Während Johannes die Werkzeugkiste ausräumt, fällt sein Blick auf sein altes Rennrad. Vor circa einem Jahr war er nach einem Fahrradunfall mit furchtbaren Schmerzen auf der linken Bauchseite ins Krankenhaus eingeliefert worden. Damals stellte sich heraus, dass seine Milz gerissen war und die Ärzte entschieden sich, die Milz zu entfernen. „Zum Glück ist alles so gut verheilt“, murmelt Johannes gedankenverloren vor sich hin, als er plötzlich verärgert aufschreit. Vor lauter Grübeln hatte er viel zu unvorsichtig in die Kiste gegriffen. Das Ergebnis ist ein riesiger Kratzer auf der Handfläche. Übeltäter ist die alte Gartenschere. Trotzdem kommen sie noch gut mit dem Aufräumen voran. Am Montag liegt Johannes dafür auf einmal flach. Er fühlt sich ganz benommen und als noch starkes Fieber dazukommt, kann Anja den Anblick nicht länger ertragen.

Mit Blick auf die verbundene Hand und Johannes‘ schlechten Allgemeinzustand kommt der Arzt schnell zu einem Schluss: „Alle Symptome weisen auf eine Blutvergiftung hin. Da Sie so schnell gekommen sind, werde ich Ihnen ein Antibiotikum verschreiben und eine Blutprobe nehmen. Wussten Sie, dass Sie als Patient ohne Milz ein viel höheres Risiko haben, an einer Blutvergiftung zu erkranken?“ Kleinlaut nickt Johannes. Das wusste er und trotzdem hatte er sich nicht impfen lassen. „Sobald ich wieder ganz fit bin, hole ich das nach“, verspricht er sich und hält sich ein paar Wochen später auch daran.

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Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt.

Autor: Dr. Dr. Tobias Weigl, Clara Spottke
Lektorat: Andrea Lorenz
Veröffentlicht am: 04.11.2019

Quellen

  • H. Adams, A. Tzankov u. a. (2008): Milzruptur. Klinisch-pathologische Zusammenhänge und Diagnostik. In: Der Pathologe 29 (2) S. 148–157.
  • Berufsverband Deutscher Internisten e. V.: Erythrozyten, Blinddarm und Milz sind keine unnötigen Organe. In: internisten-im-netz.de.
  • Deutsche Krebsgesellschaft: Bestandteile und Funktion des Blutes. In: krebsgesellschaft.de.
  • Jürgen Neumann (2008): Immunbiologie. Eine Einführung. Springer-Verlag, Berlin.
  • U. Riede (2009): Milz. In: Basiswissen Allgemeine und Spezielle Pathologie S. 273–276.
  • Karl-Heinz Schultheis (2018): Chirurgie und Bildgebung. Thieme-Verlag, Stuttgart. In: thieme-connect.de.
  • Michael Zünd (2009): Klinikmanual Chirurgie. Springer-Verlag, Berlin.
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