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Mundgeruch trotz Zähneputzen – Vom Magen & weitere Gründe

Mundgeruch kann jeden betreffen. Oft ist er den Betroffenen peinlich, aber die Ursachen abzuklären ist wichtig.


Von Medizinern geprüft und nach besten wissenschaftlichen Standards verfasst

Dieser Text wurde gemäß medizinischer Fachliteratur, aktuellen Leitlinien und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

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Mundgeruch kann durch unterschiedliche Ursachen entstehen. Morgens nach dem Aufstehen ist er auch bei gesunden Personen ganz normal, kommt er davon abgesehen häufig vor, kann er jedoch auch ein Symptom einer zugrundeliegenden Erkrankung sein.

„Aufstehen, du Schlafmütze!“, neckt Andrea ihren Mann Thomas, der noch selig schnarchend im Bett liegt. „Es ist schon nach 10, jetzt aber mal raus aus den Federn!“ Thomas wälzt sich verschlafen auf die Seite. Grade als Andrea sich zu ihm runterbeugt, um ihn wach zu rütteln, greift er nach ihrem Arm und zieht sie zu sich ins Bett. Andrea lacht. „Aber zuerst will ich einen Guten-Morgen-Kuss!“, verlangt Thomas grinsend. „Den bekommst du, aber erst nach dem Zähneputzen! Dein Mundgeruch haut mich fast um.“ Thomas verzieht das Gesicht. Gestern gab’s ein Gericht mit Knoblauch zum Abendessen, aber dass Andrea ihn so direkt auf den morgendlichen Mundgeruch anspricht, ist ihm peinlich. Schnell die Zähne putzen. „Komisch, der ist ja immer noch nicht weg“, wundert sich seine Frau, als er sich den versprochenen Kuss abholt. „Meinst du, da stimmt etwas nicht? Vielleicht gehst du mal zum Arzt.“, schlägt sie vor. Thomas brummt nur und setzt sich an den Frühstückstisch. Wegen so etwas zum Arzt zu gehen kommt ihm komisch vor. Aber er will Andrea auch nicht ständig anmiefen.

Mundgeruch

Mundgeruch, in der Medizin auch Halitosis oder Foetor ex ore (von lat. foetor ‚Geruch‘, ex ‚aus‘ und ore ‚Mund‘) genannt, ist etwas, das beinahe jeder Mensch von sich selber kennt. Häufig wird er schneller von anderen Menschen, wie etwa dem Partner oder dem Zahnarzt, als dem Patienten selbst wahrgenommen. Er ist zwar unangenehm, aber beispielsweise morgens nach dem Aufstehen ganz normal. Die Ursachen für Mundgeruch oder Halitosis können jedoch auch tiefergehend sein.

Ursachen

Die möglichen Ursachen für Mundgeruch sind vielfältig. Morgendlicher Mundgeruch wird durch metabolische, also stoffwechselbedingte, Aktivitäten von Bakterien in Zahnplaque hervorgerufen.
Halitosis als Symptom kann entweder durch lokale oder durch systemische Ursachen entstehen. Die häufigsten sind:

Lokale Ursachen

  • Plaque
  • Schlechter Zahnstatus (wie etwa durch Karies)
  • Entzündungen im Mund (der Mundschleimhaut oder des Zahnfleisches)
  • Entzündungen des Zahnbettes (wie beispielsweise Parodontitis)
  • Infekte der Mundhöhle (wie beispielsweise Soor)
  • Infektionen im Nasen-Rachenraum (wie beispielsweise eine Mandelentzündung)
  • Tumoren
  • Speiseröhrenerkrankungen (wie beispielsweise Zenker-Divertikel)

In 80–90 Prozent der Fälle ist Mundgeruch auf lokale Ursachen zurückzuführen.

Exkurs: Zenker-Divertikel

Was ist das?

Zenker-Divertikel sind Ausstülpungen der Schleimhaut im Schlund (sog. ‚Hypopharynx‘), oberhalb der Speiseröhre. Genauer lokalisiert sind sie meist im sog. Kilian-Dreieck, einem dreieckigen und nahezu muskellosen Übergangsbereich zwischen Schlund und Speiseröhre.
Sie kommen verstärkt ab einem Alter von 65 Jahren vor und treten vermehrt bei Männern auf.

Symptome

  • Mundgeruch
  • Fremdkörpergefühl
  • Schluckstörung (sog. ‚Dysphagie‘)
  • Zurückströmen von Speisebrei in den Mund nach dem Schlucken (sog. ‚Regurgitation‘)
  • Wiederholtes Verschlucken

Diagnostik

Zunächst erfolgt eine Diagnostik, zuerst in Form einer mündlichen Erfragung von Informationen vom Patienten. Folgend können Zenker-Divertikel nach Einnahme eines wasserlöslichen Kontrastmittels durch Röntgen ermittelt werden. Alternativ kann auch eine Endoskopie durchgeführt werden, diese muss allerdings besonders vorsichtig erfolgen, da hierbei ein hohes Verletzungsrisiko besteht.

Therapie

Zenker-Divertikel werden chirurgisch, also mittels einer Operation, behandelt.

Systemische Ursachen

  • Allgemeinerkrankungen (wie beispielsweise Diabetes mellitus)
  • Rauchen
  • Nahrungs- und Genussmittel (wie beispielsweise Knoblauch oder Alkohol)
  • Hungerperioden
  • Sodbrennen (sog. ‚Reflux‘)
  • Medikamente mit Schwefelanteil
Haben Sie auch schon einmal unter Mundgeruch gelitten? Welche Ursache konnte ermittelt werden?

Was tut der Arzt? Teil 1: Die Diagnose

Bei anhaltendem Mundgeruch sollte zur Abklärung einer zugrundeliegenden Problematik ein Arzt zu Rate gezogen werden. Erste Ansprechpartner sind hier der Zahnarzt oder der HNO-Arzt, da die Ursachen für Mundgeruch in den meisten Fällen entweder bei den Zähnen oder im Mund-, Nasen- oder Rachenraum zu finden sind.
Um Mundgeruch, beziehungsweise die dabei ausgeatmeten Gase, zu messen, gibt es sogar spezielle Geräte, sogenannte Halimeter.
Sollten diese Ärzte die Ursache nicht ermitteln können, empfiehlt sich der Besuch eines Facharztes für Innere Medizin. Nach einer Anamnese, also der Befragung des Patienten unter anderem nach seinem Befinden, der Ernährung, eventuellen Vorerkrankungen, Medikamenteneinnahme etc., werden körperliche Untersuchungen durchgeführt. Weiterführende Untersuchungen, wie z. B. eine Magenspiegelung, sind selten notwendig.

Was tut der Arzt? Teil 2: Die Behandlung

Mundgeruch wird behandelt, indem die jeweilige zugrundeliegende Ursache behandelt wird. Typische Maßnahmen sind hier:

  • Behandlung vorhandener Entzündungen
  • Steigerung der Mundhygiene (durch Zähneputzen, Zahnseide, etc.)
  • Eine professionelle Zahnreinigung
  • Rauchstopp
  • Ernährungsumstellung

Neues aus der Forschung: Raucher verlieren ihre Zähne früher

Laut einer in Deutschland durchgeführten Langzeitstudie verlieren Menschen, die täglich mehr als 15 Zigaretten rauchen, ihre Zähne früher. Und zwar bereits vor ihrem 50. Lebensjahr, so das Ergebnis der Studie.
Bei starken Rauchern kann schon nach wenigen Jahren eine Verfärbung der Zähne beobachtet werden. Doch die eigentliche Gefahr geht nicht von den Nikotin- und Teerablagerungen im Zahnschmelz aus, sondern von der regelmäßigen Einwirkung der schädlichen Stoffe auf den Zahnhalteapperat: das Risiko von Karies und Parodontitis wird erhöht.
Dazu kommt, dass Raucher oft erst später als Nichtraucher bemerken, wenn Probleme mit den Zähnen auftreten. Das kommt daher, dass der Rauch zum Beispiel Zahnfleischblutungen verhindert, die oft ein Anlass sind, den Zahnarzt aufzusuchen und Problematiken schnell zu beheben.
So erhöht sich das Risiko, schon vor dem 50. Lebensjahr Zähne zu verlieren, bei dermaßen starken Rauchern um das Vierfache.

Häufige Patientenfragen

Wie kann ich Mundgeruch vorbeugen?

Dr. T. Weigl
Die Ursachen von Mundgeruch, denen man selbst vorbeugen kann, sind bei den lokalen Ursachen Plaque, schlechter Zahnstatus und Entzündungen im Mundraum. Eine sorgfältige Mundhygiene kann dem vorbeugen. Zahnbürste, Zahnseide und gegebenenfalls Mundduschenspülungen sind hier sinnvolle Hilfsmittel.
Zu den systemischen Ursachen, die leicht zu Hause eliminiert oder bekämpft werden können, gehören Rauchen sowie Mundgeruch auslösende Nahrungs- und Genussmittel wie Knoblauch oder Alkohol. Möchte man dadurch ausgelöstem Mundgeruch vorbeugen, sollte man auf diese Dinge verzichten. Wichtige Faktoren sind auch Hungerperioden und Sodbrennen. Dabei hilft eine gesunde Ernährung. Wie wir uns ernähren hat größere Auswirkungen auf unseren Körper als man manchmal annehmen möchte. Die „richtige“ Ernährung hilft nicht nur bei Sodbrennen, sie kann auch helfen, Symptomen, wie beispielsweise Kopfschmerzen, entgegenzuwirken.

Wenn Sie mehr über den Zusammenhang zwischen Ernährung und Kopfschmerzen bzw. Migräne erfahren möchten, schauen Sie sich gerne den folgenden Beitrag an. In diesem gebe ich einfache Ernährungstipps, die jeder befolgen kann.

Was kann ich tun, wenn der Mundgeruch nicht weggeht?

Dr. T. Weigl
Wenn trotz einer sorgfältigen Mundhygiene und der Vermeidung von Rauchen und Mundgeruch auslösenden Nahrungs- und Genussmitteln (Knoblauch, Alkohol, etc.) ein bleibender Mundgeruch besteht, der nicht nur morgens nach dem Aufstehen auftritt, so ist es angeraten, einen Arzt aufzusuchen. In dem Fall kann der Mundgeruch eine krankheitsbedingte Ursache haben. Es ist wichtig, diese zu finden und zu behandeln. Erste Anlaufstelle sind in diesem Fall Zahnarzt oder HNO-Arzt, da die meisten Ursachen in diesem Gebiet zu finden sind (80–90 Prozent der Fälle).

„Gut, dass ich doch zum Arzt gegangen bin“, sagt Thomas zu seiner Frau. „Ich habe zwar gemerkt, dass ich in letzter Zeit Sodbrennen hatte, aber ich habe mir erstmal nichts weiter dabei gedacht. Jetzt kann ich etwas dagegen unternehmen. Und dann“, er lächelt Andrea an, „ist mein miefiger Atem hoffentlich auch bald Geschichte.“ Andrea lächelt zurück. „Na klar! Wir werden gemeinsam etwas mehr auf unsere Ernährung achten. Statt dem Kaffee morgens gibt’s jetzt Tee, vielleicht hilft das auch gleich gegen deinen Stress.“ Davon ist Thomas zwar nicht begeistert, aber wenn es hilft…

 

Exkurs: Sodbrennen

Sodbrennen ist ein schmerzhaftes Gefühl, das häufig hinter dem Brustbein empfunden wird. Es kommt vom sogenannten Reflux, dem Aufsteigen von Magensäure in die Speiseröhre. Betroffen sind Männer und Frauen gleichermaßen, mit steigendem Alter erhöht sich auch die Wahrscheinlichkeit, unter Sodbrennen zu leiden. Etwa 10–20 Prozent der westlichen Bevölkerung leiden an chronischem Reflux.
Da lang anhaltendes Sodbrennen zu Gefahren, wie etwa einer Entzündung der Speiseröhre, führen kann, sollten die Ursachen von Sodbrennen stets durch Konsultation eines Arztes geklärt und behoben werden.
Mehr Informationen zu Sodbrennen, seinen Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten lesen Sie in unserem umfassenden Artikel zum Thema.

Video: Wie die Schlafposition Sodbrennen beeinflusst

Was genau ist Sodbrennen und was steckt hinter dem Symptom? Welche Auswirkungen hat Sodbrennen auf uns und welche Schlafpositionen sind sinnvoll, wenn man von Sodbrennen betroffen ist? Das und mehr dazu verrät Dr. Tobias Weigl in folgendem Video.

Verwandte Themen

Haben auch Sie Erfahrungen mit Mundgeruch? Haben Sie Fragen zum Thema? Nutzen Sie unsere Kommentarfunktion unten für den Austausch untereinander und mit uns!

Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt.  

Autoren: Dr. Tobias Weigl, Sarah Sodke
Lektorat: Tobias Möller
Veröffentlicht: 06.08.2018

Quellen

  • Banaure et al. (2007): Innere Medizin. Springer-Verlag, Heidelberg.
  • Herold et al. (2013): Innere Medizin. Eigenverlag.
  • T. Dietrich, C. Walter, K. Oluwagbemigun, M. Bergmann, T. Pischon, N. Pischon, and H. Boeing (2015): Somking, Smoking Cessation, and Risk of Tooth Loss: The EPIC-Potsdam Study, in: Journal of Dental Research, Vol 94, Issue 10, pp. 1369–1375.
  • rme/aerzteblatt.de (2017): Paradontitis-Therapie beginnt oft zu spät.
  • rme/aerzteblatt.de (2015): Raucher verlieren ihre Zähne früher.
  • Scully C., S. Porter, J. Greenman (1994): Was tun bei Mundgeruch. in: Dtsch Arztebl 1994; 91(41): A-2772.
  • Christian Prinz (2012): Basiswissen Innere Medizin. Springer-Verlag, Heidelberg.
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