Sign up with your email address to be the first to know about new products, VIP offers, blog features & more.

Hautverjüngung – Wie möglich und welche Kosten? Botox? Hyaluron?

„Keine Überraschung: Bei den nichtinvasiven plastisch-chirurgischen Eingriffen liegt die Faltenbehandlung mit Botox ganz weit vorne – im Jahr 2015 waren das 12,8 % aller Eingriffe.“
— Dr. Tobias Weigl


Von Medizinern geprüft und nach besten wissenschaftlichen Standards verfasst

Dieser Text wurde gemäß medizinischer Fachliteratur, aktuellen Leitlinien und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

Quellen ansehen

Die Veränderung bzw. Verjüngung der Haut im Rahmen einer plastisch-chirurgischen Behandlung gehört zu den weniger invasiven Eingriffen innerhalb der ästhetischen Medizin. In den meisten Fällen kann die Behandlung ambulant erfolgen und ist schnell erledigt – trotzdem gibt es gute Gründe, sich mit der Entscheidung über eine Faltenbehandlung oder ein Lifting Zeit zu lassen und mit Ruhe nach dem passenden Arzt für die Behandlung zu suchen.
Der Wunsch nach glatter, junger Haut entspringt nicht nur dem Bild, das die Medien uns von der Schönheit suggerieren. Die Sehnsucht, ewig jung zu bleiben, verfolgt die Menschen schon seit Jahrtausenden – und die ästhetische Medizin der Neuzeit lässt dank Botox und Liftingverfahren glauben, dass das zumindest äußerlich möglich ist. Es ist aber nicht nur der natürliche Alterungsprozess der Haut, der zu Falten oder Orangenhaut führt. Zusätzliche Einflüsse wie UV-Strahlung, Stress und Nikotin beschleunigen den Prozess, der sich durch eine gesunde Ernährung und sportliche Aktivität zwar verlangsamen, aber nicht aufhalten lässt.

Angelina ist 34 Jahre alt und Anwältin. Eigentlich hat sie sich bisher nie für eitel gehalten, doch in letzter Zeit fielen ihr verstärkt diese Altersflecke, vor allem in ihrem Gesicht auf. Und dann auch noch diese Krähenfüße um die Augen! Sie fühlt sich – im wahrsten Sinne des Wortes – immer unwohler in ihrer eigenen Haut. Seit einigen Wochen denkt sie nun darüber nach, ob sie sich, wie die Stars und Sternchen aus den Medien, sich vielleicht einer Botoxbehandlung unterziehen lassen sollte. Andererseits: Möchte sie wirklich eine mimiklose, starre Maske als Gesicht tragen? Sie beschließt, sich von einem Facharzt beraten lassen.

 

Allgemeine Informationen: Hautverjüngung

Etwa ab dem 30 Lebensjahr verliert das Bindegewebe der Haut nach und nach seine Elastizität und Straffheit. Die Haut wird faltig und verliert ihr gesundes und vitales Äußeres. Verfahren der Hautverjüngung werden von ästhetischen Chirurgen eingesetzt, um der Haut ihr früheres Aussehen zurückzugeben – in der Folge steigert sich in der Regel auch das Selbstwertgefühl der Patienten, die mit der jünger wirkenden Haut wieder das Gefühl haben, so jung auszusehen wie sie sich fühlen.

Im Bereich Hautverjüngung und Anti-Aging sind es vor allem Botox-Injektionen, Faltenbehandlungen mit Eigenfett und Ultraschall-Behandlungen, die zum Einsatz kommen, um das Gesicht, das der wichtigste Repräsentant unseres Aussehens ist, mit möglichst nicht-invasiven Methoden jung und attraktiv zu halten. Vor allem im Bereich der Augen, der Stirn und der Wangen, wo sich als erstes Fältchen bilden oder die Haut zu hängen beginnt, sind Botox- und Hyaluron-Injektionen ein Routineeingriff. Eine alternative Behandlung zu diesen ist die Faltenauffüllung mit sogenannten Fillern oder mit Eigenfett, das an anderer Stelle aus dem Körper entnommen wird, beispielsweise am Po oder an den Oberschenkeln.

Neben Falten zeigen sich auf der Haut weitere, zum Teil unansehnliche Auswirkungen des Alterungsprozesses. Rötungen durch geplatzte Äderchen und Altersflecken (sog. ‚Pigmentstörungen‘) können ebenfalls durch minimal-invasive ästhetische Eingriffe entfernt werden. Spezielle Methoden dienen der Behandlung von Zellulitis, Narbenkorrekturen oder Anhebung der Augenlider. Im Bereich des Pos und der Beine wird die Hautverjüngung häufig mit einer Fettabsaugung und einem Lifting kombiniert.

Methoden

Um Falten wieder in glatte Haut mit einem vitalen Erscheinungsbild zu verwandeln, werden von den Ärzten vor allem Unterspritzungen durch Botox oder Injektionen mit Hyaluronsäure vorgenommen. Der Vorteil gegenüber einem Facelifting ist, dass es sich um minimal-invasive Eingriffe handelt, bei denen kein Skalpell zum Einsatz kommt, und die Behandlung in der Regel ambulant und ohne Betäubung durchgeführt werden kann. Diese Methoden der Faltenkorrektur unterscheiden sich folgendermaßen:

  • Botox: Das, was Botox zum Wundermittel macht, ist das darin enthaltene Toxin des Bakteriums Clostridium botulinum, das für Lebensmittelvergiftungen verantwortlich ist. Es ist ein starkes, natürlich vorkommendes Gift und führt zu Lähmungserscheinungen. Die ästhetische Chirurgie setzt diesen Lähmungsmechanismus für die Botox-Therapie ein: Bei der Unterspritzung der Falten lähmt das Botox vorübergehend die für die Mimikfältchen verantwortlichen Gesichtsmuskeln, und die Haut erscheint glatt. Botox wird vor allem gegen Augenfältchen, Krähenfüße und an den Wangen angewendet.
  • Hyaluronsäure: Die Substanz besitzt erhöhte Wasserbindungseigenschaften und ist ein natürlicher Inhaltsstoff der menschlichen Haut. Gemeinsam mit dem Zellinhaltsstoff Kollagen sorgt sie für die Straffheit und Elastizität der Haut. Die Säure kann in Form von Cremes äußerlich angewendet oder zur Aufpolsterung des Gewebes unter die oberste Hautschicht injiziert werden. Dabei bewirkt die Hyaluronsäure, dass die Falten von unten aufgefüllt werden und der Haut ihr glattes Erscheinungsbild zurückgeben. Die Behandlung mit Hyaluronsäure eignet sich insbesondere für die Nasen-Lippenfalte, die seitlichen Mundfalten und die sogenannte Zornesfalte an der Stirn.

Sowohl die Behandlung mit Botox als auch mit Hyaluron ist jedoch nur von vorübergehender Natur. Die lähmende Wirkung von Botox auf die Gesichtsmuskeln lässt im Durchschnitt nach vier bis acht Monaten nach und muss, damit die Falten dauerhaft verschwinden, in regelmäßigen Abständen wiederholt werden. Je öfter Botox zum Einsatz kommt, desto länger werden in der Regel die Zeiträume zwischen den Behandlungen, jedoch kann es bei übermäßiger Anwendung zu einem maskenhaften Gesicht kommen, das nur noch wenig mimische Reaktionen ermöglicht.
Auch die natürliche Hyaluronsäure muss nach einiger Zeit erneut unter die Falten gespritzt werden, denn mit zunehmendem Alter nimmt nicht nur die natürliche Sättigung der Haut mit der gallertartigen Substanz ab, auch das nachträglich injizierte Serum lässt in seiner Wirkung nach ca. drei bis sechs Monaten nach.
Als nicht-invasive Methode, die Haut auch im Alter glatt und rein zu halten, haben weitere Verfahren, die Lichtpulse oder Ultraschall einsetzen, das Spektrum der ästhetischen Hautbehandlung erweitert. So soll der Ultraschall z.B. bis in die tieferen Hautschichten vordringen und das Bindegewebe durch Wärmeentzug stimulieren, in deren Folge die Haut wieder gestrafft wird. Auch die IPL-Methode (Intsend Pulsed Light, auf Deutsch: intenstiv gepulste Lichttechnologie) verzichtet darauf, die Hautoberfläche zu verletzen, und setzt Lichtpulse verschiedener Wellenlängen ein, um Hautzellen gezielt zur Erneuerung anzuregen.
Obwohl sie keine invasiven chirurgischen Eingriffe darstellen, sind auch Botox- und Hyaluronsäure-Behandlungen nicht ohne Risiko. So kann es zu folgenden, größtenteils vorübergehenden Nebenwirkungen kommen, von denen einige aber auch dauerhaft sein können:

  • blaue Flecken
  • Schwellungen
  • Asymmetrien im Gesicht
  • Hängelid (bei Botoxunterspritzung am Auge)
  • neue Falten an anderer Stelle
  • leichte Kopfschmerzen während der ersten 2 bis 4 Stunden nach der Behandlung

Exkurs: Hyaluron

Hyaluronsäure wird nicht nur im Rahmen der ästhetischen Chirurgie angewendet. Wo diese eine medizinische Rolle spielt, erklärt Dr. Tobias Weigl in diesem Video.
 

 

Achtung!
Bei gesunden Patienten ist das Risiko einer Botox-Behandlung gering. Liegen aber beispielsweise Nervenerkrankungen oder Gerinnungsstörungen vor, kann der Einsatz des Giftes Botulinumtoxin bleibende Schäden verursachen. Risiken entstehen auch bei wiederholter Behandlung, vor allem dann, wenn die Abstände zwischen den Botox-Spritzen nicht lang genug sind. So kann der Körper z.B. Antikörper gegen das Toxin ausbilden, und die Wirkung der Unterspritzung nachhaltig verhindern.
Hyaluronsäure dagegen, vorausgesetzt sie wird professionell angewendet, ist für den menschlichen Körper in der Regel gut verträglich – kein Wunder, schließlich handelt es sich ja im Prinzip um einen Stoff, den die Zellen selbst herstellen. Wird aber beispielsweise zu viel oder zu wenig Hyaluronsäure injiziert, ist das Ergebnis nicht zufriedenstellend. Bei einer zu oberflächlichen Einspritzung besteht darüber hinaus die Gefahr, dass sich Knötchen oder sichtbare Stränge bilden, jedoch sind diese Risiken bei zugelassenen Hautärzten und plastischen Chirurgen kaum wahrscheinlich.
Welche der folgenden Symptome haben Sie nach einer Behandlung mit Botox bzw. Hyaluron erfahren? Mehrfachantworten sind möglich!
Forschung
Botox kann nicht nur in Zusammenhang mit kosmetischer Chirurgie angewendet werden. So haben Forscher der britischen University of Sheffield, der University College London (UCL) und dem Hospital for Sick Children in Toronto zwei Wirkstoffe entwickelt, die unter anderem auf Botulinumtoxin basieren. Eingesetzt werden können diese Wirkstoffe bei der Linderung neuropathischer Schmerzen. Solche entstehen bei der Reizung oder Vernichtung von Nervenfasern. Die Wirkstoffe verhindern eine Weiterleitung der Neurotransmitter, die Schmerzsignale aussenden. Bisher gestaltete sich die Behandlung von Patienten mit neuropathischen Schmerzen als schwierig.

Derzeit befinden sich die Wirkstoffe noch im Stadium der klinischen Tests.

Vorbereitung und Nachbehandlung

Theoretisch könnte eine Hautverjüngung mit Botox oder Hyaluronsäure in der Mittagspause erfolgen. Praktisch sollten sich die Patienten aber genügend Zeit nehmen, um die Behandlung entspannt anzugehen. Im Idealfall verbringt man den Rest des Tages nach der Behandlung zuhause, um sich zu schonen.

Die minimal-invasiven Behandlungen mit Botox oder Hyaluronsäure dauern zumeist zwischen 20 und 30 Minuten (Botox) bzw. zwischen 30 und 60 Minuten (Hyaluronsäure). Die tatsächliche Dauer der Behandlung hängt immer davon ab, wie viele Stellen behandelt werden sollen. Da bei der Behandlung Spritzen zum Einsatz kommen, müssen ca. zwei Wochen vor dem Eingriff Medikamente, die die Blutgerinnung fördern, abgesetzt werden. Dazu zählen Blutverdünner, Schmerzmittel wie Aspirin sowie Rheumamittel. Auch Vitamin- und Kräutertabletten sollten bis zu zwei Wochen vor der Behandlung nicht eingenommen werden. Da die Haut während des Eingriffs sichtbar sein muss, ist es unabdinglich, dass Sie als Patient ungeschminkt zum Termin erscheinen. Darüber hinaus sind abgesehen von einem ausführlichen Beratungsgespräch, in dem über die Methoden, Kosten und eventuelle Risiken aufgeklärt wird, keine besonderen Vorbereitungen erforderlich.

Wie schmerzhaft der Eingriff ist, hängt stark vom jeweiligen Schmerzempfinden der Patienten ab. Die Gesichtsareale, die unterspritzt werden sollen, werden je nach Größe und Menge der zu injizierenden Substanz mit einer Salbe oder einer Mikroinjektion betäubt.

Eine spezielle Nachbehandlung ist in der Regel nicht erforderlich. Kleinere Schwellungen oder Rötungen, die auftreten können, wenn beim Einstich ein Blutgefäß verletzt wurde, klingen spätestens nach ein paar Tagen wieder ab und können überschminkt werden. Das Ergebnis der Behandlung ist in einigen Fällen sofort sichtbar, die endgültige Form zeigt sich aber häufig erst nach 24 bis 72 Stunden. Grundsätzlich sind die Ergebnisse einer Hyaluron-Behandlung schneller zu sehen als das Endergebnis einer Botox-Unterspritzung.

Kosten und Finanzierung

Egal, ob für die Hautverjüngung Botox oder Hyaluronsäure zum Einsatz kommt – die Kosten für den Eingriff richten sich in beiden Fällen stark nach der Menge des Medikaments, die verwendet wird, da die Dosierung in engem Zusammenhang mit dem Aufwand der Behandlung steht.

  • Kosten für eine Botox-Behandlung des Gesichts: ca. 150-350 Euro (je nach Menge und Aufwand)
  • Kosten für eine Hyaluron-Behandlung des Gesichts: ca. 200-400 Euro (je nach Aufwand und Menge)
  • Kosten für eine Hyaluron-Behandlung an Händen oder Dekolleté: ca. 600 Euro

Da die Kosten für den Eingriff von der Menge des Medikaments abhängen, haben die Patienten das Preisgefüge zumindest ansatzweise selbst in der Hand. Je geringer das gewünschte Volumen der Auffüllung ist, desto geringer sind letztlich auch die Kosten. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Behandlung in der Regel nicht, da ihr meist rein ästhetische Wünsche zugrunde liegen.

Häufige Patientenfragen

Reicht es, wenn ich mich einmal einer hautverjüngenden Behandlung unterziehe?

Dr. T. Weigl
Leider ist die Wirkung von Botox oder Hyaluron zeitlich nicht unbegrenzt. Beide Verfahren erfordern eine regelmäßige Behandlung, damit der gewünschte, hautverjüngende Effekt, erhalten werden kann. Je öfter Sie sich solch einer Behandlung aussetzen, desto größer werden die Abstände bis zur nächsten Spritze.

Wie schnell ist der Effekt sichtbar?

Dr. T. Weigl
Egal ob Sie Hyaluronsäure oder die Behandlung mit Botox bevorzugen: Sie werden relativ schnell einen Unterschied hinsichtlich der Hautstruktur feststellen. Zwischen 24 und 72 Stunden müssen Sie allerdings im Durchschnitt warten.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die Hautverjüngung?

Dr. T. Weigl
Da es sich um einen Eingriff handelt, welcher zumeist ästhetischen Gründen zu Grunde liegt, übernehmen Krankenkasse die Behandlungen nicht.

 

Ein Gespräch hat tatsächlich geholfen. Schnell erfuhr Angelina, dass ihre Horrorvorstellung bei übermäßiger Anwendung Realität werden kann. Letztendlich wagt sie den Schritt und probiert eine Botox-Unterspritzung aus. Schnell ist das Ergebnis sichtbar – womit sie absolut zufrieden ist.
Noch weiß sie nicht, ob sie in sechs Monaten, wenn die Wirkung des Nervengifts aufhört, sich wieder spritzen lassen möchte. Doch zum Glück bleibt ihr noch Zeit, sich dafür oder dagegen zu entscheiden!

 

Verwandte Themen

 

Haben auch Sie Erfahrungen mit einer Hautverjüngung? Haben Sie Fragen zum Thema? Nutzen Sie unsere Kommentarfunktion unten für den Austausch untereinander und mit uns!

Autoren: Dr. Tobias Weigl

Lektorat: Andrea Lorenz

Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt.

Quellen

    • Deutsches Ärzteblatt: Neuartige Botoxwirkstoffe könnten neuropathische Schmerzen lindern. Artikel vom 23. Juli 2018.
    • Boris Sommer; Dorothee Bergfeld; Gerhard Sattler (Hgg.) (2015): Botulinumtoxin in der ästhetischen Medizin. Georg Thieme-Verlag, Stuttgart.
    • UCL News: Novel botulinum compound reveals chronic pain. Artikel vom 18. Juli 2018.
    [Gesamt:2    Durchschnitt: 5/5]

Noch keine Kommentare.

Was denkst Du?

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.