Sign up with your email address to be the first to know about new products, VIP offers, blog features & more.

Hautbrennen: Viele Ursachen, welche Therapie?

Hautbrennen ist ein sehr subjektives Symptom, da in einigen Fällen keine Hautirritationen erkennbar sind. Betroffene sprechen von einem unangenehmen, brennenden, stechenden Gefühl. Hautbrennen kann aber genauso mit offensichtlichen Hautveränderungen einhergehen.
— Dr. Tobias Weigl


Von Medizinern geprüft und nach besten wissenschaftlichen Standards verfasst

Dieser Text wurde gemäß medizinischer Fachliteratur, aktuellen Leitlinien und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

Quellen ansehen

Wenn die Haut brennt, stimmt etwas nicht: Das unangenehme Gefühl entsteht, weil unser größtes Organ mit äußeren, potentiell schädlichen Stoffen in Berührung gekommen ist. Als Reaktion darauf brennt die Haut. Mögliche Urheber können bestimmte Nahrungsmittel, Kleidungsstücke oder bestimmte Kosmetika sein.
Hautbrennen kann auch ein Begleitsymptom von weiteren Erkrankungen sein: Dazu gehören beispielsweise Diabetes mellitus oder Herpes zoster. Neben einer Symptombehandlung ist in diesen Fällen eine Therapie der Grunderkrankung notwendig, um die Situation zu verbessern. Die konkrete Behandlung richtet sich nach der von Ihrem Arzt gestellten Diagnose. Vielfach reagiert die Medizin mit Medikamenten, um das Hautbrennen einzudämmen.

Mareike sitzt in ihrem Arbeitszimmer an ihrem Schreibtisch: Es ist ein sonniger Freitagvormittag während der Herbstferien. Aufgrund der Tatsache, dass ihre beiden Töchter diese Woche zu Hause sind, hat sich die Architektin einen Tag Homeoffice gegönnt. Gerade sinniert sie über die Darstellung des neuesten Bauvorhabens, als ein zögerliches Klopfen sie aus ihren Überlegungen reißt. Ihre Tochter Leonie kommt hinein, ohne auf Antwort zu warten. „Maus, was ist denn los?“, fragt ihre Mutter mitfühlend, als sie die gequälte Miene der 13-Jährigen sieht. „Mama, ich habe das Gefühl, meine Haut brennt!“ Sie deutet währenddessen auf ihr Gesicht. Mareike runzelt die Stirn: „Komisch, aber ich sehe überhaupt nichts …“ „Aber Mutti, siehst du nicht, dass es schon ganz rot wird!“, klagt sie. Mareike zieht das Mädchen sachte ans Fenster: Tatsache!

Das Organ: Die Haut

Wieso „brennt“ Haut? Dies hängt mit dem Aufbau und den Aufgaben der Haut zusammen. Die Haut (sog. ‚Kutis‘) ist das größte menschliche Organ und ist im Durchschnitt zwischen 1,5 und 2,5 m2 groß. Die Haut umfasst weit mehr als das, was wir mit bloßem Auge sehen können. Insgesamt besteht sie aus drei Schichten, denen unterschiedliche Aufgaben zufallen: die Oberhaut (sog. ‚Epidermis‘), die Lederhaut (sog. ‚Dermis‘) und die Unterhaut (sog. ‚Subkutis‘).
Die oberste – und somit für uns sichtbare Schicht – der Epidermis besteht aus mehreren Hornplatten (sog. ‚Keratinozyte‘), die wiederum aus dem Protein Keratin gebildet werden. Diese werden ständig in der untersten Lage der Epidermis gebildet. Sie wandern weiter nach oben, wo sie dann bereits abgestorbene Hautpartikel ersetzen. Dadurch unterliegt die Epidermis einer ständigen Erneuerung. Die verschiedenen Einzelschichten der Epidermis unterscheiden sich in ihrem Aussehen, haben allerdings dieselben Funktionen: So reagiert die Oberhaut auf Umwelteinflüsse wie Sonneneinstrahlung mit der Bildung des Farbstoffs Melanin, was für die Braunfärbung unserer Haut verantwortlich ist. Darüber hinaus sitzen Zellen zur körpereigenen Abwehr (sog. ‚Langerhans-Zellen‘) sowie Zellen zur Wahrnehmung von Sinnes- wie auch Witterungseindrücken (sog. ‚Nervenendstrukturen‘) in der Oberhaut.
Die Lederhaut besteht, anders als die Oberhaut, aus Bindegewebe. Dieses unterscheiden Mediziner anhand der Struktur in lockeres und straffes Bindegewebe. Während das lockere Bindegewebe (sog. ‚Stratum papillare‘) vor allem Nerven sowie weitere Abwehrzellen beinhaltet, befinden sich im straffen Bindegewebe (sog. ‚Stratum reticulare‘) neben Abwehrzellen vornehmlich Drüsen, Blut- und Lymphgefäße, Rezeptoren und Haarfollikel.
Die Unterhaut bildet den Abschluss der drei Hautschichten. Auch diese besteht aus Bindegewebe. Hinzu kommt allerdings noch Fettgewebe, dessen Menge wir durch Faktoren wie Ernährung oder Bewegung beeinflussen können. Aufgrund dieses Aufbaus ist die Subkutis maßgeblich für unsere Körperform verantwortlich. Innerhalb dieser Fett-Bindegewebe-Schicht finden sich Nervenzellen und Venen sowie Zellen, die für die Wahrnehmung von Vibration zuständig sind.
Die drei Hautschichten werden überdies zusätzlich geschützt durch einen Säuremantel, der über der Epidermis liegt und aus Wasser, Salzen, Hautfetten und Talgdrüsensekret besteht (sog. ‚Hydrolipidmantel‘).

Aufgaben

Das Organ der Haut erfüllt mehrere Funktionen, die über den Schutz der inneren Organe und Strukturen hinausgehen:

  • Gesamte Integrität des Körpers
  • Schutz vor externen, schädigenden Stoffen (z. B. Krankheitserreger)
  • Schutz vor Wettereinflüssen (z. B. Hitze, Feuchtigkeit, Kälte)
  • Stoffaustausch
  • Temperaturausgleich (sog. ‚Thermoregulation‘)
  • Tastorgan

Das Symptom: Was ist Hautbrennen?

Hinter dem Begriff des Hautbrennens verbirgt sich ein stechendes, brennendes und grundsätzlich unangenehmes Hautgefühl. Dieses kann sowohl mit als auch ohne sichtbare Reizungen der Haut auftauchen. Zu diesen offensichtlichen Hautirritationen gehören beispielsweise Pickelchen oder Rötungen. Aufgrund der Tatsache, dass Hautbrennen nicht mit dem bloßen Auge erkennbar ist, ist die Einordnung dieses Gefühls durch Außenstehende – seien das der behandelnde Arzt oder Angehörige – nicht einfach.
Je nach Ursache kann Hautbrennen plötzlich auftauchen (sog. ‚akut‘) oder von Dauer sein (sog. ‚chronisch‘).

Die Ursachen von Hautbrennen

Häufig ist das Brennen von Haut das Signal dafür, dass die natürliche Schutzhülle des Körpers mit einem Stoff in Berührung gekommen ist, der schädigend ist. Auf der anderen Seite können auch Überempfindlichkeit und Allergien ein Hautbrennen auslösen.

Exkurs: Was ist eine Allergie?
Im Zuge der Abwehr von schädigenden Stoffen kann es passieren, dass unser Körper einige Substanzen irrtümlich als gefährlich einstuft. Es kommt dann zu einer übertriebenen Reaktion des Immunsystems, wenn der Körper auf diese Substanz trifft. Diese Überempfindlichkeit entsteht durch eine vorherige Sensibilisierung gegenüber der als schädigend eingestuften Substanz. Diese Überreaktion nennen Mediziner eine Allergie. Die Medizin unterscheidet grundsätzlich vier Typen, die sich hinsichtlich mehrerer Punkte unterscheiden. Der bekannteste Typ, der anaphylaktische Soforttyp, geht mit folgenden Symptomen einher:

In schweren Fällen kann es zu einer sog. anaphylaktischen Reaktion bis hin zu einem allergischen Schock kommen, welcher sich in Hitzegefühl, Schwindel, Hautausschlag, Schwellungen der Augenlider, Schluckbeschwerden, ansteigender Herzfrequenz (sog. ‚Tachykardie‘) bis hin zum Kreislaufversagen manifestiert.
Eine Allergie kann mittels verschiedener Testverfahren ermittelt werden. In vielen Fällen steht zunächst die Symptomlinderung im Fokus. Unabdingbar ist es weiterhin, dass Sie, sobald die Ursache erkannt wurde, diese meiden!
Mehr Informationen zum Themenfeld der Allergie finden Sie selbstverständlich auch auf unserer Seite.

Häufig zum Tragen kommen derlei immunbedingte Überreaktionen im Zusammenhang mit Kosmetika und Pflegeprodukten, die wir verwenden. Verantwortlich ist häufig der Wirkstoff Milchsäure. In geringen Mengen löst dieser Hornhaut und wirkt pflegespendend, eine zu hohe Dosis führt allerdings zu Hautreizungen. Im Haushalt können ebenfalls Kleidung oder Waschmittel zu Hautbrennen führen. Aber auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten, beispielsweise eine Laktose- oder Glutenintoleranz, äußern sich in Form eines Hautbrennens.
Als eine Nahrungsmittelallergie bezeichnen Mediziner die allergische Reaktion auf vereinzelte Nahrungsmittel. Zu den gängigsten Auslösern gehören

  • Kuhmilch,
  • Fisch,
  • Nüsse,
  • Hühnereier,
  • Soja
  • und bestimmte Mehlsorten.

Grundsätzlich kann jedes Nahrungsmittel eine Allergie auslösen. Verschiedene Symptome sind Teil einer allergischen Reaktion. Neben Juckreiz, Hautbrennen und Hautausschlägen kommt es zu Atembeschwerden und Niesen. Bauchkrämpfe, Erbrechen und Durchfall, aber auch Blutdruckabfall, ein schneller Puls (sog. ‚Tachykardie‘) und Kopfschmerzen sind Teil des Beschwerdebildes.
Vor allem Kinder sind von dieser Art der Unverträglichkeit betroffen. Ihren Gipfel erreicht die Nahrungsmittelunverträglichkeit deswegen im Kleinkindalter. Eine Kuhmilchallergie hingegen betrifft zunächst Säuglinge.

Hautbrennen als Begleitsymptom

Borreliose

Borreliose wird hervorgerufen durch Bakterien aus dem sogenannten Borrelia-burgdorferi-Komplex. Übertragen wird Borreliose von Zecken. Die Erkrankung gehört zu den häufigsten von Zecken übertragenen Krankheiten sowohl in Europa als auch in Nordamerika. Eine Ausnahme bildet nur Nordskandinavien. Zu den Risikogruppen gehören Kinder, die draußen spielen, sowie Wanderer und Forstarbeiter. Ihren Höhepunkt hat Borreliose in der Zeit zwischen März und Oktober in den Sommermonaten.
Borreliose äußert sich nicht nur in Form von brennender Haut: Die Einstichstelle verfärbt sich rot. Während die Rötung sich in Form von Ringen nach außen ausbreitet, verblasst das Zentrum. Bleibt Borreliose unbehandelt, kann es zu Lähmungserscheinungen bis hin zu Herzrhythmusstörungen kommen. Grundsätzlich unterscheidet die Medizin mehrere Stadien, die sich innerhalb der Symptomatik unterscheiden. Zu beachten ist allerdings, dass diese Einteilung nicht zementiert ist. So kann es auch sein, dass ein Stadium übersprungen wird.
Anders als bei beispielsweise Windpocken und der Gürtelrose gibt es keine Impfung gegen Borreliose!

Diabetes mellitus

Diabetes mellitus bezeichnet eine chronische Überzuckerung des Körpers. Glukose ist eine wichtige Substanz für den Körper, sie liefert Energie. Ohne Glukose können bestimmte Funktionen nicht mehr aufrechterhalten werden. Glukose wird im Blut umgewandelt. Für diesen Vorgang sowie für die Aufnahme von Glukose ist das sogenannte Insulin wichtig. Bei Betroffenen funktioniert der Insulinmechanismus nicht. So kommt es zu einer gestörten Ausschüttung des Stoffs oder zu einer eingeschränkten Wirkung. Grundsätzlich existieren zwei Typen: Typ I und Typ II.
Zu den Symptomen gehören unter anderem übersteigerter Durst (sog. ‚Polydipsie‘), übersteigertes Wasserlassen (sog. ‚Polyurie‘) sowie Gewichtsverlust. Das Gefühl, dass die Haut brennt, stammt von der Schädigung der Nerven durch die fehlende Glukose. Diese Folgeerkrankung nennen Ärzte auch diabetische Polyneuropathie.
Mehr Informationen zum Themenkomplex „Diabetes“ erhalten Sie in folgenden Artikeln auf dieser Seite:

Grundlegende Informationen hat Dr. Tobias Weigl zudem in einem Video für Sie verständlich zusammengefasst:

Gut zu wissen!
Bereits in der Antike kannten Menschen eine Erkrankung, bei der die Betroffenen eine große Menge Urin ausschieden. So bedeutet der heutige Begriff „Diabetes“ nichts anderes als Durchfluss. Die Bezeichnung geht auf einen griechischen Arzt zurück, der diese Benennung 200 v.Chr. erwähnte.

Nervenschäden

Sowohl akutes wie auch chronisches Hautbrennen kann die Folge von neurologischen Schäden sein. Hinter dem Begriff der Nervenschäden verbirgt sich eine Überreizung der Nerven. Als Nerven werden Strukturen bezeichnet, die zur Weitergabe von Impulsen und Reizen dienen. Neben einem Kribbeln und Brennen erleiden Betroffene zudem weitere Ausfälle im Bereich der Sensibilität und Missempfindungen. Auch die Wahrnehmung der Temperatur sowie die Eigenreflexe funktionieren nicht richtig. Je nach der konkreten Ursache kommen weitere Symptome wie Wadenkrämpfe oder atrophische Haut hinzu.
Ursachen einer Polyneuropathie sind vor allem Diabetes mellitus und gesteigerter Alkoholkonsum. Weiterhin können aber auch eine Vergiftung mit Schwermetallen, Lösungsmitteln, bestimmten Medikamenten sowie Mangelernährung Ursache für eine Polyneuropathie sein.

Mehr Informationen zur Polyneuropathie in diesem Video

Was sind Nerven und wie kann es zu Schädigungen kommen? Wieso fühlen wir bei Nervenschmerzen ein Brennen und Kribbeln an den Beinen? Wichtige Grundlagen und Wissenswertes zum Thema erklärt Dr. Tobias Weigl im folgenden Video zum Thema Polyneuropathie!

Gürtelrose

Die Gürtelrose, auch Herpes zoster oder verkürzter Zoster, ist eine Viruserkrankung, die auf einer Varizelleninfektion basiert. Diese ist auch für Windpocken verantwortlich. Mediziner sprechen bei dem Ausbruch einer Gürtelrose deswegen auch von einer Reaktivierung der Infektion. Eine Gürtelrose wird ausgelöst durch ein schwaches Immunsystem. Dieses wiederum wird hervorgerufen durch Stress, Malignome, eine HIV-Infektion oder weitere Infektionskrankheiten. Dies bedeutet auch, dass Herpes zoster nicht von Mensch zu Mensch übertragen werden kann!

Gut zu wissen!
Wer als Kind an Windpocken erkrankt ist oder eine entsprechende Impfung hat, kann keinen Herpes zoster bekommen!

Zu den Symptomen gehören Fieber, aber auch ein grundsätzlich verschlechterter Allgemeinzustand. Neben einem Hautbrennen können auch Papeln und weitere Hautausschläge auftauchen. Zusätzlich reagieren Betroffene empfindlich auf Berührungen bzw. empfinden Schmerz.

Psychosomatisches Hautbrennen

Für Hautbrennen müssen nicht zwingend körperliche Ursachen verantwortlich sein. So kann vor allem Stress gepaart mit emotionalem Druck eine körperliche Reaktion auslösen. Dies kann nur in Form von Hautbrennen geschehen oder in Zusammenhang mit weiteren dermatologischen Erkrankungen wie Schuppenflechte, Neurodermitis oder auch Nesselsucht (sog. ‚Urtikaria‘). Viele Betroffene stoßen jedoch – vor allem bei fehlendem, mit dem Auge erkennbaren Symptomen – auf Unverständnis, wenn sie von ihren Symptomen berichten.

Wenn Sie mehr über psychosomatische Schmerzen erfahren wollen, empfehlen wir die Lektüre unseres umfassenden Artikels zum Thema.

Wer ist betroffen?

Das Symptom „Hautbrennen“ kann grundsätzlich jeden, unabhängig von Alter und Geschlecht, treffen. Differenziert muss die Betrachtung bei den eigentlichen Ursachen des unangenehmen Gefühls erfolgen. Während bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten vor allem Säuglinge und kleine Kinder betroffen sind, erkranken Erwachsene an Erkrankungen wie Borreliose (wobei auch Kinder an Borreliose erkranken können), Diabetes mellitus oder Gürtelrose. Psychosomatisch bedingte Hautirritationen und -brennen sind ebenfalls im Erwachsenenalter zu verorten.

Haben auch Sie schon einmal Hautbrennen verspürt? Welche der folgenden Ursachen hat Ihr Arzt bei Ihnen diagnostiziert? (Mehrfachnennungen möglich) Damit helfen Sie anderen Lesern, ihre Symptome besser einzuschätzen.

Was tut der Arzt? Teil 1: Die Diagnose

Eine mehrgliedrige Untersuchung bei Ihrem behandelnden Arzt kann die Ursache für Ihr Hautbrennen zu Tage fördern. Zunächst steht das Anamnesegespräch, das Patientengespräch, im Vordergrund. Im Rahmen dieses Einstiegsgesprächs geht Ihr Arzt auf die Symptome ein: Wann tritt das Brennen auf? Hat sich irgendetwas in ihrer Umgebung verändert? Sind Vorerkrankungen bei Ihnen oder innerhalb der Familie bekannt?
Steht der Verdacht einer Allergie im Raum, so gibt es mehrere Möglichkeiten, um diesen zu bestätigen. Im Falle der Nahrungsmittelunverträglichkeit müssen sie ein Ernährungstagebuch führen. Um Erkrankungen im Magen-Darm-Trakt auszuschließen, wird Ihr Arzt mehrere Laboruntersuchungen durchführen. Weiterhin soll im Rahmen einer Eliminationsdiät durch Weglassen möglicher Allergene getestet werden, gegen welche Nahrungsmittel Sie allergisch sind. Eine Reihe weiterer Tests dient der Diagnostik von Allergien:

  • Reibetest: Mögliche Substanzen, gegen die Sie allergisch sein könnten, werden über einen bestimmten Bereich auf der Unterarminnenseite gerieben.
  • Pricktest: Neben den möglichen Allergenen werden weitere Substanzen getestet, die auf keinen Fall Allergien bzw. auf jeden Fall Hautirritationen auslösen. Nach dem Auftragen auf dem Unterarm sticht Ihr Arzt mit einer Lanzette leicht in die Stelle.
  • Scratchtest: Ein Scratchtest funktioniert ähnlich wie ein Pricktest, nur dass Ihr Arzt anstatt in die Stelle zu stechen mit der Lanzette ein ca. 1 cm langes Stück Haut einritzt und die möglichen Allergene danach aufgetragen werden.
  • Intrakutantest: Mögliche Allerge werden mittels einer Spritze in den Rücken oder die Unterarminnenseite injiziert.

Im Falle einer Borreliose stehen innerhalb der Anamnese andere Fragen im Fokus:

  • Wurden Sie kürzlich von einer Zecke gebissen?
  • Hatten Sie bereits in der Vergangenheit die verblassenden Rötungen, die für eine Borreliose typisch sind?

Ihr Arzt wird Sie zudem nach weiteren Symptomen befragen. Erst, wenn diese auf eine Borreliose-Erkrankung hindeuten, kommen weitere diagnostische Maßnahmen in Frage. Im Fokus steht das Verfahren der positiven Serologie: Damit ist gemeint, dass durch Labortests Antikörper gesucht werden, die gegen die Borrelien-Bakterien agieren. Der Erreger kann auch durch Untersuchung beispielsweise der Haut oder der Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit nachgewiesen werden. Dies erfolgt durch die Entnahme von Proben der genannten. Auf Grundlage dieser werden dann im Labor sogenannte Kulturen angelegt und auf die Erreger getestet. Das Verfahren dauert allerdings verhältnismäßig lang.
Um Diabetes Mellitus zu diagnostizieren, werden zunächst die Blutzuckerwerte untersucht. Überschreitet der gemessene Wert 110 mg/dl, kann von Diabetes gesprochen werden. Anders als bei Plasma erfolgt die Untersuchung über Urin mehrfach. Weitere Labortests können die Diagnose stützen. Tiefergehende Informationen zu den Diagnosemöglichkeiten dieser Erkrankung finden Sie auch in unserem Artikel zu Diabetes mellitus.
Auch im Falle einer Polyneuropathie steht eine Labordiagnostik im Fokus. So interessiert sich Ihr behandelnder Arzt für das Blutbild und daran abzulesende Werte, welche auf Entzündungen oder aber auch Blutzucker, Vitamin-B12 sowie Rückstände von eventuellen Giftstoffen hindeuten. Neben der Labordiagnostik untersucht ein Mediziner auch den Bewegungsapparat, also die Motorik, die Sensibilität, Reflexe sowie den Koordinations- und Gleichgewichtssinn. Zentral ist die Messung der Nervenleitgeschwindigkeit. Diese kann Aufschluss über die Leistung der Nerven geben. Dies erfolgt über eine sogenannte Elektroneurographie (kurz: ENG) der Beine. Hierbei platziert Ihr Arzt Elektroden direkt an die Haut an der Stelle, an der Ihre Nerven gemessen werden sollen. Über weitere Reizelektroden werden die zu messenden Nerven mit elektrischen Impulsen versorgt, die wiederum von den Elektroden gemessen werden. Die elektrischen Impulse sind nicht schmerzhaft.
Eine Gürtelrose wird primär über Laboruntersuchungen diagnostiziert. Ziel ist der Nachweis der Erreger bzw. Antigene im Liquor oder im Blutserum. In den meisten Fällen reichen für eine eindeutige Diagnose eine Anamnese und die Betrachtung der Symptome. Die bereits angesprochene Laboruntersuchung dient nur in schwerwiegenden Fällen der zusätzlichen Überprüfung.

Fakten-Box
Hautbrennen

  • Borreliose: Sowohl Frauen als auch Männer; zwei Altersgipfel: zwischen 5 und 15 Jahren und 45 und 55 Jahren
  • Diabetes mellitus: Sowohl Männer als auch Frauen; 8 Prozent der 18–79-Jährigen betroffen, Wahrscheinlichkeit steigt ab dem 60. Lebensjahr
  • Gürtelrose: Jeder zweite Mensch erkrankt in seinem Leben an Zoster; Erkrankung in jedem Alter möglich, erhöhtes Risiko bei Menschen unter 50 Jahren
  • Nahrungsmittelunverträglichkeit: Verhältnis Frauen zu Männer 2:1; Gipfel im Kleinkindalter, bis zu 5 Prozent aller Kinder betroffen

Symptome

  • Bei jeder Erkrankung unterschiedliche Ausprägung des Hautbrennens
  • Mögliche Kopplung an sichtbare Hautirritationen und Juckreiz (Borreliose, Gürtelrose, Polyneuropathie, diabetische Polyneuropathie, allergische Reaktion)

Was tut der Arzt? Teil 2: Die Behandlung

Neben einer symptomatischen Therapie steht vor allem die Ursachenbekämpfung im Vordergrund. Der folgende Abschnitt bietet daher einen Einblick in die einzelnen Behandlungsansätze. Für tiefergehende Informationen besuchen Sie doch unsere weiterführenden Artikel zu den jeweiligen Erkrankungen.

  • Allergische Reaktion: Im Zusammenhang mit der Behandlung von Allergien steht in den meisten Fällen die Symptomlinderung im Vordergrund. Eine Heilung der allergischen Erkrankung kann nur durch eine Immuntherapie erreicht werden. Die konkrete Therapie richtet sich nach dem Schweregrad Ihrer Allergie. Gegen Ihre Hautirritationen verschreibt Ihnen Ihr Arzt Antihistaminika wie Clemastin, Glucocorticoide oder Ranitidin.
  • Nahrungsmittelunverträglichkeit: Auch einer Nahrungsmittelunverträglichkeit wird meist mit einer Symptomlinderung begegnet. Diese beinhaltet unter anderem einen medikamentösen Stufenplan, welcher sich aus mehreren Substanzen zusammensetzt. Diese sind für verschiedene Symptome zuständig. Gegen Niesen verschreibt Ihr Arzt Augen- oder Nasentropfen. Gegen das Hautbrennen helfen auch hier Glucocorticoide, die als Salbe aufgetragen werden. Auch bei einer Nahrungsmittelunverträglichkeit hilft langfristig nur eine Hypo- bzw. Desensibilisierung!
Gut zu wissen!
Eine spezifische Immuntherapie dient der langfristigen Heilung bestimmter Allergene. Dazu gehören beispielsweise Wespen- oder Bienengift sowie bestimmte Pollen. Um solch eine Therapie beginnen zu können, müssen Sie einige Voraussetzungen erfüllen:

  • Beschwerdedauer liegt bei mindestens fünf Jahren
  • Sie sind unter 55 Jahre alt
  • Stark ausgeprägte Symptome
  • Kaum Linderung der Beschwerden

Die Behandlungsdauer liegt bei mindestens drei Jahren. Allerdings vermelden zwei Drittel der Patienten am Schluss ein Ende der Beschwerden. Vor allem jüngere Patienten profitieren langfristig davon.
Für weitere Informationen wenden Sie sich an Ihren behandelnden Arzt!

  • Borreliose: Auch hier baut eine Behandlung auf Medikamenten auf. Zur Zurückdrängung der verantwortlichen Viren ist die Gabe von Antibiotika entscheidend. Zu den gängigen Mitteln gehören Doxycyclin sowie sogenannte Beta-Laktam-Antibiotika (da vor allem Ceftriaxon oder Amoxicillin). Sowohl die Therapiedauer als auch die Menge des Medikaments hängen vom Befall und dem Stadium der Borreliose ab.
Achtung!
Manche Patienten klagen nach der Absetzung der Antibiotika unter anderem über Leistungseinschränkungen, Müdigkeit oder Konzentrationsstörungen. Diese werden zusammengefasst als Post-Borreliose-Syndrom. Allerdings ist dieses aufgrund unspezifisch definierter Symptomatik umstritten.
  • Diabetes mellitus: Eine Diabetes-Therapie ist sehr komplex und hängt auch von dem Erkrankungstyp ab. Während ein Typ-1-Diabeter eine Insulintherapie braucht, stehen für Typ-2-Diabeter Gewichtsreduktionen und Antidiabetika im Vordergrund. Um dem Symptom des Hautbrennens zu begegnen, werden Medikamente angewendet. Diese beeinflussen die geschädigten Nerven. Zu den verwendeten Medikamenten gehören Antidepressiva, Opioide und Antikonvulsiva. Darüber hinaus bietet die Medizin auch nicht-medikamentöse Methoden, beispielsweise eine transkutane elektrische Nervenstimulation (kurz: TENS): Elektrische Impulse werden an den geschädigten Nerven eingesetzt. Auch Krankengymnastik, Bäder, Akupunktur oder auch Entspannungstherapien unterstützen den Betroffenen. Weitere Informationen zur Behandlung von Diabetes mellitus finden Sie in den folgenden Artikeln zum Diabetes mellitus und zur Diabetischen Polyneuropathie.
  • Polyneuropathie: Auch hier gilt, dass sowohl das Symptom als auch die ursächliche Grunderkrankung behandelt werden müssen. Zu den verschriebenen Medikamenten gehören Antidepressiva, Opioide oder Antikonvulsiva. Auch Salben und spezielle, mit entsprechenden Wirkstoffen versehene Pflaster, können hilfreich sein (sog. ‚topische Therapie‘).
Achtung!
Medikamente sollten erst nach etwa einem Jahr Medikation oder dann, wenn die Behandlung der dahinterliegenden Erkrankung erfolgreich ist, ausgelassen werden.
  • Gürtelrose: Die Therapie einer Gürtelrose kennt drei Ziele: die Symptomlinderung, die Reduzierung der Ansteckungsgefahr sowie die Vorbeugung möglicher Folgeerkrankungen. Hautirritationen wie auch Hautbrennen werden mithilfe von speziellen Salben behandelt. Zusätzlich können Schmerzmedikamente wie Ibuprofen, Paracetamol und Tramadol verschrieben werden. Neben der Schmerztherapie soll eine antivirale Therapie mithilfe des Wirkstoffs Aciclovir die ausschlaggebenden Viren abtöten.
Achtung!
Nicht mehr empfohlen wird die Medikation mithilfe von Corticoiden!
  • Psychosomatisches Hautbrennen: Sind Stress und psychischer Druck die Ursache für Hautirritationen wie Hautbrennen, ist das langfristige Ziel die Reduktion dieses Zustandes. Dies kann mithilfe von konkreten Entspannungstechniken gelingen. Dazu gehören beispielsweise Atemtechniken, autogenes Training und Qui Gong. Ebenfalls hilfreich können Sitzungen bei Psychologen und Psychotherapeuten sein.

Häufige Patientenfragen

Was ist mit Hautbrennen gemeint?

Dr. T. Weigl
Hautbrennen bezeichnet ein unangenehmes Gefühl, das Betroffene mit Brennen vergleichen. Weiterhin sprechen Patienten auch von einem stechenden Gefühl. Die Ursache für Hautbrennen ist in vielen Fällen nicht sichtbar, was die Einschätzung des Symptoms erschwert. In anderen Fällen treten zusätzlich zum Hautbrennen Hautirritationen wie Rötungen oder Papeln auf. Hautbrennen kann sowohl akut als auch chronisch auftreten.

Ich stehe unter enormen Druck – hängt dies mit meinem Hautbrennen zusammen?

Dr. T. Weigl
Schon länger ist bekannt, dass Hautirritationen und Erkrankungen wie Neurodermitis auch mit der Psyche zusammenhängen. Dasselbe gilt auch für Hautbrennen. Zu den sogenannten psychosomatischen Ursachen gehört u. a. Stress, sowohl auf der Arbeit oder im privaten Bereich. Häufig äußern sich psychische Drucksituationen in Form von Hautirritationen. Da ein Symptom wie Hautbrennen nicht immer sichtbar ist, werden viele Betroffene nicht ernst genommen. Psychosomatisches Hautbrennen kann langfristig durch die Reduktion von Stress im Alltag verbessert werden. Zu den möglichen Therapieformen gehören unter anderem autogenes Training und Qui Gong.

Kann ich präventiv etwas gegen Hautbrennen unternehmen?

Dr. T. Weigl
Da die Ursachen für Hautbrennen vielfältig sind, ist es schwierig, auf konkrete Präventionsmaßnahmen zu verweisen. Hilfreich ist es immer, auf eine ausgewogene Ernährung zu achten, um Nahrungsmittelunverträglichkeiten zu vermeiden. Achten Sie zudem auf eine ausgeglichene Gestaltung Ihres Alltages: Bauen Sie Entspannungsphasen ein, um stressigen Situationen entgegen zu wirken. Einer Infektion mit Gürtelrose können Sie durch eine entsprechende Impfung vorbeugen.

Ein Gang zur langjährigen Hautärztin klärt die Angelegenheit auf: Anscheinend verträgt Leonie die neue Gesichtscreme nicht, die ihre ältere Schwester ihr aus Rom, wo sie eine Klassenfahrt gemacht hat, mitgebracht hat. „Leonie hat eine empfindliche Haut. Am wichtigsten ist es erst einmal, dass sie die Creme nicht weiter verwendet!“, erklärt die Ärztin Mutter und Tochter.

Verwandte Themen

Haben auch Sie Erfahrungen mit Hautbrennen? Haben Sie Fragen zum Thema? Nutzen Sie unsere Kommentarfunktion unten für den Austausch untereinander und mit uns!

Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt. Autoren: Dr. Tobias Weigl, Andrea Lorenz
Lektorat: Tobias Möller
Veröffentlicht: 15.10.2018

Quellen

  • Ralf Baron (2006): Diagnostik und Therapie neuropathischer Schmerzen. In: Deutsches Ärzteblatt 103/41 (2006).
  • Gabriele Fehm-Wolfsdorf (2009): Diabetes mellitus, Fortschritte der Psychotherapie. Hogrefe-Verlag, Göttingen u.a.
  • Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (Hrsg.): GESTIS-Stoffdatenbank – Milchsäure. In: gestis.itrust.de.
  • Frank H. Netter (2010): Netters Dermatologe mit 183 Abbildungen, 2. Auflage. Georg-Thieme-Verlag, Stuttgart.
  • Dr. med. Dagmar Schneck (2017): Elektroneurografie (Elektroneurographie, ENG), in: Apothekenumschau.
  • Die Welt (2011): Wenn Stress sogar unter die Haut geht, erschienen in: Die Welt am 8.3.2011.
[Gesamt:2    Durchschnitt: 5/5]

Noch keine Kommentare.

Was denkst Du?

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.