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Zahnschmerzen nach einer Füllung – Ursachen und Behandlung

Zahnschmerzen nach einer Füllung sind bis zu einem gewissen Grad völlig normal, da der Zahn durch die Behandlung stark gereizt wurde. Verschwinden die Schmerzen aber nach wenigen Tagen nicht, sollten Sie Ihren Zahnarzt erneut aufsuchen.
— Dr. Tobias Weigl


Von Medizinern geprüft und nach besten wissenschaftlichen Standards verfasst

Dieser Text wurde gemäß medizinischer Fachliteratur, aktuellen Leitlinien und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

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Zahnschmerzen nach einer Füllung sind für den Patienten oft verwirrend, da durch die Behandlung des Zahnarztes mögliche vorhergegangene Schmerzen eigentlich beseitigt werden sollten. In vielen Fällen sind solche Zahnschmerzen nach Füllungen aber nichts Besorgniserregendes. Verschwinden die Schmerzen nach wenigen Tagen nicht, empfiehlt es sich, erneut den Zahnarzt aufzusuchen, um den entsprechenden Zahn prüfen zu lassen. Welche Ursachen Zahnschmerzen nach Füllungen zugrunde liegen können und wie Diagnose und Behandlung aussehen, erfahren Sie im folgenden Artikel.

Michael kommt sichtlich erleichtert nach Hause: Heute Morgen ist ihm beim Frühstück ein Stück Zahn abgebrochen. Schnurstracks ist er daraufhin zum Zahnarzt geeilt, um den Zahn reparieren zu lassen. Bei der Behandlung stellt sich heraus, dass der Zahn stärker von Karies befallen, deshalb schon geschwächt war und dann durch einen Biss abgebrochen ist. Von der Behandlung merkt Michael aufgrund der Betäubung nicht viel und kann dann nach einer kurzen Weile die Zahnarztpraxis verlassen. Als die Betäubung nach wenigen Stunden nachlässt, fängt der Zahn aber zu schmerzen an: „Oh Mann, was soll das denn? Hat mein Zahnarzt da Mist gebaut?“, schimpft er und geht am nächsten Tag wieder zu seinem Zahnarzt..

Was ist eine Zahnfüllung?

Zahnfüllungen werden in der Zahnmedizin eingesetzt, um den behandelten Zahn, dessen Substanz meistens von Karies angegriffen wurde, entsprechend zu restaurieren. Damit sollen die Funktion und die Lebensfähigkeit des Zahnes sichergestellt werden. Um eine Füllung überhaupt sinnvoll einsetzen zu können, muss der Arzt zunächst die an Karies erkrankte Substanz des Zahnes entfernen. Normalerweise kommen hierfür zahnärztliche Instrumente, wie der ‚Bohrer‘ zum Einsatz. Abhängig davon, wie stark der Kariesdefekt ist, können ggf. auch chemische Verfahren Verwendung finden. Ist der Zahn entsprechend präpariert, kann er mit einem Füllungsmaterial langfristig dicht verschlossen werden. Je nach Art des dentalen, also zahnbezogenen, Schadens und nach Einschätzung des Arztes, können verschiedene Füllmaterialien in Frage kommen. Dabei unterscheidet man grob zwischen plastischen Füllungen und Einlagefüllungen. Erstere wird entsprechend vorgeformt und in den Zahn eingebracht, wo das Material dann aushärtet. Die Einlagefüllungen werden vor dem Einsetzen angefertigt, individuell angepasst und erst dann befestigt. Häufig verwendete Materialien sind u.a.:

Amalgam

Das silberfarbene Amalgam ist die klassische Füllsubstanz. Da es weich und somit leicht den Wünschen entsprechend geformt werden kann, wird es für eine direkte Füllung des Zahns benutzt. Gerade in Bereichen, in denen durch das Kauen großer Druck entsteht, wird Amalgam üblicherweise eingesetzt. Dies gilt bspw. für die Backenzähne.

Gut zu wissen: Ist Amalgam giftig?
Da Amalgam Quecksilber enthält und dieses für Vergiftungen sorgen kann, gab es immer wieder Auseinandersetzungen darüber, ob Amalgam in der Zahnmedizin eingesetzt werden sollte. Tatsächlich ist die Aufnahme von Quecksilber durch Zahnfüllungen aber eher unbedenklich: Im Durchschnitt wird der Körper durch das Quecksilber in Zahnfüllungen genauso belastet, wie durch die Aufnahme entsprechender Nahrung. Nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen sind diese Mengen im Normalfall unbedenklich für den Körper.

Kompositfüllungen

Komposit ist ein zahnfarbenes Füllmaterial, dass sich zu ca. 80% aus winzigen Keramik- und Glaspartikeln und zu ca. 20% aus Kunststoff zusammensetzt. Früher galt Komposit als instabil, da der Kunststoffanteil damals höher war.

Inlays/gegossene Restaurationen

Unter Umständen kann es bei umfangreichen Zahnschäden sinnvoll sein, ein Inlay auf den Zahn zu setzen. Ein Inlay ist eine Zahnfüllung, die speziell angefertigt wird und aus Gold, Keramik und seltener aus Titan oder Kunststoff bestehen kann. Hierfür wird u.a. ein Abdruck des Zahns genommen, anhand dessen ein Modell erstellt werden kann. Entsprechend dieses Modells wird in weiteren Arbeitsschritten dann das Inlay aus dem vorgesehenen Material angefertigt. Abschließend wird das Inlay vom Zahnarzt in den vorgesehenen Bereich eingearbeitet und eingeschliffen.

Gut zu wissen: Welche Füllungen bezahlt die Krankenkasse?
Im Bereich der Frontzähne, also z.B. die Schneidezähne, übernehmen die Krankenkassen im Normalfall die Kosten für zahnfarbene Kompositfüllungen. Im Seitenzahnbereich, also etwa bei den Backenzähnen, werden Amalgamfüllungen bezahlt. Bei Patienten, die auf bestimmte Füllmaterialien allergisch reagieren, werden auch andere Stoffe von den Krankenkassen getragen. Welche Kosten allerdings bspw. bei Inlays übernommen werden, hängt von der Krankenkasse ab. Informieren Sie sich bei Ihrem Zahnarzt und bei Ihrer Krankenkasse, welche Kosten gedeckt werden und in welchen Fällen Sie Zuzahlungen leisten müssen.

Welche Ursachen gibt es für Zahnschmerzen nach einer Füllung?

Zahnschmerzen resultieren aus einer mehr oder weniger großen Reizung des Zahnnervs bzw. des den Nerv umgebenden Zahngewebes (sog. Pulpa). Durch den zahnmedizinischen Eingriff wird, je nach Behandlung, dieser Nerv meistens stärker beansprucht, weshalb Zahnschmerzen nach einer Füllung für einige Tage vergleichsweise normal sind. Die Schmerzen machen sich, falls eine Betäubung des entsprechenden Bereichs vorgenommen wurde, meist erst einige Zeit nach dem Zahnarztbesuch bemerkbar. Es gibt mehrere verschiedene Ursachen dafür, dass nach einer Füllung Schmerzen auftreten. Im Folgenden sollen einige dieser Ursachen vorgestellt werden.

Achtung: Zähne nach Behandlung schonen
Da ein Zahn nach den meisten zahnmedizinischen Behandlungen stärker gereizt und empfindlich ist, sollte der behandelte Zahn schonend eingesetzt werden. Deshalb sollten Sie keine sehr kalten bzw. heißen und/oder zu harte, süße und saure Nahrungsmittel zu sich nehmen (da diese Lebensmittel tendenziell ebenfalls reizend auf das Zahngewebe wirken können), damit der Zahn sich ausreichend erholen kann.

Unpassende Zahnfüllung

Nach einer Zahnfüllung kann es beim Essen und Trinken zu Schmerzen kommen. Dies ist möglicherweise auf eine zu hohe Füllung zurückzuführen. Beim Kauen wird deshalb ein zu hoher Druck auf den behandelten Zahn ausgeübt, weshalb dieser dann schmerzt. Durch eine solche Fehlstellung der Kiefermechanik können unter Umständen auch gegenüberliegende Zähne durch den zu hohen Kaudruck anfangen zu schmerzen. Dabei liegt nicht zwangsläufig ein gravierender Fehler des Zahnarztes vor: Zwar überprüft dieser so gut wie möglich die Füllhöhe, allerdings ist der Arzt teilweise auf die Einschätzung des Patienten angewiesen, ob die neue Füllung nicht stört oder noch geschliffen werden muss. Besteht noch eine Betäubung, ist es für den Patienten möglicherweise schwerer, dies richtig einzuschätzen.

Sekundäre Karies

Als sekundäre Karies wird eine Karies bezeichnet, die an den Randbereichen von Zahnfüllungen entsteht. Ursache hierfür sind Risse, die sich zwischen Zahn und Füllung gebildet haben, in denen sich Karies entwickeln kann. Verantwortlich dafür ist u.a. ein Zusammenspiel von mangelhaften Füllungen, nicht vollständig entfernter Karies und schlechter Mundhygiene des Patienten. Als primäre Karies wird hingegen eine Karies beschrieben, die an einer zuvor noch nicht befallenen Stelle auftritt.

Stark gereizte Nerven nach einer Zahnfüllung

Gerade bei massiven zahnmedizinischen Eingriffen, wenn etwa ein zerstörter Zahn völlig entfernt werden muss oder eine Wurzelbehandlung mit anschließender Füllung durchgeführt wurde, wird der Zahnnerv gereizt: Bohren, Feilen, die Anwendung von Spüllösungen und anderen Geräten sorgen dann im Nachgang der Behandlung für Schmerzen. Je nachdem, welche Art von Füllstoff benutzt wird, werden spezielle Säuren eingesetzt, die den Zahnnerv zusätzlich reizen können. Ebenfalls kann eine Karies schon derartig tief in den Zahn vorgedrungen sein, dass sie bereits den Zahnnerv angreift.
Da solche Eingriffe in der Regel mit einer örtlichen Betäubung durchgeführt werden, bemerkt der Patient die Schmerzen oft erst, wenn die Betäubung abgeklungen ist.

Allergien

Vergleichsweisen selten kann auch das Füllungsmaterial selbst für Schmerzen sorgen, wenn der Patient auf das jeweilige Material allergisch reagiert.

Nächtliche Zahnschmerzen nach Zahnfüllungen

Zahnschmerzen in der Nacht sind häufig darauf zurückzuführen, dass durch die liegende Position während des Schlafens der Kiefer bzw. Kopf besser durchblutet werden. Durch die bessere Durchblutung weiten sich die Blutgefäße, wodurch diese auf den Zahnnerv drücken können und so die Schmerzen verursachen bzw. verstärken.

Zahnwurzelentzündung

Verschwinden die Schmerzen nach ca. einer Woche nicht und haben sich womöglich sogar verschlimmert, kann eine übersehene Zahnwurzelentzündung (sog. Pulpitis) dafür verantwortlich sein. Diese Entzündung entsteht meistens dann, wenn Karies die Zahnwurzel und den dort verlaufenden Nerven schädigt. Schlimmstenfalls führt dies zum Absterben des Zahnes, weswegen unbedingt ein Zahnarzt aufgesucht werden muss. Symptome sind neben Schmerzen auch ein Druckgefühl im Bereich des betroffenen Zahnes. Zunächst bleiben die Entzündung verursachenden Bakterien unbemerkt, bis sie dann den Wurzelbereich erreichen. Der Schmerz kann dann mittelfristig auf andere Zähne und auf Teile des Gesichts ausstrahlen. Möglich ist sogar, dass der Kieferknochen langfristig angegriffen wird.

Waren Sie schon einmal von Zahnschmerzen nach einer Füllung betroffen? Wenn ja, was waren die Ursachen dafür? (Mehrfachnennungen möglich)
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Wer kann von Zahnschmerzen nach einer Füllung betroffen sein?

Prinzipiell kann jeder Zahnarztpatient infolge einer Füllung von derartigen Schmerzen, die über das normale Maß hinausgehen, betroffen sein. Stärkere Schmerzen sind umso wahrscheinlicher, je stärker der Zahn des/der Betroffen bspw. durch Karies vorgeschädigt ist und je tiefergreifende Behandlungsmaßnahmen der Zahnarzt durchführen muss. Durch die beschriebenen Vorgänge kommt es somit häufiger zu einer starken Reizung des Zahnnervs oder umgebenden Zahnfleisches.

Exkurs: Wie entsteht Karies?
Karies ist eine der häufigsten Gründe, weshalb der Zahnarzt aufgesucht wird. Karies ist eine Erkrankung der Zähne, die durch den Stoffwechsel von Bakterien entsteht. Diese Bakterien gehen Verbindungen ein und bilden eine Substanz, die sich besonders an den Zähnen festsetzt. Aus dieser Mischung aus Bakterien, Nahrungsresten und einigen Bestandteilen des Speichels entsteht nun der Zahnbelag, der auch als Plaque oder Biofilm bezeichnet wird und ggf. mit der Zunge fühlbar ist.
Die Bakterien, die im Zahnbelag enthalten sind, erlangen ihre lebensnotwendige Energie aus den Kohlenhydraten, und hier vor allem aus einfach vergärbarem Zucker. Diesen Zucker wandeln die Bakterien zunächst in Säure um. Und genau diese Säure entmineralisiert den Zahnschmelz, also die oberste, schützende Schicht des Zahnes und macht das Zahninnere auf Dauer angreifbar für schädigende Mikroorganismen.

Wann sollte ich bei Zahnschmerzen nach einer Füllung zum Arzt gehen?

Da die Reparaturen am Zahn den Zahnnerv reizen, sind Schmerzen und Überempfindlichkeiten des betreffenden Zahnes bis zu einem gewissen Grad völlig normal. Nach einigen wenigen Tagen sollten die Symptome abgeklungen sein. Allerdings sollten Sie zum Zahnarzt gehen, wenn u.a.

  • die Zahnschmerzen auch nach einigen Tagen nicht abklingen,
  • die Schmerzen besonders stark sind,
  • neben den Zahnschmerzen noch andere Symptome wie bspw. Fieber auftreten,
  • Sie vermuten, dass etwa eine zu hohe Füllung vorliegt und
  • die Einnahme von z. B. Schmerzmitteln kaum oder keine Linderung schafft.
Videoexkurs: Ibuprofen
Ibuprofen ist ein Medikament, das gegen Zahnschmerzen eingenommen werden kann. Im folgenden Video erklärt Ihnen Dr. Tobias Weigl die Wirkung und möglichen Nebenwirkungen sowie weitere Anwendungsgebiete von Ibuprofen.

Was tut der Arzt? Teil 1: Diagnose

Als erstes führt der Arzt ein Patientengespräch mit Ihnen (sog. Anamnese). Hierbei wird er Sie danach befragen, was für Schmerzen Sie verspüren, seit wann diese auftreten und wo genau der Schmerz auftritt. Ggf. wird er auch fragen, welche Nahrungsmittel Sie zu sich genommen haben und ob Sie noch an anderen Erkrankungen wie Diabetes leiden. Unter Umständen können derartige Erkrankungen mitverantwortlich für die Schmerzen nach Zahnfüllungen sein. Es ist von großem Vorteil, wenn Sie denjenigen Zahnarzt aufsuchen, der die Zahnfüllung angefertigt hat. Er kann so gezielter eine Diagnose vornehmen, da er die Art des durchgeführten Eingriffs genau kennt.
Nach der Anamnese erfolgt dann die klinische Untersuchung. Im Normalfall wird die Sensibilität getestet, in dem der Zahn bspw. mit einem Kältespray besprüht wird. Hinzu kommt ggf. ein mechanischer Sensibilitätstest, bei dem entsprechende Stellen mit zahnmedizinischen Instrumenten wie bspw. einem Fräser berührt werden. Je nach Reaktion des Zahnes kann der Arzt dadurch besser einschätzen, um welchen Defekt es sich handelt. Besteht der Verdacht einer tieferliegenden Kariesinfektion, werden in der Regel bildgebende Verfahren wie das Röntgen eingesetzt.

Was tut der Arzt? Teil 2: Therapie

Die genauen Maßnahmen, die der Arzt im Falle von Zahnschmerzen nach einer Füllung ergreift, sind abhängig von den Ursachen der Schmerzen. Einige mögliche Vorgehensweise werden im Folgenden erläutert.

  • Allergie – ist die Schmerzursache auf eine Unverträglichkeit des Patienten zurückzuführen, wird das Füllmaterial ausgetauscht.
  • unpassende Füllung – falls die angefertigte Füllung zu hoch ist, wird diese entsprechend geschliffen. Zur Überprüfung lässt der Zahnarzt den Patienten auf eine spezielle Folie beißen, um die Okklusion zu prüfen. Okklusion bezeichnet das Verhältnis der Zähne und der Zahnreihen zueinander, dass durch unpassende Füllungen gestört wird. Anhand der Zahnabdrücke auf dieser Folie kann der Zahnarzt die Okklusion besser einschätzen.
  • primäre/sekundäre Karies – wird eine zuvor übersehene Karies entdeckt, wird der Arzt dementsprechend die alte Füllung herausnehmen, die Karies gründlich entfernen und eine neue einwandfreie Füllung einsetzen.
  • Zahnwurzelentzündung – zunächst werden die entsprechende Füllung sowie die Karies entfernt und die betreffende Stelle intensiv mit antibakteriellen Lösungen durchgespült. Oft ist auch eine Wurzelbehandlung vonnöten. Nachdem die Karies beseitigt wurde, wird das Zahninnere geöffnet, um den Zahnnerv zu entfernen. Danach werden die Wurzelkanaleingänge freigelegt und gereinigt, damit die Entzündung entfernt werden kann. Der Wurzelkanal, also der mit Zahngewebe ausgefüllte Innenraum der Zahnwurzel, wird auf eine Wurzelfüllung vorbereitet, die den Zahn vor Bakterien schützen soll. Möglicherweise sind mehrere Sitzungen vonnöten, um die Wurzel endgültig zu versiegeln, da sie symptomfrei sein muss, um weitere Komplikationen zu vermeiden. Während des Eingriffs dienen häufig Röntgenbilder zur Kontrolle.Empfehlenswert ist oft ein weiterer Kontrollgang, um ggf. weitere Probleme möglichst früh zu erkennen. Da bei den Eingriffen neue Füllungen eingesetzt werden, kann es natürlich aufgrund der Nervenreizung wieder zu kurzfristigen Schmerzen kommen. Sind die Schmerzen zu stark, wird der Arzt Ihnen wahrscheinlich empfehlen, zumindest für eine kurze Zeit lang Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol einzunehmen. Im weiteren Verlauf ist aber wichtig, dass Sie Ihre Zähne zumindest für einige Tage schonen und bspw. harte oder süße und saure Nahrungsmittel vermeiden. Treten unerwartet doch Komplikationen auf, suchen Sie am besten erneut Ihren Zahnarzt auf.
    Videoexkurs: Paracetamol
    Auch Paracetamol zählt zu den schmerzlindernden Medikamenten, die bei Zahnschmerzen eingesetzt werden können. Wie Paracetamol wirkt und welche Nebenwirkungen es verursachen kann, erläutert Dr. Tobias Weigl im folgenden Video.

    Häufige Patientenfragen

    Wie lange halten Zahnfüllungen normalerweise?

    Dr. T. Weigl:
    Die Lebensdauer von Zahnfüllungen ist abhängig von verschiedenen Faktoren wie Füllmaterial, Füllgröße oder auch Mundhygiene des Patienten. Im Seitenzahnbereich, also etwa die Backenzähne, werden die Füllungen aufgrund des Kaudrucks stärker belastet. Dort halten bspw. Amalgamfüllungen im Durchschnitt 8-12 Jahre und Kunststofffüllungen 8-10 Jahre.

    Meine Zahnfüllung ist herausgefallen. Was muss ich tun?

    Dr. T. Weigl:
    Eine häufige Ursache, die zum Herausfallen einer Zahnfüllung führt, ist Karies, die sich unter der Füllung entwickelt hat. In vielen Fällen reagiert der betroffene Zahn empfindlich auf Kaltes und Süßes. Um den Zahn nicht weiter zu reizen, sollten Sie ihn so gut wie möglich schonen und besonders härtere Nahrungsmittel nicht essen. Ansonsten kann der Zahn oder Teile von ihm abbrechen. Am besten suchen Sie schnellstmöglich einen Zahnarzt auf, um den Zahn behandeln zu lassen.

    Was kann ich gegen die Zahnschmerzen nach einer Füllung tun?

    Dr. T. Weigl:
    In vielen Fällen kann das umsichtige Kühlen die Schmerzen lindern. Dabei sollte die Stelle aber nicht zu lange gekühlt werden. Teilweise reduziert bereits ein Kamillen– oder Pfefferminztee den Zahnschmerz. Und natürlich helfen Analgetika, also Schmerzmittel, wie Ibuprofen und Paracetamol. Diese Schmerzmittel sind rezeptfrei in jeder Apotheke erhältlich, sollten aber nicht langfristig eingenommen werden. Grundsätzlich gilt: Schonen Sie Ihre Zähne! – sind die Schmerzen aber zu stark oder vergehen auch nach einigen Tagen nicht, empfehlen wir Ihnen, erneut Ihren Zahnarzt aufzusuchen.

    Der Zahnarzt beruhigt Michael: „Sie müssen sich da normalerweise keine Sorgen machen. Ihr Zahn war ja etwas stärker von Karies befallen und die Behandlung hat den Zahn dann etwas mehr in Anspruch genommen. Deswegen ist der Zahnnerv gereizt und kann in der ersten Zeit schmerzen. Das sollte aber nach wenigen Tagen verschwinden.“ Michael beruhigt sich und geht wieder erleichtert nach Hause. Und tatsächlich: Nach zwei weiteren Tagen ist der Schmerz völlig abgeklungen.

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    Hatten Sie schon einmal Zahnschmerzen nach einer Füllung? Welche Ursache(n) hatten diese Schmerzen? Wie sind Sie damit umgegangen? Nutzen Sie unsere Kommentarfunktion unten für den Austausch untereinander und mit uns!
     
    Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt.  
    Autoren: Dr. Tobias Weigl und Sebastian Mittelberg
    Lektorat: Anna-Alice Ortner
    Veröffentlicht: 14. Januar 2019

    Quellen

    • Baumann Michael A. und Rudolf Beer (2008): Endodontologie. 2. überarbeitete und erweiterte Auflage. Thieme-Verlag, Stuttgart.
    • Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (Hg.): Patienteninformationen: Zahnärztliche Füllungsmaterialien.
    • Gängler, Peter et al. (Hg.) (2010): Konservierende Zahnheilkunde und Parodontologie. 3. unveränderte Auflage. Thieme-Verlag, Stuttgart.
    • Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (Hg.): Welche Zahnfüllungen gibt es?
    • Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (Hg.): Wie entsteht Karies?
    • W. Thomas Weber (2017): Memorix Zahnmedizin. 5. unveränderte Auflage. Thieme-Verlag, Stuttgart.
    • Zahnärztlicher Notdienst e. V. (Hg.): Der zahnärztliche Notfall – Tipps für Patienten.
[Gesamt:18    Durchschnitt: 4.6/5]
2.000000e+0 Antworten
  • Tom Vogt
    04.02.2019 13:15

    Morgen habe ich wieder einen Zahnarzt besuch vor mir und es wird wahrscheinlich eine Füllung geben. Es ist sehr gut, dass sich mich darin bestärken Amalgam zu nutzen und die Argumentation macht auch wirklich Sinn. Das nimmt meine Angst etwas. Vielen dank.

  • Neeltje
    03.09.2019 10:32

    Interessant, das Karies dazu führen kann, dass eine Zahnfüllung herausfällt. Ich habe auch das Gefühl dies könnte bald bei mir passieren. Vielleicht suche ich demnächst einen Zahnarzt auf, damit er das untersuchen kann.

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