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Baker-Zyste – Flüssigkeit in der Kniekehle

Eine Baker-Zyste ist die Folge verschiedener Erkrankungen im Bereich des Knies. Eine Behandlung ist nur bei Beschwerden notwendig und besteht hauptsächlich in der Bekämpfung der Ursachen.“
— Dr. Tobias Weigl


Von Medizinern geprüft und nach besten wissenschaftlichen Standards verfasst

Dieser Text wurde gemäß medizinischer Fachliteratur, aktuellen Leitlinien und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

Quellen ansehen

Eine Baker-Zyste ist eine Flüssigkeitsansammlung in der Kniekehle als Folge von Veränderungen im Kniegelenk. Ursache für die zu Grunde liegenden Veränderungen können Verletzungen, Entzündungen oder Erkrankungen wie Arthrose sein. Treten Beschwerden auf, sollten diese Ursachen behandelt werden. Eine Operation ist Einzelfällen und erfolglosen vorangegangenen Behandlungsversuchen vorbehalten.

„Ach Hilde, mein Knie tut wieder so weh!“. Horst ist verzweifelt. Seit einigen Tagen schmerzt sein Knie ganz doll. „Die Arthrose macht Dir wieder zu schaffen?“, erkundigt sich seine Frau Hilde. „Nein, diesmal ist es irgendwie anders. Es tut besonders weh, wenn ich das Knie durchstrecke. Außerdem ist da so eine komische Schwellung in der Kniekehle.“ Hilde beschließt, ihrem Mann einen Termin beim Hausarzt zu machen. Besser, der Arzt schaut sich das Ganze einmal genauer an.

 

Was ist eine Baker-Zyste und wo ist sie zu finden?

Bei der Baker-Zyste ist eine Ansammlung von Flüssigkeit in der Kniekehle zu finden. Die Flüssigkeit führt zu einer Aussackung der Kniegelenkkapsel.
 

Medizin historisch!
Der Name „Baker-Zyste“ geht auf den Londoner Chirurg William Morrant Baker zurück (1839–1896), der die Erkrankung als erster beschrieben hat.

 
Durch eine Grunderkrankung (z. B. Kniegelenkarthrose, Verletzungen des Meniskus) kommt es zu einem erhöhten Druck im Kniegelenk. Dadurch wird die Gelenkflüssigkeit herausgepresst und sammelt sich in einer Aussackung im Bereich der Kniekehle – der Baker-Zyste.

Die Symptome: Woran erkennt man, dass man eine Baker-Zyste hat?

Die Erkrankung an einer Baker-Zyste zeichnet sich durch Schmerzen und Schwellung der Kniekehle aus. Die Schmerzen treten insbesondere bei einem Strecken des Beines auf.
Bei einer geringen Flüssigkeitsansammlung, also einer kleinen Baker-Zyste, ist ein beschwerdefreier Verlauf möglich.

Epidemiologie: Wen kann es erwischen?

Die Baker-Zyste ist oft die Folge einer anderen Grunderkrankung:

  • Entzündungen (z. B. rheumatoide Arthritis)
  • Degenerationen (z. B. Arthrose)
  • Unfälle/Verletzungen im Bereichs des Knies (z. B. Meniskusverletzungen)

Exkurs: Selbsttest für das Arthroserisiko

Arthrose ist eine wichtige Ursache für die Entstehung einer Baker-Zyste. Im folgenden Video erklärt Dr. Tobias Weigl anhand von 10 typischen Fragen, ob bei Ihnen möglicherweise eine Arthrose vorliegt und wie diese einzuordnen wäre.
 

 

Hat ein Arzt bei Ihnen eine Baker-Zyste diagnostiziert? Welche dieser Grunderkrankungen traten bei Ihnen auf? (Mehrfachnennungen möglich) Damit helfen Sie anderen Lesern, ihr persönliches Risiko besser einzuschätzen.

Was tut der Arzt? Teil 1: Die Diagnose

Wie bei jedem Arztbesuch erfolgt als erstes die Anamnese, also die Befragung des Patienten nach seinem Befinden. Seit wann liegen die Beschwerden vor? Welche Grunderkrankungen haben Sie? Ist ein Unfall erinnerlich?
Anschließend erfolgt die körperliche Untersuchung. Hier wird der Arzt besonders das betroffene Knie untersuchen. Auch der Seitenvergleich zum anderen Knie ist wichtig.
Die Diagnose lässt sich schließlich durch eine Ultraschalluntersuchung (sog. ‚Sonographie‘) der Kniekehle stellen. Bei Unklarheiten kann die Magnetresonanztomographie (kurz MRT) erfolgen.

Achtung!
Die Beschwerden in Form von Schmerzen und Schwellung der Kniekehle können mit einer Thrombose der Beinvenen verwechselt werden.

 

Fakten-Box
Baker-Zyste

  • Folge einer Grunderkrankung (Entzündung, altersbedingt, Trauma)

Symptome

  • oft beschwerdefreier Verlauf
  • Schmerzen und Schwellung der Kniekehle
  • Schmerzen oft bei Streckung des Kniegelenks

Was tut der Arzt? Teil 2: Die Behandlung

Bei einer beschwerdefreien Baker-Zyste ist keine Therapie erforderlich.
 
Verursacht die Baker-Zyste Beschwerden, sollten zunächst die Ursache bekämpft und krankhafte Veränderungen im Bereich der Kniekehle therapiert werden.
 
In Einzelfällen kann eine Operation durch einen Chirurgen und die Entfernung der Zyste notwendig werden. Dies wäre aber nur bei einem ausbleibenden Erfolg der übrigen Behandlungsmöglichkeiten der Fall.
 

Häufige Patientenfragen

Warum bekommt man eine Baker-Zyste?

Dr. T. Weigl
Die Baker-Zyste ist die Folge einer Grunderkrankung wie z. B. Arthrose oder entsteht durch Verletzungen des Meniskus. Durch einen erhöhten Druck im Kniegelenk kommt es zum Austritt der Gelenkflüssigkeit und der Aussackung dieser in die Kniekehle.

Muss eine Baker-Zyste operiert werden?

Dr. T. Weigl
Nein. Die Baker-Zyste wird nur in Einzelfällen und bei ausbleibendem Erfolg der übrigen Behandlungsmöglichkeiten operiert.

Muss man eine Baker-Zyste behandeln?

Die Baker-Zyste wird nur bei verursachten Beschwerden behandelt.
 

Der Hausarzt macht eine Ultraschalluntersuchung des Knies in seiner Praxis. Er stellt bei Horst eine Baker-Zyste fest. Gemeinsam mit Horst und dessen Frau stellt der Hausarzt einen Behandlungsplan auf. Dabei steht die intensivierte Behandlung der Arthrose im Vordergrund. Erst bei ausbleibendem Therapieerfolg werden sie weitere Möglichkeiten, z. B. eine Operation, in Erwägung ziehen.

Exkurs: Tipps zur Schmerzreduktion bei Arthrose

Im folgenden Video gibt Dr. Tobias Weigl 5 exklusive Tipps zur garantierten Reduktion von Arthroseschmerzen.
 

 

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Haben auch Sie Erfahrungen mit Baker-Zysten? Haben Sie Fragen zum Thema? Nutzen Sie unsere Kommentarfunktion unten für den Austausch untereinander und mit uns!
 
Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt.
 
Autoren: Dr. Tobias Weigl, Claudia Scheur
Lektorat: Tobias Möller

Quellen

  • Markus Müller (2014/15): Chirurgie für Studium und Praxis, 12. Auflage. Medizinische Verlags- und Informationsdienste, Breisach.
[Gesamt:2    Durchschnitt: 3/5]

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