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Rückenschmerzen in der LWS

Was bezeichnet man als Rückenschmerzen in der LWS?

Unter Rückenschmerzen in der Lendenwirbelsäule (LWS) versteht man Schmerzen, die nur im unteren Bereich der Wirbelsäule vorkommen. Es können zahlreiche Erkrankungen hierfür ursächlich sein. Die häufigste Ursache ist die degenerative Veränderung der LWS. Es kommt zu Verschleißerscheinungen, die zu einer Arthrose der Wirbelkörper führen. Auch eine Spinalkanalstenose (Wirbelkanalverengung) kann Rückenschmerzen hervorrufen.

Des Weiteren können Bandscheibenvorfälle zu akut auftretenden Schmerzen führen. Je nach Beschwerdebild können diese durch konservative Maßnahmen oder operative Eingriffe versorgt werden.

Bei Personen, die viel vor dem Computer sitzen und arbeiten, kommt es zu Fehlhaltungen und zu einer Verspannung der Rückenmuskulatur. In diesem Fall empfiehlt sich eine Physiotherapie.

Was sind typische Ursachen für Rückenschmerzen der LWS?

  • angeborene Ursachen
  • Fehlhaltung und Fehlbelastung
  • Degeneration und Arthrose
  • Entzündungen
  • Verletzungen
  • Kompression von Nervenwurzeln
  • Nervenwurzelreizung
  • Neoplasien
  • psychische Ursachen

So klärt der Arzt Rückenschmerzen in der LWS ab

Zunächst führt der Arzt eine Anamnese durch. Das heißt, er stellt spezifische Fragen und dokumentiert die Krankengeschichte des Patienten. Die Anamnese kann schon erste Hinweise auf mögliche Ursachen der Rückenschmerzen liefern.

Anschließend erfolgt die körperliche Untersuchung. Hierbei achtet der Arzt auf Fehlstellungen oder Deformitäten der Wirbelkörper. In einigen Fällen kann man ein Hohlkreuz oder eine seitliche Verkrümmung der Wirbelsäule erkennen. Diese Fehlstellungen sind dann meist auch die Ursache der Rückenschmerzen. Zusätzlich tastet er die Wirbelkörper und die Muskulatur ab. Der Arzt achtet hierbei auf die Druckempfindlichkeit. Bei einer verhärteten und druckempfindlichen Muskulatur kann man von einer Muskelverspannung ausgehen.

Falls die Anamnese und die körperliche Untersuchung unauffällig waren, erfolgt die Bildgebung. Bei unklaren Rückenschmerzen der LWS führt man meist ein MRT durch, da sich dieses Verfahren besser zur Darstellung von Weichteilgewebe eignet. Die Muskulatur, die Bandscheiben und die Nerven können so gut beurteilt werden. Insbesondere bei Verdacht auf einen Bandscheibenvorfall ist das MRT von besonderer Relevanz.

Falls der Arzt aber die Ursache der Rückenschmerzen in den Wirbelkörpern vermutet, wird eher ein CT durchgeführt. Das CT bildet Knochenstrukturen besonders gut ab – mögliche Frakturen können so erkannt werden.

Falls in der Bildgebung aber nichts gefunden werden konnte, kann eine Blutuntersuchung durchgeführt werden. In sehr seltenen Fällen können Infektionskrankheiten wie eine Borreliose zu Rückenschmerzen führen. Diese Erreger befallen u. a. auch die Spinalnerven, die aus dem Rückenmark austreten. Falls das Ergebnis aber auch in diesem Fall unauffällig ist, sollten psychische Faktoren wie z.B. zu viel Stress abgeklärt werden.

So kann ich harmlose Rückenschmerzen der Lendenwirbelsäule von einem Bandscheibenvorfall unterscheiden

Harmlose Rückenschmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule sind eher dumpfe Schmerzen, die morgens beim Aufstehen oder auch im Verlauf des Tages durch Fehlbelastungen auftreten können.

Die Schmerzen sind beidseitig und lokal begrenzt – sie strahlen also nicht in die Hüfte oder in die Beine aus. In der Regel verschwinden die Rückenschmerzen von selbst wieder innerhalb von ein paar Tagen.

Rückenschmerzen, die durch einen Bandscheibenvorfall entstehen, treten sehr plötzlich auf. Meist hat der Patient versucht, etwas schweres aufzuheben oder hat eine ruckartige Bewegung durchgeführt. In Folge dessen ist die Bandscheibe zwischen den Wirbeln herausgedrückt worden und komprimiert nun die Nerven.

Ein Bandscheibenvorfall wird von starken, stechenden Schmerzen begleitet. Der Schmerz ist meist auf einer Seite lokalisiert und kann in umliegendes Gewebe ausstrahlen – er kann sogar bis in das Bein ausstrahlen. In schwerwiegenden Fällen kann es zu einem Sensibilitätsverlust und zu Lähmungen kommen. Bei dieser Symptomkonstellation sollte man sofort einen Arzt aufsuchen, da eine Operation notwendig ist, um eine dauerhafte Schädigung der Nerven zu verhindern.

Das sind die typischen begleitenden Symptome

Je nach zugrundeliegender Ursache können unterschiedliche Symptome auftreten. Einfache Rückenschmerzen zeichnen sich lediglich durch einen lokal begrenzten Schmerz aus. Rückenschmerzen, die durch eine Muskelverspannung verursacht werden, können mit einer Verhärtung der Rückenmuskulatur einhergehen.

Bei Vorliegen einer Spinalkanalstenose (Wirbelkörperverengung) kann der Schmerz in die Beine ausstrahlen. Zusätzlich kann es zu Sensibilitätsstörungen und Muskelschwäche der Beine kommen. In schwerwiegenden Fällen können Blasen- und Mastdarmstörungen auftreten.

Falls die Rückenschmerzen durch einen Bandscheibenvorfall hervorgerufen werden, können die Schmerzen in die Beine ausstrahlen. Ferner kann es zu Missempfindungen und Lähmungen der Beine kommen. Die Missempfindungen können sich durch einen Verlust der Sensibilität äußern oder aber auch durch ein Kribbelgefühl auf der Haut bemerkbar machen. Ein weiteres ernstzunehmendes Symptom eines Bandscheibenvorfalles ist die Blasen- und Mastdarmstörung.

Falls eine entzündliche Erkrankung der Lendenwirbelsäule vorliegt, eine sogenannte Spondylodiszitis, kann Fieber auftreten. Bei Vorliegen einer Infektion mit Borreliose können Hautausschläge und Lymphknotenschwellungen auftreten. Bei einem weiter fortgeschrittenen Stadium kann es zu einer Entzündung der Hirnhäute und des Herzens sowie zu einer Arthritis kommen. Auch eine Beteiligung der Augen mit Einschränkung der Sehkraft ist möglich.

Was bedeutet ein Rückenschmerz mit Ausstrahlung in die Beine?

Meist treten Rückenschmerzen der Lendenwirbelsäule nur lokal in diesem Bereich auf. Allerdings können die Rückenschmerzen auch in andere Bereiche, bspw. die Beine, ausstrahlen. Das liegt daran, dass die Nerven aus dem Rückenmark austreten und dann nach unten ziehen, um die Muskulatur der Beine und Füße zu versorgen. Falls die Nerven aber in ihrem früheren Verlauf geschädigt werden, entstehen Schmerzen, die bis in das Bein ziehen können. Ursächlich hierfür kann ein Bandscheibenvorfall sein, der einen Spinalnerven komprimiert. Auch eine Spinalkanalstenose, eine Wirbelkörperverengung, kann diese Symptomatik hervorrufen.

Die Therapie erfolgt durch die Behebung der zugrundeliegenden Erkrankung.

Was kann hinter Rückenschmerzen der Lendenwirbelsäule und Bauchschmerzen stecken?

Es kommen verschiedene Erkrankungen in Frage, die sowohl Rücken- als auch Bauchschmerzen auslösen können. Denkbar sind internistische Krankheitsbilder wie bspw. eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis).

Eine Pankreatitis kann starke, krampfartige Bauchschmerzen hervorrufen. Da der Pankreas im Körper sehr tief liegt, kann der Schmerz aus diesem Grund auch in den Rücken ausstrahlen. Des Weiteren sind Erkrankung der Nieren möglich. Die Nieren liegen ebenfalls im hinteren Bauchraum und können bei einer Entzündung Rücken- und Bauchschmerzen auslösen. Meist wird diese Entzündung durch eine aufsteigende Blasenentzündung hervorgerufen.

Darüber hinaus können Fehlstellungen der Wirbelsäule zu einem erhöhten Druck der Bauchorgane führen. Nach einem bestimmten Zeitraum führt dies zur Entstehung von Bauchschmerzen. Akut aufgetretene Rückenschmerzen, die mit akut auftretenden Bauchschmerzen einhergehen, deuten auf einen Bandscheibenvorfall hin. Bandscheibenvorfälle führen zur Komprimierung von Nerven – dadurch können Schmerzen im Bereich des Versorgungsgebiets des Nervs auftreten.

Wann muss ich zum Arzt?

Rückenschmerzen, die lokal auf die Lendenwirbelsäule begrenzt sind und nicht in das umliegende Gewebe oder die Beine ausstrahlen, sind meist harmlos. Es handelt sich hierbei um dumpfe Schmerzen, die im Laufe des Tages entstehen. Meist verschwindet er von alleine wieder. Falls die Schmerzen aber anhalten und es zu keiner Besserung kommt, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Diese Rückenschmerzen sollten therapiert werden, um eine Chronifizierung zu vermeiden.

Bei Rückenschmerzen, die plötzlich auftreten und mit starken, stechenden Schmerzen einhergehen, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Auch bei Sensibilitätsstörungen, Lähmungserscheinungen, Blasen- und Mastdarmstörungen sollte unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden. Diese Symptome deuten auf einen Bandscheibenvorfall hin, der Spinalnerven komprimiert und zu einer dauerhaften Schädigung dieser führen kann. Eine notfallmäßige OP zur Entlastung der Nerven ist dann vonnöten.

Diese therapeutischen Möglichkeiten gibt es, um Rückenschmerzen der LWS zu behandeln

Therapeutisch sind sehr unterschiedliche Möglichkeiten vorhanden. Man kann sie in zwei Hauptgruppen unterteilen – die konservativen und die operativen Methoden.

Die konservativen Methoden beschreiben alle Maßnahmen, die keinen chirurgischen Eingriff erfordern. Um zu entscheiden, welche Therapie notwendig ist, muss zunächst die Ursache der Rückenschmerzen identifiziert werden.

Bei unklaren Rückenschmerzen, die über einen längeren Zeitraum bestehen, und mild ausgeprägten Bandscheibenvorfällen werden zunächst Schmerzmittel aus der Klasse der nichtsteroidalen Antirheumatika verabreicht. Sie hemmen zusätzlich die Entzündungsreaktion und können begleitende Symptome wie Schwellungen und Überwärmungen reduzieren. Neben dieser Maßnahme sollte man regelmäßig zur Physiotherapie gehen und die Übungen auch eigenständig zu Hause durchführen.

Darüber hinaus können Wärmebehandlungen Linderung verschaffen. Falls erwünscht, kann man alternative Heilverfahren wie eine Akupunktur ausprobieren. Einige Patienten berichten von positiven Effekten. Zusätzlich kann man homöopathische Mittel zur Schmerzreduktion einnehmen. Eine weitere konservative Maßnahme ist die Anwendung eines Kinesiotapes. Hier wird ein elastisches Band straff auf der Haut angebracht. Es fördert die Durchblutung und beschleunigt so den Heilungsprozess.

Bei einem Versagen der konservativen Therapie muss eine Operation durchgeführt werden. In diesem Fall wird die Bandscheibe durch minimalinvasive Verfahren entfernt. Falls neben einem Bandscheibenvorfall die Wirbelkörper stark abgenutzt sind, kann eine Versteifung durchgeführt werden.

Im Falle einer Infektion der Wirbelkörper (Spondylodiszitis) können Antibiotika verabreicht werden. Auch im Falle einer Borrelien-Infektion werden Antibiotika verabreicht.

Weitere Informationen finden Sie auch bei Dr-Gumpert.de auf der Seite Rückenschmerzen in der LWS.

Haben Sie Erfahrungen mit Rückenschmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule? Möchten Sie sich bei uns weiter darüber erkundigen? Nutzen Sie unsere Kommentarfunktion unten, um von Ihren Erfahrungen zu berichten und sich untereinander auszutauschen!

 

Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt.

Autoren: Dr. Dr. Tobias Weigl, Dr. Nicolas Gumpert
Lektorat: Tobias Möller
Veröffentlicht am: 05.03.2020

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