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Schlaftypen – so beeinflussen sie unsere Hirnfunktion

Langschläfer oder Frühaufsteher, Eule oder Lerche – jeder Mensch hat unterschiedliche, für ihn optimale Schlaf- und Aufstehzeiten. Während die Lerchen schon vor dem Sonnenaufgang putzmunter sind, können die Eulen mitten in der Nacht noch fit sein. Dass der Schlaftyp beeinflusst, wann wir am leistungsfähigsten sind, hat vermutlich jeder schon an sich selbst beobachten können und ist nichts völlig Neues. Man spricht auch von der eigenen „inneren Uhr“. Wie genau sich dieser individuelle Schlaf-Wach-Rhythmus – wissenschaftlich auch Chronotyp genannt – aber auf die physiologischen Vorgänge im Körper auswirkt, hat nun eine Forschungsgruppe der TU Dortmund genauer untersucht.

Die Wissenschaftler*innen haben in ihrer aktuellsten Studie analysiert, wie sich der individuelle Schlafrhythmus auf die Leistungs- und Aufnahmefähigkeit auswirkt und inwiefern der Schlaftyp das Abspeichern und Verarbeiten von Informationen beeinflusst. Teilgenommen an dieser Studie haben insgesamt 32 Personen.

Schlaftyp beeinflusst motorisches und kognitives Lernen

Die Forscher*innen konnten feststellen, dass das motorische Lernen – also das Erlernen bestimmter Bewegungsabläufe – und die kognitiven Fähigkeiten bei den Teilnehmer*innen erheblich besser waren, wenn die entsprechenden Tätigkeiten zur optimalen Tageszeit ausgeführt wurden. Doch nicht nur das: diese Leistungsunterschiede ließen sich sogar an konkreten Unterschieden im Gehirn beobachten. So konnten in der Studie Veränderungen der neuronalen Erregbarkeit und der Neuroplastizität festgestellt werden. Die Neuroplastizität beschreibt die Fähigkeit des Gehirns, sich immer wieder an bestimmte Anforderungen wie z. B. einen Lernbedarf anzupassen. Diese Fähigkeit war bei der vom Schlaftyp her besten Tageszeit verbessert. Die tageszeitabhängigen, individuellen Leistungsunterschiede lassen sich dementsprechend auf die vom Schlaftyp beeinflussten Gehirnfunktionen zurückführen.

Diese Ergebnisse könnten in Zukunft vielleicht weitere Diskussionen anregen, ob bspw. unsere typischen Schulzeiten nicht womöglich etwas angepasst werden müssten. Wir dürfen gespannt sein, welche neuen Erkenntnisse die Dortmunder Forschungsgruppe in Zukunft noch liefern wird.

Quellen:

  • Ali Salehinejad u. a. (2021): Cognitive functions and underlying parameters of human brain physiology are associated with chronotype. In: Nature Communications 12.
  • Anne Rommel (Pressemitteilung) (2021): Chronotyp beeinflusst kognitive Funktionen und grundlegende Parameter der menschlichen Gehirnphysiologie. In: idw-online.de.

Forschungsübersicht zu Schlaf und Melatonin

In dieser Forschungstabelle möchten wir Ihnen einen Überblick über die aktuelle Studienlage zum Thema Melatonin geben, damit Sie sich selbst einen Eindruck über die derzeitige Forschungssituation machen können. Selbstverständlich erheben wir aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern können hier nur einen kleinen Einblick geben. Wir haben uns für Melatonin entschieden, da dieses Hormon entscheidend am Tag-Nacht-Rhythmus unseres Körpers beteiligt ist.

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In der linken Spalte finden Sie den Evidenzgrad. Der Evidenzgrad zeigt an, welche Qualität die analysierten Studien haben. Man könnte sagen: Je höher der Evidenzgrad desto aussagekräftiger ist auch das Studienergebnis. In der zweiten Spalte finden Sie das Organ, das Körperteil, den Vorgang im Körper usw., für den die jeweilige Stoffwirkung untersucht wurde. Möglich ist auch der umgekehrte Fall, dass in der zweiten Spalte ein Supplement aufgelistet wird. Wie stark die Wirkung dieses Stoffes von der Forschung eingeschätzt wird, zeigt die dritte Spalte. In der vierten Spalte zeigen wir Ihnen, wie viele Studien wir uns für Sie angeschaut haben. In der letzten Spalte geben wir Ihnen noch kurze Anmerkungen mit auf dem Weg, damit Sie die Studienlage etwas besser einschätzen können.

Abschließend möchten wir noch darauf aufmerksam machen, dass Wissenschaft und Forschung ständigem Wandel unterliegen. Neue Erkenntnisse können bspw. eine Überarbeitung bestehender Leitlinien erfordern und medizinische Behandlungsmaßnahmen verändern. Wir versuchen mit unseren Artikeln, Sie auf dem neuesten Stand der Forschung zu halten und geben die wichtigsten Erkenntnisse und Schlussfolgerungen wertungsfrei wider. Im Folgenden finden Sie außerdem noch eine Auswahl der Studien, die wir für Sie analysiert haben. Gerne können Sie sich diese Studien selbst ansehen.

Studienauswahl


Patrick Lemoine u. a. (2007): Prolonged-release melatonin improves sleep quality and morning alertness in insomnia patients aged 55 years and older and has no withdrawal effects. In: Journal of Sleep Research 16/4:372–380.

Tharwat S. Kandil u. a. (2010): The potential therapeutic effect of melatonin in Gastro-Esophageal Reflux Disease. In: BMC Gastroenterology.

P. C. Konturek u. a. (2010): Role of melatonin in mucosal gastroprotection against aspirin-induced gastric lesions in humans. In: Journal of Pineal Research 48/3:318–323.

Marzena Koziróg u. a. (2011): Melatonin treatment improves blood pressure, lipid profile, and parameters of oxidative stress in patients with metabolic syndrome. In: Journal of Pineal Research 50/3:261–266.

Remy Luthringer u. a. (2009): The effect of prolonged-release melatonin on sleep measures and psychomotor performance in elderly patients with insomnia. In: International Clinical Psychopharmacology 24/5:239–249.
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