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Durchschlafstörungen – Gefährlicher Grund & warum kann ich nicht richtig schlafen?

Was ist eine Durchschlafstörung?

  • eine Schlafstörung
  • die Betroffenen wachen nachts häufig auf
  • selbstständige Erkrankung oder Symptom einer anderen Erkrankung

Wer bekommt eine Durchschlafstörung?

  • Personen mit einer körperlichen Vorerkrankung
  • Patienten mit einer psychiatrischen Vorerkrankung
  • Personen, die Drogen oder Alkohol zu sich nehmen

Symptome (Auszug)

  • häufiges aufwachen in der Nacht
  • Müdigkeit am Tag
  • depressive Verstimmungen

Behandlung (Auszug)

  • medikamentöse Therapie mit Schlafmitteln
  • nicht-medikamentöse Therapie durch Entspannungs-Techniken
  • Behandlung der auslösenden Vorerkrankung

Tipps

  • achten Sie auf ein ruhiges, aufgeräumtes Schlaf-Umfeld
  • vermeiden Sie den Konsum von Alkohol vor dem Schlafengehen
  • machen Sie Entspannungsübungen vor dem Schlafengehen
Wer nachts nicht richtig schläft, ist tagsüber nicht fit. Menschen, die unter Durchschlafstörungen leiden, sind am Tag oft schläfrig und gereizt, da sie nachts nicht genug Ruhe bekommen. Sie haben Schwierigkeiten damit, den beruflichen Alltag zu meistern und am Sozialleben teilzunehmen. Durchschlafstörungen sind ein ernst zu nehmendes Problem – dauerhaft übermüdet zu sein, zehrt an der allgemeinen Verfassung. Sogar Depressionen sind eine mögliche Begleiterscheinung.

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Durchschlafstörungen haben viele Ursachen: Diese reichen von körperlichen Erkrankungen (Nierenleiden, Bluthochdruck, Atemwegserkrankung), über psychiatrische oder degenerative Vorerkrankungen (Epilepsie, Demenz) bis hin zum Konsum-Verhalten (Alkohol, Drogen) und der Einnahmen von Medikamenten. Die Diagnose ist daher Komplex: Der Arzt muss zunächst die Ursache der Durchschlafstörung herausfinden, um eine geeignete Therapie einzuleiten.

Die Therapie-Maßnahmen sind ebenfalls vielfältig: Sie umfassen entweder die Therapie der verursachenden Erkrankung oder therapieren die Durchschlafstörung an sich. Mögliche Therapie-Formen sind die Therapie mit Medikamenten oder die nicht-medikamentöse Therapie, zum Beispiel die Entspannungstherapie.

Was ist eine Durchschlafstörung?

Eine Durchschlafstörung ist eine Schlafstörung (sog. ‚Insomnie‘), bei der die Betroffenen in der Nacht aufwachen und zu wenig Schlaf bekommen. Man spricht von einer Durchschlafstörung, wenn eine Person regelmäßig mehrmals pro Woche nicht durchschlafen kann. Die Störung hat Auswirkungen auf den Alltag der Betroffenen und auf die Lebensqualität. Der Arbeitsalltag und das Sozialleben erleiden dadurch schwere Einbußen. Denn die betroffenen Personen sind tagsüber oft müde, da sich der Körper in der Nacht nicht ausreichend regenerieren kann.

Die Risikogruppe für eine Durchschlafstörung ist breit gefächert, denn eine Schlafstörung hat vielfältige Ursachen. Beispiele sind Vorerkrankungen, wie zum Beispiel ein Hirnschaden, eine Organ-Erkrankung, beispielweise der Niere, oder eine psychiatrische Erkrankung, zum Beispiel Epilepsie. Auch eine genetische Veranlagung (sog. ‚genetische Disposition‘) oder der Konsum von Alkohol und Drogen sind mögliche Risikofaktoren.

Primäre und sekundäre Durchschlafstörungen

Ist es nicht eindeutig möglich, eine Ursache für die Durchschlafstörung festzustellen, dann handelt es sich um eine sogenannte primäre Durchschlafstörung. In diesem Fall hat sich die Durchschlafstörung verselbstständigt und die Ursache der Störung spielt keine große Rolle mehr. Denn je länger ein Patient unter einer Durchschlafstörung leidet, desto mehr verselbstständigte Anteile (sog. ‘primäre Anteile‘) hat diese. Durchschlafstörungen, die über ein paar Monate hinweg auftreten oder gar über Jahre andauern, muss der Arzt daher direkt therapieren. Eine Behandlung der ursprünglichen Ursache für die Durchschlafstörung reicht in einem solchen Fall nicht aus.

Ist eine eindeutige Ursache für die Durchschlafstörung im Sinne einer Vorerkrankung identifizierbar, dann handelt es sich um eine sekundäre Durchschlafstörung. Der Arzt verordnet eine Therapie für die verursachende Erkrankung. Verläuft die Therapie der Ursache erfolgreich, dann sollten auch die Symptome der Durchschlafstörung verschwinden.

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Einer Durchschlafstörung vorbeugen – Was ist sinnvoll?

Es ist nur bis zu einem gewissen Grad möglich, Durchschlafstörungen vorzubeugen, da die Ursachen vielfältig sind. Die Schlafposition spielt beispielsweise eine wichtige Rolle für eine erholsame Nachtruhe.

Auf dem Bauch, auf der Seite oder auf dem Rücken: Jeder hat seine eigene Lieblingsposition, mit der er sich bettet. Doch welche Schlafposition ist gesundheitlich die Optimale? Warum macht es einen Unterschied, seitlich auf der linken oder der rechten Seite zu schlafen? Diese Fragen beantwortet Dr. Dr. Tobias Weigl im folgenden Videobeitrag:

🔴Dringende Korrektur Liebscher & Bracht ⚡ "Diese Schlafposition solltest Du unbedingt vermeiden" 🙈

Darüber hinaus ist es wichtig, eine erholsame Atmosphäre zu haben: Das Schlafzimmer sollte aufgeräumt und ruhig sein. Temperatur und Belüftung sind ebenfalls wichtig, um ein angenehmes nächtliches Raumklima zu schaffen: Hitze erschwert den ruhigen, erholsamen Schlaf.

Durch eine übertriebene Vorsorge ist es jedoch ebenfalls möglich, eine Durchschlafstörung zu fördern. Personen mit einem eher leichten Schlaf begehen häufig den Fehler, sich zu stark von ihrer Umwelt abzuschirmen: Sie setzen verfrüht und in einem zu hohen Maß Ohrstöpsel oder Schlafmasken ein. Dadurch sensibilisieren sie sich immer mehr für Geräusche und Licht-Einflüsse. Unser Gehirn schaltet im Schlaf nämlich nicht ab – es sammelt während dieser Zeit Informationen über die Umwelt. Das ist wichtig, damit wir in einer Gefahren-Situation aufwachen. Ein Gehörschutz ist nur dann sinnvoll, wenn sich wirklich eine laute Geräusch-Quelle in der Nähe befindet, zum Beispiel ein Flughafen oder eine Autobahn.

Ist keine Störquelle in der Nähe, dann verhindern die Ohrstöpsel, dass das Gehirn die Umwelt beim Schlafen richtig wahrnimmt. Die Folge ist, dass sich das Gehör immer mehr sensibilisiert, damit das Gehirn weiterhin mögliche Gefahren-Situationen erkennt. So sinkt die Schwelle, ab der wir die Geräusche bewusst wahrnehmen und aufwachen. Wenn eine Person also dauerhaft und ohne Grund Ohrstöpsel zum Schlafen verwendet, wird sie noch geräuschempfindlicher und kann zunehmend schlechter durchschlafen.

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Wie hängen unruhige Beine mit Schlafstörungen zusammen? In diesem Video erklärt Dr. Dr. Tobias Weigl die vergessene Krankheit Restless-Legs-Syndrom:

Restless Legs Syndrom RLS 💡 Die vergessene Krankheit | Unruhige Beine beim Einschlafen & Nachts

Die Symptome: Welche Beschwerden verursacht eine Durchschlafstörung?

Eine Durchschlafstörung äußert sich darin, dass die betroffenen Personen in der Nacht nicht durchschlafen können – sie wachen aus verschiedenen Gründen immer wieder auf. Deshalb fühlen sie sich am Tag nicht ausgeruht. Der Mangel an Ruhe beeinflusst das tägliche Leben: Symptome wie Tagesschläfrigkeit, Gereiztheit, Bluthochdruck und depressive Verstimmungen am Tag sind mögliche Symptome.

Das Restless-Legs-Syndrom

Das so-genannte Restless-Legs-Syndrom (engl. für ‚ruhelose Beine Syndrom‘) ist eine Erscheinung, bei der die Betroffenen Personen tagsüber Missempfindungen in den Beinen haben. Diese Empfindungen sind so unangenehm, dass sie die Beine unbedingt bewegen wollen. Die Missempfindungen treten vor allem in Ruhe auf, also wenn die Person sitzt oder liegt. Das Restless-Legs-Syndrom erschwert das Einschlafen und Durchschlafen: Die Betroffenen wachen in der Nacht auf, da sie die Missempfindung in den Beinen spüren. Dieses Syndrom zehrt sehr an den Kräften und an der Stimmung der Betroffenen. Depressionen sind eine häufige Begleiterscheinung des Restless-Legs-Syndrom.

Periodische Bewegungen im Schlaf

Die periodischen Bewegungen im Schlaf sind ähnlich wie das Restless-Legs-Syndrom. Die beiden Krankheitsbilder gehen häufig miteinander einher. Die Arme oder Beine zucken wiederholt im Schlaf. Die Zuckungen treten ein- bis dreimal pro Minute auf. Die immer wieder auftretenden Zuckungen stellen einen Weckreiz für das Gehirn dar. Deswegen wachen die Betroffenen immer wieder kurzzeitig auf und sind in ihrem Schlaf gestört. Daher erreichen sie oftmals nicht die Tiefschlafphase. Diese ist jedoch wichtig für den Körper, um sich zu regenerieren. Die Folgen sind Müdigkeit am Tag und ein Gefühl, nicht ausgeruht zu sein.

„In manchen Fällen äußert sich eine Durchschlafstörung so stark, dass die Betroffenen die wichtige Tiefschlafphase nicht erreichen. Der Körper kann sich nachts dann nicht richtig regenerieren.“ — Dr. Dr. Tobias Weigl Klick um zu Tweeten

Schlaf-Apnoe-Syndrom

Das Schlaf-Apnoe-Syndrom ist eine Form der Durchschlafstörung, die mit den Atemwegen zusammenhängt. Die Betroffenen leiden unter Symptomen wie lautem Schnarchen und machen Atempausen im Schlaf. Die Betroffenen wachen häufig auf, wenn ihr Atem stoppt. Dadurch ist die Qualität des Schlafes in einem hohen Maß eingeschränkt. Personen mit Schlaf-Apnoe sind tagsüber müde und haben das Gefühl, nicht ausgeruht zu sein. Bluthochdruck ist ein häufiges Begleitsymptom des Schlafapnoe-Syndroms.

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Narkolepsie

Die Narkolepsie ist eine Störung, deren Symptome in der Nacht, am Tag, beim Einschlafen und beim Aufwachen auftreten. Sie äußert sich in einem unterbrochenen Schlaf und Schlaflähmung. Die betroffenen Personen sind am Tag sehr müde und nicken häufig ein. Sie leiden zudem unter plötzlicher Muskelschwäche. Beim Einschlafen und Aufwachen erleiden betroffene Personen außerdem häufig Halluzinationen.

Gut zu wissen: Was ist Melatonin?

Das Schlafhormon Melatonin ist ein Botenstoff und sendet dem Körper das Signal, dass es Zeit ist, zu schlafen. So steuert das Melatonin unsere sogenannte „innere Uhr“. Allerdings bringen die Lebensumstände wie Schichtarbeit, wenig Tageslicht und das Reisen in andere Zeitzonen die innere Uhr und den Schlafrhythmus durcheinander. Der Körper versucht, den gewohnten Tag-Nacht-Rhythmus mithilfe von Melatonin aufrecht zu erhalten. Daher tritt bei einem gestörten Tag-Nacht-Rhythmus häufig Müdigkeit während der Wach-Phasen auf.

Wer ist am ehesten betroffen?

Die Risikogruppe richtet sich nach der Ursache der Durchschlafstörung. Zu den Ursachen für Durchschlafstörungen gehören Vorerkrankungen. Diese lassen sich in körperliche, neurodegenerative und psychiatrische Erkrankungen einteilen. Weitere Ursachen für Durchschlafstörungen sind das Konsumverhalten und die Lebensumstände der betroffenen Person.

Körperliche Erkrankungen als Ursache

Eine Durchschlafstörung kann aufgrund einer chronischen oder einer akuten Erkrankung auftreten. Erkrankungen, die Durchschlafstörungen als Symptom begünstigen, sind: Störungen des Hormon-Haushalts, Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems, des Magen-Darm-Traktes, der Nieren, der Schilddrüse, der Atemwege, Rheuma und Krebs. Schäden an Organen und Schäden des Gehirns nach Unfällen sind weitere Ursachen.

Psychiatrische und neuro-degenerative Erkrankungen als Ursache

Patienten, die unter einer psychiatrischen oder einer neuro-degenerativen Erkrankung leiden, sind sehr häufig von Durchschlafstörungen betroffen (mehr als zwei Drittel). Erkrankungen, bei denen die Symptome auftreten, sind: Angststörungen, Demenz, Schizophrenie, Depression, Manie und Essstörungen. Ursache und Folge ist gerade bei depressiven Patienten schwer zu unterscheiden. Denn sie entwickeln aufgrund der Durchschlafstörung oftmals eine Depression. Andersherum ist eine Durchschlafstörung auch Symptom einer Depression.

Konsum von Alkohol als Ursache

Der Konsum von Alkohol beeinträchtigt den Schlaf und hat Durchschlafstörungen zur Folge. Dabei treten diese bereits ab einer geringen Menge an Alkohol auf. Es ist ein Irrglaube, dass beim Schlafen hilft. Alkohol erleichtert zwar das Einschlafen, fördert jedoch Durchschlafstörungen – egal, ob der Konsum von Alkohol einmalig oder regelmäßig (Stichwort Alkoholabhängigkeit) erfolgt.

Der Alkohol wirkt sich zunächst entspannend auf das Nervensystem aus – man fühlt sich wohl und kann gut einschlafen. Nach ein paar Stunden schlägt die Wirkung des Alkohols jedoch in das Gegenteil um. Der Grund: Stoffwechselprodukte des Alkohols regen das Nervensystem an. Das macht ein Aufwachen mitten in der Nacht wahrscheinlicher .

Konsum von Medikamenten oder Drogen als Ursache

Das Konsum-Verhalten bezüglich Medikamente und Drogen ist eine weitere Ursache für das Auftreten von Durchschlafstörungen. Medikamente, die Durchschlafstörungen als mögliche Nebenwirkung haben, sind Beta-Blocker zur Behandlung von Bluthochdruck und bestimmte Antidepressiva (sog. ‚MAO-Hemmer‘). Der Entzug von Schlafmitteln hat ebenfalls Durchschlafstörungen zur Folge.

Alle illegalen Drogen beeinträchtigen ebenfalls den Schlaf. Je nachdem, welche Substanz eine Person konsumiert, sind die Durchschlafstörungen mehr oder weniger stark. Es kann sein, dass die betroffene Person gar nicht erst einschlafen kann oder nach kurzer Zeit wieder aufwacht.

Psychische Belastung als Ursache

Einflüsse auf die Psyche spielen eine wichtige Rolle dabei, Durchschlafstörungen vorzubeugen oder zu begünstigen. Menschen, die Stress im Alltag haben, gehören daher zur Risiko-Gruppe. Akute Durchschlafstörungen sind eine mögliche Antwort des Körpers auf kurzzeitig auftretende, belastende Ereignisse. Beispiele sind Prüfungen, ein Todesfall in der Familie, Krankheit, Wechsel des Berufs, Umzug, Hausbau oder finanzielle Probleme. Wenn die Stresssituation vorüber ist, dann verschwinden die Durchschlafstörungen zumeist auch wieder.

Länger andauernde Stress-Situationen hingegen haben möglicherweise auch längerfristige Durchschlafstörungen zur Folge. In diesem Fall ist weniger eindeutig, was genau der Stress-Faktor ist, der die Schlafstörung verursacht. Es könnte sich um eine generelle Unzufriedenheit mit dem eigenen Leben handeln, zum Beispiel in Bezug auf den Beruf oder die Partnerschaft.

Umfeld und Gewohnheiten als Ursache

Das Umfeld ist in manchen Fällen der Auslöser von Durchschlafstörungen. Beispiele sind akustische und visuelle Reize wie der Lautstärke-Pegel und Einfall von Licht in das Schlafzimmer. Es existieren Vermutungen darüber, dass der Mond oder Elektrosmog ebenfalls Durchschlafstörungen verursachen. Diese Faktoren nehmen jedoch – wenn überhaupt – eher einen schwachen Einfluss auf das Schlafverhalten. Andere Ursachen, wie Vorerkrankungen und der Konsum von Alkohol wirken sich viel stärker auf das Schlafverhalten aus.

Alltägliche Gewohnheiten stören den Schlaf ebenfalls. Zum Beispiel abends vor dem Fernseher einzunicken, anstatt vorher ins Bett zu gehen. Ungewohnt lange schlafen am Wochenende und einen langen Mittagsschlaf halten bringt den Schlafrhythmus ebenfalls durcheinander. Diese Gewohnheiten sind daher mögliche Risikofaktoren für eine Durchschlafstörung. Allerdings lassen sich die Schlaf-Probleme zumeist mit dem Ablegen dieser Gewohnheiten wieder abstellen.

Veranlagung als Ursache

Eine weitere mögliche Ursache für Durchschlafstörungen ist die genetische Veranlagung (sog. ‚genetische Disposition‘). Eine genetische Disposition ist wahrscheinlich, wenn Personen bereits seit der Kindheit unter Durchschlafstörungen (sog. ‚idiopathische Insomnie‘) leiden. Man nimmt jedoch an, dass die Veranlagung für Durchschlafstörungen recht schwach ist. Eine Veranlagung bedeutet daher nicht, dass man zeitlebens von nächtlicher Unruhe geplagt sein wird.

Was tut der Arzt? Teil 1: Die Diagnose von Durchschlafstörungen

Die Diagnose von Durchschlafstörungen erfolgt in einem Anamnese-Gespräch beim Arzt. Er erfragt, wie häufig und wie lange die Durchschlafstörung bereits auftritt und wie sich diese genau äußert. Er erfragt auch, ob andere Symptome vorliegen. Denn Durchschlafstörungen treten häufig aufgrund einer anderen Erkrankung auf. Es ist oftmals schwer zu erkennen, was die Ursache für eine Durchschlafstörung ist. Deshalb nimmt die Diagnose einige Zeit in Anspruch.

Weitere Ursachen-Erforschung: Eine Untersuchung im Schlaflabor

Findet der Arzt keine eindeutige Ursache für die Durchschlafstörung, dann hilft ein Besuch im Schlaflabor bei der Diagnose-Stellung. Personen mit einem Restless-Legs-Syndrom wachen beispielsweise nachts immer wieder kurz wegen der Bewegungen ihrer Gliedmaßen auf und bekommen dies nicht mit. Im Schlaflabor sehen die Ärzte jedoch, warum der Patient nachts nicht durchschlafen kann. Dort überwachen sie den Patienten mit Kameras und messen gleichzeitig die Aktivität des Körpers (Herz, Atmung) und des Gehirns.

Fakten-Box

Durchschlafstörungen

  • eine Störung des Schlafes mit Tagesmüdigkeit
  • die Patienten können nachts nicht durchschlafen
  • die Störung reduziert das Wohlbefinden im Alltag
  • man unterscheidet zwischen primären und sekundären Durchschlafstörungen
  • bei primären Durchschlafstörungen ist keine Ursache erkennbar, sie hat sich verselbstständigt
  • sekundäre Schlafstörungen haben Ursachen wie beispielsweise Vorerkrankungen

Mögliche Symptome

  • Schläfrigkeit am Tag
  • Gereiztheit aufgrund von Müdigkeit
  • Depressive Verstimmungen

Mögliche Verursachende Erkrankungen und Risikofaktoren

  • Erkrankungen der Organe, wie Niere, Leber
  • Hirnschaden
  • Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes
  • Angststörungen
  • Demenz
  • Essstörungen
  • Alkoholismus
  • Schizophrenie
  • Rheuma
  • Krebs
  • Depression
  • Erkrankung der Atemwege
  • Alkoholkonsum
  • Drogenkonsum

Was tut der Arzt? Teil 2: Die Behandlung von Durchschlafstörungen

Die Behandlung von Durchschlafstörungen richtet sich nach der Ursache. Je nachdem, ob die Ursache eine körperlich Erkrankung, eine psychiatrische oder eine neuro-degenerative Erkrankung ist, verabreicht der Arzt also andere Medikamente oder eine andere Therapie.

Ursachen-Behandlung von körperlichen Vorerkrankungen

Bei einer primären Durchschlafstörung setzt der Arzt schlafspezifische Behandlungen ein. Leidet der Patient unter einer sekundären Durchschlafstörung, dann bewirkt eine Behandlung der Ursache oftmals schon ein Abklingen der Symptome. Es ist jedoch möglich, dass die Symptome der Vorerkrankung schneller verschwinden: Manche Patienten sind daher tagsüber bereits symptomfrei, während sie nachts noch unter Durchschlafstörungen leiden. Zum Beispiel bei Patienten mit Atemwegserkrankungen wie Asthma zeigen sich die Symptome nachts allgemein stärker. Die Durchschlafstörung bleibt daher besonders lang bestehen.

Der Therapie-Erfolg richtet sich bei einer sekundären Durchschlafstörung danach, ob die verursachende Erkrankung an sich gut zu behandeln ist oder nicht. Bei chronischen Leiden wie Krebs oder Rheuma ist eine Heilung zum Beispiel nur schwer möglich. Dann ist eine zusätzliche schlafspezifische Behandlung nötig – so wie bei einer primären Durchschlafstörung. Die Therapie erfolgt entweder medikamentös oder durch nicht-medikamentöse Therapie--Maßnahmen.

Ursachen-Behandlung von psychiatrischen Vorerkrankungen

Auch bei psychiatrischen Vorerkrankungen als Ursache einer Durchschlafstörung behandelt der Arzt zunächst die verursachenden Erkrankung. Die Durchschlafstörung tritt möglicherweise nach der erfolgreichen Therapie der Ursache weiter auf. In diesem Fall ist es wichtig, die Durchschlafstörung gut im Blick zu behalten und gegebenenfalls direkt zu therapieren. Denn eine Durchschlafstörung ist ein Stress-Faktor für den Patienten. So ist es möglich, dass die Durchschlafstörung eine psychiatrische Erkrankung – zum Beispiel eine Depression oder Essstörung – verstärkt. Die Durchschlafstörung begünstigt vielleicht sogar einen Rückfall. Die psychische Erkrankung sowie die Durchschlafstörung behandelt der Arzt entweder mit Medikamenten oder mit einer nicht-medikamentösen Therapie.

Medikamentöse Therapie mit Schlafmitteln

Die medikamentöse Therapie der Durchschlafstörung erfolgt mit Schlafmitteln. Die Ärzte sind bei einer medikamentösen Therapie jedoch vorsichtig – sie stellen die Medikamente genau auf die Patienten ein. Denn alle medikamentösen Präparate haben Nebenwirkungen und diese dürfen nicht mit der Vorerkrankung oder der Durchschlafstörung interferieren.

Nicht-medikamentöse Therapie

Alternativen zur medikamentösen Behandlung sind nicht-medikamentöse Maßnahmen. Die Therapie-Techniken sind entweder nicht schlafspezifisch (behandeln eine verursachende Vorerkrankung) oder schlafspezifisch (behandeln die Durchschlafstörung direkt). Eine nicht schlafspezifische Behandlung ist zum Beispiel die Psycho-Therapie bei einer Essstörung.

Um Schlafstörungen mit schlafspezifischen Maßnahmen direkt zu therapieren, existieren verschiedene therapeutische Varianten. Ein Beispiel ist die Entspannungs--Therapie: Patienten erlernen gezielte Entspannungs-Techniken in der Therapie und wenden sie zu Hause vor dem Schlafengehen an. Weitere Möglichkeiten ist die Therapie durch Veränderung des Denkens (sog. ‚kognitive Therapie‘) und die Informationsvermittlung über das Schlafen durch einen geschulten Therapeuten (sog. ‚Schlafedukation‘).

Nicht-medikamentöse Therapien haben den Vorteil, dass sie frei sind von Nebenwirkungen. Weiterhin zielen sie darauf ab, die Ursache der Durchschlafstörung zu behandeln und nicht nur deren Symptome. Sie helfen dabei, eine medikamentöse Therapie zu unterstützen– vor allem dann, wenn der Arzt die Medikamente gegen Ende einer medikamentösen Therapie langsam reduzieren und absetzen möchte.

Aktuelle Forschung – Schlaf und Ernährung hängen eng zusammen

Die Anzahl der Menschen mit einem gestörten Schlafverhalten ist steigend. Die Gründe sind Vorerkrankungen, Gewohnheiten und äußere Faktoren, wie zum Beispiel Schichtarbeit. Aber wie hängt Schlaf mit der Ernährung zusammen? Dies hat Dr. Uwe Siedentopp, Arzt für Naturheilverfahren, in einer Übersichtsstudie über internationale Forschungs-Ergebnisse zusammengefasst. Beeinflusst das Essen den Schlaf oder der Schlaf das Essverhalten?

Schlafmangel macht dick

Die Übersichts-Studie hat ergeben, dass deshalb Erkrankungen wie Übergewicht, Bluthochdruck und Diabetes bei schlafgestörten Personen sehr häufig auftreten. Denn wenn eine Person zu wenig schläft, dann verändert sich der Stoffwechsel – der Körper verlangt nach mehr Nahrung. Der Hormon-Haushalt verschiebt sich durch den Schlafmangel: Der Körper produziert weniger Leptin und dafür mehr Ghrelin. Leptin zügelt den Appetit und Ghrelin regt ihn an. Die Folge ist ein vermehrtes Hunger-Gefühl. Und noch vielmehr: Personen mit Schlaf-Mangel haben ein größeres Verlangen nach Süßigkeiten und kalorienreichen Lebensmitteln mit einem hohen Energiegehalt, zum Beispiel Schokolade und Chips. So nehmen Personen mit Schlafentzug signifikant mehr Kalorien auf: im Schnitt knapp 400 Kalorien pro Tag.

Wechselwirkungen von fettem Essen und Schlafmangel

Andersherum begünstigt fettes Essen Schlafstörungen. Denn der Körper benötigt viel Energie, um die fettigen Lebensmittel zu verdauen – nicht nur, wenn man sie vor dem Schlafen-Gehen isst. Zusammenfassend haben die Studien ergeben, dass fettes Essen und Schlafstörungen sich gegenseitig verstärken. Eine gesunde, ausgewogene Ernährung ist daher wichtig, um Schlafstörungen vorzubeugen. Zudem hilft Schlaf dabei, die Lust auf Süßes zu reduzieren, sich gesund zu ernähren und nicht dick zu werden.

Quelle: Uwe Siedentopp (2017): Integrative Ernährungstherapie bei Schlafstörungen. Deutsche Zeitschrift für Akupunktur, 60 / 3, S. 32 – 36.

Häufige Patientenfragen

Kann ich Alkohol als Schlafmittel dosieren? Wenn man mehr trinkt, dann läuft der Stoffwechsel doch langsamer ab, oder? Dann würde ich nach dem Alkohol-Konsum am Abend vielleicht erst dann am Morgen aufwachen, wenn ich sowieso aufstehen muss.

Dr. Dr. T. Weigl
Alkohol ist ein Genussmittel und kein Schlafmittel. Größere Mengen an Alkohol haben gegebenenfalls zunächst eine ermüdendere Wirkung als geringe Mengen. Jedoch ist ein vermehrter Alkohol-Konsum gefährlich. Beim Verstoffwechseln von Alkohol entstehen immer giftige Abbauprodukte, die Organschäden verursachen können. Eine Alkoholvergiftung kann sogar ein Koma  zur Folge haben.

Regelmäßiger Alkoholkonsum führt zu Alkoholismus. Viele Alkoholismus-Patienten leiden sogar unter chronischen Durchschlafstörungen. Falls Sie am nächsten Tag früh aufstehen und ausgeruht für den Tag sein möchten, dann verzichten Sie lieber komplett auf den Genuss von Alkohol am Abend.

Meine Mutter schläft mit dem Alter zunehmend schlechter. Ich habe Angst, bald auch an Schlafproblemen zu leiden. Kann man Schlafmittel vorbeugend einnehmen, um keine Durchschafstörung zu bekommen?

Dr. Dr. T. Weigl
Sie sollten auf keinen Fall Schlafmittel oder andere Medikamente vorbeugend einnehmen, wenn der Arzt diese nicht verschrieben hat. Schlafmittel einzunehmen, wenn sie nicht nötig sind, verstärkt sogar die Gefahr für Durchschlafstörungen: Der Körper gewöhnt sich an die beruhigenden Substanzen und die Mittel wirken irgendwann nicht mehr. Beim Absetzen von Schlafmitteln können Durchschlafstörungen zunächst vermehrt auftreten, da sich der Körper wieder daran gewöhnen muss, ohne die Wirkung der Präparate zu schlafen.
Zudem haben Medikamente immer mögliche Nebenwirkungen. Der Arzt entscheidet im Einzelfall, ob der Nutzen der Medikamente (Abstellen der Symptome) die Kosten (mögliche Nebenwirkungen) übersteigt. Es ist daher generell nicht ratsam, auf eigene Faust Medikamente einzunehmen, ohne Symptome vorliegen zu haben.
Dass Ihre Mutter unter Durchschlafstörungen leidet, heißt nicht, dass diese auch bei Ihnen auftreten werden. Ein möglicher erster Schritt ist es, die Ursache für die Durchschlafstörung ihrer Mutter herauszufinden. Bitten Sie Ihren Arzt um Hilfe. In einer Anamnese kann er mögliche Auslöser identifizieren und behandelnde Maßnahmen für Ihre Mutter einleiten.

Ich benutze seit mehreren Monaten Ohropax, weil eine Autobahn mit LKW-Verkehr neben unserer alten Wohnung war. Wir sind zwar bereits umgezogen, aber ich habe Angst, dass ich ohne meinen Gehörschutz nun nicht mehr schlafen kann. Ich bin so sensibel beim Schlafen. Was kann ich tun?

Dr. Dr. T. Weigl
Wenn laute Störgeräusche den Schlaf beeinträchtigen, dann ist es in Ordnung, für kurze Zeit einen Gehörschutz zu verwenden. Eine längere Verwendung ist jedoch nicht empfehlenswert. Denn das Gehirn ist es gewohnt, während des Schlafs unbewusst Informationen über die Umwelt zu sammeln. Verhindern sie dies, dann wird das Gehör immer sensibler gegenüber akustischen Reizen.
Versuchen Sie, den Gehörschutz wegzulassen. Schaffen Sie in der ersten Zeit eine besonders ruhige Atmosphäre vor dem Einschlafen – verzichten Sie auf ein Smartphone im Schlafzimmer, sodass Sie vollständig zur Ruhe kommen. Ein warmes Bad oder eine Tasse Tee helfen dabei, die Ruhe zum Schlafen zu finden. Wenn Sie weiterhin Probleme beim Ein- und Durchschlafen haben sollten, liegt dies möglicherweise an einer anderen, neuen Ursache. Suchen Sie in diesem Fall Ihren Hausarzt auf, um diese abzuklären.

Mein Großvater trinkt immer Wein zum Einschlafen. Er sagt, dass man im Alter ohne ein, zwei Gläser Rotwein nicht richtig schlafen kann. Dabei trinkt er ja schon immer Bier beim Abendessen. Muss man wirklich so viel Alkohol am Abend trinken?

Dr. Dr. T. Weigl
Es ist nicht richtig, dass man im Alter nur unter Alkoholeinfluss schlafen kann. Alkohol ist kein Schlafmittel – egal, wie alt man ist. Der regelmäßige oder gar tägliche Konsum von Alkohol ist nicht gesund. Organschäden, zum Beispiel der Leber und der Nieren, sind häufig die Folgen.
Fragen Sie Ihren Großvater, ob er nicht einmal einen Abend ohne Alkohol versuchen möchte. Wenn er wirklich jeden Tag Alkohol trinkt, dann könnte er unter Alkoholismus leiden. Sprechen Sie mit dem Hausarzt Ihres Großvaters über dessen Alkohol-Konsum. In einem Patienten-Gespräch kann der Arzt herausfinden, ob das Konsum-Verhalten von Ihrem Großvater bedenklich ist und ob er möglicherweise an Alkoholismus leidet.

Mir passiert es immer wieder, dass ich abends vor dem Fernseher einschlafe. Ich wache dann mitten in der Nacht schlecht gelaunt auf und sobald ich ins Schlafzimmer gehe, kann ich nicht mehr richtig schlafen. Jetzt überlege ich, den Fernseher ins Schlafzimmer zu stellen. Dann kann ich ja den Sleep-Modus anstellen und er geht irgendwann einfach aus. Kann ich nachts dann wieder durchschlafen?

Dr. Dr. T. Weigl
Das Gehirn strengt sich beim Fernsehen an, da es die audio-visuellen Reize verarbeiten muss. Das künstliche Licht aus dem Fernseher suggeriert zudem, dass es nicht Nacht, sondern Tag ist. Ein häufiges Problem ist, dass der Körper so nicht zur Ruhe kommt, sondern eher wach wird. Wenn Sie dennoch so müde sind, dass Sie vor dem Fernseher einschlafen möchten, dann sollten Sie rechtzeitig ins Bett gehen.
Es ist besser, vor dem Schlafen Ruhe zu haben, damit sich Körper und Geist entspannen. Um besser durchschlafen zu können, sollten Sie also nicht ihren Fernseher in ihr Schlafzimmer stellen, sondern in den letzten Minuten vor dem Einschlafen lieber etwas Anderes machen. Entspannungsübungen zum Beispiel helfen dabei, richtig zur Ruhe zu kommen. Wenn Sie auch unabhängig vom Fernsehen ein Problem mit dem Durchschlafen haben, dann fragen Sie Ihren Hausarzt um Rat.

Nachts muss ich oft pinkeln gehen. Danach kann ich aber nicht wieder einschlafen. Was kann ich dagegen tun?

Dr. Dr. T. Weigl
Achten Sie darauf, dass Sie eine ruhige Atmosphäre wahren, auch wenn Sie in der Nacht kurz aufstehen. Das heißt: verzichten Sie darauf, ein helles Licht anzumachen, damit das Gehirn sich nicht auf Tag einstellt. Vermeiden Sie Kontakt zur Außenwelt, sehen Sie nicht auf Ihr Smartphone. Achten Sie auf ein gutes Raumklima in Ihrem Schlafzimmer. Ein zu warmer und zu stickiger Raum fördert Durchschlafstörungen.

Ich war neulich mit meinem Mann im Urlaub und hatte plötzlich Probleme mit dem Durchschlafen. Woher kann das kommen?

Dr. Dr. T. Weigl
In einem ungewohnten Umfeld zu sein, kann schon einmal zu einem leichteren Schlaf führen. Ist der normale Alltag von viel Hektik und Stress oder eine inneren Unzufriedenheit geprägt, kommen Symptome wie Unruhe und Durchschlafstörungen manchmal erst in einer neuen Situation zum Vorschein. Es ist, als wenn die Psyche den Stress so lange verdrängt, bis sich eine Änderung der Umstände ergibt – z. B. ein Urlaub. Durch die Entspannung haben Körper und Geist die Zeit dazu, Warnsignale abzusenden.
Durchschlafstörungen im Urlaub treten daher möglicherweise bei Personen auf, die zu viel Alltagsstress haben. Stellen Sie sich selbst die Frage, ob dies bei Ihnen der Fall sein könnte. Versuchen Sie, Stress-Faktoren im Alltag zu reduzieren. Wenn Sie denken, unter zu viel Stress zu leiden, dann fragen Sie Ihren Hausarzt um Rat.

Wenn im Beipackzettel eines Medikaments Durchschlafstörungen als Nebenwirkung aufgelistet sind, wie schlimm wird der Schlafentzug sein?

Dr. Dr. T. Weigl
Der Beipackzettel von Medikamenten enthält Informationen über mögliche Nebenwirkungen. Nicht bei allen Patienten treten alle Nebenwirkungen auf. Zudem sind im Beipackzettel auch sehr seltene, eher unwahrscheinliche Nebenwirkungen des Präparats enthalten. Daher ist es hilfreich, den behandelnden Arzt nach den möglichen Nebenwirkungen der verschriebenen Medikamente zu fragen. Treten Nebenwirkungen bei Ihnen auf, dann können Sie gemeinsam mit Ihrem Arzt nach einer Alternative suchen.

Exkurs: Ähnliche Therapie von Parkinson und dem Restless-Legs-Syndrom

Parkinson ist eine Erkrankung, die häufig im Alter auftritt. Bei Parkinson-Patienten ist der Dopamin-Haushalt gestört. Deshalb nehmen sie Präparate ein, die den Botenstoff Dopamin beeinflussen. Auch bei der Erkrankung Restless-Legs-Syndrom verschreiben Ärzte Dopamin-beeinflussende Medikamente. Denn auch hier ist ein Umsteuern des Dopamin-Haushalts ein möglicher Therapie-Ansatz. Ein Beispiel für ein solches Präparat ist L-Dopa. Allerdings haben die beiden Erkrankungen Parkinson und Restless-Legs-Syndrom ansonsten nicht viel miteinander zu tun – es handelt sich nicht um dasselbe Krankheitsbild.

Typisches Patientenbeispiel

Seit Wochen hat Christian nicht mehr richtig geschlafen – es war einfach alles zu viel. Erst musste er seine Reise nach Afrika verschieben, weil sein Vater krank wurde. Das war ja noch zu ertragen, aber als dann noch die Mutter seiner Frau gestürzt ist und ins Krankenhaus musste, wusste er nicht mehr weiter. Vor allem, weil sich zeitgleich herausgestellt hat, dass sein Vater an Krebs im Endstadium leidet. Jeden Tag vom einen zum anderen Krankenhaus hetzen, jeden Tag sehen müssen, wie der Krebs seinen Vater weiter schwächt – es war, als hätte er dabei zusehen müssen, wie eine geliebte Person bei lebendigem Leibe aufgefressen wird.

Schlafmittel als selbst-verordnete Entspannungs-Therapie

Christian hat damit begonnen, Schlafmittel einzunehmen. Erst alle paar Tage, dann jeden Tag und später mehrere am Abend. Er wollte tagsüber fit genug sein, um sich um alle Angelegenheiten seines Vaters zu kümmern und seiner Schwiegermutter bei der Genesung zu helfen. Jedoch haben die pflanzlichen Schlaftabletten aus der Apotheke recht rasch keine Wirkung mehr gezeigt. Er ist zu seinem Hausarzt gegangen, um sich etwas Stärkeres verschreiben zu lassen. Der Arzt hat ihn davor gewarnt, nicht zu lange zu viel von den Medikamenten einzunehmen und ihm nur eine kleine Packung gegeben.

Schlafmittel sind nicht die einzige Lösung

Nachdem die Packung vom Arzt leer war, war es Christian zu peinlich, noch einmal zum Arzt zu gehen und nach Schlaftabletten zu fragen. Er hat das pflanzliche Präparat noch einmal versucht, aber das hat keine Wirkung mehr gezeigt. Nach wochenlangen, teilweise schlaflosen Nächten hat er seinen Hausarzt doch noch einmal aufgesucht. Er hat ihm diesmal sein Herz ausgeschüttet und ihm erzählt, wie sehr ihn sein Leben gerade belastet. Der Arzt hat sehr verständnisvoll reagiert. Er hat Christian bestärkt: Wenn der Stress vorüber ist, dann sollten die Durchschlafprobleme auch aufhören. Andernfalls existieren auch nicht-medikamentöse Therapie-Formen neben einer medikamentösen Therapie.

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Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt.

 

Autoren: Dr. Dr. Tobias Weigl, Melinda Mende
Lektorat: Christopher Keck
Datum: 17.12.2019

Quellen:

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