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Spermaqualität beeinflusst Wahrscheinlichkeit für Fehlgeburten

Erleben Paare mehrere Fehlgeburten, werden meist immer die Frauen bezüglich gesundheitlicher Ursachen untersucht. Beim Verlust eines Kindes während der Schwangerschaft hat jedoch auch der Mann seinen Anteil – vor allem die Spermienqualität hat einen erheblichen Einfluss, wie Forscher kürzlich herausfanden.

Studie betont Risiko durch schlechte Spermiengesundheit

Rund 20 Prozent der Schwangeren erfahren eine Fehlgeburt. Was genau dahintersteckt, ist jedoch in den wenigsten Fällen klar. Wenn nach Ursachen gesucht wird, dann meist bei der Mutter. Bereits seit einiger Zeit nehmen Forscher allerdings an, dass auch die Qualität des Spermas ihren Beitrag zu einer Fehlgeburt leisten kann. Diese Vermutung unterstützt nun eine neue Studie aus Großbritannien.

Wissenschaftler des Imperial College London untersuchten das Sperma von 50 Männern, deren Lebensgefährtinnen mindestens drei Mal hintereinander ihr Kind noch vor der 20. Schwangerschaftswoche verloren hatten. Das Ergebnis zeigte, dass die Spermien ihrer Männer doppelt so oft Erbgutschäden aufwiesen, wie die der Vergleichsgruppe, deren Partnerinnen noch keine Fehlgeburt erlitten hatten. Die Studie wurde im Fachjournal „Clinical Chemistry“ publiziert.

Medizin vernachlässigt den Einfluss des Mannes

Bisher konzentrieren sich Ärzte bei der Ursachensuche für erneute Fehlgeburten meist auf die Frauen. Die Bedeutung der Männer und ihrer Spermiengesundheit wird in den meisten Fällen außen vorgelassen. Die neue Studie gibt allerdings Anlass zur Annahme, dass die Spermaqualität nicht nur wichtig für eine geglückte Befruchtung ist, sondern auch für eine gesunde Schwangerschaft. Die Untersuchung ist zwar nicht repräsentativ, bestärkt jedoch die Ergebnisse früherer Forschungen. Wissenschaftler konnten bereits vorher feststellen, dass die Samenzellen einen signifikanten Einfluss auf die Bildung der Plazenta haben, welche den Fötus mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt.

Fehl- oder Totgeburt?

Von einer Fehlgeburt spricht man, wenn das Ungeborene beim Abort höchstens 500 Gramm wiegt. Ist das Ungeborene schwerer, ist von einer Totgeburt die Rede. Besonders hoch ist die Wahrscheinlichkeit einer Fehlgeburt in den ersten 12 Wochen der Schwangerschaft. Meist geht der Wunsch nach Nachwuchs für die Paare aber auch nach dem Verlust eines Kindes noch in Erfüllung. Es gibt jedoch auch Fälle, bei denen mehrere Fehlgeburten hintereinander eintreten. Dies wird als „habitueller Abort“ bezeichnet. Schätzungsweise drei Prozent aller Paare sind davon betroffen.

Gründe für Abort

Die Ursachen einer Fehlgeburt sind divers. Häufig ist der genaue Grund unklar, eine Fehlentwicklung des Embryos ist allerdings häufig dafür verantwortlich. Bekanntermaßen haben aber auch der Konsum von Alkohol und anhaltender Stress bei der Mutter einen negativen Effekt auf den Fötus. Andere Risikofaktoren sind Autoimmunerkrankungen, Chromosomenauffälligkeiten, Fehlbildungen der Gebärmutter und Hormonstörungen.

Im Normalfall wird eine Spermaanalyse bisher nicht empfohlen, obwohl diese vielen Paaren mit Kinderwunsch helfen kann. In Deutschland bleiben fast zehn Prozent dieser Menschen im Alter zwischen 25 und 59 Jahren unfreiwillig kinderlos.

Reaktive Sauerstoffspezies mögliche Ursache

Die neue Studie deutet außerdem darauf hin, welche Gesichtspunkte die Spermienqualität negativ beeinflussen. Die Partner der Frauen, welche mehrere Fehlgeburten erlitten hatten, hatten eine höhere Konzentration Reaktive Sauerstoffspezies (ROS) in ihrem Sperma. Diese Moleküle werden in der Samenflüssigkeit gebildet und schützen die Spermien vor Bakterien und Infektionen. Ist jedoch zuviel ROS im Sperma, so kann es den Zellen beträchtlichen Schaden zufügen. Dies könnte laut den Wissenschaftlern eine Ursache für die häufigen Erbgutschäden der Spermien sein.

Warum das Sperma der Probanden mehr Sauerstoffradikale beinhaltete als der Durchschnitt, ist bisher nicht klar. Ein möglicher Grund können vergangene Infektionen, wie zum Beispiel Chlamydien, sein. Auch wenn der Test nun negativ ausfällt, können noch Keime von früheren Infektionen in der Prostata sein. Jedoch spielen auch andere Faktoren wie das Alter und Körpergewicht der Männer eine Rolle, wenn es um eine erfolgreiche Schwangerschaft geht. Frauen, die einen Abort erlebt hatten, hatten im Schnitt sieben Jahre ältere Partner. Zudem waren diese in vielen Fällen auch übergewichtig.

Es gilt nun herauszufinden, ob diese Kriterien zu einer Steigerung der Konzentration von Sauerstoffradikalen führen. Anschließend kann möglicherweise ein Therapieansatz entwickelt werden, um die Anzahl der Moleküle zu verringern und die Wahrscheinlichkeit einer Fehlgeburt effektiv zu reduzieren.

Quellen

  • Clinical Chemistry: Reduced Testicular Steroidogenesis and Increased Semen Oxidative Stress in Male Partners as Novel Markers of Recurrent Miscarriage
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