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Elektrostimulation gibt Gelähmten Hoffnung

US-Forscher der Mayo Klinik in Rochester, Minnesota, haben es kürzlich tatsächlich geschafft einen Querschnittsgelähmten zum Gehen zu bringen – ein unvorstellbarer Erfolg. Die Art der Umsetzung ist bisher zwar nicht alltagstauglich, aber trotzdem gibt der Fall vielen Gelähmten neue Hoffnung.

Wunder? Wissenschaft!

Mediziner Robert Weidner sagte der DW im Interview, dass die Wissenschaftler um Kendall Lee und Kristin Zao den Querschnittsgelähmten durch in der Nähe des Rückenmarks implantierte Elektroden wieder laufen lassen konnten. Die Elektrostimulation dieses Bereichs sorgte dafür, dass zusätzlich mit Rollator und therapeutischer Hilfe insgesamt 331 Schritte möglich waren, was einer Strecke von ca. 102 Metern entspricht. Dafür war im Vorhinein jedoch fast ein Jahr Training nötig gewesen. Der Patient ist komplett gelähmt, was bedeutet, dass er unterhalb der Brust über keine sensiblen oder motorischen Funktionen verfügt. Dass er nach etlichen Jahren seine Arme und Beine nun wieder gezielt steuern und Schritte machen konnte, ist eine Sensation. Eine Lähmung dieser Art kommt sehr häufig vor. Betroffene sind dabei nicht in der Lage ihre Extremitäten auch nur minimal zu bewegen. Oft sind zwar noch Nervenbahnen vorhanden, die die Läsionsstelle überbrücken, welche aber inaktiv sind.

Derzeit wird daran geforscht, diese wiederzubeleben. Bewegung funktioniert stets auf zwei Ebenen: Die neuronale Steuerung, also der Befehl „Bewegen“ durch das Gehirn, und der Empfang dieses Befehls in den Nervenzellen des unteren Rückenmarks, die diesen dann an die Muskeln weiterleiten. Bei der aktuellen Studie haben die Forscher beide Bereiche adressiert. Zum einen wurde das Rückenmark durch die Elektrostimulation „wachgerüttelt“, das jahrelang nicht mehr mit dem Gehirn verbunden war. Zum anderen wurden die übrig gebliebenen Nervenbahnen durch starkes Rehabilitationstraining reaktiviert. Dies hat über 43 Wochen lang mehrere Stunden tägliche Übung erfordert, bei dem der Patient mit zusätzlicher Last und Unterstützung durch einen Therapeuten und Rollator auf dem Laufband gehen musste. Auf diese Weise wurde der Kontakt zwischen Gehirn und Muskeln langsam wiederhergestellt.
Weitere Forschungen werden im Moment bereits betrieben. Die spannende Studie wurde im Fachjournal „Nature Medicine“ veröffentlicht.

Quellen

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