Sign up with your email address to be the first to know about new products, VIP offers, blog features & more.

Die Lymphdrainage – meistens am Bein: Warum wird sie durchgeführt?

„Die Lymphdrainage ist der Baustein eines umfassenden Konzepts zur Behandlung von Lymphödemen mit unterschiedlichsten Ursachen.“
— Dr. Tobias Weigl


Von Medizinern geprüft und nach besten wissenschaftlichen Standards verfasst

Dieser Text wurde gemäß medizinischer Fachliteratur, aktuellen Leitlinien und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

Quellen ansehen

Die Lymphdrainage wird von speziell ausgebildeten und zertifizierten Physiotherapeuten, Masseuren, medizinischen Bademeistern oder Ärzten durchgeführt, wenn der Lymphabfluss des Patienten behindert ist. Die Patienten bilden durch den gestörten Abfluss der Lymphflüssigkeit ein Lymphödem aus, eine Schwellung meist im Bereich von Armen oder Beinen. Durch eine sanfte Massage und gezielte Bewegungen kann der Lymphabfluss angeregt werden. Die Behandlung erfolgt mit der Hand und wird deshalb auch als manuelle Lymphdrainage bezeichnet. Sie ist niemals alleinige Therapie, sondern immer Bestandteil eines multimodalen Behandlungskonzeptes. Sie wird zusammen mit physikalischen Therapien, wie z.B. bestimmten Gymnastikprogrammen, Kompressionsbehandlungen und Hautpflege durchgeführt.

„Nicht schon wieder“, denkt sich Thomas. Er hatte doch gerade erst eine Entzündung des Beines, ein Erysipel. Und jetzt wird sein Bein schon wieder so dick. Außerdem kann er die Schwellung mit dem Finger eindrücken und es entstehen komische Dellen. Thomas macht sofort einen Termin beim Hausarzt.

 

Die Lymphdrainage: Was ist das?

Um zu verstehen, was genau die Lymphdrainage ist, müssen wir uns zunächst die Erkrankung ansehen, die hier behandelt werden soll: das Lymphödem.
Unterhalb unserer Haut, im sogenannten subkutanen Raum (von lateinisch sub = unter und cutis = Haut) verlaufen die Lymphgefäße. Diese transportieren die Lymphflüssigkeit. Durch unterschiedliche Ursachen kann es zu einer Störung dieser Transportvorgänge kommen und die Lymphflüssigkeit fließt nicht richtig ab. Sie staut sich zurück, was schließlich zu einer Schwellung, meist der Beine, führt.

Für mehr Informationen lesen Sie bitte doch unseren Artikel zum Thema „Lymphödem“.

Gut zu wissen!
Eine häufige Indikation für eine manuelle Lymphdrainage ist das Lymphödem des Arms nach erfolgter Operation von Brustkrebspatienten, meist mit Entfernung der Lymphknoten der Achsel [LINK]. Die Lymphe kann hier nicht mehr richtig abfließen und es kommt zum Lymphstau mit Schwellung und Schmerzen des entsprechenden Arms. Die Lymphdrainage kann Abhilfe schaffen.

Bei der Lymphdrainage erfolgt durch speziell ausgebildete Therapeuten (meist Masseur, medizinische Bademeister oder Physiotherapeuten, manchmal auch Ärzten) die sanfte Massage der betroffenen Region. Durch bestimmte Techniken kann so der Lymphabfluss angeregt werden und die Schwellung geht zurück.

Gut zu wissen!
Im Unterschied zur klassischen Massage erfolgen die Bewegungen bei der Lymphdrainage sehr sanft und eher oberflächlich.

Wann kommt die Lymphdrainage zum Einsatz?

Kommt es aufgrund eines Staus in den Lymphgefäßen zu einer Ansammlung der Lymphflüssigkeit und somit zu einem Lymphödem, kann die Lymphdrainage Abhilfe schaffen.
Einige mögliche Ursachen, bei denen die Lymphdrainage zum Einsatz kommt, sind:

  • nach Operationen: Der Zugang zum Operationsgebiet erfolgt durch einen Einschnitt der Haut. Dabei kann es zu Verletzungen der Lymphgefäße kommen. Nach der Operation ist ein Abfluss somit erschwert und es kommt zum Lymphödem.
  • Brustkrebs: Nach einer Brustkrebsoperation kommt es häufig zu einem Lymphödem des Armes. Hier kann eine tägliche Lymphdrainage die Schmerzen lindern.
  • Nach Entzündungen der Haut und Unterhaut (z.B. Erysipel) kann es zu Schäden der Lymphgefäße und somit Abflussstörungen kommen.
  • Erkrankungen der Venen, wie z.B. eine Thrombose.

Wer führt eine Lymphdrainage durch?

Die Lymphdrainage wird meist von Physiotherapeuten, medizinischen Bademeistern oder Masseuren, selten auch mal von Ärzten durchgeführt, die eine spezielle Ausbildung haben. Dabei erlernen die Therapeuten spezielle Massagegriffe und Techniken.

Dazu absolvieren sie in der Regel die Ausbildung in einem von den Krankenkassen anerkannten Ausbildungszentrum und erhalten ein entsprechendes Zertifikat. Nur so kann die Behandlung später auch bei den Krankenkassen abgerechnet werden.

Hat ein Arzt Ihnen eine Lymphdrainage verschrieben? Welche Ursache lag bei Ihnen zu Grunde?
 

Fakten-Box
Lymphdrainage

  • Manuelle Behandlung zur Entstauung bei Lymphödem
  • Sanfte Massage
  • Speziell ausgebildete Therapeuten (Physiotherapeuten, Masseure, medizinische Bademeister, selten Ärzte)

Ablauf

  • Manuelle Lymphdrainage
  • Kompressionstherapie
  • Hautpflege
  • Entstauungsgymnastik

Der Ablauf der Behandlung

1. Manuelle Lymphdrainage
Der zertifizierte Therapeut führt die sanfte Massage durch. Dabei wendet er bestimmte Griffe und Techniken an, um das Gewebe aufzulockern und den Lymphabfluss anzuregen. In der ersten Therapiephase kann diese Behandlung sogar täglich erfolgen und dauert individuell unterschiedlich, je nach Schwere der Grunderkrankung, ca. zwei bis drei Wochen. In leichten Fällen kann die Behandlung ambulant in einer Praxis erfolgen, in besonders schweren Fällen eher im Rahmen eines stationären Aufenthaltes in einer spezialisierten Klinik.

2. Kompressionstherapie
Nach erfolgter manueller Lymphdrainage und erfolgreicher erster Behandlungsphase, erfolgt die zusätzliche Kompressionstherapie. Durch den Druck auf die betroffene Extremität wird der venöse Blutfluss, also der Rückfluss zum Herzen, angeregt und der Lymphabfluss ebenfalls gefördert. Die Kompression sollte durch speziell angepasste Kompressionsstrümpfe oder Wickel täglich erfolgen.

3. Hautpflege
Bei ausgeprägtem Lymphödem finden sich oft tiefe Hautfalten. Diese bieten durch Körperwärme und vermehrtes Schwitzen einen idealen Nährboden für Pilze und andere Keime. Ein regelmäßiges Reinigen und trocken halten, z.B. durch Puder, helfen hier weiter.

4. Entstauungsgymnastik
Durch den Therapeuten erläuterte Übungen sollten eigenständig durchgeführt werden. Am besten tun Sie dies während des Tragens der Kompressionsstrümpfe, um ein optimales Ergebnis zu erzielen.

Achtung!
Bei einem akuten Infekt, akuter Thrombose oder ausgeprägter Herzschwäche sollte keine Lymphdrainage durchgeführt werden. Generell gilt, dass der behandelnde Arzt in die Therapieentscheidung einbezogen werden sollte.

Häufige Patientenfragen

Wer führt die Lymphdrainage durch?

Dr. T. Weigl
Die Lymphdrainage wird von speziell ausgebildeten und zertifizierten Physiotherapeuten, medizinischen Bademeistern oder Masseuren durchgeführt.

Wann sollte eine Lymphdrainage durchgeführt werden?

Dr. T. Weigl
Bei Vorliegen eines Lymphödems sollte die Lymphdrainage erfolgen. Häufige Ursache sind Tumore, Entzündungen, Operationen, Traumata, Infektionen oder Bestrahlung. Selten kann eine angeborene Entwicklungsstörung der Lymphgefäße dahinter stecken. Die Lymphflüssigkeit kann nicht mehr richtig abfließen und staut sich zurück. Es kommt zu einer Schwellung.

Muss ein Lymphödem behandelt werden?

Dr. T. Weigl
Ein Lymphödem sollte frühzeitig behandelt werden. Zum einen ist nur eine Behandlung im Anfangsstadium mit Aussicht auf Heilung oder Beschwerdefreiheit verbunden. Zum anderen ist bei ausbleibender Behandlung die Verdickung der Haut mit dauerhafter, massiver Anschwellung der Extremitäten die Folge, einhergehend mit erheblichen Bewegungseinschränkungen im Alltag.

 

Auch das noch. Der Arzt erklärt nach ausführlicher Untersuchung, dass Thomas ein Lymphödem habe. Thomas geht zur Lymphdrainage und bekommt nach Rückgang der Schwellung Kompressionsstrümpfe.

 

Verwandte Themen

Haben auch Sie Erfahrungen mit Lymphdrainage? Haben Sie Fragen zum Thema? Nutzen Sie unsere Kommentarfunktion unten für den Austausch untereinander und mit uns!

Autoren: Claudia Scheur und Dr. Tobias Weigl
Lektorat: Andrea Lorenz
Veröffentlicht: 15.8.2018

Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt.

Quellen

    • M. Müller (2014/15): Chirurgie für Studium und Praxis, 12. Auflage. Medizinische Verlags- und Informationsdienst, Breisach.
    • Herold et al. (2013): Innere Medizin. Eigenverlag.
    • Top-Physio®: Lymphdrainageausbildung.
[Gesamt:3    Durchschnitt: 5/5]

Noch keine Kommentare.

Was denkst Du?

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.