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Das Lymphödem – Dicke Beine & Arme

Wenn die Lymphflüssigkeit durch Schäden im Bereich der Lymphgefäße nicht mehr abfließen kann, kommt es zu einer Ansammlung der Flüssigkeit im umliegenden Gewebe und so zu einem Anschwellen der betroffenen Region.“
— Dr. Tobias Weigl


Von Medizinern geprüft und nach besten wissenschaftlichen Standards verfasst

Dieser Text wurde gemäß medizinischer Fachliteratur, aktuellen Leitlinien und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

Quellen ansehen

Bei einem Lymphödem kommt es zu einer Schwellung unterhalb der Haut (sog. ‚subkutan‘). Diese Schwellung entsteht durch einen verhinderten Abfluss der Lymphflüssigkeit in den Lymphgefäßen und kann unterschiedliche Ursachen haben. Meistens sind die Extremitäten (Arme und Beine) betroffen. Die Behandlung erfolgt durch Behandlung der Grunderkrankung und eine manuelle Therapie zur Bekämpfung der Flüssigkeitsansammlung (sog. ‚Ödem‘).

„Nicht schon wieder“, denkt sich Thomas. Er hatte doch gerade erst eine Entzündung des Beines, ein Erysipel. Und jetzt wird sein Bein schon wieder so dick. Außerdem kann er die Schwellung mit dem Finger eindrücken und es entstehen komische Dellen. Thomas macht sofort einen Termin beim Hausarzt.

Das Lymphödem: Was ist das eigentlich und wie entsteht es?

Unterhalb unserer Haut, im sogenannten subkutanen Raum (von lat. sub ‚unter‘ und cutis ‚Haut‘) verlaufen die Lymphgefäße. Diese transportieren die Lymphflüssigkeit. Durch unterschiedliche Ursachen kann es zu einer Störung dieser Transportvorgänge kommen und die Lymphflüssigkeit fließt nicht richtig ab. Sie staut sich zurück, was schließlich zu einer Schwellung, meist der Beine, führt.

Die Symptome: Woran erkennt man, dass man ein Lymphödem hat?

Das Erscheinungsbild richtet sich nach dem Stadium der Erkrankung.

StadiumErscheinung
0Transport der Lymphflüssigkeit ist bereits gestört, es liegt aber noch keine Schwellung vor
IEs liegt eine weiche Schwellung der Extremität vor. Es lassen sich Dellen in die Schwellung drücken. Gewebe ist noch in Takt.
IIDellen lassen sich nicht mehr drücken. Es kommt zu einem Absterben der Haut.
IIIDie Haut ist stark verdickt. Dieses Stadium ist nicht mehr umkehrbar. (auch bekannt als Elephantiasis)
Achtung!
Bei einem nach dem 18. Lebensjahr erstmalig auftretendem Lymphödem muss immer an eine Krebserkrankung als mögliche Ursache gedacht werden.

Epidemiologie:Wen kann es erwischen?

Bei der Frage danach, wer an einem Lymphödem erkranken kann, muss zwischen zwei Arten unterschieden werden.

  • Primäres Lymphödem: Angeboren. Ursache ist eine Entwicklungsstörung der Lymphgefäße während der Schwangerschaft. In 85 Prozent der Fälle sind Mädchen betroffen, mit einem ersten Auftreten um das 17. Lebensjahr
  • Sekundäres Lymphödem: Ursache sind hier Tumore, Operationen, Traumata, Entzündungen, Infektionen, venöse Stauungen oder Bestrahlung.

 

Gut zu wissen!
Das sekundäre Lymphödem kommt deutlich häufiger vor als das primäre Lymphödem.
Hat ein Arzt bei Ihnen ein Lymphödem diagnostiziert? Welche Ursache lag vor? (Mehrfachnennungen möglich) Damit helfen Sie anderen Lesern, ihre Erkrankung besser einzuschätzen.

Was tut der Arzt? Teil 1: Die Diagnose

Wie bei jedem Arztbesuch erfolgt als erstes die Anamnese, also die Befragung des Patienten nach seinem Befinden. Seit wann bestehen die Beschwerden? Sind Vorerkrankungen bekannt? Haben Sie Schmerzen?
Es folgt die körperliche Untersuchung. Dabei begutachtet der Arzt genau die betroffene Extremität und achtet auf Auffälligkeiten. Beim Lymphödem des Beines sind meistens die Zehen mit betroffen.
Als bildgebende Diagnostik kommen die Lymphszintigraphie oder in seltenen Fällen die direkte Lymphographie in Frage.

Exkurs: Lymphszintigraphie und Lymphographie

Bei der Lymphszintigraphie erfolgt eine indirekte Darstellung der Lymphgefäße auf Röntgenbildern. Dazu wird Technetium unter die Haut gespritzt, das von den Lymphgefäßen aufgenommen wird. Diese Gefäße können so auf Röntgenbildern dargestellt werden.
Bei der Lymphographie erfolgt die direkte Darstellung. Dazu wird unter lokaler Betäubung die Haut eingeschnitten, ein Lymphgefäß dargestellt und direkt ein Kontrastmittel gespritzt. Anschließend lassen sich auch hier die Lymphgefäße auf Röntgenbildern darstellen.

 

Fakten-Box
Lymphödem
Primäres Lymphödem zu 85 Prozent bei Mädchen, erstes Auftreten um das 17. Lebensjahr, Ursache ist eine angeborene Entwicklungsstörung der Lymphgefäße
Sekundäres Lymphödem (insgesamt häufiger) wegen Tumoren, Operationen, Traumata, Entzündungen, Infektionen, Bestrahlung
Symptome

  • Schwellung
  • Im fortgeschrittenen Stadium verdickte, derbe Haut

Was tut der Arzt? Teil 2: Die Behandlung

Zum einen sollte immer die Behandlung der Grunderkrankung, sprich der Ursache für das Lymphödem, erfolgen.
Das Ziel der Behandlung richtet sich nach dem Erkrankungsstadium. Grundsätzlich sind immer eine Stabilisierung und ein Rückgang der Schwellung angestrebt. Ein Rückgang zu Stadium 0, also ein komplett beschwerdefreies Bild ist nur in Stadium 1 noch möglich.
Die Behandlung erfolgt durch:

  • Hochlagerung der Extremität
  • Physikalische Entstauungsbehandlung, inklusive Lymphdrainage (Ausmassieren), Kompressionstherapie, Bewegung
  • Hautpflege
  • Nach vollständigem Rückgang der Schwellung sollten angepasste Kompressionsstrümpfe getragen werden

Bei ausbleibendem Erfolg durch die oben genannten Maßnahmen kann in einigen Fällen eine operative Therapie in Betracht gezogen werden. Zum Beispiel kann Lymphflüssigkeit abgeleitet werden oder intakte Lymphgefäße einer anderen Region werden anstelle der geschädigten Lymphgefäße transplantiert.

Häufige Patientenfragen

Was macht der Arzt bei einem Lymphödem?

Dr. T. Weigl
Der Arzt wird zügig eine Behandlung einleiten. Dabei besteht das Ziel darin, die Schwellung zu reduzieren und die Ursache für das Lymphödem zu bekämpfen. Nur in einem frühen Stadium gibt es Chancen auf eine komplette Beschwerdefreiheit.

Was für Ursachen hat ein Lymphödem?

Dr. T. Weigl
Häufige Ursachen sind Tumoren, Entzündungen, Operationen, Traumata, Infektionen oder Bestrahlung. Selten kann eine angeborene Entwicklungsstörung der Lymphgefäße dahinter stecken.

Muss man ein Lymphödem behandeln?

Ein Lymphödem sollte frühzeitig behandelt werden. Zum einen ist nur eine Behandlung im Anfangsstadium mit Aussicht auf Heilung oder Beschwerdefreiheit verbunden. Zum anderen ist bei ausbleibender Behandlung die Verdickung der Haut mit dauerhafter massiver Anschwellung der Extremitäten die Folge, einhergehend mit erheblichen Bewegungseinschränkungen im Alltag.

Auch das noch. Der Arzt erklärt nach ausführlicher Untersuchung, dass Thomas ein Lymphödem habe. Thomas geht zur Lymphdrainage und bekommt nach Rückgang der Schwellung Kompressionsstrümpfe.

Haben auch Sie Erfahrungen mit Lymphödemen? Haben Sie Fragen zum Thema? Nutzen Sie unsere Kommentarfunktion unten für den Austausch untereinander und mit uns!

Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt.

Autoren: Dr. Tobias Weigl, Claudia Scheur
Lektorat: Tobias Möller

Quellen

  • Herold et al. (2013): Innere Medizin. Eigenverlag.
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