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Adipositas – Neuer Anti-Hunger-Wirkstoff gibt Hoffnung

Krankhaft übergewichtige Menschen haben es schwer. Zig Diättrends versprechen schnelle und langanhaltende Erfolge, doch verliert man schnell den Überblick darüber, was denn jetzt wirklich „gut“ und „gesund“ ist, um die Kilos nachhaltig purzeln zu lassen. Low Carb, Low Fat, Rohkost, Paleo, Trennkost, Friss die Hälfte, Schlank im Schlaf, Dinner Cancelling, Keto und High Protein sind dabei nur einige Diätbegriffe, die zurzeit die Runde machen und regelmäßig für Verwirrung sorgen. Doch sind wir einmal ehrlich: Am Ende sind alle „Wundermethoden“ das Gleiche – eine Diät und damit Verzicht, der in den seltensten Fällen dauerhaft durchgehalten wird und zum gewünschten Erfolg führt. Mit der Freiheit in Bezug auf die Ernährung geht stets auch ein Stück Lebensqualität verloren. Das macht unglücklich und führt oft zu weiteren Essanfällen – ein Teufelskreis.

Schlank ohne Diät?

Ein neuer Wirkstoff, das sogenannte „Celastrol“, könnte stark Übergewichtigen in Zukunft ohne Diät helfen ein gesundes Gewicht zu erreichen und somit auch Begleiterkrankungen von Fettleibigkeit, wie Typ-2-Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen, verhindern. Das Mittel entstammt der traditionellen chinesischen Medizin und soll Adipositas-Betroffenen ein neues Leben schenken. Von Adipositas oder „Fettleibigkeit“ spricht man bei einem Body-Mass-Index (BMI) von 30 oder höher. Hier sollten Patienten mindestens fünf bis zehn Prozent ihres Gesamtgewichtes pro Jahr verlieren, um gesundheitliche Risiken zu minimieren.

Celastrol könnte die Umsetzung dieser Empfehlung zukünftig stark erleichtern. Forscher des Helmholtz-Zentrums München, welches auch Partner des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung ist, haben den Stoff bereits erfolgreich an adipösen und an Diabetes erkrankten Mäusen testen können. Die Ergebnisse des Teams der Neurobiologie wurden im Fachjournal „Diabetes“ veröffentlicht. Celastrol wird aus den Wurzeln der Wilfords Dreiflügelfrucht gewonnen, die in Ostasien wächst und zu den Spindelbaumgewächsen gehört. Die Zier- und Heilpflanze enthält einige, teils giftige, Substanzen. Bisher war sie vor allem für ihre entzündungshemmenden Eigenschaften bekannt, mit denen Krankheiten wie Gürtelrose, Schuppenflechte oder Rheuma behandelt wurden. Andere Wirkstoffe des Gewächses werden derzeit hinsichtlich positiver Auswirkungen auf Arthrose, Autoimmunerkrankungen und Krebsarten untersucht.

Schon vor drei Jahren konnten US-Wissenschaftler festhalten, dass Celastrol bei fettleibigen und an Diabetes erkrankten Mäusen durch geringere Nahrungsaufnahme für einen erheblichen Gewichtsverlust sorgt. Die Forscher des Helmholtz-Zentrums konnten diese Resultate nun bestätigen und die Wirkungsweise des Stoffes dekodieren: Celastrol beeinflusst die Gehirnareale, die dem Körper Sättigung signalisieren und bestimmt so das Körpergewicht.

Wie Ihre Fettreserven Ihr Essverhalten bestimmen

Doktorandin Katrin Pfuhlmann, Erstautorin der Studie, berichtet, dass die Substanz aus der Dreiflügelfrucht die körpereigenen Mechanismen zur Gewichtsreduktion reaktiviert, die bei Fettleibigkeit sonst aussetzt, da Betroffene oft kein Sättigungsgefühl mehr verspüren. Das liegt an dem dafür zuständigen Hormon Leptin, das vom Fettgewebe gebildet wird und mit bestimmten Rezeptoren des Gehirns in Verbindung steht. Steigt der Leptinspiegel nach einer größeren Mahlzeit an, bindet sich das Hormon an die Rezeptoren und das Gehirn sendet ein Sättigungssignal aus. Sinkt der Leptinspiegel wiederum, wird ein Hungersignal gesendet und dem Körper damit gezeigt, dass dringend „Treibstoff“ nötig ist. Hat eine Person nun über einen längeren Zeitraum zu viel Nahrung

aufgenommen und dementsprechend viele Fettreserven aufgebaut, kann es sein, dass die Leptinrezeptoren nicht mehr richtig reagieren und der Körper eine Leptinresistenz entwickelt. Trotz eines hohen Leptinspiegels entsteht dann kein Sättigungsgefühl mehr. Das Ergebnis: Betroffene haben ständig Hunger, obwohl die benötigte Kalorienmenge bereits erreicht oder sogar überschritten wurde. Es wird immer weiter gegessen und damit zusätzliches Fett aufgebaut. Celastrol stellt die Leptin-Sensitivität wieder sicher und gibt Adipositas-Patienten so ihr Sättigungsgefühl wieder. Zumindest an den Labortieren klappte das bisher gut, bereits innerhalb von einer Woche konnte ein Gewichtsverlust von rund zehn Prozent ihres Ausgangsgewichtes festgehalten werden.

Ob Celastrol bei Menschen genauso wirksam ist, bleibt abzuwarten. Die Forscher sind jedoch optimistisch, dass der Effekt ähnlich ausfällt wie bei den Versuchstieren. Da Leptin bei Mensch und Maus fast identisch wirkt, stehen die Chancen gut. Der Wirkstoff hat großes Potenzial zum neuen Adipositasmedikament zu werden. Allerdings betonen die Wissenschaftler, dass dies nur eine sinnvolle Ergänzung darstellt und keinesfalls einen gesunden Lebensstil ersetzen kann. Eine Umstellung der Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten ist bei Adipositaspatienten unumgänglich. Celastrol dient nur der Unterstützung. Aktuell laufen in den USA bereits klinische Studien zur Wirkung des Stoffes.

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