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Flavonoide hilfreich gegen kognitiven Abbau im Alter?

Das Obst und Gemüse gesundheitliche Vorteile bieten, wissen vermutlich die meisten Menschen. Sprüche wie „An apple a day keeps the doctor away“ sind weithin bekannt. Tatsächlich könnten Obst und Gemüse, die reich an Flavonoide – die man z. B. auch in dunkler Schokolade findet – sind, dazu beitragen, den kognitiven Abbau im Alter zu verlangsamen. Der mögliche gesundheitliche Nutzen von Flavonoide wird bereits seit einiger Zeit intensiver beforscht.

Ein Forschungsteam der Harvard University in Boston hat nun in der bisher größten Untersuchung dazu die Wirkungen von Flavonoide auf die Kognition untersucht. Dabei griffen die Forscher*innen auf die Teilnehmer*innen zweier großer, seit langem schon laufenden Kohortenstudien zurück: die „Nurses‘ Health Study“ mit fast 50.000 Frauen und die „Health Professionals Follow-Up Study“ mit fast 30.000 Männern. Die Studien starteten 1984 bzw. 1986, die Teilnehmer*innen werden seitdem regelmäßig und detailliert zu ihren Ernährungsgewohnheiten befragt.
In diesem Zusammenhang wurden beide Kohorten auch zu ihrem subjektiv wahrgenommenen kognitiven Verfall befragt. Sie sollten z. B. angeben, ob sie Gedächtnisprobleme haben, Gesprächen und Filmen schlechter folgen könnten oder Orientierungsprobleme haben. Diese Probleme gelten als mögliche Vorstufe einer Demenz.

Kognitionsverfall hängt vermutlich mit niedriger Flavonoide-Zufuhr zusammen

Das Forschungsteam konnte dabei auch teils deutliche Zusammenhänge zwischen einem Kognitionsverfall und der Flavonoide-Zufuhr entdecken. In der Spitze nahmen Teilnehmer*innen etwa 600 mg ein, während der niedrigste Wert bei ca. 150 mg pro Tag. Erstere wissen ein rund 20 % niedrigeres Risiko auf bzgl. eines subjektiv wahrgenommen kognitiven Zerfalls. Das sind auf jeden Fall signifikante Unterschiede. Zwar zeigt diese Beobachtungsstudie zunächst nur eine mögliche Verbindung auf und noch keine genauen Kausalitäten. Aber dieser deutliche Zusammenhang zwischen Flavonoide-Dosierungen und Kognitionszerfall ist ein wichtiger Ausgangspunkt für weitere, vertiefende Forschungen.

Quelle: Walter C. Willett u. a. (2021): Long-term Dietary Flavonoid Intake and Subjective Cognitive Decline in US Men and Women. In: Neurology 97/10.

Forschungsübersicht zu kognitiven/geistigen Einschränkungen

Stand unserer Recherchen 2021

In dieser Forschungstabelle möchten wir Ihnen einen Überblick über die aktuelle Studienlage zum Thema kognitive Einschränkungen geben, damit Sie sich selbst einen Eindruck über die derzeitige Forschungssituation machen können. Selbstverständlich erheben wir aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern können hier nur einen kleinen Einblick geben. Die Tabelle zeigt, welche Supplemente sich auf die Abnahme kognitiver Fähigkeiten womöglich positiv auswirken können.

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Kognition Demenz Demenzvorstufe Sport körperliche Aktivität mangelnde Bewegung Demenzrisiko

Studienauswahl


In der linken Spalte finden Sie den Evidenzgrad. Der Evidenzgrad zeigt an, welche Qualität die analysierten Studien haben. Man könnte sagen: Je höher der Evidenzgrad desto aussagekräftiger ist auch das Studienergebnis. In der zweiten Spalte finden Sie das Organ, das Körperteil, den Vorgang im Körper usw., für den die jeweilige Stoffwirkung untersucht wurde. Möglich ist auch der umgekehrte Fall, dass in der zweiten Spalte ein Supplement aufgelistet wird. Wie stark die Wirkung dieses Stoffes von der Forschung eingeschätzt wird, zeigt die dritte Spalte. In der vierten Spalte zeigen wir Ihnen, wie viele Studien wir uns für Sie angeschaut haben. In der letzten Spalte geben wir Ihnen noch kurze Anmerkungen mit auf dem Weg, damit Sie die Studienlage etwas besser einschätzen können.

Abschließend möchten wir noch darauf aufmerksam machen, dass Wissenschaft und Forschung ständigem Wandel unterliegen. Neue Erkenntnisse können bspw. eine Überarbeitung bestehender Leitlinien erfordern und medizinische Behandlungsmaßnahmen verändern. Wir versuchen mit unseren Artikeln, Sie auf dem neuesten Stand der Forschung zu halten und geben die wichtigsten Erkenntnisse und Schlussfolgerungen wertungsfrei wider. Im Folgenden finden Sie außerdem noch eine Auswahl der Studien, die wir für Sie analysiert haben. Gerne können Sie sich diese Studien selbst ansehen.

R. Ihl u. a. (2012): Efficacy and tolerability of a once daily formulation of Ginkgo biloba extract EGb 761® in Alzheimer's disease and vascular dementia: results from a randomised controlled trial. In: Pharmacopsychiatry 45/2:41–46.

L. Israel u. a. (1994): Drug therapy and memory training programs: a double-blind randomized trial of general practice patients with age-associated memory impairment. In: International Psychogeriatrics 6/2:155–170.

Cheng-Hwang Perng u. a. (2018): The treatment of cognitive dysfunction in dementia: a multiple treatments meta-analysis. In: Psychopharmacology 235/5: 1571–1580.

Robert Krikorian u. a. (2010): Blueberry supplementation improves memory in older adults. In: Journal of Agricultural and Food Chemistry 58/7:3996–4000.

Karin Yurko-Mauro u. a. (2010): Beneficial effects of docosahexaenoic acid on cognition in age-related cognitive decline. In: Alzheimer's & Dementia 6/6:456-64.
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