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Lymphangitis: die Entzündung der Lymphgefäße

„Die Entzündung der Lymphgefäße ist eine relativ häufige Erkrankung. Rechtzeitig behandelt heilt sie ohne Probleme wieder aus. Unbehandelt kann es zu einer lebensbedrohlichen Blutvergiftung kommen.“
— Dr. Tobias Weigl

Von Medizinern geprüft und nach besten wissenschaftlichen Standards verfasst

Dieser Text wurde gemäß medizinischer Fachliteratur, aktuellen Leitlinien und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

Quellen ansehen
Durch den Übertritt von Bakterien in die Lymphgefäße kommt es zu einer Entzündung mit streifenförmiger Rötung entlang der Lymphgefäße. Umgangssprachlich wird diese Erkrankung fälschlicherweise oft als „Blutvergiftung“ bezeichnet. Die Behandlung erfolgt durch Antibiotika.

„Immer diese lästigen Mücken im Sommer“, beschwert sich Annika bei ihrem Freund. „Ich hab’ schon ganz zerstochene Beine.“ Tom sieht von seinem Buch auf und betrachtet die Beine seiner Freundin. „Hm. Das sieht aber komisch aus. Der eine Mückenstich ist ja ganz rot und da sind so komische rote Striche drumherum.“ Da das Bein auch weh tut, beschließen die Beiden, zum Hausarzt zu fahren.

Die Lymphangitis: Was ist das und wie entsteht sie?

Die Lymphangitis beschreibt die Entzündung der Lymphgefäße (die Endung –itis beschreibt eine Entzündung). Ursache ist, wenn eine Entzündung von benachbarten Körperstrukturen auf die Lymphgefäße übergreift oder Bakterien durch eine Verletzung eindringen.

Wenn die Lymphangitis nicht behandelt wird oder es immer wieder zu Entzündungen der Lymphgefäße kommt (z. B. wenn die Ursache nicht oder unzureichend bekämpft wurde), besteht die Gefahr, dass es zu einer Abflussstörung der Lymphflüssigkeit kommt: es entsteht ein Lymphödem. Suchen die Betroffenen frühzeitig den Arzt auf, ist der Krankheitsverlauf jedoch in der Regel unkompliziert und es bestehen gute Heilungschancen.

Unbehandelt kann es im schlimmsten Fall zum Übertritt der Erreger in die Blutbahn kommen. Als Folge entwickelt sich dann eine Blutvergiftung (sog. ‚Sepsis‘), die mitunter tödlich enden kann.

Die Symptome: Woran erkennt man, dass die Lymphgefäße entzündet sind?

Voraussetzung für eine Entzündung der Lymphgefäße, also eine Lymphangitis, ist eine vorausgehende infizierte Verletzung. Bei einem Übertritt der Entzündung auf die Lymphgefäße entstehen streifenförmige Rötungen, die in Richtung der schmerzhaft geschwollenen Lymphknoten ziehen. Eventuell haben die Betroffenen noch Fieber und fühlen sich krank.

Wen kann es erwischen?

Die bakterielle Infektion der Lymphgefäße ist eine häufig vorkommende Erkrankung. An den Extremitäten, also Armen und Beinen, beruht sie meistens auf einer infizierten Wunde oder z. B. einem Insektenstich. In exotischeren Gegenden kommen auch Schlangenbisse in Frage.

Daher kann prinzipiell jeder Mensch eine Lymphangitis bekommen, unabhängig von Alter und Geschlecht.

Umfrage
Hat ein Arzt bei Ihnen eine Lymphangitis diagnostiziert? Wo trat diese Entzündung auf bzw. die ursprünglich infizierte Wunde? Damit helfen Sie uns eine Risikoeinschätzung für den Übertritt von Infektionen auf die Lymphgefäße für die verschiedenen Körperregionen zu erstellen.
An welchem Körperteil trat die Lymphangitis bei Ihnen auf?

 

Was tut der Arzt? Teil 1: Die Diagnose

Wie bei jedem Arztbesuch erfolgt als erstes die Anamnese, also die Befragung des Patienten nach seinem Befinden. Seit wann bestehen die Beschwerden?

Entscheidend für die Diagnose ist das klinische Bild, was sich dem Arzt bei der körperlichen Untersuchung zeigt. Er schaut sich die betroffene Stelle genau an. Dabei sucht er nach den roten Streifen auf der Haut und einer infizierten Wunde als mögliche Ursache und tastet die nahe gelegenen Lymphknoten ab.

Fakten-Box
Lymphangitis
Häufige Erkrankung, die aus einer bakteriell infizierten Wunde resultiert
Symptome

  • Streifenförmige Rötung der Haut, ausgehend von einer infizierten Wunde
  • Geschwollene, druckschmerzhafte Lymphknoten in der Nähe der infizierten Wunde und Rötung

Was tut der Arzt? Teil 2: Die Behandlung

Als Allgemeinmaßnahmen halten sie die betroffenen Gliedmaßen ruhig. Desinfizierende Umschläge behandeln die ursprüngliche infizierte Wunde.

Außerdem erfolgt bei schweren Krankheitsverläufen (z. B. mit hohem Fieber und Schüttelfrost) die Gabe eines geeigneten Antibiotikums.

Gut zu wissen!

Entzündete Lymphgefäße verändern ihr Gewebe und sind oft nach der Ausheilung verstopft. Somit kann hier keine Lymphflüssigkeit mehr entlang fließen. Als Spätfolge kann es so zu einem sog. Lymphödem kommen.

Weitere Informationen zum Thema „Lymphödem“ finden sie in folgendem Artikel:

Das Lymphödem – Dicke Beine & Arme

Häufige Patientenfragen

Muss ich bei einer Lymphangitis ein Antibiotikum einnehmen?

Dr. T. Weigl:
Das kommt ganz auf den individuellen Krankheitsverlauf an. Bei milden Verläufen, wenn sich die Infektion auf die betroffene Stelle beschränkt, kann die Behandlung der eigentlichen Infektion durch Ruhigstellung und desinfizierende Verbände ausreichend sein für eine Heilung. Bei schweren Krankheitsverläufen mit starkem Unwohlsein, Fieber und Schüttelfrost kann zusätzlich die antibiotische Behandlung erfolgen.

Warum bekommt man eine Lymphangitis?

Dr. T. Weigl:
Ursache ist eine entzündete und durch Bakterien infizierte Wunde. Die Bakterien breiten sich in die Lymphgefäße aus und führen hier ebenfalls zu einer Entzündung. Auch Insektenstiche können die Entstehung begünstigen.

Muss man eine Lymphangitis behandeln?

Dr. T. Weigl:
Eine Lymphangitis sollte ärztlich behandelt werden, da es zu Komplikationen kommen kann. Zu den möglichen Komplikationen zählen die Blutvergiftung (sog. Sepsis), oder der sog. Lymphknotenabszess. Dabei bildet sich eine Höhle im Lymphknoten und füllt sich mit Eiter.

Was ist der Unterschied zwischen einer Blutvergiftung und einer Lymphangitis?

Dr. T. Weigl:
Irrtümlicherweise wird im Volksmund die Lymphangitis (d. h. die Entzündung der Lymphgefäße) häufig mit einer Blutvergiftung (sog. ‚Sepsis‘) gleichgesetzt. Im Gegensatz zur Sepsis verläuft die Lymphangitis meist unkompliziert und heilt (folgenlos) aus. Betroffen von der Entzündung sind die Lymphgefäße. Die Sepsis, welche selten auch mal als Folge einer Lymphangitis entstehen kann, ist eine lebensbedrohliche Erkrankung, die meist einer intensivmedizinischen Betreuung bedarf. Die Bakterien treten in die Blutbahn über und die Entzündung ist im gesamten Körper verteilt. Alle Organe können davon betroffen sein.

Der Hausarzt stellt bei Annika eine Entzündung der Lymphgefäße, eine Lymphangitis fest. Damit sollte man nicht leichtfertig umgehen. Deshalb verordnet er ihr Bettruhe und erklärt genau, wie sie das Bein mit Verbänden und Salben versorgen soll.

Verwandte Themen

Das Lymphödem – Dicke Beine & Arme
Blut – Aufgaben & Funktion von Blut

 

Haben auch Sie Erfahrungen mit einer Lymphangitis? Haben Sie Fragen zum Thema? Nutzen Sie unsere Kommentarfunktion unten für den Austausch untereinander und mit uns!

Autoren: Claudia Scheur, Dr. Tobias Weigl
Redaktion: Marek Firlej
Veröffentlicht am: 14.08.2018, zuletzt aktualisiert: 14.08.2018

Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt.

Quellen

  • Peter Altmeyer (2017): Lymphangitis acuta. In: Altmeyers Enzyklopädie
  • I. Barnaure u. a. (2007): Innere Medizin (= Das Zweite – kompakt, hg. von Klaus-Peter Schaps, Oliver Kessler, Urlich Fetzner). Springer, Berlin/Heidelberg.
  • Gerd Herold u. a. (2013): Innere Medizin. Eigenverlag.
  • Wolfgang Piper (2013): Innere Medizin. 2., überarbeitete Auflage. Springer, Berlin/Heidelberg.
  • Schöfer u. a. (2011): S2k + IDA Leitlinie: Diagnostik und Therapie Staphylococcus aureus bedingter Infektionen der Haut und Schleimhäute
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