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„Pille“ – höheres Thromboserisiko auch bei jungen Frauen

Die Anti-Baby-Pille ist mit Abstand das beliebteste Verhütungsmittel: knapp 50 % der 18–49 Jährigen Frauen nehmen sie zum Schutz vor einer Schwangerschaft. Gleichzeitig erhöht die Einnahme der Pille auch das Thromboserisiko. Erst kürzlich wurde in einer neuen Studie bestätigt, dass auch für Frauen unter 19 Jahren das Risiko leicht steigt. Kombinierte hormonale Kontrazeptiva (KHK) sind diejenige Verhütungsmethode, die in Deutschland am weitesten verbreitet ist. Schon seit langer Zeit ist bekannt, dass diese Präparate das Risiko venöser Thromboembolien (VTE) erhöhen, abhängig davon, wie die Präparate zusammengesetzt sind.

Forscher*innen des Leibniz-Instituts für Präventionsforschung und Epidemiologie in Bremen haben deshalb anhand von Abrechnungsdaten von vier gesetzlichen Krankenversicherungen geprüft, wie oft Frauen wegen eines VTE behandelt wurden und zuvor erstmals ein KHK verschrieben wurde. Die Pille ist in Deutschland nur bis zum 20. Geburtstag erstattungsfähig, weshalb die Wissenschaftler*innen sich die Daten nur für diese Mädchen und junge Frauen anschauen konnten.

Leicht erhöhtes Thromboserisiko im 1. Einnahmejahr

Grundsätzlich sei das Risiko in dieser Altersgruppe eher gering, nichtsdestoweniger kam es bei den rund 677.000 jungen Frauen und Mädchen im 1. Einnahmejahr zu 570 VTE-Fällen, darunter 118 Lungenembolien. Die wenigsten Fälle traten bei Präparaten mit Levonorgestrel auf, die ohnehin das niedrigste Risiko aufweisen. Bei Präparaten mit Chlormadinon und Nomegestrol lag die Inzidenz bei 9–12 Ereignissen pro 10.000 Frauen im Jahr, weshalb diese Präparate auch in Risikoklasse 3 eingestuft wurden. Der Analyse zufolge scheinen sich die Ärzte*innen dem Risiko bewusst zu sein: immer mehr Pillen der Risikoklasse 1 werden verschrieben, während höhere Risikoklassen weniger verschrieben würden. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) nimmt die Studie zum Anlass, in einem Rote-Hand-Brief wieder auf das Risiko aufmerksam zu machen.

Quellen: BfArM (Hg.) (2021): Risiko venöser Thromboembolien bei Einnahme von kombinierten hormonalen Kontrazeptiva Bulletin zur Arzneimittelsicherheit. In: Bulletin zur Arzneimittelsicherheit 2, S. 13–17.

rme/aerzteblatt.de (2021): Studie: „Pille“ kann Thromboserisiko auch bei jungen Frauen erhöhen. In: aerzteblatt.de.

Forschungsübersicht zur ‚Anti-Baby-Pille‘

Stand unserer Recherchen 2021

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In dieser Forschungstabelle möchten wir Ihnen einen Überblick über die aktuelle Studienlage zum Thema Anti-Baby-Pille geben, damit Sie sich selbst einen Eindruck über die derzeitige Forschungssituation machen können. Selbstverständlich erheben wir aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern können hier nur einen kleinen Einblick geben. Die Tabelle zeigt, auf welche Vorgänge im Körper und Krankheiten die Anti-Baby-Pille Einfluss haben könnte.

Risiken Anti-Baby-Pille Verhütungsmethode Thromboserisiko Depressionen  Brustkrebs Schilddrüsenunterfunktion Forschung

Studienauswahl


In der linken Spalte finden Sie den Evidenzgrad. Der Evidenzgrad zeigt an, welche Qualität die analysierten Studien haben. Man könnte sagen: Je höher der Evidenzgrad desto aussagekräftiger ist auch das Studienergebnis. In der zweiten Spalte finden Sie das Organ, das Körperteil, den Vorgang im Körper usw., für den die jeweilige Stoffwirkung untersucht wurde. Möglich ist auch der umgekehrte Fall, dass in der zweiten Spalte ein Supplement aufgelistet wird. Wie stark die Wirkung dieses Stoffes von der Forschung eingeschätzt wird, zeigt die dritte Spalte. In der vierten Spalte zeigen wir Ihnen, wie viele Studien wir uns für Sie angeschaut haben. In der letzten Spalte geben wir Ihnen noch kurze Anmerkungen mit auf dem Weg, damit Sie die Studienlage etwas besser einschätzen können.

Abschließend möchten wir noch darauf aufmerksam machen, dass Wissenschaft und Forschung ständigem Wandel unterliegen. Neue Erkenntnisse können bspw. eine Überarbeitung bestehender Leitlinien erfordern und medizinische Behandlungsmaßnahmen verändern. Wir versuchen mit unseren Artikeln, Sie auf dem neuesten Stand der Forschung zu halten und geben die wichtigsten Erkenntnisse und Schlussfolgerungen wertungsfrei wider. Im Folgenden finden Sie außerdem noch eine Auswahl der Studien, die wir für Sie analysiert haben. Gerne können Sie sich diese Studien selbst ansehen.

Argyri Gialeraki u. a. (2018): Oral Contraceptives and HRT Risk of Thrombosis, in: Clinical and Applied Thrombosis/Hemostatsis 24/2, S. 217–225.

Thalia Robakis u. a. (2019): Hormonal Contraceptives and Mood: Review of the Literature and Implications for Future Research, in: Current Psychiatry Repiorts 21/7, S. 57.

Yuxuan Qiu u. a. (2021): Birth control pills and risk of hypothyroidism: a cross-sectional study of the National Health and Nutrition Examination Survey, 2007-2012, in: BMJ Open 11/6.

Xuelian Yuan u. a. (2019): Induced Abortion, Birth Control Methods, and Breast Cancer Risk: A Case-Control Study in China, in: Journal of Epidemiology 29/5, S. 173–179.

Laureen M. Lopez u. a. (2011): Progestin-only contraceptives: effects on weight, in: Cronache Database of Systematic Reviews 13/4.
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