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Abnorme Gewichtsabnahme – Ungewollter Gewichtsverlust bis hin zu Kachexie

Wenn Sie abnehmen und das eigentlich gar nicht wollen, steckt dahinter womöglich eine Erkrankung, mit der nicht zu spaßen ist. Ein Gewichtsverlust unklarer Ursache sollte daher stets mit einem Arzt besprochen werden.
— Dr. Tobias Weigl


Von Medizinern geprüft und nach besten wissenschaftlichen Standards verfasst

Dieser Text wurde gemäß medizinischer Fachliteratur, aktuellen Leitlinien und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

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Viele Menschen betreiben Diäten, um lästige oder unangenehme Pfunde loszuwerden und so ihre Lebensqualität zu verbessern. Einige nehmen ab, obwohl sie es gar nicht wollen. Dieser Umstand der abnormen Gewichtsabnahme kann mitunter sehr gefährlich werden, da verschiede schwerwiegende Erkrankungen für den Gewichtsverlust verantwortlich sein können. Dazu zählen u. a. akute Infektionen des Magen-Darm-Trakts, aber auch Tumorerkrankungen. Im nachfolgenden Artikel wird daher veranschaulicht, welche Ursachen samt ihrer Leitbeschwerden zu einer abnormen Gewichtsabnahme führen können. Außerdem erfahren Sie, wie der ungewollte Gewichtsverlust diagnostiziert und letztlich auch behandelt wird.

„Sag mal, fällt dir auf, dass ich ziemlich stark abgenommen habe?“, fragt Jens seine Freundin Isa, als er sich am frühen Morgen im Spiegel betrachtet und sich an seine verschwundenen Pölsterchen an der Hüfte erinnert. Ich hab doch keine Diät oder so gemacht und sportlich aktiv war ich auch nicht. „Ich hab da letztens was gelesen…“, sagt Isa, „…das mich jetzt ein bisschen beunruhigt. Du schwitzt doch in letzter Zeit auch stärker und hattest schon das ein oder andere Mal Durchfall, auf jeden Fall mehr als normal. Ich glaub nicht, dass man das nur auf’s Essen schieben kann. Wie wär’s, wenn du nur zur Sicherheit mal zum Arzt gehst und ihm davon berichtest?“.

Wann spricht man von einer abnormen Gewichtsabnahme?

Eine abnorme Gewichtsabnahme ist definiert als unbewusster oder nicht durch eine bekannte Krankheit zu erklärender Gewichtsverlust von mehr als 10 Prozent innerhalb der vergangenen drei Monate. Die Gewichtsabnahme lässt sich also bspw. nicht durch Veränderungen des Ernährungs- oder Lebensstils erklären. Wichtig: Ist dies der Fall, liegt ein dringend abklärungsbedürftiges Symptom vor, mit dem ein Arzt aufgesucht werden sollte. Denn viele verschieden Ursachen, die mitunter sehr gefährlich sein können, führen möglicherweise auch zu einem solchen Gewichtsverlust. In etwa einem Drittel der Fälle ist die Ursache im Bereich des Magens oder des Darms zu finden.

Grundsätzlich ist eine abnorme Gewichtsabnahme zurückzuführen auf einen der folgenden Aspekte:

  • Geringere Nahrungsaufnahme
  • Nicht ausreichende Resorption
  • Erhöhter Kalorienumsatz
  • Energieverlust
  • Vergiftungen
Gut zu wissen!
Als Resorption bezeichnet man die Aufnahme verschiedener Substanzen wie Ionen oder Wasser durch Zellen oder Gewebe. Diese gelangen über das Blut- oder die Lymphbahn zu den jeweiligen Zellen.

Im Extremfall kann es aufgrund dieser Erkrankungen zu einer sogenannten Kachexie kommen. Dabei handelt es sich um eine krankhafte Abmagerung, die mitunter auch synonym mit dem Begriff „abnormer/ungewollter Gewichtsverlust“ verwendet wird. Eine Kachexie ergibt sich am häufigsten im Zusammenhang mit Tumoren (sog. ‚Tumorkachexie‘) und stark auszehrenden Erkrankungen wie Niereninsuffizienz, Herzinsuffizienz, rheumatoider Arthritis und COPD (chronisch-obstruktive Lungenerkrankung).

Den einzelnen Punkten der Liste widmet sich dieser Artikel im Folgenden genauer und veranschaulicht anhand einiger Erkrankungen, wie es zu ungewolltem Gewichtsverlust kommen kann.

Was sind die möglichen Ursachen für eine ungewollte Gewichtsabnahme?

Die möglichen Ursachen für eine ungewollte Gewichtsabnahme sind vielfältig und können sowohl psychischer als auch organischer oder medikamentöser Natur sein. So können bspw. Bulimie oder eine Depression eine Gewichtsabnahme zur Folge haben, während andererseits auch chronisch-entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa für den Gewichtsverlust sorgen können. Im Folgenden widmen wir uns daher den einzelnen zuvor genannten Aspekten und nennen beispielhaft Erkrankungen, die sich symptomatisch durch eine schnelle Gewichtsabnahme äußern können. Bei der Einteilung in die verschiedenen Bereiche können sich Überschneidungen ergeben, da bspw. die chronisch-entzündliche Darmkrankheit Morbus Crohn mit einem Gewichtsverlust einhergeht, der zweierlei Ursache haben kann. Zum einen ist der Gewichtsverlust im Rahmen der Erkrankung auf eine verringerte Dünndarmoberfläche und damit auf eine verminderte Resorption von Nährstoffen zurückführbar. Zum anderen haben viele an Morbus Crohn Erkrankte häufig auch Bauchschmerzen und leiden an Übelkeit, Appetitlosigkeit sowie depressiver Verstimmung, was dazu führt, dass sie ohnehin weniger Nahrung zu sich nehmen.

Geringere Nahrungsaufnahme

Eine verminderte Nahrungsaufnahme kann viele verschiedene Ursachen haben und sowohl organischer als auch psychischer Natur sein. Im Folgenden zeigen wir beispielhaft einige dieser Ursachen auf.

  • Anorexia nervosa: Anorexia nervosa ist den meisten geläufiger als Magersucht und beschreibt eine Essstörung, bei der Betroffene das krankhafte Bedürfnis haben, ihr Gewicht zu verringern, was teilweise zu lebensbedrohlicher Unterernährung führen kann. Gemessen an allen psychischen Erkrankungen hat Anorexia nervosa die höchste Sterblichkeitsrate und betrifft vorwiegend junge Mädchen sowie Frauen. Neben dem offensichtlichen abnormen Gewichtsverlust zählen zu den Symptomen Versagensängste, eine verweigerte Teilnahme an gemeinsamen Essen sowie eine Verleugnung der offensichtlichen körperlichen Veränderungen. Langfristig äußert sich die Erkrankung dann auch u. a. durch Haarausfall, gestörte Fruchtbarkeit, Nierenschäden, Zahnschäden, Magen-Darm-Beschwerden, brüchiger werdende Knochen (sog. ‚Osteoporose‘) sowie Herz-Kreislauf-Probleme und andere psychische Veränderungen.
  • Bulimie: Auch bei Bulimie handelt es sich um eine Essstörung, allerdings äußert sich diese vor allem darin, dass Betroffene ein unkontrolliertes, gesteigertes Verlangen nach Essen haben und nach dem Essen direkt Maßnahmen ergreifen, um das Gewicht wieder zu reduzieren. Von dieser Erkrankung sind überwiegend Frauen betroffen. An Bulimie leidende Personen bekommen wiederholt Essattacken, haben eine große Angst, zuzunehmen und dick zu werden und ihre körperlichen Maße sowie das Gewicht bestimmen unverhältnismäßig stark ihr Selbstwertgefühl. Zu den Symptomen zählen u. a. Gewichtsschwankungen, Erbrechen , Langeweile und innere Leere, Scham- und Schuldgefühle, ein erniedrigtes Selbstwertgefühl, negative Emotionen (bspw. Angst oder Wut), eine depressive Stimmung sowie ggf. der Missbrauch von diversen Substanzen. Langfristig kann eine Bulimie schwere Folgen haben, dazu zählen u. a. ein Mineralverlust, Müdigkeit, Kreislauf- sowie Herzrhythmusstörungen, ein verätzter Rachen und eine verätzte Speiseröhre, Zahnschäden, Nierenschäden sowie eine Bauchspeicheldrüsenentzündung.
  • Depression: Bei einer Depression handelt es sich um eine psychische Erkrankung, die von einer „normalen“ Trauer zu unterscheiden ist. Denn gegenüber der Trauer, die in der Regel für etwa zwei Monate andauert, erhalten sich Betroffene nicht ihr Selbstwertgefühl und ihr Lebenswunsch schwindet. Die Symptome gewinnen dann an Aussagekraft, wenn sie länger andauern und umfassen dann vor allem eine gedrückte Stimmung, Antriebslosigkeit sowie ein Interessenverlust. Depressive Menschen können sich überdies nur schwer auf ihren Alltag und die darin enthaltenen Aufgaben konzentrieren und zweifeln stark an sich selbst. Allerdings können auch körperliche Symptome Anzeichen einer Depression sein. Dazu gehören dann u. a. Mattheit und Abgeschlagenheit, Schlafstörungen, Magen-Darm-Beschwerden (bspw. Verstopfung oder Durchfall), ein Gewichtsverlust, Kopfschmerzen u. v. m.
  • Appetitlosigkeit: Unter Appetitlosigkeit versteht man den verminderten Antrieb, Nahrung aufzunehmen sowie ein verringertes Essbedürfnis. Seltener äußert sich Appetitlosigkeit in Form eines zu frühen Sättigungsgefühls oder einer Aversion, also Abneigung, gegen mitunter bestimmte Nahrungsmittel. Die Ursachen sind meist krankheits- oder therapiebedingt. In bis zu 80 Prozent der Fälle bösartiger (sog. ‚maligner‘) Erkrankungen ergibt sich eine Appetitlosigkeit. Aber auch diverse sekundäre Ursachen können unseren Appetit verringern. Dazu zählen u. a. Mundtrockenheit, Schluckstörungen, Magenentleerungsprobleme, Verstopfung, Übelkeit, Schmerzen, Depressionen sowie Geruchs- und Geschmacksstörungen.
  • Erbrechen: Übelkeit (sog. ‚Nausea‘) und Erbrechen (sog. ‚Emesis‘) sind zwei häufige Symptome, die durch viele verschiedene Ursachen ausgelöst werden können. Dazu zählen u. a. Erkrankungen des Magendarmtrakts (bspw. Gastritis, also eine Magenschleimhautentzündung), Medikamentennebenwirkungen (bspw. Antibiotika oder potente Schmerzmittel wie Tilidin oder Tramadol), Herzkrankheiten (bspw. ein Herzinfarkt), zentrale Erkrankungen (bspw. Migräne ), Stoffwechselstörungen (bspw. Diabetes mellitus) und psychische Ursachen. Als klassische Begleitsymptome gelten eine vermehrte Speichelabsonderung, eine verlangsamte Atmung, Würgen und unkoordinierte Atembewegungen. Kommt es allerdings häufiger zum Erbrechen, so resultiert dies in einem dauerhaften Nahrungs- und Flüssigkeitsverlust, was zu Elektrolytentgleisungen, einem verschlechterten Blutzuckerhaushalt, verändertem Blutdruck, beeinträchtigter Nierenfunktion sowie Gewichtsverlust führen kann.
  • Dysphagie: Eine Dysphagie beschreibt einen gestörten Schluckvorgang, der durch viele verschiedene Ursachen bedingt sein kann. Er kann begründet liegen in anatomischen Fehlbildungen, Erkrankungen der Speiseröhre, Erkrankungen des Nervensystems, Systeminfektionen und -erkrankungen, traumatischen Ursachen (bspw. Verletzung der Zunge oder Schleimhautverätzung), psychogenen Ursachen und Erkrankungen von Mund- und Rachenraum. Die Begleitsymptome umfassen Schmerzen in der Brust, hinter dem Brustbein und Schmerzen im Oberbauch, das Wiederhochwürgen von Speiseröhreninhalt (sog. ‚Regurgitation‘) sowie Gewichtsverlust.

Nicht ausreichende Resorption

  • Malabsorption: Bei einer Malabsorption liegt eine Resorptionsstörung vor, die sich darin äußert, dass dem Körper zugeführte Nährstoffe nur in nicht ausreichender Menge resorbiert werden. Dies kann auch nur bestimmte Nahrungsmittelendprodukte betreffen. Ein Malabsorptionssyndrom kann sich in verschiedenen Bereichen des Körpers ergeben. So geht bspw. die chronisch-entzündliche Darmkrankheit Morbus Crohn mit einer verminderten resorptiven, also die Aufnahme von Stoffen ermöglichenden, Dünndarmoberfläche einher. Ein Malabsorptionssyndrom äußert sich mitunter durch ungewollten Gewichtsverlust, Durchfall, Schmerzen in den Knochen, Flüssigkeitseinlagerungen infolge eines Eiweißmangels, Brüchen und Blutungsneigung. Weitere seltenere Beschwerden umfassen u. a. Bauchschmerzen, Blähungen, Blutarmut (sog. ‚Anämie‘), Nachtblindheit, die Ansammlung von Flüssigkeit in der Bauchhöhle (sog. ‚Aszites‘) und eine Flüssigkeitsansammlung zwischen Lunge und Brustwand (sog. ‚Pleuraerguss‘).
  • Diarrhö: Diarrhö ist den meisten wohl besser bekannt als Durchfall. Dieser ist das Symptom sehr vieler Erkrankungen. Jährlich erkranken etwa eine Milliarde Menschen an akutem Durchfall, Zahlen für chronischen Durchfall sind dagegen nicht vorhanden. Von chronischem Durchfall ist die Rede, wenn dieser für einen Zeitraum von mehr als vier Wochen anhält. Therapiert man bspw. den zuvor erwähnten Morbus Crohn, kann es in der Folge zu dem sogenannten Gallensäureverlust-Syndrom kommen, bei dem die notwendige Gallensäurekonzentration im Dünndarm unterschritten wird. In der Folge kommt es zu einer Malabsorption von Fett (sog. ‚Steatorrhö‘) und dadurch zu Gewichtsverlust.
  • Laxanzienabusus: Als Laxanzienabusus bezeichnet man den Missbrauch von Abführmitteln (sog. ‚Laxanzien‘). Diese kommen in der Regel dann zum Einsatz, wenn die Darmtätigkeit eingeschränkt ist oder wenn Patienten nicht pressen dürfen (bspw. nach einer Thrombose, einem Herzinfarkt oder einer Operation am Bauch). Im Rahmen der eingangs erwähnten Essstörungen Anorexia nervosa und Bulimie kann es sein, dass der Wunsch nach einem Gewichtsverlust bei Betroffenen so groß ist, dass sie die Abführmittel ohne eigentlich bestehende Notwendigkeit einnehmen. Es kommt zum Gewichtsverlust. Besteht der Missbrauch von Abführmitteln zugunsten von Schlankheit, kann dies schwere Folgen haben. Dazu gehören u. a. eine suchtähnliche Gewöhnung des Körpers an die zugeführte Substanz, eine fehlerhafte Betrachtung der eigenen Verdauung und ihrer Regulation und eine Dosiserhöhung, da der Körper auf Dauer versuchen wird, der erhöhten Verdauung entgegenzuwirken. Der Darm wird in der Folge träge und es kommt zum Elektrolytverlust (besonders in Bezug auf Kalium). Dies verursacht wiederum Herzrhythmusstörungen, Muskelschwäche, krampfartige Beschwerden in Magen und Darm sowie Reizungen des Darms.

Erhöhter Kalorienumsatz

  • Malignome: Als Malignome bezeichnet man nicht weiter differenziert einen bösartigen (sog. ‚malignen‘) Tumor bzw. eine bösartige Geschwulst. Für die Gesamtheit der bösartigen Tumorerkrankungen verwendet man den Begriff Krebs. Im Zusammenhang mit Krebs kann sich die sogenannte Tumorkachexie ergeben. Dabei handelt es sich um den Gewichtsverlust, der durch die Erkrankung Krebs verursacht wird. Betroffen ist etwa die Hälfte aller Krebspatienten. Die Tumorkachexie setzt sich aus zwei Hauptbestandteilen zusammen: Mangelernährung sowie Verlust von Fett- und Muskelmasse. Dies hängt mitunter mit dem Umstand zusammen, dass Krebserkrankungen häufig chronische Entzündungen verursachen und damit den Stoffwechsel anregen. Dabei werden sogenannte Zytokine, Botenstoffe unseres Immunsystems, aktiv und nehmen Einfluss auf unseren Stoffwechsel- sowie Hormonhaushalt, wodurch ein Hungergefühl sowie eine Appetitsteigerung trotz Verlust von Fett- und Muskelmasse ausbleiben. Des Weiteren sorgen diese Zytokine dafür, dass Eiweiße zersetzt und nur langsam wiederaufgebaut werden. In der Folge wird Muskelmasse weiter abgebaut. Der Abbau überwiegt dann den Aufbau, der Mediziner spricht dann von einem katabolen Zustand. Darüber hinaus fällt es Krebspatienten schwer, zu essen und ihre Nährstoffaufnahme in Magen und/oder Darm ist gestört. Die Gründe dafür sind vielfältig und sind u. a. in den Begleitsymptomen sowie -erscheinungen zu finden. So sorgen möglicherweise Übelkeit und Erbrechen, ein verfrühtes Sättigungsgefühl, Appetitlosigkeit, Veränderungen in Bezug auf den Geschmack sowie Entzündungen und Infektionen im Mundraum, Darmprobleme, Schluckbeschwerden oder Geruchsstörungen dafür, dass die Nahrungsaufnahme geringer ausfällt bzw. nur eingeschränkt möglich ist.
  • Hyperthyreose: Bei einer Hyperthyreose handelt es sich um eine Schilddrüsenüberfunktion. Als häufigste Ursache für eine Schilddrüsenüberfunktion gilt der sogenannte Morbus Basedow, welcher eine Überfunktion der Schilddrüse zur Folge hat. Die Schilddrüse ist eine endokrine Drüse, sie hilft also dabei, zahlreiche Körperfunktionen zu regulieren. Ist sie überaktiv, werden zu viele Hormone produziert und zahlreiche Körperfunktionen werden verstärkt. Es kommt zu einem nicht beabsichtigten Gewichtsverlust, verstärktem Schwitzen, Herzrasen und Nervosität, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigt. Weitere Symptome umfassen u. a. Durchfall, Heißhunger, Zittern, Unruhe, Schlaflosigkeit, Schwäche und Müdigkeit.
  • Entzündungen: Grundlegend wirken sich Entzündungen im Körper merklich durch Fieber und Gewichtsverlust aus. Für den Patienten nicht direkt einsehbar sind die Aspekte Leukozytose, also die krankhafte (sog. ‚pathologische‘) Vermehrung weißer Blutkörperchen, und Plasmaproteinveränderungen. Der Gewichtsverlust ist in diesem Fall wahrscheinlich auf den zuvor bereits erwähnten katabolen Stoffwechsel zurückzuführen, bei dem mehr Eiweiß ab- als aufgebaut wird. Dieser ist wiederum die Folge der chronischen Wirkung sogenannter Mediatoren. Dabei handelt es sich allgemein um Botenstoffe, die eine biochemische Reaktion an bspw. einer Zelle auslösen. In diesem Zusammenhang seien vor allem die Signalstoffe TNF (Tumornekrosefaktor) und IL-1 (Interleukin-1) zu nennen. TNF sowie IL-1 werden hauptsächlich von Fresszellen (sog. ‚Makrophagen‘) ausgeschüttet, die unserem Immunsystem angehören. Die beiden Signalstoffe gehören zu den sogenannten Pyrogenen, da sie die Fähigkeit besitzen, Fieber auszulösen und sind mitverantwortlich für die Stoffwechselstörung von Krebspatienten, die eine Auszehrung sowie Abmagerung zur Folge hat (sog. ‚Tumorkachexie‘).

Energieverlust

  • Diabetes mellitus: Bei dem Diabetes mellitus handelt es sich um die allseits bekannte Zuckerkrankheit, welche sich vorwiegend in den Varianten Typ-1- sowie Typ-2-Diabetes vorfinden lässt. Im Rahmen dieser Erkrankung kann es, wenn sie unbehandelt und der Blutzucker entsprechend falsch eingestellt ist, zur sogenannten Glukosurie kommen. Dabei wird vermehrt Traubenzucker (sog. ‚Glukose‘) über den Urin ausgeschieden. Hier gehen mit dem Traubenzucker wichtige Mittel zur Deckung des Energiebedarfs verloren. Meist ist die Diagnose Glukosurie das Ergebnis dreier Symptome, nämlich Polyurie, Polydipsie und Gewichtsverlust. Bei Polyurie handelt es sich um die krankhaft erhöhte Ausscheidung von Harn, welcher letztlich zum Teil den Gewichtsverlust verursacht. Ein weiterer Grund für den erhöhten Gewichtsverlust bei Diabetikern, vor allem jenen von Typ 1, ist im Zusammenhang mit dem Energiebedarf der Zellen zu finden. Können sie diesen nicht decken, da die Verwertung des Blutzuckers verschlechtert ist, greifen sie auf gespeicherte Fette zurück und es kommt zu Gewichtsverlust.
  • Eiweißverlustsyndrom: Das Eiweißverlustsyndrom (sog. ‚exudative Enteropathie‘) beschreibt den übermäßigen Verlust von Plasmaproteinen, also Eiweiße im Blutplasma, in das sogenannte Darmlumen, also das Innere des Darms. Das Syndrom kann einerseits seit der Kindheit bestehen und ist dann die Folge einer sackartigen Erweiterung der Lymphgefäße in Dünn- und Dickdarm. Es kann aber andererseits auch über diverse Darmkrankheiten erworben werden, bspw. über den zuvor bereits erwähnten Morbus Crohn. Es müssen nicht zwangsläufig Darmkrankheiten zum Eiweißsyndrom führen. Auch außerhalb des Darmkanals lokalisierte Erkrankungen, bspw. eine Leberzirrhose, können das Entstehen des Syndroms begünstigen. Zu den Symptomen zählen dann u. a. Durchfall, Fettstuhl (sog. ‚Steatorrhö‘), also Stuhl mit erhöhtem Fettgehalt, Gewichtsverlust und Flüssigkeitseinlagerungen (sog. ‚Ödeme‘).
Videoexkurs: Diabetes und die Folgen
Möchten Sie mehr über Diabetes mellitus erfahren? Im Folgen Video erklärt Ihnen Dr. Tobias Weigl, welche Ursachen und vor allem, welche Folgen Diabetes haben kann.

Vergiftungen

  • Alkohol: Alkohol und vor allem Alkoholabhängigkeit kann schwerwiegende Folgen haben. Man spricht von Abhängigkeit, wenn sich in Trinkpausen psychische Entzugssymptome ergeben und es zu einem zwingenden Verlangen nach mehr Alkohol kommt. Schädlich ist der Alkoholgebrauch vor allem dann, wenn er die Gesundheit beeinträchtigt, und das körperlich, bspw. in Form von Leberschäden oder Bluthochdruck, und/oder psychisch, z. B. in Form einer Depression. Die Folgen, die eine Alkoholabhängigkeit für Betroffene hat, sind zahlreich. Als allgemeine Symptome gelten aber ein verschlechterter Allgemeinzustand, Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit, eine gerötete Gesichtshaut, vermehrtes Schwitzen sowie Schlafstörungen. Die weiteren Symptome sind zahlreich und unterscheiden sich von Fall zu Fall, betreffen aber in der Regel vor allem das Nervensystem, die Psyche und die Verdauungsorgane.
  • Drogen: Eine Abhängigkeit von diversen Drogen, darunter bspw. Kokain sowie Amphetamine, kann gefährliche Erkrankungen verursachen, die sowohl psychischer als auch körperlicher Natur sein können. Ein langfristiger Konsum von bspw. Kokain schwächt die Immunabwehr, schädigt Leber, Herz, Nieren und Blutgefäße und führt zu starkem Gewichtsverlust. Die synthetisch produzierten Substanzen Ecstasy und MDMA/Amphetamine haben auch einen das Bewusstsein verändernden sowie aufputschenden Effekt, bergen aber ebenso viele Risiken für das eigene Wohl sowie für das Wohl anderer. Denn die Risiken umfassen u. a. Gewalttätigkeit und Aggression, Verfolgungswahn, hohen oder niedrigen Blutdruck, erhöhte oder verminderte Herzfrequenz, Schwitzen, Übelkeit und Erbrechen, Krampfanfälle, Leberschäden und Gewichtsverlust.
Gut zu wissen! – Auch Medikamente können indirekt einen Gewichtsverlust herbeiführen

Gerade ältere Menschen erleiden häufiger einen ungewollten Gewichtsverlust. Dazu führen viele verschiedene Ursachen, von denen bis hierher einige aufgezählt worden sind. Medikamente können eine ebensolche Gewichtsabnahme aber auch herbeiführen; bei älteren Menschen zählen sie gar zu den zehn Hauptursachen. Nebenwirkungen, die in Form von Übelkeit oder Appetitlosigkeit indirekt einen Gewichtsverlust herbeiführen können, finden sich z. B. im Zusammenhang mit dem zur Behandlung einer Herzinsuffizienz eingesetzten Digimerck®, während das Bluthochdruckmedikament Ramipril mit Anorexie und Appetitlosigkeit einhergehen kann. Die Medikamente Marcumar® und Torasemid können ebenso zu vorübergehender Appetitlosigkeit führen.

Weitere Medikamente, die eine Gewichtsabnahme verursachen können, sind Abführmittel, Diuretika („ausschwemmende“ Medikamente), Schilddrüsenhormone und Zytostatika. Letztere kommen zum Einsatz, um ein zu schnelles Wachstum von Zellen zu hemmen.

Gewichtsverlust im Alter

Auch wenn die Ursachen für einen abnormen Gewichtsverlust bei alten Menschen weitestgehend mit denen bei jungen Menschen übereinstimmen, gilt es, hinsichtlich des Alters einige Aspekte gesondert zu betrachten. Denn vor allem im erhöhten Alter von mehr als 65 Jahren geht ein zu niedriger Body-Mass-Index mit einem erhöhten Sterberisiko einher. Die Aspekte, die bei älteren Menschen gesondert betrachtet werden müssen, umfassen:

  • Zahnstatus (beschädigte Zähne, schlechtes und nicht gut gereinigtes Gebiss, Zahnfleischverletzungen)
  • Teilweiser Verlust von Geschmacks- und Geruchssinn
  • Medikamente
  • Schluckstörungen
  • Durchfall (durch zu viel flüssige Nahrung)
  • Chronische Erkrankungen (Chronisch obstruktive Lungenerkrankung, chronische Herzinsuffizienz)
  • Depression
  • Soziale Gründe (bspw. Unfähigkeit, sich selbst Essen zu machen)
  • Demenz
Videoexkurs: Adipositas
Das gegenteilige Phänomen einer derartig starken Gewichtsabnahme ist eine krankhafte Gewichtszunahme, die besser bekannt ist unter dem Begriff Adipositas. Im folgenden Video erklärt Ihnen Dr. Tobias Weigl, welche Folgen Adipositas haben kann und was man dagegen tun kann.

 

Die Symptome: Welche Beschwerden hat man, wenn man an abnormem Gewichtsverlust leidet?

Im Allgemeinen handelt es sich bei abnormem Gewichtsverlust natürlich zunächst selbst um ein Symptom. Abhängig von der Ursache für den ungewollten Gewichtsverlust können sich aber diverse Begleiterscheinungen ergeben. Beschwerden, die allgemein häufig mit einem Gewichtsverlust in Verbindung stehen, sind:

  • Schwächegefühl
  • Müdigkeit
  • Interessenlosigkeit
  • Potenzverlust
  • Verlust von Libido
  • Reizbarkeit
  • Verstopfung

Bestimmte Begleitsymptome ergeben sich allerdings abhängig von der jeweiligen Ursache. So geht eine Schilddrüsenüberfunktion zwar u. a. mit Gewichtsverlust einher, macht sich aber auch durch andere Beschwerden wie Schwitzen, feuchte Haut, Schlaflosigkeit, Zittern und Durchfall bemerkbar.

Liegt der Grund für die Gewichtsabnahme in einer verringerten Nahrungsaufnahme durch Anorexia nervosa, also Magersucht, kann es zu Unterkühlung (sog. ‚Hypothermie‘), ausbleibender Regelblutung (sog. ‚Amenorrhö‘) und verringertem Blutdruck (sog. ‚Hypotonie‘) kommen.

Wird hingegen die Familie merklich vernachlässigt, kommt es zu Veränderungen in der Persönlichkeit und rücken ehemalige Interessen mehr und mehr in den Hintergrund, so besteht möglicherweise eine Alkohol- oder Drogenabhängigkeit. Diese macht sich u. a. auch durch Veränderungen der Haut und eine ausbleibende Regelblutung bemerkbar.

Wie Sie sehen, ist es kaum möglich, pauschal eine Antwort auf die Frage zu finden, welche Symptome mit einem abnormen Gewichtsverlust einhergehen können, da in diesem Zusammenhang stets die Ursache mitberücksichtigt werden muss. Daher muss im Rahmen der Diagnose zu Beginn auch ein umfassendes Gespräch zwischen Arzt und Patient stattfinden, in dem wichtige Aspekte zur Bestimmung des ungewollten Gewichtsverlusts angesprochen werden. Welche das sind, erfahren Sie im nachfolgenden Kapitel.

Haben Sie schon einmal stark abgenommen, obwohl Sie es gar nicht vorhatten? Welche Ursache lag der abnormen Gewichtsabnahme zugrunde? (Mehrfachnennungen möglich) Mit Ihrer Teilnahme an dieser Umfrage helfen Sie anderen Betroffenen dabei, ihre Situation besser einschätzen zu können.
 

Was tut der Arzt? Teil 1: Die Diagnose

Wenn Sie mit dem Problem einer unerklärlichen und ungewollten Gewichtsabnahme einen Arzt aufsuchen, wird in diesem Rahmen zunächst ein ausgiebiges Gespräch zwischen Ihnen und dem behandelnden Arzt stattfinden, das sogenannte Anamnesegespräch. Darin wird zunächst ermittelt, wie stark der Gewichtsverlust tatsächlich ausfällt. Im Rahmen des Gesprächs werden Ihnen einige Fragen zu ihrem Gesundheitszustand gestellt, die mit ihrem Gewichtsverlust in Zusammenhang stehen können. Der Arzt wird sich erkundigen nach

  • Beginn und Verlauf des Gewichtsverlusts,
  • Ernährungsgewohnheiten (Menge der Nahrung, Appetit usw.),
  • unternommenen Diäten,
  • bestehenden Erkrankungen und Begleiterkrankungen,
  • körperlichen sowie psychischen Belastungen (bspw. Isolation, Armut),
  • Medikamenteneinnahme,
  • Alkohol- und Drogenkonsum,
  • mit dem Gewichtsverlust in Verbindung stehenden Symptomen wie Müdigkeit, Schwäche, Verstopfung usw.,
  • Schluckstörungen,
  • Blähungen,
  • Bauchschmerzen (Bauchschmerzen rechts, Bauchschmerzen links),
  • Stuhlgang und
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten.

Wegweisend sind für den Arzt Informationen, die mit bestimmten Beschwerdebildern in Verbindung stehen. So ist bei Fieber eine Infektion als Ursache wahrscheinlich, Durchfälle weisen auf eine Malabsorption hin und eine Gewichtsabnahme ohne verminderte Leistung kann Magersucht vermuten lassen. Findet die Gewichtsabnahme eher „schleichend“ statt, obwohl die Essensaufnahme vermehrt ist, lässt sich als Ursache ein Diabetes mellitus, eine Schilddrüsenüberfunktion oder eine Bauchspeicheldrüseninsuffizienz vermuten. Findet eine solche schleichende Gewichtsabnahme dagegen in hohem Alter statt, steckt dahinter möglicherweise eine nicht sichtbare, „verborgene“ Neubildung von geschwulstartigem Gewebe (sog. ‚okkulte Neoplasie‘).

Im Anschluss an die ausgiebige Anamnese erfolgt die körperliche Untersuchung, die u. a. auf den aus dem Gespräch gewonnenen Informationen basiert. Der Arzt wird in diesem Zusammenhang seinen Verdacht bzgl. der Ursache für den Gewichtsverlust weiter verfolgen oder erhärten. Dies beginnt mit einer Inspektion der Haut, bei welcher der Arzt auf Zeichen für Blässe achtet und den Patienten auf Austrocknung (sog. ‚Exsikkose‘) untersucht, indem er testet, ob zwischen Daumen und Zeigefinger gebildete Hautfalten stehen bleiben oder sich schnell wieder in ihre Ausgangsform begeben. Ebenso überprüft er die Haut auf Flüssigkeitseinlagerungen (sog. ‚Ödeme‘). Die weiteren Schritte im Rahmen der körperlichen Untersuchung umfassen das Abtasten bestimmter Areale (sog. ‚Palpation‘), das Abklopfen in Verdacht stehender Organe (sog. ‚Perkussion‘) sowie das Abhören dieser (sog. ‚Auskultation‘).

Weiterführend erfolgt dann die Labordiagnostik, in deren Rahmen die Blutsenkungsgeschwindigkeit (kurz: BSG), der Blutzucker sowie der TSH bestimmt und ein Blutbild erstellt. TSH steht für das Thyreoidea stimulierende Hormon, das mitunter die Hormonproduktion der Schilddrüse anregt und bei einer Schilddrüsenüberfunktion erniedrigt ist.

Zu guter Letzt kommen dann noch bildgebende Verfahren zum Einsatz. Anfangs wird der Arzt ein Ultraschallbild des Bauchbereichs erstellen und den Brustkorb röntgen, dies dient der Übersicht und der weiteren Diagnosefindung. Hat sich durch eine Kombination der bis hierher unternommenen Diagnosemaßnahmen ein Verdacht manifestiert, kann diesem mit weiteren bildgebenden Verfahren nachgegangen werden. Diese umfassen u. a. endoskopische Untersuchungen des Magen-Darm-Trakts (bspw. eine Gastroskopie oder eine Koloskopie). Mithilfe dieser Untersuchungsmethode lassen sich Hohlorgane von innen betrachten, indem ein biegsamer Gummischlauch samt kleiner Videokamera und Lichtquelle in eine bestehende oder künstlich geschaffene Körperöffnung eingeführt wird und so bspw. den Darm von innen einsehbar macht.

Faktenbox
Abnorme Gewichtsabnahme
In etwa einem Drittel der Fälle auf eine Ursache im Bereich von Magen und Darm zurückzuführen

Zu starker Gewichtsverlust bedarf immer medizinischer Abklärung

Die Ursachen sind vielfältig und müssen im Rahmen der Diagnose sorgsam ergründet werden

Symptome

Betroffene nehmen ohne erklärbaren Grund stark ab (mehr als 10 Prozent innerhalb der vergangenen drei Monate)

Begleitsymptome

  • Allgemeine Symptome im Zusammenhang mit abnormer Gewichtsabnahme sind Müdigkeit, Interessenlosigkeit, Schwächegefühl, Reizbarkeit, Verlust von Potenz und Libido und Verstopfung
  • Weitere Symptome können vielfältig sein und hängen mit der Ursache für die Gewichtsabnahme zusammen, einige sind aber wegweisend
  • Gewichtsverlust, Schwitzen, feuchte Haut, Zittern, Durchfall
    Schilddrüsenüberfunktion
  • Gewichtsverlust, Unterkühlung, ausbleibende Regelblutung, niedriger Blutdruck → Magersucht

Was tut der Arzt? Teil 2: Die Behandlung

Grundlegend sollte eine Behandlung immer kausal, also ursachenorientiert, erfolgen. Allgemein kann aber zunächst darauf geachtet werden, dass eine ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit, Elektrolyten (z.B. Kalium, Magnesium, Calcium) und Nährstoffen stattfindet. In Bezug auf die Ursachen werden im Folgenden einige Beispiele genannt.

Eine Schilddrüsenüberfunktion wird bspw. in etwa 90 Prozent der Fälle medikamentös behandelt. Dabei kommen bspw. sogenannte Thyreostatika zum Einsatz, welche die Synthese der Schilddrüsenhormone hemmen. In selteneren Fällen können die Schilddrüsen gar operativ entfernt werden, in Teilen oder im Ganzen.

Ein Diabetes mellitus hingegen verlangt zunächst eine Unterscheidung zwischen Typ-1- und Typ-2-Diabetes. Bei Typ 1, der im Zusammenhang mit abnormem Gewichtsverlust vor allem zum Tragen kommt, steht bei der Therapie die Behandlung mit Insulin im Vordergrund, da nur so auf Dauer einer möglicherweise lebensgefährlichen Stoffwechselentgleisung vorgebeugt werden kann. Das Ziel dieser Behandlung ist ein sogenannter normoglykämischer Zustand, also ein normaler Blutzuckerspiegel. In diesem Rahmen wird der Patient auch hinsichtlich des Insulins sowie seiner Ernährung geschult, die vor allem aus gesunder Mischkost bestehen sollte.

Wie Sie sehen, ist der richtige Ansatz zur Behandlung eines unerklärlichen Gewichtsverlusts unerlässlich. Im Vordergrund der Therapie stehen deshalb immer die Grunderkrankung sowie das Behandeln möglicher Mangelerscheinungen.

Häufige Patientenfragen

Wie bestimmt man, ob Untergewicht vorliegt?

Dr. T. Weigl
In der Regel kommt dafür der sogenannte Body-Mass-Index (kurz: BMI) zum Einsatz, mit dessen Hilfe sich die Körpergröße in Relation zum Körpergewicht setzen lässt. Berechnen lässt sich der BMI durch eine simple Formel:

Körpergewicht (in kg) geteilt durch Körpergröße (in m) zum Quadrat

Ein bspw. 75 kg schwerer Mann mit einer Körpergröße von 1,75 Metern kommt durch die Rechnung

75 : (1,75*1,75)

auf einen BMI von etwa 17,3 und gilt damit als untergewichtig. Die Normalwerte für den BMI liegen zwischen 18,5 und 24,9. Alles unterhalb von 18,5 wird als Untergewicht betrachtet.

Warum spielen Depressionen im Alter eine so große Rolle bei Gewichtsverlust?

Dr. T. Weigl
Weil sie relativ häufig sind. Eine klinische Studie hat ergeben, dass rund 24 Prozent von 2.500 untersuchten Patienten signifikante Symptome einer Depression aufwiesen, bei 10 Prozent waren diese gar ausgeprägt. Weitere Untersuchungen haben ergeben, dass etwa 10 Prozent der Fälle von Gewichtsverlust im Alter ursächlich auf eine psychische Erkrankung, vorwiegend Depression, zurückzuführen waren.

Was sind Diuretika?

Dr. T. Weigl
Bei Diuretika, vielleicht auch bekannt als „Wassertabetten“, handelt es sich Medikamente, die dann zum Einsatz kommen, wenn zu große Flüssigkeitsansammlungen im Körper den Organismus belasten. Sie kommen bspw. bei der Therapie von Bluthochdruck, Diabetes insipidus, Herzinsuffizienz oder anderen Ödemen zum Einsatz. Missbräuchlich werden sie von Bodybuildern vor Wettkämpfen eingesetzt, um ihren Muskeln mehr Kontur zu verleihen. Ebenso werden sie im Rahmen von Diäten genutzt, allerdings fördern sie nicht den Fettabbau. Sie stehen daher auf der Dopingliste, da einige Leistungssportler so ihr Gewicht dann beeinflussen können, wenn es sportlich drauf ankommt.

Jens hat beim Arzt gesagt bekommen, dass es sich wahrscheinlich um eine Überfunktion seiner Schilddrüsen handele. In diesem Zusammenhang ist ihm auch aufgefallen, dass er mehr als sonst isst und trotzdem abnimmt. Wenn die Ergebnisse aus dem Labor da sind, muss er noch einmal vorstellig werden und wird dann wahrscheinlich Medikamente bekommen.

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Haben auch Sie Erfahrungen mit abnormer Gewichtszunahme gemacht? Möchten Sie sich bei uns weiter über das Thema erkundigen? Nutzen Sie unsere Kommentarfunktion unten, um von Ihren Erfahrungen zu berichten und sich mit anderen auszutauschen!

Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt.  

Autoren: Dr. Tobias Weigl, Tobias Möller
Lektorat: Sebastian Mittelberg
Veröffentlicht: 20.11.2018

Quellen

  • ANAD e. V.: Bulimie (Bulimia nervosa). In: anad.de.
  • ANAD e. V.: Magersucht (Anorexia nervosa). In: anad.de.
  • Werner Böcker (2008): Pathologie. Elsevier/Urban & Fischer, München.
  • Thomas Brandhuber et al. (2018): MEX – Das Mündliche Examen – Allgemeinmedizin. Elsevier/Urban & Fischer, München.
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  • Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) (Hg.) (2016): Patientenleitlinie zur S3-Leitlinie/Nationale Versorgungsleitlinie „Unipolare Depression“, 2. Auflage. Version 2.
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