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Bauchschmerzen links – Unterbauchschmerzen und Oberbauchschmerzen links

Auch wenn sich linksseitige Oberbauchschmerzen im Vergleich zu anderen Bauchschmerzen eher selten ergeben, können dahinter mitunter lebensgefährliche Erkrankungen stecken. Vor allem die Milz und die Bauchspeicheldrüse sind verantwortlich für Schmerzen im linken Oberbauch. Links unten hingegen macht vor allem der Darm Probleme. Am häufigsten kommt es dort zu einer entzündlichen Reaktion von Darmausbuchtungen.
— Dr. Tobias Weigl


Von Medizinern geprüft und nach besten wissenschaftlichen Standards verfasst

Dieser Text wurde gemäß medizinischer Fachliteratur, aktuellen Leitlinien und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

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Oberbauchschmerzen ereignen sich zwischen dem Rippenbogen und dem Nabel und können viele verschiedene Ursachen haben. Dieser Artikel widmet sich dahingehend speziell linksseitigen Oberbauchschmerzen. Informationen zum Thema Oberbauchschmerzen und ihren möglichen Ursachen können Sie dem allgemeinen Artikel zum Thema entnehmen. Unterbauchschmerzen hängen indes oft mit gefährlichen Darmerkrankungen zusammen und sind daher vor allem im linken unteren Bereich des Bauchs lokalisiert.

Linksseitige Oberbauchschmerzen sind seltener als rechtsseitige. Am häufigsten werden derlei Beschwerden durch Erkrankungen der Milz verursacht, welche auch oft schon durch ein ausgiebiges Patientengespräch eingegrenzt werden können. Ein anderes Organ, das häufiger linksseitig Beschwerden auslöst, ist die Bauchspeicheldrüse (sog. ‚Pankreas‘). Linksseitige Unterbauchschmerzen sind dagegen vor allem Ergebnis einer sog. Divertikulitis. Bei dieser Erkrankung entzünden sich Ausbuchtungen der Darmschleimhaut, die möglicherweise entstehen, wenn der Stuhl zu hart ist oder der Darm Probleme beim Weitertransport hat. Symptomatisch ähnelt die Divertikulitis einer Blinddarmentzündung, äußert sich allerdings nicht links-, sondern rechtsseitig.

Wie Sie linksseitige Ober- sowie Unterbauchschmerzen deuten können, wie deren Diagnose erfolgt und mit welchen Symptomen einzelne Grunderkrankungen einhergehen, erfahren Sie im nachfolgenden Artikel.

Steffi hat da schon länger diesen Schmerz in der linken Seite, der sich einfach nicht bessern will. Hinzu kommen Blähungen, Verstopfungen und Durchfall bis hin zu Fieber. Vor ein paar Jahren hat man ihr den Wurmfortsatz ihres Blinddarms nach einer Blinddarmentzündung entfernt. Das waren die gleichen Beschwerden. Nur auf der anderen Seite. Was kann das also jetzt sein?

Was sind Ober- und Unterbauchschmerzen und was sind die möglichen Ursachen, wenn diese Schmerzen vor allem linksseitig auftreten?

Der Begriff Oberbauchschmerzen beschreibt alle Schmerzen, die sich im Bereich zwischen Rippenbogen und Nabel finden. Der Mediziner spricht in diesem Zusammenhang von Schmerzen im Oberbauch (‚epigastrisch ‘), oberhalb des Nabels (‚supraumbilikal ‘) und um den Nabel herum (‚periumbilikal‘). Diese Schmerzen gelten als sogenannte dyspeptische, also die Verdauung erschwerende, Symptome. Häufig treten die Schmerzen in Zusammenhang mit anderen dyspeptischen Beschwerden wie

  • einem Druck- oder Völlegefühl,
  • Aufstoßen,
  • Übelkeit oder
  • Sodbrennen auf.

Unterbauchschmerzen sind indes ein vor allem gynäkologisch häufiges Symptom, das auf viele unterschiedliche Erkrankungen zurückgeführt werden kann. Neben den gynäkologischen Ursachen kommen urologische, chirurgische und in seltenen Fällen auch orthopädische Ursachen hinzu. Man unterscheidet zwischen akuten und chronischen Unterbauchschmerzen.

Was ist für linksseitige Oberbauchschmerzen verantwortlich? Welche Symptome verursachen die einzelnen Grunderkrankungen?

Linksseitige Oberbauchschmerzen treten im der Grafik zu entnehmenden Bereich 2 auf.

Schmerzen im linken Oberbauch ereignen sich im Verhältnis zu den anderen Bereichen eher selten. Vorwiegend sind die Milz oder die Bauchspeicheldrüse Auslöser für diese Art von Bauchschmerzen. Zu den zugrunde liegenden Ursachen gehören:

  • Milzinfarkt: Ein Milzinfarkt ereignet sich, wenn die Blutversorgung der Milz durch einen Verschluss der Milzarterie unterbrochen wird. Zu den Symptomen eines Milzinfarkts gehören plötzliche Schmerzen, ein atemabhängiges Reibegeräusch um die Milz herum (sog. ‚perisplenisches Reiben‘), Schmerzen in der linken Schulter (sog. ‚Kehr-Zeichen‘), Vorhofflimmern (sog. ‚Arrhythmie‘) sowie eine krankhafte Vermehrung weißer Blutkörperchen (sog. Leukozytose‘).
  • Milzruptur: Eine Milzruptur beschreibt das Reißen der Milz, das eventuell auch einen Abriss der Gefäße mit einschließt. Häufig ist eine Milzruptur die Folge eines Traumas, also einer Gewalteinwirkung von außen. Man unterscheidet zwischen einer einzeitigen Ruptur, bei der das Grundgewebe des Organs (sog. ‚Milzparenchym‘) und die Milzkapsel gleichzeitig reißen, und einer zweizeitigen Ruptur, bei der erst das Parenchym und durch so erhöhten Druck später die Kapsel reißt. Zu den Symptomen zählt auch hier das sogenannte Kehr-Zeichen, also in die linke Schulter ausstrahlende Oberbauchschmerzen, Schock, niedriger Blutdruck, hoher Puls und flache Atmung.
  • Milzabszess: Hierbei handelt es sich um eine Ansammlung von Eiter in einem Hohlraum, der durch eine sog. Gewebeeinschmelzung entstanden ist. Meist ist ein solcher Milzabszess die Folge eines Traumas oder eines Milzinfarkts. Zu den Symptomen gehören vor allem Flankenschmerzen, Fieber sowie eine Verschlechterung des Allgemeinzustands.
  • Akute und chronische Pankreatitis: Hierbei handelt es sich um eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse. Eine akute Pankreatitis wird vor allem durch Alkoholmissbrauch oder Gallensteine verursacht und auch eine chronische Pankreatits ist in den meisten Fällen auf eine Alkoholabhängigkeit zurückzuführen. Zu den Symptomen einer akuten schweren Pankreatitis gehören Schockzustände mit Kaltschweißigkeit, Blutdruckabfall, Herzrasen, Atemnot sowie akutes Organversagen. Bei der chronischen Form kommen durch eine erschwerte Vitamin-Verstoffwechselung Nachtblindheit, Müdigkeit, Gangstörungen, Blutungsneigung sowie eine Knochenerweichung (sog. ‚Osteomalazie‘) hinzu.
  • Pankreaskarzinom: Hierbei handelt es sich um Bauchspeicheldrüsenkrebs. Gemessen am Anteil aller deutschlandweiten Krebserkrankungen ereignet sich dieser eher selten. Allerdings ist er recht gefährlich und für rund sechs Prozent aller Todesfälle durch Krebs verantwortlich. Die Ursachen für diese Art Krebs sind bis heute ungeklärt, als Risikofaktoren gelten aber Alkoholkonsum und Rauchen. In Anfangsstadien kann es zu linksseitigen Bauchschmerzen kommen, allerdings treten die meisten Symptome erst dann auf, wenn der Krebs die Produktion oder den Abfluss von Enzymen behindert oder bereits andere Organe befallen sind. Dann kann es zu Übelkeit und Erbrechen, Appetitlosigkeit, Verdauungsstörungen, Gewichtsverlust oder einem Druckgefühl im Oberbauch kommen. Beizeiten entwickeln Betroffene infolge eines Pankreaskarzinoms einen Diabetes mellitus. Es kann überdies zu Rückenschmerzen kommen, da sich die Bauchspeicheldrüse direkt vor der Wirbelsäule befindet. Außerdem kann der Tumor auf den Gallengang drücken, wodurch sich Gelbsucht sowie ein dunkler Urin und heller Stuhlgang ergeben.
  • Rupturierte Pankreas(pseudo)zyste: Bei einer Pankreaszyste handelt es sich um eine durch eine Kapsel umgebene tumorartige Aussackung des Gangsystems der Bauchspeicheldrüse. Häufig ist eine solche Zyste ein Zufallsbefund. Pseudozysten des Pankreas’, die in etwa 70–90 Prozent der Fälle vorliegen, sind die Folge entzündlicher Veränderungen, bspw. durch akute oder chronische Pankreatitis. Sie beschreiben eine lokale Flüssigkeitsansammlung, die von entzündlich verändertem Gewebe umgeben ist. Beizeiten sind Pseudozysten symptomlos und müssen dann auch nicht zwangsläufig behandelt werden. Allerdings sollte eine Behandlung erfolgen, wenn Symptome wie ein Völlegefühl, Übelkeit und Erbrechen, Schmerzen sowie innere Blutungen auftreten.
Gut zu wissen!
Als Kehr-Zeichen bezeichnet man in die linke Schulter ausstrahlende Oberbauchschmerzen mit Hauthyperästhesie infolge einer Milzruptur oder eines Milzinfarkts. Unter Hauthyperästhesie wiederum versteht man eine gesteigerte Sensibilität bzw. Empfindlichkeit der Haut. Die Begriffsbezeichnung Kehr-Zeichen geht zurück auf den Berliner Chirurgen H. K. Kehr (1862–1916).

Weitere mögliche Ursachen für linksseitige Oberbauchschmerzen sind:

  • Kolonkarzinom: Dabei handelt es sich um Darmkrebs, genauer um Dickdarmkrebs. Darmkrebs ist deutschlandweit die dritthäufigste Tumorerkrankung. Die genaue Ursache für die Entstehung dieses Krebs’ ist nicht klar einzugrenzen, allerdings tragen gewisse Risikofaktoren zu seiner Entstehung bei. Dazu gehören ein Alter über 50 Jahren, Vererbung, die chronisch-entzündliche Darmerkrankung Colitis ulcerosa, Fettleibigkeit sowie ein negativer Lebensstil, der mangelhafte sportliche Betätigung und einen übermäßigen Verzehr von Alkohol und Nikotin beinhaltet. Zu den Symptomen gehören veränderte Stuhlgewohnheiten, Verdauungsbeschwerden, Bauchschmerzen oder Blut im Stuhl. Allerdings können derlei Symptome auch bei weitaus harmloseren anderen Erkrankungen auftreten.
  • Urolithiasis: Dieser Begriff bezeichnet das Entstehen von Harnsteinen. Diese können im gesamten Harntrakt vorkommen, sodass man, je nach der Stelle, an der sich diese befinden, etwa von Nieren-, Harnleiter- oder Blasensteinen spricht. Als Ursachen gelten eine falsche Ernährung und Übergewicht, eine zu geringe Trinkmenge, Harnwegsinfektionen, Stoffwechselstörungen, Abflussbehinderungen sowie angeborene Stoffwechselerkrankungen. Befinden sich die Steine im Harnleiter, kommt es zu krampfartigen Schmerzen. Nierensteine hingegen verursachen keine oder nur unspezifische Symptome, bspw. ein Ziehen in der Flanke (lesen Sie in diesem Zusammenhang gerne unseren Artikel zu Nierenschmerzen). Überdies kann es zu Schmerzen im Unterbauch, oder im Bereich des Hodens/der Schamlippen kommen, je nach Lokalisation des Steins im Harnleiter. Dies kann zur Folge haben, dass sich ein gesteigerter Harndrang ergibt und Blut im Urin nachzuweisen ist. Bei gleichzeitiger Harnwegsinfektion kann es zu brennendem Wasserlassen und Fieber kommen.
  • Pyelonephritis: Dabei handelt es sich um eine gleichzeitige Entzündung von Nieren und Nierenbecken. Die Ursache kann bspw. in einer unzureichend behandelten Harnwegsinfektion zu finden sein. Als Leitsymptome gelten Schmerzen in den Nierenlagern und Fieber, auch wenn die chronische Pyelonephritis oft symptomarm bzw. -frei verläuft. Hinzu kommen allgemeine Erscheinungen wie Ermüdung, Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, Durst und Polyurie, also häufiges Wasserlassen.
  • Pneumonie: Hierbei handelt es sich um eine Lungenentzündung, die sowohl akut als auch chronisch verlaufen kann. Deutschlandweit erkranken jährlich etwa 400.000 Patienten an einer Lungenerkrankung. Ereignen sich starke Grippe-Wellen, kann die Zahl deutlich darüber liegen. Auslöser für eine Pneumonie sind meist Bakterien, in seltenen Fällen können auch Viren oder Pilze der Auslöser sein. Häufige Symptome sind Schüttelfrost, Fieber, ein allgemeines Krankheitsgefühl, Husten (anfangs trocken, schnell wird aber auch Schleim abgehustet), eine eingeschränkte Atembewegung, Brustschmerzen sowie Atemnot.
  • Pleuritis: Bei einer Pleuritis handelt es sich um eine Rippen- oder Brustfellentzündung, die häufig Folge einer Lungenentzündung ist. Weitere Ursachen können ein Lungeninfarkt, Lungenkrebs, Tuberkulose, Kollagenosen, Oberbaucherkrankungen, Herzinfarkte sowie äußere Verletzungen sein. Unterschieden davon wird in eine trockene (sog. ‚Pleuritis sicca‘) oder ergussbildende Rippen- bzw. Brustfellentzündung. Die Symptome bestehen bei der trockenen Form in atemabhängigen Schmerzen, Rücken- oder Seitenschmerzen, Reizhusten, beschleunigter Atmung sowie einer Verkleinerung der erkrankten Brustseite. Kommt es zu Ergussbildung, kann sich die Flüssigkeitsmenge in der Pleurahöhle, also dem Bereich zwischen dem inneren und äußeren Blatt des Brustfells, erhöhen, wodurch atemabhängiger Schmerz nachlässt. Überdies kann es zu Fieber, Atemnot, einem Beklemmungs- bzw. Druckgefühl in der Brust und einem abgeschwächten Stimmfremitus kommen.
Gut zu wissen!
Unter einem Stimmfremitus versteht man das Erzittern der Brustwand, das beim Sprechen entsteht. Durch Auflegen der Hand auf einzelne Teile der Lunge kann ein Arzt feststellen, ob dieser Fremitus verstärkt oder vermindert vorliegt. Eine Verstärkung des Fremitus’ könnte auf eine Pneumonie hindeuten, während eine Verminderung vermuten lässt, dass sich mehr Flüssigkeit im Pleuraspalt befindet und daher evtl. eine Pleuritis vorliegt.

Video-Exkurs: Immer wieder Magenschmerzen

Wenn Sie häufig Magenschmerzen haben, könnte eine Magenschleimhautentzündung (sog. ‚Gastritis‘) dahinter stecken. Diese existiert auch als chronische Gastritis. Neben den Magenschmerzen ereignet sich meist auch ein unangenehmes Völlegefühl. Wie es dazu kommt, erklärt Schmerztherapeut Dr. Tobias Weigl im nachfolgenden Beitrag.

Worauf sind linksseitige Unterbauchschmerzen zurückzuführen? An welchen Symptomen kann man die einzelnen Grunderkrankungen erkennen?

Linksseitige Unterbauchschmerzen treten im der Grafik zu entnehmenden Bereich 4 auf.

Die meisten Schmerzen in diesem Bereich verursacht eine Erkrankung des Dickdarms mit dem Namen Divertikulitis. Des Weiteren sind viele Beschwerdebilder gynäkologischer Natur, können also nur Frauen betreffen. Vor allem bei Erkrankungen der Geschlechtsorgane kann der Schmerz sowohl rechts als auch links im sowie mittig im Unterbauch auftreten. Zu den möglichen Ursachen für linksseitige Unterbauchschmerzen gehören im Wesentlichen:

  • Divertikulitis: Bei einer Divertikulitis entzünden sich die am Darm befindlichen Divertikel. Dabei handelt es sich um Ausbuchtungen der Darmschleimhaut, die möglicherweise entstehen (sog. ‚Divertikulose‘), wenn der Stuhl zu hart ist oder der Darm für den Weitertransport zu viel Druck aufbringen muss. Diese Divertikel können bluten oder sich entzünden. Die Erkrankung verursacht ähnliche Beschwerden wie eine Blinddarmentzündung, nur nicht rechts-, sondern linksseitig. Dazu gehören gleichmäßige dumpfe Schmerzen, Fieber sowie Stuhlunregelmäßigkeiten (Verstopfung, Durchfall und Blähungen).
  • Sigmavolvulus: Ein Volvulus beschreibt die Drehung oder Verschlingung eines sich an einem Stiel befindlichen Organs. Dazu gehören Magen, Milz, Gallenblase und Dick- bzw. Dünndarm. Ein Sigmavolvulus bezeichnet die häufigste Form der Verdrehung, nämlich die des letzten Teils des Dickdarms (sog. Colon sigmoideum‘). Man unterscheidet zwischen einer subakuten und einer akuten Form sowie einem sog. ileosigmoidalen Knoten. Die Symptome fallen dahingehend unterschiedlich aus. Bei der subakuten Form entwickeln sich die Symptome Bauchschmerzen und Übelkeit samt Erbrechen über Tage hinweg, es kommt zu einem geblähten Bauch. Die akute Form geht hingegen einher mit plötzlichen, starken und krampfartigen Schmerzen sowie Erbrechen, das in eine Bauchfellentzündung (sog. ‚Peritonitis‘) übergeht. Die Symptomatik bei Bestehen eines ileosigmoidalen Knotens ist vielfältig. Beschwerden reichen hier von Verstopfung bis hin zum akuten Abdomen, bei dem Lebensgefahr besteht.
  • Megakolon: Bei einem Megakolon handelt es sich um eine massive Erweiterung des Dickdarms, wenn eine Störung vorliegt, welche die Darmmotilität betrifft. Der Begriff Motilität bezeichnet alle Bewegungen im Körper, die unbewusst ablaufen und nicht direkt gesteuert werden, bspw. die Darmaktivität. Ein Megakolon kann entweder angeboren (sog. ‚kongenitales Megakolon‘ oder ‚Morbus Hirschsprung‘) oder erworben sein. Es kann auch eine Folge der chronisch-entzündlichen Darmerkrankung Colitis ulcerosa sein. Zu den Symptomen zählen u. a. ein Blähbauch, übermäßige Gasansammlungen im Gastrointestinaltrakt (sog. ‚Meteorismus‘) sowie ein Darmverschluss (sog. ‚Ileus‘), der lebensbedrohlich sein kann.
  • Nephrolithiasis: Hierbei handelt es sich um Nierensteine. Dies sind kristalline Ablagerungen in den Nierengängen, dem Nierenbecken und den ableitenden Harnwegen. Diese lösen als Leitsymptom eine Nierenkolik, also krampfhafte Schmerzen in der Flanke, aus und können zu einer sogenannten Urosepsis führen, bei der sich eine bakterielle Entzündung in den Harnwegen ergibt und sich von dort ausbreiten kann.
  • Harnwegsinfekt: Zu den Harnwegsinfektionen zählen die Harnröhrenentzündung (sog. ‚Urethritis‘), die Blasenentzündung (sog. ‚Zystitis‘) und die Entzündung von Nieren und Nierenbecken (sog. ‚Pyelonephritis‘). Symptome, die allen dreien gemein sind, bestehen in schmerzhaftem Wasserlassen. Bei einer Blasenentzündung kommt es indes bspw. zu häufigem Wasserlassen (sog. ‚Polyurie‘), häufigem bzw. stetigem Harndrang oder einer erschwerten Blasenentleerung. Während eine Blasenentzündung der Frau meist unkompliziert verläuft, sollte vor allem eine Blasenentzündung beim Mann stets medizinisch abgeklärt werden, da sich sonst schwere Folgeerkrankungen ergeben können.
  • Darmverschluss: Der Darmverschluss (sog. ‚Ileus‘), auch bekannt als Darmlähmung, beschreibt eine Störung der Darmpassage. Die klassischen Symptome umfassen Bauchschmerzen, Stuhlverhalt und Übelkeit sowie Erbrechen. Eine schnelle Abklärung ist hier notwendig, da der betroffene Darmabschnitt sonst absterben kann, was möglicherweise lebensbedrohliche Komplikationen nach sich zieht.
  • Obstipation: Bei der Obstipation handelt es sich einfach gesagt um Verstopfung. Dies ist keine Erkrankung, sondern im engeren Sinne ein Symptom, das wiederum auf viele verschiedene Ursachen zurückzuführen sein kann, z. B. das Reizdarmsyndrom, Diabetes mellitus, Morbus Parkinson, bestimmte Medikamente wie Opiate oder Antidepressiva oder Hämorrhoiden. Zu den maßgeblichen Symptomen einer Verstopfung gehören weniger als drei Stuhlentleerungen pro Woche, übermäßig starkes Pressen bei der Entleerung sowie das Gefühl, sich nur unvollständig zu entleeren. Begleitende Symptome können Kopfschmerzen, Unwohlsein und ein Völlegefühl sein.
  • Colitis ulcerosa: Dabei handelt es sich um eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung, die oft nicht auf eine eindeutige Ursache zurückzuführen ist. Das Leitsymptom der Erkrankung ist schleimiger, blutiger Durchfall. Hinzu kommen (linksseitige) Bauchschmerzen, Bauchkrämpfe sowie Fieber.

Video: Mehr über Colitis ulcerosa

In diesem Beitrag geht Schmerztherapeut Dr. Tobias Weigl auf die chronisch-entzündliche Darmerkrankung Colitis ulcerosa ein und erklärt u. a., warum bis heute keine Ursachen für die Erkrankung ausgemacht werden konnten und welche Risikofaktoren bestehen.

Grunderkrankungen, die nur Frauen betreffen und für Schmerzen im linken Unterbauch verantwortlich sein können, umfassen unter anderem:

  • Ovarialzyste: Hierbei handelt es sich um eine Eierstockzyste. Eine Zyste ist ein sackartiger Tumor mit dick- oder dünnflüssigem Inhalt, meist Gewebeflüssigkeit, Blut oder auch Eiter. Zwar sind Zysten meist harmlos, da sie sich selbst zurückbilden. Bleiben sie aber bestehen, müssen sie behandelt werden. Denn diese kann „entarten“, also zu Krebs werden. Vor allem Zysten am Eierstock können platzen, was schmerzhaft ist und Blutungen zur Folge haben kann.
  • Ovarialtorsion: Hierbei handelt es sich um eine Drehung des Eierstocks um seinen Stiel. Dadurch werden Gefäße abgeklemmt, was sowohl die arterielle als auch die venöse Versorgung stört. Häufig ist eine solche Torsion die Folge einer Zyste oder eines Tumors. Als Leitsymptom gelten plötzlich einsetzende Schmerzen, vor allem nach abrupten Bewegungen.
  • Endometriose: Die Endometriose beschreibt eine chronische, aber gutartige Erkrankung von Frauen. Im Verlauf der Erkrankung siedelt sich dabei an Eierstöcken, Eileitern, Darm, Blase oder Bauchfell Gewebe ähnlich er Gebärmutterschleimhaut (sog. ‚Endometrium‘) an. Diese Stellen können, beeinflusst von dem monatlichen Zyklus bzw. genauer dessen Hormonen, wachsen und bluten. In der Folge kommt es zu Entzündungen und der Bildung von Zysten sowie Verwachsungen und Vernarbungen. Die Symptome der Endometriose sind aufgrund der Komplexität der Erkrankung vielfältig und umfassen u. a. Bauch- und Rückenschmerzen, starke und unregelmäßige Monatsblutungen, Schmerzen bei oder nach dem Sex, während gynäkologischer Untersuchungen, während der Blasen- bzw. Darmentleerung oder während des Eisprungs, Ohnmacht infolge von Menstruationsschmerzen, Blasen- und Darmkrämpfe sowie Blutungen aus Blase und Darm.
  • Eileiterschwangerschaft: Eine Eileiterschwangerschaft (sog. ‚Tubargravidität‘) beschreibt den Umstand, dass sich das Ei nach der Befruchtung nicht wie beabsichtigt in der Gebärmutter (sog. ‚Uterus‘), sondern in der Schleimhaut des Eileiters (sog. ‚Tube‘) einnistet. Ursächlich dafür sind mechanische Hindernisse oder funktionelle Störungen, die die Eizelle auf ihrem Weg zur Gebärmutter behindern. Zunächst bleibt auch hier die Periode aus und es kommt zu Übelkeit, ähnlich einer normalen Schwangerschaft. Zwischen den Wochen sechs und neun ergeben sich dann Unterleibsschmerzen und Schmierblutungen. Meist wird eine solche Schwangerschaft zu diesem Zeitpunkt entdeckt. Ist dies nicht der Fall, so kann es im fortgeschrittenen Stadium zu einem Riss des Eileiters (sog. ‚Tubarruptur‘) kommen. Dann herrscht eine lebensbedrohliche Situation.
  • Übungs- und Senkwehen: Die Übungswehen, auch bekannt als Braxton-Hicks-Kontraktionen, können sich ab der 25. Schwangerschaftswoche ereignen. Die Gebärmutter zieht sich zusammen, der Bauch fühlt sich hart und gespannt an. Schmerzhaft sind diese in der Regel nur selten. In den letzten Wochen der Schwangerschaft können diese schon etwas schmerzhafter werden. Der Körper trainiert die Gebärmutter für den Ernstfall – die Geburt. Zu Senkwehen kommt es im Normalfall erst 4–6 Wochen vor der Geburt. Sie helfen dem noch nicht geborenen Kind dabei, nach unten in das Becken zu gelangen. Senkwehen treten unregelmäßig ein und können durchaus schmerzhaft ausfallen. Andererseits kann es auch sein, dass sie gar nicht verspürt werden.
Gut zu wissen!
Eine Schwangerschaft außerhalb der Gebärmutter ergibt sich bei 1–2 Prozent aller Schwangerschaften. Die Eileiterschwangerschaft macht mit 95 Prozent den Großteil dieser aus.

Aber auch bei Männern gibt es geschlechtsspezifische Erkrankungen, die linksseitige Unterbauchschmerzen verursachen. Dazu zählen zum Beispiel:

  • Hodentorsion: Bei einer Hodentorsion drehen sich sowohl Hoden als auch Samenstrang (sog. ‚Funiculus spermaticus‘) um die Längsachse. Es kommt zu einem heftigen Schmerz, der nicht nachlässt oder gar schlimmer wird (sog. ‚akutes Skrotum‘). Diese Schmerzen können in Leiste sowie Unterbauch (beidseitig) ausstrahlen. Außerdem kommt es schnell zu einer Schwellung, Wärmung und Rötung der Hodenhaut. Es sollte eine schnelle Abklärung beim Urologen oder im Krankenhaus erfolgen, da sich sonst gefährliche Folgeschäden am Hoden ereignen können.
  • Prostatahyperplasie: Bei einer Prostatahyperplasie handelt es sich um eine Vergrößerung der Prostata, die gut- oder bösartig ausfallen kann. Häufig vergrößert sich die Prostata, die den Anfang der Harnröhre als etwa kastaniengroßer Körper umgibt, ab einem Alter von 50 Jahren und verursacht unterschiedliche Beschwerden beim Wasserlassen. Dazu gehört bspw. eine erschwerte Blasenentleerung, die wiederum häufigen Harndrang verursacht. Oft kann die Blase nicht vollständig entleert werden. Die bösartige Variante, der Prostatakrebs (sog. ‚maligne Prostatahyperplasie‘), geht mit einem ähnlichen Beschwerdebild einher, breitet sich allerdings aus und verursacht Tochtergeschwülste (sog. ‚Metastasen‘) an bspw. Knochen. Zu den bereits genannten Symptomen hinzu kommen eine schmerzhafte Ejakulation, Blut im Urin oder in der Samenflüssigkeit, Schmerzen in der Prostata, starke Schmerzen im unteren Rücken, in der Hüfte, im Becken und in den Oberschenkeln, eine schwache Erektion sowie verminderter Samenerguss. Viele dieser Symptome können aber auch eintreten, wenn eine gutartige (sog. ‚benigne‘) Vergrößerung der Prostata besteht. Ein Arztbesuch ist bei dem Vorliegen eines oder vor allem mehrerer der hier genannten Symptome aber angeraten.

Video: Ursachen für Bauchschmerzen

Im nachfolgenden Beitrag geht Schmerztherapeut Dr. Tobias Weigl auf die mannigfaltigen Gründe ein, aufgrund derer es zu Bauchschmerzen kommen kann. Haben Sie Bauchschmerzen wegen Problemen mit der Galle oder sind Ihre Beschwerden auf eine Darmerkrankung zurückzuführen? Diese und weitere Fragen werden im Video zum Thema beantwortet.

Die Symptome: Woran erkennt man Ober- bzw. Unterbauchschmerzen im Allgemeinen?

Als Oberbauchschmerzen bezeichnet man alle Schmerzen, die im Oberbauch, im Bereich zwischen Nabel und Rippenbogen sowie um den Nabel herum gelegen sind. Häufig treten sie in Kombination mit mehreren weiteren Symptomen auf, darunter:

  • Völlegefühl
  • Druckgefühl
  • Aufstoßen
  • Übelkeit
  • Sodbrennen

Diese Symptome werden zusammengefasst als dyspeptische Symptome bezeichnet.

Die Begleitsymptome von Oberbauchschmerzen können vielfältig sein. Unter anderem zählen dazu:

  • Erbrechen
  • Blutungen
  • Hell- bis dunkelgelbe Färbung der Haut (sog. ‚Ikterus‘)
  • Fieber
  • Gewichtsverlust
  • Verändertes Stuhlverhalten oder Wasserlassen (sog. ‚Miktion‘)

Kommt es darüber hinaus zu sehr heftigen Bauchschmerzen und weiterer peritonealer, also das Bauchfell betreffenden, Symptomatik, z. B. eine Abwehrspannung, Stuhl- und Windverhalt oder einem Darmverschluss (sog. ‚Ileus‘) und Kreislaufschock, spricht man von einem sogenannten akuten Abdomen, dem häufig eine potenziell tödliche Erkrankung zugrunde liegt.

Unterbauchschmerzen können sich ähnlich vielfältig äußern. Die Symptome hängen stets mit der Erkrankung zusammen, die den Beschwerden zugrunde liegt. Allerdings existieren einige Symptome, die besonders ernst genommen werden sollten und eine sofortige ärztliche Abklärung erfordern. Dazu gehören:

  • Heftige Bauchschmerzen (Hinweis auf ein sogenanntes akutes Abdomen)
  • Eine Abwehrspannung, also ein bretthartes Anspannen der Bauchdecke bei Berührung
  • Kreislaufstörungen
  • Blut im Erbrochenen, Blut im Stuhl
  • Schmerzen bei Schwangerschaft

Treten diese Symptome in Kombination mit Fieber, Gelbsucht, einem ungewollten Gewichtsverlust, veränderten Stuhlgewohnheiten oder einem über einen Zeitraum von zwei Wochen andauernden Durchfall auf, kann dies ebenso ein Hinweis auf eine schwerwiegende Grunderkrankung sein, die eine unmittelbare ärztliche Abklärung erfordert.

Wer ist betroffen?

Daten bzgl. der Häufigkeit von Ober- bzw. Unterbauchschmerzen sind rar gesät. Während man davon ausgeht, dass bis zu 45 Prozent der Befindlichkeitsstörungen auf Oberbauchschmerzen zurückzuführen sind, ist eine Zahl für Unterbauchschmerzen nicht leicht zu finden.

Im Allgemeinen lässt sich aber sagen, dass der Bauchschmerz zu den häufigsten Symptomen gehört, aufgrund derer Betroffene einen Arzt aufsuchen. Rund 22 Prozent aller hausärztlichen Einweisungen in ein Krankenhaus liegen Bauchschmerzen zugrunde.

Die Risikofaktoren für das Entstehen von Bauchschmerzen sind indes zahlreich, da sie vor allem im Zusammenhang mit den oben genannten Grunderkrankungen stehen.

Gut zu wissen!
Es kommt eher zu einer Blasenentzündung, wenn man eine verringerte Immunabwehr hat, zu lange auf kalten Oberflächen sitzt, zu starke Intimhygiene betreibt, an Diabetes mellitus erkrankt ist, spermienabtötende Verhütungscremes verwendet oder anatomische Veränderungen im Harnwegsbereich vorliegen.
Umfrage: Hatten Sie schon einmal Schmerzen im linken Oberbauch und sind damit zum Arzt gegangen? Welche Erkrankung wurde bei Ihnen diagnostiziert? (Mehrfachnennungen möglich) Mit Ihrer Teilnahme an der Umfrage helfen Sie anderen Menschen dabei, ihre Symptome besser einzuschätzen.

Was tut der Arzt? Teil 1: Die Diagnose

Im Rahmen der Diagnose von linksseitigen Ober- bzw. Unterbauchschmerzen ist ein umfassendes Anamnesegespräch unabdingbar. Dabei handelt es sich um das Gespräch zwischen Arzt und Patient, in dem wichtige Informationen ausgetauscht werden. Der Arzt wird vorrangig danach fragen, wie sich der Schmerz anfühlt (Ist es bspw. ein dumpfer oder ein stechender Schmerz?), wo er sich befindet (Kann man einen Punkt bestimmen oder ist der Schmerz nicht örtlich einzugrenzen?), wohin er sich ausbreitet (Ausstrahlung), welches Ausmaß die Beschwerden haben und seit wann diese bestehen. Auf diese Weise kann er bereits zwischen Schmerzen, die von den Eingeweiden ausgehen (sog. ‚viszeral‘) und Schmerzen aufgrund der Veränderung des Bauchfells (sog. ‚somatisch‘) unterscheiden. Des Weiteren erkundigt sich der behandelnde Arzt nach begleitenden Symptomen wie Blutungen, Erbrechen, Gewichtsverlust, Veränderungen des Stuhlverhaltens etc. Zu guter Letzt werden noch Vorerkrankungen wie Gallensteine oder Risikofaktoren wie Alkohol oder regelmäßig eingenommene Medikamente erfragt.

Anschließend erfolgt eine körperliche Untersuchung. Diese ist sowohl bei akuten als auch bei chronischen Oberbauchschmerzen häufig unauffällig. Meist lässt sich aber zumindest ein Oberbauchdruckschmerz ertasten. In der Regel tastet und hört der Arzt hier den linken Ober- sowie Unterbauch ab und kann so seine vermutete Diagnose weiter eingrenzen. Dabei achtet er bei dem Abtasten (sog. ‚Palpation‘) darauf, nicht zu starken Druck auszuüben und so keinen Schmerz zu provozieren. Beim Abhören (sog. ‚Perkussion‘) werden dann bspw. die Darmgeräusche untersucht. Wie hören sich diese an? Erzeugen sie hohe oder tiefe Töne?

Ergänzend zur körperlichen Untersuchung erfolgt ein sogenanntes basales Laborprogramm, das u. a. ein Blutbild, Elektrolyt- und Retentionswerte, Leber- und Pankreasenzyme und den Enzymstatus umfasst. Überdies können sowohl Urin- als auch Stuhlproben untersucht werden.

Im Rahmen der Bildgebung erfolgen dann noch eine Ultraschalluntersuchung des Bauches (sog. ‚Abdomensonographie‘) sowie, bei Hinweisen auf Probleme mit dem Herzen, ein Elektrokardiogramm (kurz EKG). Möglicherweise sind noch weitergehende Maßnahmen erforderlich. Dazu zählt vor allem eine Ösophagogastroduodenoskopie, bei der eine Sonde in eine Körperhöhle eingeführt wird. Mithilfe dieser Untersuchung können Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm in einer Untersuchung begutachtet werden. Überdies kann im Zusammenhang mit der Unterbauchuntersuchung vor allem ein Ultraschall der inneren Geschlechtsorgane erfolgen, mithilfe dessen bspw. eine Zyste am Eierstock identifiziert und ausgemessen werden kann. Später kommen zur Bestimmung der Ursache gegebenenfalls noch Endoskopien zum Einsatz, bei denen eine Sonde in eine Körperöffnung eingeführt wird, was eine genauere Untersuchung ermöglicht. Bei linksseitigen Unterbauchschmerzen wäre die wahrscheinlichste Form die Darmspiegelung (sog. ‚Koloskopie‘).

Fakten-Box
Ober- und Unterbauchschmerzen links

  • Oberbauchschmerzen sind eine sehr häufige Befindlichkeitsstörung
  • Unterscheidung zwischen akuten und chronischen Oberbauchschmerzen
  • Bei heftigen Schmerzen Gefahr für akutes Abdomen (mitunter lebensgefährlich)
  • Häufigste Erkrankung im linken Unterbauch ist die Divertikulitis

Symptome Oberbauch

  • Schmerzen im Oberbauch, zwischen Nabel und Rippenbogen und um den Nabel herum
  • Völlegefühl
  • Druckgefühl
  • Aufstoßen
  • Übelkeit
  • Sodbrennen

Mögliche Begleitsymptome

  • Erbrechen
  • Blutungen
  • Hell- bis dunkelgelbe Färbung der Haut (sog. ‚Ikterus‘)
  • Fieber
  • Gewichtsverlust
  • Verändertes Stuhlverhalten oder Wasserlassen (sog. ‚Miktion‘)

Symptome, die bei Unterbauchschmerzen links dringend Abklärung erfordern

  • Heftige Bauchschmerzen (sog. ‚akutes Abdomen‘ möglich)
  • Eine Abwehrspannung, also ein bretthartes Anspannen der Bauchdecke bei Berührung
  • Kreislaufstörungen
  • Blut im Erbrochenen, Blut im Stuhl
  • Schmerzen bei Schwangerschaft

Was tut der Arzt? Teil 2: Die Behandlung

Die Behandlung von linksseitigen Oberbauchschmerzen kann teilweise schon im Rahmen der Diagnose erfolgen. So besteht bspw. die Möglichkeit, zur Klärung der Diagnose (sog. ‚probatorisch‘) über einen Zeitraum von 2–4 Wochen bestimmte Magenschutzmedikamente (sog. ‚Protonenpumpeninhibitoren‘, kurz PPI) oder krampflösende Medikamente (sog. ‚Spasmolytika‘) zu verabreichen, aufgrund derer sich Beschwerden in einigen Fällen bereits beheben lassen.

Ist dies nicht der Fall, so sind weitere Untersuchungen erforderlich, um auszumachen, welche Grunderkrankungen für das jeweilige Beschwerdebild verantwortlich sind. Die Therapie richtet sich dann nach den Behandlungsvorgaben für die jeweilige Grunderkrankung.

Ähnliches gilt für linksseitige Unterbauchschmerzen. Meist kann erst dann, wenn die Diagnose Rückschlüsse auf eine mögliche Grunderkrankung zulässt, eine effektive Behandlung erfolgen. Auch eine rein symptomatische, also gegen die Beschwerden gerichtete, Behandlung ist möglich.

Häufige Patientenfragen

Wie wird man eine Blasenentzündung wieder los?

Dr. T. Weigl
Einige Blasenentzündungen können schon spontan durch eine gesteigerte Trinkmenge ausheilen. In der Regel wird eine Blasenentzündung aber mit Antibiotika behandelt. Hierbei sollte vor allem darauf geachtet werden, das Antibiotikum auch nach Abklingen der Symptome weiter einzunehmen, da es sonst schnell wieder zu einer Entzündung kommt. Hat sich eine sogenannte komplizierte Harnwegsinfektion ergeben, besteht also Gefahr für Folgeschäden, muss die Behandlung der Ursache nach der antibiotischen Therapie erfolgen. Bei Männern ergeben sich komplizierte Harnwegsinfektionen deutlich häufiger als bei Frauen. Zu möglichen Komplikationen zählt bspw. ein Blasentumor, der dann umgehend entfernt werden muss. Einer Blasenentzündung können Sie übrigens auch vorbeugen, indem Sie einige kleine Verhaltensregeln in den Alltag integriert. Sie sollten z. B. 2–3 Liter Flüssigkeit täglich zu sich nehmen, Ihre Blase vollständig entleeren, vor allem Rücken, Unterleib und Füße konstant warm halten und bei der Intimpflege auf parfümierte und aggressive Duschgels verzichten.

Wofür ist die Milz zuständig?

Dr. T. Weigl
Vor der Geburt ist die Milz zeitweise an der Blutbildung beteiligt. Nach der Geburt hingegen ist die Milz „nur“ noch für den Abbau alter roter Blutkörperchen und Blutplättchen zuständig. Das in der Milz gelegene Netzwerk lässt nur junge, gut verformbare Erythrozyten und Thrombozyten passieren, die alten werden aussortiert. Überdies fungiert sie aber auch als Filterstation zur immunologischen, also das Immunsystem betreffenden, Überwachung.

Wofür ist die Bauchspeicheldrüse zuständig?

Dr. T. Weigl
Einerseits ist die Bauchspeicheldrüse vor allem für die Bildung und Weiterleitung von Verdauungssekret zuständig. Dieses Sekret enthält viele Enzyme, die bei der Verdauung von Nahrung eine wichtige Rolle spielen. Diese Enzyme spalten Kohlenhydratverbindungen, Nukleinsäuren, Fette und Eiweiße. Überdies befindet sich in der Flüssigkeit Bikarbonat, was das Sekret alkalisch macht und so den Nahrungsbrei neutralisiert, damit dieser nicht die zarte Schleimhaut des Darms schädigen kann. Eine weitere Funktion der Bauchspeicheldrüse besteht in der Produktion der Hormone Insulin, Glukagon und Somatostatin. Diese Hormone sind maßgeblich am Energiestoffwechsel des Körpers beteiligt.

Nach einem ausführlichen Gespräch mit ihrem Arzt hat dieser zunächst Steffis Unterbauch abgetastet und sogenannte Divertikel erfühlen können. Das tat zwar etwas weh, aber unangenehmer erschien ihr, dass er mit seinem Finger den After ausgetastet hat. Sein Verdacht schien sich dadurch allerdings zu erhärten, und nach einer Ultraschalluntersuchung konnte er dann feststellen, dass eine Divertikulitis vorliegt. Aber aufgrund des Stadiums kann wohl zunächst auf eine Operation verzichtet werden. Steffi soll nun ihre Ernährung anpassen, gezielt Bewegung betreiben und Antibiotika nehmen.

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Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt.

Autoren: Dr. Tobias Weigl, Tobias Möller
Lektorat: Christine Pepersack
Veröffentlicht: 16.08.2018

Quellen

  • Susanne Andreae (2008): Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, 2. Auflage. Georg Thieme Verlag, Stuttgart.
    endometriose-vereinigung.de: Symptome der Endometriose.
  • Regine Gätje et al (2015): Kurzlehrbuch Gynäkologie und Geburtshilfe. Georg Thieme Verlag, Stuttgart.
  • Silvia Höfer (2013): Quickfinder Schwangerschaft. Gräfe und Unzer, München.
  • Susann Krieger (2011): Pathologie-Lehrbuch für Heilpraktiker – Nachschlagewerk mit Therapiehinweisen. Georg Thieme Verlag, Stuttgart.
  • Markus M. Lerch et al (2009): Pankreaspseudozysten – Abwarten, endoskopisch drainieren, resezieren? In: Dtsch Arztebl Int 2009; 106(38): 614–21; DOI: 10.3238/arztebl.2009.0614.
  • Guido Michels, Natalie Jaspers (Hrsg) (2013): Notfallsonographie. Springer-Verlag, Heidelberg.
    Marco Niedergethmann, Stefan Post (2006): Differenzialdiagnose des Oberbauchschmerzes. In: Deutsches Ärzteblatt 103/13. S. 862–871.
  • Volker Schumpelick (2006): Praxis der Viszeralchirurgie – Gastroenterologische Chirurgie, Band 3. Springer-Verlag, Heidelberg.
  • Jürgen Sökeland (2007): Taschenlehrbuch Urologie. Georg Thieme Verlag, Stuttgart.
  • W. Vahlensieck (2006): Nieren- und Harnwegsinfektionen. In: urologenportal.de.
  • Hermann H. Waldvogel (2013): Analgetika – Antinozizeptiva – Adjuvanzien: Handbuch für die Schmerzpraxis. Springer-Verlag, Heidelberg.
  • Günter H. Willital, Alfred Holzgreve (2017): Chirurgische Sofortmaßnahmen. Walter de Gruyter, Berlin.
  • Günter H. Willital, Alfred Holzgreve (2006): Definitive chirurgische Erstversorgung. Walter de Gruyter, Berlin.
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