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Das Medikament Cortison gegen Pickel, Neurodermitis, Asthma, Rheuma – Wirkung & Nebenwirkungen

Glucocorticoide – unter ihnen vor allem Cortison – sind die am häufigsten verschriebenen Medikamente. Cortisol-Hype ist zwar vorbei aber immer noch extrem wichtiges und nützliches Medikament. — Dr. Tobias Weigl


Von Medizinern geprüft und nach besten wissenschaftlichen Standards verfasst

Dieser Text wurde gemäß medizinischer Fachliteratur, aktuellen Leitlinien und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

Quellen ansehen

Ein jeder wird wahrscheinlich bereits damit in Berührung gekommen sein: Das körpereigene Steroidhormon Cortison wird aufgrund seiner immunsuppressiven und entzündungshemmenden Wirkung gegen verschiedene Krankheitsbilder wie Nebennierenrindeninsuffizienz, Neurodermitis oder Asthma bronchiale eingesetzt. Die Darreichungsformen reichen von Salben oder Gels über Inhalationssprays bis hin zu Injektionslösungen.
Obwohl häufig und bei einer ganzen Reihe von Beschwerden angewendet, bringt die Einnahme von Cortison auch Risiken. Nebenwirkungen, wie etwa eine Veränderung des Hautbildes oder generalisierte Schwächung des Immunsystems können auftreten und sollten nicht unterschätzt werden. Eine Dosierung unterhalb der sogenannten “Cushingschwelle” (dazu später mehr) ist ratsam, um schwerwiegende Folgen wie das Cushing-Syndrom oder eine Schwächung des Immunsystems zu verhindern.

„Also, Frau Meier, Sie haben tatsächlich Neurodermitis.“ Leonie Meier hat sich das schon gedacht. Seit einigen Wochen leidet sie bereits an den – wie sie nun weiß – typischen Symptomen der Erkrankung. Nach anfänglicher Selbstinformation im Internet hat sie sich nun um einen Termin bei ihrem Hautarzt bemüht. Im nächsten Schritt soll eine Lösung gefunden werden. Ihr Hautarzt notiert bereits, als er ihr seinen Vorschlag unterbreitet: „Ich würde in diesem Fall zunächst auf eine Cortisonsalbe setzen …“ Moment, Cortison? Leonie runzelt die Stirn und versucht sich an ein Gespräch mit ihrer Tante zu erinnern, die Apothekerin ist und sich jüngst beim familiären Mittagessen über falsche Indikation von Cortison echauffiert hat. „Aber ist das nicht der Stoff mit den vielen Nebenwirkungen?“, fragt sie ein wenig entsetzt.

Was ist Cortison?

Cortison gehört zur Gruppe der Stresshormone (sog. ‚Steroidhormone‘) und wird in der Nebennierenrinde (sog. ‚Glandula adrenalis‘) gebildet. Stresshormone werden in Momenten der körperlichen Belastung ausgeschüttet. Daher rührt die Bezeichnung. Hormone dienen der Regulation der körperinneren Vorgänge. Im Falle des Cortisons werden körperliche Veränderungen aber erst initiiert, nachdem der Körper das Cortison in die aktive Variante Cortisol umgewandelt hat. Dies geschieht allerdings nicht in der Nebenniererinde, sondern in der Leber und nur nach organabhängigem Bedarf. Das Steroidhormon befindet sich somit in einem Großteil der menschlichen Zellen.

Immer wieder verwechselt:
C für englisch
K für deutsch
Cortisol bzw. Kortisol ist das körpereigene Hormon
Cortison bzw. Kortison ist das Medikament

Als erste „Stressanpassungsreaktion“ dient Cortisol der Erhöhung des Blutzuckerspiegels. Hierbei fungiert Cortisol als Gegenspieler zum Hormon Insulin, welches den Blutzuckerspiegel senkt. Cortisol wandelt im Rahmen einer Glucogenese Eiweiß (sog. ‚Protein‘) in Zucker (sog. ‚Glucose‘) um. Des Weiteren ist Cortisol auch an der Bildung von Fettsäuren (sog. ‚Lipolyse‘) beteiligt. Beide Stoffe dienen als Energielieferanten – evolutiv waren Stresssituationen stets mit Kampf oder Flucht und damit an einen anstehenden Energieverbrauch gekoppelt.

In diesem Video erklärt Dr. T. Weigl detailliert und verständlich, was die Unterschiede zwischen Kortisol und Kortison sind, welche Aufgaben das Medikament Kortison hat und welche Gefahren und Nebenwirkungen bestehen.

Reguliert wird Cortisol über die Ausschüttung des adrenocortikotropen Hormons (sog. ‚ACTH‘). Neben ACTH werden für die mehrschrittige Cortisolsynthese weitere Steroide und Cholesterin verwendet. Mediziner haben mehrere Regulationsmechanismen für diesen Prozess definiert. So wird die Synthese durch die Ausschüttung von ACTH in folgenden Fällen angestoßen:

  • Ausschüttung alle 90 Minuten mit abnehmender Rate am Abend – höchste Ausschüttung zwischen 6-8 Uhr morgens
  • Zirkadianer (tageszeitabhängiger) Rhythmus mit starker Produktion am Morgen und dafür weniger abends
  • Stress-Adaptions-Mechanismus: Ausschüttung von ACTH bei erhöhtem Stresspegel, welcher unabhängig von der zirkadianen Synthese ist
  • Regelmechanismus mit negativer Kopplung
Fakten zu dem Hormon Cortisol
Cortisol = unser Hormon:

  1. Viele Stimuli haben Einfluss auf unsere Kortisol-Produktion
  2. Bildung in der „kleinen“ Nebenniere
  3. Cholesterin ist notwendig zur Bildung
  4. Viel Freisetzung morgens nach dem Aufwachen (Wichtigkeit von Schlaf!) (6-8 Uhr)
  5. Kurze Halbwertszeit (60-90 Minuten)

Wirkung von Cortisol, v.a. auf Stoffwechsel und Immunsystem:

  1. Katabole Wirkung (Muskel, Knochen, Haut)
  2. Entzündungshemmende Wirkung
  3. Unterdrückung unseres Immunsystems
  4. Blockiert die Wirkung von Vitamin D
  5. Beeinflussung des Wasser- und Elektrolythaushaltes
  6. weitere Wirkungen

Des Weiteren greift Cortisol auch in andere Prozesse wie beispielsweise die Knochenbildung und Blutzellsynthese ein. Eine wesentliche Rolle spielt es zudem im zentralen Nerven- und Immunsystem. Cortison kommt so gerade in körperlichen Stresssituationen zum Tragen und ermöglicht in für uns stressigen Momenten eine Anpassung bzw. “Hochregulierung” des Herz-Kreislauf-Systems. Nicht umsonst wird Cortison in der Literatur als Hormon des Lebens und des Stresses bezeichnet.

Hintergrund: Glucocorticoide

Cortison ist nicht das einzige Hormon, dass die oben beschriebenen Funktionen erfüllt. Steroidhormone (die grundsätzlich ähnlich in Aufbau und Wirkung sind) werden zur Gruppe der Glucocorticoide gezählt. Der Begriff umfasst demnach die Gesamtheit der Steroidhormone, dient jedoch ebenfalls als Bezeichnung für Medikamente, deren Basis von Steroidhormonen gebildet wird. Letztere gehören zu den am meisten verschriebenen Medikamenten und werden in der Akut- und auch Langzeittherapie eingesetzt.
Alle Arten der Glucocorticoide funktionieren somit ähnlich wie der bekannteste Vertreter, das Cortison. Im Wesentlichen steht die Regulation des Blutzuckerkreislaufes im Vordergrund. Davon ausgehend greifen sie auch in weitere körpereigene Prozesse ein. Beinahe jede Zelle ist entsprechend auch mit Rezeptoren für Steroidhormone ausgestattet.
Besonders zwei Wirkungen machen Glucocorticoide aus medizinischer Sicht interessant: Immunsuppression und Entzündungshemmung. Die antiinflammatorische Wirkung kann sowohl im frühen Stadium der Entzündung als auch in deren Spätstadium genutzt werden. Darüber hinaus kann Zahl und Aktivität der Immunzellen beeinflusst werden. Allerdings geht man davon aus, dass die antiinflammatorische Wirkkraft überwiegt.

Exkurs: Auswahl weiterer Glucocorticoide
Insgesamt gibt es Dutzende körpereigene und extern hergestellte Glucocorticoide. Zu den gängigsten gehören die folgenden:

Aldosteron: Aldosteron wird ebenfalls in der Nebennierenrinde produziert und ist ein sogenanntes Mineralglucocorticoid. Aldosteron ist unter anderem für die Wiederaufnahme des bereits ausgeschiedenen Natriums (sog. ‚Reabsorption‘) in der Niere verantwortlich.

Prednisolon: Dieser Wirkstoff wird auf synthetische Weise gewonnen. Eingesetzt wird Prednisolon unter anderem bei allergischen, rheumatischen oder schweren dermatologischen Erkrankungen. In rektaler Form ist es auch bei der Therapie bei Kindern in Verwendung.

Dexamethason: Auch dieses Hormon wird synthetisch hergestellt. Anders als die anderen beiden, wird Dexamethason vor allem bei erhöhtem Hirndruck angewendet, beispielsweise hervorgerufen durch Hirntumoren oder Meningitis, aber auch bei rheumatischen Erkrankungen wie rheumatoider Arthritis. Zu beachten ist allerdings, dass sich Dexamethason zwar für kurzfristige Therapien, nicht aber für eine längerfristige Behandlung eignet, da die Nebenwirkungsrate hoch ist.

Betamethason: Dieses Hormon unterscheidet sich hinsichtlich seiner molekularen Struktur nur in einer Komponente von Dexamethason. Angewendet wird Betamethason vor allem im Rahmen kurzzeitiger Therapien. So erhalten Schwangere diesen Wirkstoff, um eine frühzeitige Ausbildung der Lungen bei ihren Ungeborenen zu gewährleisten, um dem kindlichen Atemnotsyndrom bei Frühgeborenen vorzubeugen. Die Gabe erhöht jedoch auch das Risiko einer Frühgeburt. Daneben wird Betamethason auch bei allergischen Erkrankungen, Autoimmunkrankheiten und schweren dermatologischen Schüben angewendet.

Gut zu wissen!
Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts konnten Mediziner die Funktion der Nebenniere als Hormonproduzenten nachweisen. Bereits 1860 plädierte Thomas Addison, nach welchem die gleichnamige Nierenkrankheit benannt wurde, an die Lebensnotwendigkeit der Nebenniere. Auch an Tieren durchgeführte Experimente unterstrichen die Meinung Addisons. Dennoch fand diese bis zur Jahrhundertwende nicht Eingang in die allgemeine Lehrmeinung. Erfolgreiche Extraktionen von Hormonen in der Nebenniere sollten diese Ansicht revidieren: So gelang es Forschern 1894 Adrenalin aus dem Nebennierenmark zu extrahieren. Bis in die 40er Jahre des 20. Jahrhunderts gelang es einer Reihe von Forschern – Tadeusz Reichstein, Otto Wintersteiner und Eduard Kendall – unabhängig voneinander, Hormone aus der Nebennierenrinde zu isolieren. So gelang es bis 1946 39 verschiedene Glucocorticoide herauszufiltern und zu definieren. Schließlich begann im Jahre 1948 nach weiterer intensiver Forschung die Produktion synthetisch hergestellten Cortisons. Das erste Mal angewendet wurde dieses Cortison bereits im selben Jahr bei einer Patientin mit Polyarthritis: Die Patientin erhielt zwei Injektionen pro Tag mit dem Wirkstoff Cortison. Bereits einige Tage später konnte sie das Krankenhaus schmerzfrei verlassen. Bekannt wurde dieser erste Einsatz als das „Cortison-Wunder.“

Anwendungsbereiche von Cortison in der Therapie

Synthetisiertes Cortison, was in der Medizin als Medikament verwendet wird, nennt sich auch Hydrocortison. Cortisonbasierte Medikamente sind die am häufigsten indizierten Medikamente überhaupt. Dies liegt an den vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten. Im Wesentlichen dient Cortison der Immunsuppression. Vereinfacht gesagt: Cortison unterdrückt Reaktionen unseres Immunsystems. Diese Wirkung wird in Situationen, in denen wir allergische Reaktionen, also eine Überreaktion des Immunsystems, genutzt. Es kann zudem als Entzündungshemmer eingesetzt werden.

Konkret wird Cortison hauptsächlich in folgenden drei Therapiefeldern angewendet:

  • Im Falle einer Nebennierenrindeninsuffizienz kommt es zu einer Störung der Hormonproduktion und letztendlich der bedarfs- und aufnahmegerechten Regulation des Blutzuckerspiegels. Im Rahmen einer Cortison-Substitutionstherapie wird hier Abhilfe geschaffen. Auch bei einer akuten Insuffizienz sowie beim sogenannten adrenogenitalen Syndrom findet es Anwendung.
  • Unter dem Begriff des “adrenoogenitalen Syndroms” fassen Mediziner alle Stoffwechselstörungen im Bereich der Nebennierenrinde zusammen, welche in einer verminderten Cortisolproduktion gipfeln. Durch fehlende Rückkopplungsmechanismen, die Cortisol im Normalfall anstoßen würde, findet eine weitere Stimulation des Nebennierenrinde statt, um die Cortisolsynsthese zu steigern. Da der Stoffwechselweg zur Bildung von Cortisol jedoch gestört ist, werden stattdessen übermäßig viele Androgene produziert. Androgene sind Hormone, welche die Entwicklung männlicher Geschlechtsmerkmale steuern.
  • Cortisonsalben werden bei Hauterkrankungen wie Neurodermitis, Schuppenflechte (sog. ‚Psoriasis vulgaris‘) oder Ekzemen angewendet. Im Rahmen einer Inhalation kann Cortison beispielsweise die Symptome eines Asthmas oder allergischer Rhinitis abmildern.
Fakten zu dem Medikament Cortison
Einsatzfelder von Cortison:

  1. Als Substitutionstherapie (wenn man zu wenig hat)
  2. Akuttherapie
  3. Chronische, dauerhafte Therapie
  4. Lokale Therapie (Salben, Tropfen)
  5. Sonderfall: Schwangerschaft (Förderung der Lungenreife)

Im Akutfall im Zweifel „hohe Dosen“ (aufgrund Notfall und schneller benötigter Wirkung).

Dauerhafte Therapie (beispielhaft):

  1. Chronisch-entzündliche Erkrankungen (z.B. Asthma, „Raucherhusten“ (COPD))
  2. Rheuma-Erkrankungen
  3. Autoimmunerkrankungen, z.B. Morbus Bechterew

In der Medizin wird zudem eine zeitliche Unterscheidung hinsichtlich der Therapieformen vorgenommen. Im Rahmen einer systemischen Therapie nimmt der Patient das Cortison vor acht Uhr morgens ein – also in einer Phase, in der das körpereigene Steroidhormon auch natürlicherweise besonders aktiv ist.
Obwohl Cortison in verschiedenen Situationen verschrieben wird, ist doch zu beachten, dass die Indikation in folgenden Fällen nur eingeschränkt gegeben ist:

  • Schwere, unbehandelte Infektionen
  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • Tuberkulose
  • Thrombose
  • Bakterielle Hautentzündungen
  • Virushepatitis
  • Kürzlich erfolgte oder kürzlich zu erfolgende Impfungen mit Lebendimpfstoff
Video-Exkurs: Cortison wird in der Medizin auf vielfache Weise eingesetzt. Doch die positiven Seiten des Wirkstoffs werden von gleichsam negativen begleitet. Auch im Falle von Knieschmerzen wird Cortison angewendet. Ob das tatsächlich so sinnvoll ist, erklärt Dr. Tobias Weigl im folgenden Video am Beispiel der Kniegelenksarthrose.

Wurden auch Sie schon aufgrund bestimmter Krankheitsbilder mit Cortison oder anderen Glucocorticoiden behandelt? Welche Situationen waren dies? Mehrfachnennungen sind möglich!

Risiken von Cortison

Eine dauerhafte Überdosierung von Cortison geht mit einer großen Zahl von Nebenwirkungen einher. Aufgrund seiner immunsuppressiven Wirkung kann Cortison beispielsweise unser Immunsystem über Gebühr schwächen.

Inhalative Anwendung: Es kann zu einem Befall der Mundschleimhaut sowie einer Atrophie der Stimmbandmuskulatur – und damit Heiserkeit – kommen. Prophylaktisch sollten Sie nach jeder Anwendung den Mund ausspülen!
Salben: Bei der Applikation von Salben kann es zu zum Teil irreversiblen Hautveränderungen wie Gewebeschwund der Haut kommen. Diese wird dann aufgrund ihrer veränderten Struktur häufig mit Zigarettenpapier verglichen. Vor allem in sensiblen Zonen wie dem Gesicht oder dem Genitalbereich sollten Sie nur schwach dosierte Cortisonsalben über einen kurzen Zeitraum auftragen.

Neben den lokalen Anwendungen birgt auch eine Langzeitbehandlung weitere Risiken. Neben der bereits angesprochenen, dermatologischen Veränderungen können unter anderem auch folgende Nebenwirkungen auftauchen:

In Anbetracht der Zahl von Nebenwirkungen, die eine Cortisontherapie mit sich bringen kann, gilt: Nach mindestens drei Wochen Anwendung ausschleichen lassen! Auf keinen Fall sollte Cortison abrupt abgesetzt werden, da der Körper Zeit braucht, die Eigenproduktion des Hormons wieder entsprechend anzupassen.

Achtung!
Treten die oben beschriebenen Nebenwirkungen einer cortisonbasierten Therapie ohne entsprechende Einnahme auf, können dies Hinweise auf eine Erkrankung – das Cushing-Syndrom sein. Dabei handelt es sich um eine Überproduktion von Cortisol (Hypercortisolismus). In den meisten Fällen wird das Cushing-Syndrom durch eine langfristige überdosierte Cortisonapplikation ausgelöst.
Um einer solchen Überdosierung vorzubeugen, orientiert sich der behandelnde Arzt bei der Dosierung an der sogenannten Cushingschwelle. Diese gibt die maximal mögliche Tagesdosis an, deren Überschreitung gefährlich für den Patienten werden könnte. Kurzfristige Überschreitungen dieser Schwelle sind z.B. bei akuten, schweren allergischen Reaktionen oder einem entgleisten Asthma bronchiale nötig, langfristig führt eine Therapie mit entsprechender Dosis jedoch zur Ausbildung des Cushing-Syndroms. Im Falle von Cortison sollte die Menge bei 30 Milligramm pro Tag liegen.

Häufige Patientenfragen

Was ist der Unterschied zwischen Cortison, Cortisol, Hydrocortison und Glucocorticoiden?

Dr. T. Weigl
Auf den ersten Blick können die verschiedenen Begriffe verwirrend erscheinen, dem kann jedoch schnell Abhilfe geschaffen werden. Cortison bezeichnet zunächst einmal das inaktive Steroidhormon, was in der Nebennierenrinde produziert wird. Cortisol dagegen ist die aktive Variante des Hormons. Hydrocortison kann als Synonym für Cortisol verwendet werden. Schließlich bezieht sich der Begriff Glucocorticoid auf die Gesamtheit aller Steroidhormone, die innerhalb der Nebennierenrinde produziert werden und den Blutzuckerkreislauf (anteilig) regulieren. Darüber hinaus ist das der Ausdruck für Medikamente, die auf diesen Hormonen basieren.

Auf welche Arten kann ich Cortison anwenden?

Dr. T. Weigl
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, cortisonbasierte Therapien durchzuführen. Welche Therapieform für Sie am besten geeignet ist, hängt von der Erkrankung, aber auch ihrer Konstitution, Lebensgewohnheiten, dem akuten Krankheitsbild usw. ab. Grundsätzlich können Sie Cortison von Form einer Salbe, Injektion, Augentropfen und -gele, Spray zur Inhalation und Nasentropfen erhalten.

Welche Wirkung hat Cortison?

Dr. T. Weigl
Der Wirkstoff Cortisol hat vor allem zwei Eigenschaften, die diesen divers nutzbar machen: Immunsuppression sowie Entzündungshemmung. Allerdings ist zu beachten, dass Cortisol im Rahmen des Cushingschwelle indiziert werden sollte, um eine Erkrankung des Cushing-Syndroms oder Nebenwirkungen zu vermeiden.

„Nebenwirkungen gibt es in der Tat. Diese sind auch nicht zu unterschätzen“, erklärt Leonies Hautarzt, klärt sie dahingehend auf und macht deutlich, dass es sich hierbei auch um keine dauerhafte Therapielösung handelt. In Anbetracht der langen Liste ist Leonie auch froh darum! Nun hofft sie, dass die Salbe schnell anschlägt.

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Autoren: Andrea Lorenz und Dr. Tobias Weigl
Lektorat: Anna-Alice Ortner
Veröffentlichung: 20.08.2018

Quellen:

  • Peter Altmeyer (2005): Therapielexikon Dermatologie Allergologie. Zweite Auflage. Springer-Verlag Berlin.
  • Deutsche Apothekerzeitschrift (2012): Aufgaben der Glucocorticoide.
  • Hanns Kaiser; Hans K. Kley (Hgg.) (2002): Cortisontherapie. Corticoide in Klinik und Praxis. 11., neu überarbeitete Auflage. Georg Thieme Verlag Stuttgart.
  • Peter. P. Nawroth; Reinhard Ziegler (2001): Klinische Endokrinologie und Stoffwechsel. Springer-Verlag Berlin.
  • Walter Siegenthaler; Hubert E. Blum (Hgg.) (2006): Pathophysiologie. 9., völlig neu überarbeitete Auflage. Georg Thieme Verlag Stuttgart.
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