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Ekzem im Intimbereich – Ursachen für einen Ausschlag im Genitalbereich

Auf einen Blick: Ekzem im Intimbereich

Was ist ein Ekzem?

  • komplexe Entzündung der Haut
  • auch ‚Dermatitis’ genannt

Welche Ursachen kann ein Ekzem im Intimbereich haben?

  • nicht durch Bakterien, Viren oder Pilze verursacht
  • Kontaktallergie (insbesondere Duftstoffe)
  • seborrhoisches Ekzem
  • Windelausschlag
  • Neurodermitis

Mögliche Symptome (Auszug)

  • Juckreiz
  • Rötung
  • Bläschen, Knötchen, Krusten, Schuppen

Behandlung (Auszug)

  • je nach Ursache
  • oft: Cortison-Creme
  • Vermeiden des allergenen Stoffes

Tipps

  • verschiedene Ärzte als Ansprechpartner
  • Hausarzt
  • Gynäkologe/ Urologe
  • Hautarzt (=Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten)
  • Kinderarzt

Als „Ekzem“ bezeichnet man eine Entzündung der Haut. Zu den Symptomen gehören Hautrötung, Juckreiz und Bläschen. Ein Ekzem kann auch „untenrum“, also im Genitalbereich, auftreten. Im Gegensatz zu Geschlechtskrankheiten wird das Ekzem nicht durch Bakterien, Viren oder Pilze verursacht. Es kann dadurch auch nicht auf andere Menschen übertragen werden. In diesem Artikel stellen wir Ihnen mögliche Ursachen für ein Ekzem im Intimbereich vor.

Was ist ein Ekzem? Welche Ursachen hat es?

Unter einem Ekzem versteht man eine Entzündung der Haut. Eine andere Bezeichnung ist ‚Dermatitis’. Ekzeme gehören zu den häufigsten Hautkrankheiten; 20% der Bevölkerung sind davon betroffen. Ein Ekzem kann an allen Körperstellen auftreten, so auch im Genitalbereich des Mannes oder der Frau.

Zeitliche Einteilung

Je nachdem, wie lange ein Ekzem auftritt, kann man es in eine akute Form und eine chronische Form unterteilen. Die kurze, akute Form heilt innerhalb von zwei Wochen ab. Das chronische Ekzem verläuft hingegen über einen weitaus längeren Zeitraum. Es ist eine Reaktion der Haut auf sich wiederholende oder lang andauernde Reize.

Kontaktallergie

Ein allergisches Kontaktekzem ist eine der häufigsten Ursachen für ein akutes Ekzem. Es beschreibt eine allergische Reaktion der Haut auf Stoffe, die mit ihr in Kontakt kommen. Die Auslöser einer Allergie bezeichnet man als ‚Allergene’. Für den Genitalbereich kommen folgende Allergene infrage:

  • Duftstoffe (ca. 20 % der Fälle)
  • Waschmittel
  • Medikamente zur Behandlung einer Pilz-Infektion im Intimbereich
  • Kondome: Latex
  • Hygieneartikel: Tampons, Binden, Slipeinlagen
  • (Intim-)Piercings: Nickel
  • Textilfasern: enganliegende Unterwäsche
  • Bestandteile von Tattoos

Das allergische Kontaktekzem entwickelt sich in zwei Schritten. Zunächst dringen Allergene in die Haut ein. Bei diesem ersten Kontakt nehmen die Zellen des Immunsystems das Allergen in sich auf. Im Falle eines erneuten Kontakts mit dem Allergen findet die allergische Reaktion wesentlich schneller statt – aufgrund des ersten Kontaktes kennen die Immunzellen das Allergen bereits. Nach Kontakt mit dem Allergen entwickelt sich innerhalb von 24–72 Stunden das Ekzem.

Eine Kontaktallergie ist gar nicht so selten; 2,5–10 % der Bevölkerung litten schon einmal unter einem solchen Ekzem.

Patienten mit einer Latexallergie reagieren nicht nur auf Latexhandschuhe, sondern auch auf bestimmte Kondome mit einem allergischen Ekzem. Latex ist Bestandteil einiger Kondomsorten. Weiterhin findet es sich in Schnullern (Vorsicht bei Babys!) und Blasenkathetern. Kommt also die Haut im Intimbereich mit Latexprodukten in Kontakt, kann sich ein Ekzem entwickeln.

Gut zu wissen!
Medizinisch wird die Haut in drei Schichten eingeteilt. Den äußeren Schutz bietet die Oberhaut (‚Epidermis’), sie ist mit Horn bedeckt. Darauf folgt mittig die Lederhaut (‚Dermis’). Die innerste Schicht (‚Subcutis’) besteht aus Binde- und Fettgewebe. Eine Entzündung findet bei Ekzemen in der Epidermis statt.

Parfümierte Waschlotionen

Aus dem vorangegangenen Abschnitt wissen wir, dass Duftstoffe ein häufiger Auslöser eines allergischen Ekzems sind. Sie kommen – abgesehen von Parfüms und Deodorants – in Shampoos und Waschlotionen vor. Wenn das Duschgel für den Genitalbereich verwendet wird, kann sich ein allergisches Ekzem ausbreiten. Ein weiterer Nachteil dieser Waschlotionen ist es, dass der pH-Wert im Genitalbereich beeinflusst wird. Der pH-Wert gibt an, wie sauer oder basisch etwas ist. Der natürliche pH-Wert der Scheide liegt bei 4,0–4,5 – er ist also recht sauer. Durch die saure Umgebung wird ein Befall des Intimbereichs mit z. B. Bakterien oder Pilzen verhindert. Waschlotionen verändern den pH-Wert, wodurch der natürliche Schutzmechanismus vor Krankheitserregern beeinflusst wird.

Seborrhoisches Ekzem

‚Seborrhoisch’ bedeutet so viel wie ‚Talgfluss’. Das seborrhoische Ekzem findet sich daher an Körperstellen, an denen viel Talg durch Talgdrüsen produziert wird. Neben dem Kopf und dem Bereich über dem Brustbein, zählt man auch den Intimbereich zu den seborrhoischen Körperstellen. Wie genau sich ein seborrhoisches Ekzem entwickelt, ist unklar. Man geht davon aus, dass ein Zusammenspiel aus:

  • erhöhter Talgproduktion
  • dem Hefepilz ‚Malassezia furfur’
  • dem Immunsystem
  • dem Stoffwechsel von Fettsäuren

für die Entstehung eines seborrhoischen Ekzems verantwortlich ist. Beeinflusst wird das Ekzem durch äußere Einflüsse, z. B. Stress.

Gut zu wissen!
Der Hefepilz ‚Malassezia furfur’ gehört bei ca. 60 % aller Menschen zur natürlichen Hautflora. Darunter versteht man die schützenden Organismen der Haut. Beim seborrhoischen Ekzem ist die Haut möglicherweise zu stark von Malassezia besiedelt.

Windelausschlag bei Babys

Nicht nur Erwachsene sind von Ekzemen betroffen. Auch Babys können Ekzeme im Genitalbereich entwickeln. Diese Sonderform des Ekzems nennt man ‚Windeldermatitis’. Dabei ist – wie der Name es schon sagt – der Windelbereich betroffen. Das Reiben der Windel an der Haut, zu seltenes Wechseln der Windel und der Stau von Urin und Stuhl begünstigen einen Windelausschlag. Zunächst ist die Haut gerötet und schuppig. Im weiteren Verlauf können Krusten, Bläschen und Nässe im Windelbereich hinzukommen. Eine häufige Begleiterkrankung ist die Pilz-Infektion des Windelbereichs. Dabei ist der Randbereich des Windelausschlags mit weißen Bläschen besetzt.

Neurodermatitis

Eine weitere Ursache für ein Ekzem im Intimbereich kann die Neurodermitis sein. Die auch als ‚Atopisches Ekzem’ oder ‚Atopische Dermatitis’ bezeichnete Krankheit hat einen chronischen Verlauf. Etwa 1,5–3 % aller Erwachsenen sind davon betroffen. Bei Kindern ist die Verbreitung noch höher, jedes zehnte Kind soll an Neurodermitis leiden. Betroffene Körperstellen sind vor allem die Beugeseiten des Körpers, sprich die Ellenbeugen, die Kniekehlen oder der Hals. Bei Erwachsenen tritt das Ekzem außerdem im Gesicht auf. Neben diesen häufigen Körperstellen kann auch der Intimbereich betroffen sein. Neurodermitis-Patienten wissen in der Regel um ihre Erkrankung und können ein Ekzem im Intimbereich gegebenenfalls selbst als Schub ihrer Erkrankung deuten.

Die Neurodermitis-Erkrankung zeigt häufig einen schubförmigen Verlauf, bei dem es immer wieder zu einem Ausbruch der Krankheit kommt. Die Neurodermitis kann jedoch auch spontan ausheilen: Das sieht man daran, dass die Häufigkeit der Erkrankung von Kindern zum Erwachsenenalter deutlich abnimmt. Lediglich 30 % der Kinder mit Neurodermitis haben die Krankheit als Erwachsene noch.

Ein Medikament, das nicht nur im Intimbereich zur Behandlung von Neurodermitis-Ekzemen eingesetzt wird, ist ‚Cortison’. In dieser Folge der ‚Video-Visite’ geht Dr. Dr. Weigl auf die Verwendung und Nebenwirkungen von Cortison-Präparaten ein.

Cortison Tablette & Spritze | Kortison gegen Schmerzen Pickel Neurodermitis Rheuma | Nebenwirkungen

Die Symptome: Welche Beschwerden verursacht ein Ekzem?

Das akute Ekzem zeigt – so auch im Intimbereich – häufig einen Verlauf mit mehreren Stadien. Im jeweiligen Stadium zeigen sich unterschiedliche Hautveränderungen:

    1. Stadium: Hautrötung
    2. Stadium: Bläschen und Blasen, Flüssigkeitseinlagerung in der Haut (‚Ödem’)
    3.Stadium: Bläschen platzen auf  Krusten entstehen
    4. Stadium: Schuppenbildung

Während aller Stadien: Juckreiz

Die beschriebenen Merkmale gehen fließend ineinander über. Dadurch kann z. B. an manchen Stellen noch eine Rötung vorliegen, während sich ein paar Zentimeter weiter schon Bläschen bilden. Das ‚Nebeneinander’ von Rötung, Krusten etc. zeigt sich zunächst auch beim chronischen Ekzem. Im Verlauf ist es möglich, dass die Haut an den betroffenen Stellen verdickt ist und stark austrocknet. Die Rötung nimmt beim chronischen Ekzem zunehmend ab.

Der Intimbereich umfasst die äußeren Geschlechtsorgane. Bei Männern können also Penis, Hodensack, Oberschenkelinnenseiten und der Übergang zum Analbereich vom Ekzem betroffen sein. Bei Frauen sind es die Schamlippen, der Venushügel und ebenfalls die umgebende Haut.

Wichtig: Insbesondere das allergische Kontaktekzem ist in vielen Fällen nicht nur auf den Hautbereich begrenzt, der mit dem Allergen in Kontakt kam. Daher kann auch die Haut in der Umgebung durch ein Ekzem verändert sein. Man spricht von einer ‚Umgebungsreaktion’.

Gut zu wissen!
Menschen mit Latexallergie reagieren häufig auf bestimmte Nahrungsmittel allergisch. Man nennt dies ‚Kreuzallergie’. Die Nahrungsmittel-Allergene ähneln in ihrer Struktur dem ursprünglichen (Latex-)Allergen. Zu den Kreuzallergien bei Latexallergikern gehören u. a. Kartoffeln, Tomaten, Banane und Kiwi.

Bläschen durch Haarwurzelentzündung

Bläschen im Intimbereich können – abgesehen vom Ekzem – Symptom einer Haarwurzelentzündung sein. Wichtig: Wir sprechen hier nicht von einem herkömmlichen Ekzem wie in den vorherigen Fällen. Viele Patienten gehen allerdings davon aus, dass die Bläschen ein Ekzem sind. Wir möchten Ihnen kurz den Unterschied erklären.

Bei einer Haarwurzelentzündung (‚Follikulitis’) ist der Eingang des Haarfollikels entzündet. Der Follikel umgibt das Haar und verankert es in der Haut. Wenn Bakterien von außen in die Haut eindringen, entzündet sich der Gang zum Haarfollikel. Der Patient bemerkt die typischen Entzündungszeichen: Rötung, Schwellung, Schmerz, und Erwärmung. Das Bakterium heißt ‚Staphylococcus aureus’. Dieser Erreger kann u. a. auch eine Entzündung des Augenlids auslösen. Viren und Pilze können ebenfalls eine Haarwurzelentzündung verursachen. Der Hautbereich um die entzündete Haarwurzel ist geschwollen, möglicherweise sieht man ein Eiterbläschen. Zu den typischen Stellen dieser oberflächlichen Entzündung gehören der Bartbereich, Gesäß, Oberschenkelstreckseiten und Intimbereich. Wenn nur vereinzelte Haarwurzeln entzündet sind, heilen diese oft von allein aus. Ansonsten kann man reinigende (‚desinfizierende’) Lösungen auftragen, z. B. ‚Octenisept’. In schweren Fällen muss ein Antibiotikum aufgetragen werden, das das Bakterium abtötet.

Der entscheidende Unterschied zum Ekzem ist also, dass bei einer Haarwurzelentzündung ein Bakterium (oder anderer Erreger) die Ursache für die Bläschen ist.

Hatten Sie schon einmal ein Ekzem im Intimbereich? Welche Symptome haben Sie bemerkt? Mit Ihrer Teilnahme an der Umfrage helfen Sie anderen Menschen dabei, ihre Symptome besser einzuschätzen.

Exkurs: Ausschlag im Intimbereich durch Geschlechtskrankheiten

Es ist wichtig, ein Ekzem von einem Ausschlag bei Geschlechtskrankheiten zu unterscheiden. Als ‚Geschlechtskrankheiten’ bezeichnet man Krankheiten, die überwiegend/ausschließlich beim Geschlechtsverkehr übertragen werden. Bekannte Geschlechtskrankheiten sind z. B. ‚Gonorrhö’, ‚Syphilis’, ‚Herpes genitalis’, HIV und eine Pilzinfektion der Scheide. Diese Krankheiten werden im Gegensatz zum Ekzem durch verschiedene Krankheitserreger (Bakterien, Viren, Pilze) ausgelöst. Die Symptome können jedoch ähnlich sein – Juckreiz, Bläschen und Rötungen sind typisch für viele Geschlechtskrankheiten. Weiterhin kann sich der vaginale Ausfluss verändern, bei Männern kann Flüssigkeit aus der Harnröhre austreten. Bei der Therapie von Geschlechtskrankheiten ist es wichtig, dass die Sexualpartner mitbehandelt werden. Dadurch vermeidet man eine Übertragung beim Geschlechtsverkehr. Die Therapie richtet sich nach dem Krankheitserreger, bakterielle Krankheiten werden in der Regel mit Antibiotika behandelt.

Besonders Frauen sind oft von einem Pilzbefall im Genitalbereich betroffen. Diagnose- und Therapiemöglichkeiten dieser häufigen Erkrankung erklären wir in diesem Artikel: Scheidenpilz – Ursachen | Diagnose | Therapie.

Was tut der Arzt? Teil 1: Die Diagnose des Ekzems im Intimbereich

Welcher Arzt kann helfen?

Die Patienten können sich zur Diagnose und Therapie eines Ekzems im Intimbereich an verschiedene Ärzte wenden. Ein erster Ansprechpartner ist immer der Hausarzt. Auch er kennt sich mit Hauterkrankungen aus – sollte weitere Expertise benötigt werden, stellt er eine Überweisung zum Hautarzt (‚Dermatologe’) aus. Was viele nicht wissen: Hautärzte sind neben Hautkrankheiten auch Spezialisten für Geschlechtskrankheiten. Bei Kindern, die einen Windelausschlag haben, sollte der Kinderarzt der erste Anlaufpunkt sein.

Anamnesegespräch

Wie bei jedem Arztbesuch findet zu Beginn ein Anamnesegespräch statt. Dabei verschafft sich der Arzt einen Überblick über die aktuellen Beschwerden des Patienten. Seit wann bestehen die Beschwerden? Welche Vorerkrankungen (Neurodermitis) hat der Patient?

Zur Diagnostik eines Kontaktekzems kann der Arzt erfragen, ob der Patient/-in Pflegeprodukte wie Waschlotionen, Cremes etc. für den Intimbereich verwendet. Weitere Allergene die als Auslöser infrage kommen, sollten gemeinsam mit dem Patienten besprochen werden. Dazu zählen z. B. Latex und Nickel.

Um Geschlechtskrankheiten zu diagnostizieren oder auszuschließen, ist es für den Arzt wichtig zu wissen, ob (in der letzten Zeit) Geschlechtsverkehr ohne Kondom stattgefunden hat. Auch wenn dies möglicherweise eine unangenehme Frage ist, sollte es im Sinne Ihrer Gesundheit sein, sie ehrlich zu beantworten. Ärzte unterliegen der Schweigepflicht und dürfen niemandem (auch nicht Familienangehörigen) ungefragt Auskunft erteilen.

Körperliche Untersuchung

Die Diagnose eines allergischen Kontaktekzems ergibt sich aus den Symptomen und der Anamnese. Im Gespräch stellt sich oft der Auslöser – das Allergen – heraus. Mit einem Allergietest kann man feststellen, ob der Patient auf das vermutete Allergen wirklich allergisch reagiert. Dazu werden Läppchen auf die Haut geklebt. Sie enthalten das Allergen. Nach 48 Stunden schaut man, ob eine Rötung und Bläschen vorhanden sind. Dann ist der Test positiv. Diese Form des Allergietests nennt man „Epikutantest“. Das bedeutet ‚auf der Haut’. Ein solcher Allergietest muss nicht bei jedem allergischen Kontaktekzem durchgeführt werden.

Das seborrhoische Ekzem ist eine „Blickdiagnose“. Der Arzt kann die Diagnose aufgrund der Symptomkonstellation beim Betrachten des Patienten stellen. Weitere Untersuchungen wie Abstriche sind in der Regel nicht notwendig.

Die Diagnose eines Windelausschlags (mit Pilzinfektion) ist ebenfalls eine Blickdiagnose. Die entsprechenden Symptome im Windelbereich bei Babys sprechen für sich.
Bei Patienten mit bekannter Neurodermitis kann der Arzt ein Ekzem im Intimbereich dieser Krankheit zuordnen. Wie bereits erwähnt, gibt es Hautstellen, an denen sich besonders häufig ein Neurodermitis-Ekzem ausbreitet. Selten ist der Intimbereich dabei die erste Stelle einer neu auftretenden Neurodermitis.

Besteht der Verdacht, dass eine Geschlechtskrankheit Auslöser des Ausschlages ist, kann man Blutproben, Abstriche des Genitals oder Urinproben daraufhin untersuchen. Solche Tests sollten beim Arzt durchgeführt werden. Eine andere Anlaufstelle bei Verdacht auf Geschlechtskrankheiten ist das Gesundheitsamt. Hier können Sie sich zu (teilweise kostenlosen) Tests beraten lassen und diese anonym durchführen.

Von Tests, die man selbstständig zuhause durchführen kann, raten wir ab! Die Ergebnisse sind oft nicht verlässlich. Gerne informieren wir Sie darüber in unserem Artikel: Vorsicht vor Geschlechtskrankheiten-Tests aus dem Internet.

Fakten-Box

Schwerhörigkeit

  • Kontaktallergie
  • seborrhoisches Ekzem
  • Windelausschlag
  • Neurodermitis

Mögliche Symptome

  • Rötung
  • Juckreiz
  • Bläschen
  • Krusten
  • Schuppen

Was tut der Arzt? Teil 2: Die Behandlung des Ekzems im Intimbereich

Die Therapie richtet sich nach dem jeweiligen Auslöser:

Kontaktallergie

Wenn der Auslöser für das allergische Kontaktekzem bekannt ist, sollte der Patient langfristig den Kontakt mit dem Allergen vermeiden. Im akuten Stadium kann man Cortison-Creme auf das Ekzem auftragen. Zur Linderung des Juckreizes dienen feuchte Lappen/Handtücher.

„Bei einer Nickel-Allergie sollten nickelhaltige Piercings herausgenommen werden. Sonst kann das Ekzem chronisch werden.“ — Dr. Dr. Tobias Weigl Klick um zu Tweeten

Auf parfümierte Duschgele etc. sollte im Intimbereich verzichtet werden. Eine Allergie auf darin enthaltene Duftstoffe kann ein Ekzem verursachen. Außerdem werden Pilz-Infektionen durch den veränderten pH-Wert begünstigt. Am besten ist es, den Intimbereich nur mit Wasser zu waschen. Patienten, die nicht auf eine Waschlotion verzichten möchten, sollten sogenannte ‚Intim-Waschlotionen’ benutzen. Sie sind auf den sauren pH-Wert des Intimbereichs abgestimmt. Achten Sie darauf, dass die Waschlotion frei von Duft- und Konservierungsstoffen ist. Es empfiehlt sich außerdem baumwollhaltige und nicht enganliegende Unterwäsche zu tragen.

Seborrhoisches Ekzem

Cortison-Cremes sollte man beim seborrhoischen Ekzem nur bei starker Entzündung auftragen. Stattdessen sollte der Pilz ‚Malassezia’ behandelt werden. Dazu stehen spezielle Cremes zur Verfügung, die den Pilz abtöten.

Windelausschlag bei Babys

Zunächst ist ein häufiger Windelwechsel wichtig. Um die Heilungsprozesse zu unterstützen, können Cremes mit einem austrocknenden Effekt benutzt werden. Wenn zusätzlich noch eine Pilzinfektion vorhanden ist, behandelt man diese ebenfalls mit Cremes.

Neurodermitis

Die Therapie einer Neurodermitis ist sehr komplex. Sie muss individuell auf den Patienten abgestimmt sein: Das Alter und der Zustand der Haut beispielweise haben Einfluss auf die Therapie. Zur Behandlung des Ekzems verwendet man besonders fetthaltige Salben. Es ist wichtig, dass die Haut nicht austrocknet.

Da das Ekzem auf einer Entzündung der Haut beruht, werden zudem entzündungshemmende Medikamente eingesetzt. Cortison ist hier das Mittel der Wahl gegen die Entzündung. In der Regel reicht eine Therapie mit Cortison -Creme aus. In schweren Fällen muss der Patient Cortison in Tablettenform einnehmen. Bei Neurodermitis ist die Schutzfunktion (‚Barriere’) der Haut gestört. Neben Allergenen können auch Keime leichter in die Haut eindringen. Im Intimbereich kann man einer Keimansiedlung mit Spezial-Unterwäsche vorbeugen. Diese Neurodermitis-Wäsche wirkt ‚antimikrobiell’, das heißt sie wirkt Keimen entgegen.

Aktuelle Forschung – Freisetzung von Nickel und Chrom aus Tätowiernadeln

In den vergangenen Jahren wurden vor allem die Bestandteile von Tattoofarben erforscht – in einer aktuellen Studie haben Wissenschaftler Tatöwiernadeln im Hinblick auf mögliche Allergene wie Nickel und Chrom untersucht. Zuvor wurde deren Einfluss auf die Metallbelastung der Haut nicht ermittelt.

Allergische Reaktion auf Nickel und Chrom

Sowohl in der Haut als auch in umgebenden Lymphknoten fand man Nickel- und Chrom-Partikel. Diese konnten lediglich aus der Tatöwiernadel selbst und nicht aus der Farbe stammen, denn vorher hatte man die Farben analysiert und keine Rückstände von Nickel und Chrom darin gefunden. Was in den Tattoofarben allerdings gefunden wurde: der Stoff ‚Titandioxid’. Dieser Bestandteil soll dafür sorgen, dass Nickel- und Chrom-Partikel von der Nadel in die Haut übergehen.

Die Erkenntnisse sind relevant für Menschen, die auf Nickel oder Chrom allergisch reagieren. Nun ist klar, dass nicht nur in der Tattoofarbe selbst die Metalle enthalten sein können, sondern auch in den Nadeln. Dadurch erklärt sich, weshalb Patienten mit einem Tattoo im Intimbereich allergische Ekzeme an diesen Stellen entwickeln können.

Quelle:Ines Schreiver u. a. (2019 ): Distribution of nickel and chromium containing particles from tattoo needle wear in humans and ist possible impact on allergic reactions. In: Particle an Fibre Toxicology, 27. August 2019, Article 33 (2019).

Häufige Patientenfragen

Muss ich bei einer Latexallergie auf den Schutz von Kondomen beim Sex verzichten? Gibt es Alternativen zu Kondomen mit Latex?

Dr. Dr. T. Weigl
Ja! Es gibt latexfreie Kondome, sodass auch Menschen mit Latex-Allergie mit Kondomen verhüten können. Kondome sind das einzige Verhütungsmittel, das gleichzeitig auch vor Geschlechtskrankheiten schützt.

Muss es mir unangenehm sein, mit einem Ekzem im Intimbereich zum Arzt zu gehen?

Dr. Dr. T. Weigl
Viele Patienten schämen sich für Erkrankungen im Genitalbereich. Aber: Für Ärzte gehören solche Krankheiten und deren Behandlungen genauso zur Arbeitsroutine wie z. B. die Behandlung von Bluthochdruck oder Diabetes (sog. „Zuckerkrankheit“). Schämen Sie sich daher nicht, falls Sie Veränderungen im Intimbereich bemerken – im Gegenteil: der Arzt kann Ihnen helfen, das ‚Problemchen’ möglichst schnell wieder loszuwerden.

Kann ich das Ekzem beim Geschlechtsverkehr auf meinen Partner übertragen?

Dr. Dr. T. Weigl
Nein. Da das Ekzem nicht durch bestimmte Krankheitserreger (Bakterien, Viren, Pilze) ausgelöst wird, kann man diese auch nicht weitergeben. Ein Arzt sollte jedoch ausschließen, dass der Ausschlag durch eine Geschlechtskrankheit ausgelöst wurde. Diese sind nämlich übertragbar.

Ist in den Bläschen eine Flüssigkeit, die beim Aufkratzen das Ekzem verschlimmern könnte?

Dr. Dr. T. Weigl
In den Bläschen befindet sich eine Wundflüssigkeit, die durch die Entzündung in der Haut entsteht. In der Flüssigkeit befinden sich keine Keime. Sie sollten trotzdem nicht an den Bläschen kratzen. Durch offene Bläschen gelangen Bakterien oder Viren von außen leichter in die Haut. So kann eine zusätzliche Entzündung entstehen.

Typisches Patientenbeispiel

Seit Tagen bemerkt Lea ein lästiges Jucken im Intimbereich. Was kann das bloß sein? Total peinlich, denkt sie. Am Abend fällt ihr in der Dusche auf, dass sich auf den Schamlippen kleine Bläschen gebildet haben. Und überhaupt: die Haut im Intimbereich ist stark gerötet. Gut sieht das nicht aus! Trotzdem duscht sie sich weiter, shampooniert die Haare ein und benutzt das nach Weihnachten duftende Duschgel. Das hat sie sich letzte Woche von ihrem Ersparten gegönnt. Sollte der Ausschlag morgen früh nicht weg sein – so beschließt sie – geht es ab zum Arzt.

Am nächsten Morgen ist die Rötung nicht weniger geworden. Daher geht Lea zu ihrer Gynäkologin. Etwas beschämt berichtet sie der Ärztin kurze Zeit später im Untersuchungszimmer von ihrem Problem. Ihre Ärztin reagiert jedoch ganz verständnisvoll. Sie solle sich auf keinen Fall für ihre Beschwerden schämen! Die Ärztin untersucht Lea. Sie fragt Lea, ob sie in letzter Zeit Geschlechtsverkehr ohne Kondom hatte, oder etwa neue Duschprodukte verwendet hat. Die erste Frage verneint sie. Aber neue Duschprodukte – da hat die Ärztin ins Schwarze getroffen.

Die Frauenärztin erklärt Lea, dass der rote Ausschlag und die Bläschen eine allergische Reaktion auf das neue Duschgel sind. Damit das Ekzem abheilen kann, soll Lea auf parfümierte Waschlotionen im Intimbereich verzichten. Diese beeinflussen nämlich die natürliche Schutzbarriere des Intimbereichs. Es könne dadurch leichter zu einer Infektion im Intimbereich kommen. Für die nächsten Tage erhält Lea ein Cortison-Creme. Die soll sie auf die betroffenen Hautstellen auftragen. In ca. zwei Wochen sollte das Ekzem verschwunden sein.

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Haben Sie Erfahrungen mit Ekzemen im Intimbereich? Möchten Sie sich bei uns weiter darüber erkundigen? Nutzen Sie unsere Kommentarfunktion unten, um von Ihren Erfahrungen zu berichten und sich untereinander auszutauschen!

Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt.

 

Autor: Dr. Dr. Tobias Weigl, Rabea Niehues

Lektorat: Timo Hülsmann

Veröffentlicht am: 26.11.2019

Quellen

  • Medizinische Datenbank AMBOSS (2019): Vulvitis. Follikulitis, Furunkel und Karbunkel. Schweigepflicht. Seborrhoisches Ekzem. In: amboss.com
  • Deutsches Ärzteblatt (2018 ): Vermischtes. Hürden für Heimtests auf Geschlechtskrankheiten sollten fallen. In: aerzteblatt.de
  • Klaus Diedrich u. a. (2007): Gynäkologie & Geburtshilfe. 2. Auflage, Springer, Heidelberg.
  • Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen (2019 ): Sexuell übertragbare Krankheiten. In: lzg.nrw.de
  • Johanna Margraf (2009): BASICS. Spezielle Pathologie. 1. Auflage. Elsevier, München.
  • Ingrid Moll (2016): Duale Reihe. Dermatologie. 8. Auflage. Thieme, Stuttgart.
  • Albert Roessner, Ulrich Pfeifer, Hans Konrad Müller-Hermelink (2008): Allgemeine Pathologie und Grundlagen der speziellen Pathologie. 11. Auflage. Elsevier, München.
  • Ines Schreiver u. a. (2019 ): Distribution of nickel and chromium containing particles from tattoo needle wear in humans and ist possible impact on allergic reactions. In: Particle an Fibre Toxicology, 27. August 2019, Article 33 (2019).
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