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Erhöhter Hirndruck – Unser Gehirn stößt an Grenzen

Auf einen Blick – Erhöhter Hirndruck

Was ist erhöhter Hirndruck?

  • der Druck des Schädelinhalts (Gehirn, Gehirnwasser, Blut) gegen unseren Schädelknochen nimmt zu
  • die Durchblutung im Gehirn wird verringert
  • eine Sauerstoff- und Nährstoffversorgung des Gehirns ist nicht mehr gewährleistet

Wer bekommt erhöhten Hirndruck?

  • erhöhter Hirndruck tritt in der Regel in Folge unterschiedlichster Verletzungen oder Erkrankungen des Gehirns auf
  • jeder, der von einer solchen Problematik betroffen ist, kann unter erhöhtem Hirndruck leiden

Symptome (Auszug)

  • Kopfschmerzen
  • Erbrechen und Übelkeit
  • Bewusstseinsstörungen

Behandlung (Auszug)

  • Herstellung und Erhalt der lebenswichtigen Funktionen
  • operative Eingriffe
  • medikamentöse Therapie

Unsere Tipps

  • überprüfen Sie, ob es vermeidbare Risikofaktoren gibt, die eine den Hirndruck erhöhende Krankheit begünstigen könnten
  • schützen Sie Ihren Kopf so gut wie möglich vor äußeren Verletzungen

Von Medizinern geprüft und nach besten wissenschaftlichen Standards verfasst

Dieser Text wurde gemäß medizinischer Fachliteratur, aktuellen Leitlinien und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

Quellen ansehen
Unser Gehirn ist immer im Einsatz. Um Umweltreize, Informationen und Empfindungen zuverlässig verarbeiten zu können, hat es einen hohen Sauerstoff- und Nährstoffbedarf, der über eine gleichmäßige Durchblutung sichergestellt wird. Der knöcherne Schädel bietet dem Gehirn und anderen Bestandteilen zudem Schutz vor äußeren Einwirkungen. Ab dem späten Kindesalter ist er darum sehr hart und unnachgiebig. Der Platz im Inneren ist begrenzt und genau das kann im Falle einer Verletzung oder Erkrankung des Gehirns verhängnisvoll werden. Kommt es nämlich zu einer Schwellung des Gehirns, drückt dies vermehrt gegen die unflexible Schädelwand. Mangeldurchblutung und unterbrochene Sauerstoffversorgung drohen – ein lebensgefährlicher Zustand!

Was ist erhöhter Hirndruck?

Unter dem sogenannten ‚intrakraniellen Druck‘ versteht man den Druck, der im Inneren der Schädelhöhle zwischen Gehirn, Blut, Gehirnwasser und den Schädelknochen herrscht. Der Druck wird in der Maßeinheit ‚mmHg’ angegeben und sollte bei einem erwachsenen Menschen zwischen 5 und 15 mmHg liegen. Bei Kindern ist er gewöhnlich geringer.

Gut zu wissen!
Beim Husten und Niesen kann der Hirndruck kurzfristig auf Werte von über 50 mmHg schnellen, weil dann das Blut im Gehirn nicht zum Herzen zurückgeleitet wird. Da dieser Zustand jedoch nur für einen Moment anhält, besteht im Normalfall kein Grund zur Sorge.

Erhöhter Hirndruck

Wenn Sie sich schon einmal sehr stark gestoßen haben, konnten Sie mit Faszination beobachten, wie schnell sich eine große Beule ausbildet. Durch verschiedene Ursachen wie Verletzungen, Tumorbildung oder Entzündungen ist es genau so möglich, dass unser Gehirn in der Schädelhöhle anschwillt. Ab einem anhaltend erhöhten Wert von 20 mmHg ist mit bleibenden Schäden zu rechnen, ärztliche Hilfe ist dann unabdingbar.

Schutz wird zum Verhängnis

Klar, eine äußerliche Beule ist schmerzhaft und lästig, wird allgemein aber nicht als lebensbedrohlicher Zustand empfunden. Aus welchem Grund ist eine Schwellung innerhalb der Schädelhöhle dann so gefährlich?

Zunächst einmal bietet der Schädel unserem empfindlichen Gehirn Schutz. Seine feste Struktur bewahrt vor äußeren Schäden, macht ihn jedoch gleichzeitig starr und unnachgiebig. Durch eine auftretende Schwellung nimmt das Volumen des Gehirns plötzlich zu. Stößt es dabei irgendwann gegen die massive Schädelwand, steigt der Druck auf das Gehirn an – dies kann in nur sehr geringem Maße kompensiert werden.

Ist die Toleranz ausgeschöpft, können die feinen Blutgefäße im Gehirn dem Widerstand nichts entgegensetzen, sie werden zusammengedrückt und das Blut kann sie nicht länger ungehindert passieren. Im Gehirn kommt es zu einem Versorgungsmangel an Sauerstoff und Nährstoffen und infolge dessen zu einem Absterben der Nervenzellen. Durch diese zusätzlichen Beschädigungen kann das Gehirn noch weiter anschwellen – ein Teufelskreis. Auch eine zu hohe Menge an Hirnwasser oder eine Hirnblutung können zu Platzmangel führen und Druck auf das Gehirn ausüben.

Gut zu wissen!
Das Innere unseres Schädels bietet ein Volumen von 1,6–1,8 Liter. Davon nimmt alleine unser Gehirn zwischen 1,25 und 1,45 Liter ein. Die restlichen inneren Strukturen wie Hirnhäute, Hirnflüssigkeit und Blut beanspruchen zusätzlich noch 350–400 ml.

Auslöser für erhöhten Hirndruck

Erhöhter Hirndruck lässt sich in den meisten Fällen auf eine Erkrankung oder eine Schädigung des Gehirns zurückführen. Die Ursachen sind sehr vielfältig – der Allgemeinzustand des Patienten und die bevorzugten Behandlungsmethoden unterscheiden sich daher auch stark. Im Folgenden werden die häufigsten Auslöser genannt:

  • Schädel-Hirn-Trauma
  • Schlaganfall
  • entzündliche Erkrankungen; es kommt zur Eiteransammlung
  • Gehirntumor
  • Gehirnblutung

In seltenen Fällen lässt sich die Hirndrucksymptomatik nicht auf einen bestimmten Auslöser zurückführen, man spricht dann von der sogenannten ‚Idiopathischen intrakraniellen Hypertension‘. Sie tritt für gewöhnlich bei Frauen im gebärfähigen Alter auf und zeichnet sich durch eine ungeklärte Stauung des Gehirnwasser aus.

Die Symptome: Welche Beschwerden verursacht erhöhter Hirndruck?

Je nachdem, welche neurologische Ersterkrankung einem erhöhten Druck zugrunde liegt, können die Symptome mehr oder weniger intensiv ausgeprägt sein. Grundsätzlich gilt: Eine schnelle Druckzunahme (etwa bei einem Schädel-Hirn-Trauma) äußert sich stärker als eine schleichende Zunahme (etwa bei einem langsam wachsenden Tumor). Die Leitsymptome sind:

  • Kopfschmerzen, die stetig zunehmen, vor allem aber in der Nacht und am Morgen ihren vorläufigen Höhepunkt erreichen
  • Übelkeit und Erbrechen am Morgen
  • Die sogenannte Stauungspapille: Hiermit ist die Übertragung des erhöhten Drucks vom Gehirn auf die Austrittsstelle des Sehnervs (sog. ‚Papille‘) am Augapfel zu verstehen. An diesem Punkt kommt es dann zu Schwellungen der Blutgefäße bis hin zu Einblutungen.

Es gibt noch weitere unspezifische Symptome, die auftreten können. Dazu gehören:

Bleibt der erhöhte Hirndruck weiter unerkannt oder unbehandelt, kommt es zu stärkeren Anzeichen, die das Allgemeinbefinden immer stärker beeinträchtigen:

  • Bewusstseinsstörungen von Benommenheit bis zum Koma
  • Atembeschwerden
  • Lähmungen
Achtung!
Kommen Ihnen die Symptome bekannt vor? Suchen Sie bei Verdacht gleich ärztliche Hilfe auf. Denn erhöhter Hirndruck verstärkt ab einer gewissen Intensität die eigens ausgelöste Symptomatik, sodass von allein keine Chance auf Heilung besteht. Unbehandelt verläuft dies dann tödlich.

Erhöhter Hirndruck – Wer ist am ehesten betroffen?

Da die Ursachen für erhöhten Hirndruck so vielfältig sind, ist diese Frage nicht eindeutig zu beantworten. Vor allem von verletzungs- und unfallbedingten Schäden kann grundsätzlich jeder im Laufe seines Lebens betroffen sein. Achten Sie daher besonders darauf, Ihren Kopf während sportlicher, freizeitmäßiger Aktivitäten zuverlässig zu schützen. Bei erhöhtem Hirndruck infolge einer Erkrankung können Sie sich informieren, ob Sie zur entsprechenden Risikogruppe gehören und gegebenenfalls dagegen vorgehen können.

Leiden Sie unter erhöhtem Hirndruck? Kreuzen Sie die folgenden Symptome an, die Sie an sich beobachtet haben. (Mehrfachnennungen möglich) Dadurch können Sie anderen Betroffenen bei der Einordnung ihrer Beschwerden helfen!

Was tut der Arzt? Teil 1: Die Diagnose von erhöhtem Hirndruck

Wie wir in den vorangegangenen Kapiteln erfahren haben, kann der Allgemeinzustand eines Betroffenen je nach Ursache sehr variieren. Der Arzt wird daher auf unterschiedliche Herangehensweisen angewiesen sein.

Ist der Auslöser des erhöhten Hirndrucks noch unbemerkt, wie es beispielsweise bei einem langsam wachsenden Tumor der Fall sein könnte, scheinen die Symptome unspezifisch. Trotzdem führen sie zu einer zunehmenden Beeinträchtigung, was früher oder später einen Arztbesuch notwendig macht. Haben Sie mit diesen Beschwerden zu kämpfen, werden Sie sich, eventuell nach Absprache mit ihrem Hausarzt, an einen Neurologen wenden. Auch nach einem Unfall kann es je nach Schweregrad noch möglich sein, den Patienten auf seine Symptomatik anzusprechen.

Erhöhter Hirndruck äußert sich häufig unspezifisch. Eine ausführliche Diagnostik ist daher wichtig, um möglichst schnell Gegenmaßahmen ergreifen zu können. — Dr. Dr. Tobias Weigl

Aufnahmegespräch beim Neurologen

Um eine Diagnose stellen zu können, wird der Neurologe zunächst das Gespräch mit Ihnen suchen. Durch eine Vielzahl an Fragen wird er entscheiden, ob eine weiterführende Diagnostik notwendig wird. Ist eine mögliche Ursache unbekannt? Dann könnte er Sie womöglich fragen, ob Ihre Kopfschmerzen zu bestimmten Tageszeiten intensiver werden. Gab es einen Unfall? Er wird Sie auffordern, den Hergang und die Beschaffenheit des Verletzungsgegenstands (stumpf, scharf) möglichst detailliert zu beschreiben. Ist das Bewusstsein hingegen schon stark getrübt, ist ein Aufnahmegespräch naturgemäß nicht möglich.

Klinische Untersuchung

Verhärtet sich durch das Gespräch der Verdacht oder ist der Patient nicht mehr in der Lage, zuverlässig zu berichten, erfolgt eine körperliche Untersuchung. Der Arzt wird Ihren Kopf und Ihr Gesicht hinsichtlich Schwellungen und Verletzungen abtasten und regelmäßig Ihre Bewusstseinslage mittels eines dreiteiligen Bewertungsschemas überprüfen.

  • Öffnet der Patient regelmäßig die Augen?
  • Ist er in der Lage zuverlässig und angemessen auf Ansprache zu reagieren?
  • Kann er seine Gliedmaßen gezielt bewegen?

Auch die Reaktion der Pupillen, kann Aufschluss über neurologische Auffälligkeiten bieten.

Bildgebende Verfahren

Weist auch weiterhin einiges auf einen erhöhten Hirndruck hin, bietet sich eine bildliche Darstellung des Gehirns mithilfe einer Magnetresonanztomographie (MRT) oder einer Computertomographie (CT) an. Zwar können hiermit keine Zahlenwerte ermittelt werden. Es ist aber möglich, die Ursache für den erhöhten Druck offenzulegen und ihr Ausmaß sichtbar zu machen.

Messung mit einer Sonde

Um einen genauen Zahlenwert über den erhöhten Druck zu erhalten, sind äußerliche Beobachtungsmethoden nicht ausreichend. Es ist daher unumgänglich, ein Messinstrument in das Schädelinnere einzuführen. Dazu wird der Schädel während einer kleinen Operation angebohrt, sodass eine Messsonde in das Gehirn geschoben werden kann. Sie überträgt den gemessenen Druck auf einen Überwachungsmonitor.

Fakten-Box

Erhöhter Hirndruck

  • Volumenzunahme des Gehirns, des Gehirnwassers oder anderer Kompartimente im Schädelinneren
  • häufig ausgelöst durch eine Verletzung oder Erkrankung
  • die Beschwerden können plötzlich oder allmählich auftreten

Mögliche Symptome

  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • zunehmende Bewusstseinstrübung und Koordinationsstörungen

Was tut der Arzt? Teil 2: Die Behandlung von erhöhtem Hirndruck

Wurde der Verdacht auf erhöhten Hirndruck mittels ausführlicher Diagnostik bestätigt, ist ein möglichst schnelles Handeln geboten. Es gibt allgemein empfohlene Behandlungsschritte. Im Detail können Sie jedoch aufgrund der unterschiedlichen zugrundeliegenden Ursachen voneinander abweichen.

Allgemeintherapie

  • Versorgung des Blutes mit Sauerstoff
  • Regulierung des Kohlenstoffdioxidanteils im Blut auf einen Normalwert
  • Regulierung des Blutzuckers auf einen Normalwert
  • Sicherstellung eines normalen Elektrolythaushalts
  • Sicherstellung einer normalen Körpertemperatur
  • Kontrolle des Blutdrucks

Je nach Lehrmeinung existieren Behandlungsempfehlungen, die den genannten allgemeinen Maßnahmen widersprechen. Die Effektivität dieser Methoden ist bisher entweder nicht nachweisbar oder sie helfen nur vor dem Hintergrund bestimmter Auslöser und können bei anderen Ursachen sogar negative Auswirkungen haben.

Weiterführende Behandlung

Sind die allgemeinen Lebensfunktionen gesichert, wird gezielt an der Senkung des Hirndrucks gearbeitet. Die Wahl der folgenden Vorgehensweisen wird von dem individuellen Gesamtzustand des Patienten abhängig gemacht.

Analgosedierung

Ist der Betroffene in einem schlechten Bewusstseinszustand und hat eine beeinträchtigte Atmung, wird eine Beruhigung (‚Sedierung’) und Schmerzausschaltung durch z. B. Propofol erwirkt. Häufig wird die Atmung maschinell übernommen. Durch die kontrollierte Reduzierung des Hirnstoffwechsels und die damit zusammenhängende Verminderung der Durchblutung möchte man eine Abnahme des Gehirnvolumens erzielen.

Liquordrainage

Bei dieser Methode wird das Gehirnwasser (sog. ‚Liquor‘) über eine eingeführte Drainage abgeleitet. Dies hat zumeist einen positiven Effekt auf die Hirndruckwerte und kann auch längerfristig eingesetzt werden.

Entfernung des Auslösers

Konnte im Rahmen der Diagnose eine eindeutige Ursache für den gestiegenen Hirndruck identifiziert werden, ist eine operative Entfernung, beispielsweise der Blutung, sinnvoll. Dies ist allerdings nur möglich, wenn die betroffene Stelle im Gehirn gut zu erreichen ist und der Zustand des Patienten einen solchen Eingriff erlaubt. Ansonsten drohen weiterführende Schäden.

Entlastungstrepanation

Um den Druck zu senken, wird vor allem in kritischen Fällen die Schädeldecke geöffnet. Grundsätzlich ist diese Methode erfolgsversprechend und kann in einigen Fällen die einzige rettende Möglichkeit sein. Trotzdem ist das Eingriffsrisiko hoch.

Hyperosmolare Therapie

Durch das Spritzen einer wasserentziehenden Lösung (häufig Kochsalzlösung), sollen Wassereinlagerungen im Schädelinneren reduziert werden. Dies ist jedoch nur unter bestimmten Umständen effektiv und birgt darüber hinaus Risiken wie Nierenschäden oder die Austrocknung von gesundem Gehirngewebe.

Hypothermie

Hinter diesem Begriff verbirgt sich die Senkung der Körpertemperatur unter den Normalwert. Der Stoffwechsel wird heruntergefahren, der Hirndruck sinkt. Vorteile im Vergleich zur normalen Körpertemperatur sind noch nicht ausreichend erforscht. Gesundheitliche Risiken sind bekannt.

Glukokortikosteroide

Darunter versteht man die Behandlung mit einem Kortison-Präparat, das entzündungshemmend und entwässernd wirkt. Bei einem Schädel-Hirntrauma sollte von einer Anwendung abgesehen werden.

Hyperventilation

Eine mit Vorsicht zu genießende Methode der Atembeschleunigung. Mit der dadurch steigenden Sauerstoffsättigung sinkt gleichzeitig die Kohlenstoffdioxidkonzentration im Blut, wodurch eine Gefäßverengung und damit einhergehend auch eine Drucksenkung erreicht werden. Allerdings vermindert die Hyperventilation auch die Hirndurchblutung und Sauerstoffabgabe, weshalb nur bei krisenhaftem Anstieg darauf zurückgegriffen werden sollte.

Viele der genannten Eingriffe erfordern eine Narkose. Dr. Dr. Tobias Weigl klärt in seinem Video daher über die Wirkungsweise von Propofol und mögliche Risiken auf.

Narkotikum Propofol – Gefährliches Narkosemittel zur Sedierung & Narkose? Wirkung & Nebenwirkungen

Aktuelles aus der Forschung – Hirndruckmessung durch akustisches Signal

Bislang gilt das Einführen einer Sonde in das Schädelinnere als einzige zuverlässige Methode, den Hirndruck akkurat zu ermitteln. Eine aktuelle Studie hat nun eine neue Herangehensweise erprobt – Messung mittels akustischer Signale. Dazu wird ein festgelegtes Frequenzsignal für sechs Sekunden von einem Überträgergerät durch den Kopf des Patienten zu einem Empfängergerät gesendet. Da die Frequenzwellen im Kopf auf Gewebswiderstände treffen, verändern sie ihren Klang. Dieser hat bei normalem und erhöhtem Hirndruck jeweils andere Merkmale. Über Algorithmen können die verzeichneten Frequenzen in konkrete Werte umgerechnet werden.

Vergleichbare Messwerte

Die Studie mit 14 Patienten kam auf größtenteils vergleichbare Werte wie bei einer Sonden-Messung. Ausnahmen zeigten sich bei schnell ansteigendem Blutdruck und ab einer bestimmten Größe der Gewebsveränderung. Eine weitere Ausreifung der angewandten Technik könne der alt hergebrachten Methode wahrscheinlich Konkurrenz machen.

Quelle: Oliver Gansladt, Stylianos Mourtzoukos u. a. (2017): Evaluation of a novel noninvasive ICP monitoring device in patients undergoing invasive ICP monitoring: preliminary results. In: Journal of Neurosurgery 128 (6) S. 1605–1906.

Häufige Patientenfragen

Was ist ein Wasserkopf?

Dr. Dr. T. Weigl
Bei einem Wasserkopf, dem sog. ‚Hydrocephalus’, kommt es zu einem Stau des Gehirnwassers. Dadurch befindet sich zu viel Flüssigkeit in der Schädelhöhle und der Hirndruck steigt an. Das Phänomen kann im Erwachsenenalter auftreten, aber auch angeboren sein. Da die Schädelplatten bei einem Säugling noch beweglicher und weicher sind, ist es möglich, dass der Kopf auftreibt und im Umfang stark zunimmt. Zur Therapie wird das Gehirnwasser über einen Shunt abgeleitet. Eine Heilung ist ausgeschlossen.

Wie kann ich die Therapie meiner idiopathischen intrakraniellen Hypertension unterstützen?

Dr. Dr. T. Weigl
Ihr Arzt wird bei Ihnen in jedem Fall das Ablassen von Gehirnflüssigkeit durchgeführt haben. Zwar ist bei dieser Erkrankung keine direkte Ursache bekannt, einige Umstände gelten jedoch als Einflussfaktoren. So wurde eine signifikante Verbesserung der Beschwerden mit einer Gewichtsreduktion bei übergewichtigen Patienten nachgewiesen. Auch manche Medikamente scheinen Auslöser zu sein. Besprechen sie in diesem Fall mit Ihrem Arzt, ob eine Absetzung nicht sinnvoller ist.

Kann der Hirndruck auch zu niedrig sein?

Dr. Dr. T. Weigl
Ja, das ist auch möglich. Wenn das Hirnwasser aus einem, häufig ungeklärten, Grund durch eine spontane Öffnung austritt, sinkt der Hirndruck. Die Symptome können denen des erhöhten Hirndruck ähneln. Charakteristisch ist der starke Kopfschmerz, der im Liegen viel weniger ausgeprägt ist als im Stehen.

Typisches Patientenbeispiel

Christine hat seit Tagen Kopfschmerzen, ist matt, kraftlos. Heute Morgen war ihr dann auch noch unglaublich schlecht. ‚Nicht der richtige Zeitpunkt für einen Magen-Darm-Virus’, denkt sie sich auf dem Weg zur Arbeit, als plötzlich alles vor ihren Augen verschwimmt. Vielleicht wird es mal wieder Zeit für eine neue Brille?

Im Büro angekommen warten schon ihre drei Kollegen, um sich noch rasch über das vergangene Wochenende auszutauschen. Christine ist das zu heute zu anstrengend – sie will lieber alle mit einer Tasse Kaffee erfreuen. Als sie diese gerade rumreichen möchte, fängt ihre Hand ganz merkwürdig an zu kribbeln und die Tasse gleitet ihr aus der Hand. „Ich spüre meine Hand nicht mehr richtig“, sagt sie in die überraschten Gesichter der Kollegen. Alles dreht sich und sie muss sich hinsetzen. Das reicht, um die 112 zu wählen. Wie durch Watte bekommt Christine mit, dass die Sanitäter ihr Fragen stellen…

Ein netter, älterer Arzt ist im Krankenhaus für sie zuständig und beschließt schnell, dass eine MRT-Untersuchung notwendig ist. Das ist kein besonders schönes Gefühl, aber Christine hat inzwischen doch ein bisschen Angst bekommen und möchte einfach schnell einen Befund haben. Nach kurzer Zeit ist klar: In ihrem Kopf hat sich ein Abszess gebildet! Das übt Druck auf ihr Gehirn aus und verursacht ihre Beschwerden. „Hatten Sie in letzter Zeit eine größere Entzündung?“, fragt der Neurologe. „Ja, eine Zahnwurzel…“, entgegnet Christine leicht verwundert. „Ah ja, es ist möglich, dass eine Entzündung im Körper auf andere Regionen übergreift, leider auch auf das Gehirn. Wir werden diesen Abszess operativ entfernen müssen. Er liegt bei Ihnen zum Glück äußerst günstig, sodass gute Chancen bestehen, ihn komplett zu entfernen.“

Und genau so kommt es. Ein paar Tage später schon ist der Eingriff vorüber und Christine erzählt ihren Kollegen, die sie mit einem Krankenbesuch überrascht haben, die ganze Geschichte.

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Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt.  

Autoren: Dr. Dr. Tobias Weigl, Clara Spottke
Redaktion: Tobias Möller
Veröffentlicht am: 02.09.2019

Quellen

  • Berufsverband Deutscher Internisten e. V.: Kortison. In: internisten-im-netz.de.
  • Deutsche Gesellschaft für Neurochirurgie: Intrakranieller Druck. In: dgnc.de.
  • Deutsche Gesellschaft für Neurologie: Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie. Intrakranieller Druck. In: awmf.org.
  • H. C. Diener u. a. (2008): Hirndruck. In: Leitlinien für Diagnostik und Therapie der Neurologie, S. 868–870.
  • Oliver Gansladt, Stylianos Mourtzoukos u. a. (2017): Evaluation of a novel noninvasive ICP monitoring device in patients undergoing invasive ICP monitoring: preliminary results. In: Journal of Neurosurgery 128 (6) S. 1605–1906.
  • Jochen Schindelmeiser (2016): Hirndrucksymptomatik und Hirntumoren. In: Neurologie für Sprachtherapeuten, S. 113–121.
  • S. Schwarz, C. Kühner (2012): Prognose und Lebensqualität nach Entlastungstrepanation. Eine deutschlandweite Erhebung zu den Einstellungen von Ärzten und Krankenpflegepersonal. In: Der Nervenarzt 6. In: springermedizin.de.
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