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Heuschnupfen (Saisonale Rhinitis) – Ursachen, Symptome und Therapie bei Pollenallergie

15% der Deutschen leiden an Heuschnupfen. Das bedeutet jährlich wiederkehrende Beschwerden, wie Juckreiz an Augen und Nase, Husten und Müdigkeit. Doch es gibt Möglichkeiten, den Leidensdruck zu lindern.
— Dr. Tobias Weigl


Von Medizinern geprüft und nach besten wissenschaftlichen Standards verfasst

Dieser Text wurde gemäß medizinischer Fachliteratur, aktuellen Leitlinien und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

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Heuschnupfen oder saisonale allergische Rhinitis ist eine allergische Reaktion auf bestimmte Proteine in pflanzlichen Pollen. Die Beschwerden treten meist im Rhythmus des jeweiligen Pollenfluges auf. Dabei werden die Proteine in den Schleimhäuten freigesetzt und lösen dort eine allergische Reaktion aus. Mit verschiedenen Verhaltensmöglichkeiten und Medikamenten kann der Leidensdruck gesenkt werden.

„Es ist doch zum Verrücktwerden!“, sagt Thomas und reibt sich die juckenden Augen. Melanie schaut ihn mitleidig an und sagt: „Diesen Sommer ist es wohl besonders schlimm, nicht wahr?“ Thomas putzt sich die laufende Nase: „Ja, ich weiß gar nicht, wo das herkommt.“ Melanie reicht ihm ein neues Taschentuch. „Das wird bestimmt an den Pollen liegen. Vielleicht solltest du dich mal informieren, da gibt es bestimmt ein Mittel gegen.“ Thomas kratzt sich am Arm – Sollte er vielleicht wirklich zum Arzt gehen? Er entschließt sich, vorher Informationen einzuholen.

Was ist Heuschnupfen?

Heuschnupfen, auch saisonale allergische Rhinitis (Rhinitis bedeutet als Oberbegriff Nasenschleimhautentzündung) oder allergische Rhinokonjunktivitis (Rhino: Nasenschleimhautentzündung, Konjunktivitis: Bindehautentzündung), bezeichnet eine allergische Reaktion durch verschiedene Allergene. Im Falle des Heuschnupfens handelt es sich um eine Sensibilisierung auf Baum- oder Gräserpollen, die meist Träger von Allergenen sind. Verschiedene Pollen können zu einer Reaktion führen, darunter Buchen-, Birken oder Süßgräserpollen. Da diese Pollen zu bestimmten Jahreszeiten reifen, wird die allergische Rhinitis als saisonal bezeichnet. Mittlerweile haben sich allerdings Forscherstimmen gemeldet, die einer Saisonalität widersprechen. Sie argumentieren, dass die Betroffenen allergisch auf die Pollen ganz verschiedener Blütenpflanzen reagieren und daher nicht saisonal, sondern ganzjährig betroffen sind.

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Exkurs zu Pollenflugzeiten
Anhand der Pollenflugzeit und dem Zeitraum der Symptome, lässt sich meist die Quelle der Allergie ableiten.
Die folgende Tabelle zeigt, in welchen Monaten, welche Pollen in der Luft sind und somit allergische Reaktionen auslösen können. Sie ist auf Grundlage der Pollenflugdaten in Deutschland von 2007 bis 2011 von der Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst zusammengestellt worden. Aufgrund von Umwelteinflüssen, Klimawandel und geographischen Bedingungen, können die Pollenflugzeiten jedoch variieren, daher erhebt diese Tabelle keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Tauchen Pollen mehrfach innerhalb eines Monats auf, liegt dies an einer späteren Blüte (z.B. an sonnenabgewandten Standorten):
JanuarMögliches Vorkommen: Hasel, Erle, Weide
FebruarMögliches Vorkommen: Hasel, Erle, Pappel, Weide, Esche,
Vorblüte: Hasel, Erle
Hauptblüte: Hasel, Erle
MärzMögliches Vorkommen: Pappel, Weide, Esche, Birke, Buche, Eiche, Kiefer, Gräser
Vor- und Nachblüte: Pappel, Weide, Esche, Birke
Hauptblüte: Hasel, Erle, Pappel, Weide
AprilMögliches Vorkommen: Hasel, Erle, Pappel, Eiche, Kiefer, Gräser, Spitzwegerich, Roggen, Brennnessel
Vor- und Nachblüte: Hasel, Erle, Pappel, Weide, Esche, Hainbuche, Birke, Buche, Eiche, Kiefer, Gräser
Hauptblüte: Pappel, Weide, Esche, Hainbuche, Birke, Buche, Eiche
MaiMögliches Vorkommen: Hasel, Erle, Pappel, Weide, Esche, Hainbuche, Buche, Spitzwegerich, Roggen, Brennnessel, Beifuß
Vor- und Nachblüte: Weide Esche, Hainbuche, Birke, Buche, Eiche, Kiefer, Gräser, Spitzwegerich, Brennnessel
Hauptblüte: Eiche, Kiefer, Gräser, Spitzwegerich, Roggen
JuniMögliches Vorkommen: Erle, Weide, Esche, Hainbuche, Buche, Eiche, Roggen, Beifuß, Traubenkraut
Vor- und Nachblüte: Kiefer, Gräser, Spitzwegerich, Roggen, Brennnessel
Hauptblüte: Gräser, Spitzwegerich, Roggen
JuliMögliches Vorkommen: Birke, Eiche, Kiefer, Roggen, Traubenkraut
Vor- und Nachblüte: Beifuß, Gräser
Hauptblüte: Gräser, Spitzwegerich, Brennnessel, Beifuß
AugustMögliches Vorkommen: Birke, Kiefer, Roggen
Vor- und Nachblüte: Gräser, Spitzwegerich, Brennnessel, Beifuß, Traubenkraut
Hauptblüte: Spitzwegerich, Brennnessel, Beifuß, Traubenkaut
SeptemberMögliches Vorkommen: Kiefer, Gräser, Spitzwegerich, Roggen, Brennnessel, Beifuß, Traubenkraut
Vorblüte: Gräser, Spitzwegerich, Brennnessel, Beifuß, Traubenkraut
Hauptblüte:Traubenkraut
OktoberMögliches Vorkommen: Gräser, Spitzwegerich, Brennnessel, Beifuß, Traubenkraut
NovemberMögliches Vorkommen: Gräser, Brennnessel
DezemberMögliches Vorkommen: Hasel, Erle
Gut zu Wissen!
Eine Roggenähre stößt während ihrer Pollenzeit mehrere Millionen Pollenkörner aus. Bei einer Allergie gegen Roggenpollen, reichen jedoch allein schon 6 Pollenkörner pro Quadratmeter aus, um eine allergische Reaktion hervorzurufen.

Die Ursachen für Heuschnupfen

Heuschnupfen wird durch die Proteine in Pollen verschiedener Pflanzen ausgelöst. Der Begriff Pollenallergie kann als nicht vollständig korrekt bezeichnet werden, da man nicht generell gegen Pollen, sondern gegen Proteine in bestimmten Pollen sensibilisiert ist. In den meisten Fällen handelt es sich um Gewächse, die sich durch Windbestäubung fortpflanzen, also ihre Pollen in die Luft entlassen (anders als Pflanzen, die von Insekten bestäubt werden). Diese mit dem männlichen Erbgut ausgestatteten Pollen enthalten wasserlösliche Proteine, die Ursache für allergische Reaktionen. Gelangen die Pollen nun in die Nasenschleimhäute, lösen sich die Proteine aus den Pollen. In der Regel passiert dies, ohne dass der Betroffene das Geschehen wahrnimmt.
Liegt allerdings eine Sensibilisierung vor, führt der physische Kontakt mit den Proteinen zu einer Abwehrreaktion des Körpers. Es bilden sich sogenannte IgE-Antikörper, welche an die Abwehrzellen des Körpers binden und diese dazu veranlassen, entzündungsfördernde Stoffe wie das Protein Histamin freizusetzen. Das Histamin seinerseits bewirkt eine höhere Permeabilität der Gefäßwände und dient gleichzeitig als Lockstoff für weitere Immunzellen, die durch die nun „durchlässigeren“ Gefäße die Blutbahn verlassen und ins Gewebe einwandern können. Außerdem wirkt es zusammenziehend auf herznahe Gefäße und das Bronchialsystem, während kleine Kapillaren stärker durchblutet werden. Diese Mechanismen führen in Summe zu den typischen Symptomen einer allergischen Reaktion. Die Verdickung der Schleimhäute von Rachen und Nase lässt sich hier auf die Erweiterung kleiner Blutgefäße zurückführen.
Vor allem trockenes Wetter und Wind können Heuschnupfen verstärken, da durch den Wind die Pollen über mehrere Kilometer verteilt werden und somit ein größeres Ausbreitungsgebiet erreichen können. Bei Regen werden die Pollen hingegen in den Wassertropfen gebunden, fallen mit diesen zu Boden und gelangen in der Regel nicht in die Atemwege. Gewitter hingegen kann aufgrund seiner starken Winde trotz Regen das Wirkungsgebiet von Pollen und somit Heuschnupfensymptome verstärken.

Die Pflanzen, die zu Heuschnupfensymptomen führen können, lassen sich in Bäume, Gräser und Kräuter aufteilen. Die Pollen der folgenden Pflanzen sind aufgrund ihrer Allergene die häufigsten Auslöser für Heuschnupfen:

  • Bäume – Frühblüter: Hasel, Birke (besonders häufig), Esche, Erle, Hainbuche
  • Kräuter – Traubenkraut (auch Beifuß-Ambrosie genannt), Beifuß
  • Gräser – Wiesenlischgras, Weidelgras, Knäuelgras, Roggen
  • Pilzsporen – Schlauchpilze, Ständerpilze
Fachlicher Diskurs!
Der Allergieinformationsdienst am Helmholtz-Zentrum München hat 2018 eine Online-Plattform für klinische Studien zu Allergien vorgestellt, die sich sowohl an Ärzte als auch Patienten richtet. Patienten können sich dort über Studien informieren, an denen sie potentiell teilnehmen können, des Weiteren verfügt das Portal über Informationen bezüglich Krankheitsbilder, Aufnahmekriterien, Finanzierungsquellen und Ansprechpartner. Die Plattform ist unter folgendem Linkzu finden.
(Quelle: Arne Hillienhof (2018): Patienteninformation: Plattform für klinische Studien zu allergischen Erkrankungen, Dtsch Arztebl; 115 (24): a-1182)
Welche dieser Symptome hatten Sie schon bei Heuschnupfen? (Mehrfachnennungen möglich) Mit Ihrer Antwort helfen Sie uns und anderen Patienten, Ihre Symptome besser einschätzen zu können!
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Gut zu Wissen!
Eiweiße in gewissen Lebensmitteln können den allergieauslösenden Pollenproteinen ähneln und somit die gleiche allergische Reaktion auslösen. So können Menschen, die auf Beifußpollen allergisch sind, Nahrungsmittelallergien entwickeln. Menschen, die auf Birkenpollen allergisch reagieren, entwickeln sogar in bis zu 70% der Fälle eine kreuzreaktive Nahrungsmittelallergie. Dies schließt beispielsweise rohe Früchte, Nüsse und Gemüse ein.

Die Symptome: Woran erkenne ich Heuschnupfen?

Ein Heuschnupfen liegt vor, wenn sich (ausgelöst durch Pollen) gewisse Symptome über einen Zeitraum von mindestens zwei Wochen täglich für mehr als eine Stunde manifestieren. Die Symptome betreffen zumeist die Nase, Augen, Atemwege und die Haut.
Bei der Nase äußert sich die Allergie wie folgt:

  • Erhöhte Ausscheidung von Nasensekret (Rhinorrhoe) – laufende Nase
  • Juckreiz (Pruritus)
  • Verdickung der Schleimhäute (verstopfte Nase)
  • Niesreiz

Bei den Atemwegen:

  • Brenngefühl im Mund bzw. Rachen
  • Juckreiz im Mund bzw. Rachen
  • Husten
  • Atemnot (Asthma)

Bei der Haut:

  • Im Falle einer Neurodermitis kommt es zu einer Verschlechterung
  • Rötung

Bei den Augen:

  • Eine Rötung der Bindehaut
  • Tränen
  • Juckreiz

Hinzukommen noch allgemeine Symptome wie Schlafstörungen, Leistungsminderung Kopfschmerzen, Müdigkeit und subfebrile Temperaturen (erhöhte Körpertemperatur (bis 38,5°), welche noch kein Fieber darstellt).
Kopfschmerzen können durch vielerlei Auslöser entstehen, wie zum Beispiel Eisenmangel.

Wichtige Grundlagen und Wissenswertes zum Thema erklärt Dr. Tobias Weigl in diesem Video:

Wer leidet an Heuschnupfen?

In Deutschland leiden ca. 12 Millionen Menschen an Heuschnupfen, das heißt etwa 15% der Deutschen sind betroffen, in der Schweiz sogar bis zu 20%. In Europa liegt der Anteil der Menschen mit einer Veranlagung für Allergien bei bis zu 50%. Die ersten Anzeichen einer saisonalen allergischen Rhinitis äußern sich meist schon zwischen dem 8. Und 16. Lebensjahr (mittlerweile gibt es jedoch auch Beobachtungen zum erstmaligen Auftreten von Pollenallergien bei Menschen über 50.).

Was tut der Arzt? Teil 1: Die Diagnose

Die Diagnose stellt der Arzt zumeist in einem Drei-Schritt Verfahren. In einem eingehenden Patientengespräch werden zunächst Symptome, Dauer und Zeitraum der Beschwerden, sowie Orte, an denen die Beschwerden vielleicht gehäuft auftreten, festgehalten. Dies ist notwendig, da grippeähnliche Symptome wie ein Heuschnupfen wirken können, in den meisten Fällen nach ca. 10 Tagen jedoch abklingt, während bei manifestem Heuschnupfen der symptomale Zeitraum meist 14 Tage und mehr beträgt.
Anschließend folgt eine körperliche Untersuchung um die Beschwerden zu präzisieren. Sind beispielsweise die Lymphknoten geschwollen, deutet dies eher auf eine grippale oder virale Erkrankung hin und widerspricht der Verdachtsdiagnose Allergie. Über Haut- und Bluttests als dritte Komponente kann die entsprechende Diagnose gesichert werden. Andere Allergien können ähnliche Symptome hervorrufen, daher ist es wichtig festzustellen, welches Allergen die Beschwerden auslöst.
Sollte nach eingehenden Allergietests immer noch nicht vollständig klar sein, ob es sich um Heuschnupfen handelt, kann der Arzt einen Provokationstest durchführen. In diesem Falle wird der Körper mit geringen Dosen des vermuteten Allergens konfrontiert. Dies geschieht natürlich unter ärztlicher Aufsicht. Bei Lungenbeschwerden werden zusätzlich Volumen und Atemgeschwindigkeit überprüft. Spätestens anhand der Provokation lässt sich die Diagnose sichern oder verwerfen.

Was tut der Arzt? Teil 2: Die Behandlung

Die Behandlung kann sich auf drei Gebiete fokussieren, die Verhaltensänderung, Medikation und Immunisierung.
Verhaltensänderung bedeutet bei Heuschnupfen die Vermeidung des Kontaktes mit Pollen. Da die auslösenden Pollen meist frei in der Luft herumschweben, ist dies natürlich nur bedingt möglich. So sollte zu pollenarmen Zeiten gelüftet werden, entweder früh am Morgen oder spät abends. Außerdem sollte Kleidung, die draußen getragen wurde, nicht im gesamten Wohnbereich anbehalten und vor dem Betreten des Schlafzimmers gewechselt bzw. ausgezogen werden. Auch bietet sich an, häufiger die Haare zu waschen, da gerade dort Pollen hängen bleiben und so im Wohnbereich verteilt werden.
Bei der Medikation kann auf eine Reihe verschiedener Medikamente zurückgegriffen werden. Für die Linderung von Beschwerden im Nasenbereich können salzhaltige Nasensprays, Nasensprays mit Antihistaminika, Cromone Nasensprays sowie Nasenspülungen helfen. Augentropfen mit den gleichen Inhaltsstoffen lindern Augenbeschwerden, es können jedoch auch generell Tabletten mit den Inhaltsstoffen eingenommen werden, sofern sie spezifisch für Allergielinderung vorgesehen sind (Antihistaminika beispielsweise werden nicht ausschließlich gegen Allergiebeschwerden verwendet).
Die dritte Möglichkeit ist die Immuntherapie. Hierbei wird das Allergen entweder in regelmäßigen Abständen subkutan (unter die Haut) verabreicht, das heißt gespritzt, oder durch Tabletten eingenommen, die unter die Zunge gelegt werden. Somit wird der Körper schrittweise an das Allergen gewöhnt, sodass sich keine allergische Reaktion mehr einstellt. Dies kann allerdings bis zu 5 Jahre lang dauern. Obwohl eine Immuntherapie keinen 100%igen Erfolg verspricht, kann sie die benötigte Medikationsmenge heruntersetzen und der Entwicklung weiterer Allergien vorbeugen.

Gut zu Wissen!
Cromon oder Cromoglicinsäure wird meist vorbeugend eingesetzt um die Ausschüttung von Histamin zu unterdrücken und so die Allergiesymptome abzumildern.

Häufige Patientenfragen

Woran erkenne ich Heuschnupfen?

Dr. T. Weigl
Die Symptome ähneln meist einem Schnupfen. Rote, juckende, tränende Augen, eine verstopfte und laufende Nase, auch Husten, Müdigkeit und Kopfschmerzen können Anzeichen für einen Heuschnupfen sein. Zeigen sich diese Symptome zu gewissen Jahreszeiten und sind länger andauernd als zwei Wochen, besteht die Möglichkeit, dass man Heuschnupfen hat. Hier empfiehlt es sich, zur Klärung einen Arzt aufzusuchen.

Kann Heuschnupfen ein Anzeichen für eine andere Krankheit sein?

Dr. T. Weigl
Es kann insofern ein Anzeichen sein, als dass Heuschnupfen andere Allergien mit sich bringen kann. Daher ist es ratsam, sich nach einer Diagnose zu informieren, welche Lebensmittel möglicherweise ebenfalls zu einer allergischen Reaktion führen können.

Muss man Heuschnupfen behandeln?

Dr. T. Weigl
Da Heuschnupfen in einigen Fällen zu einem sogenannten „Etagenwechsel“ führen kann, sich also zu einem Asthma entwickelt, ist es auf jeden Fall ratsam, mit einem Arzt über die konkreten Möglichkeiten des Umgangs mit Heuschnupfen zu reden und sich, wie oben erwähnt, in Zeiten des Pollenfluges gewisse Verhaltensmaßnahmen anzugewöhnen. Allerdings sollte hier individuell mit dem Arzt über Verhaltensmaßnahmen gesprochen werden, da sich diese je nach Wohnort (Stadt oder Land) unterscheiden können.

Muss ich mit Heuschnupfen zum Arzt gehen oder kann ich es selbst behandeln?

Dr. T. Weigl
Verschreibungsfreie Medikamente zur Linderung des Leidensdrucks können selbst eingenommen werden. Hierbei sollte allerdings die Packungsbeilage beachtet werden. Des Weiteren sollte man darauf achten, Sprays oder Tropfen mit Konservierungsstoffen zu meiden, da diese auch allergen wirken können.
Ist der Leidensdruck zu groß oder man ist sich nicht vollständig sicher, ob eine Pollenallergie vorliegt, empfiehlt es sich, einen Arzt aufzusuchen und eine Diagnose mit einer möglichen Behandlung zu erbitten.

„Endlich wieder frei atmen können!“ sagt Thomas und stellt die Augentropfen beiseite. Melanie öffnet die Fenster „Siehst du, es war doch gut, zum Arzt zu gehen und dir Medikamente verschreiben zu lassen.“ Thomas nickt freudig, „Vielleicht versuche ich demnächst sogar einmal eine Immuntherapie. Schließlich bin ich ja noch jung genug und glücklicherweise nicht noch auf andere Dinge allergisch.“ Sie beschließen am nächsten Morgen wieder joggen zu gehen.

Verwandte Themen:

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Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt.

Autoren: Dr. Tobias Weigl, Mathis Gronau
Lektorat: Anna-Alice Ortner
Veröffentlichung: 29.09.2018

Quellen:

    • Dipl.-Met. Adrian Leyser (2017): Es ist Pollenflugzeit, in Deutscher Wetterdienst Wetter Tagesthema , zuletzt aufgerufen am 13.09.2018.
    • Arne Hillienhof (2018): Patienteninformation: Plattform für klinische Studien zu allergischen Erkrankungen, Dtsch Arztebl; 115 (24): a-1182)
    • Ärzteblatt-Archiv: Heuschnupfen-Klinische Studien
    • Prof. Dr. med. Barbara K. Ballmer-Weber, Prof. Dr. med. Arthur Helbling (2017): Allergische Rhinitis, in: Swiss Medical Forum – Schweizerisches Medizin-Forum ;17(8):179 –186.
    • Christian Prinz (2012): Basiswissen Innere Medizin. Springer Medizin Verlag, Heidelberg.
    • Klaus-Peter Schaps et al. (Hg.) (2007): Innere Medizing. Springer Medizin Verlag, Heidelberg.
    • Renate Leinmüller (2013) Allergische Rhinitish: Intranasale Therapie, in: Dtsch Arztebl 2013; 110(35-36): A-1640
    • Ärzteblatt-Archiv: Heuschnupfen/Therapie
    • Prof. Dr. med. Dr. h. c. Thorsten Zuberbier (2016) Pollenallergie, European Centre for Allergy Research Foundation, Pollenallergie
[Gesamt:3    Durchschnitt: 5/5]

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