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Hautausschlag bei Babys

Gerade im Säuglings- und Kleinkindalter existiert eine Spannbreite an Erkrankungen, die sich in unterschiedlich geartetem Hautausschlag äußern. — Dr. Tobias Weigl


Von Medizinern geprüft und nach besten wissenschaftlichen Standards verfasst

Dieser Text wurde gemäß medizinischer Fachliteratur, aktuellen Leitlinien und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

Quellen ansehen

Rote Flecken, Ringe, Pickel und Pusteln: Auch Babys und Kleinkinder sind von Hautausschlägen betroffen, die zu unangenehmem Juckreiz führen können. Hautausschläge sind in den ersten Lebensmonaten des Kindes eine häufige Beschwerde. Häufig werden Hautausschläge begleitet von weiteren Symptomen wie Fieber. Die Ursachen können unterschiedlich sein und hängen von der Art des Ausschlags ab. Neben Krankheiten wie Dreitagefieber oder Scharlach kommen auch Allergien, Nesselsucht und Milchschorf in Frage. Auch wenn der Grund oftmals harmlos ist, sollten Sie bei entsprechendem Ausschlag zu Ihrem Kinderarzt gehen, um eventuelle Maßnahmen einzuleiten. Diese Maßnahmen behandeln vor allem die Symptome, sodass beispielsweise das Fieber gesenkt oder das Kind davon abgehalten wird, sich zu kratzen.

„Schsch!“, murmelt Lennart und wippt seine kleine Tochter Josefine auf und ab. Die knapp Einjährige hängt matt in seinen Armen. Seit drei Tagen hat die Kleine Fieber – sehr hohes Fieber! Lennart und seine Frau Sonja konnten kaum Schlafen vor Sorge, immerhin ist Josefine das erste Mal seit ihrer Geburt ernstlich erkrankt. Seine Frau ist gerade in der Küche und macht Wickel gegen das Fieber fertig. „Ich messe noch einmal die Temperatur“, ruft er ihr zu und legt Josefine vorsichtig in das zartblau gemusterte Kinderbettchen. Wie ruhig sie ist, denkt er beunruhigt. Als er sich gerade hinunterbeugt, um das Fieber zu messen, bemerkt er blassroten, unregelmäßigen Ausschlag, seitlich an ihrem Kopf. Was zum …? „Sonja!“, ruft er heiser, um das Kind nicht zu erschrecken.

Was ist die Haut?

Es gibt verschiedene Ursachen, die Josefines Symptome erklären. Um zu verstehen, wie Ausschläge entstehen, steht zunächst die Funktionsweise unserer Haut im Vordergrund.
Die Haut (sog. ‚Cutis‘) ist das größte menschliche Organ und kann bis zu 2,5 m2 groß werden. Sie besteht aus drei Schichten: der Epidermis, welche die oberste Schicht bildet, der Dermis sowie der Subkutis. Die Epidermis ist sichtbar und besteht aus hornbildenden Zellen (sog. ‚Keratinozyten‘), welche sich immer wieder neu bilden. Darüber hinaus entstehen in dieser Hautschicht auch Farbpigmente (sog. ‚Melanozyten‘), welche für die braune Färbung der Haut bei Sonneneinstrahlung verantwortlich sind. Die Dermis ist ungleich dicker als die Epidermis und besteht aus zapfenartigen Strukturen (sog. ‚Papillen‘). Ihre Aufgabe ist es, für Elastizität und Reißfestigkeit zu sorgen. Der Feuchtigkeitsgehalt der Haut wird ebenfalls in der Dermis bestimmt. Dort enthaltene Kollagenfasern können Wasser binden. Für Geschmeidigkeit hingegen sorgen Talgdrüsen (sog. ‚Glandula sebacea‘). Der produzierte Talg besteht aus Fett, Eiweiß, Cholesterin und Elektrolyten. Die dritte und unterste Hautschicht, die Subkutis, fungiert als Polster. Das dafür zuständige Bindegewebe wird durch Fettschichten (sog. ‚subkutanes Fettgewebe‘) unterbrochen, welche durch Faktoren wie Ernährung und Umwelt individuell geformt werden. Diese verleihen die uns eigene Körperform.
Weitere Komponenten vervollständigen den Komplex Haut:

  • Säuremantel (sog. ‚Hydrolipidmantel‘): Dieser liegt über der Epidermis, unterliegt einer ständigen Erneuerung und besteht aus Wasser, verschiedenen Salzen, Hautfetten und Talgdrüsensekret. Deren Aufgabe besteht darin, vor externen Einflüssen wie Krankheitserregern oder Witterungsbedingen zu schützen.
  • Hautdrüsen: In den Hautschichten befinden sich verschiedene Drüsen. Zu dieser Gruppe zählen die bereits erwähnten Talgdrüsen. Dazu kommen auch Schweißdrüsen, welche innerhalb von 24 Stunden bis zu 1 Liter Schweiß aussondern. Dieser erzeugt Verdunstungskälte und dient so der Wärmeregulation. Sind wir im Stress, haben Angst oder hohes Fieber, kommt es zu einer gesteigerten Schweißproduktion. Duftdrüsen sondern einen Duft ab, welcher prägend für den Schweiß ist. Darüber hinaus ist dieser essentiell für die Hautflora und den individuellen Körpergeruch.
  • Haare: Haare bestehen aus Keratin, welches von Hautzetteln gebildet wird. Sie haben vor allem drei Funktionen: Hautschutz, Wärmedämmung und eine soziale Funktion. Es gibt verschiedene Hautarten, die von Faktoren wie dem Alter abhängig sind: dünne, lange Lanugohaare, kurze, helle Vellushaare und lange, dunklere Terminalhaare. Sie sind genetisch determiniert. Haare wachsen phasenweise.
  • Nägel: Auch Nägel bestehen aus Keratin. Sie wachsen kontinuierlich. Sie dienen als Hilfsmittel zum Greifen und Fixieren und haben zusätzlich dazu eine mechanische Schutzfunktion.

Funktionen der Haut

Wie der Blick in die drei Schichten gezeigt hat, hat die Haut verschiedene Aufgaben, die über den Schutz vor Witterung wie Kälte und Nässe sowie den Schutz vor Schädlingen hinausgeht.

  • Wärmeregulierung
  • Stoffaustausch
  • Sinneswahrnehmung
  • Immunorgan
  • Schmerzempfindung
  • Temperaturempfindung
Gut zu wissen!
Die Haut ist das größte menschliche Organ. Deutlich wird dies vor allem in Hinblick auf ihr Gewicht – Denn sie etwa 16 Prozent des Körpergewichts aus!

Wie entsteht ein Hautausschlag?

Als Schutz- und Immunorgan reagiert die Haut auf externe Reize. Diese Reaktionen geschehen in Form von entzündlichen (sog. ‚inflammatorisch‘), temporären Hautausschlägen (sog. ‚Exantheme‘). Der Fachbegriff kommt aus dem Griechischen und bedeutet „aufblühen“. Ihr Aussehen variiert von Pickeln und Pusteln bis hin zu großflächigen Verfärbungen. Sie befinden sich an der Hautoberfläche und können sich überall am Körper ausbilden. Die Ursachen für diese Entzündungsreaktionen sind unterschiedlich: So können Viren und Bakterien, Allergien, Medikamente und Schadstoffe entzündliche Reaktionen auslösen.

Exkurs: Was ist eine Entzündung?

Unter einer Entzündung verstehen Mediziner eine Abwehrreaktion des Körpers auf externe oder interne Einflüsse. Die Entzündungsreaktion kann in fünf Anzeichen gegliedert werden, die auch Kardinalszeichen genannt werden: Rötung (sog. ‚Rubor‘), Überwärmung, Schwellung oder Ödem, Schmerz (sog. ‚Dolor‘) und eingeschränkte Funktionen des betroffenen Entzündungsherds (sog. ‚Functio laesa‘). Nach der Gewebeschädigung und einer kurzzeitigen Minderdurchblutung der Stelle pumpt der Körper mehr Blut an die betroffene Stelle (sog. ‚konsekutive Hyperämie‘). Ein damit einhergehender erhöhter Blutdruck führt dazu, dass an der Gewebsstelle Blutplasma austritt, was wiederum die Bildung von Ödemen nach sich zieht. Erst danach kommt es zu antientzündlichen Maßnahmen vonseiten des Körpers. Eine Entzündung ist eine körpereigene Schutzmaßnahme, die der Beseitigung des schädlichen Reizes dient.

Die Symptome: Arten von Hautausschlag

Hautausschlag kommt bei Säuglingen häufig vor. Das Aussehen des Ausschlags variiert und hängt von der Ursache für die Veränderungen der Haut ab. Neben den eigentlichen Hautausschlägen treten begleitend eine Reihe weiterer Symptome auf. Betroffene Stellen jucken, können aber auch brennen oder schmerzen. Darüber hinaus können auch Fieber, Übelkeit, Schwitzen, Schwellungen, Husten oder Lymphknotenschwellungen auftreten. Folgend stellen wir eine Auswahl der gängigen Ursachen und der Symptome für Hautausschlag bei Säuglingen vor.

KrankheitKurzbeschreibungSymptome
Dreitagefieber (sog. ‚Exanthema subitum‘)Eine durch einen Herpesvirus verursachte Infektionskrankheit, die vor allem Säuglinge und Kleinkinder zwischen 6 und 24 Monaten betrifft

Die Übertragung erfolgt über Tröpfchen
Hohes Fieber bis zu 40 Grad über mehrere Tage

Fieberkrämpfe

Blassroter, unregelmäßiger Ausschlag am Kopf und Oberkörper, maximal drei Tage sichtbar

Begleitsymptome: Husten, Durchfall, geschwollene Lymphknoten, Lidödeme
Masern Eine hochansteckende Infektion, die von Viren ausgelöst wird

Tröpfchenübertragung

Masern schränken die Wirkweise des Immunsystems ein

Betroffene sind danach ihr Leben lang immun
Erstes Stadium: Husten, Fieber, Schnupfen, Lichtscheue, dunkelrote Flecken im Gaumenraum, kalkfarbener Ausschlag in der Wangenschleimhaut

Zweites Stadium: hohes Fieber, hellroter, stark juckender Hautausschlag, welcher sich vom Kopf ausgehend auf dem ganzen Körper ausbreitet
Mund-Hand-Fuß-KrankheitEine durch Tröpfchen- und Schmierübertragung ausgelöste Infektion

Hochansteckend!
Bildung von rötlichen Flecken im Mund, auf der Handinnenfläche und an den Fußsohlen

Zusätzliches Auftreten von schmerzhaften Bläschen möglich

Kein Juckreiz
Kein allgemein verschlechterter Zustand
AllergieÜbertriebene Immunreaktion auf als schädlich betrachtete Substanzen

Hautausschlag kann sofort oder zeitverzögert auftreten
Juckreiz

Ödeme

Schnupfen

Verkrampfung der Atemwegsmuskeln (sog. ‚Bronchospasmus‘)
Nesselsucht (sog. ‚Urtikaria‘)Allergische Reaktion auf einen bestimmten Stoff

Häufigste Ursachen: Medikamente (Penicillin), Nahrungsmittelbestandteile (Konservierungsstoffe), Pflanzen, Tierhaare, physikalische Reize (Kälte)
Blassrote bis rote Quaddeln

Starke Schwellungen

Starker Juckreiz

Leichtes bis starkes Fieber
Ringelflechte (sog. ‚Tinea corporis‘)Pilzinfektion der Epidermis

Übertragung über betroffene Haustiere
Ringförmiger Ausschlag auf Brust, Bauch oder Rücken

Außenseite schorfig und stark juckend
Krätze (sog. ‚Skabies‘)Infektion, die auf die Skabiesmilben zurückgeht, welche sich in die Haut eingraben

Übertragung durch Körperkontakt
Starker Juckreiz (vor allem nachts)

Hautausschlag als Immunreaktion auf den Milbenbefall in Form von Bläschen, Papeln und mit Flüssigkeit gefüllte Knoten

Betroffene Stellen: Finger- und Zehenzwischenröume, Handgelenke, Achselfalten, Kopf und
Gesicht sowie Hand- und Fußsohlen
Säuglings-AkneSchwellung der Talgdrüsen

Ursache sind Hormone der Mutter, die über die Plazenta zum Kind gelangen

Auftreten direkt nach der Geburt
Kleine, gelbliche Pickel an Stirn, Nasenrücken, Wangenhaut und Kinn
Milchschorf (sog. ‚Säuglingsekzem‘)Ursache des Ausschlags kann eine Veranlagung zu fettiger Haut oder Neurodermitis sein

Ausschlag ähnelt übergekochter Milch auf einer Herdplatte

Nässende Variante: schuppende, gelblich bis rötlich gefärbte Flecken an Kopfhaut, Augenbrauen, hinter den Ohren und in Hautfalten, bspw. Achseln
WindeldermatitisEntsteht, wenn durch Urin feuchte Windeln zu lange auf der Haut liegen bleiben

Ansiedlung von Bakterien, welche durch die Zersetzung von Urin Ammoniak produzieren, welcher die Haut angreift
Wunde und rote, offene Hautstellen (ähneln Schürfwunden)

Pusteln
WindpockenInfektionskrankheit, welche über Tröpfchen- und Schmieransteckung übertragen wird

Urheber: Barizella-Zoster-Virus

Hochansteckende Infektion

Erkrankung vor allem saisonal im Winter und Frühling
Krankheitsgefühl und Fieber

Stark juckende Bläschen, beginnend im Gesicht und dann Ausbreitung auf Rumpf, Arme und Beine

Befall von Augen, Mund, Rachen und Genitalien möglich
Gut zu wissen!
Infektionskrankheiten sind historisch betrachtet schon seit der Antike bekannt. Doch aufgrund ähnlicher Symptome wurden diese erst in der Frühen Neuzeit differenziert betrachtet. Im 17. Jahrhundert erkannte beispielsweise der britische Arzt Thomas Sydenham, dass Infekte wie Masern, aber auch Scharlach, Pocken oder Röteln eigenständige Erkrankungen darstellen. Für seine medizinischen Erkenntnisse wurde Sydenham auch als englischer Hippokrates bezeichnet. Dessen Kollege William Heberden grenzte als einer der Ersten wiederum Windpocken von Pocken ab. Allerdings stellte dies bis in das 19. Jahrhundert hinein einen Streitpunkt zwischen den Forschern dar.

 

Hat auch Ihr Kind einen Hautausschlag? Welche der folgenden Symptome können Sie feststellen? (Mehrfachantworten sind möglich)
 

Exkurs: Neurodermitis bei Kindern

Neurodermitis, auch atopische Dermatitis, ist eine chronisch-entzündliche Hautkrankheit. Der Körper der Betroffenen reagiert auf äußere Reize mit einer erhöhten Entzündungsbereitschaft. Konkret äußert sich dies in Ekzemen und Juckreiz.
Bis zu 15 Prozent aller Betroffenen sind Kinder. Grund hierfür ist unter anderem, dass die Wahrscheinlichkeit der Entwicklung von Neurodermitis bei einer entsprechenden genetischen Prädisposition bei 70 Prozent liegt. Ebenfalls Ursachen für eine Ausbildung dieser Krankheit sind eine zu vielfältige Ernährung, unruhige Lebensumstände oder falsche Kleidung. Zum ersten Mal kann Neurodermitis zwischen dem 3. und dem 6. Lebensmonat auftreten.
Ein frühes Symptom für eine Neurodermitis ist juckender Milchschorf am Kopf. Säuglinge lernen schnell, dass Juckreiz mit gezieltem Kratzen sowie Scheuern und Reiben gelindert werden kann. Sie sind zudem unruhig und weinen. Eine Neurodermitis kann sich in den ersten Lebensmonaten ausbilden.

Mehr Informationen zum Thema Neurodermitis finden Sie im gleichnamigen Artikel auf unserer Website!

Was tun gegen Neurodermitis – Cortison?

Eine Maßnahme gegen Neurodermitis ist Cortison. Was sich dahinter konkret verbirgt und welche Risiken dieses Hormon mit sich bringt, erklärt Dr. Tobias Weigl im nachfolgenden Beitrag.

Was tut der Arzt? Teil 1: Die Diagnose

Um Klarheit zu schaffen, sollten Sie beim Auftreten von Hautausschlag Ihren Kinderarzt zu Rate ziehen. Ein weiterer Grund stellt zudem die hohe Ansteckungsgefahr vieler Infekte dar. Ihr Kindermediziner wird zunächst mit Ihnen ein Patientengespräch (sog. ‚Anamnese‘) führen. Wann ist der Hautausschlag Ihres Kindes aufgetreten? Haben Sie eine qualitative Veränderung bemerkt? Häufig kommt heraus, dass beispielsweise Umstände wie die Heizungsluft oder ein bestimmtes Nahrungsmittel für den Ausschlag ursächlich sind. Gibt es innerhalb Ihrer Familie Vorerkrankungen? Die Krankengeschichte steht im Vordergrund.
Neben der Anamnese ist die körperliche Untersuchung ausschlaggebend, um den Ausschlag einordnen zu können. Ihr Kinderarzt wird den Hautausschlag genau begutachten. Hautreaktionen werden mithilfe von Spateln getestet. Je nach Aussehen des Ausschlags schließen sich hieran weitere Untersuchungen an, welche die genauen Ursachen klären sollen. Ein Allergietest kann Aufschluss geben über Substanzen, auf die der Körper allergisch reagiert. So werden im Rahmen eines Reibetests die möglichen allergischen Substanzen auf einem Stück Haut an der Innenseite des Unterarms verrieben. Blutuntersuchungen bieten hingegen Hinweise auf mögliche Entzündungszeichen im Blut, die wiederum auf virale oder bakterielle Infektionen deuten können. Ähnliches ermöglicht die Analyse von weiteren Körperflüssigkeiten wie Speichel oder Urin. Auch diese weisen auf Entzündungen oder Infektionen hin.

Fakten-Box
Hautausschlag bei Säuglingen
Unterschiedliche Ursachen (u. a. allergische Reaktion sowie virale und bakterielle Infekte)
Bei den meisten Infektionen liegt der Höhepunkt um das erste Lebensjahr herum

Leitsymptome

  • Hautausschlag, welcher unterschiedliche Formen annehmen kann und auf die Ursache hindeutet
  • Juckreiz

Begleitsymptome

  • Fieber
  • Fieberschübe
  • Husten
  • Schnupfen
  • Durchfall
  • Lichtscheue
  • Mattheit
  • Lymphschwellung
  • Ödeme
  • Was tut der Arzt? Teil 2: Die Behandlung

    Nach der erfolgreichen Diagnose der Beschwerden erfolgt die Therapie der Ursache der Hautirritation. Zumeist steht aber vor allem die symptomatische Behandlung im Vordergrund: Linderung von Juckreiz oder auch Senkung von Fieber. Antihistaminika sollen den Juckreiz unterdrücken. Diese können zum Beispiel oral verabreicht werden. Hilfreich sind auch verdünnter Kamillentee zum Abtupfen oder spezielle Zinksalben. Letztere wirken antiseptisch und fördern so gezielt die Wundheilung. Eine solche Salbe kann auch auf nässenden Hautausschlag aufgetragen werden.
    Während bei bakteriellen Infekten Antibiotika verabreicht werden, gilt für virale Infekte die Symptombekämpfung. Erst wenn bakterielle Komplikationen drohen, werden Antibiotika verschrieben.
    Die Ansteckung mit einigen Infekten kann mithilfe von Impfungen vorgebeugt werden. Darunter fallen unter anderem Masern sowie Windpocken.

    Häufige Patientenfragen

    Mein Kind hat Hautausschlag – ist es Neurodermitis?

    Dr. T. Weigl
    Milchschorf – oder generell Hautirritationen – müssen bei Säuglingen und Kleinkindern nicht automatisch auf eine Neurodermitis hindeuten; auch wenn die Zahl der Betroffenen kontinuierlich steigt. Wie bei allen Diagnosen ist aber die Untersuchung vonseiten eines Arztes unerlässlich. Wie in den anderen Unterkapiteln dargestellt, können Hautausschlag und -irritationen ganz andere Ursachen haben!

    Kann ich mein Kind gegen die hier genannten Krankheiten impfen lassen?

    Dr. T. Weigl
    Gegen viele virale oder bakterielle Erreger können Sie Ihr Kind impfen lassen. Dazu gehören beispielsweise Erreger, die Masern oder Windpocken auslösen. Eine solche Impfung erfolgt vier Mal. Informieren Sie sich dafür bei Ihrem behandelnden Kinderarzt.

    Kann ich selbst etwas tun, um meinem Kind zu helfen?

    Dr. T. Weigl
    Die Behandlung erfolgt in den meisten Fällen symptomatisch. Das bedeutet, dass in erster Linie die Linderung der Symptome wie Fieber und der Ausschlag selbst im Vordergrund der Therapie stehen. Auch Sie als Eltern können Ihrem Kind helfen. So reicht beim Waschen der Haut warmes Wasser ohne Seife oder Shampoo, was die Haut nur zusätzlich reizen würde. Die Badetemperatur sollte bei maximal 37 Grad liegen. Auch auf Cremes sollten Sie bzw. Ihr Kind verzichten. Eine Ausnahme bildet der Winter.
    Zur Linderung des Juckreizes können Sie beispielsweise im Falle der Windpocken die juckenden Bläschen mit verdünntem Kamillentee abtupfen.

    Nachdem die Flecken auf der Haut ihrer Tochter aufgetaucht sind, haben Sonja und Lennart sofort den Kontakt zu ihrer Kinderärztin gesucht. Es stellte sich heraus, dass Josefine am Dreitagefieber litt. Die Ärztin konnte das junge Paar beruhigen: „Die Flecken werden spätestens in drei Tagen wieder verschwunden sein. Das Fieber wird im Übrigen nicht zurückkehren.“ Glücklicherweise leidet das kleine Mädchen nicht an Begleitsymptomen wie Durchfall oder Husten! Noch ein Punkt, der bei den Eltern für Beruhigung sorgt!

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    Haben auch Sie Erfahrungen mit Hautausschlägen bei Säuglingen? Haben Sie Fragen zum Thema? Nutzen Sie unsere Kommentarfunktion unten für den Austausch untereinander und mit uns!

    Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt.  

    Autoren: Dr. Tobias Weigl, Andrea Lorenz
    Lektorat: Tobias Möller
    Veröffentlicht: 17.09.2018

    Quellen

    • Reinhard K. Achenbach: Der große TRIAS-Ratgeber. Haut, Haare, Nägel. So reagieren Sie richtig auf Veränderungen. Wie Ihr Arzt Irritationen und Krankheiten behandelt. Wertvolle Tipps zur optimalen Pflege. 4., überarbeitete Auflage. Trias-Verlag, Stuttgart.
    • Arne Schäffer (2016): Aufbau und Funktion der Hautdrüsen. In: apotheken.de.
    • Sophie Faber et al. (2006): Das TRIAS-Handbuch: Richtig selbst behandeln. Körpersignale erkennen – Beschwerden richtig deuten. Schnell und sicher: Bewährte Hilfen aus Schul- und Naturmedizin. Auf einen Blick – Medizinwissen zum Nachschlagen. Trias-Verlag, Stuttgart.
    • Helmut Keudel (2006): Kinderkrankheiten. Gräfe und Unzer Verlag, München.
    • Kerstin Kraska-Lüdecke (2010): Unser Baby. Compact Verlag, München.
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