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Krebs Teil 2 – Von der Diagnose zur Therapie: allgemeine Erläuterungen zu Klassifikation und Staging

Staging, Klassifikation, Früherkennungsuntersuchungen. Wichtige Begriffe im Rahmen von Krebserkrankungen, die den Betroffenen und Angehörigen leider oftmals nicht ausreichend erläutert werden.
— Dr. Tobias Weigl

Von Medizinern geprüft und nach besten wissenschaftlichen Standards verfasst

Dieser Text wurde gemäß medizinischer Fachliteratur, aktuellen Leitlinien und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

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Die Möglichkeit an Krebs zu erkranken macht den meisten Leuten Angst. Bei Betroffenen, Angehörigen und Anderen tauchen oft viele Fragen auf. Wie können Ärzte feststellen, dass ein Patient an Krebs leidet? Was für Behandlungsmöglichkeiten gibt es? Stirbt man, wenn man an Krebs erkrankt? Was für Vorsorgeuntersuchungen gibt es? Diese und viele weitere Fragen sollen durch den folgenden Artikel näher beleuchtet und versucht, so verständlich wie möglich, beantwortet zu werden. Es erfolgt eine kurze Einführung in die Onkologie, die Fachrichtung der Medizin, die sich mit den Tumorerkrankungen befasst.

Dieser Artikel ist der zweite Teil einer zweiteiligen Einführung. Für weitere Informationen zum Thema Krebs siehe auch „Krebs Teil 1 – Definition, Entstehung, Risikofaktoren und Vorsorge„.
 

 

Lina ist verzweifelt. Ihre Mutter ist an Krebs erkrankt. Darmkrebs. Die Ärzte haben sie wenige Tage nach der Diagnose operiert und den Tumor herausgeschnitten. Der Arzt hat etwas von einer TNM-Klassifikation gesagt und von einer adjuvanten Chemotherapie. Aber was heißt das eigentlich? Lina ist ratlos und verzweifelt. Ihre Mutter konnte auch nicht genau erklären, was der Arzt meinte. Nur, dass sie noch eine Chemotherapie bekomme. Zur Sicherheit. Lina möchte gerne alles verstehen. In Ihrer Verzweiflung wendet sie sich an ihre Freundin Ute. Die ist Ärztin und kann ihr bestimmt einiges erklären.

Definition: Was ist Krebs?

Der Begriff Krebs bezeichnet eine große Gruppe von Erkrankungen, die durch das Wachstum von bösartigen Geschwülsten (= maligne Neoplasien, maligne Tumore oder Karzinome) gekennzeichnet sind. Diese Geschwülste werden verursacht durch die unkontrollierte Teilung der Zellen und wachsen aggressiv in das umliegende Gewebe ein. Durch das Abwandern dieser Zellen über die Blutgefäße oder die Lymphbahnen können an anderen Orten Tochtergeschwülste entstehen, die sogenannten Metastasen.

Mehr Informationen zum Thema Krebs in diesem Video

Was genau ist Krebs? Welche Risikofaktoren gibt es? Wichtige Grundlagen und Wissenswertes zum Thema erklärt Dr. Tobias Weigl in diesem Video.

Die Symptome: Woran erkennt man, dass man an Krebs erkrankt ist?

Bei den möglichen Beschwerden kann unterschieden werden zwischen allgemeinen Symptomen und spezifischen, sog. organbezogenen Beschwerden. Allgemeine Symptome hingegen können sozusagen universell bei vielen verschiedenen Krebserkrankungen auftreten.

B-Symptomatik: Diese allgemeinen Beschwerden können bei vielen Krebserkrankungen auftreten. Oft sind sie ein erster Hinweis für eine bösartige Erkrankung. Als B-Symptomatik wird die Kombination aus drei verschiedenen Symptomen bezeichnet:

  • Fieber (Temperatur über 38 °C)
  • Nachtschweiß (wechseln des Pyjamas notwendig)
  • Gewichtsverlust (ungewollter Verlust von mehr als 10 % des Körpergewichtes in vergangenen 6 Monaten)

Je nach betroffenem Organsystem können spezifische Beschwerden auftreten. Diese sollen in den entsprechenden Artikeln genauer erläutert werden. Hier zur Verdeutlichung einige grobe Beispiele:

  • Lungenkrebs: Husten, Bluthusten, Atemnot
  • Darmkrebs: Verstopfung und Durchfall im Wechsel (=paradoxe Diarrhoen), Blut im Stuhl (siehe Darmkrebs)
  • Brustkrebs: lange keine Beschwerden, ggf. Knoten in der Brust tastbar (siehe Brustkrebs)
Wichtig!
Dies sind nur einige wenige sehr allgemeine Beispiele. Damit stellen sie keinesfalls einen Anspruch auf Vollständigkeit oder einen absoluten Hinweis für eine mögliche Krebserkrankung. Siehe dafür auch die entsprechenden Artikel.

Was tut der Arzt? Teil 1: Die Diagnose – Staging, Grading, Klassifikation und Metastasierung

Selten gehen Sie wohl zum Arzt und haben den Verdacht auf Krebs. Sie können mit unterschiedlichen Beschwerden zum Arzt gehen und im Verlauf der Untersuchung kann sich der Verdacht erhärten, dass die Ursache für Ihre gesundheitlichen Probleme Krebs sein könnte. So erfolgt wie bei jedem Arztbesuch als erstes die Anamnese, also die Befragung des Patienten nach seinem Befinden. Welche Beschwerden liegen vor? Seit wann?

Besteht der Verdacht auf Krebs auch: Sind in der Familie Krebserkrankungen bekannt? Sind Sie bestimmten Risikofaktoren ausgesetzt? Dabei wird der Arzt bei dem Verdacht einer Krebserkrankung entweder gezielt nach der B-Symptomatik (Fieber, Nachtschweiß, Gewichtsverlust) fragen. Es ist möglich, dass im Rahmen eines „normalen“ Anamnesegespräches der Arzt erst durch die vom Patienten beschriebene B-Symptomatik auf eine möglicherweise vorliegende gravierendere Erkrankung aufmerksam gemacht wird.

Bei der körperlichen Untersuchung wird der Arzt zum einen gezielt einen Lymphknotenstatus erheben. Dazu werden die wichtigsten Lymphknotenstationen (Hals, Nacken, Schlüsselbein, Achseln, Leiste) abgetastet und auf Schwellungen oder Verhärtungen untersucht. Neben dem Abhören von Herz und Lunge wird vermutlich auch der Bauch abgetastet. Weitere Untersuchungen können folgen.

Untersuchungen im Labor und mit moderner Technik

Eine Laboruntersuchung des Blutes ist für die reine Diagnostik einer Krebserkrankung nicht ausschlaggebend. Es können die sogenannten Tumormarker bestimmt werden. Die alleinige Bestimmung reicht für die Diagnose „Krebs“ aber nicht aus. Tumormarker können auch unspezifisch im Rahmen anderer Erkrankungen erhöht sein. Sie dienen im Falle einer Krebserkrankung bei erhöhten Werten zum Diagnosezeitpunkt oft als verlässliche Verlaufsparameter. Sie können im Rahmen von Nachsorgeuntersuchungen auf eine Verschlechterung oder einen erneuten Ausbruch frühzeitig hinweisen.

Die apparative Diagnostik erfolgt je nach zu Grunde liegendem Krebsverdacht und wird in den entsprechenden Artikeln beschrieben. Zu Verfügung stehen hier zum Beispiel Ultraschall, Röntgen, Computertomographie, MRT, Endoskopie.

Zur Diagnosesicherung ist die pathologische Untersuchung einer Gewebeprobe meist essenziell. Die auf unterschiedlichen Wegen gewonnenen Proben (sog. ‚Biopsien‘) werden durch bestimmte Techniken von einem Arzt für Pathologie mikroskopisch Untersucht. So können der Tumor und dessen Stadium bestimmt werden. Die Proben können z. B. im Zuge einer Endoskopie (also eine Magenspiegelung, Darmspiegelung o. ä.) gewonnen werden oder aber beispielsweise durch eine diagnostische Operation. Dabei wird z. B. bei Tumoren des Bauchraumes durch eine Bauchspiegelung (eine sog. ‚Laparoskopie‘) oder eine offene Operation des Bauches (eine sog. ‚Laparotomie‘) die Situation vor Ort beurteilt und ggf. Proben entnommen. Auch ist eine Biopsie zur Probenentnahme des verdächtigen Tumors mit einer langen Nadel möglich.

Staging

Ein weiterer Schritt im Rahmen einer Krebserkrankung ist das Staging. Das Staging beschreibt die Klassifizierung von Tumoren. Beim Staging erfolgen unterschiedliche Untersuchungen:

  • Ultraschall des Bauches: Die Sonographie ist eine sog. nicht-invasive Methode für eine erste Beurteilung bei der Frage nach Metastasen oder Veränderungen im Bereich des Bauches. Hierbei wird besonders die Leber beurteilt mit der Frage nach Metastasen. Auch wird nach freier Flüssigkeit im Bauchraum gesucht, was u. a. im Rahmen einer Krebserkrankung auftreten kann. Bei einigen Krebsarten kann die Ultraschalluntersuchung auch für eine erste, grobe Tumorsuche/-beurteilung eingesetzt werden.
    Die hier gewonnen Informationen dienen jedoch in jedem Falle nur zur Orientierung und liefern die Möglichkeit einer ersten Einschätzung. Für die genaue Diagnostik sind weitere Untersuchungen und bildgebende Verfahren notwendig.
  • Endosonographie: Hier wird im Rahmen einer Endoskopie (Magenspiegelung, Darmspiegelung) mittels Ultraschallsonde die entsprechende Region untersucht. Dabei kann eine erste Einschätzung bezüglich der lokalen Ausdehnung des Tumors und dessen Eindringtiefe in die Organwand getroffen werden. Bei einer Magenspiegelung zum Beispiel kann der Magenkarzinoms und dessen Ausbreitung in der Magenwand beurteilt werden.
  • CT von Bauch, Becken und Brustkorb: Hier wird gezielt nach bösartigen Tumoren und Metastasen in Lymphknoten und anderen Organen gesucht. Ergänzend kann ein MRT gemacht werden, was aber nicht immer Standard ist.
  • Ultraschall des Halses: Hier wird nach vergrößerten Lymphknoten geguckt. Im Rahmen von bestimmten Krebserkrankungen (z. B. Schilddrüsenkrebs) kann es auch ein erster Schritt im Rahmen der Diagnostik sein und erste Anhaltspunkte zu Art und Größe des Karzinoms bringen.
  • Laparoskopie: Die Bauchspiegelung erfolgt bei einigen Tumoren, wie z. B. dem Pankreaskarzinom zur Sicherung der Diagnose. Hier werden die anatomischen Gegebenheiten, die Ausbreitung und der Tumor selbst beurteilt und bei Bedarf Proben entnommen oder, wenn möglich, dieser direkt entfernt.

Klassifikation

Die Klassifikation kann anhand verschiedener, teils individueller Systeme erfolgen. Eines der bekanntesten Klassifikationssysteme ist die sogenannte TNM-Klassifikation:

  • T: Das „T“ beschreibt die Ausdehnung des eigentlichen Tumors, des sog. Primärtumors.
    • Tcis: Carcinoma in situ. Das bedeutet, dass der Tumor ist auf die oberste Zellschicht beschränkt ist und nicht in die Tiefe wächst. Das bedeutet in der Regel eine gute Prognose und keine Metastasierung.
    • T1–T4: Ausdehnung des Tumors in die tieferen Gewebsschichten, wobei T4 das übergreifende Wachstum auf Nachbarorgane bezeichnet.
  • N: Hier wird der Befall von Lymphknoten (den sog. ‚Nodi lymphoidei‘) näher beschrieben (also, ob es regionale/regionäre Metastasen gibt)
    • N0: kein Lymphknotenbefall
    • N1–N3: beschreibt abhängig von der Art des Tumors das Ausmaß des Lymphknotenbefalls
  • M: Das „M“ bezeichnet den Grad der Metastasierung, also ob der Primärtumor bereits in andere Organe oder Gewebe gestreut hat und Tochtergeschwülste existieren, die sog. Fernmetastasen.
    • M0: keine Fernmetastasen
    • M1: Fernmetastasen vorhanden.

 

Exkurs: UICC-Stadium
Die UICC (Union for international cancer control) ist eine internationale Organisation, die anhand der TNM-Klassifikation klinische Stadien entwickelt, die Therapiemöglichkeiten und Prognose einzelner bösartiger Krebserkrankungen berücksichtigt. Kernaufgabe ist die Erforschung, Prävention und Behandlung von Krebserkrankungen.
  • UICC I: T1 N0 M0
  • UICC II: T1 N0 M0
  • UICC III: T3/T4 N0 M0
  • UICC IV: jedes T N1 M1

In der Einteilung bzw. Klassifizierung von Krebserkrankungen gibt es einige spezielle Systeme, welche in den jeweiligen Artikeln behandelt werden.

Grading

Das Grading beschreibt wie sehr sich die Zelle histologisch (d. h. mikroskopisch) von ihrem ursprünglichen Zustand verändert hat. Der Mediziner spricht hier vom Grad der Differenzierung. Eine gut differenzierte Krebszelle ist weiterhin sehr spezialisiert, d. h. sie ist ihrem Ursprungsgewebe sehr ähnlich. Eine schlecht differenzierte Tumorzelle hat noch wenig Ähnlichkeit mit dem Ursprungsgewebe und im Allgemeinen eine hohe Teilungsrate. Sie teilt sich also schnell und häufig. Eine schlechte Differenzierung spricht für eine hohe Malignität, ist also sehr bösartig.

  • G1: hohe Übereinstimmung mit dem Ursprungsgewebe – gute/hohe Differenzierung
  • G2: mäßige Differenzierung
  • G3: schlechte/niedrige Differenzierung
  • G4: undifferenziert – das Ursprungsgewebe ist nicht mehr zu erkennen
  • G9: nicht beurteilbar

Das Grading lässt also einen Rückschluss auf Malignität und Prognose zu. Hat eine Zelle ein schnelles und aggressives Wachstum und hat sie sich von ihrer Ursprungsgestalt verändert, ist sie schlecht differenziert. Je schlechter differenziert, desto bösartiger der Tumor und desto schlechter die Prognose.

Mehr Informationen zum Thema Krebs in diesem Video

Krebs durch Rauchen? Vererbbar? Heilbar? Typische Symptome? 5 Fragen und populäre Irrtümer zum Thema Krebs erklärt Dr. Tobias Weigl in diesem Video.

Was tut der Arzt? Teil 2: Die Behandlung – OP, Chemotherapie und Bestrahlung

Bei der Krebstherapie fließen verschiedene Komponenten in die Therapieentscheidung mit ein. Oft wird die Entscheidung im Rahmen einer Tumorkonferenz getroffen. Dabei kommen Ärzte und andere Mitarbeiter verschiedener Fachrichtungen zusammen und besprechen die jeweiligen Patienten fachübergreifend. Es erfolgt die Abwägung von:

  • Art und Ort des Karzinoms
  • Stadium
  • Prognose
  • Behandlungsoptionen
  • Allgemeinzustand des Patienten
  • Begleiterkrankungen
  • Psychische Situation
  • Soziale Situation

Das Therapieziel

Bei der Festlegung des Therapieziels wird unterschieden zwischen:

  • kurativer Therapie: Das Ziel ist eine Heilung der Erkrankung und somit die vollständige Genesung des Patienten. Kurative Therapie ist meist eine Operation mit Entfernung des Tumors. Unterstützend können Bestrahlung und Chemotherapie hinzukommen.
  • palliativer Therapie: Eine Heilung ist nicht mehr möglich. Ziel ist hier eine Linderung der Beschwerden und ein Erhalt bzw. eine Verbesserung der Lebensqualität des Patienten.
  • supportiver Therapie: Die Prognose und die Lebensqualität während der Therapie sollen verbessert werden. Hierunter fallen Schmerztherapie, psychoonkologische Therapie, Antiemetika (Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen), Antibiotika u. v. m.

Die Operation

Ziel der Operation eines Karzinoms ist in erster Linie die komplette Resektion, also die Komplette Entfernung des Tumors. Dabei wird der Resektionsgrad R des Tumors angegeben. R0 bedeutet eine komplette Entfernung des Tumors. Dabei sind weder mikroskopisch noch makroskopisch (also mit dem bloßen Auge) Tumoranteile am Rand des herausgeschnittenen Tumorpräparats mehr nachweisbar. Bei einer R1-Resektion findet der Pathologe mikroskopisch noch Tumoranteile am Rande des Präparats. Hier kann eine weitere Operation zur Nachresektion erfolgen. R2 bedeutet, dass während der Operation erkannt wird, dass der Tumor nicht vollständig entfernt werden kann und somit Tumoranteile im Körper verbleiben.

Auf mögliche Komplikationen im Rahmen einer Operation wird in den jeweiligen Artikeln zu den Erkrankungen gesondert eingegangen. Ebenso das angestrebte Ausmaß der Operation, sprich, was genau entfernt werden sollte (Lymphknoten etc.), wird in den jeweiligen Artikeln näher erläutert.

Bestrahlung und Chemotherapie

Zwei weitere Komponenten der verschiedenen Zielsetzungen sind die neoadjuvante Radio- und Chemotherapie und die adjuvante Radio- und Chemotherapie. Neoadjuvant bedeutet, dass die Chemotherapie oder Bestrahlung vor einer geplanten Operation durchgeführt wird. Dabei soll eine Verkleinerung des Tumors und somit eine bessere Operabilität erzielt werden. Auch ist es möglich einen initial nicht komplett entfernbaren Tumor soweit zu verkleinern, dass eine komplette Resektion erfolgen kann. Außerdem wird das Risiko für ein Wiederkehren des Tumors verringert. Die adjuvante Therapie erfolgt im Anschluss an eine Operation. Sie dient entweder zur Bekämpfung vorhandener Metastasen oder soll möglicherweise im Körper verbliebene Krebszellen abtöten. Das Risiko für eine spätere Metastasenbildung oder ein Lokalrezidiv wird gesenkt.

Es stehen unterschiedlichste Medikamente für eine neoadjuvante oder adjuvante Chemotherapie zur Verfügung. Diesen Medikamenten ist gemeinsam, dass sie zum Ziel haben die sich zu schnell vermehrenden Krebszellen zu vernichten. Dabei werden viele Nebenwirkungen in Kauf genommen (Übelkeit, Erbrechen, Haarausfall, erhöhte Infektanfälligkeit usw.).

Die Bestrahlung (sog. ‚Radiatio‘) dient meist zur Verkleinerung eines Primärtumors oder nach erfolgter Operation zur Nachbehandlung und somit Abtötung möglicherweise verbliebener Tumorzellen im Rahmen der kurativen Therapie. Sie kommt aber auch oft im palliativen Bereich zum Einsatz. Besonders die Bestrahlung von Knochenmetastasen zur Schmerzlinderung und Stabilisierung des Knochens ist effektiv.

Bei der Radiochemotherapie kommt die Kombination von Chemotherapie und Bestrahlung zum Einsatz. Durch die Chemotherapie kann die Empfindlichkeit des bösartigen Tumors für die Strahlen erhöht werden. Somit wird dieser anfälliger für die Bestrahlung und es kann im Idealfall ein deutlich besserer Effekt im Sinne einer Tumorverkleinerung oder -vernichtung erreicht werden.

 

Gut zu wissen! Ionisierende Strahlung
Bei der Bestrahlung kommt eine sog. ionisierende Strahlung zum Einsatz. Durch diese energiereiche Strahlung wird die Zellteilung gehemmt und Zellen werden zerstört. Zu den ionisierenden Strahlungen gehört u. a. auch die Röntgenstrahlung.

 

Weitere Therapien

Weitere medikamentöse Therapien sind die Hormontherapie und die Therapie mit den sog. ‚Biologicals‘. Die Hormontherapie kommt beispielsweise beim Prostatakarzinom zum Einsatz. Unter Biologicals versteht man Antikörper, die u. a. bei der Therapie von Lymphomen eingesetzt werden.

Schmerztherapie

Die Schmerztherapie sollte anhand des WHO-Stufenschemas erfolgen durch eine Kombination verschiedener schwächerer und stärkerer Schmerzmittel darstellen. Für genauere Informationen diesbezüglich siehe: WHO-Stufenschema

Häufige Patientenfragen

Was bedeutet Staging?

Dr. T. Weigl:
Wenn die Ärzte vom „Tumorstaging“ sprechen, meinen sie die genaue Untersuchung des gesamten Körpers. Mittels verschiedener Untersuchungstechniken (Ultraschall, CT, Probenentnahmen, Endoskopie usw.) wird die genaue Ausbreitung und Ausdehnung der Krebserkrankung bestimmt: Ausdehnung des Primärtumors, Fernmetastasen, Lymphknotenbefall. Auf Basis dieser Erkenntnisse wird dann das Therapiekonzept festgelegt.

Was ist eine Radiochemotherapie?

Dr. T. Weigl:
Der Begriff setzt sich zusammen aus der Radiotherapie, also der Bestrahlung, und der Chemotherapie. Die Kombination soll eine möglichst optimale Bekämpfung der Krebserkrankung liefern.

Muss man eine Krebserkrankung behandeln?

Dr. T. Weigl:
Ja. Die Erkrankung an einem bösartigen Tumor sollte unbedingt behandelt werden. Andernfalls würde die Erkrankung ungehindert fortschreiten und schließlich zum Tode führen.

Dies ist der zweite Teil unserer Einführung zum Thema Krebs. Mehr erfahren Sie im Artikel: Krebs Teil 1 – Definition, Entstehung, Risikofaktoren und Vorsorge
 

Lina ist erleichtert. Ute nimmt sich Zeit und erklärt ihr den Befund ihrer Mutter. Sie braucht sich keine Sorgen machen, aufgrund der Krebserkrankung ihrer Mutter ebenfalls an Krebs zu erkranken. Dieser ist nicht erblich.

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Haben auch Sie Erfahrungen mit Krebserkrankungen? Haben Sie Fragen zum Thema? Nutzen Sie unsere Kommentarfunktion unten für den Austausch untereinander und mit uns!
 
Autoren: Dr. Tobias Weigl, Claudia Scheur
Redaktion: Marek Firlej
Veröffentlicht am: 10.05.2018, zuletzt aktualisiert: 12.11.2018
 
Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt.

Quellen

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