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Übelkeit und Erbrechen – Zwei häufige Symptome und viele mögliche Ursachen

„Bei Übelkeit und Erbrechen handelt es sich um zwei häufige Symptome, die meist in Kombination miteinander, oft aber auch in Kombination mit anderen Beschwerden, bspw. Bauchschmerzen, einhergehen und durchaus Anzeichen schwerwiegenderer Erkrankungen sein können.“
— Dr. Tobias Weigl

Von Medizinern geprüft und nach besten wissenschaftlichen Standards verfasst

Dieser Text wurde gemäß medizinischer Fachliteratur, aktuellen Leitlinien und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

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Oft macht sich ein flaues Gefühl im Bereich des Magens bemerkbar, dann folgt das Erbrechen. Die Übelkeit (sog. ‚Nausea‘) geht in den meisten Fällen dem Erbrechen (sog. ‚Emesis‘) voraus. Bei diesen beiden Beschwerden handelt es sich um häufige, in den meisten Fällen uncharakteristische Begleitsymptome vieler verschiedener infrage kommender Erkrankungen. Im Rahmen der diagnostischen Abklärung schaut ein Arzt vor allem auf die neben der Übelkeit und dem Erbrechen bestehenden Symptome, da vor allem diese Schlüsse auf mögliche Grunderkrankungen zulassen. Problematisch wird die Diagnosestellung dann, wenn sich Übelkeit und Erbrechen allein ergeben und in keiner Beziehung zu anderen Symptomen stehen. Die Therapie erfolgt sowohl kausal als auch symptomatisch. Das heißt, dass vor allem die Grunderkrankung behandelt wird, die das Erbrechen auslöst. Allerdings müssen auch die durch das Erbrechen entstandenen körperlichen Folgen behandelt werden, bspw. der Flüssigkeitsverlust und die Konzentration der Körpersalze.

Mit einem von Tränen getrübten Blick fixiert Max die Kloschüssel, nachdem er sich mehrfach hintereinander entleert hat. „Das ist ja echt zum Kotzen“, bemerkt seine Freundin Irina ironisch, während sie in der Tür steht und endlich erkennt, warum ihr Freund nach dem schönen Abend in dem neuen Restaurant so schnell nach Hause wollte. Ächzend bringt Max hervor: „Keine Ahnung, was hier los ist… Aber es muss doch am Essen liegen. Irgendwas hat da gar nicht gepasst.“ – „Warte einfach erstmal ab, ob da noch was kommt. Ich hab dir schon ’nen Eimer ans Bett gestellt und morgen schauen wir, ob wir mit dir zum Arzt müssen oder ob du ein bisschen feste Nahrung und vor allem Flüssigkeit drin behalten kannst.“

Warum wird uns übel und warum erbrechen wir?

Sowohl bei Übelkeit als auch bei Erbrechen handelt es sich im Grunde um körpereigene Warn- und Schutzmechanismen, die dazu dienen, unseren Körper vor Vergiftungen, schlechtgewordenen Lebensmitteln o. Ä. zu bewahren. Der Vorgang, der sich beim Erbrechen innerhalb unseres Körpers abspielt, ist dabei komplexer als man vielleicht erwartet.

Im folgenden Video erklärt Dr. T. Weigl die beiden Symptome Übelkeit und Erbrechen

Gut zu wissen!
Nicht zu verwechseln ist das Erbrechen mit der sogenannten Regurgitation, welche den Umstand beschreibt, dass Inhalt von Hohlorganen nicht den üblichen Weg nimmt, sondern sich rückwärts bewegt. Dies ist z. B. bei einem Übertritt von Speisebrei aus dem Magen oder der Speiseröhre in den Mund der Fall. Dies geschieht bspw. bei der Reflux-Erkrankung, die häufig von Sodbrennen begleitet wird und bei der Magensaft in die Speiseröhre (sog. ‚Ösophagus‘) gelangt. Im Gegensatz dazu wird beim Erbrechen auch saurer Magen- und ggf. Dünndarminhalt nach außen befördert.

Dr. Tobias Weigl erklärt im nachfolgenden Beitrag wichtige Aspekte zur angemessenen Schlafposition für von Reflux Betroffene und gibt weitere Tipps, die vor dem Zu-Bett-Gehen helfen können.

Im Magen-Darm-Trakt gibt es bestimmte Rezeptoren, die auf schädliche Substanzen anspringen. Diese Informationen werden über den sogenannten Vagusnerv an das im Hirn gelegene Brechzentrum weitergeleitet, welches alle Bereiche des Gehirns umfasst, die am Prozess des Erbrechens beteiligt sind. Das Brechzentrum leitet dann Reize an verschiedene Muskeln weiter, die entsprechend reagieren. Der Magen erschlafft, der Dünndarm zieht sich zusammen – der Inhalt des Dünndarms gelangt in den Magen. Über weitere Muskeln, die koordiniert anspannen und entspannen, wird der Mageninhalt schließlich in die Speiseröhre, den Mund und nach draußen „gepumpt“.

Gut zu wissen!
Während des Erbrechens sorgen weitere Signale an bestimmte Muskeln dafür, dass Stimmritze sowie Nasen- und Rachenraum verschlossen sind, sodass kein Mageninhalt eingeatmet werden kann.

Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei Übelkeit und Erbrechen um Symptome, die infolge vieler verschiedener Grunderkrankungen eintreten können. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um gastrointestinale Erkrankungen, also all jene Erkrankungen, die Magen und Darm betreffen.
Als häufigste Ursachen für Erbrechen gelten die folgenden:

Allerdings können die Symptome auch in Kombination mit anderen Beschwerden einhergehen, die mehr oder weniger organspezifisch sind. Es ist möglich, dass man an Übelkeit und Erbrechen leidet, wenn eine Krankheit vorliegt,

  • die das hormonelle System sowie den Stoffwechselprozess betrifft
    (sog. ‚endokrinologisch-metabolisch‘),
  • die Herz und Lunge betrifft (sog. ‚kardiologisch-pulmologisch‘),
  • die gynäkologischen Ursprungs ist,
  • die das Auge betrifft (sog. ‚ophthalmologisch‘),
  • die das Ohr betrifft (sog. ‚otologisch‘) oder
  • die neurologisch-psychiatrischen Ursprungs ist.

Im Nachfolgenden widmet sich dieser Artikel einzelnen Bereichen, in denen eine Erkrankung entstehen kann, die Übelkeit und Erbrechen verursacht und nennt, aufgrund der vielen Möglichkeiten, beispielhaft Ursachen.

Störungen im Verdauungstrakt

Am häufigsten ereignen sich Übelkeit und Erbrechen aufgrund von Problemen in den Bereichen Magen und Darm. Dort führen Infektionen mit Viren oder Bakterien bspw. zu einer Magenschleimhautentzündung (sog. ‚Gastritis‘) oder zu Magengeschwüren. Ebenso verantwortlich für die Symptome können ein Darmverschluss (sog. ‚Ileus‘), eine Verengung des Magenausgangs (sog. ‚Pylorusstenose‘), eine Entzündung des Blinddarmwurmfortsatzes (sog. ‚Appendizitis‘) oder Darmkoliken sein, also spastische Kontraktionen des Darms, infolge welcher es zu krampfartigen Schmerzen kommt. In diesem Zusammenhang seien auch noch entzündliche Erkrankungen weiterer Organe zu nennen. Dazu gehören bspw. die Gallenblase mit einer Gallenblasenentzündung (sog. ‚Cholezystitis‘), die entzündete Bauchspeicheldrüse (sog. ‚Pankreatitis‘) oder eine Leberentzündung (sog. ‚Hepatitis‘).

Beispiel Gastritis

Der Magen dient als Zwischenspeicher, in dem Nahrung zerkleinert und gespalten wird. Er produziert überdies Magensäure sowie einen Schutzfilm, der ihn vor ebendieser schützt, sodass es nicht zu einer „Selbstverdauung“ kommt. Eine Gastritis beschreibt vor diesem Hintergrund eine Entzündung der Magenschleimhaut, deren Ursachen vielfältig sein können. Als Auslöser für eine Gastritis gelten u. a. akute Infektionen mit Bakterien, Viren oder Pilzen, Lebensmittelvergiftungen, ein Zuviel an Nikotin, Alkohol, Kaffee oder scharfem Essen, psychischer Stress, körperlicher Stress, diverse Medikamente wie bspw. Ibuprofen, Diclofenac oder Kortison, eine Strahlentherapie sowie Verätzungen durch Säuren.
Typische und häufige Anzeichen für eine Gastritis sind Schmerzen im Oberbauch, Übelkeit, ein Völlegefühl, viel Hunger bei wenig Appetit, Schmerzen bei nüchternem Magen und nach dem Essen sowie eine außergewöhnlich schnelle Sattheit.
Mehr zum Thema Gastritis erfahren Sie im umfassenden Artikel sowie im nachfolgenden Video-Beitrag, indem sich Dr. Tobias Weigl sowohl akuten als auch regelmäßigen Magenschmerzen widmet und erklärt, wie der Magen aufgebaut ist, welche Aufgaben er hat und wie eine Gastritis entsteht und therapiert wird.

Übelkeit und Erbrechen infolge einer Medikamenteneinnahme

Viele Medikamente gehen mit Übelkeit und Erbrechen als mögliche Nebenwirkungen einher. Dazu zählen nicht nur zur Krebstherapie eingesetzte sogenannte Zytostatika, sondern auch einige Antibiotika sowie diverse Schmerzmittel. So gelten als häufige Nebenwirkungen des nicht-steroidalen Antirheumatikums Diclofenac, das rezeptfrei erhältlich ist, sowohl Übelkeit als auch Erbrechen. Aber auch Schmerzmittel mit höherer Potenz, bspw. Opioide wie Tilidin oder Tramadol, listen Übelkeit und Erbrechen als mögliche Nebenwirkungen.

Video-Exkurs: Die schwachen Opioide Tramadol & Tilidin im Check
Im nachfolgenden Beitrag widmet sich Dr. Tobias Weigl den Medikamenten Tramadol und Tilidin, erklärt deren Funktion als Narkose-Medikament, als Schmerzmittel in der Intensiv- sowie Notfallmedizin und als wichtigen Baustein einer Schmerztherapie.

Beispiel Krebstherapie

Wie eingangs bereits erwähnt, können die bei Krebs zum Einsatz kommenden Medikamente starkes Unwohlsein bei Patienten auslösen. Dies kann zusammenhängen mit Medikamenten, die bei der Chemotherapie Verwendung finden, die bei einer Narkose zum Einsatz kommen oder die im Rahmen der Schmerztherapie gegeben werden. Viele der Medikamente in der Chemotherapie lösen im Körper eine natürliche Reaktion aus, die er auch infolge giftiger oder verdorbener Nahrungsmittel zeigen würde: Er möchte die fremden Substanzen über Erbrechen ausscheiden. Eine andere Art und Weise, auf die in diesem Zusammenhang Übelkeit und Erbrechen auftreten können, ergibt sich bspw. bei der Gabe von Opioiden. Dabei handelt es sich um Schmerzmittel, die direkt am zentralen Nervensystem ansetzen und ggf. auch das eingangs erwähnte Brechzentrum stimulieren können. Dazu gehören schwache Opioide wie Tildin oder Tramadol, aber auch stärkere Vertreter wie Morphin, Fentanyl oder Oxycodon. Letztlich sei an dieser Stelle noch das allseits bekannte Aspirin zu erwähnen. Dieses gehört zu den sogenannten nicht-steroidalen Antiphlogistika und reizt und schädigt die Schleimhäute von Magen und Darm, was letztlich zu Übelkeit und Erbrechen führen kann.
Weitere Aspekte der Krebstherapie, die Übelkeit und Erbrechen verursachen können, bestehen vor allem im Zusammenhang mit der Bestrahlung, bei der bspw. je nach Strahlenfeld die Schleimhäute von Magen und Darm gereizt werden können. Überdies verursacht eine sehr hoch dosierte Bestrahlung, dass körpereigene Abbauprodukte und Entzündungsfaktoren hervorgerufen werden, wenn infolge der Bestrahlung sehr viele Zellen zeitgleich zerfallen – am Ende kann auch hier Übelkeit bestehen. Zu guter Letzt ist es auch möglich, dass im Rahmen einer Schädelbestrahlung das Brechzentrum im Gehirn beeinträchtigt wird.

Mehr zum Thema Krebs, den Entstehungsursachen der bösartigen Geschwülste (sog. ‚maligne Tumoren/Neoplasien‘) und Behandlungsmöglichkeiten erfahren Sie im nachfolgenden Beitrag, in dem sich Dr. Tobias Weigl diverser Fragen rund um die gefürchtete Diagnose annimmt.

Kardiale Erkrankungen

Zu den kardialen Erkrankungen, die Übelkeit und Erbrechen verursachen können, zählen vor allem die Herzschwäche (sog. ‚Herzinsuffizienz/Myokardinsuffizienz‘), der Herzinfarkt (sog. ‚Myokardinfarkt‘) und die sogenannte Hypertensive Krise, bei welcher der Blutdruck stark zunimmt, aber keine Organschäden entstehen.

Beispiel Herzinfarkt

Ein Herzinfarkt bezeichnet den akuten Verschluss der Herzkranzgefäße (sog. ‚Koronargefäße‘), wodurch der Herzmuskel nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird – die Zellen beginnen, abzusterben. Die Wahrscheinlichkeit, an einem Herzinfarkt zu erkranken, steigt mit entsprechenden Risikofaktoren, zu denen u. a. Rauchen, Bluthochdruck, erhöhte Cholesterin-Werte, Diabetes mellitus, Übergewicht, gesteigerter Alkoholkonsum, Bewegungsmangel, Stress sowie familiäre Veranlagung zählen. Als charakteristisches Symptom für einen Herzinfarkt gelten (linksseitige) Brustschmerzen. Allerdings können weitere Symptome wie Atemnot, Blässe, Schwindel, ein Schwächegefühl oder Übelkeit und Erbrechen hinzukommen. Bei Frauen kann es sogar sein, dass die einzigen Beschwerden, die auf das Vorliegen eines Herzinfarkts hindeuten, Übelkeit sowie ein Druckgefühl hinter dem Brustbein sind.

Der Herzinfarkt gilt als häufigste Todesursache und ist meist Folge der sehr häufigen Koronaren Herzkrankheit (kurz: KHK), welche wiederum in den meisten Fällen auf eine Arteriosklerose zurückzuführen ist. Worin bestehen aber Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Verdacht auf Herzinfarkt und wie verteilt sich die Erkrankung in Bezug auf die Geschlechter? Diese und weitere Fragen beantwortet Dr. Tobias Weigl im nachfolgenden Beitrag.

Zentrale Erkrankungen

Unter den zentralen Erkrankungen sind all jene zusammengefasst, die im Zusammenhang mit dem zentralen Nervensystem stehen. Viele von ihnen können als Symptom Übelkeit und Erbrechen haben. Dazu zählen bspw. Gehirnverletzungen, ein Schlaganfall (sog. ‚apoplektischer Insult‘), Gehirnblutungen, Migräne, ein Gehirntumor, Meningitis, Borreliose, Frühsommer-Meningoenzephalitis (kurz: FSME), Multiple Sklerose oder Morbus Menière. In diesem Zusammenhang spricht man auch von zentralem bzw. zentral ausgelöstem Erbrechen.

Beispiel Schlaganfall

Bei einem Schlaganfall fallen – wie der Name besagt – schlagartig Funktionen des Gehirns aus. In den meisten Fällen ist eine Mangeldurchblutung (sog. ‚Ischämie‘) die Ursache. Bis zu 85 Prozent aller Schlaganfälle sind auf Verschlüsse gehirnversorgender Blutgefäße zurückzuführen.
Dies kann zunächst einen Hirninfarkt herbeiführen, der einerseits durch einen Blutpfropfen mit anschließendem Arterienverschluss entsteht oder andererseits durch einen Hirnarterienverschluss infolge einer Verkalkung.
Die zweithäufigste Ursache für einen Schlaganfall ist eine Hirnblutung. Bis zu 20 Prozent aller Schlaganfälle sind zurückzuführen auf Blutungen innerhalb des Gehirns (sog. ‚Interzerebralblutung‘)oder Blutungen zwischen den Hirnhäuten (sog. ‚Subarachnoidalblutung‘).
Zu den Symptomen eines Schlaganfalls zählen Sehstörungen, Sprach- und Sprachverständnisstörungen, Lähmungen und ein Taubheitsgefühl, Schwindel, Gangunsicherheit sowie zum Teil heftige Kopfschmerzen. Letztere können mit Übelkeit sowie Erbrechen einhergehen.

Exkurs: Kopfschmerzen
Kopfschmerzen sind nicht gleich Kopfschmerzen. Aus medizinischer Sicht geht die Einteilung noch viel weiter. Unter anderem sollte man unterscheiden zwischen „normalen“ Kopfschmerzen, Migräne, Spannungskopfschmerzen und sogenannten Clusterkopfschmerzen. Denn auch die Behandlungsansätze unterscheiden sich je nach Diagnose stark.

Der nachfolgende Beitrag von Dr. Tobias Weigl enthält einen Test, der Ihnen dazu dienen kann, zu erkennen, an welcher Art Kopfschmerzen sie leiden. Dabei werden typische Fragen gestellt, die auch in einem Arzt-Patienten-Gespräch zur Sprache kämen. Dieser Test dient allerdings nur der Orientierung und ersetzt keineswegs einen Arztbesuch.

Stoffwechselstörungen

Unter den Stoffwechselstörungen, die mit Übelkeit sowie Erbrechen einhergehen, befinden sich u. a. die Niereninsuffizienz, die Leberinsuffizienz, eine Entgleisung des Diabetes mellitus, die sogenannte Addison-Krise, ein Hitzschlag, die Reisekrankheit sowie Botulismus, eine lebensbedrohliche Form der Nahrungsmittelvergiftung.

Gut zu wissen!
Bei der Addison-Krise handelt es sich um eine lebensbedrohliche Form der seltenen Erkrankung Morbus Addison, die wiederum eine Unterfunktion der Nebennieren sowie Nebennierenrinde bezeichnet. Ereignet sich im Rahmen dieser Erkrankung die Addison-Krise, kommt es dazu, dass der Hormonspiegel plötzlich absinkt, was schwere Kreislaufstörungen sowie ggf. Koma zur Folge haben kann.

Beispiel Nierenschwäche

Eine Nierenschwäche (sog. ‚Niereninsuffizienz‘) beschreibt den Umstand, dass die Funktionsfähigkeit der Nieren akut oder chronisch eingeschränkt ist. Bei der chronischen Form der Erkrankung kommt es im Verlauf zu immer mehr Symptomen. Im Anfangsstadium einer chronischen Niereninsuffizienz gibt es kaum nennenswerte Symptomen. Die Beschwerden umfassen zu dieser Zeit möglicherweise ein allgemeines Unwohlsein sowie eine verminderte Leistungsfähigkeit. Allerdings kommt es im weiteren Verlauf der Erkrankung zu den sogenannten urämischen Symptomen, die Ergebnis von Organschädigungen sind. Diese Organschädigungen sind wiederum zurückzuführen auf den Umstand, dass sich infolge der Nierenunterfunktion harnpflichtige Substanzen im Körper stauen. Die Symptome und Folgeerscheinungen werden dann zahlreich und umfassen Wesensveränderungen, Bewusstseinsstörungen, Bluthochdruck, Herzinsuffizienz, Ödem(e) in der Lunge, Übelkeit und Erbrechen, eine Magenschleimhautentzündung (sog. ‚Gastritis‘), Blutarmut (sog. ‚Anämie‘) und einige weitere.

Exkurs: Die Aufgaben von Blut
Unser Blut übernimmt essentielle Aufgaben im Körper. Es dient als Transportsystem für Gase wie Sauerstoff und Kohlendioxid, Nährstoffe und Hormone sowie Giftstoffe und befördert diese zu den entsprechenden Zielorganen. Es dient überdies der Blutgerinnung, sorgt für die Immunabwehr und regelt unseren Säure-Basen-Haushalt.

Mehr über das Blut, von dem ein Erwachsener etwa 5–6 Liter im Körper hat, seine Aufgaben sowie seine einzelnen Bestandteile erfahren Sie im umfassenden Artikel zum Thema sowie im nachfolgenden Beitrag von Dr. Tobias Weigl.

Psychische Ursachen

Bei den psychischen Ursachen seien an dieser Stelle vor allem Essstörungen, ein gesteigerter Würgereflex sowie Ekel zu nennen.

Beispiel Ekel

Bei Ekel handelt es sich um eine Basisemotion des Menschen, dessen Reflex im limbischen System gelegen ist. Dabei handelt es sich um den Teil des Gehirns, der in Verbindung mit dem Hypothalamus an der Regulation des Trieb- und Affektverhaltens beteiligt ist. Im Allgemeinen empfindet man Ekel, wenn man verschmutzten oder verdorbenen Objekten ausgesetzt ist. Worin diese Objekte aber wiederum bestehen, hängt sowohl von der Kultur als auch der Erziehung ab. Dabei kann der Ekel nicht nur durch Nahrung o. Ä. ausgelöst werden, sondern entsteht auch bei der Konfrontation mit anderen als widerwärtig empfundenen Reizen wie bspw. Schleim oder Gewaltdarstellungen. Während Säuglinge noch vor allem bitteren oder sauren Geschmack als ekelerregend empfinden, sind Ekelreaktion bei Kindern im Alter von
4–8 Jahren nicht mehr nur angeborener Natur, sondern durch Kultur und Erziehung beeinflusst. Im Erwachsenenalter entsteht Ekel vor allem aufgrund bspw. körperlicher Verschmutzung oder ekelerregend empfundenem interpersonellen Kontakt. Es handelt sich um die Konfrontation mit als unangenehm bzw. fast unerträglich wahrgenommen Sinnesreizen, die vorwiegend den Geruchs-, den Seh- sowie Tastsinn betreffen. In der Regel lösen akustische Reize seltener Ekel hervor. Der Ekel als abwehrendes Gefühl geht mit diversen körperlichen Reaktionen wie Übelkeit, Erbrechen, Würgen und schlechtem Geschmack im Mund einher.

Die Symptome: Welche Beschwerden können in Zusammenhang mit Übelkeit und Erbrechen eintreten?

Auch wenn es sich bei Übelkeit und Erbrechen im eigentlichen Sinne ohnehin um Symptome und keine Erkrankungen handelt, kommen diese in der Regel nur selten allein daher.
Zu den klassischen Begleitsymptomen bei leichtem Erbrechen gehören vermehrte Speichelabsonderung, eine verlangsamte Atmung, Würgen sowie unkoordinierte Atembewegungen.
Ereignet sich das Erbrechen dagegen häufiger, so kommt es vor allem zu einem dauerhaften Nahrungs- sowie Flüssigkeitsverlust. Darauf können zum Teil gefährliche Situationen folgen. Unter anderem ist es möglich, dass es zu einer Stoffwechsel- sowie Elektrolytentgleisung und zu Gewichtsverlust kommt. Des Weiteren können sich auch weitere Symptome wie eine Verschlechterung des Blutzucker- und Energiehaushaltes, ein veränderter Blutdruck sowie eine beeinträchtigte Nierenfunktion ergeben.
Je nachdem, welche Art von Erkrankung der Übelkeit und dem Erbrechen zugrunde liegt, kann es überdies zu umfassender Begleitsymptomatik kommen. Zu der Begleitsymptomatik, aufgrund welcher Erbrechen differenziert betrachtet werden muss, zählen u. a.:

Video-Exkurs: Fieber
Was sagt die erhöhte Körpertemperatur über den Gesundheitszustand aus und ab wann wird Fieber richtig gefährlich? Wozu dient eigentlich die Fähigkeit des Körpers, die Temperatur so stark erhöhen zu können? Diese und weitere Fragen beantwortet Dr. Tobias Weigl im nachfolgenden Beitrag.

Sicherlich war auch Ihnen schon einmal übel und Sie haben sich übergeben müssen? Doch handelte sich um eine einfache, schnell vorübergehende Übelkeit oder steckte doch eine tiefere Ursache dahinter? Wenn ja, aus welchem Bereich stammte diese? (Mehrfachnennungen möglich) Mit Ihrer Teilnahme an dieser Umfrage helfen Sie anderen Betroffenen dabei, ihre Beschwerden besser einschätzen zu können.

Was tut der Arzt? Teil 1: Die Diagnose

Den Anfang der Diagnose macht im Zusammenhang mit den Symptomen das Anamnesegespräch, also das Gespräch zwischen Arzt und Patient, in dem allgemein erfragt wird-, wie häufig ein Patient bspw. welches Medikament einnimmt. Im Rahmen von Übelkeit und Erbrechen kommt vor allem aber auch das Erbrochene (sog. ‚Vomitus‘) selbst zur Sprache, da schon dieses Rückschlüsse auf den Ursprung der Erkrankung zulässt. So deutet bspw. blutiges Erbrechen (sog. ‚Hämatemesis‘) auf eine Blutung im Bereich von Magen oder Darm hin, während ein grünes, galliges Erbrechen auf ein Passagehindernis in der Nähe des sogenannten Papilla duodeni major, eine Einmündung des Gallengans und des Pankreas-Hauptausführungsgangs, hindeuten kann. Eher selten kann es auch zum Erbrechen von Kot (sog. ‚Miserere‘) kommen, was ein Hinweis auf bspw. einen Darmverschluss sein kann. Im Rahmen des Gesprächs erfragt der Arzt dann zudem weitere Aspekte, die ihm Hinweise auf mögliche Grunderkrankungen liefern. Dazu zählen u. a.:

  • Zeitpunkt des Erbrechens
  • Verlauf des Erbrechens
  • Begleitsymptomatik
  • Begleiterkrankungen
  • Medikation

Ebendieses Gespräch beeinflusst dann das weitere diagnostische Vorgehen.
Allerdings findet in beinahe jedem Fall eine körperliche Untersuchung statt, die generell mit einer Inspektion des Patienten beginnt. Dabei versucht der Arzt, die allgemeine Bewusstseinslage des Patienten einzuschätzen und schaut bspw. nach Hautverfärbungen. Sind Augäpfel oder die Haut in Teilen verfärbt, liegt also Gelbsucht (sog. ‚Ikterus‘) vor, so ist von einer Erkrankung auszugehen, welche die Leber oder die Galle betrifft. Sodann wird der Arzt den Patienten auch abtasten und eventuell den Hautturgor überprüfen. Dieser bezeichnet die Grundspannung der Haut, die vom Flüssigkeitsgehalt der Zellen abhängig ist. Der Arzt wird dann eine Hautfalte zwischen zwei Finger nehmen und diese wieder loslassen. Bleibt die Falte bestehen, sind dies Anzeichen einer Flüssigkeitsunterversorgung und möglicherweise Vorboten einer Exsikkose, einer Austrocknung des Körpers. Beim weiteren Abtasten widmet sich der Arzt vor allem dem Bauch. In diesem Bereich versucht er u. a., Abwehrspannungen, Druckschmerzen, Eingeweidebrüche (sog. ‚Hernien‘) einen Darmverschluss (sog. ‚Ileus‘) oder Lymphknotenschwellungen zu ertasten.
Lassen diese beiden diagnostischen Schritte noch keine eindeutige Befundung zu, so erfolgt zusätzlich die Labordiagnostik. In diesem Rahmen widmet sich die Untersuchung dann unterschiedlichen Aspekten und Werten, u. a.:

  • Blutbild (Überblick über die Verteilung der Menge der im Blut treibenden Zellen oder im Blut gelösten Substanzen)
  • Blutzucker
  • Blutsenkungsgeschwindigkeit (kurz: BSG)
  • Creatin-Kinase (kurz: CK, ein wichtiges Enzym)
  • Bilirubin (gelber Blutfarbstoff, der beim Abbau des roten Farbstoffs Hämoglobin entsteht)
  • Transaminasen (für den Aminosäurestoffwechsel essentielle Enzyme)
  • Urinstatus
  • Elektrolyte
  • Kreatinin (Abbauprodukt der Säure Kreatin, welche die Muskeln mit Energie versorgt; Wird über die Nieren ausgeschieden und lässt daher Rückschlüsse auf deren Funktionalität zu)
  • Stuhl

Im Rahmen der weiterführenden Diagnostik erfolgt zusätzlich die Bildgebung, die allerdings in Bezug auf jede vermutete Grunderkrankung unterschiedlich ausfällt. Dazu zählen Ultraschalluntersuchungen, die Computertomografie, die Magnetresonanztomografie und endoskopische Verfahren wie bspw. eine Magen- oder Darmspiegelung, bei denen mitunter Gewebe entnommen wird.

Fakten-Box
Übelkeit und Erbrechen
Symptome, keine alleinstehenden Erkrankungen
Viele verschiedene Ursachen möglich, am häufigsten ist der Verdauungstrakt betroffen
Nur selten sind Übelkeit und Erbrechen die einzigen Symptome, die vorliegen; Vielmehr gehen sie in den meisten Fällen mit Begleitsymptomen einher
Begleitsymptome (häufig)

  • Vermehrte Speichelabsonderung
  • Würgen
  • Verlangsamte Atmung
  • Unkoordinierte Atembewegungen

Begleitsymptome (selten, bei starkem und häufigem Erbrechen)

  • Nahrungs- und Flüssigkeitsverlust
  • Elektrolyt- und Stoffwechselentgleisung
  • Gewichtsverlust
  • Verschlechterung von Blutzucker- und Energiehaushalt
  • Veränderter Blutdruck
  • Beeinträchtigte Nierenfunktion

Differenzialdiagnostisch müssen u. a. beachtet werden:

Was tut der Arzt? Teil 2: Die Behandlung

Die Therapie von Übelkeit und Erbrechen verfolgt zwei Hauptziele. Zum einen soll die Grunderkrankung behandelt und zum anderen die Lebensqualität des Patienten verbessert werden.
Das bedeutet bspw., dass bei einer Appendizitis, einer umgangssprachlichen „Blinddarmentzündung“, schnellstmöglich der für die Beschwerden verantwortliche entzündete Wurmfortsatz entfernt wird. Oder dass bei einer akuten Magenschleimhautentzündung (sog. ‚Gastritis‘) zunächst die Ernährung so umgestellt wird, dass alles, was den Magen reizt, gemieden wird. Überdies wirken bspw. Magensäureblocker unterstützend bei der Therapie. Alles in allem ist es wichtig, zu betonen, dass in den meisten Fällen nur die Behandlung der Grunderkrankung auf lange Sicht Abhilfe schaffen kann.

Gut zu wissen!
Ist die Grunderkrankung vorerst nicht behandelbar, wie bspw. bei Erbrechen, das durch Chemotherapie ausgelöst wird, so erfolgt eine rein symptomatische Behandlung.

Allerdings wirken sich Übelkeit und Erbrechen teilweise stark auf das Wohlbefinden von Patienten aus, weshalb eine Verbesserung ihrer Lebensqualität mithilfe der Gabe diverser Medikamente erfolgen kann. Dabei ist es vor allem wichtig, zu wissen, warum das Erbrechen stattfindet. Denn es bestehen insgesamt sechs Substanzklassen, die im Rahmen einer antiemetischen Therapie, also der Behandlung von Erbrechen, zum Einsatz kommen. Dazu zählen:

  • Dopaminantagonisten
  • 5-HT3-Rezeptorantagonisten
  • NK1-Rezeptorantagonisten
  • Anticholinergika
  • Antihistaminika
  • Benzodiazepine

All diese Substanzklassen finden bei verschiedenen Ursachen für das Erbrechen Anwendungen. So eignen sich bspw. Dopaminantagonisten mit dem Wirkstoff Domperidon sowie 5-HT3-Rezeptorantagonisten mit dem Wirkstoff Ondansetron vor allem dann zur Behandlung, wenn die gastrointestinale Motilität, also die unbewusst gesteuerte Bewegung von Magen und Darm, gestört ist. Indes wird eine Reisekrankheit eher mit Anticholinergika mit dem Wirkstoff Scopolamin oder mit Antihistaminika mit dem Wirkstoff Dimenhydrinat behandelt. Ist das Erbrechen emotional ausgelöst, können sogenannte Benzodiazepine Abhilfe schaffen.
All diese Medikamente werden, wie gesagt, je nach Ursache für das Erbrechen gegeben. So haben die Antihistaminika in der Regel bspw. keinen Einfluss auf Erbrechen infolge einer Chemotherapie.
Zu guter Letzt muss, vor allem dann, wenn das Erbrechen länger andauert, unbedingt der Verlust von Flüssigkeit und Elektrolyten ausgeglichen werden. In der Regel erfolgt dies über eine Trinklösung, die eine Elektrolyt-Glukose-Mischung enthält. Ist der Patient nicht zum Trinken imstande, wird Flüssigkeit intravenös gegeben.

Viele Experten bezweifeln jedoch, dass Medikamente ausreichend wirken – per i.V. sind diese sinnvoll aber als Tablette oft unwirksam, bis auf einen möglichen Placebo-Effekt.

Tipp: Hausmittel gegen Übelkeit & Erbrechen

  • Erstmal gar nichts essen und trinken nur in kleinen Mengen
  • Vorsichtig versuchen, genau das zu essen, worauf man Lust hat
  • Auf magenschonende Kost achten (dazu gehören bspw. Zwieback, Bananenbrei oder Kartoffelbrei sowie Möhrensuppe)
  • Trinken Sie eine Tasse warmen Pfefferminz-, Kamillen- oder Ingwertee
  • Schonen Sie sich, gehen sie aber wenn möglich eine Runde spazieren
  • Greifen sie auf die gute alte Wärmflasche zurück
Video-Exkurs: Benzodiazepine
Bis zu 2 Prozent der Erwachsenen nehmen über einen Zeitraum von einem Jahr täglich sogenannte Benzodiazepine. Dabei handelt es sich um Beruhigungstabletten wie Valium, Dormicum oder Tavor mit den jeweiligen Wirkstoffen Diazepam, Midazolam und Lorazepam. Diese wirken angstlösend, schlaffördernd, krampflösend sowie muskelentspannend und kommen am häufigsten im Rahmen von Angst- und Spannungszuständen, Schlafstörungen, Krampfanfällen, Muskelschmerzen und im Rahmen einer Narkoseeinleitung zum Einsatz. Allerdings bergen sie auch drei wesentliche Gefahren, nämlich ein sowohl hohes körperliches als auch psychisches Abhängigkeitspotenzial sowie starke Entzugserscheinungen bei Absetzen des jeweiligen Medikaments. Hinzukommen zahlreiche weitere Nebenwirkungen.

Im nachfolgenden Beitrag widmet sich Dr. Tobias Weigl den „Schlafpillen“ und erörtert deren Vor- und Nachteile sowie Gefahren im Detail.

Häufige Patientenfragen

Was genau sind Antibiotika?

Dr. T. Weigl
Bei Antibiotika handelt es sich um Medikamente, die zur Behandlung von Infektionen verwendet werden. Dabei werden vor allem bakterielle Infektionen und in seltenen Fällen parasitäre Erkrankungen mit dem Medikament behandelt. Pilze, Würmer und Viren können indes mit sogenannten Antiinfektiva behandelt werden. Man unterscheidet bei Antibiotika zwischen Schmalspektrum- und
Weitspektrum-Antibiotika, die jeweils gegen eine geringe Anzahl bzw. gegen eine große Anzahl Bakterien eingesetzt werden können. Antibiotika können entweder dafür sorgen, dass sich Bakterien nicht weiter vermehren oder dienen dazu, Bakterien abzutöten.

Mehr Informationen können Sie dem umfassenden Artikel zum Thema entnehmen. Des Weiteren erörtert Dr. T. Weigl im folgenden Video eine Studie, der zufolge Antibiotika bei der Therapie chronischer Rückenschmerzen Linderung verschaffen.

Wann nehme ich Dimenhydrinat?

Dr. T. Weigl
Der Wirkstoff Dimenhydrinat ist im Handel bspw. erhältlich in den Präparaten Vomex A® oder Vomacur®. Diese kommen vor allem in Zusammenhang mit Reisekrankheit zum Einsatz, bspw. bei Seekrankheit. Teilweise kann es sogar vorbeugend eingenommen werden, um bekannten auf Reise eintretenden Symptomen wie Schwindel, Übelkeit und Erbrechen zuvorzukommen. Zu den häufigsten Nebenwirkungen zähen Muskelschwäche, Benommenheit und leichte Schwindelgefühle, des Weiteren Mundtrockenheit, Probleme beim urinieren und ein erhöhter Augeninnendruck. Des Weiteren sollte man bei der Einnahme von Dimenhydrinat Vorsicht walten lassen, wenn andere Mittel eingenommen bzw. konsumiert werden. Dazu zählen u. a. Antidepressiva, Alkohol, Anticholinergika und blutdrucksenkende Mittel. Eine Kombination mit diesen kann zu unangenehmen Wechselwirkungen führen.
Mehr über das gängige Reisemedikament erfahren Sie im Artikel Das Antihistaminikum Dimenhydrinat (Vomex®) – Gegen Übelkeit und Erbrechen.

Wann sollte ich im Zusammenhang mit Erbrechen einen Arzt aufsuchen?

Dr. T. Weigl
Es ist wichtig, vor allem dann einen Arzt aufzusuchen, wenn das Erbrechen über einen längeren Zeitraum andauert (sog. ‚protrahierte Form‘). Denn vorübergehendes Erbrechen ist in den meisten Fällen als eher harmlos zu betrachten. Auf einige Begleiterscheinungen sollte man aber achten. Fieber, Schmerzen oder Bewusstseinsstörungen sollten ernstgenommen werden. Allerdings existieren auch Risikogruppen, die schneller von einem Arzt untersucht werden sollten. Dazu gehören Säuglinge, Kleinkinder sowie abwehrgeschwächte und alte Menschen. Denn diese haben meist einen weit empfindlicheren Wasserhaushalt und laufen Gefahr, auszutrocknen. Spätestens dann, wenn die Haut von Säuglingen schlaff wird, sie leise schreien, eingefallene Augen haben und nicht mehr richtig trinken, wird ein Arztbesuch unabdingbar. Natürlich sind auch Anzeichen wie Blut im Erbrochenen als Alarmsignal zu verstehen, denn dies kann auf schwere Erkrankungen oder Verletzungen im Bereich des Magens und des Darms hindeuten.

Nachdem der erste Schwall gestern Abend raus war, ging es erstmal. Max hat die Tatsache beruhigt, dass ein Eimer direkt griffbereit neben dem Bett stand, musste aber nicht darauf zurückgreifen. Heute Morgen fühlt er sich nur noch extrem durstig, lässt aber bei der Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme vorerst Vorsicht walten. Klares, stilles Wasser und Zwieback für die nächsten Stunden. Danach kann man immer noch weitergucken.

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Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt.

 

Autoren: Dr. Tobias Weigl, Tobias Möller
Lektorat: Christopher Keck
Veröffentlicht: 19.09.2018, zuletzt aktualisiert: 25.10.2018

Quellen

  • Andre L. Blum et al (Hrsg) (2013): Aktuelle gastroenterologische Diagnostik. Springer-Verlag, Berlin/Heidelberg.
  • Mathias Bähr, Michael Frotscher (2003): Duus’ neurologisch-topische Diagnostik: Anatomie, Funktion, Klinik. Georg Thieme Verlag, Stuttgart
  • Berufsverband Deutscher Internisten e. V.: Addison-Krise.
  • Deutsches Krebsforschungszentrum (2017): Übelkeit und Erbrechen während der Krebsbehandlung.
  • Bärbel Ekert, Christiane Ekert (2013): Psychologie für Pflegeberufe. Georg Thieme Verlag, Stuttgart.
  • Johannes Martin-Hahn (2010): Checkliste Innere Medizin. Georg Thieme Verlag, Stuttgart.
  • Till Hartlieb, Dirk Nonhoff (2017): Was ist Erbrechen? In: tk.de.
  • Gerd Luippold (2010): Mündliche Prüfung Pharmakologie. Georg Thieme Verlag, Stuttgart.
  • Elke Roeb (2010): Akutes Erbrechen bei Erwachsenen – Ursachensuche und symptomatische Therapie. In: Der Allgemeinarzt, 2010; 32 (14) Seite 12–15.
  • Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe (2016): Der Schlaganfall – Symptome: Die Anzeichen erkennen und richtig handeln. In: schlaganfall-hife.de.
  • Michael Trimmel (2015): Einführung in die Psychologie. LIT Verlag, Münster.
  • René R. Wenzel et al (2014): Hypertensiver Notfall – hypertensive Entgleisung. In: Journal für Hypertonie 2014; 18 (3): 97–100.
[Gesamt:3    Durchschnitt: 5/5]

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