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Spirulina – hilft die Alge bei Colitis ulcerosa?

Spirulina – die Mikroalge ist in der jüngeren Vergangenheit immer wieder in den Schlagzeilen gewesen als angebliche ‚Wunderalge‘ oder ‚Superfood‘, die z. B. antientzündlich und antioxdiant wirken soll. Viele wissenschaftliche Beweise dafür wurden bisher nur in Tierstudien erbracht, die sich kaum auf den Menschen übertragen lassen. Jetzt hat aber eine im Juni 2021 erschienene Studie untersucht, wie sich eine Supplementierung mit Spirulina auf Menschen mit der chronisch-entzündlichen Darmerkrankung Colitis ulcerosa auswirkt.

Hierfür erhielten 73 Erwachsene im Alter von 18–65 mit einer leichten bis moderat ausgeprägten Colitis ulcerosa Kapseln mit 1 g Spirulina bzw. ein Placebo. Die Wissenschaftler*innen analysierten dann über 8 Wochen hinweg, wie sich die Supplementierung auf die Schlafqualität, Stress, die mentale Gesundheit, den Fatigue-Status, den Blutdruck und die allgemeine Lebensqualität auswirkt.

Verbessert Spirulina die Lebensqualität?

Tatsächlich gaben die Teilnehmer*innen in entsprechenden qualitativen Fragebögen an, dass sich die Schlafqualität erhöht hat und sie sich weniger gestresst fühlten, verbunden mit einer verbesserten Lebensqualität. Die anderen untersuchten Faktoren wie Blutdruck oder der Fatigue-Status blieben unverändert im Vergleich zur Placebo-Gruppe. Die Studie gibt damit einige Hinweise für die potenziellen Wirkungen und Einsatzmöglichkeiten von Spirulina, die in weiteren Untersuchungen aufgegriffen werden können.

Allerdings müssen wir an dieser Stelle die Aussagekraft der Studie etwas einschränken. Studien werden in den meisten Fällen auf bestimmten Plattformen registriert, gewissermaßen also angekündigt. Dort geben die Autor*innen Methoden, statistische Daten etc. an, um den Forschungsprozess transparent zu gestalten. Bei der vorliegenden Studie wurden bei dieser Registrierung andere zentrale Untersuchungsfaktoren angegeben, z. B. oxidative Stressmarker, als jene, die dann im Vordergrund dieser Veröffentlichung standen. Man spricht dann davon, dass man Forschungsfragen im Nachhinein aufstellt, wenn die Ergebnisse bspw. statistischer Erhebungen bereits bekannt sind. Wissenschaftlich gesehen ist eine solche Vorgehensweise problematisch, da sie im Endeffekt die Aussagekraft von Ergebnissen verfälschen kann. Das heißt nicht, dass diese Studie „wertlos“ ist, aber die Ergebnisse müssen sehr kritisch bewertet werden.

Quelle: Sajjad Moradi u. a. (2021): The effects of spirulina (Arthrospira platensis) supplementation on anthropometric indices, blood pressure, sleep quality, mental health, fatigue status and quality of life in patients with ulcerative colitis: A randomised, double-blinded, placebo-controlled trial. In: International Journal of Clinical Practice.

Forschungsübersicht zu Spirulina

Stand unserer Recherchen 2021

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In dieser Forschungstabelle möchten wir Ihnen einen Überblick über die aktuelle Studienlage zum Thema Spirulina geben, damit Sie sich selbst einen Eindruck über die derzeitige Forschungssituation machen können. Selbstverständlich erheben wir aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern können hier nur einen kleinen Einblick geben. Die Tabelle zeigt, auf welche Prozesse usw. Spirulina im Körper womöglich Einfluss nehmen kann.

2021-08-04 Spirulina Alge Forschung Studien Evidenz


In der linken Spalte finden Sie den Evidenzgrad. Der Evidenzgrad zeigt an, welche Qualität die analysierten Studien haben. Man könnte sagen: Je höher der Evidenzgrad desto aussagekräftiger ist auch das Studienergebnis. In der zweiten Spalte finden Sie das Organ, das Körperteil, den Vorgang im Körper usw., für den die jeweilige Stoffwirkung untersucht wurde. Möglich ist auch der umgekehrte Fall, dass in der zweiten Spalte ein Supplement aufgelistet wird. Wie stark die Wirkung dieses Stoffes von der Forschung eingeschätzt wird, zeigt die dritte Spalte. In der vierten Spalte zeigen wir Ihnen, wie viele Studien wir uns für Sie angeschaut haben. In der letzten Spalte geben wir Ihnen noch kurze Anmerkungen mit auf dem Weg, damit Sie die Studienlage etwas besser einschätzen können.

Abschließend möchten wir noch darauf aufmerksam machen, dass Wissenschaft und Forschung ständigem Wandel unterliegen. Neue Erkenntnisse können bspw. eine Überarbeitung bestehender Leitlinien erfordern und medizinische Behandlungsmaßnahmen verändern. Wir versuchen mit unseren Artikeln, Sie auf dem neuesten Stand der Forschung zu halten und geben die wichtigsten Erkenntnisse und Schlussfolgerungen wertungsfrei wider. Im Folgenden finden Sie außerdem noch eine Auswahl der Studien, die wir für Sie analysiert haben. Gerne können Sie sich diese Studien selbst ansehen.

Studienauswahl


Hee Jung Park u. a. (2008): A randomized double-blind, placebo-controlled study to establish the effects of spirulina in elderly Koreans. In: Annals of Nutrition & Metabolism 52/4:322–328.

Elias E. Mazokopakiks u. a. (2014): The hypolipidaemic effects of Spirulina (Arthrospira platensis) supplementation in a Cretan population: a prospective study. In: Journal of the Science of Food and Agriculture 94/3:432–437.

M. A. Juárez-Oropeza u. a. (2009): Effects of dietary Spirulina on vascular reactivity. In: Journal of Medicinal Food 12/1:15–20.

Eun Hee Lee u. a. (2008): A randomized study to establish the effects of spirulina in type 2 diabetes mellitus patients. In: Nutrition Research and Practice 2/4: 295–300.

Cristian Baicus & Anda Baicus (2007): Spirulina did not ameliorate idiopathic chronic fatigue in four N-of-1 randomized controlled trials. In: Phytotherapie Research 21/6:570–573.
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