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Schulterarthrose – wie werden die Schmerzen in der Schulter behandelt?

Auf einen Blick – Schultergelenksarthrose

Was ist Schultergelenksarthrose?

  • chronisch fortschreitende Erkrankung des Schultergelenks
  • fortschreitender Verschleiß des Schultergelenks

Wer bekommt Schultergelenksarthrose?

  • Arthrose ist häufig eine Altererscheinung
  • mehr Männer als Frauen betroffen
  • macht 3 % aller diagnostizierten Arthrosen aus

Welche Symptome verursacht Schultergelenksarthrose? (Auszug)

  • Ruhe- und Bewegungsschmerzen
  • Ermüdungs- oder Steifigkeitsgefühl
  • Schonhaltung

Wie wird Schultergelenksarthrose behandelt?

  • nicht heilbar, Schmerzen sollen gelindert werden
  • Medikamente (Schmerzmittel wie Diclofenac)
  • Physiotherapie
  • Operation als letzte Möglichkeit

Von Medizinern geprüft und nach besten wissenschaftlichen Standards verfasst

Dieser Text wurde gemäß medizinischer Fachliteratur, aktuellen Leitlinien und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

Quellen ansehen
Als Schultergelenksarthrose (sog. ‚Omarthrose‘) bezeichnet man die degenerative, nicht-entzündliche Erkrankung des Knorpels im Schultergelenk. Häufig tritt die Schultergelenksarthrose als Alterserscheinung auf. Aber auch Instabilität, Infektion oder vorangegangene Schäden am Gelenk können zur Entstehung beitragen. Anfängliche Symptome sind Schmerzen bei Bewegungsbeginn sowie längerer Belastung, später auch im Ruhezustand. Die Erkrankung kann durch die Anwendung verschiedener Methoden in Kombination, behandelt werden, bspw. durch Physiotherapie und Medikamente. Als letzter Ausweg gilt eine Endoprothese, also ein künstlicher Gelenkersatz.

Was ist Schultergelenksarthrose?

Der Mediziner spricht bei einer Schultergelenksarthrose von einer Omarthrose (von gr. ὦμος omos ‚Schulter‘ und altgr. ἄρθρον arthron ‚Gelenk‘). Als Ursachen der Schulterarthrose gelten ein erhöhtes Alter, aber auch familiäre Veranlagung (Genetik), vorangegangene Beschädigungen des Gelenks, Infektionen sowie dauerhafte Instabilität.

Die Omarthrose beschreibt den Verschleiß des Schultergelenks, also die fortlaufende Zerstörung der Knorpelschicht des Schulterhauptgelenks (sog. ‚Glenohumeralgelenk‘) und die darauf folgende Beschädigung der das Gelenk bildenden Knochen. Dies führt zunehmend zu einer schmerzhaften Einsteifung des Schultergelenks. Im Vergleich zu Hüftgelenks- und Kniegelenksarthrose gilt die Schultergelenksarthrose mit einem Anteil von 3 % aller Arthrosen als relativ selten.

Gut zu wissen!
Die Schulter weist das größte Bewegungsausmaß aller Gelenke im menschlichen Körper auf. Dies entsteht vor allem dadurch, dass die Knochen nur minimal kongruent, also deckungsgleich, sind und sich zwei Gelenkstrukturen, das Glenohumeralgelenk und die sog. skapulothorakale Artikulation, die Gesamtbewegung teilen. Die Stabilität der Schultergelenke wird vorwiegend durch die umgebenden Bänder, Sehnen und Muskeln gewährleistet. Das macht die Gelenke allerdings für Degeneration und Verletzung anfällig.

Die Symptome: Woran erkennt man, dass man an Schulterarthrose leidet und wie verläuft die Erkrankung?

Leitsymptome der Schultergelenksarthrose sind Schmerzen sowie Bewegungseinschränkung.
Oftmals beklagen Betroffene zunächst Ruhe- und Bewegungsschmerzen und Ermüdungs- oder Steifigkeitsgefühle, die zwar erst einmal unspezifisch wirken, mit der Zeit aber zunehmen und häufiger einsetzen.
Bei einer Omarthrose sind die folgenden Bewegungen meist zuerst eingeschränkt:

  • Der Griff in ein hohes Regal
  • Nach hinten greifen, bspw. um das Portemonnaie aus der Hosentasche zu holen
  • Bewegungen über Kopf
  • Wurfbewegungen

Im weiteren Verlauf findet ein Verlust der sog. ‚range of motion statt, die Bewegungsfreiheit wird zunehmend eingeschränkt. Vor allem Rotationsbewegungen sind dann betroffen. Geringgradige Bewegungen, unabhängig von der Richtung, können Schmerzen verursachen und auch Dauerschmerzen sind nicht selten. Es ist auch üblich, dass Patienten in eine Schonhaltung übergehen, um Schmerzen zu vermeiden.

Schulterschmerzen sind sehr häufig. Sie sind das 3. häufigste Beschwerdebild,auf weshalb Patienten zum Orthopäden gehen. Was genau aber verursacht den Schmerz in der Schulter? Kann es Arthrose sein oder liegt doch eine sog. ‚frozen shoulder‘ vor? Wichtige Antworten und Wissenswertes zum Thema liefert Dr. Dr. Tobias Weigl in diesem Video.

Starke Schulterschmerzen, Schmerzen unterm Schulterblatt? 5 Gründe: Kalkschulter, Arthrose Schulter

Welche Risikofaktoren gibt es für eine Schultergelenksarthrose?

Die meisten Patienten mit Schultergelenksarthrose sind über 65 Jahre alt. Dabei sind mehr Männer als Frauen von der Schulterarthrose betroffen. Interessant ist das, weil gerade die Arthrosen in der unteren Extremität, vor allem Hüft- und Kniegelenksarthrosen, häufiger Frauen betreffen. Generell gilt, dass Patienten mit dieser Arthrose durchschnittlich etwas älter sind als Patienten mit Arthrose in der unteren Extremität.

Schulterschmerzen sind das dritthäufigste Symptom bzw. Beschwerdebild, warum Patienten beim Orthopäden sitzen. Und man weiß relativ gut, dass ca. 15 – 30 % von uns Erwachsenen mindestens einmal pro Monat Schulterschmerzen haben.
— Dr. Dr. Tobias Weigl


Die Schultergelenksarthrose ist mit 3 % aller diagnostizierten Arthrosen recht selten. Jährlich werden rund 10.000 Schulterprothesen operiert, bei Hüftprothesen beläuft sich diese Zahl auf 200.000. Häufig ist die Arthrose des Schultergelenks dabei auf eine beschädigte Rotatorenmanschette, also die Muskelgruppe, die das Schultergelenk umfasst, zurückzuführen. Schulterarthrosen bei jüngeren Patienten sind vor allem durch vorangegangene Beschädigungen am Gelenk bedingt.

Schultergelenksarthrose auf einen Blick
Die Schultergelenksarthrose bezeichnet eine degenerative, nicht-entzündliche Erkrankung des Knorpels im Schultergelenk.

Risikogruppen

  • Männer > Frauen
  • Häufigkeit nimmt mit dem Alter zu
  • 3 % aller diagnostizierten Arthrosen sind Omarthrosen

Symptome

  • Ruhe- und Bewegungsschmerzen
  • Ermüdungs- oder Steifigkeitsgefühl
  • Verlust der Bewegungsfreiheit
  • Schmerzen bei Rotationsbewegung
  • Dauerschmerzen
  • Schonhaltung
  • Knack- und Reibegeräusche

Was tut der Arzt? Teil 1: Die Diagnose bei Schultergelenksarthrose

Die Diagnose einer Schultergelenksarthrose erfolgt über die drei Schritte Anamnese, klinische Untersuchung und bildgebende Verfahren.

Die Anamnese ist das ausführliche Gespräch zwischen Arzt und Patient, um die Krankengeschichte zu erfassen.
Fragen an den Patienten sind dann u. a.:

  • Wo verspüren Sie die Schmerzen genau?
  • Wann sind Ihre Beschwerden das erste Mal aufgetreten?
  • Gibt es Bewegungen, die Ihnen besonders schwer fallen?
  • Variiert die Intensität Ihrer Schmerzen von Zeit zu Zeit?
  • Gibt es Vorerkrankungen?
  • Sind Sie vor kurzem gestürzt oder hatten sie einen Unfall?
  • Welchen Beruf üben Sie aus?
  • Nehmen Sie regelmäßig Medikamente? Wenn ja, welche?

Der Arzt wird in diesem Zusammenhang dann auch weitere Fragen an den Patienten richten, die etwas allgemeiner sind, aber dennoch mit der Schultergelenksarthrose in Verbindung stehen können (z. B. in Bezug auf andere Erkrankungen in der Vergangenheit).

Im Zuge der klinischen Untersuchung im Anschluss an das Gespräch werden zunächst allgemeine Daten wie Alter, Größe oder Gewicht erhoben. Hinzu kommt eine Inspektion durch den Arzt, bei der er die Bewegung der Schulter beobachtet. Außerdem achtet Arzt auf Unregelmäßigkeiten und Muskelschwächen, die Schulter hinsichtlich der Schmerzempfindlichkeit abtasten sowie ihre Beweglichkeit testen. Ebenso sieht sich der Arzt die Halswirbelsäule an, um damit zusammenhängende Probleme auszuschließen und untersucht den schmerzhaften Bereich auf Entzündung und Überwärmung.

Bildgebende Verfahren bei Schultergelenksarthrose

Bildgebende Verfahren wie eine Röntgenuntersuchung liefern dann vor allem im fortgeschrittenen Stadium eindeutige Befunde. Auf diese Weise kann der Punkt im Krankheitsverlauf sowie der Schweregrad beurteilt werden. Vor allem die für eine Arthrose typische Schmälerung des Gelenkspalts, verursacht durch den Knorpelabrieb, kann auf einem Röntgenbild erkannt werden. Sog. ‚Osteophyten‘, also krankhafte Knochenanbauten, weisen auf eine fortgeschrittene Erkrankung hin.

Manchmal eignen sich auch Verfahren wie die Magnetresonanz- oder Computertomografie zur weiteren Diagnose – vor allem dann, wenn die vorherigen Untersuchungen keine eindeutige Diagnose zulassen. Diese Verfahren können Zusatzinformationen zum des Ausmaß der Veränderungen im Gelenk liefern und wesentlich zur Operationsplanung beitragen.

Sind Sie von einer Schultergelenksarthrose betroffen? Wenn ja, welche dieser Beschwerden sind bei Ihnen im Zuge der Erkrankung aufgetreten? (Mehrfachnennungen möglich)

Was tut der Arzt? Teil 2: Die Behandlung von Schultergelenksarthrose

Arthrosen sind zwar bisher nicht heilbar. Sie können aber durchaus effektiv behandelt werden. Die Ziele der Behandlung bestehen also vor allem darin, die Bewegungsfreiheit des Gelenks zu erhalten oder zu verbessern sowie Schmerzen zu lindern.

Der Arzt wird zunächst alle Mittel ausschöpfen, die eine konservative Therapie zu bieten hat. Im Rahmen dieser Therapie kann auch auf Medikamente (typischerweise sog. NSAR wie Ibuprofen und Diclofenac) zurückgegriffen werden. Erst dann, wenn keine konservativen Methoden zu einer Besserung beitragen, wird eine Operation in Erwägung gezogen.

Normalerweise wird bei der Schultergelenksarthrose schon eine konservative Therapie Erfolg bringen. Operationen im Schulterbereich im Zusammenhang mit Arthrose sind, wie zuvor erwähnt, deutlich seltener als bei anderen Formen der Arthrose. Eine konservative Therapie ist natürlich immer individuell an den Patienten angepasst, gemessen am Stadium und Verlauf der Krankheit sowie an der Befindlichkeit des Patienten.

Bei der konservativen Therapie kommen mehrere Verfahren infrage. Dazu gehört allen voran natürlich die Physiotherapie, deren Zweck es ist, die zunehmend versteifte Schulter zu mobilisieren. Unterstützend kann dann vom Patienten eine Schulterorthese getragen werden. Diese normalisiert die Position der Schulter. Des Weiteren kann auch auf physikalische Therapie gesetzt werden, bei der elektrische Reize zum Einsatz kommen oder mit Kälte und Wärme gearbeitet wird. So werden Schmerzen gelindert, Entzündungen gehemmt und die natürlichen Heilungsvorgänge im Gelenk stimuliert.

Wirksame Medikamente gegen die Schmerzen

Im Rahmen der medikamentösen Therapie kommen zunächst Medikamente wie Paracetamol zur Schmerzlinderung zum Einsatz. Hilft dies nicht ausreichend, wird der Arzt entzündungshemmende Präparate wie Ibuprofen oder Diclofenac verordnen. Bei langfristiger Gabe dieser Medikamente können allerdings Probleme mit dem Magen entstehen, weshalb oft auch ein Magenschutzmittel verschrieben wird.

Starke Schmerzmittel wie Cortison, die direkt per Spritze in das Gelenk gegeben werden, kommen erst zum Einsatz, wenn die anderen Präparate keine ausreichende Wirkung zeigen. Die Anwendung von Cortison sollte sich auf drei bis vier Injektionen pro Jahr beschränken, da Cortison dem Gelenk zwar zunächst hilft, ihm auf lange Sicht aber eher schadet.

Möchten Sie mehr über die Medikamente erfahren, die bei der Behandlung von Arthrose zum Einsatz kommen? Mehr Informationen über die Wirkung, Risiken und Nebenwirkungen dieser Medikamente gibt Ihnen Dr. Dr. Weigl in seinem folgenden Videobeitrag.

Arthrose heilen durch Medikamente (Diclo, Ibu, Spritzen)? – Medikamente & Nebenwirkungen vermeiden

Letztes Mittel Operation

Zeigt die konservative Therapie keine sichtbare Besserung, kann man eine Operation in Erwägung ziehen. Abhängig vom Zustand des Gelenks, also bspw. der Abnutzung der Rotatorenmanschette, der Osteophytenbildung oder der knöchernen Defekte, kann der operative Eingriff dann geplant werden.
Ein künstlicher Gelenkersatz wird meist in Form von Hemiprothesen oder Totalendoprothesen implantiert. Eine Hemiprothese ist ein Teilersatz, der bei der Schulter den Oberamkopf (sog. ‚Humeruskopf‘) ersetzt. Sie kommt vor allem dann infrage, wenn die Rotatorenmanschette noch intakt und weitgehend unbeschädigt ist.
Anders ist dies bei der Totalendoprothese. Wie der Name schon sagt, wird das Gelenk in Gänze ersetzt, also sowohl die Gelenkflächen des Oberarmkopfes als auch die der Schulterpfanne. Diese Form der Prothese hat den Vorteil, dass das Risiko der Lockerung des Gelenkersatzes deutlich unterhalb des Risikos der Glenoidarrosion, also der Zerstörung der Gelenkpfanne, bei einer Hemiprothese liegt.
Eine weitere operative Methode sieht das Versteifen der Schulter vor, sodass ein weiterer Verschleiß vermindert und Schmerzen gelindert werden. Dabei soll vor allem die Restbeweglichkeit im Schultergürtel erhalten und die mangelnde Führung des Schultergelenks durch die Muskeln ausgeglichen werden.

Aktuelle Forschung: Neue Therapiemöglichkeiten durch Arthrose-Gen-Analyse?

In einer vor Kurzem veröffentlichten Studie haben Wissenschaftler die Genproben von knapp 500.000 Menschen untersucht und dabei 65 Genvarianten entdeckt, die auf ein erhöhtes Arthroserisiko hinweisen. Da Arthrose in Familien gehäuft auftritt, erhofften sich die Forscher von genomweiten Assoziationsstudien (GWAS) neue Erkenntnisse über die Entstehung und Entwicklung von Arthrose.

Eine Forschergruppe des Sanger Institute in Cambridge (England) hat dabei Proben von 455.221 Teilnehmern der arcOGEN-Studie und der UK-Biobank untersucht und ausgewertet. Die verzeichneten Personen waren zwischen 40–69 Jahren alt und sind seit 2006 in regelmäßigen Abständen medizinisch untersucht worden. 77.052 dieser Teilnehmer waren Arthrosepatienten. Mit Genchips haben die Forscher das Erbgut der Teilnehmer dann miteinander verglichen.

Arthrose-Patienten haben bestimmte Genvarianten häufiger

Bei der Untersuchung wurden dann 65 sogenannte Einzelnukleotid-Polymorphismen (SNP) entdeckt, die bei den Arthrosepatienten deutlich häufiger auftraten als bei den übrigen Genkontrollen der anderen Teilnehmer. Die Forscher konnten zudem die SNP bestimmten biologischen Prozessen zuordnen, die an der Entstehung und Entwicklung von Arthrose beteiligt sein könnten. Unter diesen gefundenen Genen waren 10 Gene, die auf Medikamente hinweisen, die bereits verfügbar sind oder sich in der klinischen Entwicklung befinden. Zum Beispiel befndet sich der SNP „rs4252548“ auf dem Gen für den Signalstoff Interleukin 11. Interleukine sind körpereigene Botenstoffe, die zu den Zellen des Immunsystems gehören. Eine Thrombozytopenie (Thrombozytenmangel, Mangel an Bluttplättchen), die während einer Chemotherapie auftreten kann, kann durch eine biotechnologisch erzeugte Variante von Interleukin 11 (Oprelvekin) behandelt werden. Durch die genetische Anordnung hinsichtlich einer Arthrose-Erkrankung könnte es also möglich sein, dass dieses Medikament auch bei einer Arthrose wirksam verwendet werden kann.

Ob die diversen Medikamenten nun tatsächlich bei Arthrose eingesetzt werden können, zeigt die Studie allerdings nicht. Dennoch gibt die Studie Anstoß für weitere Untersuchungen, die neue Erkenntnisse für die Behandlung von Arthrose schaffen könnten.

Quelle: Ioanna Tachmazidou et al. (2019): Identification of new therapeutic targets for osteoarthritis through genome-wide analyses of UK Biobank data. In: Nature Genetics 51, S. 230–236.

Häufige Patientenfragen

Ist die Schultergelenksarthrose gefährlich?

Dr. Dr. T. Weigl
Arthrose ist im Allgemeinen nicht gefährlich, vor allem nicht lebensbedrohlich. Aber sie ist schmerzhaft. Die Vielfalt der Behandlungsmethoden kann dahingehend Abhilfe schaffen.

Hilft die Massage der Schulter bei Omarthrose?

Dr. Dr. T. Weigl
Leider nein. Sollte Ihnen Ihr Arzt eine Massage verordnen, mag es für Sie zwar zunächst angenehm sein. Im Rahmen der Schmerztherapie hat diese Behandlung allerdings keinen Effekt und verursacht lediglich zusätzliche Kosten. Es gibt anderen Schrauben, an denen Sie drehen können, um vielleicht weniger Schmerzen zu haben. Eine Möglichkeit ist eine entsprechende Ernährung bei Arthrose.

Was kann ich denn noch gegen Schmerzen bei Omarthrose tun?

Dr. Dr. T. Weigl
Einige exotische Behandlungsmethoden können im Rahmen Ihrer Schmerztherapie ebenfalls Wirkung zeigen. Dazu gehören die Magnetfeldtherapie, die Akupunktur sowie hypnoide Verfahren wie autogenes Training die zur fortschreitenden Entspannung in puncto psychologischer Schmerztherapie beitragen. Sprechen Sie ihren behandelnden Arzt gerne einmal auf diese Möglichkeiten an.

Meine Schulter knackt – ist das Hinweis auf eine Schultergelenksarthrose?

Dr. Dr. T. Weigl
Nicht zwangsläufig. Gerade jüngere Leute machen sich Sorgen, wenn das Schultergelenk einmal etwas über Gebühr knackt. Aber das Knacken ist nicht sofort ein eindeutiger Hinweis, dass eine Arthrose besteht. Tritt das Knacken aber häufiger auf, sollten Sie verstärkt darauf achten, ob nicht noch weitere Symptome hinzukommen. Ist dies der Fall, sollten Sie schon früh Ihren Arzt aufsuchen, um entsprechende Maßnahmen einzuleiten.

Typisches Patientenbeispiel

Stein um Stein baut Kalle. Als Maurer hat er ja schon viel gesehen, auch Kollegen, die im Alter immer mehr körperliche Probleme bekommen haben. „Mir kann das nicht passieren“, hat er sich immer gesagt. Doch seit ein paar Wochen hat er morgens Schmerzen in der Schulter, die zwar nach ein bisschen Arbeit verschwinden, dann aber mit gleicher Heftigkeit später wieder einsetzen. Hinzu kommt dieses Gefühl, die Schulter sei steif und nicht mehr ganz so beweglich wie noch vor kurzem. Kalle dachte, eine kleine Übung, bei der die Schulter gedreht wird, könnte helfen, aber gerade diese Rotation ließ ihn aufmerken, da sie auch Schmerzen hervorrief. Und wenn er ganz genau hinhört, kann er auch ein Knacken und Reiben aus dem Bereich der Schulter vernehmen. Ob er will oder nicht, der Gang zum Arzt lässt sich nicht mehr hinauszögern. Dafür sind die Schmerzen zu stark.

„So viele Witze machen die ja gar nicht über das Ding“, denkt Kalle an seinem ersten Arbeitstag mit Schulterorthese. „Wahrscheinlich haben die ganzen harten Kerle insgeheim auch Probleme mit der Schulter und geben es nicht zu.“ Die Arthrose in Kalles Schulter befindet sich noch in einem frühen Stadium, deshalb hat er zur Unterstützung die Orthese bekommen und darf auch leichte Schmerzmittel nehmen. Den Termin für die erste Physio hatte er auch schon und sie hat wider Erwarten schnell Erfolge gebracht. In kleinen Schritten befindet er sich auf dem Weg zur Besserung. „Wie immer: Stein um Stein.“

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Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt.  
Autoren: Dr. Dr. Tobias Weigl, Tobias Möller, Sebastian Mittelberg
Redaktion: Dr. Dr. Tobias Weigl
Veröffentlicht am: 04.04.2018, zuletzt aktualisiert: 06.08.2019

Quellen

  • Robert-Koch-Institut (Hg.) (2013): Arthrose. Gesundheitsberichterstattung des Bundes. Heft 54. RKI, Berlin.
  • Volker Ewerbeck, Andreas Wentzensen (Hg.) (2007): Standardverfahren in der operativen Orthopädie und Unfallchirurgie: 12 Tabellen. Georg Thieme Verlag, Stuttgart.
  • Cornelia Hauser-Bischof (2003): Schulterrehabilitation in der Orthopädie und Traumatologie. Georg Thieme Verlag, Stuttgart.
  • Jörg Jerosch, Jürgen Heisel (2003): Schulterendoprothetik: Eine Standortbestimmung – Implantation bei Omarthrosen und Frakturen des proximalen Humerus. In: Deutsches Ärzteblatt 100 (37).
  • J. Kircher (2012): Die Omarthrose: Einteilung, Morphologie und Diagnostik, in: Obere Extremität 7 (2).
  • Manfred G. Krukemeyer, Gunnar Möllenhoff (Hg.) (2013): Endoprothetik: Ein Leitfaden für den Praktiker. De Gruyter, Berlin.
  • Steffen Ruchholtz, Dieter Christian Wirtz (2012): Orthopädie und Unfallchirurgie essentials: Intensivkurs zur Weiterbildung. Georg Thieme Verlag, Stuttgart.
  • Klaus D. von Rudorff, Guido Falk von Rudorff (2007): Orthopädie für PhysiotherapeutInnen. IMAS e. V., Steinfurt.
  • rme/aerzteblatt.de: Arthrose-Gene liefern Anregungen für neue Therapien.
  • Jiri Skarvan, Nicole Schaller, Tobias Scheller (2013): Primäre versus sekundäre Omarthrose – Diagnostik und Therapie, in: Swiss Medical Forum 13 (16).
  • Ioanna Tachmazidou et al. (2019): Identification of new therapeutic targets for osteoarthritis through genome-wide analyses of UK Biobank data. In: Nature Genetics 51, S. 230–236.
  • Dieter Christian Wirtz (2010): AE-Manual der Endoprothetik: Knie. Springer-Verlag, Heidelberg.
  • Christoff Zalpour (Hg.) (2014): Springer Lexikon Physiotherapie. Springer-Verlag, Heidelberg.
[Gesamt:3    Durchschnitt: 4.7/5]
1 Kommentar
  • Michel Deleuze
    08.07.2019 10:32

    Ich hatte ja gehofft, dass es nicht so ist, aber genau wie vermutet, ist der letzte Ausweg für die Arthrose eine OP. Genau wie Sie es auch beschreiben, denke ich jedoch dass dies das allerletzte Mittel sein sollte. In jedem Fall ist ein Gelenkersatz eine komplizierte und teure Angelegenheit weswegen ich auch noch einmal versuchen will, alle anderen Wege zu erkunden.

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