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Ibuprofen – Ibuflam®Ibu® | Wirkung, Dosierung & Nebenwirkungen

Ibuprofen wirkt so, dass dort wo die Schmerzen beziehungsweise die Verletzung ist, die Arbeitsfähigkeit der Schmerzfasern (sog. Nozizeptoren) gesenkt wird.
– Dr. Tobias Weigl

Von Medizinern geprüft und nach besten wissenschaftlichen Standards verfasst

Dieser Text wurde gemäß medizinischer Fachliteratur, aktuellen Leitlinien und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

Quellen ansehen

 

Was ist Ibuprofen?

Ibuprofen gehört zu den nicht-steroidalen Antirheumatika, welche zusammengefasst als „NSAR“ bezeichnet werden. Diese NSARs sind nicht-opioide Analgetika, also keine Opioide, welche als Schmerzmittel eingesetzt werden und keine Glucocorticoide wie Cortisol beinhalten. Neben dem Einsatz bei Schmerzen (sog. Analgesie) wird Ibuprofen auch bei vielen weiteren Situationen eingesetzt. Es wirkt nämlich außerdem fiebersenkend (sog. antipyretisch) und entzündungshemmend (sog. antiphlogistisch). Auch kommt Ibuprofen bei beispielsweise Rheuma und Gicht zum Einsatz, wobei hier eine höhere Dosierung eingesetzt wird.

Ibuprofen gehört zu den meist verwendeten Arzneistoffen und wurde erstmals in den 1950er und 1960er Jahren von dem Chemiker Stewart Adams (geboren 1923) und sein Forschungsteam entdeckt, wurde jedoch aber erst 1966 an Patienten angewandt und ab diesem Zeitpunkt in der Schmerztherapie, zu dem Zeitpunkt vor allem bei rheumatoider Arthritis, eingesetzt. In Deutschland ist Ibuprofen seit 1998 bis 400 mg in Apotheken rezeptfrei zu erwerben. Auch wenn Ibuprofen ohne Rezept erhältlich ist, sollte sorgfältig und zielgerichtet mit diesem Medikament umgegangen werden, da ein beispielsweise chronischer Gebrauch auch mögliche Nebenwirkung mit sich bringen und auch gefährlich werden kann. Somit sollte das Medikament nicht leichtfertig angewendet werden.

Im folgenden Video erfahren Sie alles Wissenswerte über Ibuprofen.

Wussten Sie schon?

  1. Wussten Sie, dass früher die übliche Bezeichnung für Ibuprofen und einige weitere Nicht-opioiden Analgetika „schwach wirksame Analgetika“ war? Diese Bezeichnung ist jedoch veraltet, da dies der Wirkstoffgruppe der nicht-opioiden Analgetika nicht gerecht wird. Zwar ist klar, dass sie weniger stark wirken wie Opioide (z. B. Morphin, Oxycodon, Hydromorphon) selbst, dennoch haben sie keine „schwache Wirkung“. Insbesondere bei entzündlich bedingten Nozizeptorschmerzen, also eine Reizung der Schmerzfasern, ist die ihre schmerzlindernde Wirkung häufig sogar besser als der eines Opioids.
  2. Wussten Sie, dass Stewart Adams, der Entdecker des Ibuprofens, den Wirkstoff nach einer durchgefeierten Nacht an sich selbst getestet hat? Stewart Adams hatte nach einer durchgefeierten Nacht eine leichtere Alkoholvergiftung, welche im umgangssprachlichen Gebrauch bei uns auch als „Kater“ bezeichnet wird und machte sich selbst zum Versuchskaninchen. Er nahm daraufhin 600 mg des Ibuprofens. Es tritt Linderung für die durch den Kater ausgelösten Kopfschmerzen ein. Somit war Stewart Adams sein eigenes Versuchskaninchen für seinen selbst entdeckten Wirkstoff.
  3. Wussten Sie, dass Ibuprofen von allen NSARs (nichtsteroidalen Antirheumatika), das geringste relative Risiko hat, schwere gastrointestinale Nebenwirkungen hervorzurufen? Eine generell mögliche Nebenwirkung von allen NSARs sind gastrointestinale Störungen wie Verdauungsstörungen. Es wurde jedoch heraus gefunden, dass Ibuprofen im Vergleich zu den anderen NSARs, wie ASS oder Diclofenac, das geringste relative Risiko hat diese Verdauungsstörungen (z.B. eine Gastritis) hervorzurufen.

Wirkungsweise

Im Folgenden werden einige wichtige Wirkungen und Nebenwirkungen des Ibuprofens dargestellt.

Wirkungen
schmerzlindernd (sog. analgetisch)
fiebersenkend (sog. antipyretisch)
entzündungshemmend (sog. antiphlogistisch)
Nebenwirkungen (sehr häufig)Nebenwirkungen (häufig)Nebenwirkungen (selten)
Verdauungsstörungen (sog. Gastrointestinale Störungen)Magen-Darm-GeschwüreÖdembildung (durch Nierenfunktionsstörung)
SodbrennenSchwindelHerzmuskelschwäche
BauchschmerzenKopfschmerzenOhrensausen (sog. Tinnitus)
Leichte Blutungen im Magen-Darm-TraktMüdigkeitSpeiseröhrenentzündung
Bluthochdruck (durch Nierenfunktionsstörung)Blutbildungsstörungen

Hier sind nur einige mögliche Nebenwirkungen aufgeführt. Um sich über alle möglichen Nebenwirkungen zu informieren, empfehle ich Ihnen sich die Packungsbeilage durchzulesen. Zum anderen reagiert jeder Körper anders auf das Medikament und viele der hier aufgeführten Nebenwirkungen machen sich erst bei einem chronischen Gebrauch bemerkbar.

Einsatzgebiete

Wie im Video über Ibuprofen und Diclofenac erklärt, kann Ibuprofen in verschiedenen Situationen eingesetzt werden. Es wird bei verschiedenen Schmerzzuständen, wie Kopfschmerzen oder auch Zahnschmerzen eingesetzt, bei Schmerzen mit degenerativen Gelenkerkrankungen wie Arthrose, bei Gelenkschmerzen und Sportverletzungen aber auch bei Migräne. Außerdem wird es bei Fieber, bei entzündlich bedingten Schmerzen, den sogenannten Nozizeptorschmerzen, bei Gicht und bei Rheuma eingesetzt. Für Frauen mit Regelschmerzen kann Ibuprofen auch die durch die monatliche Menstruationsblutung induzierten Unterleibsschmerzen lindern.

Anwendung und Dosierung:

Ibuprofen gibt es in verschiedenen Darreichungsformen. Diese können jeweils alle unterschiedlich dosiert sein und sind nach der Therapie und dem Patienten individuell angepasst.
Ibuprofen kann als Gel, Salbe, Pflaster und natürlich auch als Tablette eingesetzt werden. Außerdem kann es auch intravenös verabreicht werden.
Ob man eher eine Salbe, Tablette oder Zäpfchen verwenden sollte und was die Vor- und Nachteile der einzelnen Darreichungsformen sind, erklärt Dr. Tobias Weigl in diesem Video.

Setzt man Ibuprofen bei Schmerzen und Fieber ein, sollten maximal 1200 mg eingesetzt werden. Bei Rheuma beispielsweise ist meist eine höhere Dosis erforderlich. Hierbei handelt es sich um ungefähr maximal 2400 mg. Der Wirkeintritt ist hierbei bei circa 30-60 Minuten. Die Wirkungsdauer liegt ungefähr bei zweieinhalb Stunden. Danach sinkt die Konzentration des Wirkstoffs im Blut wieder ab.

Ibuprofen ist unter vielen verschiedenen Handelsnamen wie beispielsweise Aktren®, Dolgit®, Dolormin® oder IbuHEXAL® bekannt.

Außerdem kann es verschiedene Kontraindikationen und Interaktionen mit anderen Medikamenten geben. Es ist höchste Vorsicht bei möglichen beziehungsweise bestehende Kontraindikation, also möglichen Gegenanzeigen und bei Interaktionen mit anderen eingesetzten Medikamente geboten. Die hier aufgeführten Kontraindikationen beziehen sich zudem nicht nur auf das NSAR Ibuprofen, sondern auch auf die anderen NSAR wie Diclofenac.

Kontraindikation: Ibuprofen sollte zudem nicht eingesetzt werden, wenn Magen-Darm-Geschwüre, chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie der Morbus Crohn oder Colitis Ulcerosa, Asthma, Leber- und Nierenschäden und eine Herzinsuffizienz bestehen. Auch in den letzten Wochen der Schwangerschaft sollte Ibuprofen nicht angewendet werden.

Interaktionen: Wird Ibuprofen gleichzeitig mit Glucocorticoiden eingenommen, kann dies zu einer Erhöhung der Gefahr von gastrointestinalen Komplikationen, wie die erwähnten Magen-Darm-Problemen (z.B. Gastritis), kommen. Außerdem kann es zu einer Abschwächung der Wirkung von Diuretika, welche bei Ödeme, Bluthochdruck oder Herzinsuffizienz zur Ausschwemmung von Wasser aus dem Körper, kommen. Des Weiteren kann die blutzuckersenkende Wirkung von oralen Antidiabetika gesteigert werden und die Blutdruck senkende Wirkung von Antihypertonika (bei Bluthochdruck), wie die ACE-Hemmer, verringert werden. Dies sind nur einige mögliche Wechselwirkungen. Weitere Interaktionen sind immer dem Beipackzettel zu entnehmen.

Was sind die Gefahren einer dauerhaften Einnahme?

Es muss erwähnt werden, dass auch wenn Ibuprofen rezeptfrei erhältlich ist, ein sorgfältiger und zielgerichteter Umgang mit diesem Medikament unerlässlich ist. Viele Assoziieren mit der Rezeptfreiheit des Medikamentes, dass es oft, in jeder Situation, und ohne Risiko eingenommen werden kann. Dies ist jedoch nicht der Fall und sollte unter keinen Umständen auf die leichte Schulter genommen werden. Bezieht man sich hierbei auf Ibuprofen, könnte beispielsweise bei einem chronischen Gebrauch, also bei einer dauerhaften Einnahme, die Gefahr der Gastrointestinale Störungen oder der Nierenfunktionsstörung rasch erhöht werden. Außerdem ist das Risiko für Herzinfarkte oder Schlaganfälle auch erhöht.

In diesem Video erklärt Dr. Tobias Weigl zusammen mit seinem Gast den Kardiologen Dr. Stefan Waller die Gefahren von Ibuprofen auf das Herz-Kreislauf-System.

Auch denken viele Menschen, dass Ibuprofen prophylaktisch eingenommen werden sollte, wie beispielsweise Sportler vor einem Marathon. Dies ist jedoch eine falsche Denkweise und kann viele Gefahren beherbergen. In diesem speziellen Video erklärt Dr. Tobias Weigl den Missbrauch und die Gefahren durch die Schmerzmittel Einnahme vor oder während des Joggings bzw. eines Marathons.

Somit kann abschließend gesagt werden, dass die Rezeptfreiheit von Ibuprofen kein Freischein für die dauerhafte Anwendung des Medikamentes ist. Denn Medikament bleibt Medikament und sollte in jedem Fall mit Sorgfalt und Notwendigkeit eingesetzt werden.

Verwandte Substanzen

Diclofenac gehört wie Ibuprofen zu den NSARs beziehungsweise zu den nichtsteriodalen Antirheumatika und wird auch so wie Ibuprofen bei Schmerzen, Fieber, Entzündungen, Rheuma und Gicht eingesetzt. Hierbei sind die Wirkungen und Nebenwirkungen sehr ähnlich. Wichtig ist hier jedoch die unterschiedliche Dosierung der zwei Medikamente. Diclofenac wird in viel geringeren Mengen als Ibuprofen dosiert. Dies liegt an der höheren Wirkung des Diclofenacs. Es hat eine sogenannte höhere Potenz als Ibuprofen und somit geht eine geringere Dosierung mit dem gleich Wirkeffekt wie bei Ibuprofen einher. Die Dosierung bei Diclofenac liegt bei maximal 150 mg pro Tag.

Exkurs aus der Natur

In dem folgenden Abschnitt werden einige pflanzliche Alternativen zur Schmerzlinderung oder Entzündungshemmung vorgestellt. Diese können ein Medikament, wie hier das besprochene Ibuprofen, nicht ersetzen sondern dienen nur als mögliche Alternative für eine Linderung.

  1. Teufelskralle
  2. Curcumin

Teufelskralle

Die Teufelskralle gehört zu der Familie der Sesamgewächse und gedeiht in der afrikanischen Savanne. Viele wissen nicht, dass dieses Gewächs eine Wirkung hat, die vielen Menschen zu Gute kommen könnte. Die Teufelskralle wirkt leicht entzündungshemmend und wird daher bei Behandlung von Arthritis, Arthrose und sogar auch bei Rückenschmerzen angewandt. Der für diese Wunderwirkung der Pflanze verantwortliche Inhaltsstoff der Teufelskralle ist der Bitterstoff Harpagosid. Dieses hemmt die Produktion von entzündungsfördernden Gewebshormonen, die sogenannten Prostaglandine.

Curcumin

Auch in den Tropen von Südasien sind pflanzliche Heilmittel zu finden.
Der orange-gelbe Farbstoff Curcumin, welcher aus Wurzel der Pflanze Kurkuma (Gelbwurzel) stammt besitzt eine schmerzlindernde und entzündungshemmende Wirkung. Curcumin kann hierbei als Gewürz verwendet werden oder aber auch beispielsweise als Kapseln eingenommen werden.

Häufige Patientenfragen

Was passiert wenn ich Ibuprofen dauerhaft einnehme?

Dr. T. Weigl
Wie schon in Punkt 6 „Was sind die Gefahren einer dauerhaften Einnahme?“ beschrieben, kann eine dauerhafte Ibuprofen-Einnahme die Gefahr des möglichen Eintritts gewisser Nebenwirkung stark erhöhen. Hierbei handelt es sich um Nebenwirkungen wie gastrointestinale Störungen, wie Verdauungsstörungen, Magen-Darm-Geschwüre oder Bauchschmerzen. Auch steigt das Risiko für Herzinfarkte oder Schlaganfälle. Somit ist von einer dauerhaften Einnahme von Ibuprofen abzusehen.

Ist Ibuprofen verschreibungspflichtig?

Dr. T. Weigl
Nein, Ibuprofen ist seit 1998 in Deutschland rezeptfrei zu erwerben. Diese Rezeptfreiheit wird jedoch bewusst aber auch oft unbewusst von vielen Menschen ausgenutzt. Viele Menschen denken nämlich, dass Ibuprofen zu jeder Zeit und in vielen Situationen eingesetzt werden kann. Dies ist jedoch nicht der Fall. Aus diesem Grund sollte eventuell über eine zukünftige Rezeptpflicht nachgedacht werden. Dies ist ein Punkt, auf den ich auch in meinem Video über Ibuprofen und Diclofenac eingehe.

Darf ich Ibuprofen auch einnehmen, wenn ich Magen-Darm-Beschwerden habe?

Dr. T. Weigl
Wenn bereits Magen-Darm-Beschwerden vorliegen, ist bei der Einnahme von Ibuprofen höchste Vorsicht geboten. Hierbei handelt es sich nämlich um eine Kontraindikation. Ibuprofen sollte nicht bei bereits vorhandenen Magen-Darm-Geschwüren sowie nicht bei den chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis Ulcerosa eingenommen werden. Alternativ können dann sog. COX2-Hemmer wie Arcoxia® (Wirkstoff Etoricoxib) eingenommen werden.

Verwandte Themen

Autor: Dr. Tobias Weigl
Redaktion: Marek Firlej
Veröffentlicht am: 14.03.2018, letzte Aktualisierung: 06.07.2018
 
Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt.

Quellen

  • Ernst Mutschler: Arzneimittelwirkungen, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft Stuttgart, 10. Auflage, 2013
  • Klaus Aktories et al., Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie, 2017
[Gesamt:4    Durchschnitt: 5/5]

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