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Kniearthrose bzw. Gonarthrose – Ursachen | Symptome | Therapie

Hauptgrund für künstliche Kniegelenke ist die Arthrose. 96 Prozent der künstlichen Kniegelenke sind auf eine symptomatische Arthrose zurückzuführen.
— Dr. Tobias Weigl

Von Medizinern geprüft und nach besten wissenschaftlichen Standards verfasst

Dieser Text wurde gemäß medizinischer Fachliteratur, aktuellen Leitlinien und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

Quellen ansehen
Als Kniegelenksarthrose (sog. ‚Gonarthrose‘) bezeichnet man den Verschleiß des Kniegelenks. Dieser ist oftmals altersabhängig verursacht, durch Überlastung und Übergewicht. Anfangs äußern sich die Symptome in Form von Schmerzen bei Bewegungsbeginn sowie nach längerer Belastung. Im weiteren Verlauf der chronisch fortschreitenden Erkrankung stellen sich auch bei Ruhe oder in der Nacht Schmerzen ein. Eine Kniearthrose kann durch den Einsatz entzündungshemmender Medikamente, die Kräftigung der das Gelenk umfassenden Muskulatur sowie bei Übergewicht durch Gewichtabnahme behandelt werden. Stellt sich keine Besserung ein, kann auf gelenkersetzende Operationen zurückgegriffen werden.

„Ich hör es gern, wenn auch die Jugend plappert; Das Neue klingt, das Alte klappert“, sagte schon Goethe einst. Wie Recht er doch hatte. Gerhard fühlt sich seit geraumer Zeit irgendwie instabil, und seine Knie schmerzen, wenn er in die Hocke geht, um mit seinen Enkeln Sandburgen zu bauen. Erst neulich, nach einem längeren Spaziergang, hatte er erstaunt festgestellt, dass seine Knie stark geschwollen waren. „Morgen geht’s zum Arzt“, sagt Gerhard sich. „Wenn meine steifen Treter das dann noch zulassen und ich sie ausnahmsweise mal wieder voll strecken kann.“

Was ist Kniegelenksarthrose?

Gerhard aus unserem Beispiel weist klassische Symptome einer Kniegelenksarthrose auf. In diesem Zusammenhang spricht der Mediziner von einer Gonarthrose (von altgr. arthron ‚Gelenk‘ und lat. genu ‚Knie‘). Die Ursachen dieser Form der Arthrose sind in einem fortgeschrittenen Alter, familiärer Veranlagung, Überbelastung durch fordernde Tätigkeiten oder Übergewicht sowie vorangegangene Gelenkschäden zu finden.

Bei einer Kniegelenksarthrose ist die Knorpelschicht im Kniegelenk schon weitgehend abgenutzt bzw. gänzlich zerstört. Damit gehen Veränderungen am Knochen einher, die infolge des abgenutzten Knorpels aneinander reiben und Schmerzen verursachen. Die Kniearthrose gilt als häufigste Arthrose des Menschen. Dies resultiert vor allem daraus, dass die Kniegelenke zu beinahe jeder Zeit starken Belastungen und Verletzungsrisiken ausgesetzt sind, vor allem im Zusammenhang mit Arbeit und Sport.

Die Kniegelenksarthrose kann, basierend auf der komplexen Anatomie des Kniegelenks, einzelne oder mehrere Bereiche des Gelenks betreffen, weshalb bei der Bestimmung der Erkrankung zwischen den folgenden Bezeichnungen unterschieden wird:

  • Mediale Gonarthrose (Arthrose am inneren Gelenkteil)
  • Laterale Gonarthrose (Arthrose am äußeren Gelenkteil)
  • Retropatellararthrose (Arthrose am Gelenk hinter der Kniescheibe)

Wollen Sie mehr über die Arthrose im Allgemeinen erfahren? Eine Übersicht über die Erkrankung bietet dieser Artikel!

Was macht eigentlich das Kniegelenk?

Noch vor Hüftgelenk (Coxarthrose) und Schultergelenk (Omarthrose) ist unser Kniegelenk das sowohl größte als auch komplexeste Gelenk im Körper. Es besteht grundlegend aus zwei Teilen, dem Kniekehlgelenk (sog. ‚Tibiofemoralgelenk‘) und dem Kniescheibengelenk (sog. ‚Femoropatellargelenk‘). Als sogenanntes Scharniergelenk ermöglicht es uns das Knie, den Unterschenkel gegenüber dem Oberschenkel zu beugen oder zu strecken.

Die einzelnen knöchernen Bestandteile des Kniegelenks sind, anders als z. B. bei der Hüfte, nicht zueinander kongruent, die Gelenkrollen passen nicht genau aufeinander. Dies wirkt sich negativ auf die Verteilung des Drucks und die Stabilität des Gelenks aus. Dabei können sehr hohe Druckwerte entstehen. Ausgeglichen wird dieser Nachteil der knöchernen Strukturen durch einen unterstützenden Weichteilapparat, also Muskeln, Sehnen, Gelenkkapseln, Seiten- und Kreuzbänder und Gelenkknorpel. Vor allem der Verschleiß letzterer führt über kurz oder lang zu einer Arthrose im Kniegelenk.

Wie sie erkennen können, ob bei Ihnen bereits Anzeichen einer Kniegelenksarthrose vorliegen, erfahren sie im folgenden Kapitel.

Die Symptome: Woran erkennt man, dass man an Kniegelenksarthrose leidet und wie verläuft die Erkrankung?

Als Hauptsymptome der Kniegelenksarthrose gelten Bewegungseinschränkungen und Schmerzen.
Die nachlassende Beweglichkeit äußert sich meist zunächst durch eine verringerte Streckbarkeit des Knies. Eine Fortbewegung ist dann noch recht gut möglich, teilweise lässt der Schmerz durch Bewegung sogar nach. Hinzu kommt ein morgendliches Steifigkeitsgefühl, das erst nach wenigen Minuten der Beanspruchung nachlässt. In diesem Zusammenhang spricht man auch vom sogenannten Anlaufschmerz.

Die mit einer Kniegelenksarthrose in Verbindung stehenden Schmerzen, die oft als dumpf, stechend oder bohrend beschrieben werden, betreffen zwar größtenteils den Bereich um das Knie, können aber auch in Ober- sowie Unterschenkel ausstrahlen. In diesem Stadium der Kniegelenksarthrose ist es Patienten meist noch möglich, alltäglichen Aufgaben nachzugehen. Bei größeren Belastungen aber machen sich dann deutliche Einschränkungen bemerkbar.

Im weiteren Verlauf der Erkrankung setzen dann Belastungsschmerzen ein, die schon beim Stehen oder Gehen auftreten. Zu diesem Zeitpunkt sind auch Schmerzen in Ruhephasen nicht unüblich. Kommen dann noch Nachtschmerzen hinzu und treten diese in gleichem Maße wie die Ruheschmerzen auf, so hat die Kniegelenksarthrose ihren Höhepunkt erreicht.
Auch ein Druckgefühl in der Kniekehle ist für eine Kniegelenksarthrose bezeichnend. Dieses wird verursacht durch eine Überproduktion von Gelenkflüssigkeit, welche wiederum durch den für eine Arthrose typischen Gelenkverschleiß verursacht wird. Daraus resultiert dann eine Schwellung des Kniegelenks, die zu einer Spannung im Gelenk führt und das Druckgefühl auslöst.

Video: Was ist eigentlich Arthrose?

Was genau ist Arthrose? Wie lässt sich der Gelenkverschleiß am Beispiel von Autoreifen erklären? Wie entstehen Knorpelschäden und ist Arthrose heilbar? Wichtige Antworten und Wissenswertes zum Thema liefert Dr. Tobias Weigl in diesem Video.

 

Wer ist gefährdet?

An einer Kniegelenksarthrose erkranken etwa 6 % der gesamten Bevölkerung, wobei die Wahrscheinlichkeit, an Arthrose zu erkranken, mit steigendem Alter zunimmt. Bei Männern im Alter von 60 bis 64 Jahren ist das rechte Kniegelenk mit 23 Prozent häufiger betroffen als das linke mit 16,3 %. Bei Frauen ist dieses Verhältnis mit 24,2 % zu 24,7 % eher ausgeglichen. Bei Menschen im Alter von 70 Jahren aufwärts steigt die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung auf bis zu 40 %. Schätzungen zufolge beträgt die Rate der jährlichen Neuerkrankungen je Bevölkerungsgruppe 1 %. Pro Jahr werden operativ über 120.000 künstliche Kniegelenke eingesetzt.

Der Erwerb einer Arthrose kann durch einige Risikofaktoren nachteilig beeinflusst werden. Die nachfolgende Auflistung verrät Ihnen, ob Sie schneller an Arthrose erkranken können als andere:

Risikofaktoren Kniegelenksarthrose

  • Alter über 50
  • Weibliches Geschlecht
  • Familiäre Veranlagung
  • Übergewicht
  • Häufig in kniender oder hockender Stellung tätig

 

Gut zu wissen!
Die im Volksmund sogenannten O-Beine, die Folge eines Abriebprozesses im Knie sein können, bezeichnet der Mediziner als Varusfehlstellung. Diese Fehlstellung gilt als Risikofaktor, da sie vor allem eine mediale Gonarthrose, also eine Arthrose am inneren Gelenkteil, weiter vorantreibt, den Verschleißprozess beschleunigt. Das Gegenteil, eine valgische Deformität, die den Verschleiß am äußeren Gelenkteil beschleunigt, ist weitaus seltener.

 

Was tut der Arzt? Teil 1: Die Diagnose

Eine detaillierte Diagnose erfolgt auf Grundlage von Anamnese, klinischer Untersuchung und bildgebender Verfahren. Ergänzt werden diese Untersuchungen gegebenenfalls um Arthroskopien, also Gelenkspiegelungen, und Laboruntersuchungen.

Die Anamnese, also das Gespräch zwischen Arzt und Patient, dient der Erfassung der Krankengeschichte, es werden u. a. aktuelle Symptome erfragt. Welche Beschwerden hat der Patient? Gibt es Vorerkrankungen? Haben andere Familienmitglieder Arthrose? Welchen Beruf übt der Patient aus? Welchen Belastungen ist das Gelenk dadurch ausgesetzt? Nimmt der Patient regelmäßig Medikamente?

Bei der darauffolgenden klinischen Untersuchung werden allgemeine Daten wie das Alter, die Größe oder das Gewicht erhoben. Ebenso erfolgt eine Inspektion, bei der bspw. das Laufverhalten des Patienten untersucht wird. Im Zuge der Kniegelenksarthrose sind dahingehend meist ein Entlastungshinken, ein Streckdefizit oder eine verminderte Bewegung beim Gehen zu beobachten. Das In-die-Hocke-gehen fällt Patienten schwer und Varus- und Valgusfehlstellungen bzw. X- oder O-Beine können beobachtet werden. Hinzu kommen Schwellungen am Gelenk, vor allem dann, wenn der Patient liegt. Beim Abtasten, der sog. ‚Palpation‘, kann der Arzt Ergüsse oder Weichteilschwellungen feststellen. Außerdem wird das Gelenk auf Druckschmerz überprüft.

Ein Bild zur Vollständigkeit

Bildgebende Verfahren sichern dann die Diagnose. Eine Röntgenuntersuchung gibt Aufschluss darüber, ob sich der Gelenkspalt zwischen den Knochen verschmälert hat, was ein sicheres Zeichen dafür ist, dass der dazwischen liegende Knorpel bereits starkem Verschleiß unterliegt. Bei einem gesunden Kniegelenk würde der Arzt einen weiten Gelenkspalt samt glatter Konturen am Knochen sehen. Bei einem durch Arthrose deformierten Gelenk ist der Gelenkspalt im schlimmsten Fall nicht mehr sichtbar, die Knochenkonturen sind unregelmäßig und sog. ‚Osteophyten‘, also krankhafte Knochenanbauten, werden erkennbar.
Eine Magnetresonanztomographie (MRT) des Kniegelenks kann weiteren Aufschluss über den Zustand des Kniegelenks geben. Neben den bei der Röntgenuntersuchung festgestellten Mängeln kann der Arzt auf einem MRT-Bild gegebenenfalls Zystenbildung und auch die Veränderung der sich am Knie befindenden Kreuzbänder feststellen.

Video: Kniebeschwerden im MRT erkennen

In diesem Video spricht Dr. Tobias Weigl mit dem Radiologen Dr. Schlolaut über den radiologischen Befund von MRT-Aufnahmen bei Patienten, die über Knieschmerzen klagen.

Es gibt zwar keine für die Arthrose typischen Blutwerte, aber Laboruntersuchungen des Blutes und der Gelenkflüssigkeiten können dazu dienen, andere Erkrankungen mit ähnlichen Beschwerdebildern auszuschließen.

Kniegelenksarthrose/Gonarthrose
Frauen > Männer
Häufigkeit nimmt mit dem Alter zu
40 Prozent der Erkrankungen im Alter >70Symptome

  • Ermüdungs- oder Steifigkeitsgefühl
  • Nachlassende Beweglichkeit und verringerte Streckbarkeit
  • Schmerzen beim Anlaufen und nach Belastung der Kniegelenke
  • Schmerzen an Ober- und/oder Unterschenkel
  • Druckgefühl in der Kniekehle
  • Schwellung, Überwärmung und Rötung am Knie
  • Bewegungseinschränkungen
  • Gelenkgeräusche

 

Was tut der Arzt? Teil 2: Die Behandlung

Da Arthrose bislang nicht heilbar ist, bestehen die vornehmlichen Ziele der Therapie vor allem darin, die Symptome zu bekämpfen, also Schmerzen zu lindern und die Funktionsfähigkeit betroffener Gelenke möglichst lange zu erhalten.

Die grundlegenden Therapieziele sind die Folgenden:

  • Schmerzlinderung
  • Verbesserung der Lebesqualität
  • Verbesserung der Beweglichkeit
  • Verbesserung der Gehleistung
  • <li<Verzögerung des Fortschreitens der Arthrose

Bei der Therapie wird zwischen konservativer und operativer Therapie unterschieden, wobei der Arzt zunächst immer versuchen wird, eine Operation erst später in Erwägung zu ziehen.
Zu den grundsätzlich möglichen Maßnahmen der konservativen Therapie zählt zunächst eine Aufklärung hinsichtlich einer möglichen Anpassung der Lebensweise, bspw. die Empfehlung zu einer Gewichtsreduktion. Außerdem sollten sog. ‚Noxen‘, also das Gelenk schädigende Stoffe bzw. Umstände wie Nikotin bzw. Leistungssport, abgeschafft werden.

Des Weiteren wird der Arzt den Patienten zu Eigenübungen und Selbstmanagement motivieren, was nachweislich vor allem einen psychologischen Effekt auf das persönliche Befinden des Patienten hat.
Die Behandlung der Kniegelenksarthrose kann auch physiotherapeutische Maßnahmen umfassen. Dazu gehört zum einen die Krankengymnastik, zum anderen aber auch die folgenden physikalischen Maßnahmen:

Auch orthopädische Hilfsmittel können vom Arzt empfohlen werden. Dazu gehören bspw. dämpfende Einlagen oder das Tragen von sog. ‚Knieorthesen‘, die zur Stabilisierung und Entlastung des Kniegelenks beitragen können.
Zudem kann der Arzt auch Medikamente verschreiben, die vor allem der Entzündungshemmung und Schmerzlinderung dienen. Dabei kommen bspw. sog. ‚nichtsteroidale Antirheumatika‘ (NSAR) wie Ibuprofen oder Diclofenac zum Einsatz. Außerdem kann der Arzt Cortison verabreichen, das mit der Spritze direkt in das Knie gegeben wird. Allerdings sollte dies nicht mehr als drei bis vier Mal im Jahr geschehen und auch nicht langfristig angewendet werden, da Cortison zwar zunächst stark entzündungshemmend wirkt, den Knorpelabbau aber sogar fördert.

Video-Exkurs: Cortison und Medikamente bei Arthrose

In diesem Video erklärt Dr. Tobias Weigl, wie sich die Verabreichung von Cortison auf den Verlauf einer Kniegelenksarthrose auswirkt und worin die Vor- und Nachteile des Wirkstoffs bestehen.

Möchten Sie mehr über die Medikamente erfahren, die bei der Behandlung von Arthrose zum Einsatz kommen? Informationen zu Wirkung, Risiken und Nebenwirkungen vermittelt Ihnen Dr. Weigl in diesem Video:

 

Operationen bei Kniegelenksarthrose

Zeigt die konservative Therapie keine Verbesserung, werden operative Therapiemethoden in Erwägung gezogen. Dabei wird grundsätzlich zwischen gelenkerhaltenden und gelenkersetzenden Operation unterschieden.

Zu den gelenkerhalten Operationen gehört bspw. die Kniegelenksspiegelung (sog. ‚Kniegelenksarthroskopie‘), bei der das Gelenk zunächst gespült und danach per Spritze mit Cortison behandelt wird. So können Schmerzen vorübergehend gelindert werden. Ist die Kniegelenksarthrose allerdings durch einen Achsenfehler (X- oder O-Beine) verursacht und der Patient über 60 Jahre alt, kann der Fortschritt der Arthrose durch eine Achsenumstellungsoperation gebremst werden. Eine weitere, nicht besonders gängige Methode zur Behandlung der Kniegelenksarthrose ist die sog. ‚Arthrodese‘, eine Versteifung des Kniegelenks. Diese reduziert zwar die Schmerzen, schränkt aber auch die Bewegungsfunktion ein.

Die gelenkersetzende Operation sieht die Implantation eines künstlichen Kniegelenks (sog. ‚Endoprothetischer Kniegelenksersatz‘) vor. Dabei werden die abgenutzten Knorpeloberflächen am Knie durch einen künstlichen Oberflächenersatz ersetzt.

Allerdings gilt, dass die im Folgenden gelisteten Kriterien erfüllt sein müssen, bevor die Operation in Erwägung gezogen wird:

  • Über 3-6 Monate bestehender Knieschmerz, der mehrmals wöchentlich auftritt
  • Nachweis eines strukturellen Schadens (z. B. verursacht durch Arthrose) im Röntgen-Bild
  • Versagen der konservativen Maßnahmen
  • Einschränkung der Lebensqualität (wenn alltägliche Tätigkeiten schwer fallen, bspw. das Treppensteigen)
  • Subjektiver Leidensdruck

Video: Endoprothetik und künstliche Gelenke

Wann sollte Ihr Arzt den Einsatz eines künstlichen Kniegelenks in Erwägung ziehen? In diesem Video erläutert Dr. Tobias Weigl fünf Kriterien, anhand derer Sie erkennen können, ob Sie ein künstliches Kniegelenk brauchen.

 

Häufige Patientenfragen

Wie sollte eine akute Kniegelenksarthrose behandelt werden?

Dr. T. Weigl
Die Behandlung erfolgt meist multimodal, also ganzheitlich. Dazu gehört der Einsatz von Medikamenten wie Ibuprofen oder Diclofenac, gegebenenfalls auch Cortison, allerdings minimal dosiert (maximal 3-4 Spritzen im Jahr) und nicht langfristig. Durch Physiotherapie und Krankengymnastik kann die das Gelenk umgebende Muskulatur gestärkt werden. Auch Bewegung, also die bewusste Beanspruchung des Kniegelenks, hilft, da so ein Austausch von Nähr- und Giftstoffen stattfindet. Es empfiehlt sich ebenso die Anwendung von Kältetherapie oder Elektrostimulation. Abgerundet wird die Therapie durch eine Anpassung der Lebensweise, z. B. durch Gewichtsabnahme.

Kann man Kniegelenksarthrose vorbeugen?

Dr. T. Weigl
Ja. Sie können versuchen, Über- und Fehlbelastungen des Kniegelenks, bspw. durch Übergewicht oder Leistungssport, zu vermeiden und sich stattdessen in gelenkschonendem Ausdauersport (Gymnastik, Schwimmen) betätigen. Auch das Tragen von Schuhwerk mit flachen und weichen Sohlen kann bei der Prävention helfen.

Deutet ein hörbares Knacken im Kniegelenk auf eine Arthrose hin?

Dr. T. Weigl
Nicht unbedingt. Wenn von Zeit zu Zeit das Kniegelenk knackt, machen sich vor allem jüngere Menschen direkt Sorgen. Das Knacken allein deutet allerdings noch nicht auf eine Arthrose hin. Vielmehr gilt es dann, zu beachten, ob auch andere der oben genannten Symptome auftreten. Kommen Gelenkschmerzen oder hörbare Reibegeräusche hinzu, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

 

„Mit dieser schmucken Knieorthese läuft’s sich tatsächlich leichter“, sinniert Gerhard, während er versucht, mit seinem Enkel Schritt zu halten, der wie wild durch den Wald rennt und seinem Großvater keine Zeit zum Verschnaufen lässt. „Sieht zwar nicht gut aus, aber hilft. Seit ein paar Wochen trage ich die jetzt. Medikamente nehme ich auch, aber nur harmloses Zeug. Von Cortison hat mir mein Arzt abgeraten…“ – „Opa, komm, ich hab hier so einen komischen Käfer gefunden!“ Mit einem Grinsen auf den Lippen ob der kindlichen Begeisterung setzt sich Gerhard in Bewegung, Schritt für Schritt, schmerzbefreit.

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Haben auch Sie Erfahrungen mit Kniegelenksarthrose? Haben Sie Fragen zum Thema? Nutzen Sie unsere Kommentarfunktion unten für den Austausch untereinander und mit uns!
 
Autoren: Dr. Tobias Weigl, Tobias Möller
Redaktion: Dr. Tobias Möller
Veröffentlicht am: 22.03.2018, zuletzt aktualisiert: 06.07.2018
 
Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt.

Quellen

  • Dirk Ditchen, Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e. V. (HRSG) (2012): Erfassung arbeitsbedingter Kniebelastungen an ausgewählten Arbeitsplätzen.
  • Susanne Fuchs (2013): Arthrose: Neues über Genese und Therapie. Springer-Verlag, Darmstadt.
  • Wolfgang Rüdiger Hepp, Hans Ulrich Debrunner (2004): Orthopädisches Diagnostikum, Georg Thieme Verlag, Stuttgart.
  • Christian Lüring (2011): Künstliche Kniegelenke: Wege aus dem Schmerz. Springer-Verlag, Berlin.
  • Joern W.-P. Michael, Klaus U. Schlüter-Brust, Peer Eysel (2010): Epidemiologie, Ätiologie, Diagnostik und Therapie der Gonarthrose, in: Dtsch Arztebl Int 2010; 107(9): 152-62; DOI: 10.3238/arztebl.2010.0152
  • Burkhard Paetz, Brigitte Benzinger-König (2004): Chirurgie für Pflegeberufe. Georg Thieme Verlag, Stuttgart.
  • Achim Reichelt (2000): Orthopädie. Springer-Verlag, Berlin.
  • Steffen Ruchholtz, Dieter Christian Wirtz (2012): Orthopädie und Unfallchirurgie essentials: Intensivkurs zur Weiterbildung. Georg Thieme Verlag, Stuttgart.
  • Dieter Christian Wirtz (2010): AE-Manual der Endoprothetik: Knie. Springer-Verlag, Heidelberg.
  • Nikolaus Wülker (2015): Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Georg Thieme Verlag, Stuttgart.
[Gesamt:2    Durchschnitt: 5/5]

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