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Thermotherapie bei Arthrose

Bei akuten Schüben bei Arthrose kann die Kältetherapie zum Einsatz kommen. Chronische Schmerzen werden hingegen mit Wärme, z. B. mit Wärmepflastern, behandelt.
— Dr. Tobias Weigl

Von Medizinern geprüft und nach besten wissenschaftlichen Standards verfasst

Dieser Text wurde gemäß medizinischer Fachliteratur, aktuellen Leitlinien und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

Quellen ansehen
 

Im Rahmen einer Thermotherapie bei Arthrose empfinden Betroffene bei chronischen Beschwerden vor allem eine Wärmebehandlung als angenehm, da diese sowohl die Durchblutung fördert als auch die Muskulatur entspannt und so Schmerzen lindert. Die Kältebehandlung erfolgt indes vor allem dann, wenn akute Entzündungen vorliegen oder es zu schmerzhaften Schüben kommt. Auf diese Weise werden Schmerzsensoren blockiert und dementsprechend Schmerzen verringert. Bei der Behandlung mit Wärme oder Kälte können auch viele Hausmittel zum Einsatz kommen.

 

 

Magda wird sich auf Anraten ihres Arztes zu Hause erstmal ein schönes, warmes Bad gönnen. Normalerweise hüpft sie immer nur schnell unter die Dusche, aber eine ordentliche Wärmebehandlung soll ihrem dauerhaft schmerzenden Knie gut tun, eine Entzündung liegt ja momentan nicht vor. Und wenn sie mal keine Zeit hat, soll sie sich schnell eine warme Auflage bereiten, sodass auf lange Sicht der Schmerz unter Kontrolle gebracht werden kann..

 

Was ist eine Thermotherapie?

Die Thermotherapie gehört zu den physikalischen Therapieverfahren, wie bspw. Wasser- und Balneotherapie, Elektrotherapie und Ultraschalltherapie, die bei Arthrose zum Einsatz kommen können. Generell wird bei der Thermotherapie zwischen der Kältebehandlung (sog. ‚Kryotherapie‘) und der Wärmebehandlung unterschieden. Beide Anwendungen haben aber zum Ziel, die Schmerzen infolge einer Arthrose durch Wärme bzw. Kälte zu lindern und dienen vor allem der Ergänzung einer physiotherapeutischen Behandlung. Wann mit Wärme und wann mit Kälte behandelt werden sollte, erfahren Sie im Folgenden.

 

Videoexkurs: Kann man Arthrose heilen?

Wie entsteht Arthrose? Welche Symptome gibt es? Und wie wird Sie noch behandelt? Auf diese und weitere Fragen geht Dr. Tobias Weigl im Folgenden Video ein
 

 

Wärme- und Kältetherapie

Die Wärmetherapie

Verläuft eine Arthrose chronisch und ist noch nicht aktiviert, liegen also keine Entzündungen vor, kann eine Behandlung der jeweiligen Arthrose mit Wärme erfolgen, über Wärmestrahlen oder Wärmeleitung. Dies trägt zur Durchblutungsförderung bei und entspannt die Muskulatur um das betroffene Gelenk herum. Dadurch wird zum einen garantiert, dass sich Blutgefäße unter Wärmeeinwirkung weiten und so mehr Nährstoffe an ihren Bestimmungsort transportieren können. Zum anderen wird so die bei Arthrose erhöhte Anspannung der Muskulatur, welche die Gelenke zusätzlich belastet, gesenkt. Dies verringert auch Sehnenschmerzen. Da die Muskulatur bei Arthrose stets erhöht angespannt ist, wirkt deren Zugkraft auch stärker als sonst auf die Sehnen, welche unter Einwirkung von Wärme ebenfalls entspannt werden. In der Folge können Betroffene wieder über mehr Beweglichkeit verfügen und haben weniger Schmerzen. Eine solche Behandlung hemmt indes auch die Schmerzfasern, was für Betroffene also schlussendlich auch weniger Schmerzen bedeutet.

 

Gut zu wissen!
Schon in der Antike wurde die Wärmebehandlung in Thermalbädern und heißen Quellen erfolgreich durchgeführt. Der Arzt Galen (131–201 n. Chr.) ordnete bspw. schon Heilbäder zur Behandlung chronischer Erkrankungen wie Gicht oder Lähmungen an. Heute angewendete Verfahren knüpfen an diese Erfahrungen an.

 

Aber auf welche Art kann die Wärmebehandlung erfolgen? Dies ist vor allem mit dem behandelnden Arzt zu klären, da nur dieser über den jeweils individuellen Zustand des Gelenks und das Befinden des Patienten urteilen kann. Generell gibt es aber viele Möglichkeiten, Wärme zur Therapie anzuwenden, nämlich:

  • Heißluft
  • Ultraschall
  • Infrarot
  • Wärmesalben
  • Wärmepflaster
  • Wärmewickel
  • Warmpackungen
  • Wärmebäder
  • Paraffinbad für die Hände
  • Wärmflaschen
  • Heizkissen

Eine Behandlung mit Wärme sollte nicht erfolgen, wenn akute entzündliche Prozesse vorliegen (bspw. bei einer aktvierten Arthrose), die Herzleistung des Patienten eingeschränkt ist oder dieser unter belastungsabhängigen Herzrhythmusstörungen leidet. Auch bei schwerem Bluthochdruck oder einer Überfunktion der Schilddrüse ist von einer Behandlung mit Wärme abzuraten.
 

Die Kältetherapie

Eine Kältetherapie findet vor allem dann Anwendung, wenn eine Arthrose aktiviert ist, also Entzündungen vorliegen und es zu Gelenkerguss kommt, und bezeichnet den gezielten Einsatz von Kälte (sog. ‚Kryotherapie‘). Ist eine Arthrose aktiviert, äußern sich Schmerzen häufig in Form von Schüben. Der Mediziner spricht dann nicht von chronischen, sondern von akuten Beschwerden. Eine Behandlung mit Kälte fördert die Beweglichkeit, verbessert die Gelenkfunktionen und erhöht die Muskelkraft. Außerdem blockieren Kälteanwendungen die Schmerzsensoren, was über mehrere Stunden zu weniger Schmerzen führt. Ein Kältereiz verursacht indes auch eine verringerte Durchblutung, weshalb sich diese Behandlungsform besonders für Schwellungen eignet. Die im Rahmen der Kältetherapie verwendeten Temperaturen reichen bis zu -110 Grad Celsius und die Behandlungsmethoden reichen von kühlen Wickeln bis hin zu Kältekammern. Die grundsätzlich eingesetzten Mittel zur Kühlung finden Sie im Folgenden:

  • Eiswickel, Eismanschetten, Eiskompressen
  • Eis- oder Gelbeutel aus der Tiefkühlung
  • Eismassage
  • Kältesprays, Kaltluft oder Kaltgas
  • Eisbäder in Fuß- oder Armbadewannen
  • Kältekammer
  • Kühlende Cremes

Eine Kältetherapie sollte nicht unternommen werden, wenn der Patient unter Durchblutungs- und Empfindungsstörungen leidet oder er infolge von niedrigem Blutdruck, Untergewicht oder einer Unterfunktion der Schilddrüse sehr kälteempfindlich ist.

 

Gut zu wissen!
Ein Extrembeispiel für die Kryotherapie ist die Ganzkörper-Kältetherapie in Kältekammern. Dabei wird der Körper des zu Behandelnden einer Temperatur von bis zu -120 Grad Celsius ausgesetzt, was zur Folge hat, dass die Schmerzsensoren blockiert werden. Im Anschluss an diese Behandlung können sich Betroffene meist schmerzärmer bewegen, sodass eine Physiotherapie angenehmer durchgeführt werden kann.

 

Videoexkurs: Schmerzbekämpfung bei Arthrose

Was kann man noch gegen Arthroseschmerzen tun? In diesem Beitrag gibt Ihnen Dr. Tobias Weigl fünf Tipps, wie Sie unabhängig von der Art der Arthrose ihre Schmerzen lindern können.
 

 

Auf welche der genannten ‚Hausmittel‘ greifen Sie bei einer Arthrose zurück?
 

Häufige Patientenfragen

Kann ich meine Arthrose auch nur thermotherapeutisch behandeln lassen?

Dr. T. Weigl
Das ist leider nicht möglich. Denn eine Arthrose-Behandlung sollte immer multimodal, also ganzheitlich, erfolgen. Wie zuvor erwähnt eignet sich eine Kältetherapie z. B. besonders dann, wenn sie in einer Kombination mit der Physiotherapie erfolgt, da sie die Bewegungen von Patienten schmerzarmer macht und so eine physiotherapeutische Behandlung erleichtert.

Wie sollte die Behandlung meiner Arthrose denn erfolgen?

Dr. T. Weigl
Das ist natürlich grundsätzlich mit Ihrem behandelnden Arzt zu klären, da eine Behandlung immer vom Stadium der Arthrose und dem Befinden des Patienten abhängt. Für eine detaillierte Diagnose wird in der Regel auf eine Kombination von Anamnese, also ein Arzt-Patienten-Gespräch, klinischer Untersuchung und bildgebender Verfahren, vor allem der Röntgenuntersuchung, zurückgegriffen. Arthrosen sind nach heutigen Stand nicht heilbar, sodass in erster Linie versucht wird, die Schmerzen zu lindern und die betroffenen Gelenke funktionsfähig zu halten. Im Normalfall wird dies zuerst mit einer konservativen Therapie versucht, oft eine Mischung aus medikamentösen und nicht medikamentösen Therapieverfahren. Eine Operation wird erst durchgeführt, wenn die bisherigen Therapieversuche keine Wirkung erzielt haben.
 

Tatsächlich helfen die Hausmittel ein bisschen. Aber für Magda war vor allem die Behandlung mit dem Ultraschall wegweisend. Sie hat regelrecht gespürt, wie sich die Muskulatur um das Knie entspannte und somit weniger Druck auf ihr Kniegelenk ausübte. Die Wickel, die sie sich jetzt immer abends macht, steuern ihren Teil dazu bei, dass sie trotz Arthrose kaum Schmerzen empfindet und erstmal nicht über einen Gelenkersatz nachdenken muss.

 

Verwandte Themen

 
Haben Sie Erfahrungen mit der Thermotherapie bei Arthrose? Möchten Sie sich bei uns über Kälte- oder Wärmetherapie erkundigen? Nutzen Sie unsere Kommentarfunktion unten, um von Ihren Erfahrungen zu berichten und sich mit anderen auszutauschen!
 

Autoren: Tobias Möller und Dr. Tobias Weigl
Lektorat: Sebastian Mittelberg
 

Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt.

Quellen

  • Peter Aldinger et al. (2015): Künstliches Kniegelenk: Fragen an die Spezialisten. Springer-Verlag, München.
  • Sven Bach et al. (2017): Der Gesundheitskurs: Arthrose. Das Übungsprogramm für mehr Beweglichkeit. Die richtige Ernährung gegen Entzündungen. Schlütersche, Hannover.
  • Deutsche Arthrose-Hilfe e. V. (Hrsg): Arthrose – Behandlung.
  • Gustav Dobos (2010): Management der Arthrose: Innovative Therapiekonzepte. Deutscher Ärzteverlag, Köln.
  • Antje Hüter-Becker, Mechthild Dölken (Hrsg.) (2011): Physikalische Terapie, Massage, Elektrotherapie und Lymphdrainage. Georg Thieme Verlag, Stuttgart.
  • Petra Roßmüller-Meister, Gabriela Schwarz (2012): Das Arthrose-Buch: Das können Sie selbst tun. Alle bewährten Behandlungsmethoden der Schulmedizin und Naturheilkunde. Schlütersche, Hannover.
  • Horst Schuhmacher, Dirk Nonhoff (2017): Thermotherapie – Heilsame Wärme und Kälte.
  • Gabriela Schwarz (2014): Arthrose natürlich behandeln: Heilmittel, die für Linderung sorgen. Die Behandlung effektiv unterstützen. Schlütersche, Hannover.
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