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Hüftarthrose – Woher kommen die Schmerzen in der Hüfte?

Auf einen Blick – Hüftarthrose

Was ist Hüftarthrose?

  • krankhafter Knorpelverschleiß der Hüfte
  • häufigste Art der Arthrose

Wer bekommt Hüftarthrose?

  • häufig eine Alterserscheinung
  • mehr Frauen als Männer betroffen

Welche Symptome verursacht Hüftarthrose? (Auswahl)

  • Schmerzen im Leisten- und/oder Hüftbereich
  • morgendliche Anlaufschmerzen
  • reduzierter Bewegungsumfang des Hüftgelenks

Welche Risikofaktoren gibt es für Hüftarthrose?

  • Alter über 55
  • Übergewicht
  • weibliches Geschlecht
  • Bewegungsmangel

Von Medizinern geprüft und nach besten wissenschaftlichen Standards verfasst

Dieser Text wurde gemäß medizinischer Fachliteratur, aktuellen Leitlinien und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

Quellen ansehen
Als Hüftarthrose (sog. ‚Coxarthrose‘) bezeichnet man den fortschreitenden Verschleiß des Hüftgelenks, meistens als physiologische Alterserscheinung. Die Ursachen können in vorangegangenen Entzündungen, Fehlstellungen oder Deformierungen durch Knochenerkrankungen oder in zu großer Belastung durch bspw. Übergewicht liegen. Anfangs äußern sich die Symptome in Form von Schmerzen bei Belastung und Anlaufschmerzen, also bei Bewegungsbeginn, später stellen sich auch ein Ruhe- oder Nachtschmerz, Bewegungssteifigkeit sowie ein Rückgang der Muskulatur (sog. ‚Muskelatrophie‘) ein. Zur Behandlung kann der Lebensstil angepasst werden, bspw. durch Gewichtsabnahme. In schweren Fällen kommen aber auch operative Verfahren, etwa ein künstlicher Gelenkersatz, infrage.

Was ist Hüftarthrose?

Luise aus unserem Beispiel weist die klassischen Symptome einer Hüftarthrose auf. Der Mediziner spricht in diesem Zusammenhang von einer sogenannten ‚Coxarthrose‘ bzw. ‚Arthrosis deformans coxae‘ (von altgr. arthron ‚Gelenk‘, lat. deformare ‚verstümmeln‘ und lat. coxa ‚Hüfte‘). Mit erhöhtem Alter steigt auch die Wahrscheinlichkeit, an einer Hüftarthrose zu erkranken, da sich der natürliche Abrieb des Knorpels im Gelenk dann bemerkbar macht. Eine beschleunigte Abnutzungserscheinung kann aber auch die Folge von Übergewicht sein. Außerdem kann eine Hüftarthrose durch Gelenkschäden, zu denen es bspw. im Kindesalter oder durch Unfälle gekommen ist, verursacht werden.

Die Hüftarthrose beschreibt den krankhaften Knorpelverschleiß der Hüfte. Sie ist noch vor der Kniegelenksarthrose (sog. ‚Gonarthrose‘) die häufigste aller Arthrosen. Im Verlauf der Erkrankung schwindet allmählich die zwischen den Gelenken liegende Knorpelschicht. Es entsteht zunächst eine angeraute Knorpeloberfläche, die zunehmend weicher wird. Sodann ziehen sich Risse durch den gesamten Knorpel, der eine Umverteilung der Last und demnach mehr Krafteinwirkung auf kleinere Bereiche der Hüfte zur Folge hat. Dann dauert es nicht mehr lange, bis die Knorpel gänzlich schwinden, die Knochen aneinander reiben, die Hüfte versteift und es zu dauerhaften Schmerzen kommt.

Was genau ist Hüftarthrose? Was sind die klassischen Symptome? Wie kann Hüftarthrose behandelt werden? Woher kommt der Spruch: „Keine Diagnose durch die Hose“? Welche physiotherapeutischen Maßnahmen können bei Hüftarthrose nützlich sein? Wichtige Antworten und Wissenswertes zum Thema liefert Dr. Dr. Tobias Weigl in diesem Video im Gespräch mit Physiotherapeut Jerry Panten.

Hüftschmerzen ⚡ Was tun bei Hüftarthrose? Therapie & Übungen bei Coxarthrose ✔ Schmerz lösen #4

Die Symptome: Woran erkennt man, dass man an Hüftarthrose leidet und wie verläuft die Erkrankung?

Typische Symptome der Hüftarthrose sind Schmerzen im Leisten- und/oder Hüftbereich, vor allem im Anfangsstadium. Wenn Sie Schmerzen bei oder nach stärkerer Belastung feststellen, könnte eine Hüftarthrose die Ursache sein. Auch morgendliche Anlaufschmerzen deuten auf die Erkrankung hin, besonders dann, wenn Sie meinen, Ihre Hüfte fühle sich „eingerostet“ an.

Im weiteren Verlauf kann es dann auch zu Hüftschmerzen kommen, die nicht mehr mit einer akuten Belastung zusammenhängen. Haben Sie sich bspw. sportlich betätigt und Ihre Gelenkschmerzen lassen nach mehr als einem Tag nicht nach, sondern erstrecken sich gar auf mehrere Tage, kann eine Hüftarthrose in Betracht gezogen werden.

Als bereits aktiviert gilt eine Hüftarthrose, wenn sie mit Entzündungserscheinungen wie Schwellung oder Überwärmung einhergeht. Dann kann es dazu kommen, dass Ihre Hüfte auch im Ruhezustand oder in der Nacht schmerzt. Eine Arthrose geht allgemein auch mit Bewegungseinschränkung einher. Im Rahmen einer Hüftarthrose bedeutet dies, dass der Bewegungsumfang des Hüftgelenks reduziert ist, Sie könnten dann Probleme haben, in der Hocke zu sitzen oder sich Ihre Schuhe anzuziehen. Ebenso typisch für eine Hüftarthrose ist Schmerz bei einer Drehung des Beines um die eigene Achse.

Es kann zudem dazu kommen, dass Sie bei längeren Strecken in ein Schonhinken auf der betroffenen Seite übergehen. Bei an Hüftarthrose leidenden Patienten verkürzt sich außerdem zunehmend die maximale Gehstrecke bis starke Hüftschmerzen eintreten oder sichtbares Hinken einsetzt.

Zu den weiteren Symptomen gehören Knack- und Reibegeräusche der Knochen sowie Muskelschmerzen, da Muskeln auf Gelenkschmerzen mit chronisch schmerzhaften Verspannungen reagieren.

Im Allgemeinen ist bei Hüftarthrose der Aufwärtsgang schmerzhaft, anders als bei einer Arthrose im Kniegelenk, die den Abwärtsgang erschwert.

Sind Sie von Hüftarthrose betroffen? Welche Beschwerden treten bei Ihnen auf? Mit ihrer Teilnahme an dieser Umfrage helfen Sie anderen Patienten, ihre Probleme besser einschätzen zu können. (Mehrfachnennungen möglich)

Wer kann von Hüftarthrose betroffen sein?

Diversen Untersuchungen zufolge leiden etwa 3-6 % der Bevölkerung unter Arthrose im Hüftgelenk. Die meisten Diagnosen von Hüftarthrosen erfolgen zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr. Jährlich werden deutschlandweit in etwa 200.000 künstliche Hüftgelenke eingesetzt. Von einer Hüftarthrose wird nur dann gesprochen, wenn der Verschleiß der Gelenkknorpel nicht altersgerecht verläuft, Ihr Gelenk also im Verhältnis zu Ihrem Alter abgenutzter ist als es sein sollte. Trotzdem gilt das Alter als größter Risikofaktor. Je älter Sie sind, desto wahrscheinlicher wird eine Hüftarthrose, die einer Behandlung bedarf.

Des Weiteren gefährdet sind Leistungssportler, Menschen mit schwerer beruflicher Belastung und Menschen, bei denen im Hüftgelenk eine Fehlbildung oder Deformierung durch einen Unfall vorliegt. Diese Faktoren begünstigen eine Hüftarthrose.

Frauen sind häufiger von Hüftarthrose betroffen als Männer, da bei ihnen Faktoren bestehen, die den Knorpelabbau begünstigen. Das breitere weibliche Becken ändert bspw. die Stellung der Knochen, wodurch eine Anfälligkeit besonders im Bereich der unteren Extremitäten erhöht wird.

Der wichtigste regulierbare Risikofaktor ist das Körpergewicht, da Übergewicht zu einer stärkeren Belastung der Hüfte führt.

Letztendlich bekommt jeder von uns Arthrose, wenn wir nur alt genug werden. Sehr oft ist es eine Hüftarthrose.
— Dr. Dr. Tobias Weigl

Was tut der Arzt? Teil 1: Die Diagnose

Suchen Sie als Patient einen Arzt auf, wird dieser zunächst ein sogenanntes Anamnesegespräch mit Ihnen führen. Dieses dient der Erfassung der Krankengeschichte. Wo hat der Patient die Schmerzen? Wie stark sind die Schmerzen? Wie lange hat der Patient die Schmerzen schon? Es ist für den Arzt in diesem Zusammenhang hilfreich, wenn Sie sich als Patient schon vorher Gedanken darüber gemacht haben, wie Sie bspw. den Schmerz beschreiben können. Außerdem soll in dem Gespräch ermittelt werden, welche anderen Erkrankungen schon vorliegen und welche Medikamente Sie nehmen.

Darauf folgt die körperliche Untersuchung, bei welcher der Arzt das Hüftgelenk aktiv untersucht, Bewegungen mit dem Bein durchführt und eine Ganganalyse veranstaltet, sodass er feststellen kann, wie sich der Patient mit seiner Erkrankung bewegt. Ebenso wird das Gelenk erfühlt und getestet, ob man ein Knacken wahrnimmt.

Besteht dann ein Verdacht auf Hüftarthrose, wird auf bildgebende Verfahren zurückgegriffen. Das wichtigste Verfahren ist die Erstellung eines Röntgenbildes, anhand wessen der Arzt die knöcherne Struktur erkennen kann. Die Anfertigung eines MRT-Bildes ist auch möglich, da sich dort Knorpelstrukturen und Bänder besser erkennen lassen.

Liegt der Verdacht nahe, dass im Gelenk eine Entzündung besteht, kann der Arzt noch eine Laboruntersuchung veranlassen, bei der das Blut und die Gelenkflüssigkeit untersucht werden.

Hüftarthrose auf einen Blick
Hüftarthrose (sog. ‚Coxarthrose‘) bezeichnet den fortschreitenden Verschleiß des Hüftgelenks und ist oft eine Alterserscheinung.Risikofaktoren

  • Übergewicht
  • Alter über 55 Jahre
  • mehr Frauen als Männer sind betroffen
  • Leistungssport
  • mangelnde Bewegung
  • Fehlbildung oder Deformierung von Knochen und Gelenken

Symptome

  • Schmerzen im Leisten- und/oder Hüftbereich
  • Schmerzen beim Anlaufen und nach Belastung der Gelenke
  • Schwellung und Überwärmung an den entsprechenden Stellen
  • Bewegungseinschränkungen
  • Gelenkgeräusche (Knacken oder Reiben)
  • „Gelenk-Kater“, also länger anhaltende Schmerzen nach Belastung (mehrere Tage)
  • Muskelschmerzen
  • schmerzhafter Aufwärtsgang (z. B. Treppensteigen)

Was tut der Arzt? Teil 2: Die Behandlung

Eine Hüftarthrose ist nicht heilbar. Ein Gelenkknorpel kann nicht wieder heilen. Zwar gibt es Substanzen, die den Knorpel wieder „aufpäppeln“ können, aber im Zuge einer konservativen Therapie, welche als Behandlungsmöglichkeit immer zuerst ausgeschöpft werden sollte, kann ein Knorpel oder ein Knochen nicht repariert werden. Im Vordergrund der Therapie steht, die mit der Erkrankung zusammenhängenden Schmerzen zu lindern, die Beweglichkeit der Hüfte zu erhalten und gegebenenfalls vorliegende Entzündungen zu dämpfen.

  • Bei der Behandlung richtet sich der Arzt nach den folgenden Punkten:
  • Der individuelle Krankheitszustand. Wie fühlt sich der Patient? Es gilt als „A und O“ der Behandlung, sich primär nach dem individuellen Zustand des Patienten, nicht nach der Bildgebung zu richten.
  • Die unterschiedlichen Ursachen, die zu Hüftarthrose führen. Verschiedene Ursachen bestimmen auch verschiedene Arten der Therapie.
  • Das Stadium, in dem sich die Erkrankung befindet

Konservative Therapie

Im Regelfall beginnt der Arzt mit einer individuellen konservativen Therapie. Operative Therapiemethoden werden erst dann in Erwägung gezogen, wenn auf „normalem“ Wege keine Verbesserung des Gesundheitszustands erreicht wird. Im Optimalfall kombiniert diese konservative Behandlung medikamentöse sowie nichtmedikamentöse Therapieverfahren.

Ein individueller Krankheitszustand, der im Gespräch ermittelt wird, erfordert auch eine individuelle Therapie. Allgemein kann gesagt werden, dass es gewisse Medikamente gibt, die sinnvoll sind und Eckpfeiler der Behandlung sind. In der Regel verschreibt der Arzt zu Beginn entzündungshemmende und schmerzreduzierende Medikamente wie Diclofenac und Ibuprofen. Auch die Verabreichung von Spritzen mit gesteigerten Medikamenten ist möglich, dies sollte allerdings nicht mehr als vier Mal im Jahr geschehen.

Weitere Methoden im Rahmen der konservativen Therapie umfassen Gewichtsreduktion, sodass die Belastung der Hüfte reduziert wird, und das Hinzuziehen von Orthopädietechnik, bspw. orthopädische Schuhe oder Einlagen.

Welche Medikamente kommen bei der Behandlung von Arthrose zum Einsatz? Wie wirken diese, welche Risiken und Nebenwirkungen bergen sie? Dies und mehr erläutert Dr. Dr. Weigl in seinem folgenden Video.

Arthrose heilen durch Medikamente (Diclo, Ibu, Spritzen)? – Medikamente & Nebenwirkungen vermeiden

Essentiell: Bewegung
Ein weiterer Eckpfeiler ist die Physiotherapie. Diese ist besonders wichtig, weil Hüftarthrose nicht ganzheitlich heilbar ist und die Therapie daher lebensbegleitend sein muss. Im Rahmen der physiotherapeutischen Untersuchung erfolgt in der Regel zunächst eine Ganganalyse, bei der Defizite ausgemacht werden. Dann wird entschieden, ob eine schmerzlindernde Therapie vonnöten ist oder die Beweglichkeit des Gelenks verbessert werden muss. Im Anschluss wird dann die das Gelenk umgebende Muskulatur verstärkt. Da eine zwei Mal wöchentlich stattfindende physiotherapeutische Behandlung aber nicht ausreicht, werden Sie als Patient auch für Zuhause angeleitet, sodass Sie Übungen eigenständig durchführen können. Ihre Eigeninitiative ist gefragt. Dabei soll es nicht darum gehen, dass Sie mit Leistungssport beginnen – es stehen vielmehr Übungen sowie gelenkschonende Sportarten wie Schwimmen oder Radfahren im Vordergrund.

Operationen bei Hüftarthrose

Zeigt die konservative Therapie keine ausreichende Beschwerdelinderung, sollten operative Therapiemethoden in Betracht gezogen werden. Dabei wird bei Arthrose im Allgemeinen in gelenkerhaltende Operationen, die Entfernung zerstörter Gelenke, den Ersatz mit einem Kunstgelenk und versteifende Operationen unterschieden.

Da bei Operationen am Hüftgelenk die Entfernung und die Versteifung zu erheblichen Beeinträchtigungen führen, werden diese Methoden nur selten angewendet. Gelenkerhaltende Operationen hingegen können in frühen Stadien aber den Verlauf der Hüftarthrose positiv beeinflussen. Es sollte daher stets geprüft werden, ob derlei Eingriffe möglich sind. Der Ersatz mit einem künstlichen Hüftgelenk spielt vor allem in späteren Stadien und im Zusammenhang mit Schmerzlinderung eine wichtige Rolle.

Gelenkerhaltende Operationen

Zu den gelenkerhaltenden Operationen zählt u. a. die Gelenkspiegelung (sog. ‚Arthroskopie‘). Diese ist allerdings nur im Frühstadium der Hüftarthrose sinnvoll, da sich mit ihr belastungsabhängige Schmerzen behandeln lassen. Liegen bei der Bildgebung fortgeschrittene Arthrosezeichen vor, lassen sich nur noch kurzfristige Erleichterungen erzielen. Es besteht außerdem die Möglichkeit zur Knorpelregeneration durch biologische Maßnahmen, allerdings auch nur in einem frühen Stadium. Ist der Knorpelschaden klein, kann versucht werden, die Selbstheilungskräfte Ihres Körpers zu aktivieren, sodass sich der Knorpel regeneriert. Zu guter Letzt gibt es noch die sogenannten Umstellungsoperationen, Korrektureingriffe am gelenknahen Knochen, die die Belastung reduzieren sollen. Auch hier gilt: Es darf kein fortgeschrittenes Arthrosestadium vorliegen.

Künstliches Hüftgelenk

Aber auch bei fortgeschrittener Hüftarthrose gibt es noch Behandlungsmöglichkeiten. Die häufigste ist das künstliche Hüftgelenk. Dieses sollte in Betracht gezogen werden, wenn die konservativen Therapiemethoden nicht ausreichend wirken. Besonders im Rahmen einer Hüftarthrose gilt der Gelenkersatz als erfolgreichstes medizinisches Verfahren, denn auf diese Art können Schmerzen behoben, Funktionen wiederhergestellt und Lebensqualität verbessert werden. Die eingesetzten Prothesen halten meist mehrere Jahrzehnte. Wichtig ist, den genauen Zeitpunkt für den Eingriff abzupassen. Es sollten alle konservativen Möglichkeiten ausgeschöpft sein, während die Erkrankung sich aber noch nicht im Endstadium befindet. Im besten Fall liegen noch keine gravierenden Funktionseinschränkungen vor.

Wie immer gilt: Es wird individuell über den bestmöglichen Zeitpunkt entscheiden, in Absprache mit dem Patienten.

Aktuelles aus der Forschung – Diabetiker anfälliger für Arthroseschmerzen?

In einer Studie wurde kürzlich untersucht, ob Patienten mit Kniegelenksarthrose stärkere Arthroseschmerzen haben, wenn Sie auch an Diabetes mellitus erkrankt sind. Für die Studie wurden 70 Arthrosepatienten untersucht, bei denen eine Kniegelenkersatzoperation durchgeführt wurde. 23 von diesen Patienten waren zudem mit Diabetes erkrankt. Die Diabetiker wiesen im Vergleich zu den Nicht-Diabetikern einige z. T. deutlich erhöhte Werte auf. Dazu gehörten u. a.:

  • deutlich höheres Körpergewicht (31,0 zu 27,7 beim Body-Mass-Index)
  • signifikant höherer CRP-Wert (CRP ist ein Eiweiß, das bei Entzündungen im Körper nachweisbar ist)
  • deutlich erhöhter Triglyceridspiegel (eines der „Nahrungsfette“, der erhöht bspw. bei Diabetes und Gicht auftritt)
  • signifikant erhöhter Harnsäurespiegel

Beim Knee Injury and Osteoarthritis Outcome-(KOOS-)Schmerzscore, einem Fragebogen zur Erfassung von Beschwerden, die durch das Kniegelenk verursacht werden, hatten die Diabetiker zudem höhere Werte als Nicht-Diabetiker. Auch andere Werte wie der Interleukin-6-Spiegel (ein Entzündungsmarker) in der Synovialflüssigkeit (Gelenkschmiere) waren deutlich höher als bei Patienten ohne Diabetes. Gleiches gilt für den Synovitis-Score, der das Ausmaß dieser Entzündung der Gelenkinnenschicht erfassen soll.

Als Fazit resümierten die Forscher, dass Arthrosepatienten mit Diabetes nicht nur mehr Schmerzen, sondern auch u. a. höhere Entzündungswerte in entzündeten Gelenk hätten. Dies rücke NSAR, also schmerzlindernde und entzündungshemmende Medikamente wie Diclofenac oder Ibuprofen als Behandlungsmöglichkeit in den Vordergrund. Der Therapieeffekt dieser Medikamente sei größer, je stärker die Entzündung sei. Zudem betonten die Autoren, ob beim gleichzeitigen Vorliegen von Arthrose und Diabetes eine intensive Stoffwechselkontrolle die Schmerzen lindern könnte. Weitergehende Forschungen in diese Richtung stehen noch an.

Quelle: A. Eitner et al. (2017): Pain sensation in human osteoarthritic knee joints is strongly enhanced by diabetes mellitus, in: Pain 158, S. 1743–53.

Häufige Patientenfragen

Ist eine Operation bei Hüftarthrose notwendig?

Dr. Dr. T. Weigl
Das hängt sowohl vom Stadium der Erkrankung als auch der Einschätzung Ihres Arztes ab. Sind die konservativen Therapiemethoden ausgeschöpft, kann der Arzt eine Operation empfehlen. Eine Endoprothese, also ein künstliches Gelenk, ist aber vor allem bei großen Gelenken, zu denen die Hüfte und das Knie gehören, häufig nicht zu umgehen.

Ich habe gehört, Haifischknorpel helfen bei Arthrose – stimmt das?

Dr. Dr. T. Weigl
Nein. Mehrere Studien konnten zeigen, dass Haifischknorpel nicht den Verschleiß von menschlichen Gelenkknorpeln verhindern. Auch, dass Haifischknorpel die Tumorbildung behindern sollen, ist wissenschaftlich nicht nachweisbar. Seien Sie gerade bei Mitteln skeptisch, die angeblich viele verschiedene Krankheiten heilen oder eindämmen sollen. Solche Versprechungen können in der Regel nicht gehalten werden. Zudem können Nahrungsergänzungsmittel auch Nebenwirkungen hervorrufen, die nicht zu unterschätzen sind.

Kann ich Hüftarthrose vorbeugen?

Dr. Dr. T. Weigl
Auf jeden Fall. Sie können rechtzeitig Gelenkverformungen behandeln lassen und Überlastungen vermeiden. Eine Früherkennung ist möglich, wenn Sie sich regelmäßig sport- oder arbeitsmedizinisch untersuchen lassen. Ebenso können Sie starke sportliche Belastung zurückschrauben und, bei Übergewicht, Ihr Gewicht reduzieren.

Wann sollte ich zum Arzt gehen?

Dr. Dr. T. Weigl
Frühzeitig. Denn anhaltende Gelenkbeschwerden sollten so schnell wie möglich untersucht werden, da die Ursachen der Erkrankung vielseitig sein können. Und diese Ursachen kann nur ein Arzt feststellen. Sollten Sie infolge eines Unfalls o. Ä. an Gelenkbeschwerden leiden, ist ein sofortiger Arztbesuch zu empfehlen.

Typisches Patientenbeispiel

Gestern noch habe ich mit meiner Familie meinen 62. Geburtstag gefeiert, heute Morgen habe ich schon wieder Probleme, mich einwandfrei zu bewegen, meine Hüfte tut weh“, erzählt Luise ihrem Hausarzt. „Ich habe vor allem dann Probleme, wenn ich meine ersten Schritte nach einer längeren Pause mache.“ – „Haben sie auch Beschwerden, wenn sie schlafen?“ – „Nein, aber immer, wenn ich länger unterwegs bin.

Durch die Physiotherapie kann ich beschwerdefreier meinem Alltag nachgehen und auch wieder längere Spaziergänge mit meinen Enkeln unternehmen“, erklärt Luise ihrem Arzt begeistert. „Und auch die leichten Medikamente sorgen für Linderung. Aber sie haben gesagt, meine Hüfte würde nie ganz heilen?“ „Leider nein“, erwidert ihr Arzt, „wenn die Arthrose einmal da ist, kann man nur die Beschwerden lindern. Aber es gibt Möglichkeiten, die Erkrankung zu verlangsamen und den Verschleiß einzudämmen. Wenn sie mit der begleitenden Therapie weiter machen und weiterhin Eigeninitiative zeigen, wird das schon. Auch wenn es manchmal schwer ist: Bleiben Sie dran und nicht nachlässig werden! Das ist der erste Schritt in ein selbstbestimmteres Leben. Im Notfall müssen wir gemeinsam über ein künstliches Hüftgelenk sprechen. Aber ich bin optimistisch, dass das erstmal kein Thema bei Ihnen sein muss.“

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Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt.

Autoren: Dr. Dr. Tobias Weigl, Tobias Möller, Sebastian Mittelberg
Redaktion: Dr. Dr. Tobias Weigl
Veröffentlicht: 23.03.2018, zuletzt aktualisiert: 18.07.2019

Quellen

  • A. Eitner et al. (2017): Pain sensation in human osteoarthritic knee joints is strongly enhanced by diabetes mellitus, in: Pain 158, S. 1743–53.
  • Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie e.V. (Hg.) (2019): S2k-Leitlinie Koxarthrose
  • Robert-Koch-Institut (Hg.) (2013): Arthrose. Gesundheitsberichterstattung des Bundes. Heft 54.
  • Deutsche Arthrose-Hilfe e. V. (Hg.): Häufigkeit.
  • Deutsche Arthrose-Hilfe e. V. (Hg.): Ursachen.
  • E. Morscher (2013): Die zementlose Fixation von Hüftendoprothesen. Springer-Verlag, Berlin.
  • E. Morscher (2013): Endoprothetik. Springer-Verlag, Berlin.
  • Steffen Ruchholtz und Dieter Christian Wirtz (2012): Orthopädie und Unfallchirurgie essentials: Intensivkurs zur Weiterbildung. Georg Thieme Verlag, Stuttgart.
  • Susanne Heinzl (2017): Diabetes und Arthrose: Diabetiker sind empfindlicher für Arthroseschmerzen, in: Deutsches Ärzteblatt 144/50: A-2414 / B-2004 / C-1958.
[Gesamt:5    Durchschnitt: 3.8/5]

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