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Knochenzyste – Gefahr eines plötzlichen Knochenbruchs?

Auf einen Blick – Knochenzysten

Was ist eine Knochenzyste?

  • ein flüssigkeitsgefüllter Hohlraum im Knochen
  • es wird zwischen einfacher (sog. ‚juveniler‘) und aneurysmatischer Knochenzyste unterschieden

Wer bekommt Knochenzysten?

  • vorwiegend Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in den ersten beiden Lebensjahrzenten
  • die einfache Knochenzyste tritt häufiger bei Männern auf

Symptome (Auszug)

  • einfache Knochenzysten sind oft symptomlos
  • aneurysmatische Knochenzysten: Schmerzen und Schwellungen

Behandlung (Auszug)

  • Ausschabung der Zyste
  • Auffüllung mit Knochenersatzmaterial
  • Stabilisation des Bruchs

Tipps

  • suchen Sie bei unklaren Schmerzen und Schwellungen Ihren Arzt auf
  • nehmen Sie nach abgeschlossener Zysten-Behandlung regelmäßige Kontrollen wahr um den Verlauf zu überprüfen

Ein Knochenbruch aus heiterem Himmel, das klingt nach einem Horrorszenario. Bei einer Knochenzyste kann genau das passieren und das nicht nur bei gebrechlichen, älteren Menschen – im Gegenteil. Knochenzysten sind vor allem unter Kindern und Jugendlichen verbreitet und entwickeln sich nicht selten symptomlos. Dadurch werden sie oft nur per Zufall entdeckt oder eben, wenn es zu einem plötzlichen Knochenbruch kommt. Außerdem ist es gar nicht so leicht die Zyste von anderen Knochenerkrankungen abzugrenzen und auch in der Behandlung gibt es keinen eindeutigen Goldstandard.

Im folgenden Artikel haben wir für Sie jedoch die aktuellsten Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten gesammelt und bieten Ihnen einen Überblick zu Erscheinungsformen und möglichen Symptomen der Knochenzyste.

Was ist eine Knochenzyste?

Ganz allgemein versteht man unter einer Zyste einen mit Flüssigkeit gefüllten Hohlraum, der von einem feinen Gewebshäutchen ausgekleidet ist. Er kann sich in ganz unterschiedlichen Organen und körperlichen Strukturen wie beispielsweise Leber, Haut, Nervengewebe und nicht zuletzt auch dem Skelett entwickeln. Die Knochenzyste wird in der Fachliteratur entweder zu den Knochentumoren gezählt oder als tumorähnlich bezeichnet. Grundlegend werden die Knochenzysten in zwei Typen unterschieden.

Einfache Knochenzyste

Die einfache (sog. ‚juvenile‘) Knochenzyste ist eine gutartige, zumindest tumorähnliche Veränderung des Knochens, die 3 % aller Knochentumoren ausmacht (sofern man sie zu dieser Kategorie zählt). Bevorzugt entwickelt sich die juvenile Zyste auf dem Knochenabschnitt zwischen Knochenschaft und Gelenkende des Oberarmknochens (60 %) oder des Oberschenkelknochens (20 %).

Allerdings kann auch jeder andere Knochen des Skeletts betroffen sein, z. B. das Kniegelenk im Falle der sog. ‚Baker-Zyste’. Der mit klarer Flüssigkeit gefüllte, meist einkammerige Hohlraum gewinnt normalerweise dem Körperwachstum entsprechend kontinuierlich an Volumen. Die gefährlichste Komplikation der juvenilen Knochenzyste ist eine pathologische Fraktur, also ein Knochenbruch ohne angemessenen Auslöser. Auch Krankheiten wie Osteoporose können einen solchen plötzlichen Bruch auslösen.

Aneurysmatische Knochenzyste

Auch die aneurysmatische Knochenzyste betrifft vor allem Patienten im Kindes- und Jungendalter und macht dort sogar 6 % aller tumorhaften Knochenveränderungen aus. Sie ist ebenfalls häufig an Oberarm und -schenkel zu finden und nimmt mit dem Knochenwachstum an Größe zu. Dabei erreicht sie ein Ausmaß von bis zu 15 cm Durchmesser. Im Gegensatz zur juvenilen Knochenzyste ist diese gutartige Knochenläsion mehrkammerig aufgebaut und wird von einer blutigen Substanz gefüllt. Darüber hinaus kann sie auch noch nach Wachstumsabschluss weiterwachsen.

Das menschliche Skelett kann durch unterschiedlichste Erkrankungen geschwächt werden, sodass es im schlimmsten Fall zu plötzlichen Knochenbrüchen kommt. Im folgenden Video klärt Sie Dr. Dr. Tobias Weigl über die Ursachen, Behandlung und Prophylaxe der Knochenkrankheit Osteoporose auf.

Osteoporose Erklärung, Knochenschwund, Calcium, Vitamin D - Symptome erkennen & Prophylaxe beginnen

Die Symptome: Welche Beschwerden verursacht eine Knochenzyste?

Allgemein entwickeln sich sowohl die juvenile als auch die aneurysmatische Knochenzyste in einigen Fällen symptomfrei (‚asymptomatisch’). Jedoch macht sich die aneurysmatische deutlich häufiger als die juvenile Zyste durch Schmerzen und Schwellungen im Bereich des betroffenen Knochens bemerkbar. Da diese Zysten die Stabilität des Knochens erheblich mindern, kann es infolgedessen zu einer plötzlichen Knochenfraktur kommen.

Gut zu wissen!
Die Schmerzen im Rahmen einer Knochenzyste sind nicht bei allen Patienten durchgehend und gleichermaßen intensiv. Äußerliche Reize wie Kälte und Hitze können den Schmerzreiz verstärken.

Wer ist am ehesten betroffen?

Etwa 65 % aller Knochenzysten treten im ersten und 20 % aller Knochenzysten im zweiten Lebensjahrzehnt auf. Über 30-Jährige leiden dementsprechend seltener unter den knöchernen Hohlräumen. Passiert es doch, stehen bei ihnen eher flache Knochen wie das Becken oder das Fersenbein im Fokus. Im Falle der juvenilen Knochenzyste sind Männer doppelt so häufig wie Frauen betroffen.

Was tut der Arzt? Teil 1: Die Diagnose von Knochenzysten

Da Knochenzysten nicht selten asymptomatisch sind, werden sie häufig im Rahmen von Röntgenuntersuchungen, etwa nach einem Unfall, als helle Flecken auf dem Röntgenbild entdeckt. Auch bei einem gezielten Arztbesuch aufgrund von Beschwerden oder eines spontanen Bruchs wird zunächst geröntgt.

Diese Untersuchung übernimmt in der Regel der Orthopäde. Sein Fachgebiet schließt alle Behandlungen rund um die menschlichen Knochen ein. Allerdings reicht auch dem geübten Orthopäden ein alleiniges Röntgenbild nicht aus, um die Knochenzyste zweifelsfrei zu diagnostizieren. Zu wenig lässt ihre radiologische Erscheinung andere tumorhafte Veränderungen des Knochens ausschließen. So können etwa Knochenmetastasen wie sie häufig bei Prostata-, Lungen-- und Nierenkrebs vorkommen ein ähnliches Erscheinungsbild haben.

Erste Maßnahme – Röntgen auf zwei Ebenen

Um die Zyste etwas besser von anderen Erkrankungen abgrenzen zu können, eignet sich als erste Maßnahme das Röntgen auf zwei verschiedenen Ebenen. Das bedeutet nicht mehr, als dass zwei Aufnahmen des Knochens aus verschiedenen Richtungen aufgenommen werden. Dadurch entsteht ein umfassenderer Eindruck der Verletzung. Der Verdacht auf eine Knochenzyste erhärtet sich, wenn nun eine klar begrenzte, ein- oder mehrkammerige Läsion zu erkennen ist. Damit er den Inhalt der Zyste genauer beurteilen kann, führt der Arzt noch zusätzlich ein MRT oder CT durch.

„Die Unterscheidung zwischen gut- und bösartigen Knochenläsionen ist von außen manchmal kaum möglich. Erst eine Gewebeprobe aus dem Inneren der Zyste ermöglicht eine endgültig gesicherte Diagnose!“ — Dr. Dr. Tobias Weigl Klick um zu Tweeten

Fakten-Box Knochenzysten

Knochenzyste

  • aneurysmatisch oder juvenil
  • betrifft vor allem Kinder und Jugendliche
  • tritt oft an Oberschenkel- und Oberarmknochen auf

Mögliche Symptome

  • oft asymptomatisch, selten aber:
    • Schmerzen
    • Schwellungen

Was tut der Arzt? Teil 2: Die Behandlung von Knochenzysten

Die Behandlung einer Knochenzyste hängt stark von ihrer Art, ihrer Größe, ihrem Auftrittsort und dem Alter des Patienten ab. Weder bei der Behandlung der einfachen, noch bei der Behandlung der aneurysmatischen Knochenzyste existiert eine eindeutig empfohlene, führende Methode. Vor allem in den letzten Jahren haben neue Erkenntnisse für Änderungen in der Praxisroutine gesorgt.

Konservative Therapie der juvenilen Knochenzyste

Fällt die juvenile Knochenzyste per Zufall auf und bereitet keinerlei Beschwerden, wird ihre weitere Entwicklung zunächst regelmäßig über bildgebende Verfahren beobachtet und kontrolliert. Denn bei der juvenilen Zyste ist eine Rückbildung des knöchernen Hohlraums möglich, jedoch nicht die Regel. Wichtig ist bei diesem Vorgehen, den Patienten, bzw. bei Minderjährigkeit auch dessen Eltern, über das erhöhte Knochenbruchrisiko aufzuklären.

Zudem herrscht keine einheitliche Auffassung darüber, wie weit die jungen Patienten ihre Lebensführung und Freizeitgestaltung in dieser Zeit einschränken sollten. Während einige Orthopäden sicher sind, dass sich Betroffene nicht zurücknehmen müssen, empfehlen andere die körperliche Aktivität zu reduzieren. Mit Sicherheit sollte jedoch zumindest auf Kampf- und Leistungssportarten verzichtet werden.

In einigen Fällen wird auch bei der aneurysmatischen Zyste zunächst deren weitere Entwicklung abgewartet. Da es jedoch sehr selten vorkommt, dass sich diese von allein zurückbildet, ist ein operativer Eingriff meist sinnvoller.

Kombinierte Therapiemethoden bei juveniler und aneurysmatischer Knochenzyste

Ab einer gewissen Größe, bei aufkommenden Beschwerden oder gar einem pathologischen Knochenbruch muss der aneurysmatischen und juvenilen Knochenzyste – größtenteils operativ – entgegengesteuert werden. Aktuell kombiniert man zu diesem Zweck verschieden Verfahren miteinander. Einen vergleichsweise kleinen Eingriff stellt hierbei die Injektion von Cortison dar. Der entzündungshemmende Wirkstoff wird dazu direkt in den zystischen Hohlraum gespritzt und kann zur Heilung beitragen.

In aller Regel sind bei großen Zysten jedoch weitere Schritte erforderlich. So wird im Rahmen einer sog. ‚Kürettage’ die klare beziehungsweise blutige Flüssigkeit, sowie das feine Zystengewebe ausgeschabt. Dadurch soll sich die Knochenstruktur wieder verdichten können. Gleichzeitig ermöglicht es die Kürettage eine Gewebeprobe zu entnehmen, um die Diagnose der Knochenzyste schlussendlich zu bestätigen.

Als zusätzliche Maßnahme wird der ausgeschabte Hohlraum mit Knochenersatzmaterial ausgefüllt. Unter diesen Begriff fallen verschiedene künstliche, tierische oder menschliche Füllsubstanzen. Sie verhindern eine erneute Flüssigkeitsansammlung im Hohlraum der Zyste. Ein erfolgsversprechendes Beispiel ist die sog. ‚demineralisierter Human-Knochenmatrix’. So bezeichnet man menschliches, entkalktes Knochengewebe, das aus Spenderknochen gewonnen wird. Wie eine Art Spachtelmasse wird es in den Hohlraum des Knochens eingelassen und härtet dort aus. Auch körpereigenes Knochenmaterial z. B. aus der Hüfte oder künstliche Materialien wie etwa Glaskeramik finden Eingang in die Therapie.

Schienung ohne Gips

Kam es durch die Zyste bereits zu einem Knochenbruch oder ist der Hohlraum sehr groß, ist es vor allem im Kindesalter wichtig die Knochenteile schnell und korrekt zu stabilisieren. In diesem Fall kommt inzwischen oft die sog. ‚ESIN-Osteosynthese’ (ESIN = elastisch stabile intramedulläre Nagelung) anstelle eines Gipses zum Einsatz.

So kompliziert die Bezeichnung ist, folgt die Osteosynthese doch einem recht simplen System. Zwei starke und elastische Titandrähte werden vollständig von oben nach unten in den betroffenen Knochen geschoben. Dadurch schienen sie den Bruch von innen. Vorteil dieser Methode ist, dass es nur zwei kleine Hautschnitte erfordert die Drähte zu platzieren – eine ausgeprägte Narbenbildung wird verhindert. Zudem muss keine zusätzliche äußere Schiene getragen werden, sodass die angeschlossenen Gelenke frei bewegt werden können und keine Versteifung eintritt. Eine konsequente Schonung der Bruchstelle ist nichtdestotrotz unumgänglich. Nach vier bis fünf Monaten werden die Titandrähte wieder entfernt.

Nachsorge ernst nehmen

Die aufgeführten Methoden versprechen eine durchschnittliche Ausheilungsrate von 80 %. Da sie aber nur die Zyste an sich und nicht die häufig unbekannte Ursache bekämpfen, ist die Gefahr wiederauftretender Knochenzysten relativ hoch. Aus diesem Grund empfiehlt sich mindestens in den ersten zwei bis fünf Jahren nach Abschluss der Behandlung eine jährliche Röntgenverlaufskontrolle.

Gut zu wissen!
So gewöhnungsbedürftig die Vorstellung von menschlichem Fremdknochenmaterial ist, so viele Vorteile hat es gegenüber den restliche Knochenersatz-/Knochenaufbaumaterialien. Denn die demineralisierte Knochenmatrix regt die Knochenneubildung an, ist volumenstabil und eignet sich auch für größere Hohlräume.

Aktuelles aus der Forschung – Vorteile der ESIN-Osteosynthese

Die ESIN-Osteosynthese ist bei der Behandlung von Knochenzysten in den letzten Jahren in den Fokus gerückt. Auch ohne auftretende Fraktur wird sie immer häufiger zur Knochenstabilisation eingesetzt. Doch welchen Beitrag leistet sie neben Ausschabung und Auffüllung großer Zysten tatsächlich im Heilungsprozess? Genau dieser Frage sind die Forscher der vorliegenden Studie nachgegangen.

Dazu unterteilten sie 62 Patienten mit Zysten im Oberschenkel-/Oberarmknochen in eine Versuchs- und eine Kontrollgruppe. Die 30 Patienten der Versuchsgruppe wurden mit einer Kombination aus Ausschabung, Auffüllen der Zyste mit Knochenersatzmaterial und der ESIN-Osteosynthese behandelt. Die 32 Kontrollteilnehmer durchliefen denselben Prozess, lediglich die Osteosynthese wurde außenvorgelassen.

Signifikante Unterschiede beobachtet

Während die Kontrollgruppe eine Erfolgsquote von 68.8 % verzeichnete, war die Behandlung der Knochenzysten bei 90 % der Versuchsgruppenteilnehmer erfolgreich. Das macht statistisch betrachtet einen signifikant positiven Unterschied aus, sodass die Versuchsleiter den ergänzenden Einsatz der Osteosynthese empfehlen.

Quelle: Ke Zhang, ZhongLiang Wang u. a. (2019): Comparison of curettage and bone grafting combined with elastic intramedullary nailing vs curettage and bone grafting in the treatment of long bone cysts in children. In: Medicine 98 (25), S. 152–161.

Häufige Patientenfragen

Bei meiner Röntgenuntersuchung waren helle Flecken auf dem Oberarmknochen zu sehen. Kann das auch Krebs sein?

Dr. Dr. T. Weigl
Ein uneindeutiger Röntgenbefund hinterlässt ein mulmiges Gefühl. Nicht ganz zu Unrecht, denn die Anzeichen bestimmter Knochenkrebsformen (z. B. Osteosarkom) ähneln radiologisch und auch symptomatisch denen von gutartigen Knochenzysten. Beide sind als helle Flecken auf dem Röntgenbild zu sehen und können zu Schmerzen und Schwellungen im Bereich der betroffenen Knochen führen. Letztendlich können nur weiterführende Untersuchungen, allen voran eine Flüssigkeits- und Gewebeprobe der Läsion, zweifelsfreien Aufschluss bieten.

Welche Ursachen haben Knochenzysten?

Dr. Dr. T. Weigl
Wie bei so vielen tumorartigen Erkrankungen ist auch bei den aneurysmatischen und einfachen Knochenzysten keine eindeutige Ursache auszumachen. Als mögliche Faktoren werden in der Forschung beispielsweise Entwicklungsstörungen genannt. Diese können unter anderem für eine abweichende oder verlangsamte körperliche Entwicklung im Kindes- und Jugendalter sorgen und in der Folge auch für ein verändertes Knochenwachstum verantwortlich sein. Doch auch vorausgegangene Verletzungen des Knochens, Blutgerinnsel und Entzündungen stehen im Verdacht Knochenzysten zu begünstigen.

Kann mein Körper die humane Knochenmatrix abstoßen?

Dr. Dr. T. Weigl
Wird demineralisierte Knochenmatrix zum Auffüllen Ihrer Zyste verwendet, handelt es sich dabei um die Transplantation einer körperfremden Spenderknochen-Paste. Daher ist, wie Sie vielleicht auch von Organtransplantationen wissen, eine Abstoßungsreaktion grundsätzlich möglich. Allerdings ist das Risiko aufgrund des Aufbereitungsprozesses der Knochenmatrix als gering einzuschätzen. Sie unterläuft unter anderem einer Gefriertrocknung, einer elektromagnetischen Bestrahlung und einer Alkoholdesinfektion.

Hat die ESIN-Osteosynthese auch Risiken?

Dr. Dr. T. Weigl
Die ESIN-Osteosynthese wird bevorzugt zur inneren Stabilisation von Knochenbrüchen eingesetzt. Doch wie bei fast jeder Behandlungsmethode gibt es auch hier gewisse Risiken. Das gravierendste stellt die sog. ‚Fettembolie’ dar. Indem der Titannagel in den Knochen geschoben wird, gelangt eine gewisse Menge an fettigem Knochenmark in den Blutkreislauf. Der gesunde Körper verkraftet das zusätzliche Fett, bei einer bestehenden Lungenfunktionsstörung kann es jedoch eine Lungenembolie auslösen. Darunter versteht man die Verstopfung von Blutgefäßen in der Lunge, was den Blutkreislauf und die Sauerstoffversorgung erheblich beschränkt und im Zweifel tödlich endet.

Typisches Patientenbeispiel

„Beeil dich ein bisschen sonst bist du wieder zu spät zur ersten Stunde!“, ruft Anja ihrer Tochter Caro zu. Hastig kommt diese aus ihrem Zimmer und hängt sich die schwere Schultasche um den Arm als sie plötzlich aufschreit. „Was ist denn jetzt los?“, fragt Anja halb besorgt, halb genervt, dass Caro immer noch nicht auf dem Weg ist. „Mein Arm! Hast du das Knirschen gehört? Und er tut höllisch weh!“, entgegnet Caro mit Tränen in den Augen. „Ganz plötzlich? Vorher hast du nichts gemerkt?“, fragt Anja verwundert. Caro nickt und Anja greift nach dem Autoschlüssel, um ihre Tochter zum Arzt zu fahren. Als Caro ihrem Hausarzt Dr. Wenger die Symptome schildert, winkt dieser gleich ab: „Das muss auf jeden Fall geröntgt werden, ab ins Krankenhaus mit euch!“.

Im Krankenhaus angekommen, werden Anja und Caro von einer netten jungen Ärztin in Empfang genommen. Nachdem Caro kurz erzählt was passiert ist, geht es direkt zum Röntgengerät. Dort macht die Ärztin gleich zwei verschiedene Aufnahmen von Caros Arm. „Wie ich es mir dachte.“, sagt sie mit Blick auf das Röntgenbild. „Dein Arm ist gebrochen und Schuld daran ist dieser Hohlraum; wahrscheinlich eine Zyste.“, erklärt sie und verweist auf einen hellen Fleck auf Röntgenaufnahme. „Die hat deinen Arm so instabil gemacht, dass das Gewicht der Tasche ausgereicht war, um ihn zu brechen. Das lässt sich zum Glück mit einer kleinen Routine-OP beheben.“, führt sie weiter aus. Caro ist erst nicht so begeistert. Als ihr die Ärztin aber erklärt wie wichtig es ist, den Knochen jetzt zu stabilisieren und ihr versichert, dass kaum Narben bleiben, ist Caro beruhigt. Die Operation bestätigt den Verdacht auf eine Zyste und verläuft komplikationslos, sodass Caro das Krankenhaus schnell wieder verlassen kann und zu ihrem Leidwesen schon ein paar Tage später wieder die Schulbank drückt.

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Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt.

Autor: Dr. Dr. Tobias Weigl, Clara Spottke
Lektorat: Timo Hülsmann
Veröffentlicht am: 30.12.2019

Quellen

  • Arbeitsgemeinschaft der wissenschaftlichen medizinischen Fachgesellschaften e. V.: S1-Leitlinie: Knochenzysten 006–029. In: awmf.org
  • T.M. Frangen, W. Pennekamp u.a. (2007): Aneurysmatische Knochenzyste. Erstbeschreibung einer ausgedehnten Destruktion der oberen HWS. In: Der Unfallchirurg 110 (7), S. 640–644.
  • J. Gutermuth, R Engst u.a. (2003): Glukokortikoide: Neubewertung eines Standards. In: Aktuelle Dermatologie 29 (8), S. 317–326.
  • J. Hardes, M. Schultheiss u.a. (2009): Die juvenile Knochenzyste. Behandlung durch kontinuierliche Dekompression mit kanülierten Schrauben. In: Der Orthopäde 38 (3), S. 256–262.
  • C. Hipfl, P. Schwabe (2014): Benigne zystische Knochenläsionen. In: Der Unfallchirurg 117 (10) S. 892–904.
  • Markus Weber, Axel Hillman u.a. (2018): Knochenzysten – Differentialdiagnose und therapeutisches Vorgehen. In: Der Orthopäde 47 (7), S. 607–618.
[Gesamt: 3   Durchschnitt:  5/5]

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