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Helfen Bor und Borax gegen Krebs, Arthrose und mehr? Die Wahrheit über Bormangel

„Bor – ein Wundermittel? Es soll die allgemeine Gesundheit positiv beeinflussen, vor Krebs schützen. Viele Experten raten aber davon ab, Ergänzungsmittel, die Bor enthalten, zu nehmen. Es gibt zu wenig Studien, die ihre Wirkung untersuchen!“
— Dr. Tobias Weigl

Von Medizinern geprüft und nach besten wissenschaftlichen Standards verfasst

Dieser Text wurde gemäß medizinischer Fachliteratur, aktuellen Leitlinien und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

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Kann ein einzelnes Element vor Krebs schützen (z.B. Darmkrebs, Magenkrebs, Blutkrebs)? Internetforen sind voller Einträge darüber, dass Bor Prostatakrebs vorbeugen, die Gehirnfunktionen steigern und auch den Knochenstoffwechsel anregen könne. Nähere Untersuchungen der vergangenen Jahre – vor allem im Rahmen von Tierversuchen – legen ein anderes Bild nahe. So ist bis heute nicht bewiesen, dass das Element überhaupt einen Einfluss auf unseren Organismus hat. Es existieren einige Theorien, deren Wahrheitsgehalt allerdings noch wissenschaftlich belegt werden muss. Bor findet sich in der Natur unter anderem in Gesteinssegmenten und in unserem Trinkwasser. Viele Pflanzen brauchen es zum Wachstum. Auch in vielen Lebensmitteln, vor allem pflanzlichen Ursprungs, findet man es.

Aufgrund der Lücken in der Forschung gibt es keine genaue Empfehlungswerte, wie viel Bor wir täglich im Schnitt zu uns nehmen sollten. Verschiedene Institutionen sprechen dafür aus, dass die Höchstmenge von 10 mg pro Tag nicht überschritten werden sollte, um negative Auswirkungen auf die Gesundheit zu vermeiden. Andersrum bedeutet das auch, dass bisher keine Art eines Bormangels bekannt ist.

Marileen und ihre Freundin Tanja machen sich einen gemütlichen Fernsehabend: Mit selbstgekochter Lasagne und Wein zappen sie durch die Kanäle und bleiben bei einer Talkshow hängen. Thema des heutigen Abends sind Wundermittel in der Medizin. Eine der Talkgäste spricht gerade über eine Bor-Salbe, die angeblich gegen Neurodermitis helfen soll. Da Marileens Nichte unter der chronischen Hauterkrankung leidet, bleibt sie hängen. „… überhaupt soll Bor auch gegen Arthritis oder Prostatakrebs helfen!“ Marileen und Tanja tauschen einen Blick und müssen lachen. Das klingt ja unrealistisch, dass ein einziges … – Mineral? Element? Ja was eigentlich? – so gesund sein soll. Marileen und Tanja beschließen – auch, um der Diskussion folgen zu können – sich über dieses Bor zu informieren.

Was ist Bor?

Bor ist ein chemisches Element (Formel B) und ist Namensgeber für die sog. Borgruppe. Weitere Mitglieder sind die Elemente sind Aluminium (Al), Gallium (Ga), Indium (In) und Thallium (TI). Die Elemente haben einige chemische Eigenschaften gemeinsam: So sind sie dreifach positiv geladen – der Chemiker nennt sie daher dreiwertig positive Kationen.

Im folgenden Video erklärt Dr. T. Weigl die Studienlage bzw. was die Wissenschaft über Bor sagt. Er erklärt was Bor und Borax sind und nennt die Wirkung und Gefahren von diesen Stoffen.

Gut zu wissen! – Erdmetalle oder Borgruppe
Die Borgruppe wird heute auch alternativ als die Gruppe der Erdmetalle bezeichnet. Der Name rührt daher, dass Aluminiumoxid (Al2O3) auch unter dem Namen Tonerde bekannt ist. Dies wurde dann namensgebend für die gesamte Stoffgruppe.

Bor gilt als Nichtmetall – es ist das einzige Element der Borgruppe, auf das dies zutrifft. Es kann Strom nur schlecht leiten und gilt als „reaktionsträge“: Das heißt, dass kristallines Bor nur sehr langsam von Substanzen wie beispielsweise kochender Säure angegriffen wird. In der Natur finden wir es nicht als einzelnes Element, sondern chemisch gebunden an Sauerstoff, sichtbar als Kristall. Borkristalle sind die zweithärtetesten Stoffe überhaupt; nur Diamant ist härter.

Bor ist gerade für Pflanzen ein wichtiges Spurenelement. Es wird benötigt für die Zellteilung – und somit für das Wachstum – der Pflanze. Besonders Arten wie Karotte, Zuckerrübe und Raps haben einen hohen Bedarf an Bor. Fehlt das Element, kann es zu Fäulnis kommen.

Verschiedene Bor-Verbindungen

Es gibt verschiedene Verbindungen und somit Varianten von Bor. Ein Großteil davon wird industriell für verschiedene Zwecke verarbeitet. Grund ist die pH-puffernde, antiseptische, weichmachende, konservierende und flammenhemmende Wirkung von Bor.

  • Kernit (Na2[B4O5(OH)4] 2 H20]: Dieses Mineral kommt vor allem in Kalifornien/USA in großen Mengen vor. Es wird in erster Linie für industrielle Zwecke genutzt.
  • Borane: So wird die Gesamtheit aller Bor-Verbindungen mit Wasserstoff genannt. Chemiker sprechen Boranen eine hohe Affinität zu Sauerstoff zu; konkret bedeutet das: Einige Borane reagieren schnell (‚spontan’) mit Sauerstoff. Dabei kann es zu Feuer kommen. Es ist also Vorsicht geboten! Borwasserstoff riecht merkwürdig und versursacht Kopfschmerzen. Die Industrie benutzt es vor allem als Hydrierungsmittel und als Treibstoff für Flugkörper.
  • Borsäure (H3BO3): Borsäure gehört zur Gruppe der Borane. Es bildet weißglänzende Schuppen, die fettend wirken. Borsäure ist eine schwache Säure und ist mit kaltem Wasser schwer löslich. In Form von Borwasser wird es in der Medizin als Antiseptikum verwendet.

Borax als Grundlage für Medikamente?

Eine wichtige Spielart von Bor ist das sog. Borax, auch Tetraborat (Na2[B4O5(OH4] 8 H20) genannt. Borax ist ein Mineralstoff, welcher sich aus Natrium, Bor, Sauerstoff und Wasserstoff zusammensetzt. Bekannt ist es bereits seit 4.000 Jahren. Wissenschaftlich beschrieben wurde es zum ersten Mal 1748 von dem schwedischen Mineralogen Johann Gottschalk Wallerius.

Es kommt natürlicherweise vor allem im Boden als durchsichtiges Kristall vor. Allerdings nimmt der Anteil von natürlichem Borax vor allem durch die landwirtschaftliche Nutzung von Boden ab. Borax ist wesentlich für die Industrie – es ist wichtig für industrielle Prozesse wie Glasschmelze oder auch Wäscherei. Eine der chemischen Eigenschaften von Borax ist der hohe pH-Wert. Borax zerfällt bei einer schnellen Erhitzung auf 75 Grad Celcius.

Eine weitere Variante von Borax ist das sog. Perborax. Mit diesem Stoff kommen wir beinahe täglich in Berührung. Er wird in Wasch- und Bleichmitteln, Kosmetik und sogar in Ihrer Zahnpasta eingearbeitet.

Ist Bor wichtig für den Menschen?

Auch heute ist sich die Forschung nicht einig, inwieweit Bor relevant für den Körper und dessen Funktion ist. Bisher hält sich die Annahme, dass es eher nicht essentiell für den menschlichen Organismus ist.

Einige Forscher suggerieren aber, das Bor durchaus eine aktive Rolle spielt: So soll es einen grundsätzlich positiven Einfluss auf unsere Gesundheit haben. Darüber hinaus soll das Element die folgenden Wirkungen haben:

  • die Gehirnaktivitäten steigern
  • den Knochenstoffwechsel anregen
  • Arthritis und ähnliche Beschwerden lindern
  • vor Prostatakrebs schützen

Studien und deren Zuverlässigkeit

All diese positiven Folgen sind allerdings Annahmen aus Studien, die an Tieren wie Fröschen und Fischen durchgeführt worden sind. Das Problem hierbei ist, dass die Experimente nicht unter natürlichen Bedingungen stattfanden, sondern ausschließlich im Labor (also ‚in vitro’). Die dabei verwendete Menge des Spurenelements ist allerdings unrealistisch hoch. Darüber hinaus sind Fische und Frösche keine Säugetiere. Auch deswegen wird es Unterschiede zur Wirkweise geben.

Neben den Tierstudien gibt es einige wenige Untersuchungen an Menschen. Eine US-amerikanische Studie von 2004 zur Entstehung von Prostatakrebs mit ca. 9.000 Versuchsteilnehmenden wurde im Nachhinein von vielen so interpretiert, dass viel Bor vor Prostatakrebs schützen würde. Allerdings haben bereits die Autoren der Studie darauf hingewiesen, dass die Zahl der Teilnehmer und einige methodische Schwächen die Sicherheit der Aussagen verringerten. Eine weitere Studie, ähnlich angelegt, nur mit mehr Teilnehmern, hat dann auch kein eindeutiges Ergebnis zum Zusammenhang von Prostatakrebs und Bor geliefert.

Derzeit am wahrscheinlichsten scheint, dass Bor im Stoffwechsel von Vitamin D und Östrogen beteiligt sein kann. Auch könnte Bor mit dem Einsatz von Calcium, Kupfer, Magnesium, Glucose und Triglyceriden zum Zug kommen. Allerdings sind die zugrunde liegenden Prozesse noch nicht genauer untersucht worden.

Aktuelles aus der Forschung

Ein Zusammenschluss US-amerikanischer Forscher hat im Jahr 2016 im Rahmen zweier Studien nachgewiesen, dass eine Salbe, die Bor enthält, Neurodermitis besser und auch schneller abheilt als vergleichbare Salben. Bor bindet an die beiden Metalle Zink und Magnesium. Diese sind wiederum Teil der sog. Phosphodiesterase. Dieses Enzym ist eigentlich der Teil der Immunabwehr von Zellen. Die Ankopplung von Bor verhindert diese Abwehr. Die Folge ist, dass Hautentzündungen, wie sie eigentlich bei Neurodermitis auftauchen, abklingen. An der Studie nahmen insgesamt 1.522 Kinder und Jugendliche mit einer leichten bis mittelschweren Neurodermitis teil. Während die Salbe nun in den USA zugelassen wurde, ist sie für Verbraucher in Europa weiterhin nicht verfügbar. Es ist unklar, ob und wann die borhaltige Salbe auch nach Deutschland kommt.

Quelle: Paller u. a. (2016):  Efficacy and safety of crisaborole ointment, a novel, nonsteroidal phosphodiesterase 4 (PDE4) inhibitor for the topical treatment of atopic dermatitis (AD) in children and adults. In: Journal of the American Academy of Dermatology 75/3.

In welchen Lebensmitteln ist Bor enthalten?

Das Element Bor kommt natürlicherweise in einer ganzen Reihe von Lebensmitteln vor, die sowohl pflanzlicher als auch tierischer Herkunft sind. Allerdings sind tierische Produkte im Vergleich borarm.

  • Roggen (7 mg/kg)
  • Weizen (4,6 mg/kg)
  • Linsen (7 mg/kg)
  • Tomate (1,1 mg/kg)
  • Weißkohl (6 mg/kg)
  • Äpfel (2,5 mg/kg)
  • Erdbeere (0,9 mg/kg)
  • Haselnüsse (2,2 mg/kg)
  • Rind- und Schweinefleisch (0,4 mg/kg)
  • Rinderleber (1 mg/kg)
  • Weißwein (2,5 mg/kg)
  • Rotwein (4,75 mg/kg)

(Bei den Angaben handelt es sich um Durchschnittswerte.)

Neben Lebensmitteln beinhaltet auch unser Trinkwasser geringe Mengen an Bor. Das Element taucht in natürlicher Weise in verschiedenen Gesteinssegmenten auf, beispielsweise in Ton- und Sandstein. So gelangt es als Spurenelement in geringen Mengen in das Grundwasser und letztendlich in Gewässer. Leitungswasser in Deutschland enthält im Schnitt zwischen 0,1 und 0,3 mg/l, Mineralwasser sogar im Schnitt 0,75 mg/l. Manche Sorten weisen Werte von 4,35 mg/l auf.

Das aufgenommene Element wird im Körper schnell aufgenommen und nach rund vier Tagen mit dem Urin wieder ausgeschieden.

Bor in Nahrungsergänzungsmitteln

Bor findet sich auch in Form von Nahrungsergänzungsmitteln. Diese beinhalten zumeist entweder Borsäure oder Borax als Inhaltsstoffe. Die Borpräparate sind in Form von Tabletten, Kapseln, Kautabletten, Brausepulver und Flüssigkeiten zu kaufen. Die Menge der Substanz variiert von Hersteller zu Hersteller und kann bis zu 9 mg pro Dosis enthalten.

Laut der Europäischen Lebensmittelbehörde (EFSA) gibt es derweil keine konkreten Hinweise auf eine positive Wirkweise von Bor auf den Körper. Laut EFSA verbessern Borpräparate weder den Knochenstoffwechsel, noch die Gelenk-, Schilddrüsen- und die Gehirnfunktionen.

Video-Exkurs: Omega-3-Fettsäuren

Ein weiteres Spurenelement, dem viele Wirkungen nachgesagt werden, die die Gesundheit verbessern sollen, sind Omega 3. Daher steigt der Absatz an Fischölkapseln, die diese Fettsäure enthalten. Doch die Wissenschaft widerspricht den Versprechungen der Industrie. Mehr zum Thema erklärt Dr. Tobias Weigl in diesem Video:

Medizin historisch
Bor wird grundsätzlich in der Medizin zu verschiedenen Zwecken eingesetzt – und das nicht erst seit heute. Schon lange benutzen Menschen Borsäure, um Haut und Schleimhäute zu desinfizieren. Davon rückte man allerdings ab, als wirksamere Mittel zur Verfügung standen. Heutzutage wird das Element in Heilwässern, homöopathischen Zusammensetzungen, in einigen Ophthalmika (Arzneimittel gegen seltene Augenerkrankungen) und als Antiseptikum angereichert.

Gibt es Nebenwirkungen?

Das Nichtmetall Bor – so haben Forscher in Studien festgestellt – kann in entsprechender Menge giftig und damit schädlich für Säugetiere werden. Tierversuche zeigen, dass sich eine erhöhte Dosis auf die Fruchtbarkeit auswirkt. Auch kann es unter Umständen zu Schädigungen des Hormonhaushalts kommen. Einzelne Versuche, bei denen männliche Versuchsteilnehmer über einen bestimmten Zeitraum Bor ausgesetzt waren, stützen allerdings die Ergebnisse der Tierversuche nicht. Momentan gehen Behörden und Forscher davon aus, dass geringe Mengen an Bor keine negative Auswirkung auf den menschlichen Organismus haben – allerdings fehlen an dieser Stelle aussagekräftige Studien.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt zudem, dass bestimmte Personengruppen vorsichtshalber keine borhaltigen Nahrungsergänzungsmittel zu sich nehmen sollen, um doch Nebenwirkungen auszuschließen. Zu dieser Risikogruppe gehören:

  • Kinder
  • schwangere und stillende Frauen
  • Frauen in der Postmenopause, die sich in einer Hormontherapie befinden (die Postmenopause ist die Zeit nach der letzten Regelblutung während der Wechseljahre)
  • Männer, deren Zeugungs- bzw. Empfängnisfähigkeiten eingeschränkt sind

 

Haben Sie bereits etwas über die möglichen Wirkweisen von Bor gehört? Welche der folgenden kannten Sie bereits vor der Lektüre dieses Artikels? (Mehrfachnennungen möglich)

Borvergiftung: gefährliche Dosis und Wirkung

Eine über einen längeren Zeitraum eingenommene, größere Menge an Bor kann zu leichten Vergiftungserscheinungen führen. Als kritische und damit lebensgefährliche Mengen gelten wie folgt:

  • 0,8 bis 3 g bei Säuglingen
  • 5 bis 6 g bei Kleinkindern
  • 12 bis 30 g bei Erwachsenen

Die große Spannbreite, gerade für Erwachsene, ist damit zu erklären, dass es bisher keine einheitlichen Werte gibt. Einigkeit herrscht hingegen bei den zu erwartenden Symptomen bei einer Borvergiftung:

  • Beschwerden im Magendarm-Bereich
  • Herzkreislaufprobleme bis hin zum Kollaps
  • Haarausfall
  • Hautentzündungen
  • Menstruationsstörungen
  • Epilepsie
  • Ödeme und Zunahme von Blutmengen im Gehirn (sog. ‚Blutandrang’)
  • Appetitlosigkeit
  • Verwirrung

Bormangel: Ist nicht bekannt

Bisher hat man nur in nur einigen wenigen Experimenten an Tieren Bor-Mangelerscheinungen gefunden. Da Bor anscheinend in ausreichender Menge über die Nahrung aufgenommen wird, gibt es derzeit keine Hinweise auf eine Art von Bormangel.

Wie kann ich meinen Tagesbedarf decken?

Bor wird innerhalb der Humanmedizin als wahrscheinlich entbehrlich für den Körper betrachtet. Tatsächlich fehlen dazu noch einige Studien, die die Einflüsse des Elements auf unseren Körper untersuchen. Weder das Bundesinstitut für Risikobewertung noch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfehlen eine bestimmte Tagesmenge. Verschiedene Studien belegen, dass wir täglich über Lebensmittel, Trinkwasser und weitere Dinge durchschnittlich 1,5 mg pro Tag zu uns nehmen. Eine Studie der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg geht sogar von einer Aufnahmemenge von bis zu 4 mg pro Tag aus. Die Europäische Lebensmittelbehörde empfiehlt, nicht mehr als 10 mg Bor pro Tag aufzunehmen.

Da die über die Nahrung, Wasser und die Umwelt aufgenommene Menge Bor ausreicht, raten Ärzte davon ab, entsprechende Nahrungsergänzungsmittel zu verwenden.

Fakten-Box Bor

Element der Borgruppe, Nichtmetall
Chemisches Zeichen: B
Wichtiges Spurenelement für Pflanzen

Bisher keine nachgewiesene Relevanz für Menschen

Keine Art von Mangelerscheinungen bekannt

Richtlinie: nicht mehr als 10 mg pro Tag zu sich nehmen

Symptome einer Bor-Vergiftung:

  • Beschwerden im Magendarm-Bereich
  • Herzkreislaufprobleme bis hin zum Kollaps
  • Haarausfall
  • Hautentzündungen
  • Menstruationsstörungen
  • Epilepsie
  • Ödeme und Zunahme von Blutmengen im Gehirn (sog. ‚Blutandrang’)
  • Appetitlosigkeit
  • Verwirrung

Unser Tipp

Bor findet sich in einer ganzen Reihe verschiedener, vornehmlich pflanzlicher Lebensmittel. Über eine gesunde, ausgewogene Ernährung erhalten Sie alle Nährstoffe, die Ihr Körper benötigt. Das bedeutet auch, dass Sie auf Zusatzmittel wie Nahrungsergänzungsmittel verzichten können. Sollten Sie Fragen haben, sollten Sie sich an Ihren behandelnden Arzt wenden. Eigenmächtig eingenommene Supplemente können Ihre Gesundheit einschränken!

Beachten sollten Sie, dass es bestimmte Personengruppen gibt, die auf eine Einnahme der Präparate auf jeden Fall verzichten sollten. Dazu gehören unter anderem Kinder, Schwangere und Stillende sowie Männer mit eingeschränkter Fruchtbarkeit. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob auch Sie zu dieser Risikogruppe gehören, sollten Sie ebenfalls das Gespräch mit Ihrem Arzt suchen.

Häufige Patientenfragen

Sind Nahrungsergänzungsmittel mit Bor zu empfehlen?

Dr. T. Weigl:
Die Forschung ist sich derzeit einig, dass solche Supplemente nicht zu empfehlen sind. Aktuell gehen Experten davon aus, dass wir über unser tägliches Umfeld und unsere Ernährung ausreichend Bor aufnehmen. Erst ab einer Menge von über 10 mg pro Tag vermuten Mediziner Schädigungen für unseren Organismus. Da Studien zeigen, dass diese 10 mg allein durch unsere Ernährungsweise schnell erreicht werden, sind weitere Präparate nicht nötig. Mediziner raten davon ab!

Ich bin Vegetarierin und esse viele Lebensmittel, die Bor enthalten. Bin ich gefährdet?

Dr. T. Weigl:
Nein, so ist es nicht. Zwar haben vor allem pflanzliche Produkte einen Bor-Anteil, allerdings ist es nicht so, dass Sie als Vegetarier oder Vegetarierin automatisch eine Bor-Vergiftung riskieren. Auch Sie können also von entsprechenden Supplementen Abstand nehmen.

Wie viel Bor dürfen meine Kinder pro Tag zu sich nehmen?

Dr. T. Weigl:
Grundsätzlich geht die EFSA davon aus, dass für Sie persönlich Bor in Mengen bis 10 mg pro Tag ungefährlich sind. Das Element beziehen Sie nicht nur aus Nahrung, sondern auch beispielsweise aus Ihrem Trinkwasser. Der folgenden Tabelle können Sie entnehmen, wie die maximalen Aufnahmewerte für Kinder ab dem 1. Lebensjahr aussehen.

AlterEmpfohlene Maximalmenge Bor
1 bis 3 Jahre3 mg/Tag
4 bis 6 Jahre4 mg/Tag
7 bis 10 Jahre5 mg/Tag
11 bis 14 Jahre7 mg/Tag
15 bis 17 Jahre9 mg/Tag
Erwachsene ab 18 Jahre10 mg/Tag
Schwangere und Stillende10 mg/Tag

Bei den hier genannten Zahlen handelt es sich nicht um empfohlene Tagesmengen, die Sie zu sich nehmen sollen. Es sind berechnete Mengen, bis zu denen sich Mediziner sicher sind, dass sie keinerlei gesundheitliche Risiken bergen. Alles, was über 10 mg pro Tag geht, ist ein Risiko für Ihre Gesundheit. Man spricht dann von ‚UL’, kurz für: tolerable upper intake level, also der tolerierbaren maximalen Aufnahmemenge.

Bei ihrer Internetrecherche langen Marileen und Tanja schließlich auf der Seite des Bundesinstituts für Risikobewertung. „Von wegen, es hilft bei Krebs!“, ruft Marileen, als sie die Broschüre der Behörde runtergeladen und überflogen hat. Zwar gebe es Hinweise darauf, dass das Nichtmetall Bor bei Neurodermitis helfen könnte, aber der Rest? Fehlanzeige!

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Haben auch Sie Erfahrungen mit Bor und Bormangel? Haben Sie Fragen zum Thema? Nutzen Sie unsere Kommentarfunktion unten für den Austausch untereinander und mit uns!

Autoren: Dr. Tobias Weigl, Andrea Lorenz
Redaktion: Marek Firlej
Veröffentlicht am: 01.03.2019

Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt.

Quellen

  • Müfit Bahadir, Harun Parlar und Michael Spiteller (1995): Springer Umweltlexikon. Springer-Verlag, Heidelberg/ Berlin.
  • Gisela Boeck (2008): Kurzlehrbuch Chemie. 2., überarbeitete Auflage. Georg-Thieme-Verlag, Stuttgart.
  • Uwe Böhme (2014): Vorkurs Chemie für Dummies. WILEY-VCH Verlag, Weinheim.
  • Bundesinstitut für Risikobewertung (Hg.) (2006): Höchstmengen für Bor und Fluorid in natürlichen Mineralwassern sollten sich an Trinkwasserregelungen orientieren. Stellungnahme Nr. 024/2006 des BfR vom 7. Februar 2006.
  • Bundesinstitut für Risikobewertung (Hg.) (2006): Zusatz von Borsäure oder Borax in Nahrungsergänzungsmitteln. Gesundheitliche Bewertung Nr. 005/2006 des BfR vom 16. November 2006.
  • Cui u. a. (2004): Dietary boron intake and prostate cancer risk. In: Oncology Reports 11/4, S. 887–892.
  • Denise Häschke und Ralf Stahlmann (2016): Wunderwaffe Bor? Eine Nutzen-Risiko-Bewertung von Bor in Nahrungsergänzungsmitteln In: Deutsche Apothekerzeitung 50/2016, S. 54.
  • rme/aerzteblatt.de (2016): Crisaborol: Bor-Verbindung lindert Neurodermitis. In: Deutsches Ärzteblatt Online.
  • Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg (Hg.) (2002): Bor. Ableitung einer Geringfügigkeitsschwelle zur Beurteilung von Grundwasserverunreinigungen.
  • Paller u. a. (2016): Efficacy and safety of crisaborole ointment, a novel, nonsteroidal phosphodiesterase 4 (PDE4) inhibitor for the topical treatment of atopic dermatitis (AD) in children and adults. In: Journal of the American Academy of Dermatology 75/3.
  • Waldemar Ternes (2013): Biochemie der Elemente. Anorganische Chemie biologischer Prozesse. Springer Spektrum, Heidelberg/ Berlin.
  • Helmut Wachter und Arno Hausen (1989): Chemie für Mediziner. 6., bearbeitete und erweiterte Auflage. Walter de Gruyter, Berlin/ New York.
  • Amelie Ulmer (2018): Borax. Das wundersame Heilmineral. Steiner-Verlag, Stuttgart.
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