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Zink und Zinkmangel – Ursachen, Symptome & Anzeichen Zinkmangel

Zink ist Bestandteil vieler Enzyme und damit für die meisten Stoffwechselprozesse unerlässlich. Besonders bei anhaltend ungeklärter Immunschwäche ist an einen Zinkmangel zu denken.
– Dr. Tobias Weigl


Von Medizinern geprüft und nach besten wissenschaftlichen Standards verfasst

Dieser Text wurde gemäß medizinischer Fachliteratur, aktuellen Leitlinien und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

Quellen ansehen
Martin trifft sich mit seinem Freund Torsten auf ein Feierabendbier.
„Sag mal, bist Du schon wieder krank?“, fragt Torsten etwas ungläubig, als ihm sein Freund schniefend gegenüber sitzt.
„Ich weiß auch nicht, was dieses Jahr los ist!“, meint Martin sichtlicch verärgert, „Kaum habe ich die eine Grippe auskuriert, bekomme ich die nächste Infektion, es ist wie verhext! Und“, seine Miene verfinstert sich zusehends, „ich fürchte meine Pubertät kommt wieder. Ich war heilfroh, als ich mit zwanzig die verdammte Akne endlich los war und jetzt – sieh mich an! Und dazu diese ewigen Stimmungsschwankungen – ich fühl mich schon fast wie meine Frau!“
Torsten mustert ihn ungläubig.
„Stimmt, Deine Haut sieht ziemlich mies aus. Aber meinst Du, dass man mit Mitte dreißig wieder Akne bekommen kann? Also ich weiß ja nicht… vielleicht gehst Du mal lieber zum Arzt.“

Wofür brauchen wir Zink?

Zink ist ein wichtigstes beziehungsweise essentielles Spurenelement des Menschen. Auch wenn wir nur geringe Mengen benötigen, ist der Mensch dennoch auf Zink angewiesen. Spurenelemente sind Elemente, die nur in geringen Mengen in der Nahrung und im Organismus vorkommen. Hierbei handelt es sich um weniger als 0,01% des Körpergewichts. Die Speicherung des Zinks in den Zellen ist jedoch nur kurzzeitig, weshalb es regelmäßig über die Nahrung aufgenommen werden muss.
Durch einen Zinkmangel kann es zu zahlreichen Symptomen und unangenehmen Folgen kommen. Zink ist Bestandteil zahlreicher Enzyme, welche für die Funktion verschiedener Mechanismen unseres Körpers unerlässlich sind. Des Weiteren ist Zink am Protein-, Kohlenhydrat-, Fett- und auch dem Nucleinsäure-Stoffwechsel beteiligt. Außerdem hat Zink Bedeutung für Immun- und Hormonreaktionen sowie bei der Genexpression. Somit kann zusammengefasst werden, dass Zink an unzähligen biochemischen Prozessen beteiligt ist.

In diesem Video erklärt Dr. T. Weigl die Bedeutung von Zink und die möglichen Probleme eines Zinkmangels

 

Gut zu wissen!
Wussten Sie schon, dass Zink zu einer Verbesserung der Spermienqualität führen kann?

Durch Zink kann die Spermienproduktion verbessert und die Spermienbeweglichkeit erhöht werden. Zink spielt außerdem eine große Rolle bei der Bildung von Testosteron. Aus diesem Grund können bei einem Zinkmangel auch Fruchtbarkeitsstörungen oder eine verminderte Libido auftreten. Zink hat einen hohen Einfluss auf das „Verhalten“ der Spermien während des Eindringens in den weiblichen Genitaltrakt auf dem Weg zur Eizelle. Bei einem Zinkmangel kann es nämlich zu einem „Frühstart“ der Spermien kommen – sie verbrauchen ihre Energie schon vor Erreichen der Eizelle und werden dadurch insgesamt langsamer. Folglich ist bei genügender Zinkzufuhr die Spermienqualität höher als bei einem Zinkmangel.

Was sind die Normalwerte?

Möchte oder muss man erfahren, in welchem Bereich sich die eigenen Zinkwerte bewegen, muss man sich einer Blutabnahme unterziehen. Dabei werden zwei verschiedene Blutproben unterschieden, nämlich die Blutprobe des Vollblutes und die des Serums/Plasmas. Dementsprechend sind die Zinknormalwerte auch für beide Varianten unterschiedlich.
Im Folgenden sind die zwei Normalwertbereiche angegeben.

BlutprobeNormwert
Vollblut4,0-7,5 mg/dl
Serum/Plasma0,6-1,2 mg/dl

Dabei beträgt der Tagesbedarf für Männer ungefähr 10-15 mg und für Frauen 7-12 mg.
Wichtig zu erwähnen ist überdies, dass in gewissen Lebensabschnitten oder bei besonderen Gegebenheiten der Zinkbedarf auch deutlich höher sein kann. Beispielsweise in der Wachstumsphase, also im Kindesalter, oder aber auch in der Schwangerschaft. Ein erhöhter Bedarf wird auch bei Infektionskrankheiten beobachtet, da die körpereigenen Prozesse meist beschleunigt und somit der Enzymumsatz erhöht ist.

Symptome eines Zinkmangels

Symptome eines Zinkmangels sind vor allem Wachstums-, Geruchs-, und auch Geschmacksstörungen. Des Weiteren kann das Immunsystem geschwächt sein, was die Patienten anfälliger für Krankheiten macht. Auch kann es zu einer fehlenden oder verminderten hormonellen Aktivität des Hodens durch Funktionsstörung der Keimdrüsen kommen (sog. Hypogonadismus). Was wiederum Folgen für die Libido, Potenz und Fruchtbarkeit hat. Wundheilungsstörungen, trockene oder schuppende Haut, Ekzeme oder Akne können auch die Folge eines Zinkmangels sein. Generell sind Hauterkrankungen typische Anzeichen für einen Zinkmangel. Bekannt (und für viele berüchtigt) sind Zinksalben als Wundversorgungsmittel, da Zink die Wundheilung unterstützen kann. Auch können Nägel und Haare bei einem Zinkmangel betroffen sein. Die Nägel werden charakteristischerweise brüchig und splittern oder weisen weiße Flecken auf. Haare können ebenfalls brüchig werden oder gar ausfallen.

Ein Zinkmangel kann verschieden beeinflusst oder verursacht werden. Neben erworbenem Zinkmangel, gibt es jedoch auch einen seltenen vererbbaren Mangel, der den Namen „Acrodermatitis enteropathica“ trägt. Diese Krankheit wird auch als „hereditäres Zinkmangelsyndrom“ bezeichnet und beruht auf einer Zinkresorptionsstörung. Das bedeutet, dass das Zink, welches über die Nahrung normalerweise zugeführt wird, nun nicht mehr richtig aufgenommen beziehungsweise nicht in ausreichendem Maße über den Darm resorbiert werden kann. Der Darm ist hiermit der „Hauptauslöser“ für einen Zinkmangel. Der Krankheit zugrunde liegt die Mutation eines bestimmten Gens. Weitere Symptome des hereditären Zinkmangelsyndroms sind außerdem Reizbarkeit, Depression und Durchfall. Die Krankheit macht sich meist mehrere Monate nach der Geburt bemerkbar. Ohne lebenslange Zinkgabe ist dieser angeborene Zinkmangel nicht zu überleben.

Ursachen für einen Zinkmangel

Ein Zinkmangel kann, wie schon unter Punkt drei erklärt, vererbbar sein oder durch ungenügende Aufnahme von Zink über die Nahrung verursacht werden. Ein wichtiger Faktor, der zu einem Zinkmangel führen kann, ist somit die Mangelernährung. Zum einen im Sinne einer Unterernährung, (welche allgemein durch Mangel an Vitalstoffen und Spurenelementen gekennzeichnet ist, Zink eingeschlossen), zum anderen in Form einer Fehlernährung. Auch wenn Bedarf an Nahrung gedeckt ist, muss dass die Vitamine oder Spurenelemente jedoch nicht einschließen.
Eine weitere Ursache kann eine schlechte Zinkverwertung sein. Hierbei spielt der Darm die Hauptrolle, da er der Hauptakteur bei der Resorption des Zinks aus der Nahrung ist. Ist der Resorptionsprozess des Darmes gestört, kann nicht genügend Zink aufgenommen werden und so kommt es leicht zu einem Mangel. Die unzureichende “Resorptionsleistung” kann einerseits durch Unverträglichkeiten, zum Beispiel eine Glutenunverträglichkeit, oder aber auch generell durch eine Entzündung der Darmschleimhaut entstehen.

Gut zu wissen!
Wussten Sie schon, dass zu viel Calcium oder Eisen die Aufnahme von Zink beeinträchtigen kann?

Mineralstoffe wie Calcium können Grund für eine verschlechterte Zinkresorption, also Zinkaufnahme, im Darm sein. Die erhöhte Calciumzufuhr ergibt sich beispielsweise aus der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln. Der Grund für die Hemmung beziehungsweise Erschwerung der Zinkaufnahme sind bestimmte chemische Reaktionen, welche das Calcium mit dem Zink eingeht. Auch konkurriert Calcium mit Zink an bestimmten Transportproteinen an der inneren Darmwand. So wird Zink von Calcium verdrängt und nicht oder weniger aufgenommen. Neben Calcium, kann auch ein Überschuss an Eisen und auch Kupfer die Zinkresorption vermindern.

Was kann man tun? & Lebensmittel mit viel Zink

Liegt ein Zinkmangel vor, ist es wichtig, diesen durch verschiedene Maßnahmen auszugleichen bzw. zu beheben. Als Faustregel gilt, dass Nüsse, Hülsenfrüchte, Fleisch, Fisch und Krustentiere, vor allem Austern, gute Zinkquellen sind. Außerdem enthalten einige Käsesorten viel Zink. Besonders zinkhaltig sind jedoch die Innereien einiger Tiere. Beispielsweise die Leber von Kalb, Schwein, Rind oder Huhn. Im Gegensatz dazu haben Obst oder Milch einen niedrigen Zinkgehalt.
Therapeutisch wird Zink über Tabletten (sog. peroral) eingenommen. Zu solchen Maßnahmen greift man jedoch erst bei klinisch gesichertem Zinkmangel. Die Dosierung liegt hierbei bei 10-25 mg täglich. Neben der peroralen Gabe von Zink kann Zink auch lokal als Zinkoxid verabreicht werden. Dabei wird Zink in Form von Salben und Pasten angewandt. Letztere Arzneiform wird meist bei Hautproblemen und Hautkrankheiten verschrieben.

Videoexkurs: Woran erkenne ich einen Eisenmangel?

In diesem Video erklärt Dr. T. Weigl wieviel Eisen wir normalerweise in unserem Körper haben, was die Ursachen für einen Eisenmangel sind und was man dagegen tun kann.

 

Gut zu wissen!
Wussten Sie schon, dass Zink als Möglichkeit für die Therapie der Krankheit Morbus Wilson diskutiert wird?

Morbus Wilson ist eine vererbbare Krankheit, bei der die Ausscheidung von Kupfer in der Leber gestört ist. Die Ausscheidung des Kupfers in die Galle ist vermindert und somit reichert sich Kupfer in der Leber aber auch in anderen Organen an. Die Anreicherung vor allem in der Leber kann zu Entzündungsreaktionen führen. Diese wiederum können im schlimmsten Fall eine Leberzirrhose hervorrufen, welche wiederum auch tödlich enden kann.
Die medikamentöse Therapie zielt auf eine Steigerung der Kupferausscheidung ab. Werden die entsprechenden Medikamente jedoch nicht vertragen, kann auch Zink als Therapeutikum eingesetzt werden. Der Grund für den Einsatz des Zinks ist, dass dieses die Kupferaufnahme im Darm reduziert und somit zu einer verminderten Kupferaufnahme führt.

Die beiden Freunde treffen sich zwei Wochen später wieder in ihrer Stammkneipe. Martin scheint es deutlich besser zu gehen.
„Und?“, fragt Torsten, „Was ist bei rumgekommen?“
Martin kratzt sich am Kopf: „Zinkmangel.“, antwortet er fachmännisch, „Macht einen wohl anfällig für Infektionen und löst akneartige Hautprobleme aus. Die Stimmungsschwankungen kämen auch davon, meint der Arzt. Hat mir Tabletten verschrieben und ein paar Ernährungstipps gegeben.“
„Na dann trinken wir heute mal auf Deine Gesundheit!“, meint Torsten lachend und winkt den Kellner heran, „Zwei Weizen!“, bestellt er.
„Für mich bitte ein Alkoholfreies.“, sagt Martin.
Auf Torstens verständnislosen Blick hin fügt er zwinkernd hinzu: „Alkohol fördert die Zinkausscheidung.“

Haben Sie Erfahrungen mit Zinkmangelerscheinungen gemacht? Welche Symptome konnten Sie bei sich beobachten? Und wie gestaltete sich langfristig Ihre Therapie? Nutzen Sie die Kommentarfunktion unten, um sich mit uns und anderen auszutauschen!

Autoren: Dr. Tobias Weigl und Mona Alinezhad

Lektorat: Anna-Alice Ortner

In diesem Artikel ist zusammengefasst, was der Autor für wichtig und beachtenswert hält. Er erhebt keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit und ersetzt nicht den Arztbesuch!

Quellen:

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