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Asthma bronchiale – Atemnot, Husten und pfeifende Atemgeräusche

Auf einen Blick – Asthma Bronchiale

Was ist Asthma bronchiale?

  • chronisch-entzündliche Erkrankung der Atemwege

Wer bekommt Asthma bronchiale?

  • etwa 5–10 Prozent der erwachsenen Bevölkerung
  • etwa 10–15 Prozent der Kinder
  • Frauen > Männer

Symptome (Auszug)

  • Atemnot
  • Kurzatmigkeit
  • Schwierigkeiten beim Ausatmen
  • pfeifende Atemgeräusche

Behandlung (Auszug)

  • Asthma kontrollieren
  • Auslöser vermeiden
  • Medikamente: Reliever bei Bedarf, Controller zur Langzeitbehandlung

Tipp

  • Ausdauersport (Laufen, Schwimmen, Radfahren, Wandern)

Von Medizinern geprüft und nach besten wissenschaftlichen Standards verfasst

Dieser Text wurde gemäß medizinischer Fachliteratur, aktuellen Leitlinien und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

Quellen ansehen
Asthma bronchiale ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Bronchien. Sie äußert sich vor allem in Anfällen und ist je nach Schwere mit einem großen Risiko für Betroffene verbunden. Zwischen 10 und 15 Prozent der Erwachsenen haben Asthma. Bis heute ist die Erkrankung nicht heilbar, aber die Untersuchungen und Therapieansätze sind so detailliert wie vielfältig. Ihr Arzt wird bei der Erstuntersuchung akribisch vorgehen und anschließend gemeinsam mit Ihnen einen Behandlungsplan formulieren, um Ihre Lebensqualität so gut es geht zu erhalten. Im folgenden Artikel erfahren Sie alles Wichtige rund ums Thema Asthma bronchiale.

Was ist Asthma bronchiale?

Bei Asthma bronchiale handelt es sich um eine entzündliche chronische Erkrankung der Atemwege, die anfallsartig auftritt. Die Empfindlichkeit unserer Bronchien gegenüber unterschiedlichen Reizen ist erhöht und unsere Atemwege sind verengt. Die Ursachen bzw. Risiken für die Entstehung von Asthma bronchiale sind vielfältig. Man unterscheidet zwischen endogenen und exogenen Risikofaktoren, die sowohl die Entstehung als auch den Verlauf der Erkrankung beeinflussen.

Ursachen und Risikofaktoren für die Entstehung von Asthma bronchiale

Endogene Risikofaktoren beschreiben alle Faktoren, die sozusagen aus dem Inneren kommen, also aus dem Körper selbst. Dazu zählen:

  • familiäre Veranlagung
  • ein erhöhtes Körpergewicht
  • Belastungen psychosozialer Natur (vor allem in Hinblick auf den Verlauf relevant; Asthma entsteht aber nicht aufgrund einer psychischen Ursache allein)

Exogene Faktoren beschreiben das Gegenteil der endogenen Faktoren. Es handelt sich also um Einflüsse von außen. Diese umfassen:

  • Allergene, also Substanzen, auf die Sie allergisch reagieren, bspw. Pollen
  • Umwelteinflüsse wie z. B. Schadstoffe in der Luft
  • Stoffe, denen Sie durch Ihre Arbeit ausgesetzt sind, bspw. Chemikalien
  • Tabakrauch
  • Ernährung
  • bestimmte Medikamente, z. B. Ibuprofen oder Aspirin
  • möglicherweise: Infektionen, z.B. eine Lungenentzündung

Asthmatiker leiden darunter, dass sich ihr Körper in Bezug auf die unteren Atemwege in ständiger Entzündungs- und Abwehrbereitschaft befindet. Diese gehäuften Entzündungen führen dazu, dass die Bronchien überempfindlich sind. Für Nicht-Asthmatiker harmlose Reize können beim Asthmatiker dann heftige Abwehrreaktionen auslösen. Diese bestehen unter anderem darin, dass sich die Bronchien krampfartig verengen und die Schleimhäute anschwellen und zu viel Schleim produzieren.
Dies hat wiederum zur Folge, dass sich der Durchmesser der Bronchien verringert und unsere Atemluft daran gehindert wird, ein- und auszuströmen. Die Folge ist eine überlastete Atemmuskulatur, es kommt zur Atemnot. Da Asthmatiker Probleme mit dem Ausatmen haben, bleibt immer mehr Luft in der Lunge zurück. Dadurch füllen sich die Lungen immer mehr. Das Einatmen wird schwieriger, je mehr Luft in der Lunge ist.
Dieser Prozess spielt sich nicht immer ab, die in Alarmbereitschaft versetzten Atemwege machen sich nicht immer bemerkbar. Dafür sind nämlich verschiedene Auslöser verantwortlich.

Was löst einen Asthmaanfall aus?

Der Mediziner unterscheidet zwischen verschiedenen Asthma-Arten, bei denen unterschiedliche Faktoren den Asthma-Anfall auslösen. Es gibt allgemeine Reize, die bei allen Asthmatikern die Beschwerden verschlechtern können. Dazu gehören:

  • Infektionen der Atemwege
  • Anstrengung
  • kalte Luft, Kälte
  • Schadstoffe in der Luft
  • Rauche
  • Gase
  • Stäube
  • einige Medikamente (bspw. Ibuprofen, Aspirin, Beta-Blocker)

Weitere Auslöser unterscheidet der Mediziner im Sinne der Asthma-Form. Beim allergischen Asthma sind Substanzen für den Anfall verantwortlich, auf die wir allergisch reagieren, sogenannte Allergene. Dazu zählen unter anderem:

  • Tierhaare
  • Pollen
  • Schimmelpilz
  • Milben
  • Chemikalien
  • Medikamente
  • Nahrungsmittel

Das nicht-allergische Asthma äußert sich unter dem Einfluss der folgenden Faktoren in einem Anfall:

  • bakterielle oder virale Infektionen
  • Substanzen, mit denen wir beruflich in Kontakt kommen (besonders chemische Substanzen)

Etwa 40 Prozent aller Erwachsenen Asthmatiker leiden an einer Mischform der hier erwähnten Asthma-Arten. Denn das nicht-allergische Plasma wird in der Medizin auch als intrinsisches Asthma bezeichnet und schließt die Beteiligung von Allergenen nicht aus.

Es gibt noch weitere Arten der Einteilung von Asthma bzw. weitere Unterformen. Dazu gehören zum Beispiel das Belastungsasthma, das Analgetika-Asthma (ausgelöst durch Schmerzmittel), das GERD-assoziierte Asthma (ausgelöst durch Reflux) und einige weitere. Für den behandelnden Arzt ist es wichtig, all diese Formen und Faktoren zu kennen, da sich die Behandlungsansätze teilweise stark unterscheiden.

Das Asthma wird in Stufen eingeteilt

Während früher noch der Schweregrad des Asthmas bestimmt und tabellarisch festgehalten wurde, leitet sich dieser heutzutage aus dem Grad der Asthmakontrolle ab. Dieser entscheidet darüber, mit welcher Therapiestufe bei der Behandlung vorgegangen wird. Die Schweregrade kommen nur noch bei Patienten zum Tragen, die das erste Mal die Diagnose Asthma erhalten. Im Verlauf der Erkrankung kann der Schweregrad vernachlässigt werden, da dieser, anders als der Grad der Kontrolle, bspw. nicht die Wirksamkeit der Behandlung miteinbezieht. Der Kontrollgrad ist in drei Stufen unterteilt:

  • Kontrolliertes Asthma: Die Beschwerden ereignen sich maximal zwei Mal pro Woche und Medikamente müssen auch nur maximal zwei Mal die Woche genommen werden. Die Alltagsaktivitäten sind nicht eingeschränkt, nachts ereignen sich keine Beschwerden und Sie wachen auch nicht auf. Ihre Lungenfunktion ist normal, die Beschwerden nehmen nicht zu. Wenn alle Kriterien erfüllt sind, gilt Ihr Asthma als kontrolliert.
  • Teilweise kontrolliertes Asthma: Beschwerden ereignen sich mehr als zwei Mal pro Woche und Medikamente werden entsprechend häufig genommen. Sie fühlen sich in Ihrem Alltag eingeschränkt und werden nachts wach oder haben Beschwerden. Ihre Lungenfunktionstests liegen bei unter 80 Prozent und die Symptome haben sich mindestens einmal in einem Jahr verschlechtert. Sind ein oder zwei Kriterien erfüllt, gilt Ihr Asthma als teilweise kontrolliert.
  • Unkontrolliertes Asthma: Siehe „Teilweise kontrolliertes Asthma“. Allerdings haben sich die Beschwerden hier innerhalb der letzten Woche verschlechtert. Sind drei oder mehr Kriterien erfüllt, gilt Ihr Asthma als unkontrolliert.

Exkurs: Asthma cardiale

Das Asthma cardiale ist vom Asthma bronchiale abzugrenzen. Dies fällt nicht immer leicht, da die Leitsymptome Atemnot und Husten auch hier auftreten. Das Asthma cardiale ist ein Beschwerdebild, das vor allem bei Patienten mit (Links-)Herzinsuffizienz vorkommt. Es kommt zu Stauungen in den Lungenvenen oder gar zu Flüssigkeitseinlagerungen in der Lunge (sog. ‚Lungenödem‘). Sogenannte Herzasthmatiker unterscheiden sich von Lungenasthmatikern aber vor allem dadurch, dass zum einen auch andere Beschwerden der Herzinsuffizienz vorliegen, bspw. ein erhöhter Halsvenendruck. Zum anderen sind die Atemgeräusche beim Anfall nicht pfeifend, sondern ähneln eher einem Rasseln. Gleichzeitig fällt es Herzasthmatikern nicht so schwer auszuatmen, was bei Lungenasthmatikern der Fall ist. Und auch in der Analyse der Blutgase gibt es Unterschiede: Diese liegen beim Asthma cardiale häufig im Normbereich, bei Asthma bronchiale hingegen findet man dabei Hinweise auf bspw. einen Sauerstoffmangel.

Wollen Sie sich mehr über die Erkrankung informieren, die ein Asthma cardiale verursacht? Dann empfehlen wir Ihnen die Lektüre unseres Artikels „Chronische Herzschwäche (Herzinsuffizienz) – Wenn das Herz nicht mehr ausreichend pumpt“.

Dr. Dr. Tobias Weigl hat sich auch in einem Video-Beitrag mit dem Thema befasst. Darin geht er unter anderem auf Ursachen und Risikofaktoren der Erkrankung ein und erläutert das „zu schwache Herz“ im Detail.

⚡Die große Gefahr der Herzschwäche (Herzinsuffizienz) 💔 Ursachen & Symptome für ein schwaches Herz

 

Die Symptome: Welche Beschwerden verursacht ein Asthma bronchiale?

Im Allgemeinen leiden Asthmatiker unter chronischem Husten oder dem dauerhaften Zwang, sich räuspern zu müssen. Oft ist dies sogar das einzige Symptom. Hinzu kommen Kurzatmigkeit oder allergische Reaktionen, die sich dann bspw. in Entzündungen der Haut äußern (sog. ‚atopisches Ekzem‘). Patienten bemerken den eigenen Zustand der Kurzatmigkeit oft gar nicht mehr, wenn diese nicht schwerwiegend ausfällt, und akzeptieren dies als Normalzustand.

Das Leitsymptom von Asthma bronchiale bei einem Anfall ist die Atemnot. Ein solcher Anfall beginnt meist mit Brustenge und trockenem Husten und wird von einer beschleunigten Atmung begleitet. Hinzu kommen auffällige pfeifende oder brummende Atemgeräusche, auch als Giemen bezeichnet. Dieses Beschwerdebild ereignet sich meist in der Nacht oder am frühen Morgen, vor allem zwischen 3 und 5 Uhr. Man spricht dann von „early morning dipping“. Die Ausatmung ist erschwert und dauert entsprechend länger.
Weitere mögliche Symptome umfassen:

  • zäh-glasigen Auswurf
  • Herzrasen
  • Wechsel zwischen Bauch- und Brustatmung
  • Fieber
  • Angst- und Erstickungsgefühl

 

Gut zu wissen!
Sie können die Beschwerden bei einem Asthma-Anfall nachempfinden, indem Sie einmal versuchen, über mehrere Minuten durch einen Strohhalm zu atmen. Das Einatmen mag Ihnen noch leichtfallen, aber es ist kaum möglich, schnell durch einen Strohhalm auszuatmen. Wahrscheinlich werden Sie den „Versuch“ innerhalb kurzer Zeit abbrechen, da Sie Atemnot verspüren.

Wer ist am ehesten betroffen?

Asthma bronchiale gilt als sehr häufige Erkrankung. Die Zahlen variieren und ergeben, dass 5–12 Prozent der Bevölkerung betroffen sind. Die Erkrankung häuft sich im Ruhrgebiet und in den nördlichen Bundesländern. Weltweit sind etwa 300 Millionen Menschen betroffen.

Das allergische Asthma ereignet sich vorwiegend im Kindesalter sowie bei jungen Erwachsenen. Allerdings zeigen etwa 50 Prozent dieser Gruppe im Anschluss an die Pubertät keinerlei Symptome mehr. Als grobe Faustformel können Sie sich merken, dass Asthma-Patienten vor ihrem 30. Lebensjahr meist an allergischem Asthma leiden, während ein Alter von 40 Jahren aufwärts größtenteils mit nicht-allergischem Asthma in Verbindung steht. Diese Form hängt oft mit dem jeweiligen Beruf zusammen und ereignet sich am häufigsten im mittleren Lebensalter. Asthma betrifft im Kindesalter eher Jungen, bei den Erwachsenen sind eher Frauen betroffen.

Die Wahrscheinlichkeit, an Asthma zu erkranken, lässt sich ebenfalls grob über einige Faktoren bestimmen. So liegt das Erkrankungsrisiko bspw. bei 40 Prozent, wenn beide Elternteile betroffen sind und bei 20 Prozent, wenn „nur“ ein Elternteil Asthmatiker ist.

Jährlich sterben deutschlandweit etwa 1.000 Personen an den Folgen von Asthma bronchiale. Weltweit steigt diese Zahl auf ganze 250.000. Es ist noch wichtig, anzumerken, dass Asthma bronchiale vor allem In Industrienationen wie den USA, Großbritannien oder Australien ein Problem ist. Während die Zahl der Betroffenen in diesen Nationen allerdings mittlerweile stabil bleibt, nehmen die Fälle von Asthma in Entwicklungsländern immer weiter zu.

Leiden Sie an Asthma bronchiale? Welche Beschwerden ereignen sich bei Ihnen, wenn Sie einen Anfall haben? (Mehrfachnennungen möglich) Mit Ihrer Teilnahme an dieser Umfrage helfen Sie anderen Lesern, ihre Symptome besser einschätzen zu können und geben uns wertvolles Feedback für die weitere Gestaltung unseres Informationsangebots.

Was tut der Arzt? Teil 1: Die Diagnose von Asthma bronchiale

Am Anfang der Untersuchung steht das sogenannte Anamnesegespräch. Dieser Begriff bezeichnet das Gespräch zwischen Patienten und Arzt: Dieser informiert sich durch Fragen über die Beschwerden des Patienten. Bei Verdacht auf Asthma bronchiale wird der Arzt Sie bspw. um eine Anfallsbeschreibung bitten und sich darüber hinaus noch über einige weitere Aspekte wie Husten, Auswurf, mögliche Auslöser oder Medikamente erkundigen. Mögliche Fragen sind:

  • Liegt Asthma bei Ihnen in der Familie?
  • Haben Sie Allergien?
  • Welche Auslöser gibt es für Ihre Anfälle? Vielleicht kalte oder neblige Luft, Rauch oder körperliche Anstrengung?
  • Wie verändern sich Ihre Beschwerden im Verlauf des Tages und über mehrere Tage bzw. Wochen hinweg?
  • Sind Ihre Beschwerden abhängig von der Jahreszeit?
  • Sind Ihre Beschwerden am Arbeitsplatz stärker oder haben Sie einmal im Urlaub verstärkt mit Beschwerden zu tun gehabt
  • Verstärken sich Ihre Beschwerden, wenn Sie anderweitig erkrankt sind oder Medikamente einnehmen?

Dies sind nur einige mögliche Fragen. Wenn Sie bereits einen Termin bei Ihrem Arzt haben, können Sie sich an diesen Fragen orientieren und vorab sogar schon Notizen machen, um die Diagnosefindung selbst zu unterstützen.

Kann der Arzt Asthma ertasten, sehen oder hören?

Bei der körperlichen Untersuchung erhärtet der Arzt anhand dieser Sinne auf jeden Fall seinen Verdacht. Er wird sich bspw. genau ansehen, ob Ihre Haut eine bläuliche Färbung aufweist, da dies auf eine verminderte Durchblutung bzw. eine mangelnde Sauerstoffsättigung unseres Blutes hinweist. Darüber hinaus überprüft er Atem- sowie Herzfrequenz und Blutdruck.

Außerdem wird er auf abgeschwächte Atemgeräusche achten und hier sogar genauer hinhören, um akustische Veränderungen wie ein Brummen oder Rasseln wahrzunehmen.

Bei Asthma wichtig: Lungenfunktionsprüfung

Die Lungenfunktionsprüfung ermöglicht es dem Arzt, Ihre Lunge zu testen. Eine solche Prüfung erlaubt eine Aufnahme der aktuellen Funktionalität und wird in späteren Untersuchungen zum Vergleich herangezogen. Dies ist wichtig, um feststellen zu können, inwiefern das Ausatmen eingeschränkt ist. Beim Lungenfunktionstest achtet der Arzt im Zusammenhang mit Asthma also vorrangig auf die Menge ausgeatmeter Luft sowie die Menge Luft, die in der Lunge zurückbleibt. Dafür stehen zwei Verfahren zur Verfügung, nämlich die sogenannte Peak-Flow-Messung und die Spirometrie.

Bei der Peak-Flow-Messung kommt das Peak-Flow-Meter zum Einsatz. Dabei handelt es sich um ein kleines Gerät, in das Patienten kräftig ausatmen sollen. Währenddessen misst das Gerät den Spitzenfluss, die stärkste Strömung. Der so gewonnene Wert wird zu Vergleichszwecken notiert. Denn Asthma ist eine Erkrankung, die in Bezug auf die Schwere der Beschwerden im Verlauf erheblichen Schwankungen unterliegt. Mithilfe des handlichen Geräts können Sie selbst zu mehreren Tageszeiten und über mehrere Tage hinweg sowohl auf der Arbeit als auch zu Hause Ihren Spitzenwert messen. Auf diese Weise stellen Sie letztlich Ihre sogenannte Peak-Flow-Variabilität fest. Diese ist ein wichtiges Erkennungsmerkmal für Asthma.

Eine Spirometrie hingegen wird unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt und ermittelt auch über das Pusten in das sogenannte Spirometer wichtige Werte. Hier wird nicht der Spitzenfluss, sondern die Menge der geatmeten Luft gemessen. Auch diese Untersuchung eignet sich dazu, den Verlauf der Erkrankung regelmäßig zu kontrollieren.

Diese Tests können unter Umständen kombiniert werden, sodass sie zum Beispiel vorher oder im Anschluss an die Gabe eines bestimmten Medikaments oder unter Belastung stattfinden. So erhält der Arzt situationsbedingt bessere Ergebnisse. Ein Beispiel dafür wäre der sogenannte Bronchospasmolysetest, bei dem ein Bronchodilator (diese Medikamente beeinflussen die Bronchialmuskulatur) gegeben wird. Danach findet die Messung statt. Sind die Ergebnisse besser als ohne das Medikament, ist die Diagnose Asthma bronchiale bestätigt.

Auch Allergietests sind wichtig

Besteht der Verdacht auf allergisches Asthma, kommt neben der ausgiebigen Befragung vor allem der Blutuntersuchung eine besondere Bedeutung zu. In unserem Blut befinden sich nämlich bestimmte Antikörper vom Typ Immunglobulin E. Wenn diese in ihrer Anzahl erhöht sind, sind Sie wahrscheinlich Allergiker. Im Anschluss wird der Arzt dann versuchen, die Allergene ausfindig zu machen, auf die Sie besonders reagieren. Substanzen, die infrage kommen, werden auf die Haut gegeben oder leicht in diese eingeritzt. Sind die Ergebnisse dann noch nicht eindeutig, müssen die möglichen Allergene inhaliert werden. Hautreizungen oder Atembeschwerden zeigen dann die allergische Reaktion auf die jeweilige Substanz an.

Weitere diagnostische Schritte dienen vor allem dem Ausschluss anderer Erkrankungen

Sollte die Diagnose bis hier noch nicht gesichert sein, kann der Arzt einige weitere Untersuchungen veranlassen. Dazu gehört bspw. eine Röntgenaufnahme der Lunge, wodurch sich andere Erkrankungen mit ähnlichen Beschwerden ausschließen oder bestätigen lassen. Der Arzt kann anhand einer Ultraschalluntersuchung oder mithilfe eines Elektro-Kardio-Gramms noch die Herzleistung bewerten.

Eine Blutgasuntersuchung ist ebenso nicht Routine, aber durchaus nützlich. Mit ihr lässt sich feststellen, ob die Atembeschwerden mit dem Asthma zusammenhängen oder nicht.

Letztlich kann auch noch der zähe Auswurf untersucht werden, also der Schleim, den Sie abhusten. Damit bestimmt der Arzt dann genauer das Bakterium, das in Ihrer Lunge für die dauerhafte Reizung sorgt. Die Zellen, die sich im Auswurf finden lassen, geben zudem Aufschluss über die Erkrankung.

Umstände, die zu ähnlichen Beschwerden wie bei Asthma führen bzw. vom Arzt ausgeschlossen werden müssen, sind:

  • chronisch obstruktive Lungenerkrankung (kurz: COPD)
  • Bronchitis
  • krankhafte Aufblähung der Lunge (sog. ‚Lungenemphysem‘)
  • Lungenstauung mit Lungenödem (z. B. bei Herzinsuffizienz)
  • Lungenembolie
  • eingeatmeter Fremdkörper
  • Hyperventilation

Fakten-Box Asthma bronchiale

  • bis zu 12 Prozent der Bevölkerung betroffen
  • weltweit gibt es etwa 300 Millionen Asthmatiker
  • vorwiegend im Kindesalter → allergisches Asthma
  • vorwiegend im Erwachsenenalter → nicht-allergisches Asthma

Mögliche Symptome

  • Atemnot
  • Brustenge
  • trockener Husten
  • beschleunigte Atmung
  • pfeifende oder brummende Atemgeräusche
  • Beschwerden ereignen sich nachts oder in den frühen Morgenstunden
  • erschwerte Ausatmung
  • zäher und glasiger Auswurf
  • Herzrasen
  • Fieber
  • Angstgefühl
  • Erstickungsgefühl
  • Wechsel zwischen Bauch- und Brustatmung

Was tut der Arzt? Teil 2: Die Behandlung von Asthma bronchiale

Bis heute ist Asthma bronchiale nicht heilbar. Allerdings gibt es einige Ansätze, die das Leben mit Asthma erleichtern können. Die Behandlungsziele umfassen daher, in Absprache mit dem Patienten, die Folgenden:

  • Beschwerden und Anfälle vermeiden
  • negative Einflüsse auf die körperliche sowie psychische und geistige Entwicklung vermeiden
  • bestmögliche Alltagsgestaltung ermöglichen
  • Komplikationen vorbeugen
  • Lungenfunktion bestmöglich normalisieren und die Überempfindlichkeit der Bronchien reduzieren
  • Lebensqualität wiedererlangen
  • Sterblichkeit verringern

Um diese Behandlungsziele zu verwirklichen, steht zu Beginn der Behandlung eine gemeinsame Entscheidungsfindung an. Ihr Arzt wird sie in diesem Zusammenhang über alle zur Verfügung stehenden Behandlungsmöglichkeiten aufklären, ihre Vor- und Nachteile erläutern und zwischendurch sogar Ihr Verständnis erfragen. Letzten Endes fließen dann auch noch Ihre eigenen Erwartungen, Ziele und Bevorzugungen in die Entscheidung mit ein. Das übergeordnete Ziel sollte ein sogenanntes kontrolliertes Asthma sein.

Auslöser vermeiden, Anfällen vorbeugen

Als Asthmatiker wird Ihnen anfangs vor allem sicher dazu geraten, einige allgemeine Maßnahmen zu ergreifen, mithilfe derer dem Asthma von Vornherein etwas Einhalt geboten werden kann. Dabei steht im Vordergrund, dass sie Faktoren, die bei Ihnen Anfälle auslösen, meiden. Da diese Faktoren bei jedem Patienten unterschiedlich ausfallen, muss dieser Schritt individuell angepasst werden. Es kann also dazu kommen, dass Sie als Allergiker bestimmte Allergene meiden sollten. Bei Analgetikaasthma müssen Sie z. B. auf Aspirin und andere nicht-steroidale Antirheumatika wie Ibuprofen verzichten. Generell sollten Sie kalter Luft, Stress und Tabakrauch aus dem Weg gehen.

Je nach Ursache wird der Arzt dann auch noch besondere Empfehlungen aussprechen bzw. Behandlungen einleiten. Hängt das Asthma bspw. mit einem Infekt zusammen, wird dieser frühzeitig behandelt. Ist das Asthma dagegen allergischer Natur, findet eine spezifische Immuntherapie statt. Leiden Sie aber an Belastungsasthma, wird Ihnen vor der Belastung sicher zu einer ordentlichen Aufwärmphase geraten und Ihr Asthma wird auf einen längeren Zeitraum gut eingestellt. Dann werden Sie auch dazu angehalten sein, vor dem Sport zu inhalieren.

Diagnose Asthma – Was passiert am Anfang?

Wenn bei Ihnen das erste Mal Asthma bronchiale festgestellt wird, steht die Therapie unter dem Zeichen der Beschwerdefreiheit – bei gleichzeitig möglichst wenigen Medikamenten. Dazu stehen dem Arzt zwei Vorgehensweisen zur Verfügung. Diese basieren auf den Therapiestufen, die sich wiederum aus dem Grad der Asthmakontrolle aus dem Kapitel „Was ist Asthma bronchiale?“ ableiten.

  • Step-Up-Therapie: Hierbei setzt der Arzt auf der Therapiestufe an, die er für Ihr Asthma als notwendig erachtet und passt die Behandlung inklusive verordneter Medikamente ggf. nach oben hin an.
  • Step-Down-Therapie: Der Arzt setzt eine Stufe höher an als er für notwendig erachtet. Dieser Schritt dient dazu, schnellstmöglich eine Asthmakontrolle zu erzielen. Die einzelnen enthaltenen Behandlungsmaßnahmen inklusive Medikamente werden bei Bedarf reduziert.

Da der Arzt anstrebt, das Asthma möglichst gut zu kontrollieren und gleichzeitig wenig Medikamente zu geben, kann man die beiden hier erwähnten Ansätze auch wie folgt zusammenfassen: „Reduzieren (Step down), wenn möglich, intensivieren (Step up), wenn nötig“.

Asthma mit Medikamenten behandeln

Bei Asthma kommen zwei verschiedene Medikamentengruppen zum Einsatz: Reliever sind Medikamente, die bei Bedarf eingenommen werden und bei leichtem Asthma oftmals ausreichen. Controller sind Medikamente, die regelmäßig angewendet werden. Die Art und Menge der Medikamente richtet sich dabei nach der Therapiestufe, die aus dem Grad der Asthmakontrolle abgeleitet wurde. Es wird zwischen Stufe 1–5 unterschieden.

  • 1. Stufe: Die Beschwerden treten höchstens zwei Mal die Woche auf. Hier wird dann ein Reliever mit z. B. dem Wirkstoff Salbutamol verschrieben, da dieser schnell wirksam ist und bei Bedarf eingenommen werden kann. Seine Wirkung tritt innerhalb von 3–10 Minuten ein und hält für 3–5 Stunden an, wodurch er sich gut für die Behandlung von Anfällen eignet. Asthmatiker sollten das Spray mit dem Wirkstoff immer griffbereit haben.
  • 2. Stufe: Wenn die Beschwerden öfter auftreten oder Sie gehäuft auf das Inhalationsspray zurückgreifen müssen, werden Sie wahrscheinlich noch einen Controller mit dem Wirkstoff Cortison aus der Wirkstoffgruppe der Glucocorticoide verschrieben bekommen. Dieses wird regelmäßig angewendet und steht in Form von Pulver oder Spray zur Verfügung. Cortison-Spray wirkt nicht akut, sondern muss über mehrere Wochen eingenommen werden und reduziert so die Überempfindlichkeit der Bronchien.
  • 3. Stufe: Wenn die Symptome auftreten, obwohl regelmäßig geringe Mengen von Controllern zum Einsatz kommen, wird die Dosis erhöht und es wird zusätzlich ein langwirksamer Reliever verschrieben. Bei diesen tritt die Wirkung auch nach 3–10 Minuten ein, aber sie hält bis zu 12 Stunden an.
  • 4. Stufe: Wenn sich die Beschwerden ereignen, obwohl Sie gemäß Stufe 3 Medikamente nehmen, wird die Dosis des Controllers zusätzlich erhöht.
  • 5. Stufe: Bleiben die Beschwerden bestehen, obwohl Medikamente gemäß Stufenschema genommen werden, kann Ihnen auch noch ein Glucocorticoid in Tablettenform gegeben werden. Hierbei achtet der Arzt darauf, die Dosis gering zu halten.

Gibt es noch andere Medikamente?

Je nach Patient können noch weitere Medikamente gegeben werden. Dazu zählen bspw. Anticholinergika, die die Bronchien erweitern, Bedarfsmedikamente in Tablettenform, sogenannte Cromone, die die Aktivität bestimmter Immunzellen reduzieren, Dinatriumcromoglicinsäure zur Vorbeugung zu starken Abwehrreaktionen, Ketotifen gegen die allergischen Frühreaktionen und einige weitere.

Der Asthma-Anfall – was tun in der akuten Notsituation?

Sie beginnen zu husten, atmen pfeifend, werden kurzatmig, leiden an Atemnot und Ihnen fällt es schwer, richtig auszuatmen – ein klares Zeichen dafür, dass sich ein Asthma-Anfall anbahnt. Im Rahmen einer Asthmaschulung erfahren Sie, wie Sie sich jetzt zu verhalten haben. In dieser Schulung erfahren Sie mehr über Ihre Krankheit und lernen, wie Sie sich selbst helfen können – denn natürlich ist nicht immer sofort ein Arzt zur Stelle, wenn Sie einen Asthma-Anfall haben. Für den Notfall lernen Sie,

  • den Peak-Flow-Wert zu messen und zu bewerten,
  • Medikamente korrekt zu inhalieren,
  • Ihre Medikation entsprechend an die Situation anzupassen,
  • richtig zu atmen,
  • die Beschwerden richtig einzuschätzen und
  • zu bewerten, ob in der Situation ein Notarzt kontaktiert werden sollte.

Auch als Angehörige können Sie in dieser Situation helfen, vor allem dann, wenn Sie sich selbst schon mit der Erkrankung beschäftigt haben und dem Asthmatiker sozusagen assistieren können. Ein paar Tipps für Angehörige wären:

  • Bewahren Sie Ruhe. Denn Panikmache verschlimmert die Beschwerden des Asthmatikers nur.√
  • Helfen Sie dem Asthmatiker dabei, sich in eine Körperhaltung zu begeben, die ihm das Atmen erleichtert.
  • Assistieren Sie bei der Medikamenteneinnahme.
  • Rufen Sie im Zweifelsfall einen Arzt.
Asthma-Anfälle können lebensbedrohlich sein. Achten Sie deshalb darauf, so viel wie möglich über Ihre Erkrankung zu wissen, sodass Sie sich im Notfall auch selbst helfen können. Klick um zu Tweeten

Gefährlicher Asthma-Anfall erfordert notärztliche Behandlung

Je nach Schwere des Anfalls wird der Notarzt die Behandlung anpassen. Bei einem leichten Anfall, bei dem der Patient noch sprechen kann und einen nicht zu stark erhöhten Puls aufweist, wird der Notarzt zunächst einen Reliever verabreichen, also ein Medikament zum Inhalieren, das akut die Beschwerden lindern soll. Außerdem kann er Steroide spritzen und dem Patienten helfen, sich in eine Position zu bewegen, in der er besser atmen kann.

Ein schwerer Asthma-Anfall hingegen, bei dem der Patient nicht mehr normal sprechen kann, sehr schnell atmet und der Puls stark erhöht ist, erfordert, dass dem Patienten Sauerstoff über eine Nasensonde gegeben wird. Außerdem werden in regelmäßigen Abständen verschiedene Medikamente zum Inhalieren gegeben. Auch hier wird der Patient entsprechend atemerleichternd gelagert. Möglicherweise ist es aber auch notwendig, den Asthmatiker in ein Krankenhaus zu bringen.

Die schlimmste Situation wäre ein lebensbedrohlicher Asthma-Anfall. Dabei zeigt der Patient keine geräuschvolle Atmung mehr. Seine Atmung ist abgeflacht, die Lippen sowie Fingernägel sind blau angelaufen und es kommt zu Verwirrung, Benommenheit und schlimmstenfalls Koma. Der Notarzt wird dann direkt Sauerstoff über eine Nasensonde geben, mittels Dauerinfusion Reliever verabreichen, mit anderen Medikamenten die Bronchien erweitern, für ausreichend Flüssigkeitszufuhr sorgen und den Patienten bei anhaltend schlechtem Zustand auf eine Intensivstation bringen.

Kann man Asthma denn nur mit Medikamenten behandeln?

Eingangs wurden bereits einige Maßnahmen erwähnt, die neben der Medikation bei Asthma eine wichtige Rolle spielen, bspw. das Vermeiden von Auslösern. Daneben sind aber noch weitere Faktoren wichtig, bspw. eine umfassende Patientenschulung, eine Atemtherapie, eine Gewichtsreduktion, sportliche Betätigung, Techniken zur Entspannung, Raucherentwöhnung und einige weitere. Der Arzt wird mit Ihnen zusammen die für Sie beste Therapie beschließen und Sie ganzheitlich behandeln, sodass Sie Ihr Leben sowie Ihren Alltag wie gewohnt gestalten können.

Aktuelles aus der Forschung: Keime vom Land schützen vor Asthma

Je eher die Zusammensetzung unseres Hausstaubs dem „auf dem Land“, also in einem bäuerlichen Umfeld, ähnelt, desto seltener erkranken unsere Kinder an Asthma. Forscher um Pirkka Kirjavainen von der Environmental Health Unit am National Institute for Health and Welfare in Kupio, Finnland haben herausgefunden, dass sich dieser Grundsatz unter bestimmten Bedingungen auch auf Kinder in städtischen Regionen übertragen lässt. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Forscher in der Fachzeitschrift Nature Medicine.

Die Grundlage der Untersuchungen bildeten Studien aus der Vergangenheit, denen zufolge Kinder von traditionellen Bauernhöfen nur halb so oft an Asthma oder Allergien erkrankten wie Stadtkinder. In der Medizin sieht man hier einen klaren Zusammenhang mit den Mikroorganismen, denen diese Kinder in ihren ersten Lebensmonaten ausgesetzt sind.
Das Forscher-Team entnahm Proben aus bäuerlichen und städtischen Haushalten mit einem Kind im Alter von 2 Monaten und analysierte diese, um das Mikrobiom, das für die schützende Wirkung vor Asthma und Allergien sorgt, näher zu bestimmen.

Was haben die Forscher herausgefunden?

Während man in den bäuerlichen Haushalten am häufigsten Bakterien fand, die auch in den Tierställen zu finden waren, hat man in den städtischen Wohnzimmern größtenteils Staphylo- und Streptokokken gefunden.

Letzten Endes konnten die Forscher feststellen, dass auch städtische Kinder von einem solchen Schutz profitierten, wenn bestimmte Kriterien erfüllt waren. So trugen bspw. die Anzahl der Geschwister oder das Alter des Hauses dazu bei, die schützende Bakterienzahl zu erhöhen. Außerdem hat man in städtischen Haushalten mehr schützende Bakterien gefunden, wenn dort öfter Schuhe im Haushalt getragen wurden.
Juha Pekkanen, der Teil des Forscherteams war, sagt, dass es basierend auf ihren Ergebnissen in Zukunft möglich sein könnte, der Entwicklung von Asthma bei Kindern vorzubeugen, indem man die Mikroben, denen sie in ihren ersten Lebensmonaten ausgesetzt sind, entsprechend modifiziert.

Quelle: Pirkka V. Kirjavainen u. a. (2019): Farm-like indoor microbiota in non-farm homes protects children from asthma development. In: Nature Science (2019).

Häufige Patientenfragen

Ist Asthma heilbar?

Dr. Dr. T. Weigl:
Leider nein. Es ist zwar häufig so, dass Asthma im Kindesalter später verschwindet oder sehr stark abnimmt. Heilbar ist es dadurch aber nicht. In der Medizin nutzen wir aber alle uns zur Verfügung stehenden Möglichkeiten, um die Zeiträume, in denen Sie keine Beschwerden haben, so weit es geht zu verlängern und Ihr Leben so weitgehend beschwerdefrei zu gestalten.

Kann man mit Asthma Sport machen?

Dr. Dr. T. Weigl:
Auf jeden Fall. Dieser kann das Asthma sogar positiv beeinflussen, selbst wenn es sich um Belastungsasthma handelt. Denn Sport trägt dazu bei, dass Sie einen guten Trainingszustand erreichen und damit die Schwelle zum ausgelösten Asthma erhöhen. Außerdem verbessert Sport den Schleimtransport aus der Lunge heraus. Sie können jede Ausdauersportart betreiben, auf die Sie Lust haben. Besonders gut eignen sich Laufen, Schwimmen, Radfahren, Tanzen oder Wandern. Wichtig ist nur, dass Sie sich vor allem am Anfang die nötige Zeit geben und es nicht übertreiben. Täglich kleinere Einheiten sind besser als wenige Einheiten mit viel Einsatz. Wärmen Sie sich stets ausreichend auf und fahren Sie das Tempo nach dem Training langsam, nicht abrupt, herab. Außerdem sollten Sie darauf achten, auch beim Training selbst nicht auszuufern. Wenn Sie außer Atem sind, werden Sie langsamer, wechseln Sie Belastung mit Erholung ab und passen Sie die Belastung unbedingt immer an den momentanen Zustand Ihrer Lunge an.

Welch Berufe stehen mit einem erhöhten Risiko für die Entstehung von Asthma in Verbindung?

Dr. Dr. T. Weigl:
Einige Berufe haben starke und viele Allergieauslöser, andere wenige bis keine. Zu den Berufen, die mit häufigen Auslösern in Verbindung stehen, zählen z. B. Bäcker (Mehlstaub, Hefe), Bauarbeiter (Farben, Betonhärte- und Lösemittel), Friseur (Bleich-, und Färbemittel, Festiger, Duftstoffe), Metallarbeiter (Öle, Kühlmittel), Pfleger (Desinfektionsmittel, Antibiotika, Latex) und Berufe in der Holzverarbeitung (Kleber, Lacke, Holzstaub). Bei bis zu 15 Prozent der Erwachsenen hängt das Asthma mit beruflichen Einflüssen zusammen. Achten Sie einmal für sich darauf, ob Ihre Beschwerden zunehmen, wenn Sie arbeiten und abnehmen, wenn Sie frei haben und schildern Sie Ihrem behandelnden Arzt genau Ihr Arbeitsumfeld.

Was muss man als Asthmatiker während der Schwangerschaft beachten?

Dr. Dr. T. Weigl:
Auch wenn man erst einmal denkt, dass Medikamente dem Kind schaden könnten, sollte man sich darüber im Klaren sein, dass ein Asthma-Anfall für das Kind im Zweifelsfall immer schädlicher ist. Ihre normale Behandlung sollte also wie gewohnt fortgesetzt werden. Sie sollten über die gesamte Schwangerschaft von ihrem Arzt, der mit dem Asthma befasst ist, und einem Gynäkologen betreut werden. Setzen Sie Ihren Arzt umgehend von ihrer Schwangerschaft in Kenntnis. Denn auch wenn die Medikamente größtenteils über die Lunge aufgenommen werden und so nur in sehr geringem Umfang in andere Bereiche des Körpers gelangen, kann das Ungeborene von Nebenwirkungen wie Herzrasen betroffen sein.

Typisches Patientenbeispiel

Felix ist mit seinem Leben zufrieden und geht beinahe jeden Tag gut gelaunt zur Arbeit. Vor Kurzem hat er sich selbstständig gemacht und im immer mehr aufblühenden Viertel seiner Stadt eine Bäckerei eröffnet. Ein Jahr ist es jetzt her, da hat er seine Meisterprüfung absolviert und in diesem einen Jahr allein stand er fast genauso lange in der Backstube wie in den drei Jahren seiner Lehre zusammengenommen. Er nimmt bei seiner Arbeit Rücksicht auf seine Kunden, hat auch eine große glutenfreie Auswahl und muss bei dem Gedanken leicht den Mundwinkel verziehen – vielleicht kann er bald weniger in der Backstube stehen. Schon öfter musste er bei seiner Arbeit pausieren, weil er zu husten anfing und ihm die Luft wegblieb. Er hatte das Gefühl, die Luft einfach nicht mehr ordentlich ausatmen zu können und hat beim Atmen komische Geräusche gemacht. Sicher wäre es besser, einen Arzt aufzusuchen …

Gesagt, getan. Felix war eigentlich schon immer eher der Macher, weshalb es ihn umso mehr erstaunt, dass er sich so lange nicht dazu durchringen konnte, zum Arzt zu gehen – bis jetzt. Und gleich hat er die Hiobsbotschaft bekommen: Er hat wahrscheinlich Asthma. Das sollen aber weitere Untersuchungen zeigen. Er muss viel selbst beobachten, zum Beispiel die Umstände, unter denen seine Beschwerden auftreten oder nicht auftreten. Er hofft inständig, dass er seine Bäckerei nicht bald schließen muss, aber der Arzt hat ihm versichert, dass Asthma gut behandelbar ist und man sicher gemeinsam eine Kompromisslösung erarbeiten kann. Felix hat zwar schon drei gute Mitarbeiter, aber einfach nur da zu sitzen oder hinter der Theke zu stehen und zu verkaufen … Das kommt für ihn nicht in die Tüte, im wahrsten Sinne des Wortes.

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Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt.

Autoren: Dr. Dr. Tobias Weigl, Tobias Möller
Redaktion: Andrea Lorenz
Veröffentlicht am: 07.07.2019, zuletzt aktualisiert: 21.08.2019

Quellen

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