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Bronchitis – der lästige Husten unter die Lupe genommen

Bronchitis auf einen Blick

Was ist eine Bronchitis?

  • Entzündung der Bronchialschleimhaut
  • Einteilung in akute und chronische Bronchitis
  • meistens durch Viren verursacht

Wer bekommt eine Bronchitis?

  • alle Altersgruppen und Geschlechter
  • komplizierterer Verlauf möglich bei: Säuglingen, älteren Patienten, abwehrschwachen Patienten, Patienten mit Lungenvorerkrankungen

Symptome (Auszug)

Behandlung (Auszug)

  • virale Bronchitis: Inhalationen, Flüssigkeitsgabe, hustenreizlindernde Medikamente
  • bakterielle Bronchitis: Antibiotika

Tipp

  • Besuchen Sie Ihren Hausarzt, wenn:
    • innerhalb kurzer Zeit starkes Fieber auftritt
    • Sie eine plötzliche Verschlechterung Ihres Allgemeinzustandes feststellen
20 % der Fälle von Arbeitsunfähigkeit sind bedingt durch Atemwegsinfektionen. In sogar 60 % der hausärztlichen Konsultationen wegen Hustens wird die Diagnose einer Infektion der oberen Atemwege oder der akuten Bronchitis gestellt. Bei letzterem Krankheitsbild handelt es sich um eine entzündliche Veränderung der Bronchialschleimhaut. Es wird zwischen einer akuten und einer chronischen Bronchitis unterschieden. Sie tritt häufig gemeinsam mit z. B. einer Entzündung der Nasenschleimhaut oder einer Kehlkopfentzündung auf und zählt zu den Erkältungskrankheiten. Die häufigste Ursache für eine Bronchitis ist eine Infektion mit Viren. In diesen Fällen wird kein Antibiotikum zur Therapie eingenommen, sondern es werden Maßnahmen wie eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr angeordnet. Meistens ist eine körperliche Untersuchung hinreichend zur Diagnosestellung. Welche Symptome bei Ihnen auftreten können, erfahren Sie im Folgenden!

Was ist eine Bronchitis?

Eingangs haben wir bereits angesprochen, dass es sich bei der akuten Bronchitis um eine Entzündung der Schleimhaut unserer Bronchien handelt. Die Bronchien schließen sich an die Luftröhre an und bilden jeweils rechts und links ein luftleitendes, stark verzweigtes System. Durch dieses gelangt die eingeatmete Luft zur rechten und linken Lunge. Die Bronchien stellen einen Teil der unteren Atemwege dar.

Akute vs. chronische Bronchitis

Die Einteilung der beiden Krankheitsbilder wird anhand ihrer zeitlichen Komponente vorgenommen. Laut WHO-Definition (‚Welt-Gesundheits-Organisation’) wird eine Bronchitis als chronisch bezeichnet, wenn in zwei aufeinanderfolgenden Jahren in mindestens drei aufeinanderfolgenden Monaten pro Jahr die beiden Symptome „Husten“ und „Auswurf“ bestehen. Im Folgenden legen wir den Fokus auf die akute Bronchitis.

Was ist die Ursache für eine akute Bronchitis?

In 90 % der Krankheitsfälle stellen Viren die Krankheitsursache dar. Viren sind allerdings nicht der einzige Erreger einer Bronchitis: am zweithäufigsten sind bakterielle Erreger, gefolgt von Pilzen und Reizstoffen, zu denen Gase und Staub zählen. Außerdem kann eine akute Bronchitis im Rahmen einer anderen Erkrankung auftreten (z. B. Keuchhusten).

Bei einem Arztbesuch können in einem Gespräch zwischendurch Erregernamen fallen, die Patienten unbekannt sind. Die folgenden Viren stellen die häufigsten bei jeweils Erwachsenen und Kindern dar.

Virenspektrum bei Erwachsenen:

  • Rhinoviren, Coronaviren, Influenzaviren, Parainfluenzaviren, SARS-Coronavirus

Virenspektrum bei Kindern:

  • RS-Viren, Adenoviren, Coxsackie-Viren, ECHO-Viren

Übertragungswege der Krankheitserreger

Ein Infektionsweg wird je nach Übertragungsform des Erregers klassifiziert. Typisch für die Bronchitis ist eine Übertragung als Schmier- oder Tröpfcheninfektion. Bei der Schmierinfektion erfolgt die Infektion über Kontakt mit einem Gegenstand, der mit erregerbesetzter Flüssigkeit kontaminiert ist. Wenn Sie beispielweise Ihre Nase putzen und anschließend jemandem die Hand geben, können Viren auf die Hand des Gegenübers übertragen werden. Im Gegensatz dazu wird bei der Tröpfcheninfektion – wie der Name schon sagt – der Erreger in Form von Tröpfchen übertragen. Dies geschieht beim Niesen und Husten. Sekrettropfen, die Viren oder Bakterien enthalten, fliegen unterschiedlich weit und können von den Mitmenschen eingeatmet werden.

Sollte eine Infektion (mit einem Virus, Bakterium, Pilz etc.) ursächlich für eine Bronchitis sein, dauert es ca. 2–6 Tage, bis es zu den ersten Symptomen der Krankheit kommt.

Wie entsteht eine chronische Bronchitis?

Wie wir bereits wissen, wird eine akute Bronchitis am häufigsten durch Viren ausgelöst. Bei der chronischen Bronchitis sind allerdings weniger infektiöse Erreger die Ursache, sondern vielmehr innere und äußere Faktoren. Unterschieden werden:

Endogene/innere Ursachen:

Exogene/äußere Ursachen:

  • Zigarettenrauch: 90 %
  • Luftverschmutzung
  • Abgase
  • berufsassoziierte Schadstoffe: Gase, Staub
  • Gut zu wissen!
    In Berufen, in denen die Beschäftigten den überwiegenden Teil ihrer Arbeit Gefahrstoffen wie z. B. Gasen oder Staub ausgesetzt sind, kann es zur Ausbildung von Berufskrankheiten kommen. Ein bekanntes Beispiel ist die (chronische) Bergmannsbronchitis, die sich bei vielen Bergarbeitern im Steinkohlbergbau ausgebildet hat.

    Wie man einer Erkältung vorbeugen kann, damit es erst gar nicht zu Husten, Fieber und Schmerzen kommt, erklärt Dr. Dr. Weigl in diesem Video auf seinem YouTube-Kanal „Video-Visite“.

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    Die Symptome: Welche Beschwerden verursacht eine akute Bronchitis?

    Die akute Bronchitis gehört zu den sogenannten „akuten respiratorischen Erkrankungen“, die die Atemwege betreffen. Dementsprechend vielfältig ist auch das Spektrum an Symptomen. Die Patienten beklagen sich vor allem über einen Hustenreiz. Dieser ist in vielen Fällen dadurch gekennzeichnet, dass beim Husten ein Schmerz hinter dem Brustbein auftritt. Ein Husten kann entweder als trocken oder produktiv bezeichnet werden. Beim produktiven Husten wird aus der Lunge ein als „Auswurf“ bezeichnetes Sekret abgehustet – beim trockenen Husten liegt kein Auswurf vor. Typischerweise ist der Husten bei der akuten Bronchitis zunächst trocken und geht dann in einen produktiven Husten über. Bei den viralen Formen der Bronchitis ist der Auswurf eher zäh und glasig-weiß. Er kann allerdings auch eine gelblich-grünliche Farbe annehmen. Ein solch eitriger Auswurf kann ein Hinweis auf eine bakterielle Infektion sein, muss er aber nicht. Die Unterscheidung zwischen viraler und bakterieller Genese sollte nicht allein anhand der Farbe des Auswurfs getroffen werden.

    Welche Symptome können neben dem Husten auftreten?

    Klassische Erkältungssymptome wie Fieber (dauert ca. 1ؘ–2 Tage an) und Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, Schnupfen und Schluckbeschwerden können ebenfalls auftreten. Typisch für eine virale Infektion sind Muskel- und Gliederschmerzen.

    Gut zu wissen!
    Der medizinische Fachbegriff für Auswurf lautet „Sputum“. Es handelt sich hierbei um eine Absonderung der Bronchialschleimhaut, die über Transportvorgänge in die Bronchien gelangt und von dort abgehustet werden kann. Das gesunde Sputum besteht zum Großteil aus Wasser sowie Zellen und Stoffen, die der Abwehr dienen. Das Vorhandensein, die Konsistenz und Farbe des Sputums können diagnostische Kriterien sein.

    Wer ist am ehesten betroffen?

    Prinzipiell kann eine akute Bronchitis in allen Altersgruppen auftreten. Innerhalb der Altersgruppen gibt es statistisch unterschiedliche Häufigkeiten der jeweiligen Erreger. Wie bereits zu Beginn erwähnt, kann es jedoch bei Säuglingen (hier vor allem Frühgeborene) und älteren Patienten zu schwerwiegenden Verläufen kommen. Weitere besondere Patientengruppen sind jene mit Abwehrschwäche, Lungenvorerkrankungen und Raucher.

    Jeder von uns hatte schon einmal einen mehr oder weniger starken Husten. Welche Maßnahmen haben Sie ergriffen? (Mehrfachnennungen möglich) Mit Ihrer Teilnahme an dieser Umfrage helfen Sie anderen Patienten dabei, Ihre Beschwerden besser einschätzen zu können.

    Was tut der Arzt? Teil 1: Die Diagnose einer akuten Bronchitis

    Der Arzt erkundigt sich zunächst nach den Symptomen des Patienten. Da die Bronchitis eine Atemwegserkrankung ist, könnten folgende Aspekte relevant sein:

    • Rauchen Sie?
    • Haben Sie Allergien?
    • Nehmen Sie Medikamente ein?
    • Waren Sie im Urlaub?
    • Bestehen Vorerkrankungen?

    Anhand dieser beispielhaften Fragen kann besser eingeschätzt werden, um welches Krankheitsbild es sich handelt, welche Ursache und welche möglichen Krankheitserreger dem Husten zugrunde liegen können.

    Im Anschluss an das Anamnesegespräch findet die körperliche Untersuchung statt. Der besondere Fokus wird hierbei auf dem Abhören der Lunge liegen. Während Sie tief ein- und ausatmen, kann der Arzt bei der Bronchitis ein typisches Atemgeräusch hören.

    Weitere Untersuchungen möglich

    Falls eine Blutentnahme stattfindet, können im Labor unter anderem die Entzündungsparameter und die weißen Blutkörperchen bestimmt werden. Die weißen Blutkörperchen, die als „Leukozyten“ bezeichnet werden, dienen der körperlichen Abwehr. Sollte eine starke Luftnot bestehen, kann im Blut die Sauerstoffversorgung gemessen werden. Zur Identifikation des Erregers kann man auf Basis von Auswurf oder Nasensekret – ebenfalls im Labor – eine Kultur zum Anzüchten des Erregers anlegen. Dies ist bei einem ansonsten gesunden Patienten allerdings regulär nicht notwendig. Selten ist eine Röntgenaufnahme der Lunge erforderlich.

    Gut zu wissen!
    Zur Differenzierung zwischen viraler und bakterieller Infektion kann das C-reaktive Protein (kurz: CRP), ein Protein der „Akuten-Phase-Reaktion“ einer Entzündung, im Blut bestimmt werden. Im Falle einer bakteriellen Ursache liegt oft ein starker Anstieg dieses Proteins vor. Das CRP allein sollte jedoch keine Entscheidungsgrundlage für eine Antibiotikatherapie sein. Es eignet sich jedoch zur Verlaufskontrolle der Krankheit.

    Mögliche Differenzialdiagnosen

    Als Differenzialdiagnosen bezeichnet man in der Medizin Krankheitsbilder, die mit einer ähnlichen Symptomatik einhergehen, und die folglich als Alternativdiagnosen infrage kommen. Im Hinblick auf die akute Bronchitis muss bei passender Symptomatik an eine Lungenentzündung gedacht werden. Die oben genannten Untersuchungsmöglichkeiten dienen ebendieser (Differenzial-)Diagnosefindung.

    Fakten-Box

    Akute Bronchitis

    • akute Entzündung der unteren Atemwege (Bronchien)
    • meist virale Erreger
    • bakterielle Erreger möglich oder als bakterielle „Superinfektion“, wenn schon eine virale Infektion vorbesteht
    • Mögliche Symptome

      • Hustenreiz, trocken oder mit Auswurf
      • Kopfschmerzen, Gliederschmerzen
      • Fieber
      • allgemeines Schwächegefühl

    Was tut der Arzt? Teil 2: Die Behandlung einer akuten Bronchitis

    Die Therapie der akuten Bronchitis richtet sich primär nach dem Erreger: Liegt eine virale oder eine bakterielle Infektion vor? Bei beiden Formen sieht die Therapie vor, besonders einen ausgeglichenen Flüssigkeitshaushalt beizubehalten sowie den Körper zu schonen und genügend Schlaf zu bekommen. Unterstützend kann zur Befeuchtung der bronchialen Schleimhaut mit einer isotonen (0,9 %) oder hochprozentigen (3 %) Kochsalzlösung inhaliert werden.

    Medikamente bei viraler Bronchitis

    Der Satz „Tee trinken und abwarten“ kommt nicht von ungefähr: Im Falle einer viralen Bronchitis ist das medikamentöse Therapiespektrum überschaubar. Ursächlich können Virusinfektionen nur mit sogenannten „Virostatika“ behandelt werden, was bei einer viralen Bronchitis allerdings nicht üblich ist. Eher verwendet man als „Expektoranzien“ bezeichnete Medikamente, die eine Verflüssigung des Bronchialsekrets oder Erhöhung der Sekretproduktion bewirken. Ein bekanntes Produkt ist „Ambroxol“. Bei Husten, der nachts den Schlaf behindert, kann auf Hustenstiller (sog. ‚Antitussiva’) zurückgegriffen werden. Bei einigen Patientengruppen kommen auch Medikamente zum Einsatz, die ihre Verwendung auch beim Asthma bronchiale finden. Hier sind Glukokortikoide (bspw. Kortison) zu nennen, die inhalativ verwendet werden.

    Medikation bei bakterieller Bronchitis

    Sollte der Verdacht auf einen bakteriellen Ursprung bestehen, werden zur Therapie Antibiotika eingesetzt. Eine bakterielle Infektion tritt häufig als „Superinfektion“ auf, wenn bereits eine virale Infektion besteht und (durch die Schwächung des Immunsystems) noch Bakterien hinzukommen. Ein weiterer Grund für eine Antibiotikatherapie besteht dann, wenn die Gefahr einer Lungenentzündung besteht. Als Risikogruppen sind hier ältere Patienten und Patienten mit Abwehrschwäche zu nennen. Routinemäßig erfolgt keine Antibiotikagabe!

    Gut zu wissen!
    Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin hat in der Initiative „Klug entscheiden“ eine Negativempfehlung für Bronchitiden ausgesprochen. Diese besagt, dass „[e]ine akute unkomplizierte Bronchitis bei Patienten ohne chronische Lungenerkrankungen (…) nicht mit einem Antibiotikum behandelt werden [soll].“ Dem Nutzen von Antibiotika stehen Nebenwirkungen und Resistenzentwicklung gegenüber.

    3 Tipps zur Prävention der akuten Bronchitis

    1. Verhaltensprävention: Eine präventive Maßnahme zur Krankheitsübertragung liegt zunächst im Verhalten der Patienten. Tröpfchen lassen sich reduzieren, indem beim Husten und Niesen eine Hand vor den Mund oder die Nase gehalten wird. Wichtig ist es, im Anschluss daran gründlich die Hände mit Seife zu waschen. Gleichzeitig wird damit einer Schmierinfektion vorgebeugt.
    2. Luft befeuchten: Gerade im Winter herrscht, bedingt durch die Heizungsluft, eine geringe Luftfeuchtigkeit. Durch Luftbefeuchter oder nasse Tücher auf den Heizkörpern kann die Luftfeuchtigkeit erhöht werden, damit die Bronchien durch zu trockene Luft nicht zusätzlich gereizt werden.
    3. Impfungen: Die STIKO (kurz für: Ständige Impfkommission) empfiehlt eine jährliche Impfung gegen Influenza-Viren (Erreger der echten Grippe und der akuten Bronchitis) unter anderem für alle Menschen, die über 60 sind, in Alters-/Pflegeheimen wohnen oder eine erhöhte gesundheitliche Gefährdung bedingt durch ein chronisches Grundleiden haben.
    „Jeder hat mal Sodbrennen, das ist zunächst nichts Schlimmes. Wenn dieser Zustand jedoch regelmäßig auftritt, sollte Rücksprache mit einem Arzt gehalten werden.“ — Dr. Dr. Tobias Weigl Klick um zu Tweeten

    Darüber, wie man Husten & Schnupfen in der Erkältungszeit möglichst schnell loswird, berichtet Dr. Dr. Weigl in der „Video-Visite“ auf seinem YouTube-Kanal.

    Erkältung schnell loswerden ✅ Tipps bei grippalen Infekt 😷 Husten & Schnupfen erklärt & loswerden

    Aktuelle Forschung – Ectoin®-haltige Inhalationslösungen sind effektiver als reine Kochsalz-Inhalation

    In einer deutschen Studie untersuchten Forscher zwei Inhalationslösungen zur Therapie von akuter Bronchitis und akuten respiratorischen (die Atemwege betreffenden) Infektionen. Eine der Flüssigkeiten enthielt eine reine Salzlösung, die andere enthielt den Wirkstoff Ectoin®. Ectoin® bewirkt eine Verstärkung der Wechselwirkungen von Wassermolekülen. Es sorgt durch Membranstabilisierung für eine befeuchtende Wirkung.

    Bei den Studienteilnehmern war eine signifikante Reduktion der Symptome bei der Ectoin®-Gruppe vor der Salzlösungs-Gruppe erkennbar. Ebenso verhielt es sich mit dem Zeitpunkt, an dem die Patienten als komplett genesen galten.

    Der Studie kann daher entnommen werden, dass eine Inhalation mit dem Wirkstoff Ectoin® einen Vorteil gegenüber der Inhalation mit reinem Kochsalz für Patienten mit akuter Bronchitis bietet.

    Quelle: Binh-Hai Tran u. a. (2019): Ectoine-Containing Inhalation Solution versus Saline Inhalation in the Treatment of Acute Bronchitis and Acute Respiratory Infections: A Prospective, Controlled, Observational Study. In: BioMed Research International, 31. Januar 2019, S. 1–8.

    Häufige Patientenfragen

    Wie lange dauert eine Bronchitis?

    Dr. Dr. T. Weigl
    In ca. 2/3 der Fälle ist eine Erkältung nach 2 Wochen auskuriert. Nach 2–5 Tagen sollte eine Besserung des Allgemeinzustandes bei einer akuten Bronchitis eintreten. Der Husten kann noch darüber hinaus bestehen.

    Darf ich während der Bronchitis Sport treiben?

    Dr. Dr. T. Weigl
    Von sportlichen Aktivitäten wird während einer Erkältung/Bronchitis dringend abgeraten. Patienten, die trotz Husten etc. Sport tätigen, steigern ihr Risiko für eine Herzmuskelentzündung. Nach Auskurieren der Krankheit sollte in langsamen Tempo wieder mit dem Sport begonnen werden.

    Ist eine Bronchitis für kleine Kinder besonders gefährlich?

    Dr. Dr. T. Weigl
    Bei Bronchitiden im Säuglings- und Kinderalter sind die sog. „RS-Viren“ (‚Respiratory-Syncytial-Viren’) die häufigsten Erreger. Am Ende des 2. Lebensjahres haben fast 100 % der Kinder eine Infektion mit diesen Viren durchgemacht. Die RS-Viren können neben den Bronchien auch die nächste Stufe des luftleitenden Systems befallen, die Bronchiolen. Man spricht dann von einer „Bronchiolitis“. Sie führt besonders bei Frühgeborenen zu einem schweren Krankheitsverlauf, bei dem eine künstliche Beatmung notwendig sein kann. In diesen Fällen sollte Ihr Kinderarzt der erste Ansprechpartner sein!

    „Für die RS-Viren gibt es eine saisonale Häufung: Die meisten Krankheitsfälle treten zwischen November und März auf, mit Höhepunkt im Januar und Februar.“ — Dr. Dr. Tobias Weigl Klick um zu Tweeten

    Darf ich während der Bronchitis weiterhin rauchen?

    Dr. Dr. T. Weigl
    Raucher haben ohnehin schon ein erhöhtes Risiko für eine chronische Bronchitis, schließlich stellt das Rauchen die Hauptursache dar. Der Grund dafür liegt innerhalb der Bronchien, genauer gesagt im dortigen „Flimmerepithel“, das für den Abtransport von Schmutz und Schleim verantwortlich ist. Das Rauchen bewirkt eine Schädigung dieses Flimmerepithels. Im Sinne der eigenen Gesundheit ist es daher empfehlenswert, wenigstens während der Phase der akuten Entzündung der Bronchien das Rauchen zu pausieren. Bei Rauchern dauert eine Erkältungskrankheit zudem länger an.

    Exkurs: COPD

    Bei 90 % der COPD-Patienten (Chronisch Obstruktive Lungenerkrankung) ist das aktive oder passive Rauchen die Krankheitsursache.

    Weitere Informationen, natürlich auch zu Diagnose und Therapiemöglichkeiten, finden Sie in unserem Artikel „COPD oder chronische obstruktive Lungenerkrankung: Rauchen als Ursache, keine Heilung möglich“.

    Typisches Patientenbeispiel

    Als Anton morgens aufwacht, fühlt er sich wie nach einer durchgefeierten Nacht – der Kopf brummt und eigentlich tut ihm sowieso alles an seinem Körper weh, so wie nach einem anstrengenden Training im Fitness-Studio. Es fühlt sich auch so an, als hätte er leicht erhöhte Temperatur. Aber Anton ist ein fleißiger Mitarbeiter und schleppt sich trotzdem zur Arbeit. Im Laufe des Tages bemerkt er, wie er immer wieder zwischendurch hustet. Jetzt werden auch seine Arbeitskollegen aufmerksam und fragen ihn, ob er sich einen Infekt eingefangen habe.

    Als Anton nachmittags wieder zuhause ist, legt er sich sofort ins Bett, um zu schlafen. So geht es zwei Tage weiter. Mittlerweile hustet Anton einen zähen, klaren Schleim ab. Auch seine Nase läuft ununterbrochen. In der Nacht kann Anton kaum schlafen, weil er so fürchterlich husten muss. Am vierten Tag geht Anton zum Arzt.

    Was, wenn es doch eine Männergrippe ist?

    Der Arzt untersucht Anton, hört seine Lunge ab und lässt sich seine Symptome genau schildern. Er beruhigt ihn jedoch, dass es eine einfache (virale) Bronchitis ist, die in ein paar Tagen wieder verschwunden ist. Er gibt ihm den Auftrag, sich möglichst lange auszuruhen, Tee zu trinken, und zu Hause zu inhalieren. Anton macht sich wieder auf den Heimweg und weiß, dass er wieder zum Arzt kommen soll, wenn es ihm ganz plötzlich viel schlechter geht oder sein Auswurf eine gelb-grünliche Farbe annimmt. Nur mit dem Sport wird es erstmal nichts in den nächsten Tagen.

    Verwandte Themen

    Haben Sie Erfahrungen mit einer akuten Bronchitis? Möchten Sie sich bei uns weiter über die Erkrankung erkundigen? Nutzen Sie unsere Kommentarfunktion unten, um von Ihren Erfahrungen zu berichten und sich untereinander auszutauschen!

    Quellen

    • Deutsches Ärzteblatt (2012): Vermischtes. Nach einem Infekt nicht zu früh wieder Sport treiben. In: aerzteblatt.de.
    • Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (2014): Husten. DEGAM-Leitlinie Nr.11. In: degam.de.
    • Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin: Klug entscheiden. Eine Initiative der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin. Negativ-Empfehlung. In: klug-entscheiden.com.
    • Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (2019): Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin zur Diagnostik und Therapie von erwachsenen Patienten mit Husten. Guidelines of the German Respiratory Society for Diagnosis and Treatment of Adults Suffering from Acute, Subacute and Chronic Cough. In: Pneumologie 2019; 73; 140–177, Thieme, Stuttgart.
    • Diedrich Bühler, Maria-Anna Schoppmeyer (2019): Chronische Bronchitis – Wenn die Luft wegbleibt. In: tk.de.
    • Ectoin® (2014): Ectoin® – Wirkweise. In: ectoin.net.
    • Gerd Herold und Mitarbeiter (2020): INNERE MEDIZIN. Dr. med. Gerd Herold, Köln.
    • Felix Holzinger u. a. (2014): Diagnose und Therapie des akuten Hustens bei Erwachsenen. The diagnosis and treatment of acute cough in adults. In: Deutsches Ärzteblatt International, Jg. 111 Heft 20.
    • Reinhold Kerbl u. a (2011): Checkliste Pädiatrie. Thieme, Stuttgart.
    • Johanna Margraf (2009): Spezielle Pathologie. BASICS. Elsevier, München.
    • Medizinische Datenbank AMBOSS (2019): Akute-Phase-Reaktion. Akute Bronchitis. Vorgehen bei obstruktiver Bronchitis, Asthma bronchiale im Kindes- und Jugendalter (inkl. Dosierungen). Gesundheitliche Schäden durch Rauchen. In: amboss.com.
    • Wolfgang Piper (2007): Innere Medizin. Springer, Heidelberg.
    • Robert Koch-Institut (2019): Impfkalender 2019/2020. In: rki.de.
    • Robert Koch-Institut (2019): Grippeschutzimpfung: Häufig gestellte Fragen und Antworten. In: rki.de.
    • Jens Schreiber (2017): Chronischer Husten: Was ist zu beachten?. In: Deutsches Ärzteblatt, 114 (9).
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