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Salbutamol – Behandlung von Asthma bronchiale und anderen Erkrankungen mit Verengungen der Atemwege

Auf einen Blick – Salbutamol

Was ist Salbutamol?

  • Beta-2-Sympathomimetikum
  • Wirkstoff zur Behandlung von Asthma bronchiale und bspw. COPD</li

Welche Wirkung hat Salbutamol? (Auszug)

  • Bronchienerweiterung
  • Entzündungsminderung
  • Schleimlösung

Wann wird Salbutamol angewendet? (Auszug)

  • Asthma bronchiale
  • COPD
  • Präventiv, um Anfällen vorzubeugen

Was sind die Nebenwirkungen von Salbutamol? (Auszug)

  • Muskelzittern
  • Kopfschmerzen
  • Herzrasen

Wer darf Salbutamol nicht bekommen?

  • Patienten, die gegenüber dem Wirkstoff überempfindlich reagieren
  • mit einem anderen Beta-2-Sympathomimetikum Behandelte
  • mit einem Betablocker Behandelte

Von Medizinern geprüft und nach besten wissenschaftlichen Standards verfasst

Dieser Text wurde gemäß medizinischer Fachliteratur, aktuellen Leitlinien und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

Quellen ansehen
Salbutamol ist ein Wirkstoff, der vor allem bei der Behandlung von Asthma und der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (kurz: COPD) zum Einsatz kommt. Als sogenanntes Beta-2-Sympathomimetikum stimuliert es Rezeptoren in unserer Atemmuskulatur und führt auf diesem Weg eine entspannende Wirkung herbei. Wenn Sie selbst Asthmatiker sind oder schon einmal gesehen haben, wie Menschen über einen Inhalator ihre Atemnot bekämpfen, ist die Chance hoch, dass dabei Salbutamol zum Einsatz gekommen ist. Denn um eine schnelle Wirkung zu erzielen, muss der Wirkstoff inhaliert werden. Andere Anwendungsformen sind bspw. Tropfen oder sogenannte Retardtabletten – wenn Salbutamol so verabreicht wird, tritt die Wirkung aber viel später ein. Im nachfolgenden Artikel gehen wir detailliert auf den Wirkstoff ein und erklären auch, warum Leistungssportler kein Salbutamol bekommen dürfen.

Was ist Salbutamol?

Salbutamol ist ein Wirkstoff, der bei der Behandlung von Asthma sowie chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen (kurz: COPD) eingesetzt wird. Er kann zum Inhalieren mithilfe eines Inhalationsgeräts bei akuten Schüben verwendet werden, in diesem Fall als sogenanntes Dosieraerosol. Längerfristige, aber auch später eintretende Wirkungen erzielt man indes mit Salbutamol in Form von Tabletten oder Tropfen. Salbutamol kann auch direkt in die Vene gespritzt werden. Allerdings ist dies nur in sehr seltenen Fällen nötig und sinnvoll.

Wir wissen jetzt, dass Salbutamol als Wirkstoff vor allem bei Asthma bronchiale zum Einsatz kommt. Aber was ist das überhaupt? Detaillierte Informationen zum Thema können Sie unserem Artikel „Asthma bronchiale – Atemnot, Husten und pfeifende Atemgeräusche“ entnehmen.

Welche Wirkung hat Salbutamol?

Salbutamol ist ein sogenanntes Beta-2-Sympathomimetikum. Als solches stimuliert es die Orte in unserem Körper, an denen sich die meisten Beta-2-Adrenorezeptoren befinden, vor allem in der Atemmuskulatur. Es sorgt auf diese Weise für eine Entspannung der glatten Muskulatur in den Bronchien und so für eine Erweiterung ebendieser. Im Ergebnis verringert sich die Atemnot. Sympathomimetika verstärken die Wirkung des Sympathikus. Das ist der Teil unseres vegetativen Nervensystems, der auf Kampf und Flucht ausgelegt ist. Er hat Einfluss auf lebenswichtige Vorgänge, zum Beispiel:

  • Atmung
  • Kreislauf
  • Herztätigkeit
  • Stoffwechsel
  • Schweißbildung

Salbutamol wirkt außerdem entzündungsmindernd und erhöht die Bewegung der Flimmerhärchen (sog. ‚Zilien‘), sodass wir bei Erkrankungen leichter dazu imstande sind, Schleim auszuhusten.

Gut zu wissen!
Die eben erwähnten Flimmerhärchen befinden sich im Flimmerepithel, aus dem wiederum die Schleimhaut unserer Atemwege besteht. Die Härchen befinden sich in einem Schleim, der die gesamte Schleimhaut bedeckt und dauerhaft feucht hält. Durch ihre Bewegung sorgen sie dafür, dass Fremdkörper wie Staubpartikel zum Rachen hin abtransportiert werden. Oft werden die Stoffe dann heruntergeschluckt und der Magen kümmert sich um den Rest. Sind die Flimmerhärchen gestört oder gar nicht mehr vorhanden, kommt es zu häufigerem Husten, mit dem wir dann die Bronchien reinigen.

Zusammengefasst sind die Wirkungen von Salbutamol also die folgenden:

  • Bronchienerweiterung
  • Entzündungsminderung
  • Schleimlösung

Aufgrund seiner entspannenden Wirkung auf die Bronchialmuskulatur bezeichnet man Salbutamol auch als Bronchospasmolytikum.

Was sind die Anwendungsgebiete von Salbutamol?

Grundsätzlich kommt Salbutamol zum Einsatz, um Verengungen der Atemwege zu behandeln. Allerdings geht es hier nicht um eine Behandlung im Sinne der Heilung. Der Wirkstoff zielt darauf ab, die Beschwerden zu lindern. Er wird vorwiegend zur Behandlung von Asthma bronchiale sowie der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung, vielleicht besser bekannt als COPD, angewendet.

Gut zu wissen!
COPD ist eine Erkrankung, die vor allem durch verengte Atemwege gekennzeichnet ist. Dies macht sich vor allem beim Ausatmen bemerkbar, denn dieser Vorgang ist bei Betroffenen erschwert. Als häufigste Ursache von COPD gilt das Tabakrauchen.
Mehr über diese Erkrankung lesen Sie in unserem Artikel
COPD oder chronische obstruktive Lungenerkrankung: Rauchen als Ursache, keine Heilung möglich

Salbutamol wird aber auch zur Prävention verwendet. Durch den Wirkstoff lässt sich Verkrampfungen der Atemwege durch Anstrengung oder Kontakt mit Stoffen, die allergische Reaktionen auslösen, vorbeugen.

Wie wird Salbutamol dosiert?

Die Dosierung von Salbutamol hängt mit der Darreichungsform zusammen. Es gibt den Wirkstoff in verschiedenen Formen, nämlich als

  • Hartkapsel,
  • Aerosol,
  • Inhalat,
  • Flüssigkeit zum Spritzen sowie
  • Retardtablette.

Eine Hartkapsel enthält den Wirkstoff in Pulverform. Die Kapsel wird in das entsprechende Inhaliergerät gegeben und vor dem Gebrauch im Gerät so angestochen, dass das Pulver zur Inhalation zur Verfügung steht. Salbutamol-Hartkapseln gibt es in den Dosierungen 200 μg und 400 μg.

Inhalate und Aerosole sind die häufigste Anwendungsform

Bei einem Aerosol handelt es sich um eine Art nebliges Gemisch, das mit dem entsprechenden Gerät ausgestoßen und anschließend eingeatmet werden kann. Inhalate sind fein zerstäubte Flüssigkeiten. Je nach Form kommen zur Anwendung unterschiedliche Geräte zum Einsatz, die jeweils andere Dosierungen erfordern. Auf dem Markt verfügbar sind die folgenden Dosierungen:

  • 0,12 mg pro Sprühstoß
  • 0,1 mg pro Sprühstoß
  • 0,2 mg pro Inhalation
  • 0,5/2,5 mg Lösung für den Vernebler
  • 0,5 mg plus 2,5 mg/2,5 ml Lösung für den Vernebler
  • 1,25 mg/2,5 ml Lösung für den Vernebler
  • 1,5 mg/2,5 ml Lösung für den Vernebler
  • 2,5/0,5 mg Lösung für den Vernebler
  • 5 mg/1 ml Lösung für den Vernebler
  • 100 μg pro Druckgasinhalation
Gut zu wissen!
Wenn Sie bereits wissen, dass Sie gleich einer Belastung ausgesetzt sind oder mit Allergenen in Kontakt kommen werden, können Sie auch vorbeugend Salbutamol anwenden, etwa 10–15 Minuten vor der Belastung mit maximal 2 Inhalationen.

Eine Behandlung mittels Injektion, also Einspritzen, findet nur in sehr seltenen Fällen statt.

Manche der Atemwegserkrankungen, die eine Behandlung mit Salbutamol notwendig machen, erfordern eine dauerhafte Behandlung. Dazu kommen dann sogenannte Retardtabletten zum Einsatz. Diese sind erhältlich zu 8-mg-Tabletten, ihre maximale Dosis darf 16 mg pro Tag nicht überschreiten.

Reliever wie Salbutamol wirken innerhalb von Minuten und schaffen Besserung für Stunden. Asthmatiker sollten das Spray mit dem Wirkstoff immer griffbereit haben. — Dr. Dr. Tobias Weigl

Was sind die Nebenwirkungen von Salbutamol?

Medikamente entfalten ihre heilsame Wirkung fast nie ohne mögliche Nebenwirkungen. Und das trifft auch auf Salbutamol zu. In der Medizin gibt es dementsprechend den einfachen Leit- und Merksatz: Keine Wirkung ohne Nebenwirkung. Sie finden daher im Folgenden eine Auflistung der möglichen Nebenwirkungen von Salbutamol, die nach ihrer Häufigkeit sortiert sind.

Die nachfolgenden Auflistungen enthalten die Nebenwirkungen gemessen an ihrer Häufigkeit. Dabei gilt für die Angabe „häufig“ ein Aufkommen von ≥1/100 bis <1/10 (1 bis 10 Behandelte von 100), für „gelegentlich“ ≥1/1.000 bis <1/100, für „selten“ ≥1/10.000 bis <1/1.000 und für „sehr selten“ ein Aufkommen von <1/10.000 (weniger als 1 Behandelter von 10.000).

Als häufige Nebenwirkungen gelten:

Die gelegentlichen Nebenwirkungen umfassen:

  • Herzklopfen, verstärkter Puls (sog. ‚Palpitation‘)
  • Muskelkrämpfe
  • gereizter Mund- und Rachenraum

Selten auftretende Nebenwirkungen sind:

Sehr selten kann es zu folgenden Nebenwirkungen kommen:

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff, daraus möglicherweise folgend: juckende Hautschwellungen, Nesselsucht, Juckreiz, Verkrampfen der Atemmuskulatur, erniedrigter Blutdruck, Kollaps
  • Laktatazidose mit abfallendem pH-Wert im Blut
  • Hyperaktivität
  • Herzrhythmusstörungen
Gut zu wissen!
Es mag widersprüchlich klingen, aber es kann bei Inhalationstherapien zu Krämpfen der Atemmuskulatur, sogenannten Bronchospasmen, kommen. Das Keuchen, medizinisch als Giemen bezeichnet, nimmt dann zu. Falls es zu solchen Krämpfen kommt, sollte möglichst schnell ein anderes Arzneimittel, das die Bronchien erweitert, zum Einsatz kommen. Setzen Sie Salbutamol anschließend ab und halten Sie sofort Rücksprache mit Ihrem Arzt.

Weitere Nebenwirkungen

Es gibt Nebenwirkungen, die im Zusammenhang mit Medikamenten bereits beobachtet worden sind. Allerdings ist ihre Häufigkeit aufgrund der bisherigen Datenlage kaum einzuschätzen. Ihre Häufigkeit bekommt dementsprechend die Bezeichnung „nicht bekannt“. Der Vollständigkeit halber führen wir im Folgenden die in Bezug auf ihre Häufigkeit nicht bekannten Nebenwirkungen auf. Zu ihnen zählen:

  • Überzuckerung
  • Insulin-Anstieg im Blut
  • Nervosität
  • Schwindel
  • Halluzination
  • Schlafstörungen
  • ansteigender oder abfallender Blutdruck
  • Herzmuskelunterversorgung mit Blut
  • Missempfindungen im Bereich von Mund und Rachen
  • Schwitzen
  • Husten
  • Muskelschmerzen

Müssen Sie aufgrund einer Erkrankung regelmäßig Salbutamol inhalieren oder einnehmen? Sind Ihnen schon Nebenwirkungen des Wirkstoffs aufgefallen? Wenn ja: Welche? (Mehrfachnennungen möglich) Mit Ihrer Teilnahme an dieser Umfrage helfen Sie anderen Lesern, ihre Situation besser einzuschätzen und geben darüber hinaus uns wertvolles Feedback in Bezug auf Themengebiete, in denen wir noch mehr Aufklärung betreiben sollten.
Auf einen Blick – Salbutamol
Salbutamol aus der Wirkstoffgruppe Beta-2-SympathomimetikaWirkung

  • Bronchienerweiterung
  • Entzündungsminderung
  • Schleimlösung

Anwendungsgebiete

Wichtigste Nebenwirkungen (häufige und gelegentliche)

  • Muskelzittern
  • Kopfschmerzen
  • Herzrasen
  • Herzklopfen, verstärkter Puls (sog. ‚Palpitation‘)
  • Muskelkrämpfe
  • gereizter Mund- und Rachenraum

Dosierung

  • abhängig von der Darreichungsform
  • bei Inhalation normal: 1–2 Inhalationen, maximal 8 pro Tag
  • Retardtabletten: maximal 16 mg pro Tag

Darreichungsformen

  • Hartkapsel
  • Aerosol
  • Inhalat
  • Injektion (Flüssigkeit zum Spritzen)
  • Retardtablette

Welche Kontraindikationen und Wechselwirkungen existieren für Salbutamol?

Eine Kontraindikation, vielleicht besser bekannt als Gegenanzeige, beschreibt einen Umstand, der die Einnahme eines bestimmten Medikaments streng untersagt. In Zusammenhang mit Salbutamol gilt es daher vor der Einnahme festzustellen, ob

  • bei Ihnen eine Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder anderen Bestandteilen des Präparats (Ethanol, Norfluran) vorliegt,
  • Sie ein anderes Beta-2-Sympathomimetikum bekommen oder
  • Sie mit einem Betablocker behandelt werden.

Die Gegenanzeigen sind aber nicht die einzigen Informationen, die Beachtung verdienen. Denn auch wenn nicht streng untersagt, sollte die Einnahme von Salbutamol bei gleichzeitiger Behandlung mit anderen Medikamenten besonders vorsichtig erfolgen – denn es kann zu sogenannten Wechselwirkungen kommen. Damit beschreibt man die gegenseitige Beeinflussung von Medikamenten bei gleichzeitiger Einnahme. Auch der Einfluss eines Lebensmittels auf die Wirkweise eines Medikaments wird damit beschrieben.

Salbutamol und andere Substanzen – Gefährliche Wechselwirkungen möglich

Bei der gleichzeitigen Einnahme von Salbutamol und anderen Medikamenten kann es zu zahlreichen Wechselwirkungen kommen. Diese sind im Folgenden in Listenform aufgeführt:

  • Wenn Salbutamol zur Behandlung gleichzeitig mit Betablockern zum Einsatz kommt, kann dies zu Verkrampfungen der Atemmuskulatur führen.
  • Medikamente, die den Blutzuckerspiegel senken sollen (sog. ‚Antidiabetika‘), können einen verringerten blutzuckersenkenden Effekt haben. Damit ist aber erst zu rechnen, wenn Salbutamol in höherer Dosis und als Tablette bzw. Infusion gegeben wird.
  • Wenn Salbutamol mit anderen Sympathomimetika gegeben wird, ist mit einer Wirkungsverstärkungen zu rechnen. Ebenso ist das Risiko für unerwünschte Wirkungen erhöht.
  • Ebenso können sich vermehrt unerwünschte Wirkungen ergeben, wenn Salbutamol zeitgleich mit Digitalisglykosiden oder Chinidin verabreicht wird. Digitalisglykoside sind pflanzliche Wirkstoffe, die bei der Behandlung von bspw. Herzinsuffizienzen Anwendung finden. Chinidin hingegen findet Verwendung bei der Behandlung von Herzrhythmusstörungen.
  • Andere Substanzen, die sympathomimetische Effekte ohnehin verstärken, können bei gleichzeitiger Einnahme von Salbutamol die Herz-Kreislauf-Regulation beeinflussen. Zu diesen Substanzen zählen etwa L-Thyroxin, Oxytocin, L-Dopa oder Alkohol.
  • Kombiniert man Salbutamol mit sogenannten Mutterkornalkaloiden, können sich Veränderungen an unserer Gefäßmotorik ergeben. Diese können sich dann sowohl erweitern als auch zusammenziehen. Oft ist ihre gegenseitige Beeinflussung nur schwer absehbar. Mutterkornalkaloide werden teilweise als Zusatz in Arzneimitteln verwendet und finden Anwendung bei verschiedensten Krankheiten, etwa Morbus Parkinson, Migräne, Cluster-Kopfschmerzen, Demenz oder Bluthochdruck.
  • Werden Salbutamol und MAO-Hemmer, trizyklische Antidepressiva oder Digoxin miteinander kombiniert, können sich verstärkte Wirkungen auf das Herz-Kreislauf-System ergeben.
  • Der in der Chemotherapie verwendete Wirkstoff Procarbazin kann in Kombination mit Salbutamol zu erhöhtem Blutdruck führen.
  • Wird Salbutamol gleichzeitig mit bestimmten Narkose-Medikamenten gegeben – dazu zählen hier Halothan, Methoxyfluran und Endofluran –, können sich schwere Herzrhythmusstörungen sowie eine Senkung des Blutdrucks ergeben.

Gibt es bei der Anwendung von Salbutamol noch weitere Vorsichtsmaßnahmen?

Die gibt es tatsächlich. Denn einige Erkrankungen oder Umstände erfordern besondere Vorsicht, wenn Salbutamol gegeben werden soll. Die folgenden Umstände mahnen zur Vorsicht:

  • Überempfindlichkeit gegen weitere Substanzen aus der Gruppe der Sympathomimetika
  • schwere Herzerkrankungen, vor allem eine koronare Herzkrankheit, ein frischer Herzinfarkt, die Herzmuskelerkrankung hypertrophe obstruktive Kardiomyopathie sowie tachykarde Herzrhythmusstörung (die Herzfrequenz ist zu schnell)
  • starker und nicht behandelter Bluthochdruck
  • Behandlung mit Herzglykosiden
  • Aneurysmen, also krankhafte Aufweitungen von Gefäßwänden
  • Schilddrüsenüberfunktion oder die damit zusammenhängende Stoffwechselentgleisung Thyreotoxikose
  • Zuckerkrankheit (sog. ‚Diabetes mellitus‘), die sich nur schwer unter Kontrolle bringen lässt
  • Phäochromozytom, eine Erkrankung von Zellen im Nebennierenmark

Können Schwangere das Medikament verwenden?

Viele Medikamente können sich während der Schwangerschaft zusätzlich schädigend auf den Organismus bzw. vor allem das Ungeborene auswirken. Bei Salbutamol wurde diesbezüglich in Experimenten vor allem ein wehenhemmender Effekt beobachtet. Wird der Wirkstoff inhalativ angewendet, kann es also dazu kommen, dass die Wehen gehemmt werden. Medizinisch kann diese Möglichkeit nicht ausgeschlossen werden, auch wenn sie als äußerst unwahrscheinlich gilt. Es wird dazu geraten, Salbutamol nur mit Vorsicht anzuwenden, besonders im ersten Schwangerschaftsdrittel und am Ende der Schwangerschaft. Diese Wirkung erlaubt den Einsatz des Medikaments aber nicht zur Behandlung vorzeitiger Wehen.

Überdies hat man in tierexperimentellen Studien herausfinden können, dass Salbutamol – in sehr hohen Dosen – reproduktionstoxisch sein kann. Mit diesem Begriff bezeichnet man Stoffe, die unsere Fähigkeit zur Fortpflanzung beeinträchtigen oder Fehlbildungen bei unseren Nachkommen hervorrufen. Bisher hat man diesbezüglich keine Informationen zum potenziellen Risiko für den Menschen.

In der Stillzeit sollte der Gebrauch von Salbutamol erst dann erfolgen, wenn das Risiko gegen den entsprechenden Nutzen abgewogen wurde, denn Salbutamol geht in die Muttermilch über.

Salbutamol im Leistungssport

In Kürze: Salbutamol wirkt atmungsfördernd und anabol, fördert also den Aufbau körpereigener Substanzen oder Gewebe, bspw. Muskeln, und ist daher im Leistungssport verboten. Es wird dort als Doping-Mittel gehandhabt.

Aber: Auch wenn der Wirkstoff auf der Doping-Liste steht, darf er bei Einhaltung bestimmter Grenzwerte zum Einsatz kommen, wenn zusätzliche eine ärztliche Erklärung eingereicht wird. In Studien wurden diesbezüglich auch Tests mit nicht-asthmatischen Sportlern durchgeführt. Diese bekamen ein Placebo, 200, 400 oder 800 mg Salbutamol zum Inhalieren und mussten 15 Minuten danach ein 20-Kilometer-Zeitfahren absolvieren. Die Dosis hatte im Ergebnis keinen Effekt auf die durchschnittliche Leistung, die Herzfrequenz oder die absolvierte Zeit. Letztendlich hatte das Inhalationsspray also keinen Einfluss auf die Leistung nicht-asthmatischer Sportler.

Jüngst stand der vierfache Tour-de-France-Sieger Chris Froome unter Doping-Verdacht. Froome ist Asthmatiker und erklärte, sich streng an die Regeln zu halten, um die Grenzwerte des Wirkstoffs im Urin nicht zu überschreiten. Seine Teamleitung verwies in diesem Zusammenhang auf mögliche Wechselwirkungen des Wirkstoffs mit anderen Medikamenten und Lebensmitteln. Froome wurde trotz des positiven Tests letztlich freigesprochen.

Aktuelle Forschung – Salbutamol zur Behandlung von Parkinson

Weiter oben wurde bereits erwähnt, dass es sich bei Salbutamol um einen sogenannten Beta-2-Adrenozeptor-Agonisten handelt. Wirkstoffe dieser Gruppe erregten jüngst Aufmerksamkeit, als Forscher der Harvard Medical School herausfanden, dass diese einen entscheiden Beitrag zur Behandlung der Parkinson-Krankheit, bei der wir fortschreitend Nervenzellen verlieren, leisten können. Die Ergebnisse der Untersuchungen wurden in der Fachzeitschrift Science veröffentlicht.

Studienleiter Clemens Scherzer unternahm mit seinem Team sowohl pharmakologische als auch molekularbiologische Untersuchungen und kombinierte diese mit einer breit angelegten epidemiologischen Studie. Anlass war die Frage, ob das krankheitsauslösende Protein SNCA (Alpha-Synuklein) bereits auf genetischer Ebene angegangen werden kann. Dieses Protein gilt gemeinhin als wesentliche Ursache der Parkinson-Krankheit.

Für ihre Zwecke nutzten die Forscher ganze 1.126 Substanzen zu Testzwecken. Dabei ergab sich, dass Beta-2-Adrenozeptor-Agonisten wie Salbutamol die Transkription von SNCA deutlich senkten. Die Transkription ist der erste Schritt der Proteinbiosynthese, bei dem Erbinformationen umgeschrieben werden. In Tests mit Mäusen haben die Forscher außerdem herausfinden können, dass SNCA weniger gebildet wird, wenn Beta-2-Adrenozeptor-Agonisten wirken.

Ergebnisse müssen weiter untersucht werden, Anwendung in der Parkinson-Therapie ist aber denkbar

Letztlich stellte sich vor allem noch die Frage, inwiefern sich die Erkenntnisse auf den Menschen übertragen lassen. Hier kommt der epidemiologische Aspekt der Untersuchung ins Spiel. Mithilfe einer Datenbank konnten die Forscher circa 300.000 Patienten ausmachen, die Salbutamol angewendet haben. Es zeigte sich, dass das Erkrankungsrisiko für Parkinson bei diesen Personen nach elf Jahren um 33 Prozent verringert war.

Der tatsächliche Nutzen dieser Ergebnisse muss noch in weiteren Studien untersucht werden. Aber die Erkenntnisse bergen die Möglichkeit, Parkinson früher als bisher zu behandeln.

Quelle: Clemens R. Scherzer et al. (2017): β2-Adrenoreceptor is a regulator of the α-synuclein gene driving risk of Parkinson’s disease. In: Science 357/6354, S. 891–898.

Häufige Patientenfragen

Was passiert bei einer Überdosis Salbutamol?

Dr. Dr. T. Weigl
Eine Überdosierung des Wirkstoffs kann die weiter oben geführten Nebenwirkungen schneller sowie verstärkt hervorrufen. Typischerweise kann es zu

kommen. Außerdem kann sich ein Kaliummangel ergeben. Wenn Sie eine Überdosis Salbutamol erleiden, wird der Arzt mehrere Behandlungsweisen in Betracht ziehen. Allerdings ist diesen gemein, dass sie rein symptomatisch, also beschwerdeorientiert, sind. Wenn Salbutamol bspw. in Tablettenform genommen wird, kann der Magen ausgepumpt werden. Gegen die Herzprobleme kommen möglicherweise Betablocker zum Einsatz und bei stark erniedrigtem Blutdruck kommen sogenannte Plasmaersatzmittel zum Einsatz, also Infusionen zum Ausgleich verlorengegangener Körperflüssigkeit. Da ein Kaliummangel entstehen kann, wird auch der Elektrolythaushalt nach einer Überdosis streng überwacht.

Kann ich noch Auto fahren, wenn ich Salbutamol verwende?

Dr. Dr. T. Weigl
Es liegen keine Studien vor, die den Effekt von Salbutamol auf das Führen eines Fahrzeugs oder das Bedienen von Maschinen untersucht haben. Generell kommt es bei vielen Personen zu unterschiedlichen Reaktionen, vor allem wenn die Dosis entsprechend erhöht ist. Dadurch kann es dazu kommen, dass Sie nicht mehr aktiv am Straßenverkehr teilnehmen sollten. Besondere Vorsicht sollten Sie bei Behandlungsbeginn sowie bei der Kombination von Salbutamol mit Alkohol und diversen Beruhigungsmitteln walten lassen. Sprechen Sie im Zweifel mit Ihrem behandelnden Arzt.

Salbutamol ist ein Beta-2-Sympathomimetikum und stimuliert die Aktivität des Sympathikus – aber was ist das überhaupt?

Dr. Dr. T. Weigl
Der Sympathikus ist ein Teil unseres vegetativen Nervensystems – das ist das System, das wir nicht direkt willentlich beeinflussen können. Es steuert bspw. die Atmung oder den Stoffwechsel. Dieses vegetative Nervensystem wird funktionell unterteilt in ein sympathisches, ein parasympathisches und in ein enterisches Nervensystem. Sympathikus und Parasympathikus bilden hier sozusagen Gegenspieler. Der Sympathikus veranlasst uns zu Leistung und funktioniert aktivitätssteigernd. Er erhöht in Situationen, die eine entsprechende Leistungsbereitschaft erfordern, unsere Herz- und Atemfrequenz, sorgt für eine besser durchblutete Muskulatur und kurbelt die Schweißbildung an. Kurz gesagt: In Stresssituationen dominiert der Sympathikus.

In ebensolchen Situationen können bestimmte Umstände dafür sorgen, dass der Sympathikus mit der Arbeit beginnt. Dazu gehören u. a. bestimmte Emotionen, ein Abfall des Blutdrucks, Unterzuckerung, Schmerzen oder auch Medikamente. Mehr Informationen zum Sympathikus gibt es in unserem umfassenden Artikel „Sympathikus – Kampf und Flucht – Der anregende Teil des vegetativen Nervensystems“.

Was ist Asthma bronchiale?

Dr. Dr. T. Weigl
Hierbei handelt es sich um eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Bronchien, die sich vor allem in Anfällen äußert. Man geht davon aus, dass etwa 10–15 Prozent aller Erwachsenen in Deutschland an dieser Erkrankung leiden. Zwar ist Asthma bronchiale bis heute nicht heilbar. Die Therapieansätze und die Untersuchungen zur Verbesserung der Behandlung sind aber vielfältig.

Mehr über die häufige Erkrankung der Bronchien erfahren Sie in unserem Artikel „Asthma bronchiale – Atemnot, Husten und pfeifende Atemgeräusche“. Darin setzen wir uns im Detail mit den Ursachen, Risikofaktoren, Beschwerden usw. auseinander.

Was ist COPD?

Dr. Dr. T. Weigl
Der Begriff COPD ist die Kurzform für die international als chronic obstructive pulmonary disease bekannte Lungenerkrankung. Bei dieser Erkrankung sind die Atemwege verengt. Der größte Risikofaktor ist das Tabakrauchen. Die Erkrankung nimmt hierzulande mittlerweile extreme Ausmaße an. 2011 sind mehr als 25.000 Menschen an dieser Erkrankung gestorben, 25 Prozent mehr als noch 2005. Schätzungen zufolge sind deutschlandweit bis zu 12 Prozent der über 40-Jährigen betroffen – mehr als die an Asthma, Lungenentzündung und Lungenkrebs Erkrankten zusammengenommen. Prognosen sehen eine Zahl von 8 Millionen Erkrankten im Jahr 2050 vorher. Die Erkrankung ist nicht heilbar und verkürzt die Lebenserwartung im Durchschnitt um 5–7 Jahre. Mit einer geeigneten Behandlung kann diese Prognose aber bisweilen deutlich verbessert werden.

Typisches Patientenbeispiel

„Lauf, Lukas!“, schreit seine Mutter Angelika beinahe vom Spielfeldrand. Ihr Sohn hat gerade einen guten Steilpass in den Lauf bekommen und sieht sich nur noch einem Verteidiger gegenüber. Sie hat schon öfter gesehen, wie ihr Junge Gegner im
1 gegen 1 hat stehen lassen, daher rechnet sie hier mit einem sauberen Abschluss. Aber irgendwas stimmt da nicht. Der Ball rollt vor Lukas davon, er geht in die Knie und fasst sich an die Brust. Der Schiri pfeift und während sich Angelika spurtend ihrem Sohn nähert, hört sie diese pfeifenden Geräusche und sieht, dass ihr Sohn Probleme beim Atmen hat…

Lukas wurde direkt ins Krankenhaus gebracht. Während er untersucht wurde, hat Angelika alle möglichen Fragen beantworten müssen. Liegt Asthma in der Familie? Ist Lukas Allergiker? Auf beide und weitere Fragen konnte Angelika eigentlich nur mit einem sorgenvollen „Ich weiß nicht …“ antworten. Aber der Arzt, mit dem sie gesprochen hat, meinte, sie müsse sich nicht zu sehr sorgen. Oft ist es so, dass Asthma im Kindesalter auftritt und später sogar verschwindet. Aber die Behandlung sieht vor, dass Lukas jetzt immer einen Inhalator griffbereit hat. Angelika wird gebeten, sich jetzt zu ihrem Sohn zu begeben und nimmt ihren kleinen Fussballer in den Arm, der schon wieder lächelt. Gemeinsam werden sie in den Gebrauch des Inhalators eingewiesen und vor allem Lukas ist froh, dass er weiterhin für seinen Klub stürmen kann! Auch wenn seine Mutter ihn jetzt vielleicht nicht mehr so stürmisch anfeuern wird …

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Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt. Autoren: Dr. Dr. Tobias Weigl, Tobias Möller
Redaktion: Sebastian Mittelberg
Veröffentlicht am: 30.07.2019, zuletzt aktualisiert: 21.08.2019

Quellen

  • Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e. V.: COPD. In: lungenaerzte-im-netz.de.
  • dpa/Ärztezeitung (2017): Chris Froome – Therapie oder Doping? In: aerztezeitung.de.
  • gelbe-liste.de: Salbutamol.
  • n-tv.de; tsi/dpa (2019): Saubere Tour de France? Mafiöse Doping-Szene schützt Radstars. In: n-tv.de.
  • ratiopharm.de (2017): Gebrauchsinformation: Information für Anwender –Salbutamol-ratiopharm® N Dosieraerosol.
  • ratiopharm.de (2017): Fachinformation Salbutamol-ratiopharm® N Dosieraerosol.
  • run/Ärztezeitung (2017): Neuer Therapieeinsatz im Fokus – Per Asthmaspray das Parkinsonrisiko mindern. In: aerztezeitung.de.
  • Clemens R. Scherzer u. a. (2017): β2-Adrenoreceptor is a regulator of the α-synuclein gene driving risk of Parkinson’s disease. In: Science 357/6354, S. 891–898.
  • Benjamin Sporer u. a. (2008): Dose Response of Inhaled Salbutamol on Exercise Performance and Urine Concentrations. In: Medicine & Science in Sports & Exercise 40/1, S. 149–157.
[Gesamt:1    Durchschnitt: 5/5]

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