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CBD-Öl – Wie wirken Cannabidiole und wem helfen sie?

Auf einen Blick – CBD und CBD-Öl

Was ist CBD-Öl?

  • pflanzliches Cannabidiol-Öl
  • Wirkstoff aus der weiblichen Hanfpflanze gewonnen

Wie wirkt CBD-Öl (möglicherweise?) (Auszug)

  • entzündungshemmend
  • schmerzlindernd und beruhigend
  • krampflösend

Bei welchen Erkrankungen wird CBD-Öl eingesetzt? (Auszug)

Aufgrund seiner vielseitigen Wirkungsweise wird Cannabidiol-Öl (CBD-Öl) immer häufiger hinsichtlich seines Nutzens bei verschiedenen Erkrankungen untersucht. Befürworter*innen des aus der Hanfpflanze gewonnenen Medikaments sehen eine Wirkung bei chronischen Schmerzen, Angststörungen, Epilepsie, Entzündungen, Herzerkrankungen bis hin zu Kopfschmerzen. Grundsätzlich gibt es aber wenig Beweise für die Wirkungsweise im Falle dieser Erkrankungen und Symptome. CBD-Öl hilft nachgewiesen bei Spastiken, hervorgerufen von Multipler Sklerose sowie weiteren neurologischen Erkrankungen. Was CBD-Öl eigentlich genau ist, bei welchen Krankheiten es noch wirken soll und wie Sie das Öl einnehmen sollten, klären wir im nachfolgenden Artikel.

Was ist CBD?

Wichtig für Sie zu wissen ist, dass CBD-Öl zunächst einmal ein Sammelbegriff ist, meist aber eine Mischung aus Cannabidiol (CBD) und einem Trägeröl gemeint ist. Cannabidiol ist einer von vielen Inhaltsstoffen der weiblichen Hanfpflanze, ein typisches Trägeröl ist das aus den Samen der Hanfpflanze gewonnene Hanföl. CBD kommt in Faserhanf im oberen Teil und in den Blüten vor: Die tatsächliche Konzentration von CBD in der Pflanze hängt von der Pflanzensorte ab und liegt zwischen 0,2 und 2 Prozent. In speziellen Zuchtsorten ist die Menge an Cannabidiol wesentlich höher und übersteigt zum Teil die Menge von THC (sog. ‚Tetrahydrocannabinol’). Normalerweise findet sich in den meisten Pflanzen mehr THC als CBD. Insgesamt weist die Hanfpflanze über 80 verschiedene Cannabinoide auf. Die wichtigsten sind

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  • Tetrahydrocannabinol, kurz THC,
  • Cannabidiol, kurz CBD, und
  • Cannabinol, kurz CBN.

Sie alle liegen in der Pflanze als Carbonsäure vor. Cannabidiol gehört zur chemischen Stoffklasse der Phenole. Phenole reagieren chemisch mit Wasser und werden dann zu einer sauren Lösung CBD hemmt die Wirkung von THC. Anders als beispielsweise THC ruft Cannabidiol keine psychische Wirkung. CBD wirkt auf andere Weise in unserem Körper.

Wie wirkt CBD?

Bisher ist in der Forschung noch nicht ausreichend geklärt, wie CBD konkret in unserem Körper wirkt. Gesichert ist, dass Cannabidiol an einigen Wirkprozessen im Körper beteiligt ist. So reagiert die Substanz mit verschiedenen Rezeptoren – also Zellbestandteilen, die auf bestimmte Reize reagieren und Signale weiterleiten:

  • CBD interagiert mit dem CB1-Rezeptor, welcher – wenn THC involviert ist – für die Steigerung des Appetits und für die psychischen Effekte von THC zuständig ist. CBD hemmt also demnach die Wirkung von THC an diesem Mechanismus.
  • Auf der anderen Seite aktiviert CBD den CB1-Rezeptor dahingehend, dass dieser die Entspannung der Blutgefäße aktiviert.
  • Durch die Interaktion mit dem Vanilloid-Rezeptor Typ 1 hemmt CBD Schmerzen.
  • Durch die Interaktion mit dem Vanilloid-Rezeptor Typ 2 kann CBD die Vermehrung von Hirmtumorzellen (sog. ‚Gliom-Zellen‘) hemmen. Es kommt zu einer Zellzerstörung, die der Mediziner Autophagie nennt.
  • CBD ist am Abbau von körpereigenen Cannabinoiden beteiligt. Forscher haben in Studien einen Zusammenhang mit Schizophrenie gefunden.
  • Durch die Aktivierung verschiedener Rezeptoren, so gehen Forscher derzeit aus, können Schmerzreize unterdrückt werden. So kann durch die Aktivierung des Glycin-Rezeptors sogar chronischer Schmerz vorgebeugt werden.
  • Schließlich kann CBD allein durch seine Konzentration andere Substanzen an den Rezeptoren verdrängen. Durch die Kopplung an den 5-HT1A-Rezeptor, welcher zur Gruppe der Serotonin-Rezeptoren gehört, kann CBD angstlösend wirken.

Zusammengefasst besitzt CBD-Öl also wohl folgende Wirkungen:

  • verstärkte schmerzlindernde Wirkung in Kombination mit THC
  • beruhigend (sog. ‚sedativ’)
  • entzündungshemmend
  • antiepileptisch
  • angstlösend
  • antipsychotisch
  • senkt den Augeninnendruck

Bei welchen Erkrankungen wird CBD-Öl angewendet?

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinproduktion empfiehlt die Anwendung von CBD-Öl bei folgenden Erkrankungen, es handelt sich v. a. um Formen der Epilepsie:

  • Dravet-Syndrom: Die nach der französischen Kinderepileptologin Charlotte Dravet benannte Krankheit ist eine Form der frühkindlichen Epilepsie. Ursache ist ein verändertes Schaltverhalten im Gehirn, welches epileptische Anfälle zur Folge hat. Bereits im 1. Lebensjahr kann das Dravet-Symptom auftreten, es kommt zu unilaterlanen, motorischen Krampfanfällen. Konkrete Auslöser ist eine erhöhte Körpertemperatur. Je älter das Kind, desto größer und weitreichender sind die Anfälle. Es kann schlimmstenfalls zu Störungen der Gehirnentwicklung und der Psychomotorik kommen.
  • Lennox-Gastaut-Syndrom: Auch das Lennox-Gastaut-Syndrom (LGS) ist eine Form der frühkindlichen Epilepsie. Betroffene sind zwischen zwei und sieben Jahre alt. Die Symptome sind uneinheitlich und nicht generalisierbar, allerdings mit einer hohen Anfallsquote, teilweise mehrmals täglich und im Schlaf. Langfristige Folgen sind hirnorganische Entwicklungsstörungen. Leider ist die Erkrankung therapieresistent, das bedeutet, dass das LGS nur schwer mit Antiepileptika behandelbar ist.
  • Multiple Sklerose: Multiple Sklerose, oder in kurz, MS, ist eine schwerwiegende Erkrankung des zentralen Nervensystems. Dieses ist chronisch entzündet und es kommt durch Entzündungsherde (sog. ‚Läsionen’) zu Zerstörung der Nerven. Die Symptome sind heterogen, die Medizin unterscheidet eine Reihe von Hinweisen wie Sensibilitätsstörungen, chronische Erschöpfbarkeit und Sehnervenentzündungen. Die Krankheit ist nicht heilbar. MS-Betroffene erleben teilweise eine enorme Einschränkung ihres Alltages durch die Erkrankung.

Neben den bereits genannten Erkrankungen kursieren Berichte darüber, dass CBD-Öl auch gegen viele andere Krankheiten helfen soll. Gerade als Kopfschmerzmittel und Helfer bei einer Migräne soll CBD-Öl aufgrund seiner entzündungshemmenden und schmerzlindernden Eigenschaften zum Tragen kommen. Allerdings fehlen hier zu Studien, die diese Wirkung eindeutig belegen.
CBD-Öl soll neben Kopfschmerzen und Migräne auch bei weiteren Krankheiten hilfreich sein. Dazu gehören:

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  • Angststörungen
  • Arthritis
  • chronische Schmerzen
  • Entzündungen
  • Herzerkrankungen
  • posttraumatische Belastungsstörung
  • neurologische Störungen

Auch bei diesen Krankheiten ist letztendlich nicht klar, ob Arzneien, die auf Cannabidiol basiert, tatsächlich eine therapeutische Wirkung haben. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat dazu im November 2017 verlauten lassen, dass sie die Nutzung von CBD-Öl zu medizinischen Zwecken nicht empfehlen würden.

CBD-Öl kann für verschiedene Erkrankungen nützlich sein, oft fehlt es aber noch an ausreichender Forschung.
— Dr. Dr. Tobias Weigl

Gibt es Neben- und Wechselwirkung bei CBD-Öl?

Wie bei vielen Medikamenten und Wirkstoffen müssen Sie auch bei CBD mögliche Neben- und Wechselwirkungen beachten. So kann es zu Wechselwirkungen kommen bei folgenden Arzneigruppen kommen:

  • Antibiotika, die den Cannabidiolspiegel senken, wie Rifampicin
  • Antikonvulsiva, die den Cannabidiolspiegel senken, wie Phenytoin, Phenobarbital und Carbamazepin
  • Antimyotika, die den Cannabidiolspiegel erhöhen, wie beispielsweise Clotrimazol, Ketocenazol oder Itraconazol
  • Lebensmittel, die den Cannabidiolspiegel senken, wie Johanniskraut. Dazu gehören auch entsprechende Arzneien
  • Makrolide, die den Cannabidiolspiegel erhöhen, wie Clarithromycin

Es ist bisher nicht sicher, inwiefern CBD-Medikamente Nebenwirkungen mit sich bringen. Entsprechende Studien haben noch kein vollständiges Bild liefern können. Laut einiger weniger Studien, die im Zusammenhang mit Epilepsie und psychische Krankheiten laufen, klagen Studienteilnehmer*innen über folgende Nebenwirkungen:

Wie sollte ich CBD-Öl einnehmen?

Grundsätzlich gibt es keine allgemeingültige Dosierung von CBD-Öl und hängt von der individuellen Situation ab. In Studien werden z. B. Tagesdosierungen zwischen 20–1.500 mg verwendet. Vor der Anwendung sollten Sie daher mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin die passende Dosierung besprechen. Die Kosten liegen ungefähr zwischen 25–130 €, je nach Anbieter und Konzentration des Öls.

Zu Beginn wird häufig empfohlen, dass Sie 3 x täglich einen Tropfen direkt unter Ihre Zunge träufeln. Dort soll es ca. für eine Minute von den Mundschleimhäuten aufgenommen werden und kann danach heruntergeschluckt werden. Falls Ihnen der Geschmack nicht zusagt, kann das Öl gut mit fettigen Lebensmitteln wie z. B. Milch, Käse oder Nüssen kombiniert werden. Je nach individueller Situation soll die Wirkung der Tropfen nach ungefähr 30 Minuten einsetzen.

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Aktuelle Forschung – Hilft CBD bei Stress und Angstzuständen?
In einer randomisiert-kontrollierten Studie wurde untersucht, ob CBD tatsächlich wirksam bei Stress- und Angstzuständen ist und diese Wirkungen kein bloßer Placeboeffekt sind. An der Studie nahmen 43 gesunde Erwachsene an experimentellen Laborsitzungen teil. Bei der ersten Sitzung erhielten sie Hanfsamenöl ohne CBD, den Teilnehmer*innen wurde aber mitgeteilt, dass CBD enthalten sei. In einer weiteren Sitzung erhielten sie umgekehrt Hanfsamenöl mit CBD, obwohl angeblich keines enthalten gewesen sein soll. Nachdem die Proband*innen den jeweiligen Stoff erhielten, wurde ein sog. Acute Stress Test bei ihnen durchgeführt. Mit diesem Test sollen die Stressreaktionen bei Menschen gemessen werden. Dabei wurde u. a. die Herzfrequenz und ihre Schwankungen protokolliert. Der Test wurde zu verschiedenen Zeitpunkt nach der Ölverabreichung durchgeführt.

Nach der Auswertung dieser Daten kommen die Forscher*innen zu dem Ergebnis, dass zumindest bei den Teilnehmer*innen, die dachten, CBD-Öl zu erhalten, von subjektiven Verbesserungen v. a. bei Angstzuständen berichtet haben. Die Studienautor*innen mahnen deshalb an, dass der Placeboeffekt in klinischen Situationen unbedingt mitgedacht und kontrolliert werden müsse.

Quelle: Toni C. Spinella et al. (2021): Evaluating cannabidiol (CBD) expectancy effects on acute stress and anxiety in healthy adults: a randomized crossover study, in: Psychopharmacology 238/7, S. 1965–1977.

Häufige Patientenfragen

Ist CBD-Öl ein Arzneimittel?

Dr. Dr. T. Weigl
Nein, bisher ist CBD-Öl nicht als Arzneimittel zugelassen und unterliegt daher nicht den Vorschriften der Arzneimittelgesetze der EU und Deutschlands.

Übernehmen Krankenkassen die Behandlung mit CBD?

Dr. Dr. T. Weigl
Grundsätzlich übernehmen Versicherungsträger nicht die Kosten, die bei einer Cannabidoil-basierten Behandlung entstehen. Seit März 2017 dürfen Ärzt*innen Cannabis aber als Medizin verordnen, zumindest bei schwerkranken Patient*innen. Die Krankenkassen lassen die ärztliche Verordnung zunächst zu den Medizinischen Dienst der Krankenkassen prüfen, bei einer Bewilligung werden die Kosten übernommen. Darüber hinaus müssen Sie als Patient*in zustimmen, dass Sie begleitend an einer Begleitstudie teilnehmen: Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte sammelt anonymisiert Daten wie Alter, Geschlecht und Diagnose, die Gründe für die Verordnung u. e. a. m., um mehr über die Wirksamkeit von medizinischem Cannabis zu erfahren.

Gibt es Cannabidiol auch in anderer Form als Öl?

Dr. Dr. T. Weigl
Es gibt Sprays, die Sie im Mund anwenden können. Das bekannteste Spray ist das Fertigarzneimittel Sativex®, was eine Fertigarznei ist. Es enthält neben Cannabidiol allerdings auch THC, weswegen es unter das Betäubungsmittelgesetz fällt. Das Spray wird bei Menschen eingesetzt, die von mittelschweren bis schweren Spastiken – hervorgerufen durch Multiple Sklerose – betroffen sind.

Verwandte Themen

Haben Sie schon CBD-Öl benutzt? Wie ist Ihnen damit ergangen, hatten Sie Nebenwirkungen? Haben Sie Fragen zum Thema? Nutzen Sie unsere Kommentarfunktion unten für den Austausch untereinander und mit uns!

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Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt.

Autor: Dr. Dr. Tobias Weigl
Veröffentlicht am: 19.10.2022

Quellen

  • Helga Blasius (2018): Cannabidiol-Produkte bald in der Apotheken-Freiwahl? In: Deutsche Apothekerzeitung. Artikel vom 10.4.2018.
  • Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (2016): Cannabidiol. Sachverständigen-Ausschuss für Verschreibungspflicht vom 19.01.2016.
  • Deutsches Ärzteblatt (2018): Cannabinoid verbessert die Überlebensrate von Mäusen mit Bauchspeicheldrüsenkrebs.
  • Deutsches Ärzteblatt (2017): Wenig Evidenz für die Wirksamkeit von Cannabinoiden in der Schmerz- und Palliativmedizin.
  • Franjo Grotenhermen et al. (2015): Cannabidiol. CBD. Ein cannabishaltiges Compendium. Inklusive veganer Back- und Kochrezepte. Nachschatten-Verlag, Solothurn.
  • Franjo Grotenhermen (2017): CBD. Ein Cannabinoid mit Potenzial. Nachtschatten Smart Books, Solothurn.
  • Kerstin Iffland et al. (2017): An Update on Safety and Side Effetcs of Cannabidio: A Review of Clinical Data and Relevant Animal Studies. In: Cannabis Cannabinoid Research 2/1.
  • M. Falasca et al (2018): GPR55 signalling promotes proliferation of pancreatic cancer cells and tumooir growth in mice, and its inhibition increases effects of gemcitabine. In: Oncogene 37.
  • WHO (2017): Cannabidiol (compound of cannabis).
  • Mathias Tertilt (2022): Was ist CBD-Öl – und was bringt es?, in: apotheken-umschau.de.
  • Raquel Linge et al. (2016): Cannabidiol induces rapid-acting antidepressant-like effects and enhances cortical 5-HT/glutamate neurotransmission: role of 5-HT1A receptors, in: Neuropharmacology 103, S. 16–26.
  • Simona Lattanzi et al. (2021): Highly Purified Cannabidiol for Epilepsy Treatment: A Systematic Review of Epileptic Conditions Beyond Dravet Syndrome and Lennox-Gastaut Syndrome, in: CNS Drugs 35/3, S. 265–281.
  • Toni C. Spinella et al. (2021): Evaluating cannabidiol (CBD) expectancy effects on acute stress and anxiety in healthy adults: a randomized crossover study, in: Psychopharmacology 238/7, S. 1965–1977.
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