Sign up with your email address to be the first to know about new products, VIP offers, blog features & more.

Johanniskraut: Pflanzliches Wundermittel gegen Depressionen? – Dosierung & Nebenwirkungen

Neben all den synthetischen Arzneien wirken Tabletten, die auf pflanzlicher Basis hergestellt werden, verlockend. Bereits vor hunderten Jahren wollen Mediziner einen Zusammenhang zwischen Johanniskraut und Depressionen bzw. schlechter Stimmung erkannt haben. Die Wirkung ist allerdings bis heute unter Medizinern und Apothekern umstritten.
— Dr. Tobias Weigl


Von Medizinern geprüft und nach besten wissenschaftlichen Standards verfasst

Dieser Text wurde gemäß medizinischer Fachliteratur, aktuellen Leitlinien und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

Quellen ansehen
Seelenkraut, Herthau, Hexenkraut – Johanniskraut ist im Volksmund unter vielen Namen bekannt. So lang wie die Namensliste ist auch die Aufzählung all der Dinge, gegen die die Pflanze mit den gelben Blüten helfen soll. Neben Hauterkrankungen, Unruhen (sog. Agitiertheit), Entzündungen in den Harnwegen, Schlafstörungen oder chronischen Spannungskopfschmerzen soll Johanniskraut besonders bei leichten und mittelschweren Depressionen helfen. Diese Idee entstand bereits in der Frühen Neuzeit. Die Forschung ist sich bis heute allerdings uneinig, ob das stimmt; verschiedene Studien sprechen weder eindeutig für diese These noch widerlegen sie sie vollständig. Zugelassen sind die Präparate auf Johanniskraut-Basis in Deutschland dennoch.
Die Arzneien enthalten die Stoffe Hyperizin und Hyperforin. Für die Herstellung der Medikamente werden beinahe alle Pflanzenteile verwendet. Allerdings sollten Sie bei der Einnahme von Johanniskraut-Präparaten aufpassen: Es kann zu Wechselwirkungen kommen, wenn Sie beispielsweise im selben Zeitraum Blutverdünner, Zytostatika oder die Antibabypille nehmen. Als einzige Nebenwirkung ist eine erhöhte Lichtempfindlichkeit bekannt. Die daraus resultierenden Entzündungen der Haut können sich zu einem Sonnenbrand entwickeln.
„Max, ich habe da was gelesen …“ Max’ Großmutter Elfriede rückt ihre Lesebrille zurecht und winkt ihn zu sich. Es ist Sonntagnachmittag und Max besucht seine Großeltern. „Schau, ich habe das heute Morgen in der Zeitung gelesen: Johanniskraut hilft gegen Depressionen. Dann musst du keine Tabletten mehr nehmen!“ Begeistert sieht sie ihn an. Es ist bereits ein Jahr her, dass bei Max eine wiederkehrende (sog. ‚rezidivierende‘) unipolare Depression diagnostiziert wurde. Seitdem gestaltet sich seine Therapie aus einer psychotherapeutischen Betreuung und einer Medikamentenindikation. Vor allem letzteres hat seine Großmutter erschüttert. „Ich weiß nicht, wenn das stimmt, hätte meine Ärztin das doch sicher erwähnt …“, erwidert Max auf den Vorschlag seiner Großmutter. „Aber schau doch, Johanniskraut wird auch Sonnenschein für die Seele genannt. Sowas brauchst du doch!“ Max verspricht seiner aufgeregten Großmutter, das zu recherchieren.

Was ist Johanniskraut?

Johanniskraut ist eine Krautpflanze, die in Europa, Westasien und Afrika zu finden ist. Johanniskraut ist gemeinhin auch als Hartheu bekannt; ihr wissenschaftlicher Name lautet Hypericum perforatum. Die Bezeichnung als Johanniskraut geht auf die christliche Figur Johannes’ des Täufers zurück. Um dessen Namenstag (24. Juni) herum beginnt die Blüte. Der Name bezieht sich auf diesen Umstand.
Johanniskraut wird in der Regel zwischen 20 bis 60 cm hoch. Seine Blätter sind klein, länglich und eiförmig. Sie wirken durchscheinend punktiert. In der Blütezeit – zwischen Mai und August – erkennt man Johanniskraut anhand seiner goldgelben, fünfblättrigen Blüten. Johanniskraut wächst bevorzugt auf trockenen Wiesen und am Waldrand. Insgesamt existieren 378 Arten.
Johanniskraut wirkt schmerzlindernd und beruhigend. Auch der Stoffwechsel wird dank Johanniskraut angeregt. Seine Wirkung entfaltet das Kraut allerdings erst nach einer regelmäßigen Einnahme über einen Zeitraum von zwei bis drei Wochen, maximal sechs Wochen.

Gut zu wissen!
Johanniskraut wird schon seit der Antike in verschiedenen Kontexten angewendet. Während Hippokrates (430 bis 377 v. Chr.) Johanniskraut bei Beschwerden der Lunge und für die Beschleunigung von Wundheilung einsetzte, sprach der griechische Arzt Dioskurides (um 50 n. Chr.) in seinem Hauptwerk „Materia media“ – einer berühmten Heilpflanzenlehre – davon, dass Johanniskraut gegen Ischiasbeschwerden, Blasenschwäche und Brandwunden helfe.
Zerrieb man im ausgehenden Mittelalter und der Frühen Neuzeit Johanniskraut, erhielt man roten Farbstoff. Dieser wurde als Mittel zur Hexenabwehr angewendet. Aufgrund dessen etablierte sich die Bezeichnung Hexen- oder Johannisblut. Neben einer mythischen Funktion setzten die Heilkundigen dieser Epochen das sogenannte Seelenkraut – die Bezeichnung wurde vom Dominikanermönch Albertus Magnus im 13. Jahrhundert geprägt – als blutstillendes und wundheilendes Mittel ein. Einen Zusammenhang zwischen Depressionen und Johanniskraut sah als Erster Paracelsus bereits im 16. Jahrhundert und bezeichnete es als „Sonnenschein für die Seele“.

Johanniskraut in der Medizin: Funktionsweise

Bereits seit Jahrhunderten wird Johanniskraut in der Humanmedizin eingesetzt. Auch in der heutigen Pharmaindustrie sind vor allem die Blüten und der darin enthaltene Farbstoff (sog. ‚Hyperizin’) von besonderer Relevanz. Aber auch Blüten, Knospen und Zweigspitzen werden verwendet. Hyperizin aktiviert sogenannte Zirbeldrüsen, die essentiell für die Bildung von Melatonin sind. Melatonin ist ein Schlafhormon, was beruhigend auf die Gehirnzellen wirkt. Neben Melatonin ist Hyperizin für die Ausschüttung weiterer Neurotransmitter wie Serotonin, Dopamin und Noradrenalin zuständig.

Achtung!
Medikamente, die Johanniskraut enthalten, wirken nicht sofort: Meist bemerken Sie die Wirkung erst nach mehreren Wochen.

Johanniskraut in der Medizin: Anwendung

Zu den gängigsten Anwendungsfeldern zählen:

Die Präparate enthalten 0,1 bis 0,3 Prozent Hyperizin, aber auch 0,2 bis 4 Prozent des Stoffs Hyperforin.

Neues aus der Forschung
Forscher der Klinik für Neurologie der Universität Magdeburg und des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) forschen an einem neuen Anwendungsfeld für Johanniskraut. So könnte die Pflanze bei der Behandlung von Alzheimer eingesetzt werden. Im Rahmen eines Mausmodells haben die Wissenschaftler festgestellt, dass die Extrakte im Johanniskraut das Alzheimer-Protein Beta-Amyloid um die Hälfte mindern können. Die Forscher haben zwei Prozesse ausmachen können: Zum einen aktiviert Johanniskraut Fresszellen, die das Beta-Amyloid ausschalten und zum anderen wird der Neurotransmitter ABCC1 aktiviert. Da Johanniskraut auch im Falle von Depressionen eingesetzt wird und diese vor allem bei älteren Patienten auftreten, erhoffen sich die Mediziner eine kombinierte antidementive und antidepressive Behandlung.

Aus: Jens Pahnke et al. (2013) : Reduced Alzheimer’s Disease Pathology by St. John’s Wort Treatment is Independet of Hyperforin and Fasciliated by ABCC1 and Microglia Activation in Mice. In: Current Alzheier Research 10/10, S. 1057–1069.

Achtung!
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) warnt vor gefährlichen Substanzen in Nahrungsergänzungsmitteln, die auf Pflanzen basieren. Die sog. ungesättigten Pyrrolizidinalkaloide (kurz: PA) kommen in der Natur in Pflanzen vor. Sie sollen sie vor Fressfeinden schützen. PA kann die menschliche Leber schädigen. Tierversuche haben gezeigt, dass PA erbgutverändernd und krebsauslösend ist. Beispiele für Präparate mit einem erhöhten PA-Wert sind Huflattich, Lungenkraut, Pestwurz und teilweise Johanniskraut. Allerdings geht man davon aus, dass das PA aus Verunreinigungen mit anderen Wildkräutern stammt, da Johanniskraut kein eigenes PA produziert.

Johanniskraut als Mittel gegen Depression

Erst seit einigen Jahren wird Johanniskraut als alternatives Antidepressivum im Kampf gegen Depressionen eingesetzt. Verschiedene Wirksamkeitsstudien der 1990er Jahre zeigen, dass Johanniskraut mit einer Tagesdosis eine ähnliche therapeutische Wirkung haben wie synthetische Antidepressiva. Die genaue Wirkweise ist in der medizinischen Forschung noch nicht hinreichend geklärt.
Auf dem Markt existieren Mittel in der Apotheke und Präparate, die frei zugänglich sind. Auch wenn weitere Forschungen hinsichtlich der Wirkweise ausstehen, ist die Pflanze als Arzneimittel in Deutschland zugelassen. Zumindest die Wirkweise bei schwächeren Depressionen gilt als belegt.
Ärzte empfehlen mittlerweile die Gabe von Johanniskrautpräparaten bei leichter bis mittelschwerer, unipolarer Depression. Nachweislich keine Wirkung hat Johanniskraut bei der Behandlung von schweren Depressionen. Anscheinend ist die Wirkweise in solchen Fällen noch schlechter als bei vergleichbaren Antidepressiva.

Exkurs: Depressionen
Depressionen gehören zu den häufigsten gesellschaftlichen Erkrankungen. Unter dem Begriff werden Episoden zusammengefasst. Betroffene leiden im Rahmen dieser Episoden an gedrückter Stimmung, Antriebslosigkeit und Minderwertigkeitsgefühlen. Hinzu kommen weitere körperliche Symptome. Die Erkrankung ist stark individuell geprägt und verläuft bei Betroffenen auf eigene Weise. Darüber hinaus existiert keine Kausalkette wie bei anderen Erkrankungen. Das macht diese Krankheit so vielschichtig. Je nach Symptomen ist der Alltag des Betroffenen stark eingeschränkt.
Die Medizin unterscheidet fünf Arten der Depression, die sich in der Länge und dem Rhythmus unterscheiden:

  • Unipolare Depression
  • Rezidivierende unipolare Depression
  • Bipolare Depression
  • Dysthymie
  • Winterdepression

Die Ursachen für eine Depression sind vielfältig. Die derzeitige Forschung geht von einem Zusammenspiel aus neurobiologischen und psychosozialen Faktoren aus. Bestimmte genetische Konstellationen und hormonelle Einflüsse begünstigen die Ausbildung einer Depression. Traumatische oder belastende Erlebnisse sind ebenfalls Auslöser einer depressiven Episode. Auch bestimmte Krankheitsbilder wie Demenzen, Morbus Parkinson oder Anämie sind Auslöser.

Mehr Informationen zu Depressionen in diesem Video
Was sind Depressionen? Ist schlechte Laune eine Art der Vorstufe? Und was haben die beiden mit chronischen Schmerzen zu tun? Wichtige Grundlagen und Wissenswertes zum Thema erklärt Dr. Tobias Weigl in folgendem TV-Interview.

Neues aus der Forschung
Eine Onlinebefragung zum Thema „Depressionsbehandlung in Deutschland 2018“ hat gezeigt, dass beinahe die Hälfte der befragten Patienten (43 Prozent) ein pflanzliches Antidepressivum bevorzugen würden. 35 Prozent ziehen synthetische Medikamente vor. Die Studie vergleicht die Patientenwünsche mit den Einschätzungen der Ärzte. Von den befragten Medizinern schätzen 55 Prozent Patienten so ein, dass sie eher synthetische Arzneien haben wollen würden – das Gegenteil ist der Fall.
Auf der anderen Seite beziehen nur 26 Prozent der Befragten tatsächlich pflanzliche Antidepressiva – und dass, obwohl 74 Prozent der befragten Ärzte Johanniskraut-Präparate als ideale Einstiegsarznei einschätzen!
Aus: DeBeNa-Monitor: Depressionsbehandlung in Deutschland 2018. Eine repräsentative Befragung im Auftrag der Bayer Vital GmbH. Juli 2018.

Worauf sollte ich achten?

Johanniskraut wird aufgrund seiner Wirkung gerne mal gegen Schmerzen oder zur Anregung des Stoffwechsels eingesetzt. Allerdings müssen Sie beachten, dass Johanniskraut Wechsel- und auch Nebenwirkungen aufweist. Diese können unter anderem die Wirkung anderer Medikamente stark einschränken. Besonders aufpassen sollten Sie, wenn Sie sich in folgenden Situationen befinden oder folgende Medikamente nehmen:

  • Organtransplantation
  • Medikamente, die den Aidswirkstoff Indinavir beinhalten
  • Blutverdünner wie Phenprocoumon
  • Zytostatika
  • Medikamente gegen Herz-Kreislauf-Krankheiten
  • Antibabypille

Das Hyperizin reagiert auf kurzwelliges Licht wie ultraviolette Sonnenstrahlen in Infra-Rot-Strahlung, also hauptsächlich Wärme. Wärme wird im Körper als Energie freigesetzt. Bei Menschen mit heller Haut kann es bei der Gabe von Johanniskraut zu Hautreizungen und -entzündungen kommen, wenn die betroffenen Menschen nach der Indikation längerer Sonnenbestrahlung ausgesetzt sind. Die Reizungen können sich zu einem Sonnenbrand entwickeln. Die erhöhte Lichtempfindlichkeit wird in der Medizin Photosensibilisierung genannt.

Haben Sie schon mal ein Mittel mit Johanniskraut genommen? Gegen welche dieser Erkrankungen oder Symptome versprachen Sie sich Linderung? (Mehrfachnennungen möglich)

Ist Johanniskraut für jeden geeignet?

Die Indikation von Präparaten, die auf Johanniskrautbasis sind, ist nicht für jeden sinnvoll. Zuallererst sollten Sie mit Ihrem behandelnden Arzt darüber sprechen, um Neben- und Wechselwirkungen auszuschließen. Sollten Sie eine Arznei nehmen, die mit Johanniskraut Wechselwirkungen auslöst, sollten Sie auf eine Indikation verzichten! Ähnliches gilt gesondert für Frauen, die schwanger sind oder stillen.

Faktenbox
Johanniskraut (sog. ‚Hypericum perforatum’)
Einsatz in der Medizin

Hilft unter anderem bei

  • Unruhe und Überregbarkeit
  • Schlafstörungen
  • Hautentzündungen und Neurodermitis
  • möglicherweise Depressionen

Wechselwirkungen (Auswahl)

  • Medikamente gegen Aids/HIV
  • Blutverdünner
  • Zytostatika
  • Antibabypille
  • Medikamente bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Nebenwirkungen
Erhöhte Lichtempfindlichkeit und Entzündungsgefahr (sog. ‚Photosensibilisierung’)

Unser Tipp

Johanniskraut ist als Extrakt bei einer Reihe von Symptomen und Erkrankungen hilfreich, bspw. gegen chronische Spannungskopfschmerzen, Schlafstörungen, Unruhe und Hautirritationen und -erkrankungen.
Sie können die Präparate sowohl in der Apotheke als auch in der Drogerie erhalten. Unser Tipp: Um Neben- und Wechselwirkungen auszuschließen, lassen Sie sich von Ihrem Apotheker hinsichtlich der Mittel beraten. Auch eine Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt ist zwingend notwendig.

Häufige Patientenfragen

Was bewirkt Hyperizin?

Dr. T. Weigl:
Hyperizin ist eine photosensibilisierende Substanz, welche rot ist und sich in den Blüten des Johanniskrauts befindet. Hyperizin gehört zu den Substanzen, die auch in den Medikamenten verarbeitet werden. Die konkrete Wirkweise von Johanniskraut ist noch nicht vollständig erschlossen. Gesichert ist, dass Hyperizin mehrere Neurotransmitter im Körper aktiviert. Dazu gehören Serotonin, Dopamin, Melatonin und Noradrenalin.

Exkurs: Neurotransmitter
Neurotransmitter sind die Kommunikationsmittel unseres Körpers. Über die Botenstoffe stehen unsere Nervenzellen miteinander im Kontakt. Für verschiedene Ziele und Wirkungen gibt es unterschiedliche Neurotransmitter. Beispiele für solche Neurotransmitter sind die durch Hyperizin aktivierten Monoamine:

  • Serotonin: Der Botenstoff Serotonin kommt überwiegend im Gehirn und im Darm vor und ist an verschiedenen Prozessen im Körper beteiligt. Serotonin sorgt für ein Schlaf- und Ruheempfinden, nimmt aber auch Einfluss auf das Essverhalten, die Libido, das Schmerzempfinden und die Gedächtnisleistung.
  • Noradrenalin: Gemeinsam mit Adrenalin bildet Noradrenalin die Gruppe der Hormone, die bei Flucht oder Angst hin ausgeschüttet werden. Werden sie aktiviert, beginnt Ihr Herz zu rasen, Ihre Gefäße verengen sich und Ihr Blutdruck steigt.
  • Dopamin: Dopamin gilt gemeinhin als „Glückshormon“: Es wird in für uns positiven Situationen ausgeschüttet. Es hat somit Einfluss auf unser psychisches Befinden. Darüber hinaus reguliert es auch die Magenverdauung.
  • Melatonin: Der Botenstoff Melatonin reguliert unseren Tag-Nacht-Rhythmus und wird beinahe nur nachts produziert. Melatonin wird im Gehirn hergestellt.

Wo kann ich Johanniskraut-Präparate erhalten?

Dr. T. Weigl:
Sie können Tabletten und Co., die Johanniskraut enthalten, sowohl im freien Handel – beispielsweise in der Drogerie – als auch in der Apotheke erhalten. Studien wie die Öko-Studie legen allerdings nahe, dass die in der Apotheke erhältlichen Arzneien deutlich wirksamer sind als die Pendants in den Drogerien. Einer früheren Studie zu Folge enthalten einige der Drogerie-Produkte kein echtes Johanniskraut, sondern eine ähnliche Sorte, die unter anderem in China angebaut wird. Am besten lassen Sie sich vor Ort von einem Apotheker beraten.

Max hat sich im Internet schlau gemacht und hat natürlich das Gespräch mit seiner Therapeutin gesucht, die ihm bestätigte, dass man Meldungen über das Wundermittel Johanniskraut mit Vorsicht genießen sollte. Da Max mit seinem bisherigen Antidepressivum gute Erfahrungen gemacht hat, entscheidet er sich, dabei zu bleiben. Seine Großmutter Elfriede war bei dem Gespräch mit seiner Therapeutin dabei. Beim Hinausgehen schüttelt sie den Kopf: „Dabei kam mir das so einleuchtend vor.“ Max beschwichtigt sie: „Danke trotzdem, dass Du geguckt hast, das ist sehr lieb von Dir, Oma!“ Elfriede nickt – und drückt ihrem Enkel liebevoll die Hand.

Verwandte Themen

 
Haben Sie Erfahrungen mit Johanniskraut gemacht? Oder haben Sie Fragen zum Thema? Nutzen Sie unsere Kommentarfunktion unten für den Austausch untereinander und mit uns!
 
Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt.

 
Autoren: Dr. Tobias Weigl und Andrea Lorenz
Redaktion: Sebastian Mittelberg
Veröffentlicht: 30.01.2019

Quellen

  • Andreas Alberst und Peter Mullen (2015): Psychoaktive Pflanzen, Pilze und Tiere. 3., überarbeitete Auflage. Kosmos Verlag, Stuttgart.
  • Julia Borsch (2018): Nur Johanniskraut aus der Apotheke kann überzeugen. In: Deutsche Apothekerzeitung. Artikel vom 26.1.2018.
  • Deutsches Ärzteblatt (2019): PHARMA. Kurz informiert. Artikel 116 (1-2):A 33.
  • Deutsches Ärzteblatt (2018): Pyrrolizidinalkaloide: Schlechte BfR-Bewertung für Nahrungsergänzungsmittel aus der Natur. Artikel vom 15. Juni 2018.
  • Deximed – Deutsche Experteninformation Medizin (2017) (Hg.): Behandlung von Depressionen.
  • Deximed – Deutsche Experteninformation Medizin (2016) (Hg.): Pflanzliche Heilmittel und Nahrungsergänzungsmittel bei Angst?
  • Volker Fintelmann und Rudolf Fritz Weiss (2009): Lehrbuch Phytotherapie, 12., überarbeitete Auflage. Hippokrates Verlag, Stuttgart.
  • Robert Kopf (2017): Pflanzenheilkunde, Heilpflanzen für die Gesundheit – Phytotherapie zur Linderung und Heilung Ihrer Beschwerden. Ein pflanzlicher und naturheilkundlicher Ratgeber. BookRix, München.
  • Dieter Kremp (2011): Herz-Jesu-Blut im Johanniskraut. Balsam für die Seele. Engelsdorfer Verlag Leipzig.
  • Martina Melzer (2016): Heilpflanzen-Lexikon: Johanniskraut. In: apotheken-umschau.de.
  • Hans Morschitzky (1998): Angststörungen. Diagnostik, Erklärungsmodelle, Therapie und Selbsthilfe bei krankhafter Angst. Springer-Verlag, Wien.
[Gesamt:8    Durchschnitt: 5/5]
1 Kommentar
  • Chiara Rüttgen
    11.03.2019 14:10

    Vielen Dank für diese Aufklärung zum Thema Johanniskraut! Ich suche schon seit Längerem nach phytotherapeutischen Mittel um meine Depressionen anzugehen. Da ich zum Glück nicht an schwerer Depression leide, sollte Johanniskraut laut ihren Erläuterungen für meinen Fall anwendbar sein. Ich werde jedoch nicht zuviel erwarten und die indizierten 3 Wochen abwarten, bevor ich mir ein Urteil über die Wirkung erlaube.

Was denkst Du?

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.