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Was macht ein Kardiologe? Medizin des Herzens und des Kreislaufs (Kardiologie)

„Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind in den westlichen Ländern die häufigste Todesursache. Dementsprechend ist die Kardiologie, die sich mit Krankheiten unseres Herz-Kreislauf-Systems befasst, ein wichtiges Fachgebiet. Normalerweise sind Kardiologen nicht die ersten Ansprechpartner, sondern Spezialisten, zu denen der Hausarzt überweist.“ — Dr. Tobias Weigl

Von Medizinern geprüft und nach besten wissenschaftlichen Standards verfasst

Dieser Text wurde gemäß medizinischer Fachliteratur, aktuellen Leitlinien und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

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Im Jahr 2016 waren Herz-Kreislauf-Erkrankungen laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) weltweit für schätzungsweise 18 Millionen Todesfälle verantwortlich. Somit sind rund ein Drittel aller Tode im Jahr 2016 auf die sog. kardiovaskulären Krankheiten zurückzuführen. Wegen dieser Situation ist der Fachbereich der Kardiologie in den letzten Jahrzehnten immer wichtiger geworden. Doch was ist überhaupt die Kardiologie und was macht ein Kardiologe? Im folgenden Artikel erfahren Sie, womit sich die Kardiologie befasst, was typische Krankheitsbilder sind und wie sie diagnostiziert werden.

„Sie leiden unter Bluthochdruck, Herr Reuter“, sagt Bernds Ärztin. „Wir haben ja bei Ihnen jetzt ein Langzeit-Blutdruckmessung gemacht und die Werte liegen regelmäßig über dem Grenzwert. Das müssen wir erstmal mit Blutdrucksenkern in den Griff bekommen.“ Bernd schaut etwas bedrückt hinein. Schließlich macht er ja regelmäßig Sport und unfassbar ungesund ernährt er sich seiner Meinung nach auch nicht. Nachdem seine Ärztin noch erklärt hat, welche Folgen Bluthochdruck haben kann – schlimmstenfalls etwa einen Herzinfarkt – schreibt sie ihm einige Namen von Kardiologen in der näheren Umgebung auf. „Der Kardiologe soll sich das auf jeden Fall nochmal näher ansehen“, sagt sie. Etwas ratlos fährt Bernd nach Hause und schaut nach, was überhaupt ein Kardiologe ist.

Was ist die Kardiologie?

Die Kardiologie ist die Lehre vom Herzen (griech. καρδίᾱ ‚kardia’) und ein Teilgebiet der Inneren Medizin. Die Kardiologie beschäftigt sich entsprechend mit allen Krankheiten, die das Herz-Kreislauf-System betreffen. Das Herz pumpt das Blut durch unser Kreislaufsystem. So versorgt das Blut unsere Organe und Gewebe mit den nötigen Mengen Sauerstoff und Nährstoffen. Aufgrund dieser Funktion wird das Herz gerne als Motor oder als Pumpe bezeichnet: Das Herz ist die treibende Kraft des menschlichen Körpers, ohne den das Leben nicht möglich wäre. Dementsprechend können Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems schwerwiegende Folgen bis hin zum Tod haben. In den Industrienationen sind sie die häufigste Todesursache.

Gut zu wissen! – die normale Pulsfrequenz
Die normale Herzfrequenz liegt bei einem gesunden Menschen bei etwa 60–80 Schlägen pro Minute. Bei Neugeborenen dagegen schlägt es rund 120 Mal in der Minute.

Im Fokus eines jeden Kardiologen ist unser Herz. Die folgende Zeichnung zeigt einmal den anatomischen Aufbau unseres Herzens.

Was ist ein Kardiologe?

Ein Kardiologe ist ein Facharzt für Innere Medizin (sog. Internist), der sich auf die Vorbeugung, Diagnose, Behandlung und Erforschung von Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems spezialisiert hat. Abgegrenzt werden muss der Kardiologie aber vom Herzchirurgen: Der gehört nicht zur Kardiologie, sondern zur Chirurgie. Der Kardiologie ist aber häufig in die Planung entsprechender Eingriffe eingebunden.

Dabei gibt es in der Behandlungspraxis zwischen den medizinischen Teildisziplinen nicht immer eine eindeutige Abgrenzung. Abhängig vom jeweiligen Krankheitsbild kann sich die Arbeit des Kardiologen bspw. mit der des Pneumologen (Lungenarztes) oder der Angiologie (Facharzt für Blutgefäße) überschneiden.

Ein spezieller Zweig der Kardiologie ist die Kinderkardiologie. Die sogenannten pädiatrischen Kardiologen (Pädiatrie bedeutet Kinderheilkunde) haben nach Beendigung ihres Medizinstudiums eine fünfjährige Facharztausbildung zum Kinder- und Jugendarzt absolviert. Danach erfolgt eine weitere dreijährige Ausbildung, um sich auf die Kinderkardiologie spezialisieren zu können.

Wie wird man Kardiologe?

Wie wird man überhaupt Kardiologe? Nachdem er das sechsjährige Medizinstudium beendet hat, muss der Arzt eine fünfjährige Weiterbildung absolvieren, um Facharzt zu werden. Für eine Spezialisierung auf die Kardiologie ist ein weiteres Jahr der Weiterbildung notwendig. Zum Abschluss der Weiterbildungszeit wird mit einer mündlichen Prüfung getestet, ob der angehende Facharzt die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten vorweisen kann. Andere Spezialisierungen, die ein Facharzt bzw. eine Fachärztin der Inneren Medizin erlangen kann, sind u. a. die Angiologie (für Erkrankungen der Blutgefäße), Nephrologie (für Erkrankungen der Nieren) oder die Pneumologie (für Erkrankungen der Lunge).

Mehr Informationen zum Thema gibt Ihnen Dr. Tobias Weigl im Gespräch mit Dr. Heart im folgenden Video.

Welche Krankheiten fallen in den Arbeitsbereich des Kardiologen?

Im Grunde fallen sämtliche Erkrankungen, die speziell mit dem Herz-Kreislauf-System zusammenhängen, in den Arbeitsbereich des Kardiologen. Wichtige Erkrankungen, die er behandelt, sind u. a.

Videoexkurs: Bluthochdruck

Bluthochdruck ist einer der häufigeren Gründe, weswegen ein Kardiologe konsultiert wird. Mit welchen Medikamenten wird Bluthochdruck aber behandelt? Im folgenden Video erläutert Ihnen Dr. Tobias Weigl die wichtigsten Medikamente gegen Bluthochdruck.

Umfrage: Wegen welcher Erkrankungen mussten Sie bereits einen Kardiologen aufsuchen? (Mehrfachnennungen möglich) Mit Ihrer Antwort helfen Sie anderen Lesern, ihre Situation besser einzuschätzen.

Was tut der Kardiologe? Teil 1: Diagnose

Wenn der Patient beim Kardiologen vorstellig wird, führt dieser zunächst ein Anamnesegespräch durch. In diesem Gespräch wird der Facharzt verschiedene Fragen stellen, um u. a. Hinweise für eine Diagnose zu erhalten. Mögliche Fragen können sein

  • Wie ist ihr Lebensstil? Rauchen Sie? Treiben Sie Sport? Wie ernähren Sie sich? Nehmen Sie regelmäßig Alkohol zu sich?
  • Treten bestimmte Symptome bei Ihnen auf und wenn ja, welche? (bspw. Schwindel, Kopfschmerzen, verminderte Leistungsfähigkeit, Kurzatmigkeit bzw. Atemnot, Ohnmachtsanfälle, hoher Bluthochdruck, etc.)
  • Haben Sie bestimmte Vorerkrankungen, die das Herz-Kreislauf-System betreffen?
  • Reagieren Sie gegen bestimmte Dinge allergisch?
  • Gibt es (kardiale) Erkrankungen in Ihrer Familie? (Familienanamnese)
  • Nehmen Sie Medikamente zu sich und wenn ja, welche? (Medikamentenanamnese)

Das Messen des Blutdrucks gehört zum 1×1 eines jeden Kardiologen.

Nach der Anamnese erfolgt die körperliche Untersuchung. Mit dem Stethoskop wird der Brustbereich, in dem sich das Herz befindet, abgehört. Unregelmäßige Herzschläge, wie sie etwa bei Herzrhythmusstörungen auftreten, kann der Kardiologe so bereits feststellen. Standardmäßig misst der Arzt sowohl Puls als auch Blutdruck, wobei unter Umständen auch eine 24-Stunden-Blutdruckmessung vonnöten ist.

Daneben stehen dem Kardiologen noch diverse andere Untersuchungsmöglichkeiten zur Verfügung. Die wichtigsten stellen wir hier vor.

Elektrokardiographie (EKG)

Eine zentrale Untersuchung ist die sogenannte Elektrokardiographie (EKG). Die Elektrokardiographie zeichnet die Herzströme auf, sodass mögliche Unregelmäßigkeiten des Herzschlages identifiziert werden können. Hierfür kleben Mitarbeiter des Kardiologen Elektroden am Körper des Patienten an. Diese Elektroden erfassen die elektrische Erregung des Herzens. Die Aufzeichnung der Herzschläge – das Elektrokardiogramm – wertet der Kardiologe nun aus.

EKGs gibt es in mehreren Varianten:

  • Ruhe-EKG: Das Ruhe-EKG wird am häufigsten verwendet. Dabei werden unter Ruhebedingungen – meistens im liegen – werden die Herzströme des Patienten gemessen. Der Messvorgang dauert wenige Minuten, währenddessen darf sich der Patient nicht bewegen.
  • Belastungs-EKG: Bei diesem Verfahren werden die Herzströme unter Belastung gemessen. In der Regel sitzt der Patient auf einem Fahrradergometer, weniger häufig sind Laufbänder. Der Vorgang dauert etwa 15 Minuten, dabei wird die Belastung kontinuierlich etwas gesteigert. Neben dem Verlauf der Herzfrequenz und möglichen Rhythmusstörungen können auch die spezifische Leistungsfähigkeit und der Blutdruckverlauf beurteilt werden.
  • Langzeit-EKG: Beim Langzeit-EKG werden die Herzströme für 24 Stunden aufgezeichnet. Hierfür werden dem Patienten Elektroden im Brustbereich angebracht, die jeweils mit einem kleinen tragbaren Gerät verbunden sind. Den Apparat trägt der Patient um den Hals. Während das Gerät die Herzströme aufzeichnet, sollte der Patient nicht duschen, um den Apparat nicht zu beschädigen.

Rhythmusrekorder

Je nach Einschätzung des Kardiologen kann auch ein implantierbarer oder externer Rhythmusrekorder sinnvoll sein. Bei einem implantierbaren Rekorder kann der Herzrhythmus des Patienten etwa drei Jahre lang aufgezeichnet und gespeichert werden. Das Gerät wird in diesem Fall mit einem kleinen Eingriff unter die Haut des Patienten platziert.

Externe Geräte hingegen werden vom Patienten selbst bedient. Treten Symptome wie Herzrasen oder allgemein Arrhythmien auf, drückt er den Eventrecorder auf seiner Brust. Durch die Kontaktelektroden des Apparats werden die Herzströme gemessen und aufgezeichnet.

Unabhängig davon, welches EKG für die Diagnostik eingesetzt wird, gilt es, die Aussagekraft des Elektrokardiogramms zu beachten: Die Untersuchungsergebnisse zeigen nur die elektrische Aktivität des kardialen Reizleitungssystems. Genauere Aussagen über die individuelle Struktur und Funktion des Herzens lassen sich damit kaum oder höchstens indirekt machen. Deshalb folgen häufig noch weitere Untersuchungen wie der Herzultraschall, den wir im nächsten Abschnitt erklären.

Echokardiographie

Die Echokardiographie ist der Fachbegriff für eine Ultraschalluntersuchung des Herzens. Ein anderes Wort für Ultraschalluntersuchung ist Sonographie. Durch den Ultraschall lassen sich Aussagen über die Form und Funktion der Herzkammern, der Vorhöfe und der Herzklappen machen. Dies geschieht mithilfe eines Schallkopfes, der Ultraschallwellen (im Frequenzbereich von 4–7 MHz) ausstrahlt, die im Körper reflektiert werden. Auf diese Weise wird ein ein- oder zweidimensionales Herzbild ermöglicht. In der Regel benutzt man standardisierte Sonographiegeräte.

Der Patient liegt bei der Untersuchung selbst auf der linken Seite, wobei er den linken Arm unter den Kopf schiebt. Von der Herzspitze ausgehend erstellt der Kardiologe zunächst ein Vierkammerbild. Damit werden alle vier Herzhöhlen erkennbar gemacht. Gemeint sind dabei beide Vorhöfe und beide Herzkammern. Danach werden die Herzklappen betrachtet und beurteilt.

Blutuntersuchung

Bei einer Blutuntersuchung können für den Kardiologen verschiedene Werte eine Rolle spielen. Eine Routineuntersuchung ist bspw. die Überprüfung des Elektrolytehaushalts: Gerade die Blutsalze Kalium und Magnesium haben für das Herz eine wichtige Bedeutung, da sie den Herzrhythmus stabilisieren. Des Weiteren können durch Blutuntersuchungen die Blutbestandteile wie rote und weiße Blutkörperchen, Leber– und Nierenwerte sowie der Blutzucker überprüft werden. Das erleichtert in vielen Fällen die Diagnose und gibt erste Hinweise auf eine etwaige Behandlung.

In bestimmten Fällen, wie bei einem Verdacht auf einen Herzinfarkt, können speziellere Herzwerte untersucht werden. In diesem Zusammenhang können zum Beispiel die sogenannten Biomarker Myoglobin, Troponin und Keratinkinase muscle-brain-type (CK-MB) geprüft werden. So steigt nach einem Herzinfarkt der Troponin-Wert im Blut nach rund drei Stunden an und ist dementsprechend ein Indikator dafür, dass ein solches „Herzereignis“ stattgefunden hat. Mehr zu den Biomarkern erfahren Sie in unserem Artikel „Herzwerte & Biomarker Troponin & CK-MB richtig interpretieren“.

Videoexkurs: Wozu brauchen wir Blut?

Das Herz pumpt das Blut in unseren Körper, um so unsere Organe und Gewebe entsprechend zu versorgen. Aber was genau ist Blut überhaupt und welchen Zweck hat es? Das und mehr erklärt Ihnen Dr. Tobias Weigl im folgenden Video.

Nicht-invasive bildgebende Verfahren

Bei der radiologischen Untersuchung des Herzens werden vor allem das Röntgen, die Computertomographie (CT) und die Magnetresonanztomographie (MRT) eingesetzt.

Röntgen-Thorax

Auch wenn das konventionelle Röntgen gegenüber dem CT und dem MRT an Bedeutung verloren hat, ist es immer noch ein wichtiges Standardverfahren bei Erkrankungen des Herzens. Bei Aufnahmen des Brustkorbs von vorne und von der Seite lassen sich die verschiedenen Körperstrukturen begutachten. So kann man mit den Röntgen-Thorax bspw. eine Herzvergrößerung oder ein Pneumothorax erkennen.

Computertomographie (CT)

Die Computertomographie greift auf Röntgenstrahlung zurück: Der Patient liegt bei der Untersuchung in einer rotierenden Röntgenröhre. Die Röntgenstrahlung „seziert“ den Körper dabei in kleine Schichten, die schnittweise erfasst werden können. Dabei wertet ein Computer die erstellten Daten aus und kann dann ein dreidimensionales Bild des Körpers abbilden. In der Kardiologie wird die Computertomographie besonders dann eingesetzt, wenn es darum geht, bspw. eine Lungenembolie, Aneurysmen der Aorta oder der Arterien, Herz- und Gefäßtumoren oder Veränderungen am Herzmuskel abzuklären.

Magnetresonanztomographie (MRT)

Die Magnetresonanztomographie erzeugt ein detailliertes Bild des Körpers mithilfe eines Magnetfeldes und Wasserstoffprotonen. Das erlaubt Aussagen zu den erkennbaren Gewebestrukturen. Neben der fehlenden Belastung durch Strahlung ist das MRT insofern vorteilhaft, dass sie weiches Gewebe sichtbar macht, also etwa Muskeln oder Knorpel. Das ist beim Röntgen nicht möglich.

Der Kardiologe kann das MRT (bzgl. des Herzens wird dann von Kardio-MRT gesprochen) u. a. dafür benutzen, um die Form bzw. Gestalt des Herzens und der großen Arterien sowie krankhafte Veränderungen des Herzmuskels zu begutachten.

Je nach Untersuchung liegt der Patienten zwischen 10 und 30 Minuten mit dem Oberkörper in der beidseitig offenen Röhre der Apparatur. Bei der Untersuchung selbst werden viele bewegte und unbewegte Schnittbilder des Herzens aufgenommen. Häufig muss der Patient dabei ca. 10–20 Sekunden die Luft anhalten. Unter Umständen muss ein Kontrastmittel eingenommen werden, welches in den meisten Fällen gut verträglich ist. Dadurch werden bestimmte Veränderungen auf den Bildern besser sichtbar.

Videoexkurs: Radiologie

Möchten Sie mehr über die Radiologie erfahren? Im folgenden Video klärt Sie Dr. Tobias Weigl im Gespräch mit Dr. Karl-Heinz Scholaut auf, was die Radiologie überhaupt ist und was genau ein Radiologe macht.

Herzkatheteruntersuchung

Eine Herzkatheteruntersuchung wird in aller Regel dann durchgeführt, wenn der Verdacht auf eine koronare Herzkrankheit besteht. Je nachdem, ob der Kardiologe den Katheter über eine Vene bzw. über eine Arterie einführt, spricht man von Rechtsherz-Katheter oder Linksherz-Katheter. In den meisten Fällen wird ein Linksherz-Katheteruntersuchung durchgeführt.

Wie aber läuft der Eingriff ab? Der Kardiologe setzt unter örtlicher Betäubung über eine Arterie in der Leistengegend einen Eingang, über den dann der Katheter durch die Aorta bis in die linke Herzkammer geschoben wird. Der Katheter selbst ist äußerst dünn und biegsam. Über den Katheter wird ein Kontrastmittel in die linke Herzkammer gespritzt.

Das Kontrastmittel macht die entsprechenden Herzregionen sichtbar. Bei einer Linksherz-Katheteruntersuchung können durch das Kontrastmittel Aussagen über die Herzklappen, Herzgröße sowie die Herzkammern getroffen werden. Häufig wird dabei die Linksherz-Katheteruntersuchung mit der sogenannten Koronarangiographie verknüpft. Diese lässt, ebenfalls mit einem Kontrastmittel, die Herzkranzgefäße sichtbar werden. Auf diese Weise kann der Kardiologe Engstellen und Gefäßverschlüsse der Herzkränze identifizieren.

Die Behandlung von kardiovaskulären Erkrankungen richtet sich nach der jeweiligen Symptomatik und der Grunderkrankung.

Videoexkurs: Herzinfarkt und koronare Herzkrankheit

Möchten Sie mehr über den Herzinfarkt und die koronare Herzkrankheit erfahren? Im folgenden Video erläutert Dr. Tobias Weigl, wie häufig die koronare Herzkrankheit auftritt und welche Erste Hilfe Maßnahmen bei einem akuten Herzinfarkt durchgeführt werden sollten.

Faktenbox Kardiologie

typische Krankheitsbilder der Kardiologie

wichtige Diagnosemittel

Behandlung

  • richtet sich nach der Symptomatik und der Grunderkrankung

Häufige Patientenfragen

Was sind Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen?

Dr. T. Weigl:
Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems sind in Europa (Stand 2014) für rund 1,9 Millionen Todesfälle pro Jahr verantwortlich. Dabei hat insgesamt gesehen im letzten Jahrhundert der Anteil der Patienten, die an kardiovaskulären Krankheiten leiden, immer weiter zugenommen. Zum einen hat das damit zu tun, dass durch die stetig verbesserte medizinische Grundversorgung und bessere Hygieneumstände Infektionskrankheiten immer weiter zurückgedrängt werden konnten; im 19. Jahrhundert waren Infektionskrankheiten noch die häufigste Todesursache. Zum anderen ist ein Anstieg von Herz-Kreislauf-Erkrankungen darauf zurückführen, dass Nahrung stets verfügbar ist und die körperliche Aktivität der Menschen im Schnitt zurückgegangen ist. Daraus resultierte u. a. der starke Zuwachs von Menschen mit Adipositas und Diabetes, beides zentrale Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Weitere kardiovaskuläre Risikofaktoren sind bspw. ein hoher Alkoholkonsum oder Rauchen. Treten mehrere dieser Faktoren zusammen auf, steigt das Risiko ein einer kardiovaskulären Erkrankung immens.

Wie kann ich kardiovaskulären Erkrankungen vorbeugen?

Dr. T. Weigl:
Ein ungesunder Lebensstil begünstigt die Entstehung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. In vielen Fällen ist Betroffenen kaum oder wenig klar, dass sie mit ihrem Lebensstil ihre Gesundheit langfristig immens gefährden. Deshalb gilt sowohl für den Hausarzt als auch für den Kardiologen, ihre Patienten diesbezüglich aufzuklären und gemeinsam einen Plan zu entwickeln, um die kardiovaskulären Risikofaktoren auszuschalten oder zumindest zu verringern. Grundsätzlich wird Rauchern empfohlen, das Rauchen aufzugeben oder zumindest den Konsum einzuschränken. Ebenso sollte auf eine angemessene Kalorienzufuhr geachtet werden sowie auf eine ausgeglichene und gesunde Ernährung. Das heißt natürlich nicht, dass sie völlig und für immer auf Fastfood oder ähnliches verzichten müssen. Aber derartige Lebensmittel sollten Sie nur sehr selten konsumieren. Auch für Alkohol gilt: Maß halten. Ein weiterer wichtiger Punkt ist natürlich auch Sport, der bspw. bei einer Gewichtsreduktion helfen kann.

Bei Patienten, die bereits von Diabetes oder Bluthochdruck betroffen sind, ist es wichtig, dass sie – neben einer Lebensstiländerung – entsprechend behandelt werden.

Wann muss ich zu einem Kardiologen gehen?

Dr. T. Weigl:
Im Regelfall ist der Kardiologe nicht der erste Ansprechpartner für etwaige Erkrankungen. Normalerweise wird dem Patienten vom Hausarzt oder anderen Fachärzten eine Überweisung ausgestellt, auf der ein erster Diagnoseverdacht enthalten ist, der der Kardiologe dann u. a. nachgeht.

Bernd begibt sich auf den Heimweg. Er war gerade beim Kardiologen. Dort wurden verschiedene Untersuchungen durchgeführt: Ein Ruhe-EKG und Belastungs-EKG, währenddessen wurde dazu immer der Blutdruck gemessen. Außerdem wurde sein Herz mit einem Ultraschall untersucht. „Die Untersuchungsergebnisse werden jetzt auch an ihre Hausärztin weitergeleitet“, murmelt der Kardiologe. „Und am besten machen Sie einmal einen Termin für ein Langzeit-EKG. Damit können wir dann schauen, ob wir irgendwelche Auffälligkeiten über einen Tag hinweg finden.“

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Waren Sie bereits einmal bei einem Kardiologen? Was haben Sie für Erfahrungen gemacht? Haben Sie weitere Fragen zum Thema? Nutzen Sie unsere Kommentarfunktion unten für den Austausch untereinander und mit uns!

Autoren: Dr. Tobias Weigl und Sebastian Mittelberg
Redaktion: Marek Firlej
Veröffentlicht am: 25.02.2019

Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt.

Quellen

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  • Ester Diemer
    04.03.2019 12:53

    Vielen lieben Dank für diesen umfassenden Artikel zur Einführung in die Kardiologie. Ich habe in Zusammenhang mit Kreislaufbeschwerden einen Termin zur Echokardiologie bekommen – was ich nicht verstand. Ihre Erklärung kam daher genau richtig: nun weiß ich, dass es im Prinzip nur um evtl. mehrdimensionale Herzultraschalls geht. Ich bin ja gespannt ob wie angedacht, die Herzklappen ungewöhnlich arbeiten.

  • Jim Winkler
    08.05.2019 15:35

    In nächster Zeit will ich auch mal mein Blut untersuchen lassen ob da alles in Ordnung ist. Und auch mein Herz damit ich eventuellen Problemen vorbeugen kann. Es ist immer gut sich dort auch die ein oder andere Zweitmeinung einzuholen.

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