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Was macht ein Radiologe?

Auf einen Blick: Der Radiologe

Was ist ein Radiologe?

  • ein Facharzt, der bildgebende Diagnoseverfahren durchführt und interpretiert

Welche Methoden führt er durch?

  • Röntgen
  • Computertomographie (CT)
  • Magnetresonanztomographie (MRT)
  • Ultraschall

Wann wird er typischerweise benötigt?

  • Frakturen
  • Onkologische Erkrankungen
  • Erkrankungen des Gefäßsystems
  • Schlaganfall
  • Entzündliche wie bspw. Morbus Crohn oder Endometriose
  • Autoimmunerkrankungen wie bspw. Myasthenia gravis

Von Medizinern geprüft und nach besten wissenschaftlichen Standards verfasst

Dieser Text wurde gemäß medizinischer Fachliteratur, aktuellen Leitlinien und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

Quellen ansehen
Ein Radiologe ist ein Facharzt für Bildgebende Diagnoseverfahren. Dazu zählen neben dem Röntgen beispielsweise auch das Ultraschallgerät, die Computertomographie und die Magnetresonanztomographie. Radiologen können als niedergelassene Fachärzte tätig sein, doch viele von ihnen arbeiten in Kliniken. Mehr zum Beruf des Radiologen, den Untersuchungsmethoden, die er in der Radiologie einsetzt und den Krankheiten, die er damit diagnostiziert, erfahren Sie im folgenden Artikel.

Was ist Radiologie?

Die Radiologie als medizinisches Fachgebiet umfasst die Bildgebung, die zu Diagnostik und Therapie benötigt wird. Dazu gehören bildgebende Verfahren, wie etwa:

  • Röntgen
  • Ultraschall
  • Computertomographie (CT)
  • Magnetresonanztomographie (MRT)

Was ist ein Radiologe?

Ein Radiologe ist ein Facharzt, der sich auf die Durchführung und Interpretation der oben genannten bildgebenden Verfahren spezialisiert hat. Er fungiert damit als Schnittstelle zu allen Fachbereichen der Medizin, wie etwa der Onkologie, der Chirurgie, der Orthopädie, etc.

Doch die Tätigkeit eines Radiologen beschränkt sich nicht allein auf nicht-invasive Verfahren. Auch minimal-invasive Behandlungen und Diagnoseverfahren gehören dazu. Beispielsweise Biopsien unter Bildgebung und Gefäßpunktionen oder rekanalisierende Verfahren (wie beispielsweise das Setzen eines Stent, einer Gefäßprothese).

Gut zu wissen!
Erst im Jahr 1956 wurde der Facharzt für Radiologie und Strahlentherapie in Deutschland eingeführt.

Ausbildung und Spezialisierungen eines Radiologen

Wie für jede ärztliche Disziplin muss auch für den Beruf des Radiologen zunächst das 6-jährige Medizinstudium absolviert werden. Nach dem Grundstudium dauert das Facharztstudium zum Radiologen weitere fünf Jahre. Diese Zeit wird in einem Krankenhaus oder einem radiologischen oder nuklearmedizinischen Institut absolviert.

Die einzelnen Teilbereiche der Radiologie unterteilen sich nach Organsystem: Dazu zählen die Thoraxradiologie (‚Thorax‘ bedeutet Brustkorb), die kardiovaskuläre Radiologie (‚kardiovaskulär‘ bedeutet das Herz und die Gefäße betreffend) und die gynäkologische Radiologie. Daneben auch die urogenitale Radiologie (‚Urogenital‘ bedeutet die Harn- und Geschlechtsorgane betreffend). Eine weitergehende Spezialisierung ist innerhalb von zwei Jahren möglich, beliebte Gebiete hierfür sind die Neuroradiologie und die Kinderradiologie.

Ein Radiologe hat zwei Hauptbereiche: Die Klinik oder eine Niederlassung. Ca. die Hälfte der Radiologen in Deutschland arbeitet in einer Klinik, etwas über ein Drittel der Radiologen im ambulanten Bereich. Damit ist zumeist die Arbeit in einer Radiologischen Praxis gemeint.

Gut zu wissen: Wer war Holger Werfel Scheuermann?

Ein Beispiel für einen erfolgreichen und berühmten Radiologen liefert beispielsweise Holger Werfel Scheuermann.

Scheuermann befasste sich mit der Verformung der Wirbelsäule im Wachstumsalter. Der „Buckel“ wurde am Ende des 19. Jahrhunderts als Zeichen schlechten Charakters angesehen und nicht als schädliche Folge harter körperlicher Arbeit. Scheuermann veröffentlichte 1921 seine Erkenntnisse zur ‚Kyphosis dorsalis juvenilis‘, die er mit Hilfe des damals jüngst entdeckten Röntgens an einer breiten Testgruppe von Jungen und Mädchen gewonnen hatte. In der Folge wurde die Verkrümmung der Brustwirbelsäule im Kindes- und Jugendalter in medizinischen Fachkreisen auch als ‚Morbus Scheuermann‘ bekannt.Mehr Informationen zu Morbus Scheuermann und Morbus Bechterew finden Sie in diesem Video:

In diesem Beitrag geht Dr. Tobias Weigl auf die beiden häufigen Rückenerkrankungen Morbus Bechterew und Morbus Scheuermann. Er erläutert ihre Ursachen und zeigt auch einen Selbsttest, mit dem man Haltungsschwächen oder -schäden als Ursache für einen Rundrücken überprüfen kann.

Morbus Bechterew & Scheuermann: Rundrücken, Geierhals & Hohlkreuz wegtrainieren: Haltungstest, Übung

Welche Krankheiten fallen in den Bereich eines Radiologen?

Der Radiologe ist kein Facharzt, den Patienten als erste Anlaufstelle aufsuchen. Stattdessen wird er meist nach einer Überweisung vom Hausarzt oder einem anderen Facharzt, wie etwa dem Orthopäden oder dem Neurologen, tätig. Auch die Art der durchzuführenden Untersuchung ist im Regelfall bereits auf der Überweisung vermerkt.

Mögliche Krankheitsbilder, zu deren Diagnostik oder genaueren Bestimmung ein Radiologe tätig wird, sind umfangreich und betreffen alle Bereiche der Medizin. Beispielsweise zählen dazu:

Der Radiologe sammelt Hinweise, Beweise und Gegenbeweise zu Krankheiten. Seine Arbeit kann also fast als detektivisch beschrieben werden und ist in der Diagnose einer Vielzahl an Krankheiten unentbehrlich.“ — Dr. Dr. Tobias Weigl

Exkurs: Schlüsselbeinbruch

Der Schlüsselbeinbruch ist der zweithäufigste unter den Knochenbrüchen. Er wird auch ‚Klavikulafraktur‘ (vom lat. ‚clavicula‘ für Schlüsselchen) genannt und erfolgt häufig beim Sturz auf den ausgestreckten Arm oder die Schulter. Damit ist der Bruch eine häufige Verletzung bei Sportlern, beispielsweise von Radfahrern oder Ski- und Snowboardfahrern. Er kann jedoch in seltenen Fällen auch durch Geburtstraumen bei Neugeborenen verursacht auftreten (in ca. 0,5 Prozent der Fälle). Hier wird der Schlüsselbeinbruch leicht übersehen und es ist daher besondere Aufmerksamkeit nötig. Ebenfalls selten ist das Auftreten eines Schlüsselbeinbruches als Folge eines örtlichen Tumors, dessen Wachstum einen Bruch des Knochens herbeiführt. In dem Fall handelt es sich um eine sog. ‚pathologische Fraktur‘, also um einen krankhaften Bruch.

Arten des Schlüsselbeinbruchs

Man unterteilt diese Art des Knochenbruchs nach dem Ort des Auftretens am Schlüsselbein. Am häufigsten, mit ca. 70-80 Prozent, ist das mittlere Drittel des Knochens betroffen. Bei ca. 15 Prozent der Schlüsselbeinbrüche ist das laterale Drittel (also das Drittel des Knochens, das an die Schulter grenzt) betroffen. Am seltensten betroffen ist das mediale Drittel (das Drittel das Knochens, das der Wirbelsäule am nächsten ist) mit 5 Prozent. Dieser Teil des Knochens ist nämlich durch die umgebenden Bänder und Muskeln gut geschützt.

Wie erkenne ich einen Schlüsselbeinbruch?

Typische Symptome eines Schlüsselbeinbruchs sind:

  • Schmerzen in der Schulter, insbesondere bei Bewegung und Druck
  • eingeschränkte Beweglichkeit
  • kurz nach dem Trauma Schwellung über der gebrochenen Stelle
  • Krepitation (ein fühlbares und auch hörbares Knirschen, wenn die Enden des Bruches aneinander reiben)
  • Schlüsselbein erscheint verkürzt
  • Möglicherweise Taubheitsgefühl (dies weist auf verletzte Nerven hin)
  • Ggf. Ertasten des Bruches als eine Art Stufe

Zur Diagnose einer Schlüsselbeinfraktur findet nach der Anamnese eine klinische Untersuchung statt, bei der der Arzt durch Abtasten die Beweglichkeit und Sensibilität des betroffenen Armes überprüft. Auch kontrolliert er die Durchblutung, da der Bruch des Schlüsselbeins Nerven und Blutgefäße verletzen kann. Abschließend wird eine Röntgenaufnahme erstellt, um ein genaueres Bild der Verletzung zu haben und auch mögliche Begleitverletzungen zu erkennen.

Die Behandlung eines Schlüsselbeinbruches beinhaltet unter Umständen eine lokale Betäubung, damit die Knochenteile wieder in die richtige Position gebracht werden können. Im Anschluss wird zumeist ein sog. ‚Rucksackverband‘ angelegt. Dieser muss bis zu vier Wochen getragen werden. Zudem werden häufig Schmerzmedikamente eingesetzt. Eine andere Option der Behandlung ist die Operation.

Weitere Informationen zum Thema Schlüsselbeinbruch, Symptomen, Diagnose und Behandlung lesen Sie in diesem Artikel.

Fakten-Box

Radiologie

  • Das Fachgebiet der Bildgebung zur Diagnostik und Therapie
  • Schnittstelle zu allen Fachbereichen der Medizin
  • Ein Radiologe ist ein Facharzt, spezialisiert auf Durchführung und Interpretation der bildgebenden Verfahren

Typische Indikationen für eine radiologische Untersuchung sind:

  • Frakturen
  • Onkologische Erkrankungen
  • Erkrankungen des Gefäßsystems
  • Schlaganfall
  • Entzündliche wie bspw. Morbus Crohn oder Endometriose
  • Autoimmunerkrankungen wie bspw. Myasthenia gravis

Was tut der Radiologe? Die Diagnose

Wie bereits erwähnt agiert der Radiologe auf Überweisung des Hausarztes oder eines anderen Facharztes zur Diagnose oder Abklärung einer Vielzahl von Erkrankungen. Diese sind bildgebende Verfahren, bei denen mit Hilfe von Apparaten eine visuelle Darstellung eines Befundes möglich ist. Untersuchungsmethoden eines Radiologen sind:

Ultraschall (Sonographie):

Beim Ultraschall handelt es sich um ein nicht-invasives Verfahren, das bei einer Vielzahl von Erkrankungen als Diagnostikmittel eingesetzt wird. Dabei werden Ultraschallwellen (im nicht hörbaren Bereich) genutzt, um innere Organe und Strukturen (wie etwa Knochen) darzustellen. Die Ultraschallwellen können Dichteunterschiede von Gewebe sichtbar machen. Der Arzt legt den sog. ‚Schallkopf‘ auf die Haut des Patienten auf und kann durch das Bewegen dieses Schallkopfes in verschiedene Winkel die Organe etc. aus verschiedenen Richtungen einsehen. Der Name Sonographie kommt vom lateinischen ‚sonare‘ für „Erschallen, erklingen“.

Knieschmerzen wie bei der Rheumatoiden Arthritis können vom Radiologen erkannt werden

Röntgen

Heutzutage sind digitale Aufnahme- und Bildverarbeitungsverfahren Standard in der Radiologie. Röntgen bedeutet ganz direkt eine konventionelle Röntgenuntersuchung, also die Erstellung eines Röntgenbildes von einem Organ oder einem Körperteil (wie Bein, Arm, Schädel etc.). Dafür werden Röntgenstrahlen durch den Körper gesandt, die durch Detektoren dahinter aufgefangen werden. Die daraus entstehende Aufnahme ist statisch. Weitergefasst kann man als ‚röntgen‘ auch andere Formen der Röntgendiagnostik bezeichnen, das sind neben der konventionellen Röntgendiagnostik auch beispielsweise CT und Angiographie, die unten genauer erläutert werden.

Gut zu wissen!
Entdeckt wurde die Möglichkeit des Röntgens im 19. Jahrhundert von Wilhelm Conrad Röntgen, Professor an der Universität Würzburg. 1895 erstellte er die allererste Röntgenaufnahme, ein Bild von der Hand seiner Frau – samt Ehering.

Computertomographie (CT):

Diese Untersuchungsmethode wird beispielsweise angewandt, um Knochen und Gelenke darzustellen (wie etwa bei gleichzeitig entstandenen Verletzung von mehreren Körperregionen, eines sog. ‚Polytraumas‘) oder zur Darstellung der Organe im Bauchraum. Auch dieses Verfahren basiert auf Röntgenstrahlung, bei einer Computertomographie wird der Körper in Querschnittsbildern dargestellt. Dafür wird der Patient in einer sich drehenden Röntgenröhre aus allen Richtungen abgetastet. Dadurch können dreidimensionale Datensätze errechnet werden.

Magnetresonanztomographie (MRT)

Die Magnetresonanztomographie wird auch ‚Kernspintomographie‘ genannt. Dieses Verfahren funktioniert mit Hilfe eines Magnetfeldes und Radiowellen. Die Bildgebung erfolgt durch ein Schnittbildverfahren, dabei kommen nicht Röntgenstrahlen, sondern ein starkes Magnetfeld zum Einsatz. Es ist nahezu risikofrei und auch für Schwangere und Kinder geeignet. Nachteil ist die lange Untersuchungsdauer. Mit Hilfe eines MRT können insbesondere Weichteilstrukturen und Nervengewebe gut dargestellt werden.

Mammographie

Die Mammographie ist eine Methode, die zur Früherkennung von Brustkrebs (sog. ‚Mammakarzinomen‘) eingesetzt wird. Auch hier werden Röntgenstrahlen genutzt. Auch Mikroverkalkungen in der Brust – häufiges Indiz für Brustkrebs – können so bereits nachgewiesen werden, wenn bei Tastuntersuchungen noch keine Knoten spürbar sind.

Exkurs: Brustkrebs

Mit ca. 12 Prozent aller Frauen (die einmal im Laufe ihres Lebens daran erkranken), ist Brustkrebs die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Männer können auch daran erkranken, jedoch tritt es bei ihnen wesentlich seltener auf. Gerade einmal jeder hundertste Fall von Brustkrebs ist einem männlichen Patienten zugeordnet. Bösartige Tumore der Brust werden auch als ‚Mammakarzinome‘ bezeichnet. Die Entstehungsfaktoren sind vielfältig. Dazu zählen beispielsweise die familiäre Häufung, ein frühes Einsetzen der Periode (vor dem 12. Lebensjahr), eine späte Menopause (nach dem 55. Lebensjahr), Kinderlosigkeit, Übergewicht, Alkoholismus und dauerhafte Hormontherapien (wie etwa durch die Anti-Baby-Pille).

Symptome von Brustkrebs

Typische Symptome von Brustkrebs können sein:

  • Veränderungen der Brustwarzen
  • Fühlbare, nicht verschiebbare Verhärtungen in der Brust
  • Flüssigkeitsaustritt
  • Veränderungen des Warzenvorhofs (wie bspw. deutliche Unebenheiten)
  • Größenveränderungen und starke Asymmetrie der Brüste
  • Lymphknotenschwellungen im Achselbereich
  • Schwellungen und bleibende Rötungen an den Brüsten
  • Orangenhaut an den Brüsten

Ein frühes Erkennen des Krebses ist besonders bei Brustkrebs hilfreich, da die Karzinome dann oft gut operabel sind und mit Hilfe von anschließenden Behandlungen eine Heilung erzielt werden kann. Hierbei kann der Radiologe helfen.

Mehr zu genetischen Ursachen von Brustkrebs, seiner Diagnose und Therapie lesen Sie in diesem Artikel:

Knoten in der Brust: Brustkrebs (Mammakarzinom) – Ursachen | Therapie | Vorsorge

Videobeitrag Radiologie

In diesem Beitrag geht Dr. Tobias Weigl auf die Aufgaben eines Radiologen ein. Im Gespräch mit Dr. Karl-Heinz Schlotlaut geht er außerdem Fragen zu radiologischen Untersuchungsmethoden wie MRT und Röntgen auf den Grund.

Was macht ein Radiologe? Was unterscheidet Röntgen vom MRT? // Dr. Weigl im Gespräch mit Radiologem

Ein weiterer Bereich der Radiologie ist die interventionelle Radiologie. Dazu zählen Untersuchungen und minimalinvasive Eingriffe. Methoden sind hier beispielsweise bildgestützte Gewebebiopsien (also Biopsie unter CT-, Ultraschall- MRT- oder Röntgenkontrolle).

Angiografie und Angioplastie

Angiographie ist ein Überbegriff, der die Darstellung von Gefäßen, zumeist von Blutgefäßen mit Hilfe der bildgebenden Verfahren (wie Röntgen, CT, MRT), beschreibt. Meist wird zunächst ein Kontrastmittel verabreicht, das intravasal (also in ein Blut- oder Lymphgefäß)gegeben wird, um die Darstellung zu erleichtern. Die Angiographie wird beispielsweise während einer Angioplastie genutzt, um den Eingriff durchgängig bildlich überwachen zu können.
Die Angioplastie ist ein Verfahren, das zur Behandlung von Verengungen der Blutgefäße genutzt wird. Hierbei wird ein Katheter mit einem biegsamen Führungsdraht durch einen kleinen Einschnitt in das Blutgefäß eingeführt und kann das Gefäß mit Hilfe eines kleinen aufblasbaren Ballons weiten. Auf diese Weise kann manchmal bereits die Gefahr einer verstopfenden Gefäßverengung gebannt werden.

Thrombolyse

Thrombolyse ist die Auflösung eines Blutgerinnselpfropfes (eines sog. ‚Thrombus‘) durch die Gabe von Medikamenten (sog. ‚Fibrinolytika‘). Dieses Verfahren wird in der Regel nur bei kleinen Thromben eingesetzt und der Erfolg kann mit Hilfe der bildgebenden Verfahren beobachtet werden.

Embolisation

Die Embolisation ist quasi das Gegenstück zur Thrombolyse. Wird bei der Thrombolyse ein Gefäß von einer Verstopfung gereinigt, so wird die Gefäßverschließung bei der Embolisation künstlich herbeigeführt. Das kann beispielsweise bei Schädelaneurysmen oder der Behandlung von Tumoren notwendig sein. Auch für diese Therapiemethode ist die Durchführung unter radiologischen bildgebenden Verfahren indiziert.

Haben Sie auch schon einmal einen Radiologen aufgesucht? Welche Art von Untersuchungsmethode wurde dabei angewandt? (Mehrfachnennungen möglich)

Häufige Patientenfragen

Kann ich beim Verdacht auf eine Erkrankung, wie zum Beispiel einen Bruch, einfach so zum Radiologen gehen, um sie diagnostizieren zu lassen?

Dr. Dr. T. Weigl
Nein. Als Kassenpatient benötigen sie zuvor eine Überweisung vom Hausarzt oder einem Facharzt. Privatpatienten können theoretisch auch ohne eine Überweisung zum Radiologen gehen. Es ist jedoch in jedem Fall ratsam, seine Erkrankung zunächst dem Hausarzt oder dem entsprechenden Facharzt vorzustellen. Dieser wird Sie über die Notwendigkeit des Einsatzes von bildgebenden Untersuchungsmethoden aufklären und Ihnen dann gegebenenfalls eine Überweisung zum Radiologen ausstellen. Auf dieser ist dann auch bereits die empfohlene Untersuchung vermerkt, die vom Radiologen durchgeführt wird.

Muss ich mir beim Röntgen Sorgen um die Strahlung machen?

Dr. Dr. T. Weigl
Nein. Das Röntgen weist eine geringere Strahlenbelastung auf als andere Untersuchungsmethoden, wie etwa die Computertomographie. Die Strahlenbelastung liegt je nach untersuchter Stelle zwischen 0, 4 und 2 mSV. Der letztere Wert entspricht ca. der jährlichen Strahlenbelastung durch Umwelteinflüsse (In Deutschland). Dementsprechend ist die Strahlung für einen erwachsenen Menschen nicht im Übermaß schädlich. Bei Kindern und bei Schwangeren wird von Untersuchungen mit Einsatz von Röntgenstrahlen nach Möglichkeit abgesehen, jedoch entscheidet auch hier stets das Nutzen/Risiko-Verhältnis.

Gibt es Faktoren, die gegen eine radiologische Untersuchung sprechen?

Dr. Dr. T. Weigl
Ja. Beispielsweise eine Schwangerschaft stellt eine sog. ‚Kontraindikation‘ beim Röntgen dar. Daher sollten Sie unbedingt im Gespräch mit ihrem Hausarzt oder dem Radiologen zur Sprache bringen, dass Sie schwanger sind, wenn dies der Fall sein sollte. Jedoch gibt es keine absoluten Gründe gegen das Anfertigen einer Röntgenaufnahme. In jedem Fall muss vom Arzt eine medizinische Notwendigkeit zum Röntgen festgestellt werden, die sog. ‚rechtfertigende Indikation‘. Das bedeutet, dass der gesundheitliche Nutzen dieses bildgebenden Verfahrens das Strahlenrisiko überwiegt. Ist die Indikation entsprechend hoch, kann auch eine Schwangere geröntgt werden.

Auch eine Allergie, wie etwa gegen Jod oder Gadolium, kann ein Faktor sein. Diese sind Inhaltsstoffe von Kontrastmitteln, die bei CT- oder MRT-Untersuchungen verwendet werden können. In dem Falle muss nämlich abgewogen werden, ob die Gabe eines Kontrastmittels für die Untersuchung zwingend notwendig ist. Bei geringfügiger Unverträglichkeit ist der Einsatz des Kontrastmittels durchaus möglich, solange der Nutzen dies aufwiegt. Ist eine entsprechende Allergie bekannt, ist dies dementsprechend eine wichtige Information für den Radiologen.

Typisches Patientenbeispiel

Charlotte schaut auf den Überweisungsschein in ihrer Hand. Sie war gerade bei ihrem Orthopäden, weil sie seit Wochen immer schlimmer werdende Rückenschmerzen hat. Sie hatte so sehr gehofft, dass der Arzt sie einfach einrenken würde und sie dann endlich wieder schmerzfrei zur Arbeit gehen könnte. Aber das wollte ihr Orthopäde nicht. Zunächst müsse abgeklärt werden, ob an ihrer Wirbelsäule alles in Ordnung sei. Dazu hat er sie an einen Radiologen überwiesen, der soll ihre Wirbelsäule röntgen…

Charlotte ist auf dem Heimweg von dem Radiologen. Das Röntgen war überhaupt nicht schlimm. Der Radiologe brauchte nur wenige Minuten. Sie musste sich frei machen und wurde gefragt, ob sie schwanger sei. Da sie das nicht ist, bekam sie nur eine Strahlenschürze für den Unterleib, musste sich vor eine Platte stellen, die Arzthelferin richtete ein Gerät auf sie. Dann verließ die Arzthelferin den Raum, das Gerät summte kurz und dann war die Aufnahme auch schon vorbei. Diese ist nun digital auf dem Weg zu ihrem Orthopäden, der alles weitere mit ihr besprechen wird. Sie hofft, dass die Röntgenaufnahme ergibt, dass mit ihrer Wirbelsäule soweit alles okay ist, damit der Orthopäde sie sicher einrenken kann.

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Die hier beschriebenen Punkte (Krankheit, Beschwerden, Diagnostik, Therapie, Komplikationen etc.) erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es wird genannt, was der Autor als wichtig und erwähnenswert erachtet. Ein Arztbesuch wird durch die hier genannten Informationen keinesfalls ersetzt.

Autoren: Dr. Tobias Weigl und Sarah Sodke
Lektorat: Christopher Keck
Veröffentlicht: 30.07.2019

Quellen

  • Banaure et al. (2007): Innere Medizin. Springer-Verlag, Heidelberg.
  • Egon Bücheler(2005): Einführung in die Radiologie. Thieme.
  • Christian Ekkernkamp (2015): Frakturen auf einen Blick. Springer.
  • Uwe Fischer, Friedemann Baum (2014): Diagnostik und Therapie des Mammakarzinoms, Georg Thieme Verlag, Stuttgart.
  • Gerd Herold et al. (2012): Innere Medizin. Eigenverlag.
  • Simon A. Jackson (2005): CT, MRT, Ultraschall auf einen Blick. Urban & Fischer.
  • Günter Kauffmann et al. (2006): Radiologie. Urban & Fischer.
  • Markus Müller (2011): Chirurgie (2014/15). 11. Auflage. Medizinische Verlags- und Informationsdienste.
  • Ben Ockert et al. (2015): Laterale Klavikulafraktur. In: Der Unfallchirurg. Band 118, Nummer 5.
  • rme/aerzteblatt.de (2018): Berühmte Entdecker von Krankheiten: Holger Werfel Scheuermann, Pionier der Radiologie.
  • Thomas J. Vogl et al. (2010): Diagnostische und interventionelle Radiologie. Springer.
[Gesamt:3    Durchschnitt: 5/5]
1 Kommentar
  • Lars Friesen
    05.09.2019 09:49

    Interessant, dass Radiologen solch eine große Anzahl von Krankheiten diagnostizieren können. Ich wusste ehrlich gesagt gar nicht genau, was eine Radiologe ist oder wo ich ihn auffinden kann. Eine Freundin von mir hatte neulich einen Schlaganfall in der Familie und daher einen Radiologen aufsuchen müssen. Danke für diese Aufklärung.

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